[Süd - Afrika - ein Barfuß Paradies?]

[Silvia und Mig barfuß in Namibia]

Süd - Afrika - ein Barfuß Paradies?
(Forumbeiträge im Januar 2003)

Süd - Afrika - das Land steht für Schönheit, Sonne, Natur, Tiere, Kultur und Abenteuer. Aber ist es auch ein Barfuß Paradies?
Nach drei Wochen fast ohne Schuhe – in der Wildnis muss man zumindest wegen Schlangen und Skorpionen, Sandalen tragen – ziehe ich folgende Bilanz:
Wegen des herrlichen Wetters - dort ist zur Zeit Sommer - herrschen grundsätzlich ideale Bedingungen. Aber, bei Temperaturen zwischen 30° und 45° verbrennt man sich schnell gehörig die Sohlen. Freunden und Kindern von mir, bei dem Versuch es mir gleichzutun, ist es so ergangen und es gab reichlich Brandblasen. Bei abgehärteten Sohlen ist es aber kein Problem!
Ich wurde fast überall mehr als Exot „bestaunt“ als in Europa, da dort 1. nur Kinder mit nackten Sohlen und 2. barfuß laufen, aufgrund des sehr unterschiedlichen Sozialgefälles, noch ein Armut Symbol darstellt.
Ich kenne kein Land, wo man uns mit so vielen Barfuß –Verbotszeichen, oder sonstigen Hinweisschildern unser Hobby zu vermiesen versucht. Von der Rolltreppe, bis zum Restaurant/Hotel Eingang, aber auch vor Geschäften und sonstigen öffentlichen Plätze wird man von Verkehrzeichen ähnlichen „no barefoot“ Zeichen gewarnt.
Erstaunlicherweise wurde ich aber, trotz meines ständigen Ignorierens, nicht ein einziges Mal erzieherisch angesprochen.
Lächelnde Blick, besonders von den schwarzen Einheimischen, waren zwar an der Tagesordnung, hatten aber nichts Abfälliges an sich. Schwarze Sohlen - die Einkaufszentren sind klinisch rein und viel sauberer als bei uns - bekommt man mehr nach dem Besuch von, zum Beispiel lokalen Kunstmärkten, oder in den vielen dort üblichen Parkhäusern. Auch hier also - no problem -
Die Natur, hier ist definitiv viel Erfahrung und noch mehr Hornhaut von Nöten.
Heißer Staub, Dornen und schafkantige Steine, sowie Ungeziefer bis hin zu giftigen Schlangen und Skorpionen, machen das barfuß laufen wirklich zum Abenteuer. Um es vorweg zu nehmen - auch das habe ich ohne Blessuren überstanden, ist aber bestimmt nicht jedermanns Sache.
Nach drei Wochen Stadt/Natur jedenfalls sind eure Füße dann aufs äußerste strapaziert und sind für ein Ureinwohner Fotoalbum geeignet. Mein Prädikat = sehr wertvoll, aber nur für Fortgeschrittene mit viel Selbstbewusstsein.
Noch nie ist mir der Unterschied zu anderen Gelegenheits- Barfüßern so extrem aufgefallen, da besonders die Hitze bei Einigen wirkliche Brandverletzungen hervorgerufen hat, wo für mich ein Laufen noch problemlos möglich war.
Da das Preis/Leistungs- Verhältnis ideal ist, kann ich nur raten:
Fahrt hin und ihr kennt anschließend eueren Barfuß Level nur zu gut!
Barfüssige Grüße
SteveCH


Du urteilst aber hart über die Welt in einem Land. Ich bin sehr häufig in ZA, habe dort auch schon fast 2 Jahre am Stück gelebt.
Es gibt kein besseres Land für den Barfuß-Kult. 320 Tage Sonne im Jahr - das ist doch was. Ach ja, warum die Schwarzen so geguckt haben, ist doch wohl klar oder...barfuß galt in Zeiten der Apartheit als Armuts- und Unterwürfigkeitszeichen.
Ich bin immer barfuß unterwegs gewesen, hebe vielleicht nur stundenweise Trekking-Sandalen getragen und das ist kein Thema. In Malls, an Rolltreppen oder ähnlichen Einrichtungen ist barfuß aufgrund der Verletzungsgefahren (gemäß südafrikanischer) Unfallverhütungsvorschriften nicht gestattet und das ist eben ausgeschildert. Das heißt aber im Umkehrschluß, dass barfuß überall anderswo erlaubt und toleriert ist, im Supermarkt kein Thema, im Restaurant, in den Fastfood-Ketten, im Spielkasino. Ich selbst war in Kapstadt im Casino, im Smoking barfuß - auch kein Thema.
Ich weiß also nicht wo du warst, aber ich habe in all den Jahren in Südafrika nie Probleme gehabt. Selbst in den Nationalparks auf Tierbeobachtung immer barfuß. Nur einmal im Sommer (hier Jan.) war ich mit dem Auto in Swaziland unterwegs und wollte am Grenzposten austeigen, barfuß versteht sich. Es waren aber leider 45° C im Schatten und der Asphalt war so weich, dass die jetzt einen Fußabdruck von mir haben und ich hätte mir fast eine Verbrennung zugezogen. Da ich aber schnell genug wieder im Auto und dann in meinen Sandalen war, gibt es jetzt am Grenzübergang einen Mini-Walk-of-Fame.
Also bis dahin barfüßige Grüße, auch nach ZA
Dankie, tot siens
Markus Barfuß

Auch ich habe über ein Jahr in Süd – Afrika gelebt und bin ebenfalls seit dem regelmäßig dort. Wir sind ja auch meinungstechnisch gar nicht weit voneinander entfernt.
Es ist jedenfalls Fakt, dass zumindest in den Städten kein nicht Jugendlicher in der Öffentlichkeit barfuß läuft. Auch wenn das in Europa eher selten passiert, so begegnet einem dort schon hin und wieder mal ein Schwarzfüßiger. Zumindest in Johannesburg ist das noch nie vorgekommen!
Den Grund, warum die „Locals“ süffisant hinschauen, habe ich gleichsam beschrieben. Das es aufgrund des vielen schönen Wetters kaum ein besseres Land gibt sehe ich ebenfalls so, wenngleich es in JB im Winter ganz schön kalt wird. Das Thema Hitzeproblem bestätigst Du ebenfalls und wenn du als Profi schon bei 45° zurückschreckst, was ist dann mit Ungeübten? Die kleine Warnung von mir sich hier vorzusehen ist sicherlich angebracht.
Auch in der Natur sollte man mit Respekt an das barfuß laufen rangehen. Also keine Rede von „streng“, lediglich die Einschätzung was das Stadtleben angeht unterscheidet unsere Meinung und da bleibe ich dabei, dass man in S.A., zumindest wenn man im Alter fortgeschritten ist, mehr auffällt und damit auch mehr Selbstbewusstsein benötigt als anderswo.
Grüße
SteveCH

Ich war schon öfter in Südafrika und Namibia, bin dort viel barfuß gelaufen und habe ganz unterschiedliche Leute barfuß gesehen - vielen davon sah man an, daß sie wohl fast nie Schuhe anhaben, und damit meine ich nicht nur die ausnahmslos barfüßigen Dorfbewohner in den Hügeln von Natal.
Sondern auch Schulkinder, die bei 11 Grad problemlos barfuß in Namibia auf der Straße spielen. Hippie-mäßige Oberschüler in Windhoek, dem auch 35 Grad auf dem heißen Asphalt nichts ausmachten. Immer wieder elegant gekleidete junge Männer und Frauen in den Einkaufsstraßen von Kapstadt, zum Teil mit sehr schwarzen Füßen, und auch durchaus abends beim Essen im Restaurant. Einmal sogar einen Mann im Business-Look, barfuß inmitten seiner Kollegen bei der Mittagspause im Straßencafe in Sandton/Johannesburg. Stimmt - das waren alles Weiße. Aber es gab auch zwei schwarze Südafrikaner der Mittelklasse, in Shorts und ohne Schuhe im Zentrum von Durban beim sonntäglichen Einkauf.
In anderen Ländern Afrikas habe ich das nie erlebt, mit Ausnahme von Weißen in Simbabwe, die auch barfuß auf dem Flughafen waren.
Als ich mal in Nairobi barfuß in ein großes Einkaufszentrum ging, wurde ich gleich von Angestellten angesprochen - nicht, um es mir zu verbieten, sondern um sich zu wundern und zu meinen, das sähe doch bescheuert aus.
Barfuß geht man in Afrika eben nur "auf dem Dorf" - so charakterisierte das mir gegenüber mal ein afrikanischer Freund in Berlin, als ich barfuß aufkreuzte.
Fußfranz

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Silvia und Mig barfuß in Namibia
(Forumbeiträge im Sommer 1999)

Hi, alle zusammen! Also, nun endlich der versprochene Reisebericht über Namibia - auch wenn es nicht ganz leicht ist, bei diesem schönen Wetter am Rechner zu sitzen.
Von Mitte Mai bis Mitte Juni sind Miguela, mein Freund und ich für fünf super Urlaubswochen nach Namibia geflogen. Wie schon einmal geschrieben, ist dort ja Herbst/ Winter (wenn man das mit unseren Vorstellungen so überhaupt nennen darf) und die Malariazeit war auch vorbei.
Also haben wir uns mit Miguela und der Freude auf 20 - 28°C und blauen Himmel am Flughafen Fuhlsbüttel (Hamburg) verabredet. Und wie wir alle Mig kennen kam sie nicht nur 40 Minuten später ("Was wollt ihr - ist doch noch früh genug.") sondern auch barfuß und ohne Schuhe im Gepäck.
Nach einigen kleineren Bemerkungen hierzu seitens der Zollbeamten und Stewardessen konnte der Urlaub beginnen. Da ich nach dem Übernachtflug ohnehin dicke Füße bekommen hatte, zog ich am nächsten Morgen meine Sandalen gar nicht erst an und blieb so während der Zwischenlandung in Johannesburg (SA) und bei der Einreise in Windhoek. Ab hier haben wir nun auch keine Bemerkungen bzgl. unserer freien Fußbekleidung mehr bekommen. Mein Freund war zu dieser Zeit aber noch in keiner Weise dazu zu bewegen, sich seiner Halbschuhe zu entledigen.
Am Flughafen haben wir dann unseren geländegängigen Mietwagen ( TOYOTA: im folgenden nur noch TOYO genannt ) in Empfang genommen und sind los gefahren. Erst mal raus aus der Stadt mit ihrem irritierenden Linksverkehr und der ständigen Frage: "In welcher Spur muss ich mich denn nun einordnen?"
Dann kam eine kleine Ernüchterung. Als wir unser erstes Lunch mit den Besorgungen aus dem Supermarkt etwas außerhalb von Windhoek genießen wollten, war an Barfußlaufen nicht zu denken. Grade um Windhoek und etwa 800 km südlich davon wachsen so viele Morgensterne und andere Pflanzen, deren ausgestreute Samen Dornen besitzen, dass nach einigen Schritten auch Mig zum Wagen zurück tapste und wir erst mal Dornen (ganz klein, unheimlich mies und selbst eine gute Hornhaut nützt überhaupt nichts) ziehen mussten. Den weiteren Tag haben wir dann noch viele km zurückgelegt und uns gegen 17.00 ein Hotel gesucht. Abends nach Sonnenuntergang wurde es dann schnell richtig kalt und wir fielen erst mal in unsere Betten und tiefen Schlaf (besonders nach der letzten Flugnacht mit sehr wenig Ruhe).
Hier mache ich jetzt einen großen Zeitsprung. Um den Inhalt für dieses Forum interessanter zu halten. Nachdem wir mit TOYO schon ziemlich südlich waren, änderte sich die Pflanzenwelt wieder sehr stark und nun endlich durften wir Damen uns von meinen Schuhen/ Sandalen (Mig musste ich zwischenzeitlich ein Paar leihen) trennen. Und als wir in den Dünen von Soussuvlei herumwandern wollten, lies auch mein Schatz endlich seine Treter im Wagen.
Wichtig wurde Schuhwerk erst nach Einbruch der Dunkelheit, weil dann doch kleine Skorpione einen Treffen können (wenn auch selten). Zu dieser Zeit waren wir aber meist ohnehin in irgendeiner Unterkunft und abends müde wie die Bären. ...

Auf dem Weg weiter Richtung Norden hielten wir u.a. zum Tanken an einer kleineren Tankstelle an. Während wir vom Tankwart (in Namibia wird das Auto in der Regel betankt) zur Veranda auf einen Kaffee wechselten, kam grade einer dieser Laster, mit denen ganze Jugendgruppen durchs Land rauschen und abends einen auf Fete machen. In diesem Fall kamen wir mit Andreas und Laura ins Gespräch. Die beiden studieren Kunst (oder etwas in der Richtung) in München, sind seit zwei Jahren zusammen und ähnlich wie Mig fast ständig barfuß unterwegs. - Es ist schon toll wie sehr man barfuß auffällt und gleichzeitig dadurch neue Bekannte trifft. Ihr LKW ist dann recht bald weiter, aber ich bin gespannt ob wir mal wieder etwas von ihnen hören. Wir haben jedenfalls alle Adressen getauscht.
Einige Tage später kamen wir mit unserem TOYOTA dann im Etoscha - Park an. Nun war striktes im Auto bleiben angesagt. Aber die fünf Tage hier haben sich mit jeder Stunde gelohnt. Wir haben uns an die verschiedensten Wasserlöcher gestellt und einfach gewartet. Dadurch haben wir derart viele Tiere gesehen, ihr Verhalten untereinander beobachtet und Fotos gemacht, dass ich alleine deswegen jeden von Euch dort hin schicken möchte. Diese langen Zebra - Karawanen, die kleinen Impalas (ca. 40 cm große Antilopen), Giraffengruppen und und und sind einfach in Ihrer Gesamtheit kaum zu beschreiben. - Seht es Euch irgendwann einmal an.
Mit dieser Aufforderung möchte ich meinen Reisebericht schließen und wünsche Euch noch viel Spaß, sofern Ihr im Gegensatz zu mir noch Urlaub habt. Gruß Eure Silvia

Hallo Silvia, eigentlich hatte ich es ja aufgegeben, von "richtig Afrika" zu träumen - nach zwei fast völlig beschuhten Tunesien - Wochen dachte ich, weniger heiß und vor allem weniger steinig(!) wird es im Süden auch nicht sein... Meine Füße sind zwar ("diesseits von Afrika") an allerlei Asphalt gewöhnt, aber vor "knackigen" Kerbtieren, zuweilen mit Stachel am Schwanzende, und scharfkantigem Geröll haben sie Respekt. Ich kann nur Mig bewundern, die Schuhe gleich ganz zu Hause zu lassen... Irgendwie kribbelt es mich doch, mal nach Namibia zu fliegen (alter Jugendtraum). Sag mal, wie kam denn Euer fehlendes Schuhwerk bei den Menschen dort an? Laufen denn überhaupt noch Einheimische barfuß?
Oft wird diese Freiheit ja dem Statusgedanken geopfert (wie auch bei uns).
Herzliche Grüße aus Braunschweig Lars

Also, mit Ausnahme des Geschäftszentrums in Windhoek sieht man sowohl Einheimische barfußlaufen in Namibia als auch Touries. Gleiches gilt auch durchgehend für das Thema "Bemerkungen" - es kommen praktisch keine.
Aber Du hast recht, dass man bezüglich der kleinen Skorpione aufpassen sollte - besonders nach Einbruch der Dunkelheit. Und, wenn Du eine Reise planst, dann fahre unbedingt in der gleichen Zeit wie wir (Mitte Mai bis Ende Juni ist es am besten). Erstens ist es nicht zu heiß (u.a. für die Solen) und die Malariazeit ist in der Regel auch vorbei. Gruß Silvia

Tjaja... irgendwie bewundere ich Mig ja für ihre konsequente Barfüßigkeit; trotzdem weiß ich, warum ich doch immer ein Paar Treter im Rucksack habe... Schnaxel

Tolle Sache, so ne Namibia-Reise, gell? War selbst von Anfang Dezember bis Anfang Januar dort. Ich hatte dasselbe Erlebnis so wegen Dornen und so, nur weil bei meinem Abflug ja Winter war, hatte ich (notgedrungen oder zum Glück) ja ein Paar Schuhe dabei.
Was ich aber noch nie erlebt habe (und ich reise recht viel in der Welt rum – möglichst dorthin, wo ich keine Schuhe brauche), ist dass jemand wie Deine Freundin Mig ohne ein einziges paar Schuhe auf Reisen geht – das ist wirklich stark. Hoffe bald mehr von Dir und Mig zu lesen Chris

[noch nie erlebt habe, ist dass jemand ohne Schuhe auf Reisen geht - wirklich stark]
Das habe ich aber auch schon öfters gemacht. Ich schleppe mich nicht gerne ab, daher verzichte ich auf alles, was ich wahrscheinlich nie brauchen werde. Unci

Tja, ich habe so jemanden wie Mig bis vor etwa einem Jahr ja auch noch nicht gekannt. Ich muss aber wirklich feststellen, dass ich in der Freizeit seither (vor allem, wenn wir etwas zusammen unternehmen) noch mehr barfuß unterwegs bin. Und in Namibia war das natürlich sowieso super weil warm, sandig und wenig Scherben (selbst in Windhoek).
Gruß SILVIA

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