[Barfuß im Bonner Kottenforst, Ende August 2001] [Herbstwanderung auf Breiberg im Siebengebirge]

Barfuß-Treffen im Bonner Kottenforst Ende August 2001
(Forumberichte im Spätsommer 2001)

Mein Mann, Markus U. und ich trafen am 25.8. gegen 10:45 am Bonner Hauptbahnhof ein. Von unserem Gleis aus sichteten wir schon Don. Gemeinsam liefen wir zum August-Clemens-Platz, wo wir schließlich gegen 11:15 Uhr eintrafen.
Meine Freude war groß, nicht nur die angekündigten Teilnehmer zu sehen, sondern auch Peter(w_g) und Jörg2. Vor Ort wurde eine grobe Planung der Route vorgenommen.
Und dann ging's los: Über schmale Pfade, die uns ohne Markus II hervorragender Ortskenntnis entgangen wären. Über Wege mit viel Kies. Über Teerstraße. Über zugewachsene Wege und verloren gegangene Pfade. Noch vor vier Jahren sah es hier ganz anders aus. Über "Pferdestraßen", auf denen wir keinen Pferden begegneten. Über Wiesenbewachsung am Wegesrande. Durch Schlamm. Ein bisschen im Bach herumwaten. Balancieren für diejenigen, die es sich zutrauten. Durch eingetrocknete, aber tiefliegende Traktorspuren. Durch von Wildschweinen zerfurchte Wege. Über angenehmen Waldboden. Zwischendrin eine erquickende Pause. Wir genossen die Natur in vollen Zügen: Viel schattiger Wald, in dem man frei atmen konnte. Schöner Waldboden, auf dem man seine Füße trainieren konnte. Hellblauer Himmel blickte durch das Dach aus Nadeln und Blättern.
Jörg2 führte beim Wandern Interviews mit den Teilnehmern. Ein Interview in einer solch angenehmen Umgebung und wie beiläufig konnte bisher wohl kaum einer von uns abgeben! Meist mündete das dann in andere interessante Gespräche mit Jörg.
Barfußlaufen ist ja eh nicht alles: Zwar wurden ab und an Gespräche über das Forum angeschnitten bzw. über das Barfußlaufen, aber bei solchen Treffen geht es ja auch um den zwischenmenschlichen Kontakt, so dass wir uns über alles Mögliche unterhielten. Markus II, als exzellenter Führer und Geograph, informierte uns auch über das Gebiet, durch das wir liefen, über die Böden, die unsere Zehen erspürten.
Je länger wir unterwegs waren, desto strapazierter fühlten sich bei den meisten auch die Füße an. Ein dickes Lob an Don, der zwar oft nach seinen Flipflops griff, aber der die weite Strecke ohne ein Wort des Klagens durchhielt! Immerhin waren wir zwanzig bis fünfundzwanzig Kilometer unterwegs und das ist selbst für Schuhträger manchmal eine ziemliche Strapaze.
Als der Weg gegen Ende der Route ziemlich mit Kies übersäht war, griffen auch andere zu ihren Notsandalen: Barfußlaufen soll schließlich Spaß machen! Und wir tun es schließlich nicht, um uns zu quälen, um unsere Grenzen zu erspüren, um anderen zu imponieren, sondern wir laufen barfuß, weil es Spaß macht, weil es uns Gesundheit beschert und wir tun es zum Teil vielleicht schon aus Gewohnheit.
- Ich selbst hatte keine Notsandalen dabei und auch nicht das Bedürfnis danach. Zwar spürte ich die Erschöpfung meiner Füße etwas, aber nach einer so langen Strecke braucht man auch nichts anderes zu erwarten. Diejenige Person, die am Ende am schlechtesten laufen konnte, war dennoch ich ;-): Aus unerklärlichen Gründen schmerzte, schon am Ziel angekommen, meine Kniebeuge ziemlich: Eine leichte Schwellung.
Ich war dann auch glücklich, dass Kai3 uns heimfuhr. Ihn kennenzulernen empfinde ich als echte Bereicherung. Wir haben dann noch einen gemütlichen Sonntag Vormittag mit Spielen und Fotos- von- der- Tour- Anschauen verbracht.
Danke an Markus II für die hervorragende Planung der Route und dass wir alles mögliche an Untergründen erspüren durften! Es hätte wohl kaum einer besser gekonnt. Ein Lob an all jene, die es nicht gewohnt sind solch lange Strecken zu wandern und dennoch so fröhlich durchgehalten haben! Einen freundlichen Gruß an Günther, der aus terminlichen Gründen zwar nicht mitlaufen konnte, aber es sich nicht entgehen lassen wollte, uns kennenzulernen!
Was mir noch sehr am Herzen liegt: Ich finde es schade, dass immer noch keine weiteren Frauen den Weg zu unseren barfuß-Treffen gefunden haben: Ich bin kein Sonderling, der es schafft, mit irgendwelchen verrückten Männern zurechtzukommen. Man hat es hier in der Tat mit ganz normalen Menschen zu tun und ich kann es ganz und gar nicht nachvollziehen, dass keine anderen Frauen den Mut finden, 'mal gemeinsam mit uns etwas zu unternehmen.
Ich freue mich auf unsere nächsten Treffen!
Einen ganz herzlichen barfüßigen Gruß Eva H.

Herzlichen Dank für den Bericht! Ich gehe davon aus, dass Du nichts dagegen hast, dass ich einige Ergänzungen vornehme.
Bei der Wanderung waren wir insgesamt elf:
Außer Eva H, ihrem Ehemanne Hansjörg und mir waren Markus II, Georg, [asc], Jörg 2, Peter_w_g, Don (aus Mannheim), Kai (aus Waiblingen) und Kai 3 dabei. Am Treffpunkt erschien außerdem Günther, ein barfüßiger Motorradfahrer aus Wiesbaden, der aus Termingründen nicht teilnehmen konnte, es sich aber gleichwohl nicht nehmen ließ, vorbeizugucken, um wenigstens einen kurzen persönlichen Eindruck von uns zu gewinnen. Nachdem wir uns alle kurz vorgestellt hatten, brauste er (barfuß) auf seinem Motorrad davon.
Das Wetter war bestens, der Kottenforst wunderschön und der Untergrund sehr abwechslungsreich, wobei freilich Wege mit Kiesuntergrund sowie Grobschotter auch reichlich vertreten waren (etwa ein Viertel der Gesamtstrecke).
Besonders interessant fand ich auch die geologischen Erklärungen von Markus II zu den tektonischen Vorgängen im Kottenforst (Erdbebengebiet mit aktiven Verwerfungen). Die "Spitze" unserer Wanderung (sowohl geographisch als auch wohlfühlmäßig) war eine gemütliche Gartenschänke am Ortsrand von Villiprott (allerdings mit einer ziemlich lustlosen Bedienung, die einen Teil der bestellten Getränke einfach nicht brachte und hinterher sagte, sie habe diese vergessen).
Am besten gefielen mir die verschwiegenen "Naturpfade", über die wir gingen, und barfuß querwaldein zu laufen und Bäche auf Baumstämmen zu überqueren ist auch sehr reizvoll!
Die letzten vier Kilometer legten wir in der Dämmerung auf Grobschotterwegen zurück, und zu meiner Schande muss ich leider gestehen, dass mir die letzten beiden Kilometer doch ziemlich zu schaffen machten, so dass ich mir zum Schluss die wiederholte Frage, "wie weit es denn noch sei", nicht verkneifen konnte, so dass es bei mir eben leider nicht klaglos abging (da ich aber bewusst auf "Notsandalen" verzichtet hatte, blieb mir zum Glück nichts anderes übrig, als durchzuhalten). Obwohl ich zu Trainingszwecken ganz gerne mal auf Grobschotter laufe, war es diesmal wohl etwas zuviel für meine am Ende des Weges recht empfindlich gewordenen Fußsohlen, und außerdem ging mir allmählich die Puste aus.
Nachdem wir aber auch diese letzte Schwierigkeit gemeistert hatten und wieder am Ausgangspunkt unserer Wanderung (dem Clemens- August- Platz in Bonn) angekommen waren, saßen wir noch lange gemütlich zusammen und genossen die Getränke, die Georg dankenswerterweise von der nahegelegenen Tankstelle holte.
Dann hieß es Abschied nehmen. Ich war allerdings sehr froh, dass Kai 3, der mit dem Auto aus Hannover gekommen war, mich sowie Eva und Hansjörg nach Hause brachte. An dieser Stelle möchte ich mich daher nochmals ganz herzlich bei ihm bedanken!
Außerdem möchte ich anmerken, dass ich auch erschöpfte Füße sehr schnell erholen: Als ich heute morgen nach sieben Stunden Schlaf aufstand, spürte ich gar nichts mehr von der Strapaze des gestrigen letzten Wegstücks. So bin ich wieder putzmunter und freue mich schon auf das nächste Barfußtreffen mit hoffentlich möglichst vielen Teilnehmern.
Es hat mich auch sehr gefreut, dass das gestrige Treffen für Leute wie Don, Jörg 2, Peter_w_g, Kai und Kai 3 offensichtlich einen Anreiseweg von mehreren hundert Kilometern wert war. Euch also herzlichen Dank, dass Ihr gekommen seid und zum Gelingen des Treffens ganz wesentlich beigetragen habt!
Herzliche Barfußgrüße an alle,
Markus U.

Ich kann mich da nur anschließen und auch MarkusII für seine gute Planung danken. Die Wegstrecke war zwar 'ne Ecke länger als erwartet, aber schrieb Markus nicht auch, dass "der Tag ausgenutzt werden sollte" ...
Auch wenn ich erst nach Drei Uhr mit etwas "unruhigen" Füßen im Bett lag, so war's ein wirklich gelungenes Treffen und es zeigte sich, dass man übers Internet wirklich sehr nette und angenehme Zeitgenossen kennen lernen kann. Ich fand's rundum gelungen, auch wenn ich auf den letzten Kilometern auf die "Not"-Sandalen zurückgriff.
Grüße, Kai W.

Nachtragen möchte ich noch, dass außer Günther auch Schorsch eine Stippvisite zum Ausgangspunkt gemacht hat (er wohnt auch ganz in der Nähe). Auch er hatte den Tag leider schon anders verplant, ich fand es sehr nett, dass er dennoch eben vorbeischaute.
Grüße an alle Beteiligte (besonders die beiden weitgereisten Kais und Peter_w_g) und den barfußwanderfreudigen Rest des Forums !
Georg

Hallo zusammen,
habt vielen Dank für Eure anschaulichen Berichte! Dass es Euch gefallen hat, freut mich sehr!
Hier noch ein wenig Statistik (soeben auf der TK 25 nachgemessen):
Gemessene Gesamtlänge der Wanderung: ca. 21,5 km - wird aber wegen vieler kleiner Kurven mancher Naturpfade etwas länger sein.
Davon die "Einkehrschleife" nach Viliprott: knapp 5,5 km
Davon Asphalt: 3,5 km
Davon Sand-Kies bis hin zu Kieswegen: etwas über 6 km
Der letzte Kiesweg (ist meist feucht und dann wegen seiner Seitenränder fußfreundlich, bei der Trockenheit war dies aber leider nicht der Fall), der schräg am Rheintalhang herunter in die Nähe des Clemens-August-Platz führte, war 2,75 km lang. Dazu kam noch der Kiesweg, der auf ihn zuführte mit geschätzten etwas über 0,5 km.
So, das war's auch schon!
Viele Grüße aus Bonn,
Euer MarkusII
PS: Ich wage die Prognose, dass die gemeinsamen Aktivitäten noch weiter zunehmen werden und dass sie dauerhaft fortgeführt werden!

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Rheinische Herbstwanderung im Oktober auf den Breiberg im Siebengebirge
(Forumbericht im Herbst 2001)

Hi zusammen,
heute waren sieben Barfüßer im Siebengebirge unterwegs: Georg, Markus II, ich, Torsten aus Aachen, [asc] sowie Michael und Karlheinz, die nicht im Forum posten und via Kai aus Waiblingen von der heutigen Wanderung erfahren haben.
Um 12.30 Uhr trafen wir uns an der Endhaltestelle der Stadtbahnlinie 66 in Bad Honnef. Sobald wir vollzählig waren, gingen wir los. Zuerst ging es ein kleines Stück am Rhein entlang, wobei wir der Versuchung erlagen, links vom Wege abzuweichen und über den herrlichen taufrischen Rasen zu laufen. Dafür wurden wir von einer griesgrämigen alten Dame, die auf dem Balkon ihrer Villa saß, zurechtgewiesen: "Hier dürfen Sie nicht entlanggehen! Das sieht man doch, dass das hier kein Wanderweg ist!"
Danach gingen wir auf ein paar verschwiegenen Wegen und Straßen durch den Ort, wobei wir in einem kleinen Park an den letzten Überresten einer mittelalterlichen Burg, von der nur die Grundmauern übriggeblieben waren, die den Grundriss des früheren Gebäudes am Boden anzeigten.
Dann ging es endlich in den Wald. Dort gingen wir zumeist auf verschwiegenen kleinen Pfaden, die barfuß auch für Anfänger sehr gut zu begehen sind. Zwar fehlten Abschnitte mit teilweise sehr grobem Schotter nicht völlig, doch waren diese stets recht kurz und erstreckten sich nicht auf mehr als höchstens 250 m am Stück.
Zumeist sind wir über Waldboden mit frischem Laub gegangen, was ja gerade jetzt im Oktober der Genuss der Saison ist. Durch frisches Laub zu gehen ist für mich eines der schönsten Barfußgefühle. Als wir den Breiberg hochstiegen, begegnete uns ein Ehepaar. Die Frau sagte etwas über unsere nackten Füße, was ich aber nicht verstand. Da wir auf den meist sehr schmalen Wegen häufig einzeln hintereinander gingen, war es für die uns entgegenkommenden Personen ja nicht immer sofort zu erkennen, dass wir alle barfuß waren.
Als wir oben auf dem Breiberg angekommen waren, machten wir Rast, trugen uns dort in das Gipfelbuch ein und griffen schließlich unseren mitgebrachten Proviant an. Die Aussicht vom Breiberg ist herrlich: Der Blick geht nach Norden, wo man links in der Ferne Bonn und den Rhein sieht und rechts auf dem Petersberge das protzige ehemalige Gästehaus der Bundesregierung. Auch den Drachenfels mit der dortigen Burgruine kann man vom Breiberg aus sehen.
Als wir oben auf dem Breiberg unser Picknick machten, kam ein älterer Herr vorbei. Als er uns erblickte, blieb er kurz stehen, musterte uns verwundert, aber nicht unfreundlich, und sagte: "Der Club der Barfüßigen". Dann ging er weiter.
Auch wir brachen nach einiger Zeit auf, gingen ein kurzes Stück zurück und gingen dann ins Tretschbachtal. Dort war der Weg stellenweise noch sehr feucht und wir konnten genüsslich durch den Matsch gehen. Als wir an zwei schönen jungen Mädchen, die sich in hässlichen unförmigen Wanderstiefeln auf einer Bank ausruhten, vorüberkamen, riefen diese entsetzt: "Wie kann man hier nur barfuß laufen!" Das kann man, indem man dort ohne Schuhe entlanggeht. Und es macht großen Spaß, was diesen jungen Damen wohl noch nie in ihrem Leben in den Sinn gekommen sein dürfte.
Etwas weiter unten im Tretschbachtal war es sogar möglich, ein Stückweit durch den Bach zu gehen. Am Ausgang des Tretschbachtales gelangten wir an einen kleinen Weiher, wo wir eine zweite Rast einlegten. Nachdem wir kurz die von hier aus möglichen Streckenalternativen besprochen hatten, entschieden wir uns für eine der längeren Varianten, die uns viel Genuss bereitete.
Als wir danach wieder am Ortsrande von Bad Honnef anlangten, sahen wir uns auf der Wandertafel noch einmal die Strecke an, die wir gegangen waren. Dann gingen wir durch den Ort zurück. Dabei kamen wir durch einen Park, wo unsere Füße die nicht besonders angenehme Bekanntschaft mit den stachligen Schalen der Esskastanien machten.
Als wir wieder auf dem Wege zur Endstelle der Stadtbahnlinie 66 waren, bemerkte ich, wie eine alte Frau, die uns entgegenkam, stehen blieb und sich ganz lange nach uns umdrehte, bevor sie weiter ihres Weges ging.
An der Endstelle Linie 66 angekommen, entschlossen wir uns, noch etwas zu trinken, bevor wir auseinander gingen, und steuerten eines der Lokale dort an. Doch was war das? Der Wirt, der vor der Tür stand, schaute uns mit unverhohlenem Misstrauen an. Als wir hineingehen wollten, sagte er zu uns:
"Sie können nicht hinein gehen. Sie können höchstens draußen etwas trinken."
"Wieso dürfen wir nicht hineingehen?"
"Drinnen ist alles reserviert", log er zunächst, rückte aber dann mit der Wahrheit heraus: "Es ist nicht möglich, so mit Füßen in ein Lokal zu gehen. Wie kann man bloß so in ein Lokal gehen wollen?"
"Wie kann man bloß Gäste mit Geld abweisen?", gab Georg zurück, und wir kehrten der ungastlichen Stätte entschlossen den Rücken. So etwas war mir zuvor noch nie passiert; vielmehr war ich bisher in allen Gaststätten, wie es sich gehört, ungeachtet meiner nackten Füße freundlich und zumeist auch gut bedient worden.
Wir gingen dann in eine andere Gaststätte, wo der Kellner freundlich meinte: "Da kommt die barfüßige Fraktion!" Wir fragten, wo wir uns zu siebet hinsetzen könnten. Die Antwort lautete: "Wo Sie möchten!" Wir entschlossen uns schließlich (freiwillig!), draußen zu sitzen, genossen in aller Gemütlichkeit unser Getränk und dann hieß es Abschied nehmen.
Insgesamt war es (bis auf den Misston am Ende) eine sehr schöne Wanderung, und ich hoffe, dass unsere "rheinische Fraktion" weiterhin aktiv bleibt und nicht in den "Winterschlaf" verfällt!
Mit erfreuten Füßen
Markus U.

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