| [Gute Akzeptanz in der Tschechischen Republik] | [Wanderberichte aus Tschechien] |
Die Tschechische Republik zählt
sicherlich zu den Ländern, wo das Barfußgehen gut akzeptiert wird - auch wenn
es dort in den Städten sehr selten bis gar nicht vorkommt.
Als ich neulich in
Prag war, bekam ich selbst von den Museumswärtern nur neugierig-positive
Anmerkungen. Die Beschaffenheit und Sauberkeit der Straßen vermag dort ebenso
wenig zu begeistern wie in vielen anderen Großstädten, damit ist die
Innenstadt vielleicht nichts für totale Anfänger, aber die positive Haltung
der Bevölkerung ist wirklich angenehm. Wenn sich jemand aufregt, dann sind das
Touristen aus Deutschland ...
Die öffentlichen Verkehrsmittel sind dort auch
in einem sehr angenehmen Zustand, was auf geringere Zerstörungswut schließen
lässt. Die Rolltreppen zur Metro sind nicht nur lang, sondern auch schnell, was
besondere Vorsicht erfordert - aber auch
sie lassen sich gut meistern.
Unci
[ positive Haltung der Bevölkerung ... Wenn sich
jemand aufregt, dann Touristen aus Deutschland]
Das ist besonders lustig, wenn die einen nicht als Landsmann erkennen und
denken, dass man sie nicht versteht ;)
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Barfußwanderung Hrensko - Prebischtor
Am Samstag habe ich eine schöne 15 km Wanderung gemacht.
Ausgangspunkt ist Hrensko (Herrnskretschen) an der Elbe, knapp hinter der
deutsch-tschechischen Grenze. Vom Bahnhof Schöna aus ist der Ort, der zum
großen Teil aus Duty-Free-Shops (Alkohol!) und Ständen mit diversem Nippes
besteht, per Fähre zu erreichen (2,50 DM).
Die ersten zwei bis drei km verlaufen entlang der Straße. Dann zweigt der
Wanderweg (Wanderzeichen: roter Querbalken) nach links ab und geht bergauf im
Wald weiter. Der Weg ist hier etwas steinig, aber es gibt Ausweichmöglichkeiten
- etwas aufpassen und auf den Weg sehen, dann ist das keine große
Schwierigkeit.
Die erste große Sehenswürdigkeit ist das Prebischtor (Pravcická
Brána), die größte natürliche Steinbrücke Europas. Eintritt
45 CZK (ermäßigt 30 CZK), es gibt dort ein ehemaliges Hotel, heute
Selbstbedienungsrestaurant, mit der Möglichkeit, unter dem Felsentor zu sitzen
und etwas zu essen/trinken. Mehrere Aussichtspunkte geben einen Blick auf die
bewaldeten Hügel rundum.
Früher war es wohl möglich, auf das Prebischtor zu
gehen, aber die Brücke, die den Zugang ermöglichte, wurde inzwischen abgebaut.
Weiter geht der Weg im Wald, immer an der Grenze entlang. Leider ist der
Grenzübergang zur Sächsischen Schweiz hier nicht möglich.
Dann geht es bergab, wieder etwas steinig, zum Örtchen Mezní Louka
(Rainwiese). Von dort führt ein Weg, jetzt mit gelbem Querbalken als
Wanderzeichen, in den Wald abwärts in die Wilde Klamm (Divoká souteska). Eine
schmale Schlucht, angenehm feuchtkühl auch an heißen Tagen. Der Wanderweg
verläuft teilweise auf Stahlblechen und Holzbrettern an der Felswand entlang,
teils sogar im Tunnel.
Der Weg endet dann an einer Anlegestelle, von der es per Boot weitergeht -
mit einem Gondoliere, der allen möglichen Unsinn auf tschechisch und deutsch
erzählt und die Felsformationen erklärt. Weiter unten in der Schlucht, nun als
Tichá souteska (Edmundsklamm) bezeichnet, gibt es eine weitere solche
Bootsfahrt. Das kostet jeweils 45 CZK pro Person (Kinder 20 CZK), die Schluchten
sind auch online, wenn auch nur auf tschechisch.
Und am Ausgang der Schlucht liegt wieder Hrensko. Die gesamte Rundwanderung
ist ca. 15 km lang, gerade richtig für eine Tagestour, und (abgesehen von den
steinigen Steigungsabschnitten) problemlos barfuß zu bewältigen.
Preisgünstige Einkehrmöglichkeiten gibt es genug - insbesondere Hrensko ist
voll von Kneipen.
Die Reaktionen anderer Wanderer waren meistens überrascht, aber positiv
("Da tut jemand was für seine Füße"), nur am Ende, als sich bei mir
leichte Ermüdungserscheinungen zeigten, sagte jemand "Da unten gibts
Schuhe im Angebot, 20 Mark das Paar".
Das Publikum ist größtenteils
deutsch.
Unci
Hallo BarfüßerInnen,
in Tschechien, genauer gesagt in Nordböhmen, gibt es einige großartige
Formationen aus Sandsteinfelsen.
Ich hatte letzte Woche das Vergnügen, auf
einer Delegationsfahrt der Deutschen Wanderjugend zur Tschechischen Wanderjugend
(ATOM) die Sandsteinfelsen von Prachov begehen zu dürfen.
Nachdem die ersten
Meter auf geschottertem Parkplatz verliefen, eröffnete sich mir nach der
Besucherschranke ein wahres Barfußparadies:
- Weiche fußschmeichelnde Sandsteinfelsen, fest aber nicht "stein"hart,
abgerundet und griffig;
- Abwechslungsreiche Waldwege mit angenehm benadelten Wegen;
- Sandige Wanderwege zwischen den Felsen
Als Barfußwanderer war ich dort ein absoluter Exot. Meine Gruppe kannte mich
schon, wunderte sich also nicht über die bloßen Füße. Die tschechischen
Gastgeber schauten amüsiert, fotografierten mich und waren neugierig, wie ich
das Terrain wohl meistern würde.
Die anderen Besucher der Sandsteinfelsen
schauten ziemlich ungläubig, wie mir eine Begleiterin erzählte, die sich einen
Spaß daraus machte, die Reaktionen einzufangen. Manche blieben einfach mit
offenem Mund am Weg stehen und bekamen den Kopf gar nicht mehr hoch, andere
fingen 10 Meter hinter mir zu tuscheln an. Gesagt hat aber niemand etwas - weder
auf deutsch, noch auf tschechisch.
Für mich war es bisher die schönste Barfußwanderung. Auch wenn wir aus
Zeitgründen nicht die große 2-Stunden-Runde machen konnten.
Selten habe ich
barfußlaufen so genossen, wie auf diesem fußschmeichelnden Untergrund. Im
Gegensatz zu den ganzen Turnschuh-, Stöckelschuh- (kein Witz) und
Wanderschuhträgern, habe ich die Felsen wohl auch nur minimal beschädigt (wenn
überhaupt) und hatte optimalen Halt auf dem Boden.
Die Ernüchterung kommt dann erst wieder auf dem klassisch grobgeschotterten
Parkplatz :-(.
Wer also einmal die Tschechische Republik (ein absolut empfehlenswertes
Urlaubsziel, für Touristen aus Deutschland auch wegen der niedrig bewerteten
Krone auch sehr preiswert) besucht, sollte unbedingt einen Abstecher in dieses
Gebiet, nördlich von Prag machen. Auch für Nicht-Barfüßer sehr lohnenswert.
Wen's mehr interessiert: Link führt zu meiner HP mit dem
Bericht und Bildern (etwas Geduld beim Laden).
Barfüßige Grüße, zur Zeit auch aus dem Büro und beim Radeln,
Kai W.
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