Barfußurlaub in Italien
(Forumberichte seit Frühling 2001)

Ich werde nächstes Wochenende mit meiner Freundin nach Italien fahren (Zirka auf der Höhe von Venedig).
Stimmt es, dass es dort ungewöhnlich ist, barfuß unterwegs zu sein. Wir haben nämlich eigentlich nicht vor, viel mit Schuhen herumzulaufen ... Darf man dort barfuß in Kaufhäuser ohne halb hinausgeschmissen zu werden ? Ben

Ich hatte in Italien auch noch nirgendwo Probleme. Und wir gehen abends nicht unbedingt in die billigsten Touristenkneipen. Wir waren sogar mitten in Porto Fino, was ein ziemlicher Nobeltreff ist, im besten Restaurant.
Der Ober war zwar nicht erfreut, hat auch irgendwas genuschelt, aber bevor er seinen Satz zu Ende gesprochen hatte, habe ich mit bestimmten Worten "You have to deal with it!" erwidert und dann war´s gut. Wir hatten dort damals, glaube ich, noch nicht einmal einen Tisch reserviert und dann trotzdem einen gekriegt. Die hätten ja auch sagen können, dass alle Tische vergeben sind. Hängt total von der momentanen Konstellation ab.
Aber wenn man sonst halbwegs passable bekleidet ist, sind nackte Füße oft gar nicht so schlimm. Kurze Hosen würde ich in besseren Restaurants aber auf jeden Fall auslassen!
lg, Klaus (k.c.)

Ich gehöre nicht unbedingt zur Gruppe der Hardcore-Barfüßer - leider. Wie unsere italienischen Freunde kann auch ich beruflich nicht auf Schuhwerk verzichten. Und so sind meine Aktivitäten auf die spärliche Freizeit, vor allem aber den Urlaub beschränkt.
Als alter Italien-Fan bin ich etwa einmal im Jahr im sonnigen Süden (für meine Verhältnisse beginnt der schon in Bozen). Und selbstverständlich nutze ich diese Zeit zum Barfußlaufen.
Anfangs war ich ehrlich gesagt ziemlich verunsichert. Italiener habe ich immer gleichgesetzt mit Schuhfetischisten, die zu jeder Gelegenheit das modernste Schuhwerk tragen und niemals barfuß laufen. Dieser Eindruck hat sich im ganzen auch bestätigt. Doch bin ich während meiner Aufenthalte - von Südtirol bis Sizilien - niemals blöd angesprochen worden.
Das höchste der Gefühle waren interessierte Anfragen. Darunter natürlich auch besorgte, die wissen wollten, ob ich mich beim Barfußlaufen nicht verletze.
Aber ähnlich wie Tiziana ist es auch mir nie gelungen, vorbildhaft zu wirken. Normalerweise bin ich der einzige, der mit nackten Füßen zu sehen ist. Lediglich im Hochsommer finden sich immer wieder TouristInnen, die ebenfalls auf ihre Schuhe verzichten. Barfüßige Italiener sind mir noch nie begegnet. Dass es sie dennoch gibt, finde ich im höchsten Maße erfreulich.
So, das war's mal für den Anfang
Noch einen barfüßigen Herbst
Robert (Robbie)

So mir reicht's allmählich mit dem Wetter. Muss noch Ferientage vom letzten Jahr beziehen und hab mich kurzerhand entschlossen am nächsten Sonntag den Zug Richtung Süden zu nehmen. Falls es nicht grad schneit, mach ich das barfuß und möchte das auch bleiben für ein paar Tage.
Na, wer hat Lust, ist spontan und kommt einfach mit? Könnten z.B. Assisi und den hl Franziskus, DER Barfüßer um 1100 und Begründer der Franziskaner, besuchen. Hat eine schöne Jugi und ist in ein paar Std. per Zug erreichbar. Die mittelalterliche Stadt mit ihren alten Gebäuden und die Umgebung versprechen interessante Barfußeindrücke.
Bin 36, verheiratet, eigentlich für alles offen, auch für andere Vorschläge. Fotografiere und male gern. Also, wer kommt mit?
Füßliche Grüße aus Bern Marc

[Was mich interessieren würde ist, ob man in die Kirche in Assisi überhaupt barfuß reingelassen wird? Wenn man selbst da blöd angeguckt würde, wär's mal wieder typisch. Samuel]

Hallo Samuel das weiß ich auch nicht, hab aber ne Bibel dabei und werd mich auf Mose 2. Buch 3,5 berufen. Mal sehen, wird schon klappen.
Wenn ich allein gehe möcht' ich das Ganze so wie eine Art barfüßige Wallfahrt durchziehen, ob allerdings gelingt weiß ich noch nicht. Habe dazu auch versucht bei den italienischen Kollegen eine Mailanfrage ins Forum zu stellen, funktionierte aber nicht da ich keine Schreibberechtigung in ihrem Forum habe ...
Mich zieht's sonst auch mehr in den Norden. Dänemark, Schweden und mecklenburgische Seenplatte sind sonst unsere bevorzugten Reviere zum Barfüßern und Kanufahren ... z.Z. ist es aber einfach noch zu kalt um wirklich Spaß zu machen, aber im Sommer bestimmt 2 Wochen Schweden ...
Hallo allerseits wie bereits angetönt bin ich also in Assisi gelandet. Die Altstadt ist ein Traum zum barfuß gehen. Alte, vom Laufe der Zeit abgeschliffene Steinplatten, Kopfsteinpflaster und ziemlich wenig Asphalt. Die Leute hier kümmert's eigentlich gar nicht ob man Schuhe trägt oder nicht.
Außerhalb der Stadt ist's schon schwieriger, der Asphalt ist grob und die Fußgängerspur (Gehsteig fehlt meistens) ist meist mit recht groben Schotter bedeckt. Kein Wohlgenuss! Spaß macht's aber trotzdem und ich genieße den Vorsommer in vollen Zügen.
Einen anderen Barfüßer habe ich bis jetzt noch nicht gesehen, viele Mönche in Tevas(!) oder Sandalen aber die Italiener laufen z.T. noch rum als wäre Winter.
Fuß zum Gruß aus dem Internetcafe in Assisi Marc (CH)

LIPARIsche Inseln = ultimatives Barfuß Paradies
Wer nette, überwiegend junge Leute, lockere Umgebung mit entsprechend einfachen, aber guten Restaurants, super Meeresqualität (incl. Tauchen) und barfuß laufen pur = 24 Std. am Tag sucht, der sollte den nächsten Urlaub dort planen.
Das ganze gibt es nämlich garantiert bei meistens sehr beständig schönem Wetter sowie angenehmen Temperaturen und noch dazu zu einem außergewöhnlich gutem Preis-/Leistungsverhältnis.
Tagsüber ist fast jeder Zehnte ohne Schuhwerk unterwegs und abends ist man auch im Restaurant kein Einzelfall. Durch den geringen Niederschlag und die lockere Einstellung der Süditaliener, was die Reinigung der Straßen angeht, bekommt man aber wirklich dreckige/ schwarze Sohlen.
Hier ein paar Tipps:
Wenn Ihr wie ich ganz ohne Schuhe unterwegs seid, werdet Ihr die hartnäckigst schmutzigen Füße eurer Kariere bekommen, d.h. Ihr müsst unbedingt intensivere Reinigungsmittel wie Wasser und Seife benutzen/ mitnehmen. (Vielleicht findet man deshalb den Bimsstein auf den Liparischen Inseln!)
Meine Frau brachte bei dem Daueranblick nach einer Ewigkeit wieder einmal ihre Ablehnung zum Ausdruck.
Wenn Ihr abends "ohne" loszieht, ist reichlich Hornhaut von Nöten, da überall extrem viele Glasscherben und weggeworfene noch glimmende Zigarettenstummel herumliegen. Oft in den Fugen des typisch italienischen Steinbelags.
Da ich jedenfalls nicht ständig den Boden absuche, wenn ich unterwegs bin, kann ich für den abendlichen Streifzug nur empfehlen, dass Ihr unbedingt Scherben resistent sein solltet. Man kommt auch öfter mal durch dunkle Seitengassen, wo man überhaupt nichts sieht und es plötzlich nur knirscht. Wer nicht genügend abgehärtet ist, sollte daher abends Schuhe mitnehmen.
Vorsicht ist tagsüber auch vor dem kochend heißen Asphalt und vor Kot geboten!
Eine mehrstündige Scooter Inseltour ist ein Muss und macht ohne Helm und Schuhe richtig Laune.
Jedenfalls sind die Liparischen Inseln (nördlich von Sizilien) ein echter Geheimtipp und für etwas abgehärtete Barfüßer ein Paradies, wo man getrost selbst das Notschuhwerk zu Hause lassen kann.
Grüße
Steve

Klingt ja sehr herausfordernd, was sich dort dem Barfüßigen auf Lipari bietet.
Grundsätzlich frage ich mich eh, was so toll daran ist, mächtige Schmutzkrusten an den Füßen vorweisen zu können. Und wenn das Barfußgehen (nachts oder tags) zum kleinen Abenteuer wird, kann man doch praktischerweise entweder diese Bereiche oder Uhrzeit meiden oder man setzt sich doch mal ein paar künstliche Sohlen unter die Füße. Barfußlaufen soll doch Spaß machen. D. h. ich will nicht ständig Gefahren (Glas, Zigaretten) oder Unschönes an meinen Füßen sehen.
Na denn ...
Christian G.

Hallo Christian,
wenn du viele Jahre und überall, d.h. eben auch in Städten, barfuß läufst, ist das kein Wettbewerb. Auch sind die Folgen, nämlich schwarze Sohlen, einfach Tatsache und nach meiner Meinung auch besser als Schweißfüße in irgendwelchen Turnschuhen. Besonders im Sommer!
Viele Barfüßer haben gepflegtere und ästhetischere Füße wie manch Schuhträger.
Das Lipari Problem entstand eher wegen der besonders schwarzen und hartnäckigen Färbung, als dass es wegen dem einen mal ungewaschen unter die Bettdecke gewesen wäre.
Wenn du wirklich gerne barfuß läufst, hast du das Erleben auf Asphalt eben noch vor dir und ich verspreche: es wird dir nichts geschehen.
Im übrigen hat meiner Frau eher das Erlebnis einer zermatschten Nacktschnecke unter der Sohle das Barfuß Laufen verdorben und zwar auf unserer Wiese (also in der Natur), wie die eine oder andere schmutzige Sohle.
Steve

Vor etwa zwei Jahren habe ich auf Sizilien und den Liparischen Inseln Urlaub gemacht. Und wenn ich mit etwas nicht gerechnet hatte, dann mit barfüßigen Italienern. Die traf ich wiederum auf Stromboli, wo mir mehrere jüngere Männer auf der Straße gehend oder auf einem Motorroller sitzend barfuß begegneten. Das scheint in Italien aber wirklich die große Ausnahme zu sein.
Kurz nach meiner Rückkehr sprach ich hier in Deutschland mit einem italienischen Kaffeebar-Besitzer, der beim Stichwort Stromboli sofort erwähnte, dass die Leute dort mitunter barfuß gingen: sehr ungewöhnlich ...
Angenehmen Urlaub wünscht der Schorsch

Bei einem Ausflug nach Venedig genoss ich es, barfuß durch die schöne Altstadt zu wandern. Die alten Wegepflasterungen sind sehr angenehm barfuß zu laufen - offenbar hat man in früheren Jahrhunderten mehr an Barfüßer gedacht beim Pflastern von Wegen und Straßen.
Auf dem Markusplatz war trotz der vielen Tauben auch barfüßig gut zurechtzukommen (es hatte allerdings zuvor heftig geregnet - daher war's vielleicht sauberer als sonst).
Auffällig war für mich als Berliner das Fehlen von Glasscherben.
Nach sechs Stunden Stadtbesichtigung war meine Familie reichlich pflastermüde (was Wunder - sie trugen ja auch Schuhe), während ich mich sehr wohl fühlte und gern noch weiter gelaufen wäre - aber nur barfuß.
In der ganzen Zeit bin ich nur einem Pärchen begegnet, das auch barfuß unterwegs war. Sonst verzichteten die anderen Besucher und Venezianer auf das Erlebnis, die warmen und wohltuend geformten Pflaster zu spüren.
Schade eigentlich, dann es ist offenbar nicht nur angenehm, sondern bei weiteren Strecken auch hinreichend abwechslungsreich, so dass die Füße nicht so schnell ermüden wie in Sandalen oder Badelatschen (in letzteren würde ich mich nun schon wieder schämen, durch Venedig zu laufen :-)).
Barfüßige Grüße: Michael (AL)

Ich war im September 1998 barfuß in Venedig und habe keine negativen Reaktionen gehabt. Zwar bin ich nicht in einen Supermarkt gegangen.
Während meines Aufenthaltes (5 Tage) hab' ich etwa 10 andere Barfüßler gesehen, wahrscheinlich Touristen. Sogar innerhalb der San Marco Basilika schien das kein Problem zu sein.
Ich wünsche Dir eine schöne barfüßige Reise
Andy Walker

Gerade komme ich von einer 6-tägigen Italienreise zurück, die ich mir gegen Ende dieses wunderbaren, aber auch arbeitsreichen Sommers gegönnt habe. 6 Tage barfuß total - ohne Schuhe im Gepäck! Schön war's!
Vor der Abreise war ich eigentlich ziemlich aufgeregt. Es war gerade ziemlich kühl geworden. Sollte ich nicht doch ein paar Schuhe in meinen Rucksack packen? Oder zumindest Flipflops? Doch nein, in Neuseeland war ich doch auch konsequent barfuß unterwegs, auch als es kühler wurde, und es war angenehm. So kalt ist es jetzt doch gar nicht. Und in Italien wird es doch wärmer sein. Und außerdem kündigt der Wetterbericht schönen "Altweibersommer" an.
Unbeschreiblich das Gefühl, als ich dann mit nackten Sohlen zum Wiener Südbahnhof fahre. 10 Grad, der Straßenbelag fühlt sich kühl an, aber doch irgendwie gut. Den Wasserlacken weiche ich aus. Wie angenehm ist das Gefühl an den Stellen, wo schon die Morgensonne hinscheint. Es ist ein klarer Morgen nach dem gestrigen Regentag. Dann das Gefühl im Zug: Es gibt kein Zurück mehr: Barfuß ohne Wenn und Aber, 6 Tage lang, weil ich das so will!
Mein erstes Ziel ist Venedig. Was für eine schöne Stadt! Am schönsten ist es, ziellos durch die Stadt zu schlendern. Noch ein Kanal, noch eine enge Gasse, noch ein anderer Platz, wie gut fühlt sich dieses Pflaster unter meinen Füssen an, ab und zu eine Pause bei einem köstlichen Kaffee... Am Nachmittag ist es einfach herrlich warm.
Natürlich fühle ich mich allein unter Leuten, deren Sprache ich nicht verstehe, mitunter auch einsam. Sicher tragen meine nackten Füße auch noch dazu bei. Aber es ist dann da dieses Gefühl von Freiheit und von Selbstbestimmtheit. Noch intensiver barfuß, weil's jetzt einfach nichts mehr darüber nachzudenken gibt, ob nicht doch vielleicht Schuhe angebracht wären.
Ein besonderes Gefühl ist es, barfuß nach Assisi zu kommen, in die Stadt der heiligen Franziskus und Klara, denen Barfußsein auch so viel bedeutet hat. Feigenbäume und Olivenhaine vor der Stadt, es riecht so richtig nach Süden. Natürlich gehe ich auch barfuß in die Kirche von Assisi, besuche dort sogar eine Abendmesse. Niemand stören meine nackten Füße. Manchmal denke ich, die Italiener sind einfach nur froh, wenn die Touris aus dem Norden nicht in der Badehose in die Kirche kommen;-) Eine Wanderung auf einen Berg in der Nähe von Assisi führt mich auch über groben Schotter. Ich hab schon gelernt, mit so etwas umzugehen - Gewicht auf die Fußballen! - und eigentlich freue ich mich sogar ein wenig, die Nacktheit meiner Füße noch intensiver wahrzunehmen.
Der letzte Stop auf meiner Reise ist Florenz. Wieder laufe ich barfuß durch die Stadt, bewundere den Dom, sitze unter der Loggia. Herrlich! Leider ist die Zeit viel zu kurz...
Barfüßige Enttäuschungen gab es eigentlich nur zwei kleine: Ich hab (fast) keine anderen Barfüßigen gesehen. Und: Eigentlich hätte ich mir erwartet, dass meine nackten Füße der Ausgangspunkt für so manches Gespräch sein könnte. Doch es hat einfach niemand interessiert. Fast, als ob es ganz normal wäre. So soll's auch sein!
Harald

Hallo Harald,
es freut mich zu wissen, dass deine Reise nach Italien dich so begeistert hat, und dass du das hundertprozentige Barfußsein in meinem Land genossen hast! Dazu haben die Ziele, die du zitiert hast, bestimmt beigetragen; du hast außerdem die nach dem furchtbaren Erdbeben vom 1997 wieder aufgebaute Kirche von Assisi besuchen können.
Ich wette aber, dass du keine Insel in der venetianischen Lagune besucht hast! Und hast etwas Besonderes verpasst (und dem Massentourismus oft fast unbekannt)! Venedig ist meine Lieblingsstadt, ich kenne die Lagune wie meine Westentasche, weil ich dort Rudersport mache.
Ich hätte aber auch darauf wetten können, dass du in meinem Land vom Anfang bis Ende überhaupt keinerlei Probleme oder schlechte Reaktionen wegen deinen nackten Füßen bekommen hättest; außer mit den glühenden Böden des tiefsten Sommers! Du hast eben recht, wenn du sagst, dass es meisteins einfach niemand interessiert. Was bei den Italienern sicher nicht fehlt, ist Toleranz und offene Mentalität; außerdem sind nackte Füße hierzulande (auch geschichtlich) kein sonderbares Outfit. Nur das inhaltsleere Modenbewusstsein der blödsinnigen Konsumgesellschaft, die der zügellose, moderne Kapitalismus gezüchtet hat, hat die Menschen zum Geldschmeichler gemacht; wo Schuhe in dieser Hinsicht bloß eines der Mittel sind, um Geld und gesellschaftliche Position hervorzukehren. Trotzdem: Die Wege des Herrn sind zahlreich: Flip-Flops sind diesen Sommer [2003] in Italien große Mode geworden! Alle rannten wie Herdentiere, um sie zu kaufen! Doch damit schienen ganz nackte Füße einen minimalen Unterschied zu machen, zumal es nicht selten war, Leute zu sehen, die unterwegs ihre Flip-Flops auszogen. Meinetwegen war ich wie immer echt viel barfuß unterwegs und wie immer mit viel Vergnügen!
Leider geht der Sommer in meiner Gegend schnell zu Ende, aber ich habe ihn richtig genießen können.
einen "Ciao" an alle aus Norditalien,
Federico

[keine Insel in der venetianischen Lagune besucht]
Eine Insel in der Lagune hab ich doch besucht: Murano. Zwar nicht gerade die gänzlich untouristische Alternative, aber doch irgendwie nett-verträumt. Ich war nur so eine gute Stunde dort, mit dem Vaporetto direkt vom Markusplatz hinüber, und es hat mir gefallen. Und beim Herumschauen hab ich sogar noch eine junge barfüßige Glasverkäuferin getroffen. Von diesen verschwörerisch-netten Blicken unter Barfußmenschen hab ich eh schon an anderer Stelle berichtet. Zum plaudern hatte sie leider keine Zeit, weil gerade eine Touristengruppe ihr Geschäft stürmte.
[bei Italienern nicht fehlt, ist Toleranz und offene Mentalität; nackte Füße hierzulande (auch geschichtlich) kein sonderbares Outfit]
Tatsächlich, Offenheit und eine irgendwie entspannte Mentalität macht viele Italiener ganz einfach zu angenehmen Zeitgenossen, soweit ich das von meinen Kurzurlauben im Nachbarland her beurteilen kann. Gerade durch barfüßiges Reisen kann man das ganz gut spüren.
Ciao auch aus Österreich (wo man diesen wunderbar-lautmalerischen Gruß italienischen Ursprungs auch ganz gern verwendet - allerdings im Gegensatz zu Italien nur beim Abschiednehmen)
Harald

Meine endgültige Leidenschaft zum Barfuss gehen, habe ich diesen Sommer, als ich mit 2 Freunden auch in Italien unterwegs war entwickelt. Wir sind mit dem Auto quer durch Italien gefahren, zuerst dem Gardasee einen Besuch abgestattet, dann nach Venedig, quer durch Mittelitalien Serpentinenstrassen erst hoch, dann wieder runter, über Florenz (mein absoluter Favorit!) und nach Rom.
Irgendwann nach einer Woche ist mir aufgefallen, dass ich seit Deutschland noch nicht ein einziges Mal Schuhe an hatte und das hat mich dann angespornt, und daraus ist eine Passion geworden :). Richtig heftig ist es auf den dunkleren Asphalt - ich hab's zwar jedes Mal versucht auszuhalten (positive Affirmationen), aber musste dann doch meistens wie eine aufgescheuchte Henne zum nächsten Schatten hüpfen.
Das witzigste Erlebnis hatte ich auch bei irgendsoeiner Kirche: Es war die 2te die wir in Florenz (?) besuchten und bei der ersten wurde ich abgewiesen. Na ja ich bin halt durch den Eingang, das Wachpersonal im Blick und schon so halb darauf eingestellt aufgehalten zu werden. Und wirklich, einer der Wachposten kommt auf mich zu und ... ich muss wohl so enttäuscht geguckt haben .. dreht kurz vor mir ab und schnappt sich das Ehepaar hinter mir, die in ganz normalen Sommerklamotten rumliefen. Ich hab die Situation auch sofort gecheckt und musste über beide Ohren grinsen, hab mir kurz die langweilige Kirche angeschaut und war überglücklich über diese witzige Begebenheit :).
Insgesamt kann ich mich jetzt überhaupt nicht mehr an irgendwelche negativen Reaktionen bzw. übermäßige Blicke erinnern. Hier in Deutschland wird man schon ab und zu schon so behandelt als würde man ganz nackt durch die Gegend laufen - dafür bin ich natürlich auch gerne zu haben :).
Alles in allem kann ich auch nur gutes über Italien und die Menschen, die dort wohnen, erzählen, ein besseres Land zum Barfußlaufen gibt es wohl kaum.
Schöne Grüße
Benjamin

Hallo Benjamin, von einem deiner vorherigen Beiträge hab ich erfahren, dass wir gleichaltrig sind! Sehr schön, dass der italienische Sommer dir den Ton gegeben hat, um fast unbewusst deine Leidenschaft zu entwickeln und das ständige Barfußgehen auszukosten! Ich kenne (und neide dir) das schöne Gefühl des freien, sommerlichen (barfüßigen!) Umherstreifens mit Freunden, vor allem durch Italien – was ich diesen Sommer aus mehreren Gründen und Verpflichtungen nicht so oft tun konnte – ich vermisse die touristische Seite meines Landes! Dennoch bin ich ganz viel barfuß gelaufen, fast durchgehend, viel mehr als in den vorigen Jahren, mit viel viel Spaß und erstaunlich vielen Mitmenschen, die mich imitiert haben! Jetzt ist bei mir (außer zu Hause) die Saison vorbei: in der Kälte halte ich es einfach nicht aus.
[Es war die 2te [Kirche] die wir in Florenz(?) besuchten und bei der ersten wurde ich abgewiesen]
Ich bin zwar nicht katholisch aber ich weiß es ganz genau: Das hätten sie nicht machen dürfen. Es sei denn, du warst sonst nicht "anständig" angezogen (z.B. zu kurze Hose oder sowas), aber wenn "die Schande" sich nur auf die nackten Füße einschränkte, dann wäre es kein Grund gewesen, um dich nicht reinzulassen. Wenn ich da gewesen wäre, hätte ich mit der Waffe der Muttersprache deine Verteidigung übernommen!
[kann mich jetzt überhaupt nicht mehr an irgendwelche negativen Reaktionen bzw. übermäßige Blicke erinnern. Hier in Deutschland wird man schon ab und zu so behandelt, als würde man nackt durch die Gegend laufen]
Es freut mich, dass du die Barfuß-Freundlichkeit meines Landes noch ein Mal bestätigst; Jedoch hab ich von Italienern auch das Gegenteil gehört / gelesen, zum Beispiel im italienischen Forum zum Barfußlaufen: dass es im "Ausland" einfacher wäre, weil man weniger schief angeschaut wird als in Italien, dass die Mentalität offener ist usw. Liegt es dann nicht vielleicht daran, dass man sich außerhalb seiner gewohnten Stadtmauern freier fühlt, seine Veranlagungen auszudrücken, weil die Welt eine andere, nicht familiäre, von den Bindungen der eigenen Gesellschaft getrennte Dimension annimmt?
Ich bin auch auf Leute gestoßen, die in eine andere Stadt fahren, um dort unbeschwert barfuß zu laufen. Es kann doch nicht der Sinn sein, dass Verona barfußfreundlicher ist als Bozen, Ferrara eher als Florenz, München eher als Würzburg... Das heißt nur, dass jemand unter fremden Menschen weniger Angst hat, beurteilt zu werden. Ich finde es eine gute Aktion, in einen anderen Ort zu gehen, um sich mit dem Barfußgehen vertraut zu machen – das hab ich selber gemacht, vor allem in eurem ebenso schönen Deutschland!, wo ich studiere – aber man sollte eben die innere "Übung" anerkennen, anstatt sich über den äußeren Ort zu beklagen.
[kann auch nur gutes über Italien und die Menschen erzählen, besseres Land zum Barfußlaufen gibt es kaum]
RICHTIG! Das unterstreiche ich hundertprozentig!!! :-)
(na ja... obwohl ich nicht immer "nur Gutes" über meine Landsleute zu sagen habe! Über Berluskaiser hab ich zum Beispiel "immer nur Schlechtes" zu sagen)
CIAO! Federico

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