| [Barfuß in Australien] | [Bernd A. unterwegs in Downunder] |
Barfuß in Australien
(verschiedene Forumberichte seit Frühjahr 1999)
Ich war 3 Wochen in Australien und es war Spitze. In
jeder Stadt waren Leute barfuß auf der Strasse. Auch in der Metropole Sydney.
Selbstverständlich gab es in der Strasse von Bondi und Manly (in der Nähe von dem
Strand) viele Leute ohne Schuhe, aber auch in der Stadtmitte oder in der U-Bahn waren
Leute barfuß.
Darwin war ganz toll, weil wo ich lief, immer viele andere Barfüßer in der Nähe waren.
Nur einige Restaurants verweigerten Leuten ohne Schuhe den Zugang, aber im Laden, Fastfood
Restaurant, Postamt, Museen usw. sind nackte Füße gar keine Problem.
Meine Ferien starteten in Darwin. Meine nackte Füße waren noch nicht gewohnt, viel auf
der Strasse zu laufen. Es war ganz warm, so der Asphalt war ab und zu sehr heiß. Nach
einige Tagen war ich es gewohnt und lief ruhig auf den heiße Strassen. Der Asphalt in
Darwin war auch roh. Das war die Ursache, dass meine nackten Sohlen nicht richtig schwarz
wurden. Später in Alice Spring und Sydney waren meine Füße ganz schwarz. Wirklich ein
gutes Gefühl und Anblick. ...
Seit die Grundschule mochte ich gern barfuß laufen. Wahrend des Sportunterricht
liefen
viele Jungens barfuß. Meine Eltern kauften Sportschuhe für mich aber ich lief fast immer
barfuß. Jetzt mag ich noch immer gern barfuß laufen und sporten. Wegen meines Beruf,
soziale Umgebung usw. lauf ich nur viel barfuß wahrend Ferien. Laufen durch Städte
gefallt mich am besten weil meine nackte Füße schon schwarz werden. Beachvolleyball,
Kampfsport und ab und zu Fitness tu ich ohne Schuhe.
[ Auch wo Du lebst, wäre interessant zu erfahren. Kann es vielleicht sein, dass
Deutsch nicht Deine Muttersprache ist ? Georg]
Das stimmt aber ich tu mein möglichstes. Norman
Hi Leute, ich komme gerade aus Australien zurück ! Ein
absolutes Land für Leute, die gerne barfuß sind !
Im Norden (Darwin und an der Ostküste) laufen ca. 1/3 der Leute BARFUß. Im Kaufhaus, in
der Bank, auf der Straße... eigentlich überall. Die Leute sind da echt gut drauf.
Barfußlaufen ist dort normal !
Gut, das Klima ist auch entsprechend warm. Aber bei uns im Sommer schauen dich die Leute
schon komisch an, wenn die barfuß in die Kneipe oder die Bank gehst. Auch Fußschmuck bei
Frauen ist sehr verbreitet. Frauen tragen fast alle Zehenringe oder Fußbändchen.
Ein Guide im KAKADU Nationalpark geht schon seit Jahren ohne Schuhe (auch über
scharfkantige ECHT gefährliche Felsen). Unsere Köchin auf einem 3 tägigen Bootstrip
durch die Withsunday Islands lief auch nur barfuß auch bei schwierigstem Gelände auf den
Inseln. (Nord) Australien ist in dieser Hinsicht echt spitze ! Steve
Wenn's nur nicht so weit weg wär :-( Aber irgendwann mal flieg ich ihn! :-) Marco
Oh ja, da möcht' ich auch mal hin, natürlich nicht nur weil man da gut barfuß laufen kann. In Neuseeland soll es wohl auch so sein. Bist du die ganze Zeit barfuß unterwegs gewesen wie eure Köchin? Bei uns sind viele ja wirklich nicht so locker und kucken als ob man von einem anderen Stern ist, wenn man barfuß rumläuft. Dabei war das ja gerade diesen Sommer fast jeden Tag drin. Kris
Australien. Ein Barfuß - Paradies?
Ich bin vor ca. zwei Wochen aus einem Australienurlaub zurückgekehrt und wollte euch mal berichten, wie es da so mit
dem Barfußlaufen steht.
Dort war es ende Frühling mit durchaus Regentagen aber Temperaturen über 20 Grad.
Ich war so ca. 70% barfuß unterwegs, nur im
tropischen Regenwald und in den Outbacks habe ich Trecking - Schuhe angezogen. Vor
schlangen, Skorpionen, gefährlichen Moskitos und anderen netten Weggefährten
hatte ich dann doch zuviel Respekt.
Bevor ich euch mit einem kompletten Urlaubsbericht zutexte, will ich mich hier nur aufs
Thema barfuß beschränken. Egal wo ich war, es gab keinen Tag, an dem ich keine
Barfüßler gesehen habe,
im Gegensatz zu hier allerdings anteilig mehr Männer (so ca. 60% Männer/ 40% Frauen) und auch über eine breitere
Altersspanne. Viele , mit denen ich mich
unterhalten habe, haben mir erzählt, dass sie nur selten Schuhe tragen. Mich
wundert das nicht, da der Lifestile dort insgesamt ziemlich "laid-back"
ist.
Auch der Anteil an Freaks oder Neo- - Hippies ist höher als in Europa. Selbst
eine kosmopolitische Metropole wie Sydney hat mit "Glebe" und "Newton"
zwei Stadtteile mit hohem Anteil alternativer Kultur, die ihr unbedingt besuchen
solltet, wenn ihr mal da seid. Auf den märkten dort laufen unheimlich viele
barfuß, aber auch an "normalen" Tagen trifft man auf viele Barfüßler auf der
Straße oder beim abhängen in Cafés. Einfach toll!
Weiter nördlich wird es immer tropischer und immer mehr Menschen sind barfuß.
Nun ist
es nicht gerade so, dass man als Schuhträger großartig auffallen würde, aber
ein Highlight meiner Reise "Byron - Bay" war dann wirklich fast das
barfuß Paradies. Wo gibt es sonst so ca. 10% aller Menschen, die so rumlaufen
barfuß zu bewundern?? Ich kenne keinen anderen Ort.
10% hört sich vielleicht
nicht so viel an, stellt euch aber mal vor, ihr würdet in Deutschland durch die
Fußgängerzone barfuß laufen und 10% täten euch gleich. Noch toller ist, dass
davon wiederum mindestens ca. 60% keine Schuhe dabei haben. Diese Selbstverständlichkeit ist schon beeindruckend und liegt
vielleicht auch an dem
überproportionalen Anteil an alternativer Kultur und hohem Backpacker - Anteil,
aber auch "Normalos" lassen sich dort scheinbar gerne animieren.
Allerdings ist nicht alles eitel Sonnenschein. Ich bin z.B. aus zwei Pubs
höflich hinauskomplimentiert worden, weil ich keine Schuhe dabei hatte. Im
ersten Fall machte man mich auf die berühmt - berüchtigten "no shoes - no
service" Aufkleber an der Tür aufmerksam und wies auf die Gefahr von Scherben hin.
Da ich mein Bier aber draußen zuende trinken konnte habe keinen
großen aufstand angefangen. Und im zweiten fall musste man witzigerweise nach
19:00 Schuhe tragen, vorher war es o.k..
Für die, die es interessiert, gibt's die
schwärzesten Fußsohlen in den Großstädten. Hatte es aber mal nicht gerade
geregnet, war der Schwärzegrad in kleineren orten, wie z.B. Byron - Bay, auch
schon ganz nett.
Probleme mit Hotels gab es übrigens kein einziges mal.
Logo, dass man die Ochsentour nach down - under nicht wegen des Barfußlaufens auf sich
nimmt, sondern weil es ein ganz tolles und weitestgehend wildes Land ist, aber
der angenehme Nebeneffekt ist wirklich nicht zu verachten. Zumindest bei mir
färbt die Möglichkeit, weitestgehend unbeschwert barfuß laufen zu können,
nicht nur die Fußsohlen, sondern auch auf den allgemeinen Wohlfühlfaktor ab.
liebe grüße! mike
Hi Leute! Zu dem Thema hab ich auch mal was interessantes gelesen: Die Australische Armee hat bis vor ca. 5 Jahren immer dieselben Stiefel verwendet wie die Britische, allerdings mussten sie feststellen, dass die den meisten Soldaten nicht richtig gepasst haben. Die Ursache dafür ist einfacher als man denkt ... Australische Kinder verbringen im Gegensatz zu Britischen einen Großteil ihrer Kindheit barfuß, deshalb hat der normale Australier breitere Füße als der normale Brite ... Fragt mich jetzt bitte nicht, wo ich das herhab, ist schon länger her, dass ich das irgendwo aufgegabelt hatte... Schnaxel
Hi zusammen auf die Gefahr hin, dass ich nur Referenzen auf die best- of- library erhalte, stelle ich meine frage trotzdem: ende Oktober geht's für drei Wochen ins Känguru - Land. natürlich möchte ich dort möglichst viel zeit barfuß verbringen. stimmt es wirklich, dass die Aussies eine sehr positive Einstellung gegenüber Barfüßlern haben? danke für eure Infos. Martin (the goblin)
[ stimmt es wirklich, dass Aussies positive
Einstellung gegenüber Barfüßlern haben?]
Bestimmt. Ich war in 1999 in Australien und ich habe viele Füße ohne Schuhe
gesehen (und natürlich selbst auch viel Barfuß gelaufen). Martin
mailto:moosterhof_nl@yahoo.com.au
In den Städten an der Küste und hier vor allem an den strandnahen Stadteilen wirst Du barfuß sicher nicht auffallen. Meine Begeisterung fürs barfüßige Wandern im Outback konnten die mitreisenden Aussies allerdings nicht so ganz teilen. Die Reaktionen waren ähnlich, wie sie auch bei uns hier sind, wenn man barfuß im Wald umherwandert. Gruß, Bernd A.
Ist bei mir zwar schon zehn Jahre her aber damals waren zumindest in Perth viele Leute barfuß unterwegs. Auch die Besatzungen diverser Schiffe waren häufig barfuß anzutreffen. Die Eingeborenen gehen sowieso barfuß außer sie müssen in die Hauptstadt. Lothar
Ja, was Du gehört hast, stimmt auf jeden Fall.
Barfuß ist sehr viel verbreiteter als in D oder in den USA. Ich lebe seit 1999
in Sydney.
Du wirst auch Leuten, die barfuß gehen, in der Stadt begegnen (wohl am besten:
Cairns). Aber auch in Sydney oder Brisbane kein Stigma gegen Barfußlaufen,
genauso wenig wie in Neuseeland. Nur einige Kinos gibt's mit Anti- bf-
Kampagnen. Und einige Restaurants sehen's auch nicht gerne. Aber insgesamt ist
mein Eindruck nicht schlecht ... Marc
Die größte Intoleranz habe ich bisher - man höre
und staune - in Australien erlebt. Als ich dort barfuß den Ayers Rock bestieg,
was für geübte Barfüßer kein Problem ist (Nur die unzähligen auf dem Felsen
zerborstenen Colaflaschen können zum Problem werden), haben mich die
Mitreisenden nicht nur als etwas "grazy" sondern gleich als richtig
"mad" eingestuft. ...
In unserer Reisegruppe in Australien waren fast nur Australier und Neuseeländer,
jeder Altersgruppe. Es waren die Australier, die am komischsten reagierten. Die
wenigen Europäer akzeptierten das barfußgehen nach der übliche Fragerei. Es
waren allerdings auch nicht alle Aussies, die komisch reagierten. Aborigines
haben wir keine besucht, was ich außerordentlich bedauerte, da ich auf meinen
Reise gerne Kontakt zur Urbevölkerung habe. Gruß Bernd
A.
Gerade in Australien laufen doch auch sehr
viele Einheimische barfuß und für die Aborigines um den Ayers Rock ist da ja
normalerweise ohnehin selbstverständlich. Für diese ist es ein Gräuel wenn
die Touris den Heiligen Berg besteigen, aber wenn sie's auch noch mit Schuhen
tun, wir es ihnen richtig weh tun.
Ich muss aber zu meiner Schande gestehen, ich bin damals auch mit Schuhen
aufgestiegen. Damals wäre ich nicht auf die Idee gekommen, dies barfuß zu tun.
Viele Grüße Lothar
[Reisegruppe fast nur Australier und
Neuseeländer ... Australier am komischsten reagierten]
??? Das ist aber komisch. Ich dachte in Australien und Neuseeland wäre das
Barfußlaufen eine alltäglichere Sache als hier in Europa. steveh
Das dachte ich eigentlich auch, in Sydney war
das barfußlaufen auch überhaupt kein Problem, das ist niemand aufgefallen.
Vielleicht hatte ich auf der Bustour quer durch das Outback auch nur eine
"seltsame Truppe" erwischt. Oder es lag daran, dass ich in der Wildnis
barfuß lief.
Die meisten Barfußläufer in Australien findet man ja doch in den Städten am
Meer, wie Perth, Sydney und natürlich Brisbane und auf den Inseln des Great
Barrier Riff. Im Outback, z.B. am Ayers Rock war ich der einzige.
Gruß, Bernd A.
Meine Erfahrungen sind auch schon 10 Jahre alt.
Heute habe ich eine Postkarte von Freunden erhalten, die gerade da waren. Die
Schreiben von 40 Grad Temperatur.
Bei dieser Temperatur würde ich sicher nicht mehr barfuß gehen. Aber damals
waren die meisten Barfüßer in der Stadt Perth zu finden; die gilt übrigens
als sauberste Stadt Australiens. Wunderbar geklinkerte Fußgängerzone. Schade
dass ich damals noch keine Lust hatte barfuß zu laufen.
Auch das Personal auf den Personenfahrgastschiffen versah seinen Dienst häufig
barfuß. Die Aborigines betreten ihren heiligen Berg im Outback auch nur barfuß.
Touristen sollten diesen heiligen Berg nicht betreten, tun diese aber täglich
zu Tausenden. Ich war auch oben. Es liegt halt viel Zivilisationsschmutz rum.
Viel Spaß in Australien und verbrenn Dir nicht die Füße, denn dort brennt es
häufiger. Lothar
hey per Zufall bin ich gerade down under - und
kann meine ersten Erfahrungen mitteilen.
In Downtown Sydney (business district) ist nicht viel los mit barfuß - gehst du
aber nach kings cross, wo sich die backpacker treffen sieht's schon viel besser
aus - auch bei bondi beach triffst du viele barefooters an.
Sydney ist extrem clean - einen schwarzen sohlen Rekord wirst du da sicher nicht
aufstellen.
Meine zweite Etappe ist Melbourne: leider enttäuschend wenig barefoot people -
sogar rund um die beach, schwarze Sohlen gibt's hier aber viel schneller.
Und noch eine Beobachtung, die dem allgemeinen Trend zuwiderläuft: in beiden Städten
laufen deutlich mehr Jungs als Girls barfuß.
das wär's erst mal mick
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Bernd
A. unterwegs in Downunder
(Forumberichte im Herbst 2000)
Sydney war ja nun 2 Wochen lang im Blickpunkt der
Welt - Öffentlichkeit, heute
wurde Olympia 2000 mit einem begeisternden Feuerwerk beendet. Für mich war Sydney
nicht nur in sportlicher Hinsicht interessant, es wurden auch Erinnerungen wach,
als ich, vor 13 Jahren, in Downunder war.
23 Stunden hatte der Flug aus dem
spätwinterlichen Deutschland ins frühherbstliche Australien gedauert, dann
konnte ich meine nackten Füße auf die andere Seite der Erde setzen.
Gelandet
bin ich genau dort, wo Capitän Cook knapp 200 Jahre zuvor mit seinem Schiff
ankam. Die Bucht, in der er ankerte, nannte er "Botany Bay", wegen
ihrer vielen interessanten botanischen Schönheiten, die seine mitgereisten
Wissenschaftler dort fanden. Botany Bay ist der Ort, wo sich heute der Flughafen
befindet, einige Meilen südlich einer der schönsten Städte der Erde: Sydney!
In Sydney wurde während meines Aufenthaltes viel gebaut, die Stadt bereitete
sich auf die Feiern zum 200jährigen Jubiläum vor. Bis heute hat sich sicher
noch viel geändert, auf dem Weg zur Olympiastadt. Meine Unterkunft in Sydney
war im Stadtteil Kings Cross, einem Vergnügungsviertel mit viel Nachtleben.
Doch
wer geht schon wegen des Nachtlebens nach Australien? Für mich war eigentlich
das Outback das, was ich erleben wollte. Und wenn man schon mal in solch einer
Stadt, wie Sydney ist, dann schaut man sie sich natürlich auch an. Einen
herrlichen Rundblick hat man vom Fernsehturm mitten in der Stadt.
Im Stadtzentrum selbst sieht es aus, wie in vielen Großstädten der Erde mit angelsächsischem
Flair. Herausragente Highlights sind natürlich das Operahouse, mit seiner
eigenwilligen Architektur und die Stahlkonstruktion der Harbourbridge, die die
Innenstadt mit den nördlichen Außenbezirken und den dortigen Badestränden
verbindet. Von meinem Hotel aus hatte ich nur wenige Gehminuten ins
Stadtzentrum, ebenso zu einigen malerischen Buchten mit vielen Segelbooten. Hier
kann man barfußlaufen und man wird vielen anderen Barfüßlern begegnen, im
geschäftigen Stadtzentrum findet man auch nicht mehr Barfußläufer, als in
London oder New York. Doch an den Stränden, nördlich und südlich der Stadt,
sind Barfußläufer in ihrem Element, wie überall auf der Welt.
Nach drei Tagen
Sydney ging die Busreise ins Outback los. 40 Leute teilten sich den Überlandbus
mit Gepäckanhänger und 80 Augen richteten ihre Blickrichtung auf meine
unbeschuhten Füße! Wenn ich meine Blicke so durch die Runde schweifen ließ,
fand ich eigentlich noch viele nackte Füße, deren Zehen gelangweilt unter den
Bussitzen herumspielten. Sie steckten allerdings alle in blauen, grünen, gelben
oder roten Badelatschen. Wo ist da nun der Unterschied? dachte ich. Aber na ja,
vielleicht haben die ja auch nur zufällig meine Füße angeguckt, vielleicht
bin ich diesbezüglich zu empfindlich, die sind ja fast alle barfuß.
Die erste
Tagesfahrt ging in westliche Richtung, quer durch New- South- Wales, durch
endloses Farmland, wo echte Cowboys zu Pferde Rinder und Schafe hüten und Kängurus
verscheuchen und auch abschießen. Die "Rus" wie sie genannt
werden sind eine echte Plage, für die klimatisch ohnehin gebeutelten Farmer.
Die erste Campingübernachtung bei der Stadt Mildura an der Grenze nach
Victoria, direkt am längsten Fluss Australiens, dem Murray - River. Der Abend
wurde sehr frisch, und schon kamen die ersten Fragen der Ausies, ob mir das nicht
zu kalt sei, so ohne Schuhe und Socken. Ich schaute in die Runde: "Aber da
sind doch viele barfuß!"
"Ja, aber wir haben 'thongs', hast du keine
'thongs'? Kauf dir doch welche, die sind nicht teuer!"
'Thongs! Mit 'thongs'
waren die Badelatschen gemeint, die nur aus einer Sohle und einem Halteriemen
zwischen den Zehen bestehen.
"Aber da ist doch kein Unterschied, ob ich nun
ganz barfuß bin, oder ob ich thongs trage!"
"Na ja, es ist schon
besser, man kann sich nicht verletzen, und es ist nicht so kalt... look at, we
have all such thongs...!"
Ich erzählte denen dann, wie kalt es bei uns in
Deutschland sei, kaum mehr als 25 Grad im Sommer, und im letzten Winter (1987)
hatten wir sogar mal minus 22 Grad in Karlsruhe, was sehr, sehr, sehr kalt ist
und das war ja gerade vor ein paar Wochen und deshalb ist die Kälte für mich
kein Problem, da ich ja auch zu Hause meistens barfuß rumlaufe. (Mein Gott,
diesen Satz dürfte meine frühere Deutschlehrerin aber nicht lesen...)
Na ja und
da haben die hitzegewohnten Ausies dann aufmerksam und etwas ungläubig
zugehört. Solche Temperaturen sind für sie unvorstellbar. Doch so ganz
überzeugen konnte ich nicht, denn wir hatten noch einen Mitreisenden aus Inuvik
in Kanadas North- West- Territories. Dort waren es bei seiner Abreise nach
Australien minus 47°C und er hatte Schuhe an ...
Am nächsten Tag ging die Fahrt
zunächst durch die Flinders Range, und dann nach Port Augusta am Nordende des
Spencer Gulf in Süd Australien. Die meisten besuchten abends noch eine Disco,
wo doch einige tanzende Frauenfüße ohne Schuhe zu bewundern waren, für
diejenigen, die's anregend finden. Nun folgte die erste Tagesetappe nordwärts
in karge Wüstengebiete. Nachmittags erreichten wir die Grubenstadt Cooper Pedy,
wo Edelsteine abgebaut werden. Das Leben spielt sich hier unter Tage ab, man
arbeitet im Berg, man wohnt im Berg, ja sogar die Kirche ist im Berg. Das ist
ganz praktisch, denn dort ist immer angenehm warm, so um die 20 Grad, auch wenn
im Winter der kalte Wind vom Südpolarmeer heraufpfeift und wenn im Sommer die
Wüstensonne erbarmungslos brennt und es draußen bis über 60 Grad heiß
werden.
Und nun musste ich mir was einfallen lassen, warum der kältegewohnte
Europäer auch im heißen Wüstensand keine thongs trägt ... Wir besichtigten
die Stadt unter Tage und übernachten selbst auch im Dock Out, wie die Wohnungen
im Berg genannt werden. Die nächsten Tage ging's durch heiße Wüstengebiete,
Nächte in der Wildnis, wo Dingos um die Zelte schleichen.
Dann erreichten wir
den Ayers Rock. Eine Wanderung zwischen den Felsen der "Olgas", die Abendstimmung
mit dem berühmten Farbenspiel am Ayers Rock. In der Kühle des
frühen Morgens starteten wir zum Gipfel des Monoliten. Ich barfuß. Und nun gab
es nur noch Kopfschütteln: "Crazy, mad, stupid ... something must be wrong
with you!"
Dabei fand ich es gar nicht so ungewöhnlich, der Felsen ist
glatt ohne spitze Kanten und ohne Probleme barfuß zu gehen. Was soll's, ich
ließ mich nicht beirren, und machte es so, wie ich es für das Beste hielt. Die
Aussicht in der klaren Luft ist überwältigend, wenn man oben steht, und als
wir nachmittags auf dem Zeltplatz relaxten, gab es noch einige Diskussionen um
den Sinn meiner Barfußaktion. Als ob es nichts Interessanteres gäbe.
In Alice
Springs haben wir die Spielbank besucht. Der Tourleiter hat eine
Ausnahmegenehmigung erwirkt, dass wir auch ohne das sonst übliche Outfit
Einlass bekamen, "but, you must wear shoes, of course!" war sein
ernster Rat.
Nach diesem beschuhten Intermezzo ging es wieder in die Wildnis,
eine Barfuß - Wanderung im Kings - Canyon, sehr beeindruckend, diese
Felsenschlucht, eigentlich wie der Grand Canyon im Miniformat. Die Felsmurmeln
von Devils Marbles, eine Bootsfahrt und Wanderung im Catherine - Gorge, Dusche
unter einem Wasserfall, da waren dann fast alle barfuß.
Unterwegs setzte unser
Fahrer den 40- Tonnen- Bus in den weichen Wüstensand, mit Schieben war da nichts
auszurichten. Auch ein Baustellen - Lkw vermochte es nicht, unseren Bus aus dem
Sand zu ziehen. Aber der Fahrer versprach, Hilfe zu holen. Und eine Stunde
später tuckerte eine Planierraupe von einer fast 20 km entfernten Baustelle an
und zog den Bus wieder auf festen Boden.
Zum Schluss ging es noch in den Kakadu - Nationalpark. Eine Bootsfahrt auf Urwaldflüssen, Krokodile und
Wanderungen standen noch auf dem Programm.
Inzwischen, nach fast 3 Wochen, hat
man sich auch an meine Barfüße gewohnt und so viel der Abschied dann auch
herzlich aus. Ich verließ die Gruppe in Darwin/ Nord Australien, um wieder nach
Hause zu fliegen.
Der Rest fuhr weiter nach Queensland und zum Great- Barrier- Reef, Barfuß -
Land.
"Da solltest Du mitkommen, da laufen wir alle
barfuß, das wäre bestimmt was für Dich!"
"Ja, vielleicht beim
nächsten Mal, ich wäre ja gerne weiter gefahren, aber ich muss leider nach
Hause, die Arbeit ruft!"
Ein Abschiedskuss von allen weiblichen
Mitreisenden, mir zu Ehren waren sie heute fast alle barfuß, es war nicht
einfach, nach Hause zu fliegen und die anderen am Barrier Reef alleine barfüßern
zu lassen.
Bernd A.
Hi Bernd, ich muss dir auch mal ein Lob aussprechen. Deine Reisebericht sind einfach super. Da ist man immer so richtig mittendrin und voll dabei und bedauert es immer, wenn der Bericht zu Ende ist. Und dann immer als unaufdringliches Highlight deine Barfuß - Erfahrungen im Urlaub - ohne dass das Drumherum zu kurz kommt. Danke + weiter so!! Moritz
Hi, bemerkenswert, was Du da schreibst. Als ich eine ganz ähnliche Reise in
die Outbacks unternahm, musste ich einen "Disclaimer" unterschreiben,
dass jeder Schaden, den ich nehme, zu meinen Lasten geht. Denn der Reiseleiter
bestand auf festem Schuhwerk, das ich gar nicht hatte, wegen der Gefahr von
Schlangen und anderem Gezücht, auf das man treten könnte.
Vor allem morgens
und abends lauern die Viecher unter Steinen, die die Wärme halten, erzählte
er; einige davon gehören zum Giftigsten, was rumläuft.
Das war mir ziemlich
unheimlich, ich habe herumliegende Steine noch mehr gemieden als sowieso schon
mit meinen nackten Zehen (sonst denke ich ja nicht darüber nach, wo ich
hintrete, aber da hatte ich ausnahmsweise das Gefühl, dem "siebten
Sinn" nachhelfen zu müssen).
Alle anderen in der Gruppe trugen die
Knöchel bedeckende Boots, nicht Thongs, und immer lange Hosen (gegen
Schlangen). Tatsächlich gab es im Vergleich zu unseren Breiten aber dort viel
mehr barfüßige Menschen in den Städten, und ich habe nur im Outback Aufsehen
erregt ohne Schuhe.
Dort draußen habe ich außer mir nur Aborigines barfuß
gesehen. Die übrigens auch nicht gestochen oder gebissen wurden (wenigstens so
lange ich hinschaute). Gruß Julia Fiona
Erst mal möchte ich allen danken, die meine Reiseberichte lesen und immer
sehr positiv reagieren. Es freut einen doch immer wieder, anhand euere
begeisterter Kommentare zu sehen, dass meine Berichte auch gut ankommen. Da
bekommt man richtig Lust, in den Erinnerungen zu kramen und weitere Erlebnisse
in das Forum einzubringen.
Heute möchte ich noch genauer auf meine Wandertouren
im australischen Outback in der Umgebung vom Ayers Rock und Alice Springs
eingehen.
Der Ayers Rock wird von den Ayers Rock oft nur "the clump"
genannt, er ragt ja einsam und alleine aus der weiten ebenen Landschaft, wie von
einem Riesen abgelegt und vergessen. Ebenso die Olgas, eine Felsformation etwa
30 km vom Ayers Rock entfernt. Die Olgas sind etwas mehr verwittert und tiefe
Felsschluchten durchziehen sie.
Was meine barfüßige Aktivitäten angeht, war
es schon so, dass unser Busfahrer, der auch gleichzeitig als Tourleiter für die
Sicherheit der Gruppe verantwortlich war, sehr skeptisch war und oft auch sagte,
dass ich ohne Schuhe nicht mitwandern kann.
Wie Julia in ihrem Kommentar auf
meinen letzten Bericht ja auch schon sagte, wird da eindringlich vor Schlangen,
Spinnen, Skorpionen und anderem Getier gewarnt. Deshalb untersagte der
Tourleiter mir, bei längeren Wanderungen barfuß zu gehen. So beschränkte ich
mich meist auf kürzere Barfußstrecken, z. B. am Ende einer längeren Tour. Die
Möglichkeit, eine schriftliche Erklärung abzugeben, dass ich meine
Barfußaktivitäten auf eigenes Risiko unternehme, wie bei Julia, bestand nicht.
Den Ayers Rock erklomm ich allerdings komplett barfuß. Es war unsere erste
größere Tour und jeder kletterte für sich den Felsen hoch, so dass die große
Diskussion erst nach unserer Rückkehr entbrannte.
Nun aber zu den Schönheiten
solcher Touren im Outback. Eine erste kürzere Wandertour, etwa 1 Stunde, also
mehr ein Spaziergang, unternahmen wir bei den "Olgas". In der
Umgebung gibt es viel stacheliges Gestrüpp und auch die in früheren Berichten
schon erwähnten "Morgensterne". So hielt sich das Barfußvergnügen
sowieso schon in Grenzen und es kam zu keinen Diskussionen.
Wie schon erwähnt,
ragen die Olgas als einzelne, von Wind und Regen glattgeschliffene und
abgerundete, rotbraune Felsen aus der Landschaft. Wie rotbraune Eier eines
Dinosauriers erscheinen sie, wenn man von der Ferne auf sie zufährt. In den
Schluchten zwischen den einzelnen Felsen wachsen Eukalyptusbäume, und auch
Blumen reizen immer wieder zum Fotografieren. Die hellgrünen Blätter des
Eukalyptus geben im gleißenden Sonnenlicht einen interessanten Kontrast zum
rotbraunen Hintergrund der Felsen.
Die Lichteinfälle in den Schluchten sind je
nach Tageszeit fantastisch. Nach der Kurzbesichtigung der Olgas, ich hätte hier
gerne mehr Zeit gehabt, wendeten wir uns der Hauptattraktion des australischen
Outbacks zu, dem Ayers Rock. Vor allem am Abend, wenn der berühmte Farbwechsel
am Felsen stattfindet, wimmelt es hier von Touristen, man hat alle Mühe, eine
geeigneten Platz zum Fotografieren zu finden, weil immer irgend jemand vor der
Kamera hockt. Die besten Plätze sind schon Stunden vor Sonnenuntergang besetzt.
So richtig intensiv ist das Farbenspiel ohnehin nur, wenn einzelne Wolken das
Licht der untergehenden Sonne brechen. Wenn der Himmel, wie zu der Zeit als wir
da waren, ganz klar ist, bleibt das Farbenspiel eher blass.
Am frühen Morgen,
noch vor Sonnenaufgang, starten wir zum Gipfel. Wie gesagt, kletterte ich von
Anfang an barfuß. Der Felsen ist ja nach oben etwas abgerundet, so dass die
steilsten Steigungen gleich zu Anfang kommen. Hier gibt es an der markierten
Aufstiegsroute eine Kette, an der man sich nach oben ziehen kann. Weiter oben
wird es dann immer flacher und einfacher zu gehen.
Der Felsen aus rotem
Sandstein ist von Wind und Wetter glattgeschliffen, einzelne Furchen und
"Mini - Täler" durchziehen ihn, sie sind durch abfließendes
Regenwasser ausgewaschen. Hier sammeln sich dann auch oft Scherben von
zerborstenen Colaflaschen, man muss schon aufpassen, wo man hintritt.
Der Felsen
selbst gibt für die nackten Füße kaum Probleme auf, keine scharfen Kanten und
Spitzen, keine kleine Steinchen und auch kein dorniges Gestrüpp, es wächst gar nichts. Der Felsen ist absolut glatt. An steilen Stücken hat man manchmal
Probleme, Halt zu finden und nicht abzurutschen, vor allem wenn man schwitzt und
die Füße feucht sind. Ein Ausrutscher auf dem Felsen, vor allem im unteren
steilsten Teil, würde wahrscheinlich tödlich enden.
Oben angekommen, hat man
einen atemberaubenden Ausblick in alle Richtungen. In der Ferne, aber völlig
klar, liegen die Olgas in der Landschaft, sie erscheinen hier irgendwie fremd
und nicht hingehörend, weil es sonst, außer dem Ayers Rock selbst, keinerlei
Erhebungen in der Umgebung gibt. Über die Entstehung dieser beiden markanten
Felsgebilde streiten sich die Wissenschaftler noch.
Ich machte ein Gipfelfoto
von mir selbst. Dazu schraubte ich den "Fisheye" - Vorsatz auf mein
Kameraobjektiv. So erhielt ich einen Bildwinkel von annähernd 180 Grad und
brauchte die Kamera nur schräg vor mich zu halten und bekam einen kreisrunden
Bildausschnitt mit leicht nach oben gewölbten Horizont, der mich in voller
Größe, einschließlich Füße, sowie den gesamten Felsen auf dem ich stand
und winzig klein im Hintergrund die Olgas in der weiten roten Landschaft
umfasste. Ein echtes "Top- off- the- world"- Foto!
Der Abstieg war dann
doch schwerer, als der Aufstieg. Vor allem musste ich höllisch aufpassen, nicht
abzurutschen, zumal die Sonne inzwischen gehörig einheizte und der Schweiß
immer schneller rann. Ich schaffte es aber dann doch ohne größere Probleme und
schlitterte dann abends in das nächste "Abenteuer" - das der
Diskussion über den Sinn oder Unsinn meiner barfüßigen Aktion.
In Alice
Springs gab es dann einen Relaxingtag am Swimmingpool. Der abendliche
Spielbankbesuch machte mich auch nicht reicher, eher ärmer ... Also konnte ich
mir immer noch keine thongs kaufen und war auch weiterhin fast immer ganz
barfuß.
Für die Wanderung im Kings Canyon zog ich dann, auf intensives
Drängen des Tourleiters, doch die Stiefel an und lief nur an besonders
"geeigneten" Stellen barfuß, wie z.B. Wasserpassagen und ähnliches.
Ganz am Ende zog ich dann die Schuhe doch aus und lief barfuß zum Bus zurück.
Der Canyon selbst ist fantastisch, für Fotografen gibt es unzählige Motive.
Steile Felsen, kleine Flüsse und Teiche, Eukalyptuswälder, bizzarre Felsgebilde, fast wie der Grand Canyon im Kleinformat. Die Wanderung durch den
Canyon dauerte etwa einen halben Tag.
Der Catherine - Gorge ist ein weiteres
Highlight im australischen Norden. Eine Schlucht, die zum größten Teil von
einem See ausgefüllt ist, sie wirkt fast wie ein norwegischer Fjord. Nur die
Temperaturen von ca. 40 Grad wird man in Norwegen nicht antreffen. Dementsprechend
besteht die Vegetation auch aus Eukalyptuswäldern und nicht aus Fichten.
Die
Schlucht ist ein fantastisches Kanurevier, wir waren jedoch mit einem
Ausflugsboot mit Platz für 50 Personen unterwegs. Eine "Wanderung"
(ca.
2km), die ich mit freundlicher Genehmigung barfuß machte, führte uns zu einem
Wasserfall. Herrlich klares kühles Wasser plätscherte da von einem ca. 20 Meter
hohen Felsen herunter, in freiem Fall. Genau das richtige bei der schwülen Hitze, dieses Vergnügen ließ sich keiner entgehen. Eine Dusche unter'm
Wasserfall, herrlich. Hier waren dann alle barfuß.
Bernd A.
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