Stefan S. will wieder öfter barfuß laufen
(Forumbeiträge seit Frühjahr 2001)

Ich bin der Stefan, 38 Jahre alt, habe seit einigen Wochen meinen ersten Computer und bin seit drei Tagen online. Schon gleich zu Anfang bin ich auf diese Homepage gestoßen. Da war ich echt baff!
Ich dachte, ich sei so ziemlich allein mit meinem Hobby. Na ja, eigentlich bin ich schon lange nicht mehr barfuß unterwegs gewesen. Das letzte Mal vor zwei Jahren.
Früher bin ich öfter losgezogen, vor allem in jüngeren Jahren. Als ich mit 19 per Bahn in die naheliegende Kreisstadt in die Berufsschule fuhr, entdeckte ich aus dem fahrenden Zug einen Pfad im Wald, der parallel zu den Schienen verlief - jedenfalls meistens. Eines Tages machte ich blau und ging am Bahnhof vorbei weiter bis zum Ortsende. Dort fing der Pfad als sandiger Feldweg an. Ich zog Schuhe und Socken aus und wanderte genüsslich durch Feld und Flur in die Kreisstadt. Dort musste ich allen Mut zusammen nehmen, um ohne Schuhe weiter zu marschieren. Ich kaufte mir in einer Metzgerei zwei Wurstbrötchen und eine Cola zur Stärkung und machte mich wieder auf den Rückweg. Auf dem Rückweg schien die Sonne und es wurde angenehm warm. Bis Mittag war ich wieder in meinem Heimatort angelangt. Dort zog ich mir allerdings wieder die Schuhe am Ortsrand an.
Insgesamt war ich einen ganzen Vormittag unterwegs und legte rund 18 Kilometer barfuß zurück. Es war ein tolles Feeling, den natürlichen Boden unter den nackten Sohlen zu spüren.
In den folgenden Jahren machte ich diese Wanderung noch öfters. Einmal war es schon Oktober und frühmorgens saukalt. Trotzdem zog ich Schuhe und Socken aus und stopfte sie in meine Schultasche. Bei etwa 3Grad Celsius marschierte ich los. Die Füße wurden anfangs ein bisschen taub, aber nach einer Weile ging es prima.
Da kam mir die Idee, es eines Tages auch mal auf Schnee zu versuchen. Nach einem Kinobesuch im Januar war es soweit. Ich setzte mich unter dem Vorwand müde zu sein und nach Hause zu wollen, von meiner Clique ab und lief zum Stadtrand. Dort verläuft eine Straße an einem Industriegebiet entlang. Nachts ist dort keine Menschenseele, aber es gibt Straßenlaternen, so dass man nicht Gefahr läuft, sich im Dunkeln den Hals zu brechen. Immerhin war es nach 22Uhr. Wie immer, wenn ich so eine Tour unternahm, war ich ziemlich aufgeregt und hoffte, dass mich niemand "erwischen" würde. Dann hieß es: Raus aus den Schuhen und Strümpfen und barfuß übern Schnee.
Es war unbeschreiblich! Sowohl auf der festgefahrenen Schneedecke als auch im weichen Neuschnee neben der Straße lief es sich hervorragend. Da kein bisschen Wind ging, hielt ich es erstaunlich gut aus. Zwar wurden die Füße ein wenig taub, aber es war auszuhalten. Ich schlüpfte erst wieder in die Schuhe zurück, als ich am anderen Ende der Straße wieder in meiner Heimatstadt ankam. Durchs Wohngebiet barfuß bis nach Hause zu gehen, traute ich mich nicht. Ich hatte insgesamt etwas mehr als einen Kilometer barfuß im Schnee zurück gelegt.
Später ließ meine Aktivität nach. Nur hie und da setzte ich mich mal ins Auto, fuhr ein Stück raus ins Grüne und lief in der freien Natur barfuß. Als ich (damals war ich Zeitsoldat) auf einer Funkstation stationiert wurde, die 15Km von zuhause weglag, gab es noch mal eine aktive Phase: Statt mit dem Auto fuhr ich oft per Mountainbike querfeldein zur Funkstation. Dabei reifte der Entschluss, es doch auch mal barfuß zu probieren. Das tat ich dann auch. Weil ein Teil des Weges durch die Stadt führte, nahm ich einen Bus. Nach der halben Strecke ging's dann zu Fuß weiter auf Wald und Wiesenwegen barfuß. Ich fing schon im März damit an. Manchmal lag Raureif auf dem Gras und es knisterte bei jedem Schritt unter meinen Füssen. Ausgemacht hat mir das nichts - im Gegenteil, es gefiel mir. Auf der Funkstation wartete dann eine heiße Dusche auf mich und danach ein heißer Kaffee. Wenn meine Kameraden in ihren Autos eintrafen und noch müde und muffig aus der Wäsche guckten, war ich immer topfit und munter.
Später habe ich mal einen kompletten Zelturlaub - zwei Wochen lang - keine Schuhe getragen und es total genossen. Einzige Ausnahme: Beim Gang auf die Toiletten und zum Duschen trug ich Badeschlappen als "Igitt" - und Fußpilzschutz. Nach zwei Wochen waren meine Sohlen super abgehärtet und fühlten sich an wie fein gegerbtes Leder. Ich konnte mühelos über Kieswege rennen. Die Zeltnachbarn meinten, ich sei aber mal ein richtiger Naturbursche und hatten volles Verständnis, dass ich meinen von den schweren Militärstiefeln geknechteten Füssen ein bisschen Freiheit gönnte.
Tja und dann wurde ich älter, und es hörte so langsam auf. Vor allem, weil ich anfing, im Dreischichtensystem zu arbeiten und mir "irgendwie immer die Zeit fehlte". Ich dachte zwar immer wieder mal dran, wieder ein schöne Barfußwanderung zu machen, vor allem weil es meinen Füßen in den schweren Sicherheitsschuhen echt dreckig geht, aber wie es halt so geht: Man kann mal nicht, verschiebt, dann denkt man, es ist zu kalt und so weiter ... und so weiter ...
Nur zuhause bin ich praktisch immer barfuß (außer im Winter, dann trage ich Socken)
Als ich über euer Forum stolperte, glotzte ich zuerst ungläubig auf den Bildschirm und konnte es kaum glauben, dass ich nicht allein dastehe mit meinem Tick. Die ganzen Beiträge zu lesen, gab mir unheimlichen Aufwind und einen riesigen Motivationsschub.
war bin ich im Vergleich mit den meisten im Forum schon ein "älterer Herr im gesetzten Alter", aber ich denke, dass ich in nächster Zeit mal wieder losziehen werde. Vielleicht traue ich mich endlich auch mal, mir meinen größten Traum zu erfüllen: Eine Tour wirklich total barfuß zu machen!
Als ich Lotsis Beitrag las, wie sie mit 14 und "weichen Knien" mit ihrer Freundin loszog, dachte ich, da hätte jemand heimlich im Tagebuch meiner Seele abgeschrieben. Auch ich hatte mit 13-14 den Wunsch, eine solche Unternehmung zu wagen, stand aber ohne "Beistand" da. Auch ich war (und bin) der Meinung, nur wenn man gar keine Schuhe mithat, ist man wirklich barfuß. Aber man muss sich auch trauen.
Vielleicht mache ich es so, wie ich es damals vor vielen Jahren plante: Ich ziehe mir uralte Turnschuhe an und fahre mit Bus und Bahn etwa 20Km weit weg. Dann schmeiße ich die Schuhe in den nächsten Mülleimer und wandere "richtig" barfuß nach Hause zurück. Die Schuhe sind mir "unterwegs voll von den Füßen abgefallen, da bin ich halt ohne Hufeisen weitermarschiert", das war damals meine Ausrede, die ich mir ausgedacht hatte.
Ich bin jetzt 38 und frage mich, ob ich nicht ein wenig kindisch bin, mir noch so was zu wünschen, aber nachdem ich mich fast durchs gesamte Forum durchgelesen habe, denke ich, ich wag's.
Dann geht's wieder los: "Gleich ist es soweit, Junge! Runter mit den Schlappen und ab geht's!" Und dann wird's so richtig schön.
Was meint ihr dazu? Soll ich meinem Alter gemäß "vernünftig" sein oder drauf pfeifen und mir was Gutes gönnen?
Ciao Stefan S.

Hallo Stefan, willkommen im Forum! Wenn Du ein wenig länger dabei sein wirst und aus den einzelnen Berichten mehr Rückschlüsse auf die Poster ziehen kannst, wirst Du sehen, dass einige deutlich älter sind als Du. Ich selbst bin demnächst 47.
Zum Thema Schuhe und Vernunft: Es mag sein, dass ferne Vorfahren von uns Schuhe als Schutz für bestimmte Situationen verwendet haben, so wie es auch heute gute Gründe geben kann, Schuhe zu tragen. Unsere Gesellschaft hat jedoch aus dem Tragen von Schuhen einen Kult gemacht, der aller Vernunft widerspricht. Dazu wurden Schuhe entwickelt, die geradezu ideal dafür sind, Füße zu schädigen. Was soll also unvernünftig sein, wenn man dann keine Schuhe trägt, wenn dazu kein zwingender Grund, etwa Gesichtspunkte des Arbeitsschutzes, vorhanden ist?
Hier im Forum findest Du Leute, die fast nur barfuß laufen, und solche, die dies, typisch für Hobbies, ab und an, der oder die eine öfter, der oder die andere seltener, betreiben. Wir wollen hier mit diesem Forum die Akzeptanz des Barfußlaufens in der Öffentlichkeit fördern und haben im Laufe des letzten Jahres viel Zulauf erhalten, auch einige Medien sind auf uns als Gruppe aufmerksam geworden.
In diesem Sinne hoffe ich, dass Du auch weiterhin Barfußerlebnisse oder sonstige Gedanken, die damit zusammenhängen, im Forum darstellst.
Es grüßt Hans-Martin

Hi Stefan, Was ist Alter? Aus meiner Sicht als 50er bist Du jung.
Und was ist Vernunft? Gequält mit Fußfesseln herumlaufen, bis die Bandscheiben kaputtgehen??
Ich habe früher auch immer den Gedanken vor mir hergeschoben, dass ich mit Barfußlaufen aufhören müsste, wenn ich älter werde. Aber stattdessen ist es immer mehr geworden mit dem Leben auf freiem Fuß. Und mit dem Rückhalt aus dieser Diskussionsgruppe habe ich auch gelernt, ohne Wenn und Aber barfüßig an die Öffentlichkeit zu gehen.
Und meine Erfahrungen damit sind super: Noch niemand hat versucht mich mit seinen Blicken zu töten, dafür sprechen mich immer wieder nette junge Damen an! Manchmal entledigen sich ganze Familien ihrer Schuhe und laufen barfuß mit. Und die Flyer zu meiner HP, die ich bei solchen Gelegenheiten weitergebe, werden sehr gerne angenommen.
Unzählige Leute laufen gerne barfuß und glauben so wie Du, dass man das verheimlichen müsse. Also ist unser Kreis (der sich teilweise auch schon zu barfüßigen Treffen und Unternehmungen zusammengefunden hat) auf dem richtigen Weg, wenn wir uns alle unerschrocken der öffentlichen Meinung stellen. Denn in Wirklichkeit gibt es außerhalb des Berufs kaum Hindernisse, aber umso mehr Sympathisanten für den barfüßigen Lebensstil -- und nur eine eingebildete Schranke im eigenen Kopf. Lass die Schranke lieber weg und mach' bei unserem Hobby mit, soviel Du Lust hast!
Herzliche Füße, Lorenz

Seit zwei Jahren zum ersten Mal wieder barfuß draußen
Ich war endlich wieder barfuß unterwegs! Als ich um 15 Uhr aufstand (nach der Nachtschicht), sah ich gleich, dass mit einer Radtour nichts drin war. Viel zu "apriliges" Wetter. "Aber barfuß laufen müsste gehen", dachte ich mir. Gesagt, getan. Rein ins Auto und raus aus der Stadt.
Auf einem Parkplatz am Ortsrand stellte ich das Auto ab und wollte loslaufen. Denkste! Ich war ja lange nicht mehr dort gewesen. Da steht jetzt ein Glascontainer und der Weg liegt voller Scherben. Ein Paradies für Fakire! Absolut unfassbar! Also bin ich in Schuhen über die "verseuchte" Wegstrecke gelaufen und zog sie erst nach etwa hundert Metern aus. Es war fantastisch!
Gleich im ersten Moment wieder dieses "Aaah! Tut das gut!" - Gefühl. Gutgelaunt machte ich mich auf den Weg, bergauf und bergab. Die Stürme der letzten Tage hatten Bäume umgerissen und die blockierten teilweise die Waldwege. Bin einfach drum rum gelaufen, mitten durch den Wald mit schönem rascheligen altem Herbstlaub. Die Wege waren abwechslungsreich: Weicher Sand (himmlisch!), Moos, Matsch und es gab natürlich auch Stellen mit Geröll und Steinen. Dort hatte ich es ein bisschen schwer, weil meine Füße nichts mehr gewohnt sind. Doch das wird sich mit der Zeit bessern.
Die Temperatur lag mit 15 Grad eher niedrig. Anfangs wurden meine Füße taub, aber nach 10 Minuten "sprang die Heizung an". Zuerst war ich allein im Wald und das war mir auch ganz recht so. Nach einer Weile kam mir auf einem steilen engen Weg eine Frau entgegen. Im ersten Moment hätte ich am liebsten schnell die Schuhe angezogen. Dann dachte ich mir: "Lass den Quatsch! Du fühlst dich wohl und tust niemandem was! Geh weiter!" Das tat ich dann auch und grüßte freundlich. Die Dame lächelte und grüßte freundlich zurück. Sie schaute ein wenig verdutzt auf meine Füße und ich merkte, dass sie noch was sagen wollte, jedoch nichts Negatives. Es war also gar nicht schlimm.
In Zukunft werde ich woanders parken, damit ich gleich ab dem Auto barfuß gehen kann und mich nicht mehr vor "Zuschauern" fürchten. Und wenn doch mal dumme Bemerkungen fallen, kann ich "very british" sein: "Es gibt nichts, was ich nicht ignorieren könnte!" Basta! Wenn es einem nicht passt, soll er wegschauen.
Herzliche Grüße an alle und vor allem: VIELEN DANK!!!
Ohne dieses Forum wäre ich vielleicht nie mehr zum Barfußlaufen gekommen. Aber jetzt mache ich auf jeden Fall weiter damit.
Ciao Stefan S.

Hallo Stefan, na, endlich mal wieder so ein richtig schöner Beitrag zum Mitfühlen. Ich wünsche Dir noch viele schöne barfüßige Ausflüge.
Barfußfrühlingsgrüße, Bernd A

Ich war heute zum zweiten Mal barfuß draußen seit zwei Jahren und weiß schon wieder, warum ich es damals leicht gefrustet aufgegeben hatte. Fast alle Leute, die man im Wald und auf der Flur trifft, fragen einen so Sachen wie "Ach Gott! Ist es nicht zu kalt, um barfuß zu laufen? Haben Sie keine kalten Füße? Haben sie keine Angst, sich zu verletzen (auf spitze Steine zu treten, sich die Füße an Glassplittern aufzuschneiden, sich die ungeschützten Zehen zu brechen und so weiter und so fort . . .)
Fehlt nur noch jemand, der Angst hat, dass die bösen Wildschweine mir die Zehen abfressen! Uff! Also ehrlich, das nervt! Kein Wunder, dass sich viele erst gar nicht trauen, barfuß zu gehen.
Gottseidank bin ich da ziemlich stur. Wenn ich mir was vorgenommen habe, ziehe ich es auch durch. Ich war gestern eine Stunde unterwegs und heute auch noch mal und ich werde auch in Zukunft barfuß wandern, ganz einfach weil es gut tut. Basta!
Vielleicht könnte Michael ein neues T-Shirt rausbringen: Da stehen dann schon fertige Antworten drauf. In etwa so:
Nein ich habe keine kalten Füße.
Nein ich erkälte mich nicht.
Danke, aber ich brauche kein Geld für neue Schuhe.
Nein, bisher hat noch kein Wildschwein versucht, meine Zehen aufzufressen.
Ja es fühlt sich toll an.
Ja, es ist eine tolle Reflexzonenmassage.
Nein ich bin NICHT auf einer Pilgerreise.
Nein, die spitzen Steine tun nicht weh.
Ja, man gewöhnt sich schnell dran.
Ja man bekommt eine dickere Haut.
Nein, frieren tut man doch genau wie an den Händen nur oben drauf, wo alles Haut und Knochen ist. Die Sohlen sind voller Muskeln und die wärmen sich durch die Bewegung prima auf. usw... usw...
Na solange die Leute nicht so richtig meckern ist es gar nicht so schlimm. Sollen sie halt glotzen und sich Sorgen machen. ...
Ich laufe nämlich normalerweise nur in der freien Natur. Auf Asphalt und harte Böden habe ich eigentlich nicht so Lust, obwohl ich schon gerne mal Kopfsteinpflaster probieren möchte.
Grüße von Stefan S.

Hi Stefan, versuch's doch mal mit Lorenz' Faltblatt. Damit kann man die Leute auch verblüffen bzw. "entwaffnen".
[solange Leute nicht so richtig meckern ist es gar nicht so schlimm. Sollen sie halt glotzen und sich Sorgen machen]
Es gibt in der Tat so gut wie keine der befürchteten negativen Reaktionen. Nur Staunen und die von Dir beschriebenen Fragen. Das kann zwar auf Dauer auch ganz schön nervig sein, schadet aber zumindest dem "barfüßigen Selbstbewusstsein" nicht :-)
[Auf Asphalt und harte Böden habe ich nicht so Lust, obwohl ich mal Kopfsteinpflaster probieren möchte]
Kopfsteinpflaster ist etwas ungewohnt aber in der Regel kein Problem. Ganz im Gegenteil, wenn die Luft schon etwas kühler ist, der Boden aber noch warm (gegen Abend z.B.) ist Kopfsteinpflaster besonders angenehm, weil es auch die Fußwölbung berührt. Richtig heißes Kopfsteinpflaster ist allerdings aus genau diesem Grund nicht zu empfehlen (unter den Fußwölbungen ist die Hornhaut in der Regel ja extrem dünn) außerdem sammeln sich in den "Fugen" zwischen den Steinen gerne Glasscherben, die eine Gefahr für die Zehen darstellen können.
In jedem Fall ist Kopfsteinpflaster angenehmer als (rauer) Asphalt.
Serfuß, Jörg (Hanna)

[ Fehlt nur jemand, der Angst hat, dass die bösen Wildschweine mir Zehen abfressen]
Die bösen Wildschweine sind ganz schön gefährlich; ich hoffe, dass ich keinem mal im Wald begegne. Also hat sich das schon bestätigt.
Ansonsten denke ich so, dass die Reaktionen um so mehr kommen, um so mehr man darauf achtet. Lothar

Ich war gestern auch zweieinhalb Stunden in der Wahner Heide barfuß wandern - nicht zuletzt, um meinen Ärger über einen kostspieligen Vandalismusschaden an unserem Auto abzubauen.
In der ganzen Zeit hörte ich genau zwei Kommentare : Kinder, die erstaunt riefen : "Guck mal, da wandert einer barfuß" (da war mein Ärger noch zu groß für ein nettes Gespräch) und später ein älteres Ehepaar, auf dessen "Das verjagt das Rheuma" ich kurz einging.
Insofern kann ich weder vor dem Hintergrund von gestern, noch der Erfahrungen des vergangenen Jahres Deine Schilderung bestätigen. Allerdings meide ich auch die "Ignorantenpromenaden", wo die beschuhten Spießer die Zeit zwischen Mittagessen und Kaffeetrinken mit einem höchstens vierzigminütigen Spaziergang überbrücken, zumal dort auch normalerweise keine Naturböden anzutreffen sind, sondern alles wetterfest asphaltiert wurde.
Und ich gehe ganz selbstverständlich barfuß, sprich : ich weiche niemandem aus, schaue bei Begegnungen nach oben und grüße im Zweifel freundlich.
[ Kein Wunder, dass sich viele gar nicht trauen, barfuß zu gehen. Gottseidank bin ich ziemlich stur. Ich werde auch in Zukunft barfuß wandern, ganz einfach weil es gut tut. Basta!]
Das ist die richtige Einstellung ! Vielleicht helfen ja auch meine obigen Tipps. Und wenn doch jemand den Mund aufmachen sollte, gibt es drei grundsätzliche Möglichkeiten :
1) Überhören im Bewusstsein, der mit Abstand Klügere von beiden zu sein;
2) freundlich antworten;
3) unfreundlich antworten mit den beiden Varianten
a) die Schwachsinnigkeit der Äußerung oder alternativ den Mangel an Umgangsformen anderen gegenüber hervorzuheben: "Sie hätten Ihr Geld besser statt für Schuhe für einen Wochenendkurs ‘gutes Benehmen gegenüber Fremden’ ausgegeben" oder
b) nahezu jeder Mitmensch bietet auch die Möglichkeit, sich zu revanchieren - die vielen Leute, die sehr ungesundes Schuhwerk tragen oder auch die vielen Hundehalter, die große Hunde frei und ohne Maulkorb in Landschafts- oder Naturschutzgebieten herum laufen lassen usw. usf.
Ach ja : ich muss schon extrem gereizt sein, um Variante 3 zu benutzen !
[Auf Asphalt und harte Böden habe ich nicht so Lust, obwohl ich schon gerne mal Kopfsteinpflaster probieren möchte]
Kopfsteinpflaster ist ein toller Untergrund zum Barfußlaufen - am allerschönsten übrigens, wenn es feuchtwarm ist.
Herzliche Füße aus Köln sendet Dir Georg

Besten Dank für die Tipps und die "mentale" Unterstützung.
Das Überhören wende ich auch meistens an. Brummig werde ich nicht, obwohl mir manchmal schon nach einer patzigen Antwort zumute war (bei früheren Barfußausflügen - bin ja erst seit wenigen Tagen wieder dabei).
Früher hat es mir auch immer wieder eine diebische Freude bereitet, wenn mitgeschleifte Kinder die "vernünftigen" Erwachsenen sofort zu löchern begannen: "Darf ich auch barfuß? Bitte! Bitte!" Da hatte ich im Weitergehen immer meinen Spaß.
Das mit dem Kopfsteinpflaster werde ich unbedingt testen.
Herzliche Grüße aus Bexbach. Bexbach ist eine kleine spießige Stadt im Saarland. Das Saarland ist ein kleines schweinchenförmiges Möchtegernbundesland am Hintern von Deutschland ganz nah an Frankreich. Die Leute denken immer, wir wären "Rucksackfranzosen" und überhaupt furchtbar frankophil. Stimmt aber nicht. Ich weiß ja nicht mal, was Quiche Lorraine auf französisch heißt.
Serfuß Stefan S.

Diese Fragen kenne ich auch sehr gut, und mich können sie ebenfalls bisweilen ziemlich nerven.
Gestern bin ich allerdings nicht angesprochen worden, obwohl ich den Leuten, die meinen Weg kreuzen, nicht ausweiche. Das letzte Mal bin ich in Stuttgart, wo ich einen Freund besucht hatte, in der Kirche angesprochen worden, obwohl ich da Sandalen (aber keine Socken) anhatte.
Die Frage, ob ich keine kalten Füße hätte, empfand ich dabei eher als Anknüpfungspunkt, um überhaupt mit mir in Kontakt zu kommen. Ich habe es auch ansonsten schon des öfteren erlebt, dass sich aus solchen Fragen recht nette Gespräche ergaben, und ich nutze die Chance, auf diese Weise meinen "barfüßigen Lebensstil" ein bisschen zu erläutern und dafür zu werben. Auf diese Weise merken unsere beschuhten Zeitgenossen, dass sie es nicht mit einem abartig veranlagten Spinner, sondern mit einem naturverbundenen freundlichen Menschen zu tun haben.
[ Kein Wunder, dass sich viele gar nicht trauen, barfuß zu gehen. Gottseidank bin ich ziemlich stur. Ich werde auch in Zukunft barfuß wandern, ganz einfach weil es gut tut. Basta!]
Da hast Du die richtige Einstellung. Wer sich durch irgendwelche Kommentare, Reaktionen oder gar der Furcht vor anderer Leute Gedanken (die zunächst nur im eigenen Kopf präsent ist) verunsichern lässt, hat eigentlich schon verloren!
[Vielleicht könnte Michael neues T-Shirt rausbringen: Da stehen schon fertige Antworten drauf] Diese Idee ist zwar originell, aber bei näherer Betrachtung doch nicht so gut.
Wer es nötig hat, sich solch massive Rechtfertigungen auf die Kleidung zu schreiben, zeigt doch nur, dass er im Grunde seines Herzens eigentlich seiner Sache überhaupt nicht sicher ist und es deshalb nötig hat, sofort in die Defensive zu gehen.
Ich bin zwar gerne bereit, meinen "barfüßigen Lebensstil" auf entsprechende Anfrage zu erläutern, aber niemals zu rechtfertigen (weil ich genau weiß, dass ich im Recht bin).
[solange Leute nicht richtig meckern ist es nicht so schlimm. Sollen sie halt glotzen und sich Sorgen machen]
Finde ich auch. Ich habe es auch noch nicht erlebt, dass jemand regelrecht gemeckert oder sich lautstark erregt hätte. Die bislang "schlimmsten" Reaktionen waren abschätzige Blicke oder Bemerkungen wie "Du sollst krank werden."
[gerne mal Kopfsteinpflaster probieren möchte]
Das Gehen auf Kopfsteinpflaster ist eigentlich sehr angenehm, jedenfalls angenehmer als auf rauem Asphalt. Ich gehe freilich auf nahezu jedem Untergrund gern barfuß, lediglich auf Schotter oder scharfem Geröll habe ich noch nicht die nötige Übung und würde dort ziemlich "herumeiern".
Herzliche Barfußgrüße, Markus U.

Danke für deine Antwort. Es tut echt gut, zu erleben, wie man hier im Forum unterstützt wird. Das bringt echt was.
Früher war ich ja manchmal so was von ängstlich, wenn ich barfuß unterwegs war! Das mit dem T-Shirt war nur ein Gag. Ich habe mal einen Witz gesehen in einer Zeitschrift, da saß ein Angler am Ufer und hatte lauter Schilder um sich rum postiert: "Ja ich angele. Nein ich langweile mich nicht, wenn keiner anbeißt. Ich benutze Maden. Ich gehe auf Forellen. Ja ich essen die Fische, die ich angele. Ja stimmt, heute beißen sie nicht so gut." usw. ... usw. ...
Ein T-Shirt mit den entsprechenden Barfuß- Beschriftungen würde ich höchstens als Partygag tragen. Ich wollte das leidige Problem mit dem Gelaber der Spießer bloß lustig darstellen.
Nochmals vielen Dank an dich und alle anderen im Forum. Ich fühle mich richtig gut, seit ich wieder barfuß unterwegs bin (auch wenn's zur Zeit furchtbar piekt - habe noch nicht die nötige "Einsatzhärte", aber das kommt) ...
Weil's endlich aufgehört hat zu regnen mal ohne Schuhe draußen. War ungewohnt für mich, in der City barfuß zu laufen. Normalerweise bin ich nur in der Natur barfuß unterwegs.
Ich bin dann auch schnell auf mir bekannte Nebenwege ausgewichen. Da konnte ich so richtig abschalten, weil mal wieder alles schief gelaufen war, wie man so sagt.
Als ich soweit war, dass ich das Gras wachsen hörte, bin ich nach Hause und siehe da: Mein Bericht vom Barfuß - Pfad in Waldhölzbach ist endlich im Forum. Fein.
Jetzt gönne ich mir noch ein Kräuterfußbad plus einen Schoppen Viez (Apfelwein) und dann geht's in die Heija (obwohl ich morgen frei habe).
Herzliche Füße, Steini

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