UlliDO
benötigt noch Barfuß - Selbstbewusstsein
(Forumbeiträge seit Herbst 2000)
Hallo liebe Barfußgemeinde, habe erst vor 4 Tagen diese Seite entdeckt und
auch gleich die Sammlung heruntergeladen. Bin zwar mit dem Lesen noch lange
nicht durch, aber was ich bis jetzt so alles erfahren ist schon äußerst
interessant.
Ich bin auch Barfußfreak habe aber leider nicht die Möglichkeit
dies auch intensiv zu betreiben und ehrlich gesagt, was doch so einige Schreiber
dieses Forums da tun – soviel Selbstbewusstsein habe ich nicht, noch nicht.
Das habe ich mich noch nie getraut, eben barfuß einzukaufen oder durch die
Stadt zu spazieren. Schuhe und Socken sind mir schon immer ein Greuel gewesen
aber in dieser Gesellschaft sind Unbeschuhte, wie einige ja auch feststellen
konnten, eben Aliens. Am 23. Oktober war ich noch nach Feierabend mit Rucksack
und Fahrrad in der Stadt. Es war noch 21 Grad warm und so bin ich halt ohne
Jacke nur Shirt, Jeans und natürlich in Sandalen (übrigens Tevas sind ganz
akzeptabel, alles andere ist mehr oder weniger ätzend) eben noch Besorgungen
machen. Als ich durch den Kaufhof ging kam mir ein Paar mittleren Alters
entgegen, deren Augen man mit einem Kantholz abschlagen konnte. Selbst als ich
schon weiter entfernt war, konnten die es wohl kaum glauben, dass da einer barfuß
in Sandalen herumläuft.
Bis zu diesem Moment hatte sich kein Mensch in der
Stadt daran gestört aber nun war es mir auf einmal peinlich. Wenn ich völlig
ohne Schuhe gewesen wäre, ich glaube ich wäre im Erdboden versunken. Warum mir
das peinlich war, weiß ich selbst nicht so genau aber nach der allgemeinen
Meinung hat man wohl im Oktober nicht mehr barfuß zu sein, egal welche
Temperaturen herrschen.
Zu lesen war ja auch, dass sich sogar schon die Polizei
eingemischt hat, wenn jemand im Nov. oder Feb. barfuß über die Strasse geht. Es
ist erschreckend und immer wieder feststellbar, wieviel Dummheit es doch auf
dieser Welt gibt.
Leider beginnt jetzt eine Jahreszeit, die ich nicht zu der
meinigen zähle. Was das barfußlaufen zumindest in der Wohnung betrifft, so
habe ich im Winter da so meine Probleme mit "kalten Füßen". Heute
ist das nicht mehr ganz so extrem, aber vor 20 Jahren hatte ich öfter so kalte
Füße, dass dies schon an die Schmerzgrenze ging, trotz Socken und Schuhe. Also
wenn da mal einer einen Tip hätte, immer her damit. UlliDO
Hi Ulli! Die kalten Füße waren früher auch mein Problem, als ich noch,
wenn "Winter befohlen" war, die dickste Winterjacke nebst Schal,
Wollmütze, zweier Paar dicker Socken und Winterstiefel anzog.
Seit einigen
Jahren schon bin ich im Winter auch bei Frost zumeist in Schuhen oder besser
noch Sandalen OHNE SOCKEN unterwegs und fühle mich dabei pudlwohl - kalte
Füße hatte ich seither nur noch bei den seltenen Gegebenheiten, bei denen ich
doch noch Socken trug. Aus diesem Grunde will ich jetzt das Sockentragen ganz
abschaffen und auch im Winter öfters richtig barfuß
gehen.
Während ich
bezüglich des richtigen Barfußgehens alleine manchmal noch den "inneren
Schweinehund" niederringen muß, machen mir vereinzelte blöde Blicke oder
Kommentare wegen meiner winterlichen Sockenlosigkeit längst nichts mehr aus -
zumeist bemerke ich sie gar nicht mehr, und etliche Leute kennen mich auch gar
nicht anders als ohne Socken - die wären eher verwundert, wenn ich plötzlich
"in voller Wintermontur" daherkäme.
Die meisten Menschen hängen eben
sehr am "gewohnten Anblick".
Viel Mut wünscht und herzliche
Barfußgrüße sendet Dir Markus U.
Mir geht es so, wie es Markus ging, um diese Jahreszeit laufe ich hin und
wieder "heimlich" barfuß. Das Forum ist zwar sehr ermutigend, aber so
ganz kann ich das unangenehme Gefühl nicht loswerden wenn mir mal Leute über
den Weg laufen würden.
Ich stelle mir dann immer vor, dass die dann gleich die
Jungs alarmieren, die immer diese Jacken mitbringen an denen die Ärmel hinten
sind. Trotzdem bin ich heute, allerdings im Dunkeln, spazieren gegangen. Was mir
allerdings noch fehlt, ist der gewisse Grad an Abhärtung.
Ich muss doch schon
sagen, dass ich nach 500 m und 7° Celsius reichlich kalte Füße hatte und sich
auch eine gewisse Gefühllosigkeit einstellte. Auch war es kein Waldboden,
sondern Asphalt, und das fing dann zusammen mit der Kälte auch an weh zu tun.
Als ich dann wieder zu Hause war, habe ich mir erst einmal die Füße gewaschen
und dann stellte sich logischerweise eine wohlige Wärme ein. Es wird wohl noch
einiges dauern, bis ich einen gewissen Abhärtungsgrad erreicht habe. Bei noch
tieferen Temperaturen oder bei Schnee bezweifel ich allerdings, ob ich das
länger als 5 Min. aushalte.
Deshalb verfolge ich auch alle Kommentare in diesem
Forum, obwohl ich bei einigen doch so meine Zweifel hege ...
Nach dem ich heute meine paar Kilometer
Jogging (mit Schuhen) absolviert und danach noch fast 3 Stunden am Rechner
zugebracht hatte, musste ich nun unbedingt wieder raus und zwar barfuß.
Zum Wetter: 14°, trübe und Regen von 11.00 Uhr bis 14.00 Uhr. Also, Schirm
unter den Arm und ab in den Park, wobei ich mir noch die Frage stellte; wie mag
das wohl aussehen, mit Schirm und barfuß. Von oben wollte ich ja nicht
unbedingt nass werden und an den Füssen war es mir egal. Wie dem auch sei, ich
habe ihn nicht gebraucht.
Zwei Stunden bin ich durch den Park marschiert und traf dabei (es waren sehr
wenig Menschen unterwegs) auf ein älteres Ehepaar mit Enkel, deren Weg ich
kreuzte. Der Mann sah wohl meine nackten Füße, sagte etwas zu seiner Frau und
ich wurde von ihr mit einem alles vernichtenden Blick gewürdigt. Na
meinetwegen, wenn sie sonst keine Sorgen hat.
Etwas später kam mir eine Mutter mit ihren etwa 6 und 4 Jahre alten Kindern
entgegen. Die Kinder in Gummistiefeln, die Mutter in dicken Boots. Im
Vorbeigehen musterte mich der Junge kurz und sagte dann irgendwas zu seiner
Mutter, das ich nicht mehr verstehen konnte. Aufgeschnappt habe ich nur noch das
Wort barfuß.
Nach einer halben Stunde sah ich von weitem jemanden barfuß laufen. Neugierig
geworden bewegte ich mich in diese Richtung und traute meinen Augen nicht –
die junge Mutter, in der Hand ihre Boots und die Gummistiefel ihres Sohnes. Das
Mädchen zog es wohl vor die Stiefel anzubehalten. Die Frau ging in meine
Richtung und als sie mich sah, steuerte sie auf mich zu und rief schon von
weitem, dass dies aber eine gute Idee gewesen wäre. Das wäre ja ein ganz
tolles Gefühl und macht richtig Spaß.
Ich habe mich mit ihr dann noch kurz unterhalten und drauf hingewiesen, dass es
auch hier nicht ganz ungefährlich auf den Wiesen wegen herumliegenden Scherben
sei. Die weitere Unterhaltung bezog sich auf die Gesundheitsaspekte und eben
dass ich kein gestörtes Verhältnis zu meinen Füssen habe wie wohl der größte
Teil unserer Mitmenschen.
Auf ihren Sohn zeigend meinte sie noch, dass er gar nicht mehr zu bremsen sei,
soviel Spaß mache ihm das. Auf ihre Uhr sehend verabschiedete sie sich dann
auch nach dieser leider etwas zu kurzen Unterhaltung.
Das war mal ein richtig schönes und motivierendes Erlebnis, das direkt nach
"mehr" ruft.
Serfuß, UlliDO
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