Barfußwandern
in den Vogesen und der Pfalz
(Forumbeiträge seit Herbst 2003)
Ich melde mich zurück von drei Tagen barfüßigem Wandern im Naturpark
Nordvogesen.
Ich hatte ja hier vor einiger Zeit mal nachgefragt, ob jemand Erfahrungen
hinsichtlich der Barfußtauglichkeit mit den Wanderwegen dort hat, aber keine
Antwort bekommen. Hintergrund war, dass ich in einen Wanderführer gelesen hatte
"Pfade statt Wege: der wohl markanteste wandertechnische Unterschied
zwischen den Vogesen und anderen Mittelgebirgen ist die Tatsache, dass die
Wanderrouten meist naturnahen Fels- und Wurzelpfaden folgen und nicht
autofähigen Forst- und Wirtschaftswegen."
Klingt doch interessant, oder?
Und tatsächlich war das Wandern überaus angenehm! Da die Nordvogesen
eine Buntsandstein-Deckschicht aufweisen, die wieder zu Sand erodiert, waren
mitunter Wege vorzufinden, die eher an Dünen an der Nordsee erinnern, als an
ein Mittelgebirge. Fast keine geschotterten Wirtschaftswege! Aber dafür auch
natürliche "Herausforderungen", wie Äste, Steine, Bucheckern - und
die berühmten Esskastanien!
Man muss schon ein bisschen in Übung sein, dann sind das aber ganz
hervorragende Barfuß-Wanderwege. Und kulturhistorisch interessante noch dazu!
Ich kann - ausgehend von der zugegebenermaßen begrenzten Erfahrung der drei
Tageswanderungen - die Nordvogesen nur empfehlen.
Da ja hier immer mal nachgefragt wird hinsichtlich der Reaktionen anderer: Es
gab keine.
Falls jemand die Touren näher interessieren:
1. Tag
Niederbronn - Source celtique - Ziegenberg - Camp celtique - Grand Wintersberg -
Col de la Liese - Lichteneck - Niederbronn (rd. 10 km, 400 Höhenmeter)
2. Tag
Zinswiller - Forsthaus Ziegelberg - Weiße Birke - Col de l'Ungerthal -
Wasenkoepfel - Kreuztannen - Hexenplätzel - Reisberg - Jardin des Fées -
Wasenbourg - Kreuztannen - Col de l'Ungerthal - Holdereck- Grunschaft -
Arnsbourg - Grunschaft - Linsenthal - Zinseltal - Zinswiller (rd. 23 km, 800
Höhenmeter)
3. Tag (kleine Runde zum Abschluss)
Oberbronn - Ungerthal - Weiße Birke - Koppersee - Immenkopf - Oberbronn (rd. 9
km, 300 Höhenmeter)
Die ersten beiden Touren stammen aus dem Wanderführer
"Vogesen" von Bernhard Pollmann aus dem Bergverlag Rother.
Die Wanderwege sind vom Vogesenclub überwiegend ganz prima ausgeschildert, eine
Karte sollte man aber trotzdem dabei haben (hier: IGN Top 25, Blatt 3714 ET). In
dem erwähnten Wanderführer sind aber auch die entsprechenden Ausschnitte aus
der Top 50 abgedruckt.
"Gewohnt" haben wir auf dem städtischen Campingplatz von Oberbronn,
hier gibt es auch "Gites d'Étapes" (einfache Wanderhütten) und
luxuriösere Holzchalets zu mieten.
Viele Grüße, Ralf (RSK)
Deinen Bericht kann ich nur bestätigen, da ich in den Nordvogesen
wohne. Könnte mir gut vorstellen eine gemeinsame Wanderung zu unternehmen.
Vielleicht im nächsten Frühjahr. Wird jetzt doch etwas frisch.
Vorgestern hat es bei uns furchtbar geregnet. So habe ich es doch vorgezogen bei
10 Grad den Kinderwagen barfuß durch Weißenburg zu schieben, als mir nasse
Schuhe und Socken zu holen. In der Bäckerei kaufte ich für den Kleinsten ein
Brötchen. Die Verkäuferin machte mir ganz freundlich die Tür auf (war mit dem
Kinderwagen echt eng), hat wohl gesehen, dass ich barfuß war, sich aber nicht
getraut zu fragen. Musste aber zugeben, dass ich auf dem Rathaus dann doch vor
der Tür meine Sandalen anzog. Dort kennt mich jeder. Hier habe nunmehr ich mich
nicht getraut.
Gruß Jens
[Bericht kann ich nur bestätigen, da ich in Nordvogesen wohne.
Könnte mir gut vorstellen gemeinsame Wanderung zu unternehmen]
Wir haben uns fest vorgenommen, noch mal wiederzukommen, es hat uns
nämlich sehr gut gefallen dort (und unser Wanderführer umfasst 50
Routenvorschläge ;-) ).
[Vorgestern hat es furchtbar geregnet]
In Verbindung mit Regen hatte ich auch die einzige Reaktion bei dem Vogesen -
Wochenende: am Sa. früh hat es ziemlich geschüttet, als ich Brot holen
war und natürlich quer über die Wiese auf dem Campingplatz gelaufen bin
(während die Schuhträger brav den Wegen folgen mussten). Sieht mich die Frau,
die die Waschhäuser reinigt und ruft mir von weitem zu: barfüßig, das ist ja
praktisch!
Weißenburg = Wissembourg, oder? Dann sind in unserem Wanderbuch sogar zwei
Touren von dort aus drin: Froensbourg - Fleckenstein - Hohenbourg und Schönau -
Maimont - Wasigenstein
Viele Grüße, Ralf
[Weißenburg = Wissembourg?]
Weißenburg ist das deutsche Wort für das französische Städtchen Wissembourg. Als das Elsass und Lothringen noch zu Deutschland gehörten, war
Weißenburg tatsächlich eine deutsche Stadt. Noch heute haben viele Ortschaften
im früher zu Deutschland gehörenden Teil Frankreichs deutsche Namen
(Wittenheim, Wittelsheim, Illkirch, Rixheim, Altkirch), andere Namen, meist von
größeren Orten wurden nur "halbherzig franzosisiert", so dass man
den deutschen Ursprung noch heute erkennt (Straßburg = Strasbourg, Mülhausen =
Mulhouse, Lauterburg = Lauterbourg, Hirsingen = Hirsingue, Neu-Breisach = Neuf
Brisach). Nur wenige Namen wurde stärker abgeändert (Schlettstadt = Selestat,
Pfirt = Ferrete, Dammerkirchen = Dannemarie). Ich persönlich bevorzuge die
deutsche Schreibweise.
Weißenburg ist wirklich ein hübsches Städtchen. Vor etwa 2 Jahren war ich
dort durchgekommen, als ich mit dem Fahrrad unterwegs war. Die Stadt besitzt
noch einen großen Teil der alten Stadtbefestigung. Da ich damals noch
grundsätzlich Schuhe beim Velofahren und auch sonst trug, kann ich nicht mehr
genau sagen, ob man bequem barfuß die Befestigungsanlagen erkunden kann. Ich
vermute eher nein. Es dürfte dort recht steinig sein. Und wenn ich mich recht
erinnere, hatte ich auch unangenehmen Kontakt mit Brennnesseln.
Mit freundlichen Grüßen
Michael aus Zofingen
Vergangenen
Donnerstag bis Sonntag war ich zusammen mit Frau und einem befreundeten Ehepaar
wieder in den Nordvogesen zum Wandern, diesmal in der Gegend um La Petite Pierre
(Lützelstein). Ich kann wieder bestätigen, dass die Wanderpfade dort häufig
ausgesprochen barfußfreundlich, weil naturbelassen, sind, sofern man mit natürlichen
"Feinden" wie Wurzeln, Ästchen, Brombeerranken und stacheligen
Esskastanienschalen zurecht kommt. Man muss halt schauen, wo man hintritt, aber
dann ist es wirklich ein Vergnügen.
Diesmal stießen wir allerdings auch auf längere Strecken jüngst geschotterter
und äußerst barfußfeindlicher "Waldstraßen", was wohl damit in
Zusammenhang steht, dass dort große Flächen Wald dem Orkan "Lothar"
zum Opfer gefallen sind und man sich genötigt sah, die Abfuhrwege für die Bewältigung
der Holzmassen in dieser Form auszubauen. Sofern jedoch "richtige"
Straßen im Wald (routes forestieres) verlaufen, an denen Wanderwege entlangführen,
ist sogar fast immer parallel ein unbefestigter Fußpfad angelegt.
Ich habe jedenfalls die Tage in den (sogar meist sonnigen) Vogesen sehr
genossen.
Ralf (RSK)
Ich bin ja noch einen Bericht von unserer Pfälzer-Wald-/Nordvogesen-Wanderung
rund um's vergangene Wochenende schuldig.
An vier Tagen sind wir rund 60 km durch die schöne Wanderregion gezogen und
haben dabei sage und schreibe 9 Burgen und einen Aussichtsturm erklommen. Für
die, die es intersssiert, schreibe ich am Schluss noch die Routen auf.
Unser Standquartier war der empfehlenswerte Campingplatz Büttelwoog in Dahn,
alternativ bietet sich die Jugendherberge in Dahn an, nur etwa 300 m entfernt.
Beide liegen inmitten einer wunderschönen Felsenlandschaft.
Die Wanderwege waren überwiegend sehr barfußfreundlich, sofern man mit
"natürlichen" Beeinträchtigungen wie Wurzeln, Felsen, Steine und
manchmal auch Esskastanien klar kommt. Ich habe durchgängig meine Wanderstiefel
bzw. die Tevas im Rucksack spazierengetragen.
Interessant war diesmal, dass wir beim Wandern ganz häufig auf meine Barfüßigkeit
angesprochen wurden, immer sehr interessiert, teilweise mit einer gewissen
Bewunderung, nie abwertend oder verständnislos.
Ich kann aus meiner Sicht die Region zum Wandern nur empfehlen, man findet
dort grandiose Landschaften, ein gutes Wegenetz mit vielen Naturpfaden abseits
befestigter "Waldstraßen" und offenbar auch nette Leute. Mir haben
die vier Tage viel Spaß gemacht!
Hier noch die Touren:
1. Tag (nach der Ankunft schnell noch eine Tour vor'm Dunkelwerden): Büttelwoog - Grau-Berg- Großer Ey-Berg (Aussichtsturm) - Kleiner Ey-Berg - Büttel-Fels - Büttelwoog
2. Tag: Büttelwoog - Felsgruppe Braut und Bräutigam - Jugendherberge - Wachtfels - Dahn - Ehrenfriedhof - Burgengruppe Alt-Dahn (Altdahn, Grafendahn und Thanstein) - Löchelfelsen - Zimmerfels - Zummer Bühl - Hoch-Berg - Römerfels - Gerstberger Kopf - Bubenfels - Dahn - Bütelwoog
3. Tag (grenzüberschreitende Tour mit 5 Burgen): Hirschthal - Hirts-Felsen - Maiblumen-Kopf - Wegelnburg - Hohenburg - Ruine Löwenstein - Langenfels - Info-Zentrum Fleckenstein - Burg Fleckenstein - Sauertal / Fleckensteiner Weiher - Fuchsberg - Ruine Fronsburg - Hirschthal
4. Tag (kurze Wanderung vor der Heimreise): Büttelwoog - Steinhohl - Weibersebene - Schusterbänkel - Kauert - Ruine Neu-Dahn - Neudahner Weiher - Moosbachtal - Pfälzerwaldhütte - Otto-Eisel-Pfad - Schusterbänkel - Steinhohl- Büttelwoog
Viele Grüße, Ralf (RSK)
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