Unci kennt bei weitem nicht nur Murphys Gesetz für Barfußläufer
(zusammengefasst aus verschiedenen Forumbeiträgen seit Herbst 1998)

hallo allerseits!
dieses forum ist eine wirkliche entdeckung :) ...
es ist ja unglaublich, wie viele andere leute im deutschsprachigen raum barfuß gehen (vielen dank an den webmaster für die einrichtung dieses forums!) ...
ich wohne in dresden, und habe hier schon einen, der vorher eiserner schuhträger war, zum begeisterten barfuß - mitwanderer konvertiert, gemeinsam hinterlassen wir nun fast jedes wochenende im erzgebirge und elbsandsteingebirge unsere pfotenabdrücke. also frage ich mich, wo alle anderen sind? - gibt es etwa noch mehr sachsen hier? :)
vielleicht könnten wir auch eine längere gemeinsame wanderung unternehmen (oder ein erfrischendes schneetreffen?) ...
ich habe momentan einiges zu tun, werde aber trotzdem versuchen, jede oder jede zweite woche barfuß wandern zu gehen, um mich an die fallenden temperaturen zu gewöhnen. mal sehen, wie lange ich das aushalte - ich hoffe ja, bis weit in den winter! ...
am liebsten habe ich naturbelassene wege mit waldboden, erde, sand und gras - leider gibt es aber im wald viele schotter- und asphaltwege (wg. erosion, radfahrern, kinderwagen ....) solche wege vermeide ich und gehe lieber unbeschilderte nebenwege, die eng und abenteuerlich sind! (und es gibt sogar schuhhersteller, die damit werben, ihre schuhe vermittelten ein laufgefühl "wie barfuß in der natur") ...
na, in sachsen war das Wetter besser, gestern teilweise über 20 °c (mit kleinklimatischen unterschieden zwischen sonnenstellen und nebeltälern des elbsandsteingebirges), heute noch 15 °c, aber noch trocken. meine wanderung gestern war zwar allein, nachdem zwei potentielle begleiter kurzfristig abgesagt hatten, aber trotzdem schön. nahe stadt wehlen gibt es eine enge schlucht namens "teufelsgrund", deren einstieg nicht leicht zu finden ist. hier zwaengen sich die wanderer unter felsen und in schmale spalte, eine nette enge, aber begehbare hoehle mit zwei ausgaengen gibt es auch. wegen der feuchtkuehlen atmosphaere (wächst viel moos und farn) ist auch viel schlamm am boden, für schuhträger nicht zu empfehlen! da gehe ich immer wieder gern hin. leider hat die zufahrtsstraße ein etwas unangenehmes kleinpflaster. na gut, kommendes wochenende kommt besuch aus münchen, auch barfuß :) ich mache weiter, bis es friert ;) mit blätterraschelnden grüßen ....
kletterer gibt es viele, aber barfuß habe ich noch keine gesehen, obwohl das sicher gut möglich ist und auch spaß macht. (nebenbei: wenn ich mal auf einen einfacheren felsen oder baum klettere, merke ich immer wieder, dass das ohne schuhe weit besser möglich ist als mit - die zehen können auch greifen ....)
ich habe kindheitserinnerungen, wie wir im alter von 10 oder 12 auf bäume geklettert sind und schuhe und socken vorher ausgezogen haben (das muss so um 1980 gewesen sein). ... wenig, ausser im freibad usw. in der schule gab es ein paar sonderlinge, die das mal probiert haben (ich habe mich nicht getraut), aber von dummen bemerkungen der lehrer und mitschüler bald wieder eingeschüchtert wurden. ist halt schwierig in einem dörflichen umfeld. ...
meine erfahrungen mit der tu dresden: ich bin der einzige .... fast immer! einmal habe ich eine frau in der mensa gesehen (es war ein heisser tag), die auch barfuß lief, aber leider war ich in eile und habe keinen kontakt aufgenommen.
es gibt einen kommilitonen, der barfuß geht und den ich auch treffe, aber nicht in der uni (er studiert was anderes).
die toleranz ist allerdings in ordnung, professoren und uni-angestellte sehen mich gern und fragen nur noch nach, wenn ich ausnahmsweise mal schuhe trage.
ausnahme ist ein computerraum im rechenzentrum, wo mir mitgeteilt wurde, dass ich aus unfallschutzgründen nur noch mit schuhen dort rein dürfte (seitdem habe ich keine veranlassung mehr gefunden, den raum zu benutzen) ...
Ich habe in Dresden (!) gehört: "Irgendwo muss hier Strand sein." ...
ich habe auch mal in braunschweig gewohnt (1995), aber ich war damals noch viel zu schüchtern und bin nur da barfuß gegangen, wo es niemand anders sehen konnte. später wurde ich allmählich mutiger, so im frühjahr 1996 .... trotzdem habe ich dort etwa meine ersten schnee-erfahrungen gemacht :) ...
ich war von zuhause weg und nicht mehr dem druck von familie und bekanntschaft ausgesetzt .... also konnte ich etwas entspannter neue dinge ausprobieren, ohne dass mich jeder kennt und sich lustig über mich macht. neue freunde zeigen meist ein erstauntes interesse, aber keine häme.
mir fällt aber niemand anderes in braunschweig ein (ausser einzelnen sichtungen in der sommerlichen mensa) ...
wo wohnst du, dass du so hartnäckige straßenschwärze annimmst? hier in dresden ist das eher ein dezentes hellgrau - in dre-neustadt (etwas schmuddeliger altbaustadtteil) manchmal aber auch recht schwarz. es geht aber, wenn nötig, unter der dusche mit einer "kratzbürste" und seife oder duschgel gut wieder weg. (und ich liebe das gefühl beim bürsten!) ... was auch beim schrubben nicht weggeht, färbt auch nicht auf das bett ab! meine haltung dazu: die farbe der sohlen spiegelt halt die umgebung wider, in der wir so gehen .... auf nackten sohlen ist das zwar besser sichtbar als bei schuhen, es bleibt aber nicht so viel hängen bzw. fällt bald wieder ab. ich mache mir keine mühe, meine sohlen so bald wie möglich schwarz zu bekommen (früher habe ich dafür ölflecke usw. aufgesucht) .... die werden halt schwarz und auch wieder sauber auf der nächsten wiese. es ist eher ein begleiteffekt. aber ich finde, schwarze sohlen sind in der stadt genau so angemessen wie saubere füße, es ist halt ein äquivalent zu stadtschuhen .... und nicht die füße sind dreckig, sondern die stadt :) ...
ich habe festgestellt, dass langes, ausdauerndes gehen wo auch immer mit schuhen weit ermüdender ist als ohne. das gilt vor allem für langsames gehen mit häufigen halten (wie auf museen und fachmessen üblich). die kokosmatten, die auf der hannover-messe auf den gängen verlegt werden, sind eine wohltat für nackte füße (wenn auch die messebesucher einen manchmal etwas entgeistert anstarren ....) ...
Also ich war barfuß auf der documenta IX und X und habe es jeweils sehr genossen. Auf der dIX brach nachmittags ein hagelgewitter herein; es war ein ganz eigenes gefühl, barfuß auf eiskörnern zu gehen. Auf der dX war es dann nur drückend heiß, mit schuhen hätte ich es gleich gar nicht ausgehalten. Auch zur dXI werde ich natürlich wieder gehen :) ...
je mehr fläche die gewichtskraft aufnimmt, desto geringer ist die flächenpressung:
p = m * 9.81 m/s² / A
wobei p: flächenpressung
m: körpermasse
A: aufstandsfläche (annähernd proportional zum quadrat der fußlänge),
deshalb dürfte es für kleine personen mit großen füßen (mit einem geringen verhältnis körpergewicht zu quadrat der fußlänge) günstiger sein, barfuß auf schwierigem (steinigem) boden zu gehen. da dieses verhältnis bei kleinen kindern sehr günstig ist, ist es am besten, von klein auf damit anzufangen, sich ans barfuß gehen zu gewöhnen,
beim aufwachsen gelingt die anpassung dann spielend :) etwas physik von dresden :) ...
Wissenschaftlich erwiesen: schneller und energiesparend. Im Buch "Arbeitswissenschaft" von Hardenacke/Peetz/Wichardt (Hanser 1985) habe ich ein interessantes diagramm gefunden. Dazu heißt es:
Betrachtet man die Beine beim Gehen als Pendel, so ist der Kraftaufwand am geringsten, wenn die Schrittfolge der freien Pendelfrequenz entspricht. Wird die Bewegung langsamer ausgeführt, so wird Kraft zum Abbremsen eingesetzt. Im Grenzfall nähern wir uns der Haltearbeit; auch hierfür wird Energie benötigt, aber keine mechanische Arbeit geleistet. Mit zunehmendem Anteil der Haltearbeit fällt der Wirkungsgrad. Bei zu hoher Bewegungsgeschwindigkeit muß beschleunigt werden, aber auch durch Einsatz der Gegenmuskeln die Bewegung gezielt abgebremst werden. Die Schwere des Schuhwerks hat Einfluß auf die Eigenfrequenz der Pendelbewegung und beeinflußt entsprechend den Energieumsatz.
Dies ist also die wissenschaftliche bestätigung dessen, was viele von euch sicher schon selbst erlebt haben: barfuß gehen ist einfach weniger ermüdend. Das energieoptimum fällt dann ungefähr mit der normalen gehgeschwindigkeit von 80 m/min (oder 5 km/h) zusammen. Ich denke, das minimum müsste beim barfußgehen sogar noch niedriger liegen, weil die arbeit des anhebens der schweren schuhe wegfällt. ...

nasse schuhe sind eklig anzuhaben, nasse füße trocknen schnell wieder. und wenn ihr bus fahrt, probiert mal die letzten sitzreihen aus - auf dem motorraum erwärmen sich die sohlen in wenigen minuten :) ...
mir reichen auch 10 °C, wenn ich länger draußen bin (dann mit ansonsten entsprechend wärmerer bekleidung). wenn ich nur kurz raus muss, auch deutlich kälter, bis zum gefrierpunkt und darunter (oder "genussbarfußlaufen" im winter so lange es spaß macht) ...
ich habe schon einige auslandsreisen mit der bahn gemacht, auf die ich überhaupt keine schuhe mitgenommen habe. im zug kümmert sich niemand darum :)
beim fliegen habe ich mich allerdings wegen der vielen sicherheits- und zollkontrollen noch nicht getraut. nur im flugzeug sind meine füße immer nackt, besonders bei start und landung (sonst ist das aufsetzen ja nicht richtig zu fühlen!) vielleicht ist auch aberglaube dabei (bringt glück....) "flugsocken" habe ich noch nie gekriegt und hätte ich auch nicht verwendet :) etwas off-topic, aber: grenzbeamte der usa haben absolut keinen sinn für humor. ich wurde bei meiner einreise total gefilzt und musste auch die schuhe ausziehen, damit geprüft werden konnte, dass ich nichts darin versteckte (das hätte ich mir ersparen können, wenn ich barfuß eingereist wäre ....) ...
Irgendwo in der schweiz habe ich mal einen aufkleber gesehen "Wer barfuß läuft - dem kann niemand etwas in die Schuhe schieben" aber wie das so mit aufklebern ist, sie sind irgendwo aufgeklebt, und der urheber war nicht herauszufinden - auch nicht, wo es solche aufkleber gibt!
und "unsere Kinder sollen es heute besser haben als wir damals, also schützen wir ihre empfindlichen Füße".... eltern sind unglaublich "overprotective".. so kriegen schon säuglinge ihre schuhe, obwohl kein grund besteht, nicht ihre füße wie die hände freizulassen . ...
[Ich bin bei den "Dirty soles" registriert und ich hoffe, dass moeglichst viele von Euch auch dort mitmachen]
Oder eine eigene europäische vereinigung gründen. Wir sind genug, dass wir zusammen etwas bewirken können, ohne von einer zentrale in übersee abhängen zu müssen. Übrigens funktioniert der zusammenhalt hier auch ohne offiziellen vereinsstatus recht gut :) Und in Europa gilt: man verbietet nichts, was es nicht gibt - also wenn sich das barfußgehen hierzulande allgemein verbreiten sollte (und sei es als modetrend), könnte es auch sein, dass solche schilder auftauchen .... Allerdings ist hier die tendenz, ladeneigentümer für eigene verletzungen zu verknacken, wohl nicht so ausgeprägt wie in USA.

Schon früher habe ich gelegentlich Donald Duck gelesen und mich über die inkonsequente handhabung der schuhfrage gewundert. Eine recht interessante untersuchung zu diesem thema habe ich heute unter folgender adresse gefunden .... Untersuchungen im Duck-Universum - die Fußbekleidung der Enten
[Und nun noch Murphys Gesetz für Barfußläufer] : wenn dir nach monaten endlich einmal jemand in deiner stadt begegnet, die oder der auch barfuß geht - trägst du zufällig, ausnahmsweise gerade schuhe ...
Unci

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