Barfuß auf Stadtstraßen
(Forumbeiträge seit Sommer 2000)

Die Realität im ganz normalen Stadtstraßenleben ist: Dreckig und alles andere als ästhetisch.
Gruß Siegbert

Mit etwas Wasser lässt sich das beheben. Nicht so leicht beheben lässt sich das, was im ganz normalen Stadtstraßenschuh passiert: Fußschäden, im Schweiß aufgeweichte Füße, stinkende Socken, Pilzkulturen ...
Kurz gesagt: Bevor es in meinen Schuhen "wie bei Hempels unterm Sofa" aussieht, dann doch lieber ganz offen etwas Straßenschwärze und ansonsten gesunde Füße.
Kai W.

Hallo Kai, im Forum wie in Deinem Beitrag hier ist immer wieder die Rede von "gesunden Füßen durch Barfußlaufen".
Ein jeder Orthopäde warnt davor, längere Zeit unbeschuht befestigte Straßen (geteert, betoniert u.ä.) zu benutzen. Ganz klar, entstehen doch durch Fehlstellungen der Füße Rückenschmerzen, Wirbelsäulenschäden, Haltungsschäden, Gelenkschäden usw., bzw. werden bestehende noch verstärkt.
Das schlimmste: falls jemand seine gesunden Füße aus dem Kindesalter hinüber ins Erwachsenenalter gerettet haben sollte und Barfußlaufen auf befestigten Straßen praktiziert, erweist er sich damit einen Bärendienst.
Gruß Siegbert

Über Ästhetik lässt sich natürlich schlecht streiten, da hat jeder eine andere Meinung und da wird hier auch immer mal wieder kontrovers diskutiert. Vor allem zum Thema Barfuß und Mode.
Dass Straßen dreckig sind, bezweifelt auch keiner. Fragt sich nur, warum unsereins deswegen auf's Barfußlaufen verzichten sollte, das würde ich doch gerne etwas genauer wissen.
Wenn Du ein öffentliches Gebäude betrittst, eine öffentliche Toilette gar, ziehst Du dann vorher Handschuhe an? Oder wenn Du Geld entgegen nimmst? Weißt Du, ob Deine Vorgänger sich die Hände gewaschen haben, bevor sie sich auf dem Klo den A... abgeputzt haben? Und mit diesen fäkalbakterienverseuchten Händen wühlt er anschließend in der Mensa im Besteckkasten rum.
Zu Ende gedacht heißt das, Du frisst u.U. seine Sch... - lecker!
Was ist da ein bisschen Straßendreck an den Füßen, die stecke ich ja wenigstens nicht in meinen Mund.
Vieles spielt sich in unserem Kopf ab. Auch ich gehe barfuß nicht auf öffentliche Toiletten, meide Bahnhöfe und größere Städte. Objektiv gesehen ist das aber Blödsinn - aber das Auge "läuft" sozusagen mit.
Aber es ist schön, dass hier mal jemand mitdiskutiert (aber bitte schön sachlich bleiben :-), der das aus der Sicht der "Barfuß- Pfui- Seite" sieht.
Serfuß, Jörg (Hanna)

[Orthopäde warnt davor, längere Zeit unbeschuht befestigte Straßen zu benutzen]
Eigene Erfahrung: asphaltierte, gepflasterte usw. Straßen sind allgemein zum längeren Gehen nicht ideal. Trotzdem ist es weniger ermüdend, ohne Schuhe zu gehen als mit. Zumal Städte auch Parks usw. haben, die in Wege einbezogen werden können und ausreichend Abwechslung bieten (Wiesen quere ich, wenn ich barfuß gehe, immer auf dem kürzesten Weg, ohne mich an Wege zu halten.)
Wenn ich mir also einen Tag lang eine Stadt ansehen will und immer auf den Beinen bin, vermeide ich es, mich mit Schuhen zu behängen, sofern das von der Temperatur her möglich ist, und reduziere auch sonst mein Gepäck.
[entstehen durch Fehlstellungen der Füße Haltungsschäden usw., bzw. werden verstärkt]
Wenn du dir die Krankheitsgeschichte von Personen mit Fußfehlstellungen ansiehst, wird dir sicherlich kaum jemand begegnen, der diese beim Barfußlaufen in der Stadt erworben hat. Falsche Schuhe sind die überwiegende Ursache dafür.
[Falls jemand seine gesunden Füße aus Kindesalter ins Erwachsenenalter gerettet haben sollte]
was am besten möglich ist, wenn er oder sie barfuß aufwuchs .....
[Barfußlaufen auf befestigten Straßen praktiziert, erweist er sich damit Bärendienst]
Ist wohl alles eine Frage des Umfanges. Aber gut trainierte Füße, die regelmäßig auf Naturboden gehen, überleben auch die städtische Betonwüste. Schwarze Sohlen tun nicht weh. Nur wenn die Gehwege von Glasscherben, Hundekot und anderem Unrat übersät sind - irgendwann kapituliert jeder.
Unci

Nach meinen Recherchen im Internet ist es nicht korrekt, dass jeder Orthopäde vor dem Barfußlaufen auf befestigten Straßen warnt.
Die von Dir skizzierten möglichen Folgeschäden kann ich nicht nachvollziehen. Da hierzulande fast niemand barfuß läuft, die oben erwähnten Schäden aber flächendeckend auftreten, ist vermutlich das Laufen in Schuhen viel eher die Ursache.
Wer auf Asphalt weich, d.h. mit dem Vorderfuß zuerst oder zumindest mit dem flachen Fuß auftritt und nicht mit der Ferse wie in Schuhen üblich, wird auch auf harten Böden keinerlei Gelenkprobleme bekommen.
Meine Erfahrung ist, wie auch die von Unci beschriebene, dass ich ohne Schuhe später beim laufen ermüde, die Füße deutlich weniger angestrengt sind (z.B. beim tagelangen sightseeing in London getestet).
[Falls jemand gesunde Füße aus Kindesalter ins Erwachsenenalter gerettet haben sollte und Barfußlaufen auf befestigten Straßen praktiziert, erweist er sich damit Bärendienst]
Vorurteile ersetzen kein Wissen! Wie oben geschrieben: Lass mal Orthopäden echte Barfußläufer auf mögliche Wirbelsäulen-, Haltungs- und sonstige Schäden untersuchen, dann reden wir weiter.
Bis dahin habe ich nur den Eindruck, dass schulmedizinische Vorurteile ungeprüft weitergetragen werden.
Grüße Kai W.

[habe nur Eindruck, dass schulmedizinische Vorurteile ungeprüft weitergetragen werden]
Bitte nicht pauschal auf alle ausgebildeten Mediziner einschlagen: Hautärzte empfehlen häufig, wann immer es möglich ist, keine geschlossenen Schuhe zu tragen, und empfehlen Sandalen, und so oft wie möglich barfuß gehen ...
Wie oft "oft" ist, kann man natürlich nicht pauschal sagen; aber jedem sollte sich Gelegenheit dazu bieten. Wer absolut nicht auf festem Untergrund gehen will, kann es ja bleiben lassen. Allerdings sieht man nirgends besser, was vor einem liegt ... [asc]

Meine Meinung zum Thema "Barfuß auf Straße":
1) auf Naturböden ist Barfußlaufen als Empfindung schöner und sicher auch gesünder als auf Asphalt;
2) gesunde Füße brauchen im Alltag eigentlich ebenso wenig Schuhe wie gesunde Hände Handschuhe - eine Regel, die wie jede ein paar Ausnahmen kennt, die sie bestätigen. Asphalt gehört nicht zu diesen Ausnahmen!
3) verbildete Füße sind Opfer von Schuhen und Bewegungsmangel - eine konsequente "Umkehr" kann da allemal nur hilfreich sein.
Für ein Muskelaufbautraining im Bereich der Füße bieten wechselnde Naturboden zweifelsohne eine sinnvollere Grundlage als harte Böden, die nicht nachgeben, so dass alle Belastungen beim Auftreten etc. von der unterentwickelten Muskulatur und den fehlgestellten Gelenken abgefangen werden müssen.
4) Einlagen sind tatsächlich bei vielen Orthopäden erste Wahl, denn sie haben aus deren Sicht zwei große Vorteile : a) sie wirken in dem Sinne verlässlich, dass der Patient keine eigene Energie in seinen Heilungsprozess stecken muss (keine immer wiederkehrende gewissenhafte Ausführung gymnastischer Übungen, keine Verhaltensänderung weg von den gewohnten Schuhen, hin zum ungewohnten Barfußlaufen); b) das Gesundheitswesen insgesamt profitiert in wirtschaftlicher Hinsicht davon ... (nicht böse sein, liebe Mediziner!).
Die Einlagen haben aber auch einen Riesennachteil : Sie korrigieren die Fehlstellungen künstlich, entlasten z. B. durch von Fußfehlstellungen beeinträchtigte Knie - aber Heilung im Bereich der Füße findet so nicht statt! Soviel in Kürze zum Thema.
Im September hatte aquajeans dazu einen inhaltlich sehr ansprechenden Artikel aus einer luxemburgischen Wochenzeitung gepostet. ...
Über das Stichwort Orthopäde bin ich leicht vom Thema abgekommen und auf die Einlagen geraten und habe - ehe ich hier zu Recht verbal verhauen werde, will ich das lieber noch nachtragen - vergessen darauf hinzuweisen, dass bei fortgeschrittenen Schädigungen (sog. "Brüche" des Muskelgewölbes) auch mit Aktivierungsmaßnahmen wie Barfußlaufen auf Naturgrund keine Heilung möglich ist und Einlagen dann die einzig verbleibende Chance sind.
Solche Brüche sind aber im Regelfall die Folge langjähriger Vernachlässigung des Bewegungsapparats Fuß durch fehlende Stimulation dank Schuhe, Bewegungsmangel und Übergewicht.
Das Thema "Barfußgehen auf Asphalt" sollte im übrigen auch medizinisch nicht ausschließlich unter Gesichtspunkten der orthopädischen Fachrichtung betrachtet werden : Wer ganz und gar keinen Naturgrund zum Barfußgehen finden kann, kann auf Asphalt immerhin der Haut seiner Füße einen Freundschaftsdienst erweisen, so Pilzinfektionen verhindern, die Haut seiner Fußsohlen stärken, um Warzenviren das Eindringen zu erschweren, das Immunsystem stärken und die Reflexzonen der Fußsohlen - wenn auch nicht so intensiv wie auf Naturböden - stimulieren.
Und wenn man es erst einmal entdeckt hat : ein schöneres Gefühl, als in Schuhen zu gehen, ist es ohnehin (Stichwort "Wellness").
Noch ein Surftipp : Dr. Fiedlers Check-Up, 08.07.00: Plattfüsse und Co.,  dort ist auch ein Video im Realplayerformat abrufbar.
Serfuß Georg

Es war nicht meine Absicht, pauschal auf alle Mediziner einzuschlagen, sondern nur auf mögliche schulmedizinische Vorurteile aufmerksam zu machen. Diese müssen übrigens bei weitem nicht auf Mediziner beschränkt sein.
Von den ganzen Segnungen der Schulmedizin (und den meiner Meinung nach häufigen Scharlatanerien der sogenannten Alternativmedizin) kann gerne an anderer Stelle die Rede sein - da bin ich ganz offen.
Aber das führt dann hier wohl zu weit.
Grüße Kai W.

Lieber Siegbert nur zur Info ein Bericht aus der Forschung von Amerikanischen Orthopäden : Dr. Paul W. Brand
Barbara Platte interviewed Dr. Brand in 1976. Here is the account from the San Francisco Chronicle What every kid seems to know instinctively -- that going barefoot is good for you -- has been confirmed by an orthopedist and rehabilitation specialist who has studied foot problems in various parts of the world. "A high proportion of the world's population walks barefoot most of the time, and the average person who walks barefoot has much healthier feet than the average person who wears shoes, says Dr. Paul W. Brand, chief of the rehabilitation branch of the U.S. Public Health Service Hospital, Carville, La. and professor of surgery a Louisiana State University Medical School. Dr. Brand conducted an orthopedic clinic in India for 18 years and has also treated orthopedic problems in Ethiopia and the United Kingdom. On the basis of these erfahrungen he suggests that maybe we in America should walk barefoot for at least part of each day. Common foot problems in the United States include corns, bunions, hammer toes, athlete's foot and ingrown toenail - but none of these is a problem in countries in which most people go barefoot. "Every one is a product of footwear. They are caused either by poorly designed or poorly fitted shoes, or in such conditions as athlete's foot, by the simple fact of wearing shoes that prevent free access of air between the toes," he says. Shoe-wearers also receive mechanical stress from walking on the same part of the foot with each step, while the rough, uneven thrust of the ground is transmitted to a different part of the barefoot walker's foot with each step. In shoes, Dr. Brand says, sensitivity, mobility, and intrinsic muscle strength of the feet are lost. " The barefoot walker receives a continuous stream of information about the ground and about his own relationship to it, while a shod foot sleeps inside an unchanging environment. Sensations that are not used or listened to become decayed and atrophy. There is a sense of aliveness and joy which I experience walking barefoot that I never get in shoes," he says. Such direct contact with the ground has a great deal to do with preventing fractures of the ankle from "turning the foot over" by stepping on a rock or edge of the pavement. In India Dr. Brand saw no ankle fractures except in those who wore shoes. The reason for this, he says, is that a barefoot person has instant information about the situation relayed by the touch-sensitive nerves in the skin of the sole and gets the information in time to avoid putting his weight on the unstable foot. The person wearing shoes may not get this information in time to remove his weight from the leg to prevent a fracture. In the Olympic Games, Indian and Pakistani teams have won several gold medals in field hockey while playing barefoot, and have had an impressive injury-free record. They have now turned to shoes in international competition but only in self-defense against players who wear boots with cleats and studs, Dr. Brand notes. Going barefoot seems to have an additional advantage in preventing arthritis of the hip. For persons of comparable age, this is seen more frequently in Westerners and Indians who wear shoes than in the barefoot population.
Ich hoffe damit dem Trugschluss der Verallgemeinerung etwas entgegen gewirkt zu haben. Viel mehr dazu findet man auf der HOMEPAGE von PFB (Parents for Barfoot Childern)
Gruss Marc(CH)

Ich denke, wenn man eine Fehlstellung der Füße hat, dann können diese auch nicht durch Schuhe ausgebessert werden.
Ich selbst habe ein zeitlang ziemlich unter Rückenschmerzen gelitten und dann in der Krankengymnastik - und zwar nicht in Schuhen - das richtige Laufen gelernt. Mein Zustand hat sich enorm gebessert.
Rückenschäden entstehen meiner Meinung nach aber auch durch unser Verhalten, bspw. wenn wir bei Kälte die Schultern hochziehen (Anspannung) oder uns in Stresssituationen verkrampfen.
Ich bin davon überzeugt, dass die Psyche, wie bei fast allen Krankheiten, eine große Rolle bei solchen Schäden spielt.
Viele Grüße Eva H.

Die Füße sind von der Natur zum Barfußgehen gedacht. Okay, es gibt in der freien Natur keinen Teer, aber andere Belaege, die auch gesundheitsschädlich wären, wenn die Füße nicht gut angepasst wären. Vermutlich kommt da gar nix rein, und wenn doch, bestimmt nicht in messbaren Mengen (Autoabgase einatmen ist da sicher schädlicher!)
Gruß, Titus

Was ich wissen wollte: was macht Ihr eigentlich, wenn Ihr barfuß unterwegs seit und Euch die Blase drückt, also etwa bei einem Stadtbummel?
Es gibt ja viele Restauranttoiletten, in die ich nicht mal mit Schuhen betreten möchte, ich mach's halt nur, wenn's denn sein muss. Aber barfuß? Kann man sich da nicht allen möglichen Scheißdreck (Verzeihung) holen? Von öffentlichen Bedürfnisanstalten ganz zu schweigen, was da erst alles so am Boden rumfließt, diese undefinierbaren Flüssigkeiten ...
bernd

Nun ja, das ist vor allem ein psychologisches Problem. Normalerweise halte ich Stadtbummel etc. ohne Klobesuch durch, egal ob barfuß oder nicht. Bei längeren Autofahrten habe ich immer Schuhe dabei, die ich anziehe, bevor ich die Toiletten aufsuche.
Aber gerade jetzt ist die Zeit, wo ich immer mal wieder barfuß auf eine Toilette muss, nämlich die Biergartenzeit. Ein Biergartenbesuch ist einfach nicht vergleichbar mit einem (feinen) Restaurant, Disco etc. sondern ein Stück bayerischer Lebenskultur, wo man sogar oft sein eigenes Essen mitbringt. Bei heißem Wetter geht man natürlich auch in kurzer Hose dahin (muss ja nicht immer die berühmte Lederhose sein) und dazu passt barfuß natürlich hervorragend! Und beim Bierkonsum tritt das von Dir beschriebene Problem natürlich schnell auf.
Dann gibt's drei Möglichkeiten:
1) Schuhe mitnehmen und für die Toiletten anziehen. Mache ich bei Biergärtenbesuchen in den großen Münchner Biergärten (= extrem versiffte Klos) sowieso, da ich ungern barfuß S- und U-Bahn fahre (wegen den Bahnhöfen, das Auge "läuft" mit).
2) Bei den kleineren Biergärten hier vor Ort sind die Toiletten in der Regel einigermaßen sauber. Ist zwar auch nicht immer so anregend, diese barfuß aufzusuchen, aber bei intakten Sohlen weniger gefährlich, als einen Hundertmarkschein (was sich da alles drauf tummelt) anzufassen.
3) Zur Not findet sich immer noch ein Busch. Auf dem Land kein Problem, in Städten sicherlich schwieriger, wenngleich ich mich Karneval immer wieder frage, wo denn die Hunderthausenden Rosenmontagszuschauer ihr Kölsch hinbringen ...
Aber eigentlich ist das Barfußlaufen in Toiletten eher ein psychologisches als ein hygienisches Problem, wenn die Füße intakt sind.
Serfuß und Prost,
Jörg (Hanna)

Falls tatsächlich auf öffentlichen Toiletten Flüssigkeiten am Boden herumfließen sollten sind diese natürlich sehr wohl beschreibbar, definierbar und deren Inhaltstoffe aufzählbar und aller Wahrscheinlichkeit nach harmlos.
Chris

Hallo Bernd,
ergänzend zu den Hinweisen meiner "Vorredner" möchte ich Dir noch etwas "theoretischen Hintergrund" liefern. Es ist für mich auch eine Gelegenheit, gegen das weitverbreitete "Totschlagargument" anzuschreiben, Barfußlaufen überall statt nur im Garten sei eklig und gefährlich.
Schuhe sind in der Regel vielfach durchgeschwitzt, man läuft in einer Ansammlung von Schweiß und Hautschuppen, die sich über Monate und Jahre gebildet hat. Hier gedeihen Pilze und Bakterien, die auf diese - wahrhaft ekelhafte - Umgebung spezialisiert sind. Der leicht entstehende "Fuß" (nein - Schuh-!!) Geruch ist ebenfalls ein Zeichen dafür.
Das Dumme ist, dass diese spezialisierten Organismen auch die menschliche Haut angreifen können; deswegen haben sehr viele Deutsche Fußpilz und andere Hautkrankheiten am Fuß.
Der menschliche Fuß (und der ganze Körper) ist vom orthopädischen Standpunkt her dafür bestimmt, ständig barfuß zu laufen. An der Sohle sind darüber hinaus die Nervenenden so dicht wie sonst nirgends am Körper (von den Händen einmal abgesehen), und sie sind dafür ausgelegt, ständig Reize vom Boden zu empfangen. Die Organe des ganzen Körpers (auch das Gehirn) werden davon angeregt und in Ausgleich gebracht.
Die Haut des menschlichen Fußes ist ebenso für das ständige Barfußlaufen gemacht. Sie ist so ständig an der frischen Luft und regelmäßig in Kontakt mit Licht. Bei jedem Schritt wird ein anderes Stück Boden berührt, und mit dem Druck des eigenen Körpergewichts wird die Sohle ständig durch den Untergrund mechanisch abgerieben und damit auch von dem gesäubert, was von vorherigen Schritten her an ihr haftete.
So kommt der Fuß zwar mit einer Fülle von Bakterien, Pilzen, Keimen in Kontakt. Durch den Einfluss von Luft und Licht haben diese aber in aller Regel keine Chance, die Haut anzugreifen. Dadurch, dass man immer wieder ein neues Stück Boden berührt, können sich z.B. wegen der intensiven und sehr verschiedenartigen mechanischen Beanspruchung Keime auf Dauer kaum halten; der Einfluss von Licht und Luft ist auch hier ganz wesentlich.
Im Gegensatz zur landläufigen Meinung sind Füße fast unverwüstlich, wenn sie so beansprucht werden, wie es von der Natur her vorgesehen ist.
Auf der Website der "Society for Barefoot Living" ist eine Studie zitiert, die den Zustand der Füße von Leuten untersuchte, die ständig barfuß liefen. Dies nicht in einer romantischen ländlichen Gegend, sondern im Neu Delhi der 40er Jahre. Der Schmutz dort war (und ist meines Wissens immer noch) für hiesige Verhältnisse unbeschreiblich; der Untergrund ist auch ansonsten nicht gerade als Wiese oder Sandstrand zu bezeichnen. Ergebnis: Die Probanden hatten kerngesunde Füße. In völligem Gegensatz zu ebenfalls untersuchten Schuhträgern!
Was Deine Frage betrifft: Du kannst barfuß unbesorgt überall hingehen, auch auf von Dir beschriebene Örtlichkeiten. Dadurch, dass Du bald wieder woanders hingehst, haben die Keime keine Chance.
Auch vom Schrecken derjenigen, die deswegen in Parks etc. grundsätzlich Schuhe bzw. Sandalen tragen, dem Hundehaufen, wirst Du nach kurzer Zeit nichts mehr sehen und bemerken - im Gegensatz übrigens zum Profil von Schuhen, in dem manches unbemerkt hängen bleibt und u.U. in die Wohnung gelangt.
Und nach einem langen Barfußtag auch mit Besuch eines o.g. "Örtchens" wirst Du feststellen, dass Deine Füße bestens durchblutet sind (stärkt ebenfalls die Abwehr gegen Keime enorm) und nicht riechen. Die Haut ist fest und geschlossenporig.
Nach einem langen Tag in Schuhen ist die Haut aufgeweicht und schwammig, geruchsfrei sind die Füße garantiert nicht mehr, und spezialisierte Organismen hatten Zeit in Hülle und Fülle, eine Schwachstelle in der geschwächten, weil nicht "bestimmungsgemäß" eingesetzten Haut zu finden. Deswegen die hohe Rate allein an Fußpilz- und sonstigen Hauterkrankungen in Deutschland. Bei barfußlaufenden Völkern sind solche Probleme fast unbekannt!
Ich hoffe, Dir einen realistischen Blick auf die Dinge vermittelt zu haben. Ich selbst bin inzwischen Tausende von Kilometern barfuß gelaufen, und auf entsprechenden Homepages findest Du ebenfalls Hinweise, die der in Deutschland weitverbreiteten, m. E. schlicht bodenlosen Unwissenheit und Dummheit zum Thema Barfußlaufen etwas entgegensetzen.
Viele Grüße,
MarkusII

Wie hier in einigen Postings in letzter Zeit zu lesen, fragen manche danach, wie man es mit Straßendreck an den Füßen und der Wohnung hält.
Meine Gedanken dahin: Wer mit Straßenschuhen umher läuft und mit diesen dann in die Wohnung geht, sei es auch nur in den Flur!, hat den Dreck automatisch in der Wohnung und verteilt ihn trotz regelmäßigen Wischens, Saugens und Kehrens in der Wohnung. Garantiert. Da einige dann denken, wenn sie barfuß nach Hause kommen, ziehen sie erst mal Schlapfen an bis zum Säubern, können darauf ruhig verzichten. Der Dreck ist drin. Wenn dann muss ich 100%ig die Schuhe vor der Türe lassen und Besuch (auch Vertreter usw. ) bitten, doch die Schuhe aus zu ziehen, oder Überschuhe für Gäste zu benutzen.
Als ich kurz nach der Wende Richtung Osten bin und dort schnell viele Freunde hatte, lernte ich bei denen eines kennen: Schuhe vor der Wohnung aus und ein paar Botten die herum lagen, angezogen. Warum? Zu damaliger Zeit war die Luft geschwängert von den öligen und rußigen Schwaden der Zweitakter, der Hausbrand bestand zu nahezu 100% aus Braunkohle (viel Asche, Dreck usw.) und die Industrie strotzte vor Dreck. Da wäre die Wohnung beizeiten so schwarz wie die Sohlen von manch unseren Barfüßern. Also blieben damals die Schuhe vor der Wohnung. Eine gute und vernünftige Einrichtung.
Doch heute wenn ich die Leute besuche, kaum einer mehr hat seine Treter vor der Türe liegen, jeder sabt da gleich rein. Der Dreck ist drin. Und bestimmt! hält sich an diversen Schuhsohlen mancher Dreck in den Rillen des Profiles besser als an den Fußsohlen.
Der Anteil derer, die mit Schuhen in die Wohnung gehen ist sehr groß. Besonders bei unserer Jugend, denen wohl die doofen Plateau-Turnschuhe (Männlein wie Weiblein) schon an den Füßen angewachsen sein müssen. Gehen die damit auch schon ins Bett? Man sieht sie ja bis abends damit umher lungern.
Schuhe auf den Tisch muss da obligatorisch sein, da man ja in allen öffentlichen Verkehrsmitteln ständig deren Haxen am gegenüberliegenden Sitz oben drauf sieht.
mfg, Markus (malo)

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