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Barfuß
in den USA - Von wegen freies Land!
(Forumbeiträge im Sommer 2000)
Von wegen freies Land! Leute, seien wir froh,
dass wir in Europa leben.
Ich war für 2 Wochen bei den Amis (Nevada, Arizona, Kalifornien) und hatte
jeden Tag mehrmals Probleme mit barfuß. Sogar an irgendwelchen Tankstellen
mitten in der Wüste (Death Valley) hat mich eine Frau regelrecht angeschrieen
("Sir, put on your shoes when you return").
In einem kleinen mexikanischen Schnellimbiss habe ich nach Ermahnung dann ein
Informationsblatt hergezeigt. Die Frau war auch ganz umgänglich. Ihrer
Meinung nach wäre es respektlos ohne Schuhe ein Lokal zu betreten. Sie hat es
dann aber eingesehen, dass das Blödsinn ist.
In Las Vegas wollte mir ein Sicherheitsbeamter eine 400 Dollar Strafe aufbrummen
und hat mich dann in mein Hotelzimmer "begleiten" lassen!
Dabei habe ich immer auf ein gepflegtes Äußeres geachtet: Lange Hose, gutes
T-Shirt oder Hemd. In Las Vegas habe ich sogar (was ich nur äußerst selten
tue) einen teuren weißen Gucci Anzug getragen. Die Amis laufen dort fast alle
mit hässlichen Shorts und Badeschlapfen bzw. Sandalen rum.
Ich bin echt fast ausgeflippt, habe dann aber meistens auf eine in englisch geführte
Konfrontation verzichtet.
In San Franzisko / Kalifornien war es dann besser. Da gab es keine Kommentare,
auch nicht in den besseren Restaurants oder Shopping Centers.
Jedem, der rüber fliegt, kann ich nur raten: Am besten den ganzen Artikel von
obigem Link ausgedruckt mitnehmen (in mehrfacher Ausfertigung) und immer dabei
haben. Eventuell Fake - Sandalen wie die Nyoshoos oder Hawaiian
Snowshoos anziehen - die habe ich blöderweise zuhause vergessen. Ich bin
sicher, das hätte viel geholfen!
Und in den guten Restaurants auf ein gepflegtes Äußeres achten. Es ist
eigentlich unglaublich, wie das dort drüben eine Eigendynamik bekommen hat,
diese "No Shirt, No Shoes, No Service" Geschichte, die noch dazu
jeglicher Gesetzesgrundlage entbehrt - NOCH!
Wer weiß, was diesen Vollkoffern (Wiener Ausdruck für "dummer
Mensch") noch alles einfällt. Man muss bitte bei uns (Europa) darauf
achten, dass solche Dinge erst gar nicht eingeführt werden und sofort im Keim
ersticken!!
Liebe Grüße, Klaus (K. C.)
ps: USA sucks!
Für mich ein blödes Land. Und wenn es so
weiter geht, sind wir Deutsche noch blöder, da wir den ganzen Kapitalistendreck
von dort nachmachen.
Weil es für Barfüßer bei McDonald immer heißt "Ohne Schuhe nicht",
wie "Kaffee ist heiß, führt zu Verbrennungen", wie lange wollen wir
warten bis: Der erste Ami eine erfolgreiche Klage gegen einen Treppenbauer führt,
weil er die Treppe hinunter gestürzt ist? Barfuß wäre das nicht passiert ;-)
mfg Markus (malo)
[ps: USA sucks! ]
Na, so verallgemeinern sollte man das doch nicht. Schließlich ist es ja
ziemlich ungewöhnlich, was wir hier so als Hobby haben.
In D zumindest ist man vielleicht auch etwas 'toleranter', um nicht als
intolerant da zu stehen. In USA gibt's schließlich dann die 'zero tolerance'
Politik ... es gibt einige Amerikaner, die trotz widriger Landsleute barfuß
durchkommen :-) [asc]
[echt fast ausgeflippt ... meistens auf
englisch geführte Konfrontation verzichtet]
Da Du Dich offensichtlich hauptsächlich in besonders Gott gefälligen Gebieten
(Utah, Nevada, Idaho etc.) aufgehalten hast, sei Dir versichert, eine
Konfrontation ist sinnlos. Andere Bundesstaaten sind da liberaler.
[San Franzisko Kalifornien war besser]
Sorry, Cal. war ich noch nie, kann mir aber denken, dass dort der Moralwahn noch
nicht ganz so tobt wie in Nevada.
[Und in guten Restaurants auf gepflegtes Äußeres achten]
Warum das, gehörst Du zu den besseren Kreisen oder bist du so heruntergekommen,
dass Du nachbessern musst ehe Du ein Lokal betrittst? Normales Outfit reicht USA
weit aus. Ich habe drüben drei Outfits dabei, alle etwa sich ähnelnd zum
Wechseln, das reicht.
[Eigendynamik ... "No Shirt, No Shoes, No Service", jeglicher
Gesetzesgrundlage entbehrt - NOCH]
Abwarten, was hier bald kommt :-),
Europa hat die alten USA noch immer zu überbieten
versucht. ...
[von einem solchen Land hast du dir
ausgerechnet Toleranz gegenüber barfüßigen Menschen erhofft? Lupu]
Da hab ich mit Deutschland aber um einiges schlechtere Erfahrungen gemacht.
Bin schon in Supermärkten, in Restaurants, in Diskotheken und an einigen
anderen Plätzen böse angemacht worden. Da hab ich in der Upper Peninsula
Michigans bedeutend weniger Probleme, wenn ich barfuß unterwegs bin. Gruß Joe
Hey Joe, du hast schon Recht: Wahnsinn ist
international, nicht nur amerikanisch (wobei der amerikanische unter verbal
anderen Vorzeichen zurzeit am meisten zu dessen Ausbreitung beiträgt ;-). [...]
Und nun: gehet barfuß in Frieden!!! Auch und gerade in Amerika... Ciao, Lupu
Zum Barfußgehen folgendes: Dass die Amerikaner dies in öffentlichen Anstalten und Restaurants verbieten, verstehe ich auch nicht (evtl. Klage bei Unfällen), aber wenn du mal da gewesen bist, dann weißt du, dass es Landstriche gibt, wo du dies ungestört tun könntest, und zwar tagelang, ohne dass dich einer sieht, geschweige denn "anmacht", Grizzlys mal ausgeschlossen! Dieter
Ich habe längere Zeit im Süden der
Vereinigten Staaten gelebt und dort ist Barfußlaufen etwas völlig normales.
Zwar gibt es diese "no shirt, no shoes no service" – Schilder.
Aber: die Barfußläufer waren zuerst da! Die Schilder sind eine Reaktion. Caroline
Caroline, Was Du geschrieben hast, gilt nur für
den Süden - im Norden ist es vielleicht eher wie in Deutschland, wenn nicht
schlimmer noch. Auch bei mir in New Jersey (im Nordosten) sind diese ärgerliche
Schilder kaum zu finden. Diese zuerst angenehme Lage ist leider nicht als
Toleranz zu loben: solche Schilder sind wegen Mangel an Barfüßler [fast] total
unnötig.
Hier wird nur am Strand barfuß gelaufen - ich könnte die einzige Ausnahme
sein. Ich habe das als amerikanische Besonderheit gesehen! Vielleicht hängt das
nicht nur mit Kultur, sondern auch teilweise mit Klima zusammen?
Wer einen ganzen Winter Schuhe und Stiefel trägt, hat bis Frühling weiche, überempfindliche
Füße. (Ich habe dieses Problem selbst vermieden, indem ich Sandalen fast den
ganzen Winter getragen habe, und bei relativ warmem Wetter im Wald barfuß
gelaufen bin.)
Ja, ich weiß, dass viele Völker haben in der Vergangenheit auch bei kaltem
Wetter barfuß gelebt, aber wir werden an unseren modernen, warmen Häusern so
leicht gewöhnt ... Jill NJ, USA
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Barfuß
in Florida - Tendenz abnehmend ?
(Forumbeitrag im Sommer 2000)
Mein Freund Peter und ich sind dann in Urlaub gefahren. USA,
Florida war angesagt! Kurz vor der Abreise kam mir das mit dem barfußlaufen
wieder in den Sinn. Beim Packen habe ich dann keine Schuhe eingepackt. Wir sind
von München aus nach Atlanta und von dort nach Miami geflogen. Ich habe also
meine gelben Flip-Flops angezogen und das waren meine einzigen Schuhe. Während
des Fluges habe ich Peter dann davon erzählt. Ja, er hat das schon mitgekriegt,
dass ich in letzter Zeit öfter mal barfuß war. Ich wollte aber jetzt den
ganzen Urlaub barfuß verbringen. Besonders beeindruckt hat ihn das nicht, aber
er fand es auch ganz witzig.
Schließlich in Miami angekommen zog ich mir meine
Schuhe aus und steckte sie ins Handgepäck. Während des Fluges, klar, war ich
auch barfuß. Ich wollte allerdings keine Probleme bei der amerikanischen
Immigration und beim Boarding in Atlanta.
Ich war nun wirklich die ganze Zeit
barfuß. Es war einfach super. Die ersten beiden Wochen waren wir in einem Hotel
am Strand. Ich hatte überhaupt keine Probleme. Weder im Hotel, noch abends beim
essen gehen oder bei kleineren Ausflügen. Es war einfach traumhaft. Vor allem
haben sich meine Füße total schnell ans dauernde barfußlaufen gewöhnt. Nach
ein paar Tagen war es überhaupt kein Problem mehr über heißen Asphalt zu
gehen oder auch mal über etwas unangenehmere Strecken. Durch das laufen am
Sandstrand blieb die Haut auch total weich.
In der dritten Woche sind wir dann
mit dem Mietwagen noch für eine Woche unterwegs gewesen. Jeden Abend in einem
anderen Motel und auch nicht so oft am Strand. Da gab's dann schon mal öfter
Probleme. Beim Einkaufen in Supermärkten wurde ich wegen meiner nackten Füße
auch schon mal abgewiesen. Es mussten also irgendwelche Schuhe für diese Fälle
her. Die gelben Flip-Flops aus Leder waren da nicht ganz ideal. Wenn man doch
länger auf Asphalt geht bekommt man doch ziemlich schwarze Fußsohlen. Meine
waren mir da wirklich zu schade, um da mit meinen dreckigen Füßen
reinzusteigen. In einem Wal - Mart habe ich mir dann eben für ein paar Dollar
schwarze Flip-Flops aus Gummi gekauft. Die waren ja dann schon schwarz und für
alle Fälle sind die ja auch einfach mitzunehmen.
Die Amis sind in dieser Art
schon komisch. Die haben sogar Schilder an den Geschäften, dass man Schuhe
braucht um dort einzukaufen. In Deutschland gibt's das ja Gott sei Dank nicht!
Auf jeden Fall musste ich in der letzten Woche öfter mal Schuhe anziehen um
irgendwo reinzukommen. Das zählt aber kaum.
Beim Rückflug wollte ich dann auch
barfuß ins Flugzeug. Da war aber gar nix zu machen. Ein gestrenger Herr von der
DELTA - AIR sagte unmissverständlich zu mir: "No boarding without shoes".
Ich hatte ja die "Schuhe für alle Fälle" im Handgepäck und dann
ging das dann auch.
Sandra S.
Toller Bericht! Hat unheimlich Spaß gemacht zu lesen. Übrigens, bei der "Delta - Air" habe ich schon die gleichen Erfahrungen gemacht. Da geht ohne Schuhe gar nichts! Barfüßige Grüße Oli-M
Ich habe, wie auch in den letzten Jahren, während meines Urlaubs in
Florida die Erfahrung gemacht, dass das "Barfußsein" in wärmeren
Gefilden als etwas ganz normales angesehen wird.
Am Strand wird gerne und oft
barfuß gelaufen, ansonsten trägt man Flip - Flops (Zehensandalen). Mit diesen
Dingern fällt man auch in teuren Shopping - Malls gar nicht auf. Das ist
vielleicht auch der Grund, dass die Menschen dort ihre Füße ganz anders
behandeln. Fußkrankheiten sind dort eine Seltenheit.
Wenn man dort
verkrüppelte Füße oder Zehen sieht, dann sind es meist die, der europäischen
Touristen. Die Einheimischen habe durchweg schöne Füße.
Der gewohnte Anblick
nackter Füße ist vielleicht auch der Grund, warum dort mehr Geld für Fußschmuck ausgegeben wird. In einem anderen Forum schrieb einmal eine Junge
Frau, dass sie sich nicht vorstellen könnte, die Füße zu schmücken, da diese
doch die hässlichsten Körperteile seien. Ich antwortetete ihr, dass die Füße
erst durch zu enge Schuhe hässlich werden und es außerdem Leute mit hässliche
Ohren gibt, die Ohrringe tragen, oder Leute mit hässlichen Fingern die
Fingerringe tragen.
Ansonsten habe ich auch in Fort Lauderdale die "Barefoot - Bar"
entdeckt. Allerdings nur vom Auto aus, ich hatte keine Zeit mehr, sie zu
besuchen.
Gruß und Fuß
Andreas S.
Barfuß in Florida. Tendenz
abnehmend: "It's the law!".
Nach einigen Jahren Pause verbrachte
meine Familie ihren Urlaub dieses Jahr wieder in Florida im Monat August
(Orlando, Daytona und Key West).
Während früher Barefooter,
insbesondere in Key West, häufig oder sogar sehr häufig zu sehen
waren, ist die Tendenz, gelinde gesagt, mehr als rückläufig.
Selbst im lockeren Key West laufen eigentlich nur doch die lokalen Originale
der Kategorie Landstreicher barfuß, was mich allerdings nicht davon
abhielt, zu tun was ich wollte, ohne gestört zu werden.
Tevas sind mittlerweile in Key West
die angenommene Kleiderordnung, für jemand, der seine Füße
zeigen will. Und selbst im lockeren Key West werden in den Franchise -
Restaurants die "no shoes no service policies" mittlerweile bierernst genommen.
Die große Ausnahme bleibt
die Ostküste (Daytona Beach , Cocoa Beach) , wenngleich barfußlaufen
bei 35 ° C zu Mittag auf Asphalt nicht jedermanns Geschmack ist. Aber
einen Lichtblick gibt es: im Ron Jon (Riesensurf- und Sportartikelgeschäft
in Cocoa Beach, südlich von Daytona, 24 Stunden geöffnet) kann
man immer noch barfuß einkaufen, und man ist dort nicht allein. Im
Surferambiente ist das anders.
Nach meiner Meinung kommt der neue
Antibarfußfimmel der Amerikaner unter anderem auch aus ihrem unerschütterlichen
Glauben an die Kleiderordnung. Es wird in Amerika peinlichst auf die Kleiderordnung
im Betrieb geachtet (vor Jahren habe ich mal im Forum der DSS nachgelesen,
dass es in verschiedenen Betrieben verboten ist, die Schuhe unterm Bürotisch
auszuziehen!).
In Key West sieht man jeden Morgen
die Anwälte bei 35 ° - 40 °mit schwarzem Anzug, Schlips und
Kragen zum Gericht laufen. Ich kann die Kollegen nur bemitleiden. Bei den
Temperaturen herrscht bei uns selbst bei Gericht Talardispens.
Die Amerikaner schwitzen sich lieber
zu Tode, als dass sie den Dress Code nicht respektieren Und auch in der
Freizeit wird mittlerweile unterschieden zwischen formal, semi- formal,
casual, very casual, usw.. Die feinen Unterschiede sind manchmal haarsträubend,
wo Jeans verboten sind, sind Chinos oder Dockers von Levi's erlaubt usw.
Barefoot gehört in die Rubrik
very casual. Gerade die Fast - Foodchains der gehobeneren Klasse (Bedienung
am Tisch, Porzellangeschirr, aber trotzdem Fastfood) wie Denny's , Perkins
usw. wollen etwas "Besseres" sein, und sind deshalb besonders erpicht darauf,
dass es in ihrem Lokal nicht very casual zugeht, und man sie nur nicht
mit Burger King verwechselt.
Eine amüsante Anekdote zum
Schluss: Mit meiner kleinen Tochter wollte ich in Orlando in ein Wasserparadies.
Schuhe hatten wir nicht bei uns (Dort ist das bis jetzt noch erlaubt).
Die Kleine trug Badebekleidung, ich selbst ein T-Shirt und einen Short.
Ein plötzlich ausbrechendes Gewitter, nachdem wir das Ticket gelöst
hatten, und ein Sommergewitter in Florida ist wirklich beindruckend, nicht
zu vergleichen mit unseren europäischen, führte zur Schließung
des Wasserparadieses. Nach einer halben Stunde hatte das Gewitter sich
soweit gelegt, dass wir zum Parkplatz zurückkonnten, der kniehoch
im Wasser stand.
Bei der nächsten Ampel war
ein Wasserloch von ca. 60 cm, und unserem Mietwagen ging der Motor aus,
und sprang endgültig nicht mehr an. Um ein Taxi zu holen, ging ich,
als einzig möglichen Weg, durch einen 1meter tiefen "Ditch" (Wassergraben)
, meine kleine Tochter auf dem Arm, zu einem nahegelegen Fastfoodrestaurant.
Wir waren beide klitschnass. Der Inhaber kam zur Tür, war äußerst
liebenswürdig, rief sofort ein Taxi und eine Abschleppwagen, ohne
einen Cent fürs Telefon zu verlangen, lieh uns sogar Handtücher
zwecks Abtrocknen der lieben Kleinen, und spendierte uns zwei Riesencola
zur Stärkung, nur in einem blieb er unnachgiebig:
in sein Restaurant durften wir auf
keinen Fall rein, nicht etwa wegen der klitschnassen Kleider, denn die
meisten Gäste tropften nur so vor sich hin, sondern weil wir barfuß
waren.
"You know, it's the law !", sagte
der Mann mit bedauerndem aber ernsthaftem Blick. Er hatte seine "patriotic
duty" erfüllt und in seinem Lokal für Gesetz und Ordnung gesorgt.
Der Mann war nett, und ich hatte keinen Bock auf ein Streitgespräch.
Aber so ist's nun mal in Florida.
Bis bald aquajeans
Der Vizepräsident und Präsidentschaftskandidat Al Gore ließ sich allerdings barfuß am Strand von Florida filmen. Wenn es zu mehr Stimmen führt .... :) Unci
Es ist immer wieder interessant und
verwunderlich zugleich, dass selbst in solchen "freien" Ländern wie
die USA solche einfachen Dinge, wie das barfüßige Einkaufen
etc für Ablehnung sorgen.
Gerade in warmen Gebieten wie Florida
sollte man doch meinen, dass barfüßige Menschen zum normalen
Alltagsbild gehören, zumindest in der Nähe von Stränden
auch in Läden oder Restaurants.
Ich hatte allerdings bei meiner
Reise auf die andere Seite Amerikas z.B.
in Kalifornien keinerlei Probleme beim barfüßigem Einkaufen
etc. Selbst im Motel in Greenland Panch/ Death Valley hat sich kein Mensch
daran gestört, ich glaube, das ist noch nicht einmal irgend jemand
besonders aufgefallen, dass ich meist barfuß war.
Meine Reise ist allerdings schon
10 Jahre her, vielleicht gibt es auch im Westen inzwischen entsprechende
Gesetze, die das Barfußlaufen in der Öffentlichkeit verbieten.
Den Amis ist ja alles zuzutrauen! Bernd A.
Es gibt in vielen Teilen von Florida Ameisen, deren Bisse giftig sind. Falls man gebissen wird, dauert es Wochen, bevor der Schmerz weg ist. Jo
Oje. Aber die häufig dort getragenen Sandalen helfen auch nicht unbedingt gegen die Ameisen. Ein etwas geringeres Risiko ... [asc]
Komme gerade aus Florida zurück, eine lange
barfüßige Zeit! Für mich ist allerdings für dieses Jahr damit auch Schluss,
ich habe keine Lust, bei weniger als 20 Grad barfuß zu gehen.
Anyway, was ich Euch berichten wollte, ist Florida an sich; dort gehen sehr
viele barfuß, und das nicht nur am Strand. Leider hat das dazu geführt, dass
in sehr vielen Shops und Restaurants das Schild "no shoes, no service"
zu finden ist. Ist das verkrampft!
Schlimmer noch, wenn man sieht, dass Kinder an einem reinen Sandstrand
Neoprenschuhe verpasst kriegen. Ist es nicht das Natürlichste auf der Welt, am
Strand barfuß zu gehen??? Titus
[Kinder an einem reinen Sandstrand
Neoprenschuhe verpasst. Ist es nicht das Natürlichste, am Strand barfuß zu
gehen?]
Das sollte es sein, habe ich in Kalifornien auch gemacht - aber viele Amerikaner
sind da anscheinend etwas anderer Meinung... und es gibt auch in Deutschland
manche Menschen, die lieber kilometerlang mit Schuhen durch den Sand gehen, als
barfuß zu laufen.
Verstehe das wer will. Marco N.
Leider sind angeblich manche Strände dort so
mit versteckten Glasscherben usw. verunreinigt, dass die Strandbesucher ein
gewisses Schutzbedürfnis verspüren. Und Eltern sind natürlich "overprotective".
[ in sehr vielen Shops und Restaurants Schild "no shoes, no service"
zu finden]
Das lässt sich allerdings auch anders interpretieren: Zutritt nur barfuß;
Selbstbedienung. :) Jedenfalls - es wäre schade, wenn es wirklich so ist, dass
in USA im Grunde die gleiche Einstellung herrscht wie in Mitteleuropa; nur weil
mehr Leute barfuß gehen, sehen andere mehr Grund, das zu verbieten :(
Dann wäre ja das Fehlen solcher Schilder bei uns nicht als Zeichen von Toleranz
aufzufassen, sondern nur als Indiz dafür, dass sich die Geschäftsleute nicht
eines verbotswürdigen Tatbestandes bewusst sind.
Unci
Barfuß
in Florida / Hausverbot und Securitygewahrsam
Hallo Barfüßer, ich wollte so einen richtigen Barfüßerurlaub in
Florida genießen. Aber damit war's nichts. An allen Ecken und Enden Schilder
wie "Shirt and shoes required" oder "you have fully and likely
clothed".
Höhepunkt war ein Besuch in einer Mall, genauer gesagt in der Sawgrassmill in
Fort Lauderdale. Zwei Tage nacheinander marschierte ich unbehelligt insgesamt
sechs Stunden durch die Mall. Und dann fiel ich einem älteren Security-officer
in die Hände.
"Where are your shoes?" war die entscheidende Frage.
Antwort: "I haven`t no shoes here." - "You need shoes. You have
been fully clothed."
Als ob ich nackt gewesen wäre. Das war die Regel 10 von 14 Centerregeln. Nach
meiner Übersetzung in meinem unzulänglichen Englisch hieß die Regel, dass das
Betreten der Mall nur vollständig und anständig bekleidet erlaubt ist; die
Kleidung dürfte in keinster Weise andere provozieren oder beleidigen oder zu Auseinandersetzungen
Anlass geben.
Nachdem ich dem Security Officer versuchte zu erklären, dass ich keine Schuhe
bei mir hätte und ihn fragte, warum ich diese benötigte, kam die Aussage mit
dem "You habe been fully clothed".
Ich ignorierte ihn und suchte eine Toilette auf. Das war der entscheidende
Fehler. Als ich aus der Toilette kam, wurde ich von einem Empfangskomitee der
Security in Sicherheitsgewahrsam genommen. Drei Leute in Uniform und einer in
Zivil; genauer gesagt mit einem schwarzen Ledermantel, so wie man sich
Geheimdienstoffiziere oder Mafiabosse vorstellt, lauerten mir auf und nahmen
mich in Gewahrsam. Es fehlten nur noch die Handschellen.
Zu viert führte man mich wie einen gemeinen Ladendieb zum nächstgelegenen
Ausgang. Leider war dies nicht der, wo unser Auto stand. Meine Sandalen waren im
Auto. Glücklicherweise hatte ich den Autoschlüssel. Nachdem man mich nach
draußen dirigiert hatte, hatte ich keine Lust zwei Kilometer bei strömendem
Regen über einen barfußunfreundlichen Parkplatz zu meinem gemieteten Auto zu
laufen. Und so kehrte ich in die Mall zurück; auch um mich am Wegweiser zu
orientieren. Ich war beim Ausgang Nr. 4 und wollte zum Ausgang Nr. 6.
Leider hatte die Security damit gerechnet, dass ich zurückkehrte und mich
beobachtet. Kaum studierte ich den Wegweiser, so stürzten sich schon wieder
drei Officers auf mich und ich erklärte, dass ich zu Nr. Ausgang sechs wollte.
Dem offensichtlichen Chef der Security reichte es jetzt. Die Centerregeln sahen
vor, dass derjenige, der die Centerregelnd verletzt (bei mir die Kleiderregeln
wegen barfuß) des Centers verwiesen wird. Wer der Anordnung nicht Folge leistet,
wird als Krimineller inhaftiert und verurteilt. Glücklicherweise ging der
Officer davon aus, dass ich kein English verstehen würde. So teilte er es
seinen Kollegen mit. "A tourist who spokes no English he said to his
college."
Dieser Umstand war der einzige, der mich vor einer Inhaftierung rettete. Man
forderte Verstärkung an, um den gefährlichen Barfüßer dingfest zu machen. In
Begleitung von schließlich sechs Securitiy Officers wurde ich ins Freie
geleitet. Über Funk wurde ein Streifenwagen herbeigerufen. Dieser Streifenwagen
beförderte mich dann zu unserem gemieteten Auto und überwachte, dass ich auch
tatsächlich einstieg.
Ich zog dann meine Puma Sandalen an und kehrte ins Einkaufszentrum zurück und
schon war ich ein willkommener Kunde und die Security gab überaus freundlich
Auskunft, als ich nach dem Standort eines bestimmten Ladens fragte.
Fazit: Was unterscheidet den gemeinen Verbrecher vom erwünschten Kunden? Die
Schuhe!!! Auch wenn es nur Flip Flops oder Sandalen oder sonstiges sind; Hauptsache
irgendwas ist an den Füßen.
That`s USA. Lothar
Vielen Dank für den spannenden Bericht. Die USA scheinen ja wirklich das Land der unbegrenzten Möglichkeiten zu sein - in jedem Extrem ... Ich hoffe, Du hast Dir den restlichen (Barfuß?)Urlaub davon nicht vermiesen lassen. Grüße Kai
Ich vermute, das ist von Bundesstaat zu
Bundesstaat bzw. von Stadt zu Stadt verschieden.
In San Francisco wirst du trotz Schildern AFAIK weit weniger Probleme haben als
in Gegenden, in denen nicht gelehrt werden darf, dass die Menschheit nicht von
Adam und Eva abstammt ...
Ciao and bye, (:Clemens:)
Hallo Barfüßer, ich war ja selbst schon in
den USA, allerdings in den westlichen Bundesstaaten. Das ist nun allerdings
schon 11 Jahre her.
Damals hatte ich jedenfalls keine Probleme mit barfuß. Wenn ich einen Laden
oder ein Kaufhaus betreten habe, war ich entweder ganz barfuß, oder
allerhöchstens in Espandrillos, die ja damals in Europa groß in Mode waren (In
den USA sah ich sie nicht). Und da hat mich niemand darauf angesprochen. Ich
glaube, es ist noch nicht einmal aufgefallen, wenn ich barfuß war.
Beim barfüßigen Wandern kamen die auch bei uns üblichen Fragen, meist
bewundernd oder ungläubig, teilweise auch missbilligend oder ermahnend wegen
der möglichen Gefahren, aber niemals entschieden ablehnend.
Was die "unbegrenzten Möglichkeiten" betrifft, musste ich
feststellen, dass in den USA wirklich sehr viel mehr reglementiert ist, als bei
uns oder gar in Skandinavien. Man darf z.B. in den Nationalparks nirgendwo frei
wandern, sondern braucht immer ein Permit von der zuständigen Rangerstation.
Dort wird man vor der tour über mögliche Gefahren in "bear-country"
aufgeklärt und man bekommt eine verbindliche Wanderroute vorgeschrieben.
Leichtsinn und Dummheit vieler Touristen machen solche Maßnahmen wohl
erforderlich. (Ich weiß z.B. von Schweden, wo jeder nach Lust und Laune wandern
darf, dass es den Staat jedes Jahr etliche 100 000 Mark kostet, verunglückte
Wanderer mit dem Hubschrauber aus der Wildnis rauszuholen)
"Land der Bekloppten": Man kann es so sehen, aber gerade der etwas
eigenwillige Lebensstil vieler "Amis" kommt ja uns Barfüßern
eigentlich ziemlich nahe. In Kalifornien wird man bestimmt nirgendwo Probleme
bekommen, wenn man barfuß herumläuft. Dort ist in Bezug auf den persönlichen
Individualismus wirklich alles möglich. Offensichtlich ist es in Florida
anders, wie etliche Beiträge hier im Forum belegen.
Es würde mich auch interessieren, ob das Barfußverbot in Kaufhäusern dem
überwiegenden Kundenwunsch entspricht, was ich mir kaum vorstellen kann. Ich
glaube eher, dass es auf dem Mist irgendeines gelangweilten Sesselpupsers
gewachsen ist.
Andererseits haben wir Menschen die Angewohnheit, angebotene Freiheit immer
etwas auszureizen und zu versuchen, noch etwas mehr davon zu bekommen. In einem
Land, wo immer Badewetter herrscht und deshalb viele Urlauber unterwegs sind,
wird das noch deutlicher.
Wenn man nun erlaubt, barfuß zum Einkaufen zu gehen, wo ja eigentlich nichts
einzuwenden wäre, dann kommt der Nächste auch ohne T-Shirt und wieder der
Nächste nur in der Badehose. Ich kann verstehen, dass da Bedenken entstehen,
gefolgt von Regeln, die wegen Nichteinhaltung dann auch mit Gewaltanwendung
durchgesetzt werden.
Allerdings, wenn ich, vor allem wenn ich als Gast in einem fremden Land bin, an
einen Laden, Hotel, Restaurant etc komme, wo schon an der Tür ein Schild
verkündet, dass barfuß unerwünscht ist, dann gehe ich entweder gar nicht
hinein, oder ich ziehe mir halt für die halbe Stunde, wo ich da drin bin, ein
Paar Schlappen an. Provozieren halte ich im Ausland nicht für angebracht. Hier
bei uns neige ich schon eher mal dazu.
Wenn man, wie im vorliegenden Falle, nur vor die Tür gesetzt wird, hat man ja
noch Glück, es gibt ja Länder (vor allem im islamischen Raum), wo man für
solche Provokationen monatelang eingebuchtet wird oder gar wegen Verstoßes
gegen die guten Sitten oder wegen Gotteslästerung zum Tode verurteilt wird! (Es
wurden ja schon Touristen zum Tode verurteilt, weil sie sich nach einer
einheimischen Frau umgedreht hatten).
Ich jedenfalls werde, nach all dem, was ich hier bis jetzt über Florida gelesen
habe, dieses Land auf die Liste der für mich unattraktiven Gebiete setzen.
Zum Schluss bleibt mir noch eine Befürchtung: Wir hier in Deutschland neigen ja
extrem zum Amerikanismus. Alles was über den großen Teich kommt ist
"gut" und "nachahmenswert".
So ist zu befürchten, dass an deutschen Geschäften auch bald ein
Barfußverbotsschild vor der Türe hängt, überwacht von muskulösen
"Gorillas".
Barfüßige Freiheitsgrüße, Bernd A
Hallo Bernd, ich war 1991 in Kalifornien. Auch
da waren viele Schilder: No shoes, no shirt, no service. Diese habe ich in
Florida allerdings nicht gesehen. Im Gegensatz zu vielen anderen Einrichtungen
stand hier gerade kein Schild am Eingang bezüglich Barfußverbot.
Interessanterweise kommt man in Florida auch in die gehobene Gastronomie in den
späten Abendstunden mit Shorts und T-Shirt und barfuß in Sandalen oder
Flip-Flops rein. Das ist alles kein Problem, solange man irgendetwas
hemdähnliches oben und irgendetwas schuhähnliches unten trägt; aber auf
barfuß wird ausgesprochen allergisch reagiert.
Das Erlebnis in der Mall war ja nicht das einzige dieser Art. Interessant dabei
ist übrigens auch, dass ich innerhalb der Mall in zahlreichen Geschäften
barfuß war und nirgendwo dies als Problem gesehen wurde. ...
Mein Security - Erlebnis war der Höhepunkt von barfußfeindlichen Erlebnissen.
Vorher gab's auch noch was; zwar nicht ganz so spannend aber doch
erwähnenswert.
Aber zunächst das Positive. Ich bin aus keinem Fast-Food-Tempel barfuß
rausgeflogen. Es gab dort auch keine NSNSNS Schilder. Das war in Kalifornien
völlig anders.
Mein erster Versuch galt Seaworld Miami; sehr viel kleiner als Orlando aber doch
sehenswert. Auch hier am Eingang das Schild "shoes and shirt required".
Gerade hier habe ich es nicht verstanden; lebt doch so eine Einrichtung vom Amüsement
der Zuschauer; die einen, die sich nassspritzen lassen, und die anderen, die
sich darüber amüsieren. Nach meiner Erinnerung war barfuß im Seaworld Orlando
erlaubt; das war dort aber der einzige Park, wo das so war (1997); in Disney
wurden selbst Kleinkinder gemaßregelt Schuhe anzuziehen, sobald sie auch nur
einen Fuß auf den Boden setzten. Zumindest hat man innerhalb des Miami Seaworld
barfüßige Kinder seitens des Personals nicht gemaßregelt.
Nächstes Erlebnis: In Fort Lauderdale wollten wir eine Rundfahrt per Schiff
durch die Kanäle der Reichen machen. Vorher hatten wir reichlich zwei Stunden
Zeit. Auto parkte direkt am Strand. Ich packte meinen Rucksack inklusive
Sandalen ins Auto und lief mit drei beschuhten Begleitern am Strand entlang. Am
Ende wollten wir auf der Terrasse eines Strandhotels Mittag essen. Doch jetzt
ging ein fürchterlicher Gewitterschauer hernieder, so dass man selbst unter
Plastik und Dach auf der Terrasse nass wurde. Wir flohen also ins Gebäude und
hier am Restaurant das übliche Schild "Shoes and shirt required". Da
sonst niemand im Restaurant war und die Tür auch offen stand, ignorierte ich
dies und ging hinein. Als die Bedienung meine fehlenden Schuhe bemerkte, kam die
Bemerkung: "You need shoes or you must go. I am sorry, but it`s the law."
und so bewegte ich mich nach außen zum Swimmingpool, wo ein kleiner Teil hinter
dem Ausgang mit festem Mauerwerk überdacht war. Dort saßen auch noch Leute;
aber zu essen oder trinken bekam ich dort nichts.
Als der Regen immer heftiger wurde und schließlich der Boden mehrere Zentimeter
hoch unter Wasser stand, erbarmte sich die Bedienung und holte mich dann doch
ins Restaurant nicht ohne die Bemerkungen "Be careful" und "It`s
very cold" und mit sehr verstohlenem Blick, ob mich den jemand sehen
könnte, der sie dann für ihre Untat verantwortlich machen würde. Meine
Begleiter erzählten mir dann, dass die Frau davon ausgegangen war, dass unser
Auto vor der Tür parken würde und ich Schuhe holen gehen würde.
Ich wagte mich dann auch barfuß auf die "Djungle Queen". Hier ist es
dem Einlasskontrolleur nicht aufgefallen, dass ich keine Schuhe anhatte. Ich
hatte aber vorsichtshalber meinen Rucksack mit Sandalen dabei; dabei da ich aus
Erfahrung schon befürchtet hatte, man könnte mir den Zutritt verweigern. Da es
sich um ein offenes Schiff handelte, war natürlich alles nass; wie angenehm
ohne Schuhe. Dann stand ein kurzer Landgang in einem Indianercamp an. Und; welch
große Überraschung. Der Showindinaner stieg barfuß in den Krokodilkäfig und
gebrauchte auch reichlich seine nackten Füße bei seinen Vorführungen. Als ich
dann wieder an Bord gehen wollte, fiel ich dem Einlasskontrolleur auf und wieder
die entsetzte Frage: Where are your shoes?
Diese Frage stellte bei meinem Security-Erlebnis auch der Fahrer des
Polizeifahrzeuges, in das man mich verfrachtete. Es kam die übliche Antwort.
" I haven`t no shoes here. Why I need shoes?" und die übliche
Antwort. "You need shoes!!!". Ich ignorierte dies dann auch hier und
lief weiter. Bis zum Ende der Fahrt blieb ich dann allerdings unbehelligt auf
dem Schiff. Auf einem Glasbodenboot wagte ich es dann aber nicht mehr barfuß.
Hier liefen sehr viele junge hübsche Frauen herum; einige davon nur im knappen
Bikini; aber alle hatten Schuhe an.
Fazit: Auch wer nur mit Bikini bekleidet ist, benötigt in Amerika Schuhe. Also
Florida für Barfüßer völlig ungeeignet.
Füßlichst Lothar
Wie kannst Du es wagen, sich der einzigen zu
recht verbliebenen Supermacht in den Weg zu stellen? In den sechziger Jahren
hätte man Dich dafür zu recht als Kommunist (barfuß = Hippie = Kommunist =
Gefährdung für die innere Sicherheit der USA) auf den elektrischen Stuhl
gesetzt, heute kannst Du froh sein, dass keine Nato-Bomber Deinen Wohnort in
Thüringen (auch noch Ex-DDR und damit sowieso suspekt) von Dir befreien. Du
hast großes Glück, dass man in Dir nur einen Geisteskranken und nicht den
Staatsfeind erkannt hat.
George Doppel-U Bushfeuer, wir lieben Dich und Dein aufrechtes Volk, das seit
Jahrzehnten, ja Jahrhunderten aufopferungsvoll dafür kämpft, dass die Welt
nicht von Chaos, Krieg, Kommunismus und geistesgestörten Barfüßern zerstört
wird! Ach ja, und von Aliens, hätte ich jetzt fast vergessen.
Uncle Sam, wir brauchen keinen Rosinenbomber mehr, schick uns Schuhbomber!
Bitte!!
Jörg (Hanna)
Hallo Lothar, ich habe Deinen Bericht gelesen,
ohne mich besonders zu wundern.
Lass mich aber auch bitte anmerken, dass, auch wenn es Mode ist, von Amerika zu
sprechen, wenn die USA gemeint sind, dieser unter Rüstungsgesichtspunkten
mächtigste Staat der Erde es zwar gerne sieht, wenn man ihn mit dem Kontinent
Amerika verwechselt, wir aber keinen Grund haben sollten, diesen Sprachgebrauch
zu pflegen.
Es gibt da ein schönes Zitat der Bewohner von Klein Bonum, die eine beständig
angreifende Spezies kurz und knapp charakterisieren. Machen wir doch aus den
Römern die US-Amerikaner und aus dem Ausruf der Einwohner von Klein Bonum
unsere eigene Erklärung.
Bekleidungsvorschriften, wie sie geschildert wurden, sind nur ein Teil einer
für mich völlig unverständlichen Rechtsordnung. Strafrechtlich schickt man
dort Kinder ins Gefängnis, zivilrechtlich erhält man wegen Bagatellen
Schadenersatzansprüche, die den eigenen Lebensverdienst weit übersteigen.
Auch wenn bemühte deutsche Juristen das damit zu erklären versucht haben, dass
das soziale Netz dieses Landes nur marginal vorhanden ist, sind die laufend auch
bei uns bekannt werdenden Exzesse der dortigen Rechtsprechung nicht zu
verstehen. Ich erinnere, um konkret zu werden, an den Fall einer Frau, die sich
in einer bekannten Hamburger-Kette einen Kaffee gekauft hat. Wünscht man keinen
Eiskaffee, so wird implizit heißer Kaffee bestellt, nicht lauwarmer. Sie hat
den Kaffee heiß erhalten. Der Verkäufer hat seine Leistung ordnungsgemäß
erbracht. Aus Schusseligkeit hat sie sich Kaffee über Hose oder Rock
geschüttet und sich, schon vom Sachverhalt her höchstens leicht, verbrüht.
Sie erhielt Schadenersatz in einer Höhe, für die bei uns noch nicht einmal ein
lebenslanges An - den - Rollstuhl - gefesselt - sein genügt hätte. In
Deutschland hätte bei einem wachen Richter ein Klagantrag dieses Inhalts sogar
als rechtsmissbräuchlich zurückgewiesen werden können.
Meine Vermutung: Weil nicht ganz auszuschlie0en ist, dass sich irgend ein
Besucher barfuß irgendwie verletzt und dies als Chance verwenden will, für den
Rest seiner Tage ausgesorgt zu haben, könnte die geschilderte Kleiderordnung
ein Versuch sein, solchen Eventualitäten vorzubeugen.
Wer nach Amerika und barfuß laufen will, sollte sich eines der vielen anderen
Länder des Kontinents aussuchen. Ein Geheimtipp, bei VOX in einem Reisemagazin
besprochen und auch im Forum bezeichnet, ist ein kleines Land an der
Karibikküste südöstlich von Mexico. Der Bericht dürfte jedenfalls die
Reiselandauswahl erleichtern.
Es grüßt Hans-Martin
Hallo, da scheint Lothar in ein Wespennest
gestochen zu haben. Ich weiß aber nicht, warum man sich über Amerika so
aufregt? Nur weil Wachleute ihren Job gewissenhaft ausgeführt haben, um nicht
arbeitslos zu werden?
Im Gegensatz zu unserem inzwischen fragwürdigem sozialen Netz, kann man in den
USA nicht immer den Job ablehnen, der einem nicht passt Im schönen Deutschland
kann man von der Sozialhilfe noch trefflich leben, aber in den Staaten sieht es
schon anders aus. Man muss dann schon nehmen, was einem angeboten wird.
An der von Lothar beschriebenen "Sawgrass Mills Mall" sind Investoren
aus der ganzen Welt beteiligt. Aus dem Grunde wird der Betreiber auch seine
Gründe haben, etwaigen Schaden (in Form einer immensen Schadensersatzklage)
fern zu halten. Der Umfang einer solchen Klage dürfte mittlerweile jetzt jedem
bekannt sein.
So ist aber die amerikanische Rechtsprechung, über die sich streiten lässt,
wie über die deutsche Rechtsprechung. Gesetze werden nun mal gemacht um sie
auch einzuhalten. ...
Auch wenn die USA westlich orientiert sind, haben die Bürger doch eine andere
Mentalität als die Europäer, auch wenn es auf dem ersten Blick nicht
auffällt. Wenn man schon in einem fremden Land ist, sollte man auch seine
Sitten, Gesetze und Bräuche beachten. Selbiger sollte sich dann auch nicht
über andere aufregen, die buddhistischen Tempel mit Schuhen betreten. ...
Zugegebenermaßen ist Florida mein Lieblingsurlaubsort und ich habe die Erfahrung
gemacht, dass in Geschäften in denen der Besitzer selbst hinterm Tresen steht,
kein Aufhebens um barfüßige Kunden gemacht wird. es gibt sogar ein Zusammenschluss
barfußfreundlicher Geschäfte in Südflorida. Z.B. gibt es viele
barfußfreundliche Läden zwischen Fort Lauderdale und Miami in den Orten
Hollywood Beach und Dania. Auch der Ort Coco Beach auf der Höhe Orlandos ist,
bedingt durch die vielen Surfer, recht barfußfreundlich. Ebenso die Florida
Keys.
Es ist, wie bereits angesprochen, verständlich, dass die großen Handelsketten,
bedingt durch die Gesetze, hart durchgreifen (müssen). Ebenso die Angestellten,
die es, wie bereits erwähnt, nicht so gut haben wie in Deutschland.
Gruß und Fuß Andreas S.
Hallo, in letzter Zeit gab's ja reichlich Diskussionsstoff zum Barfußgehen in
den USA (Ich hab nicht alles gelesen, was dazu geschrieben wurde).
Sicher neigen
die Amis dazu, manche Dinge zu übertreiben, aber es könnte vielleicht einen
guten Grund dazu geben (ich war noch nie drüben, werte also nur Artikel aus, die
ich selber gelesen hab): Neulich stand in der Auto Bild ein Artikel über
Sommerreifen, die man im Südwesten in Texas getestet hatte, dort passte das
Wetter dazu.
Die Testcrew machte Bekanntschaft mit einer Schwarzen Witwe,
Skorpionen und einer (allerdings toten) Klapperschlange. Dazu hat mir vor
längerer Zeit eine gute Bekannte was erzählt von sehr gefährlichen Roten
Feuerameisen, die speziell im Süden der USA sehr gefürchtet sind.
Die Folgen
einer Berührung mit solchen Tieren sind extrem schmerzhaft und können durchaus
auch tödlich verlaufen. Damit bleibt festzustellen, dass es vielleicht nicht
nur Schikanen sind, wenn Schuhe tragen Pflicht ist.
Gruß bernd
Wie viele Klapperschlangen leben in Einkaufszentren? ;) [asc]
Ich kann mir aber kaum vorstellen, dass in einem Supermarkt rote Feuerameisen
oder Skorpione anzutreffen sind. Dann könnte man ja auch unbedacht mit den Händen reingreifen, wenn
so was sich im Regal versteckt.
steveh
[bestätigt Urteil, dass man es in USA überwiegend mit
Idioten zu tun hat. Mika]
Zwar führt schon die Grenzkontrolle bei der Einreise
dazu, solche Vorurteile zu zementieren, aber ich kenne genügend sympathische
Bürger der USA, die auch gerne barfuß gehen, dass ich das so nicht
unkommentiert stehen lassen kann.
Wenn dort etwas kaputt ist, dann ist es das
System (eine stark von industriellen und religiösen Interessen gesteuerte
Scheindemokratie) und nicht die Einwohner. Ein Unterschied zu Europa ist schon
gegeben. Das zeigt sich schon an der Ausrichtung von Gruppierungen, wie sie auf http://www.barefooters.org/ und
http://www.pedol.homestead.com/ zu finden sind.
Dort bedarf es einer kämpferischen Grundhaltung, um barfuß akzeptiert zu sein
- ähnliches ist auf hiesigen Barfußseiten nicht zu finden.
Der geringere
"Organisationsgrad" der Barfüßer in Mitteleuropa ist eine Folge
davon (daran ist ja nichts auszusetzen; mir gefällt unsere lockere Gesellschaft
hier im Forum ohne strikte Organisationsform und Aufnahmekriterien).
Bestünde
hier die gleiche Mauer, gegen die unsere Freunde in den USA anrennen, dann gäbe
es bestimmt auch schon andere Interessengruppen, Parteien .
Unci
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