[Barfuß über Schotterwege]

[Wut, Frust, Ohnmacht wegen geschotterter Wege

Barfuß über Schotterwege
(Forumbeiträge seit Frühjahr 2001)

Nachdem ich heute meine übliche Barfußrunde durch die Löricker Rheinauen gedreht hatte und mit leichtem Verdruss feststellen musste, dass sich irgend so ein komisches klebriges Pflanzenzeugs an meine Fußsohlen geheftet hatte, das sich auch gar nicht so leicht entfernen ließ, beschloss ich spontan, gleich noch einen weiteren barfüßigen Spaziergang in einem riesigen Parkgelände in der Nähe meiner Heimatstadt Ratingen dranzuhängen, um die Scharte auszuwetzen (was auch gelang).
Außerdem gibt es dort Wegabschnitte, die leicht geschottert sind, was ich zu Trainingszwecken ausnutzen wollte, da es mein Ziel ist, auf jedem Untergrund von Glatteis bis zu scharfem Geröll barfüßig sicher gehen zu können, und leider habe ich so gut wie noch gar kein Schottertraining.
Beim Spaziergang durch den Park hatte ich ziemlich vielfältige Eindrücke und Gedanken. Es begann damit, dass ich an einem Beachvolleyballfeld vorbeikam, aber keiner der dort spielenden Jugendlichen war barfuß, vielmehr trugen alle Turnschuhe und sogar (igitt, wie abscheulich!) Socken. Insgesamt habe ich, obwohl das Wetter (jedenfalls für meine Begriffe) heiter und ziemlich warm war, im Park außer meinen eigenen keine nackten Füße gesehen. Dämliche Kommentare blieben mir auch diesmal wieder erspart; allerdings schauten zwei höchstens dreijährige Kinder, die mir entgegenkamen, mit geradezu fassungslosem Entsetzen ganz irritiert auf meine nackten Füße (was mich wiederum etwas nachdenklich machte; könnte der Anblick nackter Füße im Park möglicherweise so entsetzlich sein, oder was mögen diese Kinder nur gedacht haben? Ich verstehe das nicht.)
Das Schottertraining verlief ganz zufriedenstellend, man muss angesichts vieler Leute, die einem entgegenkommen, einfach nur lächeln und durch, und wenn man sich dabei dauernd einredet, Schotter sei was ganz tolles und super angenehm, empfindet man es kaum noch als unangenehm. Ich hätte nie gedacht, dass Autosuggestion derart geschwind funktionieren kann.
Dann ging ich auf einen kleinen verschwiegenen Seitenpfad, wo meine Füße jede Menge Matsch genießen konnten. Für die natürliche Reinigung war das sehr wichtig, denn erst im Matsch gingen die Spuren sowie die letzten Reste des eingangs erwähnten Pflanzenzeugs ohne jedes weitere Zutun vollständig ab.
Anschließend ging ich noch ausgiebig über die weiten feuchten Wiesen, und als ich wieder bei meinem Auto angelangt war, hatte ich nahezu saubere Füße.
Herzliche Barfußgrüße Euch allen, Markus U.

Hallo Markus, das mit dem Schottertraining klingt interessant, wenngleich es nicht unbedingt zu meinen Zielen gehört, Barfußlaufen auf groben Schotter als Genuss empfinden zu können.
Aber manchmal lassen sich kurze Wegstrecken auf unangenehmen Untergründen ja nicht vermeiden, wenn man ohne Notschuhe unterwegs ist.
Die Frage ist, was die Unempfindlichkeit gegen Schotter & Co. ausmacht: die richtige Lauftechnik (Fuß aufsetzen, Gewichtsverlagerung u.ä.) oder die entsprechende widerstandfähige (Horn-) Haut unter den Füßen. Davon hinge ja auch ab, wie das Training auszusehen hat.
Meine Erfahrung ist: Längeres laufen auf groben Untergrund (z.B. rauer Asphalt oder Beton) "raspelt" die Hornhaut ziemlich schnell ab und dann tut's richtig weh. Ob das auf Dauer aber einen langfristigen Trainingseffekt erzielen kann, habe ich noch nicht ausprobiert. Aber Du wirst und sicher auf dem Laufenden halten.
[Beachvolleyballfeld, aber keiner der Jugendlichen war barfuß, trugen alle Turnschuhe und Socken]
Beachvolleyball in Turnschuhen ist in der Tat abartig. Aber wenn schon, dann doch schon mit Socken, der Hygiene wegen.
Den Fußschweiß bekommt man aus den Socken schließlich besser raus als aus den Schuhen!
Serfuß, Jörg (Hanna)

[ Frage ist, was Unempfindlichkeit gegen Schotter ausmacht: richtige Lauftechnik (Fuß aufsetzen, Gewichtsverlagerung u.ä.) oder widerstandfähige (Horn-) Haut unter Füßen. Meine Erfahrung: Längeres laufen auf groben Untergrund "raspelt" Hornhaut schnell ab und dann tut's weh ]
Seit ich sehr viel barfuß laufe, ist und bleibt die Hornhaut dünn, aber zäh. Was nachwächst, reibt sich auch wieder ab (manchmal tatsächlich sogar mehr).
An den Außenkanten der Ferse und der großen Zehe helfe ich sogar noch mit einer Hornhautfeile nach, damit sich keine tiefen Risse bilden.
Was in den letzten Jahren mehr geworden ist, ist das Fußschwartenpolster unter der Hornhaut! Vor allem durch die barfüßigen Bergwanderungen scheint dieses zuzunehmen -- mit den Fingerkuppen kann ich fast einen Zentimeter tief hineindrücken, ohne auf Knochen oder Gelenke zu kommen.
Kleinere Schottersteine werden davon einfach weggepolstert, ohne auf schmerzempfindliche Teile des Bewegungsapparats zu drücken. Und wenn man auf Glasscherben tritt, passt sich die Sohle meist ihrer Form an, ohne dass ein Schnitt entsteht.
Auf sehr grobem Schotter kann ich allerdings nach wie vor nicht lange laufen, und vor dem nagelbrettartigen Gehwegasphalt auf Gran Canaria habe ich manchmal kapituliert.
Ich finde auch, dass sich beim regelmäßigen Barfußgehen ein Bewegungsablauf herausbildet, der durch sehr sachtes Aufsetzen und schnelles Reagieren auf Unebenheiten auszeichnet. Wenn ich barfuß loslaufe, tut es manchmal auf den ersten paar hundert Metern noch bei jedem Steinchen weh, bis ich wieder in das richtige "glatte" Gehen hineinkomme. Ich finde das auch sehr kräfteschonend -- und gehe so stundenlang ermüdungsfrei.
Wenn der Schotter gröber wird, gehe ich zum Vorderfußlaufen über; ansonsten hat sich bei mir eine normaler Bewegungsablauf mit sehr sachtem Aufsetzen der Ferse und ohne Hoch-Tief-Bewegungen herausgebildet. Das danken mir vor allem die Bandscheiben!!
Serfuß, Lorenz

Hallo zusammen, sehr interessant eure Bemerkungen zum Schottertraining. Mir sind gerade letzte Woche, als ich in Assisi war, noch ein paar Dinge dazu aufgefallen.
Eigentlich gehe ich mittlerweile ganz gut über mittleren Schotter und Asphalt. Mit ca. 12 kg Zuladung fühlte sich das aber plötzlich ganz anders, eher unangenehm an.
- Je dicker die unverdichtete Schotterschicht ist, desto weniger schmerzt sie. Wahrscheinlich gibt nicht nur die Sohle sondern auch der Untergrund etwas nach.
Richtig Spaß macht runder (gewaschener) Schotter bspw. an Flussufern oder in 'edel' (teuer) gepflegten Gärten und Parks.
- Dass auch Lorenz ab und zu vor südländischem Nagelbrett Asphalt kapitulierte, gibt mir wieder Hoffnung. Glaubte in Italien schon, ich sei nach dem Winter wieder total verweichlicht.
Hierbei ist mir allerdings aufgefallen, dass die gleiche Strecke bei Regen recht angenehm zu begehen war, bei Sonnenschein aber eher den Eindruck eines Tanzes auf der Holzraspel vermittelte. Kann sich das einer erklären?
Liebe Grüße aus Bern Marc

Dicke des Schotters: Wenn die Schicht mehrere Steine umfasst, merkt man wie die Steine etwas ausweichen. Wenn die Schicht nur dünn ist, muss ich meist kapitulieren (Wegrand).
Meiner Meinung nach ist "Schotter" der Begriff für gebrochene Steine, während die Steine am Flussufer ("gewaschene") eher Kies genannt werden (auch wenn die Steine mehrere Zentimeter groß sind).
PeterVonWald

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Wut, Frust, Ohnmacht wegen geschotterter Wege
(Forumberichte im Frühjahr 2001)

Hallo zusammen, Wut, Frust und Ohnmacht sind die Gefühle die mich zu diesem Posting anregen. Hauptsächlich Wut. Doch der Reihe nach.
Ich komme gerade von einem mehrstündigen Spaziergang durch die Ohligser Heide zurück. In meiner Jugend waren dort nur herrliche sandige Wege. Schon im letzten Jahr fiel mir auf, dass ca. 50% der Wege geschottert waren. Heute sind es nahezu alle Wege, und dann noch mit einer ganz scharfkantigen Art (Korngröße ab 10 mm) Schotter.
Dies wäre alles noch hinzunehmen, aber es handelt sich bei diesem Gebiet um ein Naturschutzgebiet mit Feuchtgebieten. Die ganze Heide soll renaturiert werden und selbst das Freibad, das seit dem Krieg dort keinen gestört hat, soll aus dem Grund der Renaturierung geschlossen werden.
Was ich nun nicht verstehen kann, sind die befestigten Wege in diesem Gebiet. Ich wüsste gern, wer für diesen Schwachsinn verantwortlich ist. War der Schotter vielleicht überflüssig und musste weg?
Jedenfalls schließe ich bei dem Begriff Renaturierung auch die Waldwege mit ein. Leider habe ich wieder ein schönes Gebiet zum Barfußlaufen verloren. Nicht nur ich, sondern auch alle, die gerne barfuß laufen. Ich denke da besonders an die Kinder.
Leider besitze ich keine Digitalkamera, sonst hätte ich hier einige kleine Fotos des gesammelten Schwachsinns eingestellt. Vielleicht werde ich mal einen ausführlichen Bericht mit Bildern in meine HP einbauen.
Ach ja, der Hauptweg ist sogar von irgendeinem Gebirgsverein ausgezeichnet bzw. beschildert worden. TOLL !! Was kann man dagegen tun? Der Naturschutzbund scheint da ja mitzuspielen.
Total gefrustet
Euer Klaus_sg

Leserbriefe schreiben, Fernsehen darauf aufmerksam machen ...
Insbesondere solltest du verdeutlichen, wie befestigte Wege wenig naturfreundliche Aktivitäten anziehen. Schuhwanderer, Mountainbiker, Motorradfahrer .... die alle Müll und Zerstörung mit sich bringen! Dagegen die naturfreundlichen Barfußwanderer, die abgeschreckt werden.
Zur Tröstung: du musst nur ca. 30 Jahre warten, bis die Wege von selbst wieder begehbar werden, weil der Wald genug Naturmaterial auf und zwischen die Steinchen fallen lässt.
Unci

[Wut, Frust und Ohnmacht sind Gefühle, die mich zu Posting anregen. Hauptsächlich Wut]
Genauso geht es mir auch jedes Mal, wenn wieder einer meiner Lieblingswege frisch geschottert ist!
[nahezu alle Wege mit ganz scharfkantigen Art (Korngröße ab 10 mm) Schotter .... handelt sich um Naturschutzgebiet mit Feuchtgebieten ... ganze Heide soll renaturiert werden. Was ich nicht verstehen kann, sind befestigten Wege in diesem Gebiet]
In mir reift mehr und mehr der Gedanke, die Widernatürlichkeit dieses Schwachsinns systematisch anzuprangern. Da wir es nun bei uns geschafft haben, einen guten Kilometer naturbelassenen oder mit Naturmaterialien befestigten Barfußweg einzurichten, können wir auch die richtige Alternative aufzeigen!
[Jedenfalls schließe ich bei Begriff Renaturierung auch Waldwege mit ein]
Ja, der gute alte Feld-, Wald- uns Wiesenweg ist im Aussterben begriffen und müsste schleunigst unter Naturschutz gestellt werden.
[wieder schönes Gebiet zum Barfußlaufen verloren. Nicht nur ich, sondern alle, die gerne barfuß laufen. Ich denke da besonders an Kinder]
An die denkt doch niemand! Nur was Räder hat, ist interessant :-((
[Hauptweg ist von Gebirgsverein ausgezeichnet bzw. beschildert  ... Naturschutzbund scheint mitzuspielen]
Bei diesen Vereinen müsste man einmal ganz freundlich anfragen und um eine Erklärung für die Schotterorgien in freier Natur bitten! Und dann sollte man den Leuten ganz beiläufig sagen, dass Hunderttausende nach Dornstetten, Bad Sobernheim etc. pilgern, um mal zwei Kilometer auf Naturboden laufen zu können. Vielleicht wird den Leuten am grünen Tisch dann klar, dass sie völlig am Interesse der Erholungssuchenden vorbei planen!
Ich habe jedenfalls vor, in dieser Richtung aktiv zu werden, z.B. möchte ich Tourismusleuten aus der Umgebung unseren Barfußpfad vorstellen und zur Nachahmung empfehlen.
Vielleicht können wir auch unsere Kontakte über das Internet nutzen, um zu mehreren in die gleich Kerbe zu hauen? Aufzugeben kommt für mich jedenfalls nicht in Frage!
Serfuß, Lorenz

Danke für Deinen Beitrag. Ich habe soeben den Entschluss gefasst einen Ausführlichen Bericht mit Bildern (früher und heute) für meine HP zu erstellen. Durch Leserbriefe an die hiesigen Zeitungen werde ich dann darauf hinweisen. Den hiesigen Naturschutzbund werde ich auf alle Fälle um eine Erklärung bitten.
Warum müssen wir extra Barfußpfade aufbauen, wenn die Wege vor nur 60 Jahren alle barfußtauglich waren. Bei der Bildung der Grünen hatte ich aus Umweltschutzgründen damals schon mit denen sympathisiert, doch was ist aus denen geworden ?! - Nichts bewegt sich mehr.
Ich werde auch nicht aufgeben und meinem mittlerweile zum Prinzip gewordenen Einstellung treu bleiben: Schuhe soviel wie nötig - Barfuß soviel wie möglich.
Nochmals viele Grüße Klaus_sg

[ nahezu alle Wege mit ganz scharfkantigen Art (Korngröße ab 10 mm) Schotter .... handelt sich um Naturschutzgebiet mit Feuchtgebieten ... ganze Heide soll renaturiert werden. Was ich nicht verstehen kann, sind befestigten Wege in diesem Gebiet ]
Das macht man auch aus Umweltschutzgründen. Auf befestigten Wegen sinken die Holzabfuhrfahrzeuge bei Nässe nicht ein. Jeder, der schon mal die tiefen Fahrrillen auf unbefestigten Wegen gesehen hat, kann sich denken, was das für Erosion und Schäden an den darunter liegenden Wurzeln bedeutet.
Im Naturschutzgebiet, da gebe ich dir recht, ist das nicht notwendig. Dort will man vielleicht die wenigen, von allen begehbaren Wege deutlich kenntlich machen. Auch hier spielt der Gedanke an Bodenerosion vielleicht mit ein - auch Fußgänger tragen in gewissem Umfang dazu bei ...
Wenn du von Renaturierung schreibst, kann es sein, dass das Gebiet auch erst unter Naturschutz gestellt werden soll, und die für die geplanten Maßnahmen noch einzusetzenden Fahrzeuge nicht einsinken sollen.
Ich kann verstehen, dass es dir nicht gefällt, und du gerne über Waldboden gehen möchtest. Insbesondere im NSG ist es ja nicht erlaubt, vom Weg abzuweichen. Die Möglichkeit, den Konflikt zu lösen, wären extra Fußwege, die schmaler und ungeschottert sind. Das bedeutet natürlich mehr Wege ... Man muss auch berücksichtigen, dass dem "gewöhnlichen" Ausflügler matschfreie Wege auch bei nassem Wetter lieber sind, und das vielleicht die Attraktivität steigert - andererseits, muss das im NSG wirklich sein? [asc]

In vielen Punkten gebe ich Dir recht, was die Auswirkungen der Erosion angeht.
Doch zur Waldarbeit, sprich Holztransport sollte man wieder zu Rückepferden zurückkommen, die bekanntlich der Natur viel weniger bzw. überhaupt nicht schaden. Wem die Wege im Wald zu schmutzig sind soll gefälligst seine (beschuhten) Knochen daraus lassen.
Was mich besonders ärgert ist, dass das ganze Gebiet seit Jahren unter Naturschutz steht und dann so etwas einfach gemacht wird. Eine Kennzeichnung der Wege erfolgt genauso gut über das Anstauen der ehemaligen Entwässerungskanäle rechts und links des Weges.
Nichts für ungut
viele Grüße Klaus_sg

[Warum müssen wir extra Barfußpfade aufbauen, wenn Wege vor nur 60 Jahren alle barfußtauglich waren]
Hallo Klaus, leider geht von den Entscheidern niemand barfuß - und vermutlich kommt es ihnen auch nicht in den Sinn, dass andere es tun könnten.
Dass geschotterte Wege sowohl für beschuhte Wanderer wie motorisierte Landschaftspfleger gewisse praktische Vorteile haben können - z. B. in längeren Feuchtphasen - lässt sich schwer bestreiten, so gern wir es auch täten. Deshalb bietet in meinen Augen die Parallele
natürliche Landschaft <---- natürliches Bewegen
einen Ansatzpunkt zur Argumentation.
Und einen weiteren hast Du oben implizit angeführt : wenn anderswo Kommunen mit finanziellem und ideellem Aufwand daran gehen, barfußtaugliche Wege zu schaffen, die auch auf große Nachfrage treffen, ist es reichlich widersinnig, ohne Not das Gegenteil zu tun.
[Durch Leserbriefe an hiesigen Zeitungen werde ich darauf hinweisen. Den hiesigen Naturschutzbund werde ich auf um Erklärung bitten]
Vielleicht kannst Du ja, wenn Du einmal dabei bist, sogleich die Einrichtung eines Barfußpfades in der Ohligser Heide fordern / anregen ?
Herzliche Füße Georg
PS : Über Solinger Schotterorgien habe ich mich übrigens sowohl bei Schloss Burg, als auch bei Gräfrath schon erheblich geärgert ...

Das Problem gibt es nicht nur in der Ohligser Heide!
Praktisch überall in Deutschland werden immer mehr Wege geschottert!
Besonders übel ist mir dies z.B. im Westerwald aufgefallen, wo ich bis zum vorigen Jahr gewohnt hatte. Dort hatte man teilweise eine Schotterqualität, die schon eher Geröll war (Korngröße ca. 2- 3 cm, scharfkantig) und barfuß wohl nur von Fakiren passierbar.
Erklären kann ich mir das nur dadurch, dass Wald- und Feldwege nur nebenher als Fußwege vorgesehen sind. Hauptzweck ist doch die Befahrbarkeit durch Traktoren und LKW, da unsere Wälder mit Natur nicht mehr viel zu tun haben, sondern lediglich Holzplantagen sind, die von den Bürgern gnädigerweise als Naherholungsgebiete genutzt werden dürfen.
Dazu passt auch der Trend, immer mehr Barfußpfade einzurichten. Früher war das nicht nötig, da jeder Feld- oder Waldweg dazu geeignet war.
Detlev

Ich finde es auch schade, dass immer mehr Wege so verändert werden, dass sie zum Barfußgehen ungeeignet werden.
Aber wir sollten auf dem Boden der Wirklichkeit bleiben. Fast in jedem Bericht in diesem Forum über ein Barfußerlebnis findet man die Aussage, dass der Schreibende höchstens ein paar wenige andere Barfußgänger gesichtet hat.
Wir sind halt leider noch immer eine verschwindende Minderheit und wir sollten versuchen dort einzugreifen, wo unsere Interessen am ehesten vertreten werden können.
In der Schweiz wurde vor einigen Jahren ein Gesetz geschaffen, das dafür sorgt, dass Wege, die als Wanderwege gekennzeichnet sind, nicht mit einem Asphaltbelag versehen werden dürfen. Dieses Gesetz entstand auf Grund einer Volksinitiative der Vereinigung Schweizer Wanderwege.
Ich denke dass es solche Organisationen sind (Naturschutz, Landschaftsschutz) welche unsere Interessen am ehesten unterstützen.
Es sind wohl finanzielle Gründe, welche die Waldbesitzer dazu bewegen, die Wege so zu verändern. Dabei muss man auch mit berücksichtigen, dass die Holznutzung in vielen Fällen ein Verlustgeschäft ist (mindestens in der Schweiz ist dies der Fall) und dass daher extrem auf tiefe Kosten geachtet werden muss. Dann ist es auch so, dass in vielen Fällen die Wege, die wir benutzen, Privatgrund sind. Es ist der Toleranz der Besitzer zu verdanken, dass die Wege trotzdem begangen werden können.
Zur Zeit bin ich in den USA und habe die Erfahrung machen müssen, dass hier die Wandermöglichkeiten auf staatliche Parks beschränkt sind. An vielen Orten zahlt man ein paar Dollar für die Parken des Autos und oft auch noch pro Insasse. Vielfach sind die Wege dann auch geteert, dafür haben aber oft beidseits einen breiten Wiesenstreifen, der auch oft gemäht wird und der dann ideal ist zum barfußgehen.
Vielleicht sollten wir statt einfach auf Konfrontation zu gehen, versuchen eine Lösung zu finden, z.B. dass auch bei uns neben dem Weg mit festem Untergrund ein Streifen mit naturbelassenem Boden gemacht wird.
Und wenn die offiziell eingerichteten Barfuß-Pfade wirklich Anklang finden, so werden wir auch mehr Einfluss gewinnen.
PeterVonWald

Hallo Peter, ich gebe Dir völlig recht, mit dem was Du über Ursachen und Alternativen schreibst ! Das Problem wird leider dadurch noch verschärft, dass im Zeichen des Naturschutzes die Fußgängerströme gebündelt und die barfußfreundlichen Pfade (auch wegen der Mountainbiker) versperrt werden, damit sie zuwuchern.
Es wäre gewiss ganz falsch, eine böse Absicht Barfüßern gegenüber zu unterstellen - auf die Idee, dass es Menschen gibt, die barfuß in der Natur gehen (wollen) und die der Schotter behindert, kommen die Entscheidungsträger gar nicht. Eine ganz andere Frage ist, ob sie - falls sie die Idee hätten - sich gegen den Schotter entscheiden würden ...
[wenn offiziell eingerichteten Barfuß-Pfade Anklang finden, werden wir mehr Einfluss gewinnen]
Das wäre am ehesten der Fall, wenn unter den Vorzeichen von Gesundheit und Naturverbundenheit das Barfußwandern einen bemerkbaren Aufschwung erfahren würde!
Serfuß Georg

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