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Barfußfreundliche
Wanderwege ?
(Forumbeiträge seit Frühsommer 1999)
Setzt sich die Deutsche Wanderjugend auch
für naturbelassene wanderwege ein?
Leider werden viele wanderwege geschottert oder gar
asphaltiert und eignen sich dann am besten für mountain - bikes (und dann kommen wieder
beschwerden über die rücksichtslosen biker). Dass die meisten auf scharfkantigem
schotter oder asphalt nicht gern barfuß gehen, ist verständlich. Leider gibt es in
vielen der beliebteren wandergegenden keine zusammenhängenden "unwegsamen
naturwege", die das barfuß - wandern dank ihres waldbodens am vergnüglichsten machen.
unci
[Setzt sich die Deutsche Wanderjugend
auch für naturbelassene wanderwege ein?]
Das kann man so einfach nicht beantworten, da es "die" Wanderjugend nicht gibt,
sondern nur 55 ganz verschiedene Mittelgebirgsvereine, sowie einige Landesverbände und
einen Dachverband namens "Deutsche Wanderjugend". Generell ist für uns aber die
ökologische Komponente bei der Weggestaltung wichtig, das bedeutet, dass uns wenig an
"Wanderautobahnen" (ewig breite Wege, vielleicht noch befahrbar) liegt. Für
Kinder und Jugendliche ist eh ein relativ natürlicher Weg, der Abwechslung und eine
gewisse Herausforderung bietet, am interessantesten. Beste Grüße Kai
[Setzt sich Wanderjugend auch für
naturbelassene Wanderwege ein? ... für uns die ökologische Komponente bei der
Weggestaltung wichtig ... für Kinder und Jugendliche ist eh ein relativ natürlicher Weg,
der Abwechslung und eine gewisse Herausforderung bietet, am interessantesten.]
Ich habe wirklich den Eindruck, dass lange Zeit niemand den besonderen Reiz
naturbelassener Wanderwege bedacht hat. Jetzt sehe ich da viel Nachholbedarf -- nicht nur
im Sinne der Barfußbegeisterten. Wo immer möglich, sollte man dieses Anliegen
einbringen. Ich habe vor, mich bei der lokalen Agenda 21 einzuklinken und beim Thema
Naherholung ganz frech einen Barfußwanderweg vorzuschlagen. Serfuß, Lorenz
Hallo Lorenz und Kai! Ich meine, es wäre
bereits viel gewonnen, wenn neben (möglichst vielen) Wanderwegen ein schmaler
naturbelassener Streifen wäre, der im Rahmen der üblichen Pflegearbeiten mit gemäht
würde (wenn überhaupt erforderlich).
Oft sammelt sich am Rande von Kies- und Asphaltwegen ohnehin soviel Material an,
dass man
darauf prima wandern kann. Bei einer Neuanlage der Wegdecke ist dieser Natur-Streifen dann
auf Jahre hinaus verloren. Wenn - für Forstfahrzeuge - eine neue Schotterung erforderlich
wird, sollte sie dann auf einer Seite nicht ganz so breit ausfallen (es wird ja offenbar
immer eine Breitenreserve mit angelegt), und schon hätte man seinen Natur -
Streifen! Die
öffentlichen Kassen würden auch geschont, und damit steigt die Chance auf Verwirklichung
des Vorschlags. Viele Grüße MarkusII
Wesentlich höher im Kurs stünde
das Barfußlaufen sicherlich, wenn die Straßen und Wege fußfreundlichere Beläge hätten
-- dann wäre es für jedermann eine naheliegende und positive Erfahrung. Mit Kai als "Wanderprofi" könnten wir vielleicht die Idee
vertiefen, die Ausgestaltung von Wanderwegen durch Vereine, Gemeinden etc. dahingehend zu
beeinflussen!
Die Vision wäre ein fußfreundliches Wegenetz. Vielleicht könnte man mit
Verkehrsverbänden, Vereinen und Gemeinden vereinbaren, dass zusammenhängende Wegstrecken
naturbelassen bleiben oder mit Rindenmulch, Sand etc. befestigt werden. Klingt vielleicht
sehr nach Illusion, aber vielleicht können die schon vorhandenen Barfußparks
als Ausgangspunkte für eine Weiterentwicklung dieser Idee dienen.
Hoffen wir also auf zunehmendes Interesse am gefühlsechten Gehen! Herzliche Füße,
Lorenz
Guten Abend Lorenz, Du hast die interessante Anregung,
[die Ausgestaltung von Wanderwegen zu beeinflussen! Vision wäre fußfreundliches
Wegenetz. Vielleicht könnte man vereinbaren, dass Wegstrecken naturbelassen bleiben oder
mit Rindenmulch, Sand etc. befestigt werden.]
Das ist eine schöne Vision! Da ich
jemand bin, der gerne versucht, ein Fundament unter "Luftschlösser" zu legen
(also nicht die Luftschlösser auf oder gar unter die Erde zu bringen, sondern sie in
ihrer luftigen Höhe zu belassen!!!), würde ich nun mal einfach einige Fragen ins Forum
geben. Vielleicht gibt es ja StadtplanerInnen, ArchitektInnen oder LandschaftsplanerInnen,
die hier weiterhelfen können:
- Was für Ansätze (umgesetzt oder geplant) gibt es denn schon hinsichtlich einer
fußfreundlichen Wegegestaltung? - Wie sieht es mit der Haltbarkeit (und damit
Wirtschaftlichkeit) von fußfreundlichen Wegen aus?
- Wie werden solche Wege von der Mehrheit der Bevölkerung angenommen (falls es sie
irgendwo gibt)?
- Gibt es Verordnungen, die fußfreundlichen Wegen (wie von Lorenz skizziert)
entgegenstehen, z.B. Befahrbarkeit für Rettungsfahrzeuge, etc.
Es gibt ja mittlerweile auch schon sehr gute Modellprojekte unter dem Titel "Wohnen
ohne Auto", bei welchen die Blechkisten an den Rand der Wohnquartiere verbannt wurden
und die BewohnerInnen z.T. autofrei wohnen. Gibt es da vielleicht erste Ansätze für eine
fußfreundliche Weggestaltung?
Auch wenn es ketzerisch klingt: Es muss ja nicht gleich explizit als
"bar- "fußfreundlich ausgewiesen sein. Wenn wir uns daran gewöhnen, allgemein
wieder mehr zu Fuß zu gehen, kommt vielleicht auch bei dem einen oder anderen die Lust
zum Barfußlaufen von ganz alleine ...
Einige Fragen - aber bei so vielen LeserInnen des Forums ist doch sicher der/die eine
SpezialistIn für Wegebau dabei oder?
Gespannte Grüße Kai
P. S. Als Soziologe habe ich von Bauplanungen fachlich leider überhaupt keine Ahnung,
insofern können meine Fragen also für Profis auch etwas unsinnig erscheinen ... In
diesem Fall: Sorry!
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statt barfußfeindlichem Straßenbau
(Forumbeiträge im Frühling 2000)
[Wir bewegen uns mit einer "erschütternden"
Selbstverständlichkeit in der Zivilisation ständig auf Flächen und Böden,
die wir eigentlich nur für das RAD- für rollende Fahrzeuge- geschaffen und
optimiert haben- niemals für das menschliche Gehen! Toni]
Die alten Römer waren die ersten, die außerhalb der Städte ein Straßennetz
anlegten (für militärische Zwecke). Die römischen Armeen waren wohl auch die
ersten, die konsequent Sandalen trugen (vorher wurde das "Geschäft"
wohl barfuß erledigt).
Bis in das 19. Jahrhundert renaturierten diese Straßen dann mangels Bedarf.
"Naturwege" sind für das gehen besser geeignet und ausreichend,
Kutschen waren die Ausnahme.
Dann nahmen Radfahrzeuge immer mehr zu. Pflaster und bald darauf Asphalt wurden
Anfang des 20. Jahrhunderts verlegt, um als Fahrbahn zur Verfügung zu stehen.
Gleichzeitig entfiel die Fahrbahn als Lebensraum, Fußgänger standen nun den
Fahrzeugen im Wege und wurden auf den Gehweg verdrängt.
Die Wanderer befanden sich fortan auf Zivilisationsflucht und zogen sich ins
Gebirge zurück.
Niemand geht gern auf der Straße. Aber selbst die Waldwege werden aus
forstwirtschaftlichen Bedürfnissen mehr und mehr zu Fahrwegen ausgebaut, was
weitere Fluchtbewegungen auslöste.
Die schilderaufstellenden Organisationen wie Alpenverein und Schwarzwaldverein können
ein Lied davon singen.
Ich sehe es als eine unserer Aufgaben an, für naturbelassene Wege einzutreten.
Die Sensibilität dafür muss bei so manchen Wanderstiefelträgern erst noch
geschaffen werden. Unci
Nur was barfuß sehr angenehm ist nämlich weiche matschige Böden ist für Wanderstiefelträger sehr unangenehm - führt es doch zu einem erhöhten Säuberungsbedarf der Stiefel; also hier bereits gegensätzliche Interessen. Lothar
[was barfuß angenehm ist, nämlich weiche
matschige Böden, ist für Wanderstiefelträger unangenehm .... gegensätzliche
Interessen]
Es gibt auch Bodenbeläge, die weder bei Regen verschlammen noch steinhart sind.
Sand, Rindenmulch .... Nur ist deren Widerstandsfähigkeit gegen Fahrzeuge nicht
allzu hoch. Vielleicht muss ich doch mal eine Straßen- bzw. Wegebauvorlesung
belegen. Es sollte doch möglich sein, Gehkomfort und Haltbarkeit unter einen
Hut zu bringen. Unci
Weich ist OK, matschig ist zwischendurch mal
witzig, auf Dauer aber auch anstrengend (zumal man dann auch barfuß ziemlich
heftige Spuren im Boden hinterlässt).
Ich war bei meinem Ausflug am Wochenende jedenfalls recht froh als ich von dem
z. T. ziemlich matschigen Forstweg wieder auf was halbwegs befestigtes kam.
[Bodenbeläge, weder verschlammen noch steinhart. Sand, Rindenmulch ...
Widerstandsfähigkeit gegen Fahrzeuge nicht hoch ... Gehkomfort und
Haltbarkeit unter Hut bringen]
Wenn man das den Forstleuten schmackhaft machen will, muss es aber zusätzlich
auch noch billiger/ haltbarer als die Schotterorgien sein, die momentan meistens
auf den Hauptwegen veranstaltet werden. Es dürfte aber schon schwierig genug
werden etwas zu finden, dass gleichzeitig weich ist und sich dem Gewicht und der
Kraft eines Treckerreifens erfolgreich widersetzen kann ...
Wenn (wie momentan) etwas mehr Wasser als "vorgesehen" im Boden
rumschwappt, dürften die meisten Naturböden ziemlich empfindlich werden. mfG Rol
Lieber Unci, ich gebe Dir 100% recht. Aber kein
Holz- oder Güterwegebau, keine alpine Straßenbaufirma, kein einziger für
Wanderwegebau zuständiger Tourismusverein wird jemals auf die Wünsche unserer
leider immer noch verschwindenden Minderheit eingehen.
Mit Barfußgehern kann "und will" niemand Geld verdienen (höchstens
Kneipp - Kurorte, die eventuell eine kleine sensitive Barfuß - Route - durch
Moor, Rinde, Erde, Lehm, Sand, Rundkies, Wasser, Rundhölzer, Wiese,
Nadelwaldboden, usw... anlegen sollten).
Das Problem ist auch nicht Die Wanderung oder Der
Urlaub. Das eigentliche
Problem sind die Böden und Straßen des Alltags!
Und ganz genau dafür ist die Masai- Barfuß- Technik einfach ideal. Damit kann
ich mir das herrlich weiche Gefühl von Sand oder nasser Wiese einfach unter die
Sohlen schnallen und auf härtestem Beton fast schweben. Traumhaftes Gehen -
ehrlich (selber testen!) Euer Toni
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