Barfußwandern
im Elbsandsteingebirge (Sächsische Schweiz)
(Forumberichte seit Sommer 2001)
Diesmal geht es nicht in die Böhmische, sondern in die Sächsische Schweiz.
Die heutige Tour ist etwas kürzer.
Stadt Wehlen liegt vom gleichnamigen Bahnhof
aus gesehen auf der anderen Seite der Elbe, so dass eine Fähre benutzt werden
muss.
Von dort aus dem Wanderweg "roter Vollkreis" Richtung Uttewalder
Grund folgen. Zunächst verläuft er ca. 1 km auf einer gepflasterten
Waldstraße, an einem Bach entlang. Bald geht links von der Straße ein etwas
"wilderer" Waldweg parallel, der für das Barfußwandern angenehmer
ist.
Dann kommt eine Wegkreuzung. Nach rechts hinten zweigt eine Straße ab, nach
links zwei Wege mit Brücken. Die zweite Brücke nach links ist die richtige! Es
ist auch "Rundweg Teufelsschlüchte" oder so etwas ausgeschildert.
Nach einigen Schritten: Wo ist da
ein Wanderweg? Rechts in Verlängerung des hölzernen Stegs ins schwarze Loch
... es geht zwischen Felsen oder unter ihnen, manchmal eng und nur gebeugt zu
passieren, aber immer ist genug Platz, wenn nicht gerade jemand außerordentlich
beleibt ist oder sperriges Gepäck mitführt. Im gleichen Stil geht es dann die
Schlucht hinauf, die nur ca. 1 km lang ist, aber sehr sehenswert. Es lohnt sich,
auch die Fauna zu beobachten - was da am Boden herumflitzt, sind keine Käfer,
sondern kleine Kröten, ca. 2 bis 3 cm lang, braun und zahm.
Bald wird die
Heringshöhle erreicht, eine enge Höhle mit zwei Zugängen, einem unteren und
einem oberen; es kann vom unteren zum oberen geklettert werden. Ist halt dunkel
da drin.
Im weiteren Verlauf führt dann der Weg treppenartig aus der Schlucht heraus.
Es geht halb nach rechts im Wald entlang, dann in eine weitere Schlucht,
Teufelskammer genannt, wieder abwärts. Und schließlich wird der Ausgangspunkt
(die Wegkreuzung mit den zwei Brücken) wieder erreicht.
Bis jetzt alles sehr angenehm zu gehen. Wer die Wanderung noch erweitern
will, zum Beispiel den rot markierten Wanderweg weiter zur Bastei und dann in
Rathen wieder an die Elbe, braucht allerdings etwas mehr Ausdauer, denn ab hier
ist leider Schotter vorherrschend, und im Nationalpark dürfen die Wege nicht
verlassen werden.
Unci
[rot markierten Wanderweg weiter zur Bastei und dann in Rathen wieder an
die Elbe, braucht mehr Ausdauer, denn ab hier leider Schotter und im
Nationalpark dürfen Wege nicht verlassen werden]
Ich habe dazu eine andere Erfahrung gemacht (bin allerdings den direkteren Weg
Bastei - Teufelsgrund - Wehlen gegangen) (siehe folgender Beitrag).
Ich beneide Dich jedenfalls um die barfußfreundlichen Wandermöglichkeiten vor
Deiner Dresdener Haustür!
Serfuß aus Köln, wo der Schotter viel gegenwärtiger ist als im
Elbsandsteingebirge, von Georg
Hallo zusammen,
während einer Rundreise über Thüringen und Sachsen nach Prag, die ich mit
meiner Frau unternommen habe, sind wir auch drei tage im Elbsandsteingebirge
gewesen und haben dort zwei Wanderungen gemacht, von denen ich hier berichten
möchte.
Beide folgten touristisch sehr frequentierten und populären Zielen; um so
erfreulicher war, dass ich nicht befestigte "Wandererautobahnen"
angetroffen habe, sondern interessant und barfuß meist recht bis sogar sehr
angenehm zu begehende Wege.
Über die in der Abfolge zweite Wanderung möchte ich als erste berichten :
Es handelt sich hierbei um ein Teilstück des "Flößersteigs" im
Tal der Kirnitzsch bei Bad Schandau.
Eine über einhundert Jahre alte Straßenbahnlinie - die Fahrzeuge sind
allerdings etwas neueren Herstellungsdatums - führt aus der Ortsmitte von Bad
Schandau zu dem "Lichtenhainer Wasserfall". Vom Endpunkt aus sind wir
in knapp drei Stunden zum Ausgangspunkt zurückgewandert.
Unter reinen
Barfußgesichtspunkten lohnt sich das letzte Wegstück unterhalb der
"Ostrauer Mühle" allerdings nicht - dort herrschen
"Hauptwanderweg" - Qualität und Asphalt vor.
In dem wohl gut sechs Kilometer langen Abschnitt oberhalb war der Weg aber
geradezu ein Barfußwandertraum, wenn man mal großzügig von einem etwa 300 m
langen Teilstück auf einem Forstweg absieht. Nur schmale Pfade über Wald-,
Wiesen- und Lehmböden, manchmal Natursteinchen und immer wieder Wurzelwerk,
einige sandige Passagen und - im Teilstück kurz oberhalb der Ostrauer Mühle -
Felspartien, die mit Ketten auf der Bergseite abgesichert waren.
Tafeln am Wegesrand geben Aufschluss über die einstige Holzflößerei auf
diesem schmalen Flüsschen, über Pflanzen und die Gesteinswelt.
Ob die Flößer den Weg wohl auch barfuß begangen haben ? Besseren Halt auf
dem sich meist am Hang entlangschlängelnden Pfad dürften sie ohne Schuhe wohl
gehabt haben ! Vielleicht weiß die Verwaltung des Nationalparks ja etwas darüber ? Man
müsste sie jedenfalls zum Aufstellen von Hinweisen bewegen, zumindest mal ein
Stück barfuß zu gehen ! (Die Felspassage allerdings z. B. erfordert doch auch
Barfußübung.)
Die abzweigenden bzw. einmündenden Wege schienen übrigens von
gleichwertiger Barfußqualität zu sein. Es kommt wohl zu dem ohnehin
barfußfreundlichen Elbsandstein als Untergrund hinzu, dass man in DDR - Zeiten
kein Geld in den Wegeausbau zu jenem Typ Wanderweg gesteckt wurde, der unseren
Füßen regelmäßig so missfällt und in anderen Wandergebieten so häufig
anzutreffen ist. Und im jetzigen Nationalpark verzichtet man offensichtlich auch
auf solche Ausbaumaßnahmen.
Übrigens beginnt der Flößersteig weit oberhalb des Endpunkts der Bahn; es
gibt einen Anschlussbus (und Rundwege etc.).
Dieser positive Eindruck bestätigte sich sogar schon bei der ersten
Wanderung auf der touristischen Wanderstrecke schlechthin : von Kurort Rathen
über die Felsenburg zur Bastei und weiter über den Teufelsgrund nach Stadt
Wehlen.
Auch hier nur ein kurzes gesplittetes Stück bald vor Stadt Wehlen; der
Aufstieg von Rathen über Holzstufen mit sandigen Zwischenräumen war sehr
angenehm, die Metallstege auf der Felsenburg ebenfalls barfuß gut begehbar, und
große Teile des Abstiegs über den Teufelsgrund dem beschriebenen
"Flößersteig" sehr ähnlich.
Tipp : hinter der gesplitteten Passage
führt der Weg weiter über einen Asphaltweg links des Baches. Stattdessen auf
dem Naturpfad rechts des Baches gehen !
Der Nationalpark "Sächsische Schweiz" hat jedenfalls nach dem, was
ich auf diesen beiden Strecken gefühlt und gesehen habe, drei sterne als "Barfußwanderparadies"
verdient. und für den angrenzenden Nationalpark "Böhmische Schweiz"
auf tschechischer Seite der Grenze gilt das vermutlich ebenfalls.
Soweit hatte ich diesem Text bereits unterwegs fertig und habe nun die beiden
Beschreibungen von Wanderungen von unci gelesen, die genau im gleichen Gebiet
angesiedelt sind und meinen Eindruck offenbar bestätigen.
Georg
[alte Straßenbahnlinie von Bad Schandau zum "Lichtenhainer
Wasserfall". Vom Endpunkt aus in knapp drei Stunden zum Ausgangspunkt
zurückgewandert]
Lichtenhainer Wasserfall ist ein guter Ausgangspunkt; ab dort gibt es gleich
mehrere schöne Wandermöglichkeiten:
Das dichte Wanderwegenetz erlaubt es, die Tour auch spontan abzukürzen oder
zu verlängern, je nach Tagesform, Lust und Laune. Es empfiehlt sich jedoch, im
Sommer genug zu trinken und Proviant mitzunehmen, denn so unglaublich viele
Kneipen gibt es nicht unterwegs.
[zum ohnehin barfußfreundlichen Elbsandstein als Untergrund kommt hinzu,
dass man in DDR - Zeiten kein Geld in Wegeausbau]
In früheren Zeiten wurden einige Wanderwege aber sehr aufwendig ausgebaut, mit
Treppenstufen, Leitern, Geländern usw., die es auch "Nichtkletterern"
ermöglichen, die Felsen zu erklimmen.
[Nationalpark "Sächsische Schweiz" hat jedenfalls drei Sterne als
"Barfußwanderparadies" verdient. und für den angrenzenden
Nationalpark "Böhmische Schweiz" auf tschechischer Seite der Grenze
gilt das vermutlich ebenfalls]
Da kann ich voll zustimmen, jedenfalls nach meiner
ersten Rundwanderung ab Hrensko. Auf der Karte scheint es so, als ob sich
noch viel interessantes Gebiet weiter hinten verbirgt, aber nur auf längeren
Wanderungen zugänglich ist: mangels Grenzübergängen schwierig zu erreichen!
Aber auch auf deutscher Seite könnte das obere Kirnitzschtal interessant sein
(zum Beispiel mit dem OVPS-Bus nach Hinterhermsdorf fahren und von dort
losgehen).
Jedenfalls eine tolle Gegend, in der noch viel zu entdecken ist!
Unci
Nun folgt auch mal von mit ein kurzer Bericht zu meinem Barfuss Wandertag in
der Sächsischen Schweiz.
Um es vorweg zu nehmen, es war ein riesiger Erfolg, der mir mächtig Spaß
gemacht hat.
Begonnen hat mein samstäglicher Barfuss Wandertag in dem beschaulichen Ort Bad
Schandau. Dort wollte ich mit meiner beschuhten Freundin mit der historischen
Straßenbahn durch das Kirnitzschtal bis zum Lichtenhainer Wasserfall fahren.
Doch schon bei befahren von Bad Schandau mussten wir feststellen, dass die Bahn
in diesem Jahr diesen Weg nicht mehr fährt. Das komplette Schienenbett wird
erneuert. Somit waren wir auf den Schienenersatzverkehr angewiesen. Dieser
Shuttelbus fuhr uns dann mit einer viertelstündigen Verspätung bis zur
Endstation, dem Lichtenhainer Wasserfall. Nach einer kurzen Besichtigung des
selben, auch der Wasserfall musste dem heißen Sommer seinen Tribut zollen und
führte nur wenig Wasser, suchten wir den Wanderweg mit dem roten Punkt zum
Kuhstall. Der Kuhstall ist eine riesige Felshöhle die begangen werden kann.
Nach Erklimmen der Himmelsleiter, hier kann man über eine sehr schmale
Eisentreppe die Felsenhöhle von oben beobachten und einen herrlichen Blick
über die sächsischen Schweiz genießen, haben wir uns auf den Weg Richtung
Schrammsteine begeben. Ich sage Euch, der Weg war einfach herrlich. Der
Untergrund wechselte von leichter Schotterstrecke bis zum Kuhstall über
Einsentreppen, Felsenstiegen, "Holzdämmen" bis hin zum super
angenehmen einfachen Waldweg. Es war einfach alles dabei. Wir haben den Gradweg
über die Schrammsteine gewählt, was sich im Nachhinein als richtig
herausgestellt hat. Wir konnten einen herrlichen Ausblick genießen. Am Ende des
Gradweges ging es über mehrere Stufen, teilweise extrem senkrecht wieder
Richtung Elbe bergab. Am Fuße erreichten wir wieder Bad Schandau.
Nach insg. ca. 10 bis 11 Kilometern und einer gesamten Wanderzeit von ca. 5
Stunden waren wir glücklich am Ziel angekommen.
In der Zusammenfassung kann ich feststellen, dass die Strecke durchaus für
Barfuss Anfänger geeignet ist. Für die unzähligen Treppen ist eine gewisse
konditionelle Vorbereitung von Vorteil.
Thomas (THS)
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