Barfuß nicht nur in Pagoden
(Forumberichte im Sommer 2000)

Liebe Barfüßer, im Reiseteil der FAZ fand ich einen Beitrag über die berühmte Shwedagon - Pagode in Myanmar, die sich u.a. dadurch auszeichnet, dass hier "mehr Gold verbaut" ist, "als die Bank von England besitzt".
Viel schöner hat es der hier zitierte Schriftsteller Somerset Maugham beschrieben: sie leuchte "in ihrem Gold, wie eine plötzliche Hoffnung in der Seele dunkler Nacht, von der uns die Mystiker berichten, strahlend über dem Rauch und Nebel der blühenden Stadt".
Am Schluss des Beitrags folgen dann die üblichen Tipps zu Öffnungszeiten, Eintrittsgeld etc..
"Etc." heißt hier konkret: "Zutritt ist, wie für alle buddhistischen Stätten in Myanmar, nur barfuß gestattet."
Vielleicht hat der Autor (Andreas Obst) deshalb darauf hingewiesen, weil man anderswo zumindest auf Socken das Heiligtum betreten darf (z.B. Moscheen im islamischen Kulturraum), oder hat Myanmar auch innerhalb der asiatischen Länder mit buddhistischen Kultstätten eine besonders rigide "Kleiderordnung"?
Meine Asienerfahrung ist leider sehr begrenzt, bestimmt weiß eine(r) von Euch mehr darüber zu sagen. Möglichweise wollte Obst aber auch verhindern, dass des Barfußseins ungewohnte Mitteleuropäer die weite Reise unternehmen, um dann vor Ort mit einem "Problem" konfrontiert zu sein, das sie zuvor nicht eingeplant haben. Es soll ja Menschen geben, für die die eigenen, nackten Füße in der Öffentlichkeit ein grundsätzliches Problem darstellen - selbst dort, wo alle anderen auch barfuß sind (in Myanmar wohl nicht nur in Tempeln) ...
Barfüßig schönen Sonntag wünscht Schorsch

Ich war letztes Jahr in Burma/ Myanmar und kann den Bericht bestätigen.
Im Unterschied zu anderen südostasiatischen Ländern (namentlich Thailand) ist man in Burma bezüglich Fußbekleidung bei Pagodenbesuchen konsequent. Weder Schuhe noch Socken sind zulässig. Beide müssen bereits beim Eingang zu den (teilweise recht weitläufigen) religiösen Anlagen ausgezogen und hinterlegt werden.
Selbst das Herumtragen von Schuhen ist nicht erlaubt. Das gilt neben Pagoden auch für Klöster etc.
In anderen Ländern der Region sind dagegen Socken überall zulässig und auch Schuhe müssen nur im religiösen Zentrum, meist eine Halle mit der Buddha - Statue und geschliffenem Steinboden, ausgezogen werden.
Erfahrungsgemäss "verkraften" europäische Reisende das (teilweise stundenlange) Barfußlaufen recht gut, hinterlegen aber ihre Schuhe nur äußerst ungern und unter heftigen Protesten beim Eingang ... Von geklauten Schuhen ist mir aber noch nie etwas zu Ohren gekommen. ...
Im Dreieck Yangoon- Bagan- Mandalay ist die größte Gefahr aber wohl - wie überall - der Verkehr, wobei die Bahn für einmal keine Ausnahme macht (sie wird auch von Einheimischen nur im äußersten Notfall benutzt, da schwere Unfälle regelmäßig "stattfinden").
Barfußlaufend sind außerdem Giftschlangen, Bilharziose, rostige Nägel und andere Widerwärtigkeiten zu beachten. Immerhin ist, zumindest auf dem Land, selbst elementarste medizinische Hilfe nicht einmal gegen harte Dollars erhältlich ... Ich hielt eine gewisse Zurückhaltung deshalb für angezeigt...
Andreas

Ich wusste auch noch nicht, dass Socken in buddhistischen Tempeln unerwünscht sind. Ich würde aber auch nicht in Socken laufen, denn die gehen doch je nach Bodenbeschaffenheit relativ schnell kaputt. Heiko

Ich kann Dir nur von meinen Thailanderfahrungen berichten.
In der Tat darf man Tempel nur barfuß betreten. Oder genauer gesagt, nur ohne Schuhe, aber bei 37°C macht's keinen Sinn, Socken zu tragen, was auch keiner der Thais macht. Also de facto barfuß.
Eine Ausnahme gibt's, das ist der Königspalast. Dort muss man mit Schuhen und Strümpfen erscheinen. Da fast keiner Schuhe und Strümpfe dabei hat, werden spukhässliche, grüne Socken verkauft, die man dann in geliehenen Schuhen anziehen muss.
Übrigens, noch ein Tipp: Niemals die Füße voran zum Buddha sitzen! Dies gilt als Beleidigung. Die Zehen müssen immer vom Buddha wegzeigen. Eigene Erfahrung.... Titus

Allerdings hängt das nicht mit den Füßen selbst, sondern mit dem "Schmutz" daran zusammen; man darf dem Heiligtum kein schmutziges Körperteil entgegenstrecken. Aber wie gesagt, mit den Füßen selbst hat das nichts zu tun. Joe Blow

Das mit dem Königspalast ist jedoch nur ne Abzockerei von Touristen.
In der Tat laufen alle Thailänder unbehelligt in Badeschlappen und ohne Socken durch die Anlage. Lediglich die Touristen werden zum Kauf von furchtbar hässlichen Socken und zum Ausleihen von Schuhen genötigt.
Gerade letzteres ist ohne jeglichen erkennbaren Sinn. Meine Freundin, bekleidet mit blauen Sandalen, musste sich schwarze Sandalen ausleihen. Die Thailänder lachen sich übrigens über die doofen Touris in ihrem dann katastrophalen Outfit krank!
Aber: in vielen thailändischen Tempeln sind Socken durchaus erlaubt, ich habe genügend europäische Touristen mit Socken gesehen. Allerdings fand ich das bei weit über 30 Grad tatsächlich krank! Bernd (KA)

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