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Barfuß
an Nord- und Ostsee
(Forumbeiträge seit Frühling 2001)
Hallo,
hat schon mal jemand von Euch Travemünde unsicher gemacht? Ich bin dort
nächste Woche auf Fortbildungskurs.
Inzwischen habe ich mir klar gemacht, dass es Kleiderordnungen in der
Gesellschaft eben gibt und man sich einfach vorher überlegen soll, ob man sie
akzeptieren will oder nicht. Also frage ich vorher. Die Dame vom Seminaranbieter
meinte, es gehe ungezwungen zu, aber mit Badelatschen müsste ich ja nicht
unbedingt kommen. Alles klar, sagte ich, ich komme ohne. Da hörte man die
Kinnlade fallen -- sie hätte das für einen Scherz gehalten, ob ich barfuß
teilnehmen dürfte, müsse ich mit den anderen abstimmen. Gut, werde ich.
Der Kurs findet in einem gehobenen Hotel statt ("Wahrzeichen des
Ortes"). Ich habe angerufen und gesagt, ich sollte aus gesundheitlichen
Gründen möglichst viel barfuß kaufen, ob das ein Problem sein könne. Diesmal
war ich der Überraschte: "Für uns nicht!" wurde mir gesagt.
Auf der Seite steht als
letzter Satz noch was Interessantes:
"Von Franz Kafka wissen wir, dass er 1914 zum Entsetzen einiger
Badegäste mit entblößten Füßen am Travemünder Strand spazieren ging."
Also, Sonntag mit dem Zügle um 6:40 geht die Reise los und wird mit
Nordsee-Verlängerung zwei Wochen dauern. Und ich bin gespannt, wie's läuft.
Gruß, Kai (VS)
Hier in Lübeck und Umgebung habe ich die Erfahrung gemacht,
dass man
überall barfuß auftreten kann. Die Leute hier sind von der Mentalität her so
eingestellt, dass sie sich lieber ihren Teil denken, als den Mund aufzumachen.
Es kann also durchaus sein, dass Du unbehelligt barfuß laufen kannst, aber von
den Leuten für verrückt (oder schlimmeres) gehalten wirst.
Ich wohne in Lübeck und bin hier nur barfuß unterwegs (außer im Beruf) und
noch nie drauf angesprochen worden. Allerdings wird manchmal getuschelt und von
Bekannten, die dieses Getuschel mitbekommen haben, weiß ich, das man im
Geisteszustand abgewertet wird (ein Spinner).
So sind sie, die Holsteiner -
durch zugezogene Gardinen die Straße schärfstens beobachten, aber nie etwas
sagen.
Gruß, AlexXS
Hallo, ich bin wieder zurück von meinem Seminar in Travemünde und einer Woche
Wangerooge.
Wie's war? Aus Barfüßlersicht super.
Am Sonntagmorgen recht früh bin ich mit Kind & (tolerantem) Kollegen in
Villingen ins Zügle gestiegen, die Notschuhe im Koffer unten drin. Rausgeholt
habe ich sie erst zwei Wochen später wieder.
Die Bahnfahrt war kein Problem,
keine Blicke, keine Bemerkungen. In Travemünde tobte noch die Travemünder
Woche, durch deren Stände wir zum Hotel Maritim mit seinen 35 Stockwerken und
Neureichen-Appartements unser Gepäck schleppten.
Im Hotel beim Check-in war ich
mir zunächst unsicher, was wohl geschähe, aber ich hatte ja vorher angerufen
und mir sagen lassen, sie hätten kein Problem mit Barfüßlern. Am Abend um
19:00 Begrüßungstreffen, anschließend Abendessen. Kein Problem, auch nicht
bei den Seminarteilnehmern.
Montag Morgen, Frühstück: Enormes Buffet, ein paar ältere Herrschaften,
aber ich falle nicht auf. So ging's dann tatsächlich die ganze Woche. Auch die
Referenten, Arbeitsrichter, reagierten nicht.
Kleines Highlight: Zum Kaffee in
den 35. Stock "über den Wolken". Das Café war voller Leute im
fortgeschrittenen Alter, ohne die anfängliche Zusage der Rezeption hätte ich
mich wohl nicht reingetraut.
Auch der Besuch in Lübeck, Stadtführung, Travefahrt zurück, ging
wunderbar.
Insgesamt kann ich das Hotel nur loben: Extrem freundliches Personal und
extrem barfuß-freundlich dazu, leider bissle teuer, wenn man's selbst bezahlen
muss.
Am Freitag fuhr ich mit meinem Kleinen mit der Bahn zunächst nach Jever,
weil es für die Fähre nicht mehr reichte, und am nächsten Tag nach
Wangerooge. Auch alles kein Problem.
Ähnlich wie Aquajeans von Vlieland berichtete, sind Barfüßler dort normal. Das heißt, aus unserer Sicht doch
noch unterrepräsentiert, aber man fällt nicht auf. Ich habe ein wenig gezählt
und bin auf der Insel etwas weiter vom Strand auf 5 % Barfüßler gekommen, was
sich bis zur Uferpromenade auf 20 % erhöhte. Aber am Strand und bei
Wattwanderungen gibt's da doch tatsächlich auch welche mit Gummistiefeln, man
sollte es nicht glauben.
Allerdings sind sie wenigstens nicht vorgeschrieben:
"Wer unempfindliche Füße hat, kann auch barfuß laufen" steht auf
der Ankündigung. Haben die Ostfriesen den Holländern doch wenigstens einmal
was voraus ;-).
Andererseits habe ich mich sehr über die dortige Kurverwaltung geärgert:
Die ziehen doch tatsächlich einen Zaun um den Fährenanleger (auf dem
Festland!), drücken Dir eine Chipkarte in die Hand und lassen Dich erst wieder
weg, wenn der Kurbeitrag bezahlt ist. Dafür werben sie mit den vielen
Vorteilen, die Dir die Karte bringt, u.a. 1 (!) Glas Meerwasser bekommt man
damit umsonst. Aber ich will nicht weiter ausholen und mich wieder aufregen, das
ist eine andere Geschichte.
Gruß aus VS, Kai
Wie ihr dem Betreff entnehmen könnt, waren wir an der Nordsee in Cuxhaven
(Elbmündung). Auf dem Weg dorthin haben wir noch eine Einweihungsparty eines
Freundes in der Nähe von Fulda mitgenommen. Die war als Grillfete angelegt und
begann schon um 17 Uhr, also kein besonderes Styling erforderlich. Dass ich der
einzige echte Barfüßige blieb, war mir zwar vorher auch schon klar, allerdings
gab es kaum Kommentare oder Fragen, und wenn dann eher positiver Art. Auch mal
was positives von meiner alten Heimat.
Cuxhaven lebt vom Nordsee- und Watttourismus und daher sind Barfüßige dort
keine Besonderheit - am Strand! Das alte Phänomen: Der Sand beginnt - die Leute
ziehen die Schuhe aus, der Sand hört auf: Schuhe an.
Um's kurz zu machen würde
ich den Barfüßeranteil (bei übrigens phänomenal heißem Wetter in der ersten
Juliwoche!) wie folgt charakterisieren:
Strand: 95%
Deich, Kurtaxenbereich: 50%
Strandpromenade: 30%
1 km weg vom Strand: 1% (eher noch zu hoch angesiedelt)
Cuxhaven-City: 0%
Beim Bummeln durch die City in Cuxhaven (nicht in den Kurteilen drumherum)
war ich also wieder alleine und wurde auch vereinzelt angestarrt. Immerhin waren
aber sehr viele barfuß in Sandalen unterwegs, wenngleich Socken in Sandalen
immer noch beliebter ist ...
Übrigens: Barfuß hatte ich keinerlei Probleme in Restaurants etc.
Ausgerechnet für den ersten Regentag hatten wir dann eine geführte
Wattwanderung zur Insel Neuwerk (ca. 10 km von der Küste) gebucht:
Phänomen 1: Alle sind trotz Temperaturen um 16 °C barfuß gelaufen (na ja,
bis auf wenige Ausnahmen)
Phänomen 2: Die gleiche Leute, die mich als geübten Barfüßer auf der
Straße wohl wegen vermeintlicher Scherben ansprechen würden, sind ohne jede
Angst vor Muscheln durch trübe Priele gelatscht. Priele sind Wasserläufe im
Watt, die zwar nicht tief sein müssen, aber wegen starker Strömungen und Sand
nicht einsichtbar sind und Muscheln, die normal im Watt stecken, freilegen
können. Und diese Biester können scharf wie Glasscherben sein! Der Wattführer
sagte daher, wir sollen mit den "Füßen sehen"; könnte glatt von uns
sein :-)
Vor den Muscheln hatte ich jedenfalls genauso viel Respekt, wie vor
großen (!) Glasscherben. Kleine Scherben sind wie Muschelbrösel - die tun nix.
Phänomen 3: Die Fußwaschanlage auf der Insel Neuwerk!!!!!! Ein Mahnmal des
Herdentriebs!!! Die Leute laufen 10 km und mehr barfuß durchs Watt, dann gute
200m auf gepflastertem Weg um Schlange in der Fußwaschanlage zu stehen! - Mei,
seids ihr bled! -
Ich konnte mir das ganze in Ruhe sehr amüsiert ansehen, weil
auch meine Freundin dem Herdentrieb folgen musste ... Ab der Fußwaschanlage war
ich wieder der einzige ohne Schuhe (der Weg ging so weiter, wie vor der
Waschanlage). Fehlte nur noch, dass mich jemand gefragt hätte, ob es denn nicht
zu kalt wäre ... Aber die gleichen Leute, die an dem Tag bei Regen und 16 °C so
vergnüglich drei Stunden barfuß durchs Watt gewandert sind, werden uns bald
auf dem Land, in München, Hannover oder Berlin wieder fragen, ob es denn nicht
zu kalt zum Barfußlaufen sei. Dann werden wir 20 °C und Sonnenschein haben ...
Ach ja, die Insel Neuwerk ist auf für Ungeübte ein barfüßiges Eldorado,
aber das hat außer mir ja kaum einer mitbekommen. Kaum einer deswegen, weil mir
auf der Schlange vor dem Schiff, das die Massen bei Flut wieder nach Cuxhaven
bringt, doch in der Tat noch drei andere Barfüßige (2 x m, 1 x w) aufgefallen
sind. Das Schiff hat übrigens 500 Plätze und es war voll.
Noch zwei Bemerkungen: Beim Barfußradeln bin ich ziemlich stark aufgefallen,
scheint trotz Strandnähe unüblich zu sein und der Wernerwald hinter Sahlenburg
besteht fast ausschließlich aus Sandwegen, die noch besser als Watt sind (keine
Muscheln!). Herrlich!
Natürlich kam hier niemand auf die Idee, barfuß zu
laufen. Ob's an der fehlenden Fußwaschanlage liegt? ;-)
Serfuß, Jörg (Hanna)
Ich bin als Kind auf Baltrum überall barfuß rumgerannt, das war unter
Erwachsenen damals (80er) aber auch schon so ähnlich wie von dir beschrieben.
Obwohl ich dann gute 10 Jahre gar nicht mehr barfuß war, kann ich mich heute
noch gut an verschiedene Barfußgefühle von damals erinnern (z.B. die roten
Backsteinwege)
[Fehlte nur noch, dass mich jemand gefragt hätte, ob es denn nicht zu kalt
wäre]
Ging mir neulich auch so, als ich zum ersten Mal barfuß in den Chor gegangen
bin fragten mich einige von den Jungen Männerstimmen (16 und ultracool von der
Sorte "starker Mann") "ob es nicht zu kalt sei, so auf dem
Steinboden". Ich lachte erst einmal herzlich und habe sie dann
zurückgefragt "zu kalt im Sommer?" Auf meinen nachgeschobenen
Kommentar "Weicheier!" hat sich keiner mehr was zu sagen getraut.
Jetzt habe ich allerdings etwas Gewissensbisse, weil ich vielleicht eher zum
eigenen Barfußlaufen anregen sollte, statt mich über ihr Unwissen lustig zu
machen ...
Viele Füße, Samuel
Als
begeisterter Nordseefan zieht es mich besonders immer wieder raus ins Watt. Und Wattwandern, dass heißt für mich ganz klar barfuß, denn nur so wird es zum
Erlebnis. Meistens bin ich zwischen Juni und August an der Küste, in den
letzten Jahren fast immer in Schleswig-Holstein.
Jetzt habe ich aber die Gelegenheit, in diesem Jahr im Februar nach
Norddeutschland zu reisen. Ich möchte in die Region Butjadingen fahren und würde
gerne herausfinden, ob vielleicht einige von euch diese Region ein wenig besser
kennen in Bezug auf die Möglichkeiten des Wattwanderns. Ganz besonders liebe
ich das Schlickwatt, in dem die Barfüße so richtig schön einsinken können.
Vielleicht finden sich ja auch potentielle Mitwanderer aus der Region, die den
eher kühleren Temperaturen im Februar trotzen würden.
Stefan Seelbach
Die
Region Butjadingen kenne ich relativ gut, da ich vor 13 Jahren dort 3 Jahre
hintereinander Urlaub gemacht habe. Von den Orten Eckwarderhörner - Tossens ist
ein Wattwandern sehr gut möglich. Ich habe dort einige Wanderungen unter Führung
und auch auf eigene Faust unternommen. Ein Vorteil ist es, das man nie die Küste
aus den Augen verliert. Gefährlich, wenn man die nötigen Kenntnisse nicht hat,
ist es genau wie überall im Watt. Landschaftlich könnte aber
Schleswig-Holstein besser sein, da man von Budjadingen leider auch auf den Hafen
von Wilhelmshaven blickt und dazu noch direkt auf die Öllöschköpfe.
Das Watt ist unterschiedlicher Beschaffenheit. Mal harter Sand und in der Nähe
von Prielen kann man durchaus bis zu den Knien im Schlick versinken. Auf jeden
Fall macht es ungeheuren Spaß, allerdings wäre es für mich um diese Zeit und
bei den Nordseetemperaturen fraglich auch nur 100m da hineinzulaufen. Die beste
Strecke geht von Eckwarderhörne Richtung Tossener Leuchtturm. Das sieht vom
Strand zwar aus, als wären es nur ein paar Meter, sind aber ca. 8 km und zurück
die gleiche Strecke. Von Tossens aus ist es kürzer aber riskanter. Ich bin da
mal vor einem noch nicht abgelaufenen Priel ganz schön ins Schleudern gekommen.
Ich habe es übrigens immer so gehalten - ca. 60-90 Min. vor Erreichen des
Niedrigwassers losgehen und vor Einsetzen des Hochwassers wieder auf dem Rückweg
sein. Der Tidenhub beträgt 2,50m und das Wasser kommt relativ langsam aber wer
etwas davon versteht, der sollte wissen das die Priele zuerst voll laufen.
Viel Vergnügen
UlliDO
Ich habe neulich versprochen, noch von meinem
Kurzlaub in der Osterwoche auf Borkum zu berichten.
Meine
Frau, unser jüngster Sohn und ich haben dort einen Freund besucht, der seinen
Arbeitsplatz im Ruhrgebiet für 2004 mit einem auf der Nordeeinsel vertauscht
hat.
Am Osterdienstag war es noch so kalt, dass ich außerhalb des Autos auf Schuhe
lieber nicht verzichten mochte - eine Erkältung wollte ich sicherheitshalber
nicht riskieren. Das Stadtzentrum von Zwolle, wo wir unsere Fahrt gen Eemshaven,
den holländischen Fährhafen, unterbrochen haben, war dem Anschein nach bestens
barfußtauglich. Von Eemshaven, der Fähre und dem Borkumer Hafen sowie der
Kleinbahn zum Inselbahnhof weiß ich es definitiv von der Rückreise her.
Am Mittwoch kam gegen 11 die Sonne hervor, der Nebel löste sich auf und die
Temperaturen begannen zu steigen. Einige barfüßige Stunden zum Fahrradfahren
über die Insel und einen kleinen Spaziergang ins sogen. "Ostland",
ein Naturschutzgebiet "am anderen Ende" der Insel, waren drin, ehe am
späten Nachmittag die Temperaturen rapide fielen und warme Kleidung einschl.
Schuhen mir ratsam schien.
Zum Glück kam die Sonne am Donnerstag gleich früh heraus - das bedeutete
barfuß von Anfang an. Das "Ostland" mit seinen Naturwegen hatte es
mir angetan, mit meinem Sohn und unserem Freund bin ich noch einmal dahin
geradelt. Während Sohnemann auf einen Wink von mir hin die Schule gleich in den
Rucksack steckte, konnte unser Freund sich dazu zunächst nicht durchringen.
Nach rd. zwei km Fußweg erreichten wir den Strand, auf dem man weit am Wasser
entlang laufen kann, jetzt barfuß zu dritt. Und wenn die Schuhe erst mal aus
sind und die anderen ihre nicht wieder anziehen, kann man's ja mal probieren -
also blieben auf dem letzten Teil des Rundwegs durch die Dünen auch des
Freundes Schuhe im Rucksack.
Zurück im Ort, der nahe des "Hauptstrandes" der Insel gelegen ist,
konnte man jetzt auch erste Barfüßige beobachten, offenbar Leute, die vom
Strand kommend kurz Besorgungen machten.
Für den Freitag hatten wir uns noch eine geführte Wattwanderung vorgenommen.
Das Wetter war noch einmal besser geworden, die Sonne schien und zur
Wattwanderung hatten sich rd. 40 Personen eingefunden, mehr als die Hälfte
Kinder. Wir bildeten erneut die barfüßigen Vorreiter - doch fast alle Kinder
(außer zweien) und nahezu alle Erwachsenen "genossen" das Watt in
Gummistiefeln - das Flehen der Kinder, die Stiefel doch ausziehen zu dürfen,
wurde nicht erhört. Sie taten mir richtig leid ...
Danach ging's für uns nach Hause; in der Universitätsstadt Groningen - nahe
dem Fährhafen - war ich schon wieder der einzige, der barfuß unterwegs war
(und ganz gelegentlich auffiel).
Fazit: Borkum ist schön, das "Ostland" abseits der Haupt -
Touristenströme ein schönes Revier zum Barfußwandern - und bei entsprechendem
Wetter ist man barfuß auch im Stadtzentrum in zahlreicher Gesellschaft. Beste
Bedingungen also - nix wie hin!
Georg
Fehmarn – Entdeckung eines Barfußparadieses
Unseren diesjährigen Urlaub haben wir auf der Ostsee-Insel Fehmarn verbracht.
Die Anreise mit dem Auto über die A1 war an dem betreffenden Wochenende leider
sehr beschwerlich. Einige Staus, hervorgerufen durch Unfälle, galt es zu
umfahren, um dann bei strahlendem Sonnenschein unseren anvisierten Campingplatz
zu erreichen.
Dieser Platz befindet sich in der Nähe von dem Dorf Altenteil und liegt direkt
am Belt. Zum Strand waren es etwa 100m. Aus diesem Grund und weil von dort aus
die Fährlinie und die Schifffahrtsstrasse durch den Belt zu sehen waren haben
wir diesen Platz ausgesucht. Allein durch den regen Schiffsverkehr war für eine
gewisse Kurzweil am Strand gesorgt. Hinzu kamen noch die Surfer, die für ein
weiteres buntes Treiben sorgten.
Meine Schuhe habe ich beim Packen des Autos sofort in den Kofferraum verbannt
und nur für ganz wenige Wege (z.B. nach dem Duschen) hervorgeholt. Ansonsten
war ich auf der gesamten Insel nur noch barfuß unterwegs. Intelligenter Weise
wird dort auf der Insel zur Wegbefestigung schöner, runder Kieselschotter
verwand. Abseits der asphaltierten Straßen bleiben die Wege meist in einem natürlichen
Zustand. Einfach ideal zum Barfußlaufen.
Äußerst interessant war die Inselhauptstadt Burg. Der Straßenbelag reicht von
Asphalt, über Kopfsteinpflaster bis zu einer Pflasterung aus großen, bunten
Kieselsteinen. Jeder Schritt sammelte andere Eindrücke und Reize.
Schon am zweiten Tag fiel meiner Frau eine andere Familie auf. Eigentlich nichts
besonderes. Ihr war nur aufgefallen, dass der Mann ebenfalls wie ich auf nackten
Sohlen unterwegs war. Und wie es der Zufall wollte, sind wir uns noch des öfteren
begegnet.
Während der Zeit unseres Aufenthaltes hat niemand an meinen baren Füßen Anstoß
genommen. Selbst in einem Restaurant oder bei Fahrt mit der Fähre der
Vogelfluglinie von Puttgarden nach Rodby gab es keine Probleme.
Wie schon in der Überschrift gesagt – ein Paradies für Barfüßler.
Bis bald - viele Grüße
Euer Klaus_sg
Für den Fall, dass es doch noch Sommer wird habe ich für alle potentiellen
Ostsee-Urlaub einen kleinen Tipp:
Fischland, Darß, Zingst
Das ist eine vorgelagerte Halbinsel zwischen Rostock und Stralsund, also an der
Ost-Ostsee.
Na ja, das die da Strand haben versteht sich ja von selbst, aber das eigentlich
interessante sind die kleinen, mittlerweile sanierten (Touristen) - Orte. Die
Stadtoberen dort haben sehr viel angenehm rundes Katzenkopfpflaster verlegt. Da
macht barfußlaufen so richtig Spaß.
Ich muss allerdings zugeben, dass ich nur an zwei von acht Tagen barfuß
gelaufen bin, weil es mir in der Woche nach Pfingsten dort oben einfach zu kalt
war.
Anzumerken bleibt noch : keine komischen Blicke oder blöden Kommentare und im
Sommer ist man dort als Barfüßer auch bestimmt nicht allein.
Tschüß Frank
Hallo ihr, wir waren letzte Woche in Rostock
Urlaub machen!
Es stellte sich nach kurzer Zeit heraus, dass Rostock eine absolute Barfuß-Stadt
ist, denn andauernd liefen unbeschuhte Menschen vorbei.
Kein Wunder, denn bei dem schönen Wetter und der schönen Stadt war es ein sehr
geiles feeling barfuß zu laufen. Ich war die ganze Woche größtenteils barfuß,
so lange am Stück wie noch nie bisher und das sieht man auch an meinen Sohlen!
Man bekommt echt schnell Hornhaut, musste ich feststellen, und ich merkte fast
gar nichts mehr, man gewöhnt sich echt schnell daran.
Meiner Freundin, die auch gern barfuß läuft, war der Boden zu heiß (er war
auch wirklich sehr heiß) und sie behielt größtenteils ihre Flip-Flops an.
Meiner Meinung nach hat sie was verpasst! Auch die Menschen dort haben sich
nicht drumm geschert, ob ich was an meinen Füßen trug oder nicht. Nur ein
einziges Mal wurde ein Prollo-Pärchen auf uns Aufmerksam in dem das Mädchen völlig
entsetzt stehen blieb, auf unsere Füße starrte als wenn sie noch nie im Leben
so eine Sensation gesehen hat und ihren Jogginghosen tragenden Freund angröhlte
>AAAAALTER EY GUCK MA EY DIE SIND BARFUß ALTER EY!< äh....ja sind wa
wohl!
Eine etwas negative Erfahrung hab ich aber auch noch zu berichten. Als wir an
einem Tag in den Hansa Park gefahren sind,
musste ich am Eingang umkehren und meine Flip-Flops aus dem Auto holen, weil im
Park laut der Kartenabreißtante Schuhpflicht ist wegen Verletzungsgefahr; also
musste ich den ganzen Tag zwangsläufig meine Latschen in der Tasche mit mir rum
tragen, die ich als ich dann endlich rein gelassen wurde natürlich sofort
wieder auszog, naja der Park war trotzdem sehr schön!
Alles in allem ein sehr schöner Urlaub mit rabenschwarzen Fußsohlen und zehn
Millimeter mehr Hornhaut!
mfG Onkel Bilbo
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1 Woche barfuß in Mc Pom (D)
[Mecklenburg - Vorpommern]
(Forumbeitrag im Herbst 2000)
Es ergab sich die Möglichkeit
vom 9.9. –16.9. noch kurzfristig eine Woche Ferien zu nehmen. Das ließ ich mir nicht entgehen und weil ich im Sommer während meiner Freizeit
eh nur selten Schuhe trage, beschloss ich diese Ferien einfach mal barfuß
zu beginnen und das solange zu bleiben, wie's mir wohl dabei ist.
Ich lud also kurzerhand meinen Canadier aufs Autodach, packte das Nötigste
zusammen, auch ein Paar feste Schuhe und ein Paar Birks. Da kam auch schon
der erste Patzer. Als ich morgens um 4 Uhr mit dem Gepäck zum Auto
runter ging, hatte ich einfach keine Hand mehr frei für die Birks.
Nach etwa 30'' rumstudieren kam mir in den Sinn, dass man diese Dinger ja
auch mit den Füssen tragen kann. Gedacht getan ... dann kamen sie
allerdings unter den Vordersitz wo sie auch bleiben sollten.
Also steuerte ich, natürlich barfuß, mein Ziel, die mecklenburgische
Seenplatte an. Über die A5, A6, A9, A10 und A24 kam ich nach 2 Tank-
und Esstopps, in Mirow, das liegt etwa 100 Km nördlich von Berlin,
auch an. Ob beim Tanken oder dem Besuch der Autobahnraststätten, zu
meinen baren Füssen nicht ein einziger Kommentar. Mir fielen auch
keine besonderen Blicke auf, jedenfalls nicht anders als sonst auch.
Da ich nach 12 Std Fahrt und dem Aufbau meines Zeltes keine Lust mehr hatte
auch noch die "mobile Küche" in Betrieb zu nehmen, ging ich nach einer
wohltuenden Dusche zurück zum Zelt und wollte mich etwas besser anziehen
um irgendwo etwas zu essen.
Obwohl ich mich abgetrocknet hatte, waren meine Füße bereits wieder
voll Sand. Irgendwie nicht so toll um in eine frische Hose zu schlüpfen.
Also funktionierte ich meine faltbare Abwaschschüssel von Ortlieb
kurzerhand in ein Fußwaschbecken um. Und fortan schlüpfte ich nur
mit frisch gespülten Füssen in meine Ausgangshose oder nachts
zurück in den Schlafsack.
Da es mittlerweile bereits nach acht Uhr war, bewegte sich die Temperatur
so um die 12°C. Dies merkte ich allerdings erst nach dem ich etwa 3
min zu meinem Auto zurückgelaufen war und den Thermometer im Armaturenbrett
ablas. Das zu passierende Waldstück und den Sandweg empfand ich auch
bei diesen Temperaturen als sehr angenehm.
Ein Bisschen Herzklopfen hatte ich ja schon als ich im Wollpulli, langer
Jeans und barfuß in die Gaststätte eintrat. Aber das war völlig
unnötig. Wie man es erwarten kann, wurde ich sehr höflich von
einem Kellner bedient und von meinen nackten Füssen nahm auch keiner
der anderen Gäste Notiz.
Es ist schon faszinierend wie viel mehr man erlebt, wenn die Füße direkt auf dem Untergrund stehen. Nach dem recht kühlen Parkplatzboden
signalisierten sie in der Gaststätte warmen Holzboden und die fürs Auge nicht sichtbaren Tischbeine waren aus kühlem Metall. Der rechte
Fuß meldete eine klebrige Stelle, der Linke beim berühren der Fußbodenleiste
an der Wand, Staub. Fürs Auge machte die Gaststätte allerdings
einen sehr sauberen Eindruck ...
Auf dem Heimweg hielt ich mitten im Ort noch kurz an um am Automaten meine
D-Mark Börse wieder etwas zu füllen. Was mich an den Orten in
den neuen Bundesländer fasziniert sind die vielen alten Strassen.
So auch hier in Mirow. Auf alten Pflastersteinen schlenderte ich zur Bank
an der Ecke. Im Automatenraum war dann schön warmer Kunststeinboden.
Ein paar Touristen, die ich kreuzte, grüßten freundlich und gingen
fröhlich ihres Weges.
Tags darauf machte ich eine Erkundungstour durch Neubrandenburg. Neben
den alten Sträßchen gibt es da natürlich auch viele moderne "Cityroads" und Plätze. Allesamt aber sehr barfußgängig.
Die Stadtmenschen waren nicht anders wie jene in der Provinz. Selbst die
Wachtleute im hypermodernen Einkaufscenter so à la amerikanische
Mall, ließen mich überall durch und in Ruhe einen Espresso an der
Bar trinken, wo meine mittlerweile etwas dunkel gefärbten Füßchen, quietschfidel
zwischen den metallenen Fusstangen der Bar und des Barhockers
hin und her turnten.
Die nächsten Tage war mehr Hand- und Armarbeit gefragt. Die Füße genossen indes die warmen Sonnenstrahlen, während ich von Mirow nach
Rheinsberg paddelte. Zur Sicherheit hatte ich auch ein Paar feste Schuhe
dabei, aber weder an den Schleusen noch auf den Campingplätzen hab
ich sie jemals gebraucht.
Mac Pomm und auch Brandenburg sind für Barfüßer richtig paradiesisch. Die vielen Wanderwege bspw durch Honi's ehemaliges Jagdrevier,
sind wohl das gehfreundlichste ,was meine Füße bisher gespürt haben. Oft sind die Wege aus gefestigtem Sand oder aber Sand mit Moos und
Gras bewachsen. Echt tolles feeling und wirklich empfehlenswert.
Aber auch die Orte bieten Fußgenuss pur. Abgesehen von den interessanten Straßenbelägen, gibt es auch so gut wie keine Schotterwege. Naturwege
sind da oben einfach aus Sand. Mal härter mal weicher, ganz wie's
beliebt.
Ich wurde kein einziges mal auf meine baren Füße angesprochen, geschweige denn dumm angemacht. Auch dann nicht als ich barfüßig mit hochgekrempelter
Outdoorhose und 3-Tage Bart, Schloss Rheinsberg auch von innen besichtigte.
Die Aufsichtspersonen grüßten freundlich und lächelten mir zu.
Das Schloss ist übrigens ein ganz besonderes Fußerlebnis. Nicht ein
einziger Raum der zu besichtigen ist, fühlt sich kalt an. Überall
sind Holzböden, Parkett, Riemen etc. verlegt. Die Struktur der alten
Riemenböden ist ganz besonders faszinierend und ich realisierte einmal
mehr, wie viel einem Beschuhten doch entgeht.
Nach einer Woche ging es meinen Füßen einfach prächtig. Nicht
eine einzige Schramme oder Blase und die morgendlichen Temperaturen von
so 10°C empfanden sie als äußerst angenehm erfrischend. Auch
am abendlichen Lagerfeuer war es ihnen Pudelwohl und ich konnte problemlos
bis nach Mitternacht mit Paddelkumpels ohne Fußverkleidung palavern.
Einige denken jetzt sicher, dass ich einen zünftigen Schnupfen oder
zumindest ein Gehüstel aufgelesen hätte. Aber weit gefehlt, meine
vom Bürostaub verstopfte Nase, war wieder frei wie nie zuvor.
Die letzte Nacht gönnte ich mir in der sehr schön renovierten
Jugendherberge von Prebelow. Schuhe kamen schon gar nicht aus dem Auto
und waren auch nicht nötig. Die andern Gäste nahmen meist gar
keine Notiz von meinen nackten Füßen oder aber sie lächelten
mir wie gewohnt freundlich zu.
Ich jedenfalls genoss meine Woche barfuß sein, wie ich schon lange
keine Ferien mehr genossen habe und ich werde mit Sicherheit wieder in
die Nordostdeutschen Lande gehen und barfüßern als wär's die natürlichste Sache der Welt. Ist es ja eigentlich auch, oder?
Fuß zum Gruß Marc (CH)
Hallo Marc, Dein Bericht macht echt
Lust, auch mal nach Mc Pom zu fahren.
Auch mir gefällt die Kombination von Wassersport und Barfußlaufen
sehr gut. Und Sand zum Verwöhnen der Füße gibt es im Alpenvorland
leider nur sehr wenig.
[Gäste nahmen meist keine Notiz von nackten Füssen oder lächelten
mir freundlich zu]
Das ist im Allgemeinen auch meine Erfahrung in Süddeutschland. Gestern
wurde ich allerdings eher wie das 8. Weltwunder bestaunt, als ich barfuß
auf den Berg ging. So viele Leute sprachen mich an, die es gar nicht fassen
konnten, dass mir der manchmal schon etwas steinige Weg nichts ausmachte
(zumindest im Anstieg, bergab war ich dann mit Bergschuhen besser zu Fuß).
Aber der Grundton war immer Wohlwollen, wenn nicht gar Bewunderung -- wie
bei dem älteren Herrn, der sagte: "das würde ich auch gerne können".
Mit Ablehnung oder gar gesellschaftlicher Ächtung ist man als Barfußläufer
so gut wir nie konfrontiert!
Serfuß, Lorenz
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