Neuseeland
- ein Barfußparadies
(Forumbericht im Winter 2000 / 2001)
Hi! Endlich ist's so weit! Ich kann mir wieder einmal den Luxus leisten, für
3 Wochen Kälte, Nebel und Winter hinter mir zu lassen und ein wenig Sonne und
Wärme genießen. Ich flieg nämlich am 6.2. nach Neuseeland! Ich freu mich
schon voll drauf. Und nach allem, was ich bisher über dieses Land gehört habe,
habe ich eher vor, wirkliche Fußspuren als Schuhspuren in diesem Land zu
hinterlassen. ...
Manchmal bin ich schon noch voll und ganz überrascht von der modernen
Technik. Da kann ich also von der Jugendherberge in Rotorua in Neuseeland kurz
Mails an meine Freunde schicken, natürlich in "unser" Forum schauen
und mich auch noch zu Wort melden.
Also, mir geht's echt gut hier
"herunten". Meinen Füßen auch. Die dürfen so richtig ihre Freiheit genießen und den Sommer
natürlich. Ich bin mit echt lieben Freunden unterwegs,
die zwar nicht so viel barfuß laufen wie ich, es aber toll finden und es schon
immer wieder auch tun.
Mit den Schuhen habe ich es diesmal so gemacht: Ins
Flugzeug mit ziemlich kaputten Sportschuhen, ohne Socken (so etwas habe ich
gleich gar nicht mitgenommen...)
Die Schuhe habe ich nach der Ankunft in
Auckland in den Rucksack gepackt, weil ich sie zu einer geplanten längeren
Wanderung in den Abel Tasman Nationalpark mitnehmen möchte. Sicher ist sicher.
Danach sollen sie aber im Müll landen.
Außerdem habe ich noch meine
Notfalls-Flipflops. Die habe ich an den ersten Tagen schon dann und wann
angezogen, v.a. in der Mittagshitze auf grobem Asphalt. Heute blieben sie aber
auch in der Jugendherberge, trotz oder gerade wegen Regen. Ob ich mich von ihnen
auch ganz trennen werde, weiß ich noch nicht. Und wie ich das bei der Heimreise
in die Kälte machen werde, auch noch nicht.
Echt toll in diesem Land ist, dass
ich hier einmal nicht der einzige ohne Schuhe bin.
Ganz liebe Grüße!
Euer Harald (2)
Neuseeland (3 Wochen im Barfußparadies)
Hallo Ihr Lieben! Ich bin wieder zurück aus Neuseeland! Und ich verrate es Euch gleich: Ich hab nicht nur einen
schönen Urlaub verbracht, sondern ein echtes Barfußparadies entdeckt!
Ich hab
ja auch von Neuseeland aus einmal ins Forum geschaut und mich auch zu Wort
gemeldet. Damals hab ich auch von ein bisschen Anfangsschwierigkeiten mit heißem,
rauen Asphalt berichtet. Deshalb hab ich in den ersten zwei, drei
Tagen noch ab und zu meine Flipflops angezogen. Na ja, meine Sohlen waren halt
nach den überwiegend mit Schuhen verbrachten Wintermonaten einfach nichts mehr
gewöhnt.
Diese Probleme haben sich dann bald gegeben und den Rest der Zeit war
ich dann echt 100% barfuß unterwegs. Ehrlich gesagt, bin ich jetzt schon ein
bisschen stolz auf mich bzw. meine Füße. Und jedenfalls total glücklich, dass
ich einmal so einen richtigen Barfußurlaub durchgezogen habe. Die Flipflops
blieben dann gut verstaut im Rucksack, meine alten Sportschuhe habe ich zu einer
längeren Nationalpark-Wanderung mitgenommen, aber dann doch nicht angezogen.
Anschließend landeten sie ganz brutal im Müll (waren eh schon ziemlich
kaputt...)
Neuseeland macht einem das Barfußlaufen echt ganz einfach. Es ist
nicht so, dass die meisten Leute barfuß unterwegs wären. Aber ein paar sind es
dann doch immer. Und zwar echt bei allen Gelegenheiten, auch in der Stadt, beim
Einkaufen, in der Arbeit, am Weg zur Schule, ... Die anderen tragen zu einem
hohen Prozentsatz Sandalen, Badeschlapfen oder Flipflops. Und viele Leute ziehen
die Schuhe einfach aus, wenn sie das Gefühl haben, sie jetzt nicht zu brauchen,
z.B. im Café oder im Bus. Auf der Fähre zwischen den beiden Inseln war echt
1/3 der Leute barfuß!
Aufgrund dieser Eigenschaft der "Kiwis", wie
sich die Neuseeländer nach einem nur dort vorkommenden flügellosen Vogel
nennen, bekommt man echt keinerlei kritischen Blicke oder Kommentare zu nackten
Füssen. Nicht einmal, wenn man zu Bürobeginn durch die ziemlich "trendy"
wirkende Downtown von Auckland geht, um seinen Bus zu erreichen. Ich sag's Euch,
das war echt das angenehmste an dieser Reise.
Das Witzige war, dass ich
unbewusst immer wieder doch mit "dem Blick" gerechnet habe, und dann
ganz happy war, als ich z.B. barfuß in der Bank freundlicher behandelt wurde
als mit Schuhen in Wien...
Die Barfußleidenschaft in NZ (=New Zealand)
erstreckt sich faszinierenderweise auf alle Gesellschaftsgruppen. Zwar sind
Kinder ganz besonders häufig barfuß und so ab ca. 30 werden die Barfüßer
doch seltener, aber ich habe auch 60-jährige Frauen barfuß einkaufen gesehen.
Auch Maori und Pakeha (=die Nachkommen europäischer Einwanderer, die heute die
Bevölkerungsmehrheit bilden), sind unter den Barfüßern in gleichen Ausmaß
vertreten. (Das Verhältnis zwischen diesen beiden Bevölkerungsgruppen ist
übrigens ein faszinierendes. Gerade ein Land wie Österreich könnte von der
gelebten Toleranz viel lernen. Aber das gehört nicht hier her.)
Natürlich
lassen sich auch die Touristen, v.a. die jüngeren "Backpacker", ganz
gerne von der Barfußleidenschaft anstecken. Es war echt schön, nicht allein zu
sein mit meinen nackten Füssen.
Für mich war es ein tolles Erlebnis, fast 3
Wochen lang ausschließlich barfuß zu sein. Wenn man nämlich konsequent keine
Schuhe anzieht, auch dann nicht, wenn es gerade nicht so ganz bequem ist,
gewöhnt man sich erstaunlich schnell an gröberen Untergrund. Am Schluss bin
ich dann auch ohne Probleme auf Schotterstraßen gegangen, was bei mir oft der
wunde Punkt ist und mir viel mehr Probleme macht als Asphalt.
Viel überlegt
habe ich, wie ich ohne Schuhe den Rückweg in die Kälte schaffen soll. Ich hab
mir dann doch ein Paar Leinenschuhe von einem Freund ausgeborgt, die mir aber
ein bisschen zu klein waren. Hat aber nichts gemacht. Im Flugzeug sind sie
sowieso nur unbenutzt herumgestanden, getragen habe ich sie beim Zwischenstop in
Sydney während wir die recht strenge australische Einreisekontrolle passiert
haben (ca. 1/4 Stunde lang...).
Wir waren dann ein paar Stunden in Sydney und
dann ging es weiter über Singapur nach Frankfurt. Dort habe ich mir dann die
geliehenen Schuhe und geliehene Socken angezogen, eher weil ich keine
verwunderten Blicke wollte als wegen der Kälte. In größeren Flughäfen ist es
offenbar auf der ganzen Welt ziemlich gleich warm, in Singapur dank Klimaanlage
und in Frankfurt dank Heizung.
In den Flieger nach Wien bin ich dann auch mit
Schuhen. Zwischen den Geschäftsreisenden habe ich mich dann doch in einer
anderen Welt gefühlt als zwischen "Backpackern" in NZ.
Tja, jetzt bin
ich also wieder zurück. Mit ganz tollen Erinnerungen (die schönste davon:
Wale beobachten!) und einem ganz komischen Gefühl, wenn ich Schuhe anziehe. Es
ist einfach unangenehm, es stimmt einfach was nicht. Die ganze Zeit bin ich am
überlegen: Soll ich's doch auch hier und jetzt barfuß versuchen, ab und zu
zumindest? Eigentlich ist es ja eh gar nicht kalt draußen. Wenn nur "die
Blicke" nicht wären ... Aber, mein Gott, warum soll ich mich um das
kümmern? Na ja, ich weiß nicht... Wie lange dauert es noch bis zum Frühling?
Euer Harald
P. S. Ich mag meine Füße
so richtig! Klingt ein bisschen blöd, ist aber genau das, was ich jetzt nach
diesen 3 Wochen fühle.
Hallo Harald, echt toll, man könnte sofort ins
Flugzeug sitzen und ins Kiwiland fliegen, vor allem wenn man hier aus dem
Fenster schaut und das alles andere als frühlingshafte Wetter sieht.
Bist du auf einem der berühmten Treckingpfade gewandert? (Z. B. Milfort -
Track)
Sind dir dort andere barfüßige Wanderer begegnet oder beschränkten sich die
Barfüßler auf Städte/ Strände?
Gruß, Bernd A
Neuseeland - sehr barfußfreundlich!
Wir waren in Neuseeland. Mit unseren drei wahnsinnig oft barfüßigen Kindern.
Dort laufen unheimlich viele Leute barfuß. Egal ob im Supermarkt, auf der Straße
im Regen sogar in der Notaufnahme des Krankenhauses habe ich Leute gesehen. Alle
Altersgruppen.
Ich fand es einfach nur toll! Meine Kinder natürlich auch, denn endlich fallen
sie mal nicht aus der Rolle :-))
Herzliche Grüße von Gabi
Einen englischsprachigen Neuseelandbericht von Dani kann man hier nachlesen.
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