[Ein Barfußwandertipp für Berlin] [Unterwegs in Brandenburg]

Ein Barfußwandertipp für Berlin
(Forumbeitrag im Frühjahr 2003)

Ich will mich jetzt erst mal kurz vorstellen (hatte ich eh' bald mal vor und schaue schon länger in euer Forum (und verwandte Seiten) rein.
Ich wohne in Berlin (seit vielen Jahren) und laufe (wenn's mir warm genug erscheint und ich Laune habe (d.h. so April bis September) auch in der Stadt barfuß. Das ist hier, je nach Stadtteil schon nicht ohne, weil Glasscherben und ähnliches dem Berliner (leider) kein Fremdwort sind.
Ich gehe oft zur Entspannung an die Havel (ein Fluss am Grunewald). Normalerweise starte ich meinen Spaziergang zwar am Grunewaldturm, aber zum Barfußlaufen gerade für "Anfänger" eignet sich z.B. ein Start weiter südlich an der Lieper Bucht/Lindwerder besser (dann spart man sich den Weg vom Grunewaldturm zur Havel, der ist etwas steinig.)
Dort ist ein Parkplatz und eine Bushaltestelle. Man kann dann direkt von dort praktisch sofort anschließend über Sand bzw. Sand/Erdboden über mehrere Kilometer an der Havel entlang spazieren gehen (Richtung Norden) und an einem beliebigen Punkt umkehren, wenn man keine Lust mehr hat.
Der Weg führt entweder dicht am Wasser entlang oder in etwas Abstand davon parallel zum Ufer. Alternativ kann man auf dem Höhenweg parallel laufen und die gelegentliche Aussicht auf die Havel genießen.
Was ebenfalls für die "Anfängereignung" spricht ist, dass man dort als Barfußläufer im Sommer überhaupt nicht auffällt, weil der Sandboden ganz allgemein zum Barfußlaufen einlädt und auch viele Badestellen an der Strecke sind, so dass dort viele Laute barfuß laufen. (Ich finde ja ganz allgemein, dass wenn man selten barfuß läuft (und wenn dann nur im Schwimmbad oder am Strand, bzw. zu Hause) ein großes Problem beim Barfußlaufen daran besteht, dass man denkt alle schauen einen jetzt komisch an, etc. (diese mentale Hemmschwelle im Kopf). Wenn man aber eben gar nicht auffällt, weil da auch andere ohne Schuhe laufen, fällt es leichter diese Schwelle zu überwinden. Ergo ist dieser Weg sicher auch eine "Einsteigeralternative". (Müll war da letztes Jahr (gerade für Berliner Verhältnisse) sehr selten, d.h. die Verletzungsgefahr ist sehr gering.)
Gruß, Rudi (Bln)

fussohli.jpg (920 Byte) zurück zur Übersichtsseite des "Best of"
im Hobby? Barfuß! Forum
zum Kopf der vorliegenden Seite

Unterwegs in Brandenburg
(Forumberichte seit Sommer 2002)

Pfingsten waren wir von unserem Schwager nach Brandenburg eingeladen worden. Das Wetter zeigte sich, von einzelnen Schauern am Sonntag, von seiner besten Seite. Wir quartierten uns in einer Gastwirtschaft in einem kleinen Vorort von Frankfurt / Oder ein, direkt an einem kleinen See. Bei der Anmeldung fiel mir ein Schild mit folgender Aufschrift auf: Die Toiletten bitte nicht barfuß betreten. Die junge Frau an der Anmeldung hatte meinen überraschten Gesichtsausdruck bemerkt und meinte: Sonst dürfen Sie es überall wenn Sie möchten. Wie ich nachher erfuhr, war es früher einmal ein FDGB-Heim.
Ab Sonntag unternahmen wir dann einige Erkundungstouren entlang der Oder. Weite Gebiete sind unter Naturschutz gestellt. Die Wege sind alle naturbelassen und sandig. Sie laden sofort zum Barfußlaufen ein. Dies wird auch praktiziert, wie die Abdrücke im Sand bewiesen. Uns begegneten auf allen Touren mehrere Barfüßige, meist jedoch Mädchen und Frauen. Im Verhältnis zu hier waren es unheimlich viele. Viele davon auch in den Dörfern. Es war scheinbar eine Selbstverständlichkeit (ist es im Prinzip ja auch). Das schließe ich daraus, weil sie gar keine dabei hatten. 
Fazit: Trotz der zeitlich eingeschränkten Erkundungsmöglichkeiten möchte ich schon jetzt behaupten, dass Brandenburg für mich mit zu den Barfußparadiesen gehört. Im Herbst wollen wir wieder hin.
Klaus_sg

Kennt jemand zufällig im Raum Berlin/Brandenburg einen Barfuß-Wanderweg oder eine ähnliche ökologische Nische für Barfuß-Läufer?
Brita

Ich war erst einmal in der Gegend, das war im vergangenen Herbst. Mein Eindruck war, dass sich die meisten Wege aufgrund des sandigen Bodens hervorragend für das Barfußlaufen eignen.
Ich war in Dannenwalde am nördlichsten Ende von Brandenburg (mit der Bahn ab Berlin in 1 Std. zu erreichen) und bin mit einem Verein, der sich für die Einrichtung eines Barfußpfads interessiert hat, ein paar Kilometer barfuß auf dem E10 gewandert. Andere Wege scheinen ähnlich naturbelassen zu sein. Mit dabei war auch ein Wanderbuchautor, der den 66-Seen-Wanderweg rund um Berlin beschrieben hat und mir sagte, dass es da einige Etappen gebe, die ideal für das Barfußwandern seien. Es kann also nicht schwer sein, rund um Berlin geeignete Strecken für das "Leben auf freiem Fuß" zu finden!
Lorenz

Hallo Brita,
viele Wege (hauptsächlich die kleineren) in den Berliner Forsten, die großenteils auch gut mit öffentlichen Verkehsrmitteln zu erreichen sind, werden Dir Deinen Füßen ihre ökologische Nische lassen! In den Parks sind die viele Wege mit feinem Splitt belegt, was nicht so angenehm ist.
In Feld, Wald und Wiese des Umlandes wirst Du auch in vielen Gegenden fündig! Die Mark Brandenburg wird als "Streusandbüchse des Heiligen Römischen Reiches Deutscher Nation" verspottet, also wirst Du viele sandige Wege finden, oder die alten Feldstein-Pflasterwege, beides mit dem Fahrrad eine Qual, aber barfuß ein Genuß! Ein bißchen Entdeckertum (vielleicht mit Notschuhen im Gepäck) ist schon angesagt!
Zwei Tipps will ich hier noch geben: den Krämerwald in der Nordwestecke des Berliner Autobahnrings und - ein bißchen weiter entfernt in derselben Richtung - das Ruppiner Land.
Gerade habe ich über die polnische Grenze geschnuppert, in die ehemalige Neumark gleich hinter Frankfurt (rund 100km östlich), meine Füße haben dort erste, sehr angenehme Eindrücke von der Gegend gehabt.
Mit freundlichen Füßen,
hans

fussohli.jpg (920 Byte) zurück zur Übersichtsseite des "Best of"
im Hobby? Barfuß! Forum
zum Kopf der vorliegenden Seite