[Torsten empfindet Schuhe als Gefängnis] [Torsten erkundet barfuß Berlin und Köln]

Torsten empfindet Schuhe als Gefängnis für seine Füße
(Forumbeiträge seit Sommer 2000)

Hallo Barfüßler, ich bin neu in diesem Diskussionsforum und möchte mich zunächst kurz vorstellen: Ich bin 31 Jahre "junger" Aachener, und seit Kindesbeinen an empfinde ich das Tragen von Schuhen wie ein Gefängnis für die Füße.
Leider bin ich als Kind und Jugendlicher eigentlich nie barfuß gelaufen aus Angst vor Kommentaren und Hänseleien der Mitschüler, was ich aus heutiger Sicht bedaure.
In meiner Studentenzeit habe ich dann endlich mit dem Barfußlaufen angefangen. Da ich jedoch auch heute nicht mit grenzenlosem Selbstvertrauen ausgestattet bin, mache ich das in der Regel heimlich, z. B. am späten Abend im Wald oder nachts in der Stadt, wenn man nicht mehr auf so viele Leute trifft und die Dunkelheit vor irritierten Blicken schützt.
In meinem Job und in meiner Freizeit laufe ich ansonsten viel in Teva - Sandalen (die empfinde ich als angenehmer als z. B. Birkenstock - Sandalen), mehr (bzw. in diesem Fall weniger) ist vor allem in meinem Job nicht drin. Mein Daten findet Ihr übrigens in den Personalien dieses Forums.
Gerne nehme ich auch persönlichen Kontakt für gemeinsame Unternehmungen auf. ...

Nun bin ich wirklich kein militanter Barfußläufer, trotzdem hatte ich mir spaßeshalber vorgenommen, keinen einzigen beschuhten Fuß auf die Insel [Ibiza] zu setzen. Gut trainiert war ich ja, hatte ich doch seit dem Frühjahr fast jeden Abend einen 5 km Barfuß - Marsch durch den Aachener Wald absolviert, der größtenteils aus geschotterten Wegen besteht. Torsten

Hallo Torsten, Mich würde es interessieren, wie lange es dauerte, bis Du bei deinen tägliche 5 km auf Schotterwegen die Fußsohlen so hart wurden, dass das Gehen nicht mehr schmerzhaft war.
Ich gehe auch mehrmals pro Woche etwa eine halbe Stunde barfuß auf Feld- und Waldwegen, aber Schotterwege schaffe ich nie PeterVonWald

Hallo Peter, kann ich gar nicht mal so genau sagen. Ich habe natürlich auch nicht mit Schotterwegen angefangen, sondern auf weicherem oder glatterem (Asphalt) Untergrund.
Als ich dann begann auf Schotter zu laufen (im Aachener Wald hat man gar keine andere Chance, es ist eben alles geschottert), habe ich auch nicht direkt die 5 km zurückgelegt. Bis ich die geschafft habe, das hat so 2 bis 3 Wochen gedauert.
Auch musste ich die erste Zeit immer 1 bis 2 Tage zwischen 2 Märschen Pause machen, da die Fußsohlen doch nach jedem Marsch so gereizt waren, dass mir selbst das gehen auf Asphalt weh tat. Diese Phase hat dann auch noch mal so 3 Wochen gedauert, danach konnte ich dann die 5 km jeden Tag bewältigen, auch ohne hinterher Probleme zu bekommen.
Für wichtig erachte ich, dass man den Tag über die Füße nicht in feste Schuhe steckt. Durch das andauernde Schwitzen werden die Fußsohlen dann sehr weich, und das verlängert meiner Erfahrung nach den Abhärtungsprozess erheblich. Gruß Torsten

5 km Barfuß bei 4 Grad Celsius
Hallo Barfüßler, gestern Abend habe ich mal wieder meine 5 km lange Runde durch den Aachener Wald gedreht. Als ich auf den Parkplatz fuhr, zeigte das Außenthermometer des Autos nur 4 Grad an, so dass ich doch einige Bedenken hatte loszugehen.
Bei so niedrigen Temperaturen war ich noch nie barfuß unterwegs. Als ich dann aber erst mal auf der Piste war, stellt es sich überhaupt nicht als Problem heraus. Die Füße waren zwar kalt, aber durch die ständige Bewegung gut durchblutet. Nach 1 km habe ich, wie sonst auch, überhaupt nicht mehr registriert, dass ich barfuß unterwegs war.
Also: Keine Scheu vor der kalten Jahreszeit und weg mit den Schuhen! Gruß, Torsten

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Torsten erkundet barfuß Berlin und Köln
(Forumbeiträge seit Sommer 2000)

Berlin. Im Frühsommer dieses Jahres ergab es sich, dass ich beruflich nach Berlin musste, und ich habe dort einen Tag zur Stadtbesichtigung drangehängt. Da mich in Berlin garantiert niemand kennt, hatte ich mir vorgenommen, endlich einmal barfuß durch eine große Stadt zu laufen.
Als ich an jenem Morgen im Hotel aufwachte, stellte ich mit Befriedigung fest, dass es ein sonniger Tag werden würde. Eigentlich wollte ich zunächst mit Schuhen in die Stadt fahren, um sie dann bei einer guten Gelegenheit auszuziehen. Bestärkt durch den Umstand, dass man das Hotel (der Charlottenburger Hof) verlassen konnte, ohne am Portier vorbei oder durch eine belebte Hotelhalle zu müssen, beschloss ich jedoch "mutig", meine Schuhe von vorneherein im Hotelzimmer zu lassen.
Obwohl es ja physikalisch gesehen für meine Füße eigentlich dasselbe ist, ob ich die Schuhe im Rucksack habe oder nicht, fühle ich mich im Kopf doch irgendwie "freier", wenn ich gar nicht erst die Möglichkeit habe, in ungünstigen Situationen meine Schuhe anzuziehen. Es war schon ein komisches Gefühl, mich zum ersten Mal mit nackten Füßen und am helllichten Tag den Blicken der Leute auszusetzen. Ich trug zwar eine lange Jeans, hatte die Hosenbeine aber zweimal umgeschlagen, so dass meine Füße für die Leute gut sichtbar waren.
Ich versuchte, so wenig wie möglich aufzufallen und den Leuten nicht direkt ins Gesicht zu sehen (vielleicht ein Fehler). Die S- Bahnstation Charlottenburg befand sich direkt gegenüber vom Hotel. Der Boden dort war sehr dreckig, und ich hatte sofort schwarze Fußsohlen, was mir schon recht peinlich war. Gott sei Dank waren der Bahnsteig und die S- Bahn am späten Vormittag so gut wie menschenleer, so dass ich unbehelligt zum Bahnhof Zoo gelangte. Als ich dort ausstieg, erwartete mich geschäftiges Treiben, und keiner achtete auf meine Füße. Jeder hatte mit sich selbst zu tun und hastete zu den Zügen oder sonst wohin. Im Innern des Empfangsgebäudes fiel mir ein älterer Obdachloser mit einer Flache Schnaps in der Hand auf, der ebenfalls Barfuß lief ... na ja.
Auch draußen auf dem Ku'damm nahm keiner der Passanten Notiz von mir. Das gab mir Mut, mich ungezwungener zu bewegen und meine nackten Füße als selbstverständlich anzusehen. In der Nähe der Gedächtniskirche gibt es einen großen Brunnen, in dem sich einige Kinder, aber auch Erwachsene die Füße kühlten. Hier trank ich einen Kaffee und fiel wirklich nicht mehr auf, sondern war eben einer von vielen.
Weiter ging's dann Richtung KaDeWe. Ich wollte immer schon mal wissen, wie es sich barfuß in einem großen Kaufhaus shoppt. Zuhause ist das halt nicht möglich wegen der Angst vor Entdeckung durch Bekannte. Im Kaufhaus haben mich schon einige Leute komisch geguckt. Einige haben mir sogar richtig lange hinterhergeschaut, das war mir schon etwas unangenehm. Ich war aber nun schon seit 3 Stunden barfuß unterwegs ohne dumm angemacht zu werden, und wurde immer selbstsicherer.
Es ging dann weiter Richtung Tiergarten, und im Tiergarten parallel zur Straße des 17. Juni auf die Siegessäule zu. Das war schon eine ziemlich lange Strecke, und die Wege im Tiergarten waren teilweise geschottert. Hier bewährte sich aber mein regelmäßiges heimliches Training zuhause. Meine Fußsohlen machten mir keinerlei Probleme. Das absolute Mega - Erlebnis war dann der Weg über die steile, enge Wendeltreppe auf die Siegessäule! Hier bin ich vielen Touristen begegnet, die größtenteils konsterniert auf meine Füße starrten und deren Blicken ich wegen der Enge auch nicht ausweichen konnte. Nach dieser "Schocktherapie" konnte mich im weiteren Verlauf des Tages nicht mehr viel belasten.
Auf jeden Fall war es ein unglaubliches Erlebnis von Freiheit, so ganz barfuß (und auch ohne Schuhe im Gepäck) auf Berlin herabzusehen. Ihr könnt Euch denken, wie es weitergeht: Natürlich wanderte ich auch noch durchs Brandenburger Tor (in den Reichstag habe ich mich nicht getraut). Von dort aus ging ich dann weiter zum naturkundlichen Museum. Ihr merkt, ich habe an diesem Tag aber auch fast gar nichts ausgelassen. Der Weg dorthin war weiter als ich dachte, und ich bemerkte zum ersten Mal leichte Schmerzen an den Fußsohlen. Ich hatte den Eindruck, dass das lange Laufen auf Asphalt und Gehwegen meine antrainierten Schwielen so langsam wegschliff und die Fußsohlen empfindlicher wurden.
Im Museum angekommen, war ich mir gar nicht sicher, ob man mich überhaupt reinließ. Ich hatte ja auch keine Möglichkeit, mir notfalls Schuhe anzuziehen. Die Dame an der Kasse konnte meine Füße gar nicht sehen, da sie hinter einem Tresen saß. Die Kartenabreißerin hat mich dann allerdings schon von oben bis unten gemustert, mich aber anstandslos reingelassen. Im Museum selbst war nicht viel los, der Boden war aus glattpoliertem, kühlen Stein, was meinen gebeutelten Füßen sehr wohl tat. Die Hauptattraktion im Museum ist ein riesiges Saurierskelett, vor dem man sich wirklich winzig vorkommt, echt beeindruckend! Ich kann Euch nur empfehlen, das Museum zu besuchen, wenn Ihr mal in Berlin seid.
Nun passierte doch noch was kurioses: Ein älterer Museumswächter in Uniform entdeckte meine nackten Füße und hatte fortan nichts besseres zu tun, als um mich herumzuschlawänzeln. Getreu dem Motto: Wer barfuß läuft, ist kriminell oder wenigsten verdächtig. Wirklich unangenehm. Ich habe dann auch bald das Museum verlassen. Der Museumswächter ist mir, allerdings ohne etwas zu sagen, bis zum Ausgang gefolgt. Draußen spürte ich meine Füße schon sehr, ich hatte ja auch einige Kilometer zurückgelegt.
Deshalb suchte ich die nächste U-Bahnstation auf, um ins Hotel zurückzukehren. Im Gegensatz zum Vormittag war nun natürlich mehr los. Der unterirdische Bahnsteig war voll mit Wartenden und zudem extrem dreckig. Viele Leute schauten mir geringschätzig auf die mittlerweile sehr schmutzigen Füße. Wenn ich in dieser Situation Schuhe dabei gehabt hätte, wäre ich wohl schwach geworden. Im Nachhinein bin ich aber froh, die Situation gemeistert zu haben. Die U - Bahn selbst war bis auf den letzten Platz besetzt, und ich saß auf einem Platz quer zur Fahrtrichtung. So konnte ich meine Füße natürlich nicht unter einer Bank vor mir verstecken, und mir gegenüber saßen einige Jugendliche, die andauernd auf meine Füße schauten, sich was zuflüsterten und kicherten. "Da kommst du jetzt auch noch durch", dachte ich bei mir. Im Hotel angekommen, habe ich mir dann erst mal die Füße gewaschen und dabei entdeckt, dass meine Fußsohlen doch ziemlich rot bzw. wundgescheuert waren.
Bereut habe ich meinen barfüßigen Ausflug aber keineswegs, im Gegenteil. Ich freue mich schon auf ein ähnliches Erlebnis in einer anderen "fremden Stadt ...."

Köln. Hallo Leute, falls Ihr Donnerstag und Freitag Nachmittag in der Fußgängerzone von Köln einen Barfüßler seht, dann bin ich es wahrscheinlich. Ich habe mir nämlich vorgenommen, an diesen beiden Tagen die Innenstadt von Köln barfuß zu erkunden. Habt Ihr irgendwelche Tipps? Mich würde z.B. interessieren, ob man ohne Schuhe in den Dom kommt. Falls Ihr mich trefft, können wir ja einen Kaffee trinken gehen. Falls Ihr Lust habt, können wir uns für Freitag Nachmittag auch verabreden.
[
Meide bloß die Parallelstraße zum Rheinufer in der Altstadt. Es gibt wohl keine bessere Sammlung an Glasscherben zwischen den Pflastersteinen als dort. Selbst in einem Altglascontainer hat man ein geringeres Plattfußrisiko als dort! Thomas]
Vielen Dank für den Tipp, auch wenn er für meinen gestrigen Köln - Besuch zu spät kam. Auch ich habe in der Altstadt die vielen Glasscherben bemerkt. Kritisch ist's vor allem deshalb, weil sich die Glasscherben in den tiefen Fugen des Kopfsteinpflasters hier und da auch mal hochkant einnisten.
Ansonsten möchte ich noch erwähnen, dass man mich wegen meiner nackten Füße freundlich, aber bestímmt aus dem Dom verwiesen hat.
Während meines gesamten Köln - Aufenthalts habe ich übrigens keinen einzigen Barfüßler gesehen. Gäbe es dieses Forum nicht, müsste ich glauben, weit und breit der Einzige mit diesem "Hobby" zu sein ...
Schönen Fuß, Torsten

[wegen meiner nackten Füße aus Dom verwiesen]
Interessant! Ich war am 1. Nov. (Allerheiligen) barfuß im Dom zu Fulda und letztes Wochenende in Bamberg; letzteres tat ich eigentlich nur um zu testen, ob ich des Hauses verwiesen werde. In beiden Häusern begegnete ich einem Aufseher. Es gab keine Reaktion.
Ansonsten hatte ich mir vorgenommen darauf zu verweisen, dass Jesus Christus barfuß am Kreuz starb, in anderen Religionen ohne Schuhe Pflicht ist und auch auf den zahlreichen Gemälden viele Leute barfuß dargestellt sind; von den Passionsfestspielen in Oberammergau mal ganz zu schweigen. Lothar

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