Barfüßige Stadtbesuche
(Forumbeiträge seit Sommer 1999)
| Amsterdam | Köln | Stuttgart |
Nach längerer Zeit
noch mal was von mir. Letztes Wochenende entschoss ich mich mit einer Freundin zu einem
Kurztrip nach Amsterdam. Barfuß ins Auto
und los. Da Amsterdams Hotels ziemlich teuer und dazu meistens auch noch ausgebucht sind,
mussten wir ca. 5 abklappern, um dann in einem unterzukommen. Diese Stunde war dann die
einzige beschuhte in drei Tagen. Eigentlich wollte ich die ganze Zeit über barfuß
bleiben, bei der Hotelsuche hat mich aber doch der Mut verlassen. Ab dem Zimmerbezug haben
meine Schuhe das "Tageslicht" allerdings nicht mehr erblickt.
Das Wetter war nicht gerade toll, knapp 20 Grad und ab und zu gab's auch Regen. Machte aber
gar nichts. Das Gefühl, morgens barfuß zum Frühstück zu gehen, die Stadt zu erkunden
um abends immer noch barfuß ins Bett zu fallen und am nächsten Morgen wieder barfuß
aufzuschlagen ... war einfach toll und eine neue Dimension für mich
Gelegenheitsbarfüßler. Einmal ein bisschen "Hardliner" zu spielen kann ich nur
jedem empfehlen. Macht echt Spaß, auch wenn's in einer fremden Stadt zugegebenermaßen
viel leichter fällt.
Amsterdam gilt ja zu Recht als sehr tolerante Stadt. Was das Barfußlaufen angeht, kann
dort allerdings noch viel dazugelernt werden. Neben meiner Freundin, die sich nur ab und
zu traute, haben wir sonst nur ein barfüßiges Mädchen getroffen. Schade, hätte ich
nicht gedacht. Im Gegenteil, meine Freundin hat sich einen Spaß daraus gemacht, die
Reaktionen zu beobachten. Ca. jede(r) dritte!! schaute zuerst auf die Füße um dann
abzuchecken, welcher Exot denn da dazugehört. Negative Blicke, Kopfschütteln gab's aber
keine. Höchstens Erstaunen, dass es sich halt um keinen offensichtlichen Freak
handelte. Wie gesagt, das Wetter war nicht so toll, vielleicht lag's daran.
Hat jemand andere Erfahrungen mit Amsterdam gemacht? Ich habe es auf jeden Fall voll
genossen und freue mich auf den Rest der Woche mit Temperaturen um 24 Grad. Ich denke,
Euch geht's genauso. Macht's gut! hotte
Ich mag es auch gerne überall barfuß zu
laufen. Einkaufen, Theater. Ins Büro kann ich leider nicht
barfuß gehen, aber ansonsten ...
Ja so ganz ohne Schuhe zu gehen ist am Besten: man hat dann auch nicht mehr die
Gelegenheit Schuhe an zu ziehen. Ich hatte Schwierigkeiten damit bisher, aber jetzt
fühle ich mich besser, wenn ich weiß, dass ich keine Schuhe anziehen kann. Hier in Amsterdam
gehen kaum Leute barfuß leider, die Strassen sind auch sehr schmutzig, aber das finde ich
kein Problem.
Bei 30° C ist es sowieso besser barfuß zu gehen. Das Barfußlaufen macht mir
Spaß und ich finde es toll mit anderen Leute zu machen.
Stefan
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Köln
- meine Geburts- und Heimatstadt - ist nach meiner Erfahrung kein Barfußparadies
- es ist schlicht eher unüblich. Aber die Mentalität der Rheinländer, die ja
in der Regel recht offen und tolerant sind, kommt einem Barfüßer
entgegen.
In der City - wo ich selten und auch nicht so gerne barfuß bin - laufen dank
des Touristenaufkommens ohnehin hinreichend viele "Typen" herum - da fällt
man noch weniger auf als in den Außenbezirken.
Um erste Versuche in "unverfänglicher" Umgebung zu machen, bieten
sich wie überall die Grünanlagen an, so z. B. die zum Rhein parallelen Anlagen
an (Rodenkirchen, Poller Wiesen, Rheinpark, Merkenich) oder auch der Grüngürtel
etc., wo bei gutem Wetter auch andere Leute barfuß sind - dass die zwar nur
einen Umkreis von höchstens hundert Metern vom Stellplatz ihrer Schuhe barfuß
durchlaufen, man selbst aber gar keine bei sich hat, fällt ja nicht auf ...
Bei solchen Versuchen stellt man dann nach meiner Erfahrung schnell fest, dass
die meisten Bedenken nur in der eigenen Phantasie existieren, so dass eigenes
Barfußgehen recht bald ganz "normal" werden kann (was es ja auch ist
!).
Im übrigen stelle ich immer wieder mal amüsiert fest, dass Restkenntnisse des
eher im Rückgang begriffenen Dialekts mobilisiert werden, etwa so :
Luur ens, dä es op bläcke Fööss !
Falls dies allerdings etwas unfreundlicher verpackt sein sollte (Frauenstimme)
...
Luur ens, dä es op bläcke Fööss. Su ene Kääl wullt isch nit jeschenk han !
... empfiehlt es sich, Einhalt zu gebieten, z. B. wie folgt :
Un su ene zerressene Katechesmus met nix als esu bellije Schon vum Deischmann an
de Fööss däät isch suwiesu nit nämme !
Wirklich blöde Sprüche höre ich allerdings immer wieder mal von vorzugsweise
männlichen Jugendlichen, die - sofern in Gruppen auftretend - Gelegenheiten
suchen, ihr Imponiergehabe zur Schau zu stellen. Und da viele von ihnen Füße
offenbar nur als Befestigungsmöglichkeiten für jene Schuhe, die sie gerade als
trendy betrachten, kennen, ist der Kontrast zu barfuß wohl groß genug für blöde
Bemerkungen.
Mein Tipp : einfach überhören und ihnen innerlich als Strafe für die Zukunft
reichlich Rücken- und Gelenkprobleme wünschen (und dieser Wunsch geht auch
ganz bestimmt in Erfüllung).
Serfuß Georg
Ich war am Mittwoch die ganze Tage barfuß in Köln. Es war
spitze. Keine Anmerkungen aber auch wenig andere Leute die barfuß liefen. Ich hatte viel
Spaß und bekam sehr schwarze Sohlen (die Bilder schick ich nach die Barefoot Travel Site von Martin Petersen). Das werde ich
auf jeden Fall bei Gelegenheit wiederholen.
[Leider momentan zu heiß auf Straße um barfuß zu laufen]
Meine Fuße sind nicht ganz gut trainiert aber ich hatte gar keine Probleme mit heiße
Strasse.
Versuch es noch mal und du trainiert gleich deine Füße. Norman
Hallo zusammen, habe mich in den letzten Monaten nur
passiv am Forum beteiligt mangels Zeit zum Schreiben. Auch jetzt bin ich ein wenig in
Eile, möchte aber trotzdem kurz über meinen Barfuß - Tag in Köln letzte Woche Montag
berichten.
Am späten Nachmittag war das Wetter zwar warm aber regnerisch. Da kam mir die Idee, mal
barfuß über den nassen Asphalt durch die Innenstadt zu laufen. Ich ließ meine Tevas
also in der Tiefgarage am Dom und lief barfuß durch die Fußgängerzone. Eigentlich
nichts weltbewegendes aber doch ein sehr schönes Gefühl über den lauwarm nassen Asphalt
zu gehen. Ich sah auch noch eine junge Frau, der die gleiche Idee gekommen war. Allerdings
war ich doch erstaunt darüber, dass viele Leute doch noch relativ ungläubig auf meine
nackten Füße schauten - an dem Tag sind doch sicher noch mehr Barfüßer unterwegs
gewesen.
Einen dummen Kommentar gab es aber nicht, sicher haben mich auch eine Menge Leute nur
beneidet. Nach einer Stunde war ich wieder in der Tiefgarage und fuhr barfuß nachhause.
Das werde ich auf jeden Fall bei Gelegenheit wiederholen. Leider ist es momentan einfach
zu heiß auf der Straße um barfuß zu laufen, aber es war sicher nicht das letzte Mal.
...
Ganz barfuß draußen war ich vielleicht bisher bei 10 Gelegenheiten - also nicht
allzu oft. Zwei bis dreimal durch die Kölner City (inklusive
Dom). Im Sommer eine absolute Wohltat, barfuß durch den Kölner Dom zu laufen. Die
kühlen Steinplatten sind total angenehm. Man sieht auch oft barfüßige Frauen, wenn
diese die 500 Stufen auf den Aussichtsturm klettern. Dies habe ich auch schon gemacht -
auch toll, einfach die Schuhe unten stehengelassen und barfuß nach oben.
Im Sommer ist das in Köln die normalste Sache der Welt.
In Dormagen dagegen wird man schon eher komisch angesehen. Ich lief dort mal morgens um 10
durch die Fußgängerzone (barfuß mit kurzer Hose) und erntete vielfach verwunderte bis
ungläubige Blicke - komisch wie unlocker einige Leute (oder die meisten) doch sind.
Mit einem Wink von meinen Zehen grüßt Euch alle Olaf
[Ganz barfuß draußen war ich nicht allzu oft.
Zwei bis dreimal durch die Kölner City (inklusive Dom). ... Man sieht auch oft
barfüßige Frauen, wenn diese die 500 Stufen auf den Aussichtsturm klettern. Dies habe
ich auch schon gemacht - auch toll, einfach die Schuhe unten stehen gelassen
und barfuß
nach oben. Im Sommer ist das in Köln die normalste Sache der Welt]
Ich war mir der Tatsache, dass die Stadt, in der ich geboren und
aufgewachsen bin, so barfußfreundlich sein soll, ehrlich gesagt bisher nicht so
bewusst
gewesen - aber vielleicht liegt das auch daran, dass ich schon als Jugendlicher mehrfach auf dem Domturm war (immer mit
Schuhen), jetzt aber schon lange nicht mehr?
Spaß beiseite, im Hochsommer sieht man in der Kölner City tatsächlich ein paar
Barfüßige, was mir aber bei einer Millionenstadt mit vielen auswärtigen Besuchern auch
nicht so bemerkenswert scheint. Da malt mal ein Straßenkünstler barfuß sein Bild mit
Kreide auf die Domplatte, da sieht man mal eine junge Frau barfuß oder auch einige der
"Haste mal 'ne Mark" - Fragesteller.
Aber ist deshalb Barfußlaufen die "normalste Sache der Welt" in Köln? Davon
wäre ich erst überzeugt, wenn ich solche Beobachtungen erstens häufiger, zweitens bei
allen Altersgruppen und beiden Geschlechtern und drittens auch bei Temperaturen unter 27°
machen würde!
Die Kölner Stadtverwaltung, Abteilung Schule bzw. Sport, verbietet den Barfußsport der Kinder in den Turnhallen. Und die Spielplätze
sind auch nicht gerade so angelegt, dass Barfußlaufen "die normalste Sache der
Welt" wäre (Steine statt Sand etc.).
Oder bin ich nur "betriebsblind" oder suche die falschen Stellen auf ?
Georg
Meine Name ist Timo und ich bin schon seit
vielen Jahren begeisterter Barfuß Läufer.
Dieses Wochenende war ich mit meiner
Freundin und einem anderen Pärchen in Köln bummeln. Wie waren alle vier barfuß
und lasst euch sagen, wir hatten sehr viel Spaß. Köln ist für Leute wie uns
einfach eine spitzen Stadt. Von der ersten Minute als wir im Bahnhof ankamen,
fielen mir schon hier und da Leute auf die barfuß gingen. Und im Laufe des
Tages wurden es immer mehr. Auch die nicht Barfüßler waren alle sehr nett zu
uns. Es gab keinen Laden ob Kaufhof oder Diskothek wo wir Probleme mit unseren
nackten Füßen hatten. Im Gegenteil als wir abends im MC (einer Diskothek)
waren, sahen wir sehr viele Leute die barfuß tanzten und einfach nur gut drauf
waren. Wir werden auf jeden Fall sobald wie möglich wieder nach Köln fahren.
Denn so was tolles hab ich noch nie erlebt. Eigentlich müsste man sich überlegen
dorthin zu ziehen. Timo
Das MC ist ja auch ne Kneipe im Studiviertel, oder? Probier es doch mal im Arbeiterviertel oder Hotel Am Dom. ... Jo
[alle vier barfuß .... hatten sehr
viel Spaß ... Bahnhof ankamen, fielen Leute auf die barfuß gingen. Und im
Laufe des Tages wurden es immer mehr]
In 1999 war ich auch in Köln und es war super aber so viele Barfüßer wie du
habe ich nicht gesehen. Es gab viele freie Füße aber fast immer Schuhe in die
Nahe. Nur einige Leute gesehen mit schwarze Sohlen aber das war mir egal. Ich
hatte eine super Tage, super Wetter (Sonne) und super schwarze Füße (ich
mochte ein bild schicken aber das gibt Probleme.
Schau mal meine Kölner Story
in die Barefoot Travel Page).
Martin
Argumentationshilfe für Kölner Dom - Besucher.
Hallo zusammen, die
Gelegenheit zum Ausprobieren wird sich im Moment [Oktober 2000] kaum mehr ergeben, aber im
Sommer habe ich hier gelesen, dass Barfüßer aus dem Kölner Dom gewiesen
wurden. Das waren sicherlich jene "Schweizer" genannten und
rotberockten Senioren, die dort Aufsichtsdienste verrichten. Ob die nach
Gutdünken oder auf der Basis genauer Vorschriften des Domkapitels handeln,
weiß ich nicht.
Gestern habe ich mit meiner Frau (beschuht, was wegen des
fußkalten Bodens bei zwei Stunden Dauer auch sicher sinnvoll war) an einer
Domführung "op kölsch" teilgenommen. Der Führer begann dabei bei
den aus der Zeit um 1500 stammenden Glasfenstern links vom Hauptportal des Doms.
Er verwies dabei auch auf eine Szene, die im dritten Fenster (dem zweiten
Doppelfenster) in der linken "Reihe" auf halber Höhe dargestellt ist
: dort sieht man einen nackten Fuß auf dem Weg zum Boden. Dargestellt ist die
hier schon mehrfach genannte Szene aus dem Alten Testament , wo Moses
aufgefordert wird, seine Schuhe auszuziehen, weil dies "heiliger
Boden" sei.
Vielleicht ist das ja eine brauchbare Argumentationshilfe ? Ich
werde jedenfalls 2001 mal eine Probe aufs Exempel machen. Und falls ich doch
rausfliege, schreibe ich genau diesen Sachverhalt mal dem Domkapitel ... und
dann schaun mer ma.
Serfuß Georg
Barfuß im Kölner Dom
Heute musste ich nach Feierabend noch schnell eine dringende Fristsache nach
Köln bringen, um sie dort in den Nachtbriefkasten des Gerichtes zu werfen. Das
brachte mich auf den Gedanken, einen kleinen barfüßigen Spaziergang durch die
Kölner Innenstadt zu machen. Kaum im Auto, riss ich mir voller Begeisterung die
Schuhe von den Füßen und fuhr los.
In der Kölner Innenstadt weiß ich einen
guten Geheimtipp zum Parken (der hier aber nicht verraten wird), und ging los.
Zuerst warf ich das Poststück in den Gerichtsbriefkasten und marschierte danach
zielstrebig zum Dom. Auf der Domplatte schrieen ein paar unreife Teenie- Girls:
"Iih, guckt mal, der geht barfuß, ist ja eklig, und megapeinlich!",
aber was kümmert mich das Gelabere? Es bringt mich eigentlich sogar eher zum
Schmunzeln als auf die Palme.
Dann ging ich in den Dom. Gleich beim Eingang
stand so ein rotberockter Aufpasserfritze, der mich aber nicht sah, weil ich
hinter ihm vorbeiging. Dann sah ich mir gemütlich alles an, und als ich mich zu
einer kurzen Privatandacht vor einem reichgeschmückten barocken Marienbilde
niedersetzte, bemerkte ich, dass ich (jetzt kommt ein Klassiker) pechschwarze
Fußsohlen hatte (die ich nur im Kölner Dom bekommen haben konnte - als ich mich
später wieder ins Auto setzte, waren sie wie gewöhnlich hellgrau).
Im Dom
störte es anscheinend keinen, dass ich barfuß war - eine alte
Schriftenverkäuferin, die ich nach dem berühmten Dreikönigenschrein fragte,
schien es nicht einmal zu bemerken (wohl vor allem, weil ich ihr freundlich ins
Gesicht schaute, statt verschämt auf den Boden zu starren). Ihre Auskunft half
mir jedoch nix, weil der vordere Teil des Domes, wo sich der Dreikönigenschrein
befindet, schon durch hohe Gitterpforten abgesperrt war.
Also verließ ich den
Dom wieder und schlenderte noch ein bisschen durch die Straßen, bevor ich mich
schließlich auf den Heimweg machte.
Ich habe mir aber fest vorgenommen, einmal
barfuß zum Dreikönigenschrein vorzudringen, wenn das möglich ist!
Herzliche Barfußgrüße,
Markus U.
ich habe mal beschrieben, dass es bei Bedarf sogar eine Argumentationshilfe
mit einem nackten Fuß in den Glasfenstern des Doms gäbe - hier
nachzulesen.
[vorgenommen, einmal barfuß
zum Dreikönigenschrein vorzudringen]
Das ist nicht so einfach, man kommt nur mit einer Führung oder bei
speziellen sakralen Gelegenheiten nahe daran. Ich war z. B. einmal am 4. Januar
mit rund 3000 als Heilige Drei Könige ausgestatteten Kindern (darunter auch
zwei eigene) dort. An dem Tag war es so kalt, dass das Wasser in der
Domsakristei - Toilette gefroren war, da waren Schuhe keine schlechte Wahl.
Ich war übrigens heute barfuß in der Kölner City einige Besorgungen
machen; das ist bei den derzeitigen Temperaturen kein Abenteuer, weil in den
Augen meiner Mitmenschen nicht anstößig.
Das heißt längst nicht, dass Köln
wirklich barfußfreundlich wäre, aber barfußtolerant sind sie bei
Freibadwetter schon, die Kölner. Außer zwei Verlegenheitsbarfüßerinnen ist
mir allerdings niemand auf bloßen Sohlen begegnet, dafür aber viele viele in
den zur Zeit modischen Plastik - Flip - Flops.
Ende Juni war das übrigens mal
anders, da habe ich um die zehn Barfüßer und -innen in einer Stunde in der
City gezählt.
Serfuß an Dich und alle
Georg
Von einem Kölnbesuch berichten auch Torsten und Markus U..
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Barfuß in Stuttgart noch möglich? Hallo, ich will am kommenden Wochenende (1. auf 2. 10.) nach Stuttgart bzw. Rutesheim und habe vor, "meine Schuhe zu vergessen". Muss ich - abgesehen vom Wetter - auf irgendwas achten? FußGruß Martin (KS)
Hallo Martin, Stuttgart ist zum Barfußlaufen ganz gut
geeignet - wie halt jede Stadt mit viel Asphalt "gesegnet".
Ich finde, dass man in Stuttgart zwar wenige bis keine BarfußläuferInnen sieht (auch
wenn Moritz anscheinend da einen besseren Blick als ich hat :-) ... ), aber ansonsten
nicht besonders auffällt - von der Fahrt in der S-Bahn 'mal abgesehen.
Ansonsten wünsche ich Dir viel Spaß beim Barfuß - Besuch in der schwäbischen
Metropole, auch wenn ich persönlich zumindest klimabedingt leichte Schuhe ins Gepäck
nehmen würde. Sie müssen ja nicht rausgenommen werden. Machs gut Kai
Hallo Martin, in Stuttgart sind die Bedingungen zum
Barfuß laufen recht gut.
Gleich neben dem Hauptbahnhof beginnt der Schlossgartenpark, durch den man über den
Rosensteinpark bis Bad Cannstatt oder in anderer Richtung zum Killesbergpark laufen kann.
Im Hauptbahnhof selbst, kann man in der Querbahnsteighalle sehr angenehm auf den
Steinplatten laufen. In der Königstraße (Fußgängerzone) sind ebenfalls gute
Bedingungen auf den Steinplatten zu laufen.
Abraten möchte ich auf jeden Fall das Volksfest auf dem Cannstatter Wasen barfuß zu
besuchen, einerseits ist dort teilweise Schotterboden, andererseits ist mit Glasscherben
zu rechnen.
Ich finde aber, dass die Wetteraussichten nun nicht mehr zum Barfuß laufen einladen, der
Herbst ist nicht nur nach Plan auf dem Kalender, sondern macht sich auch mit kühlen
Temperaturen bemerkbar. Blöde Kommentare dürften nach meiner Erfahrung nicht zu
befürchten sein, an den spätsommerlichen Septembertagen habe ich sogar noch einige Leute
im Park barfuß laufen sehen. Wegen der Wetteraussichten möchte ich aber auch, wie Kai
empfehlen, zumindest als "Notfallstrategie" ein Paar Schuhe mitzunehmen. Viele
Grüße Gero
Hallo Martin, hab gerade einen - leider nur kurzen -
Barfußspaziergang durch Stuttgarts City hinter mir.
Der Boden war angenehm warm, vor allem in Passagen/ Unterführungen usw. macht sich jetzt
die gespeicherte Wärme angenehm bemerkbar. Wenn es bis zum Wochenende nicht deutlich
kühler wird, dürfte es kein Problem sein, barfuß zu reisen. Allerdings muss ich Kai
insofern recht geben, dass die Chancen, andere Barfüßer zu treffen, inzwischen sehr
gering sind. Ich weiß nicht, ob das eine Stuttgarter oder eher eine generelle Erscheinung
ist: im Vergleich zum Frühsommer sind trotz oft höheren Temperaturen kaum noch Leute
barfuß unterwegs.
Trotzdem kann ich auch bestätigen, dass nur selten Bemerkungen fallen, und wenn,
teilweise durchaus positive. Ansonsten hast du ja schon gute Tipps bekommen - falls du dazu
Zeit hast, ist die Stuttgarter City wirklich zu empfehlen, da sehr angenehme Bodenbeläge.
Darf ich mal noch ein bisschen neugierig sein? Ich nehme an, du machst in Rutesheim einen
privaten Besuch - wissen die Leute dass du gern barfuß läufst? Oder willst du sie eher
ein bisschen schockieren... Ich denke jedenfalls, dass du dort schon erheblich mehr
auffallen wirst als in Stuttgart ... Mir und auch anderen ist jedenfalls schon
aufgefallen, dass bei uns ein deutliches Stadt - Land - Gefälle da ist.
Also dann, gute Reise und viel Spaß beim barfüßigen Schwaben - Besuch. Fuß zum
Gruß Moritz
Hallo Kai, da hat sich in Stuttgart also einiges geändert. Ich war 1993, ist natürlich schon urlange her, im Stuttgart und eine ganze Woche nur barfuß in der City unterwegs. Ich war wie bei Freunden, d.h. ich habe sehr viele Barfüßlerinnen getroffen. Damals war mein öffentlicher Barfußanfang. Natürlich hatte ich anfangs Hemmungen. Durch die vielen anderen wurde barfußgehen für mich nach wenigen Stunden ganz normal. Sollte es jetzt anders sein? Herzliche Füße Max
Es ist jetzt anders!!! Ich war im Juli da - also in der "Saison" - und habe in der Fußgängerzone, am Hauptbahnhof und im Schlosspark genau NULL BarfußläuferInnen gesehen. Lediglich im Schlosspark einige BarfußsitzerInnen. Olli
Hallo Olli, sage denen doch einfach, sie sollten ihre Schlappen schonen. Wenn das bei einem Schwaben nicht zieht, kann ich Dir auch nicht helfen. Gruß Rainer
Hallo, danke für die zahlreichen Tipps und Hinweise.
Leider wird mein Besuch keine "Sightseeing-Tour", vor allem, da ich erst Freitag
Abend (kurz vor Samstag) an meinem Ziel ankomme. Meine Barfuß - Präsenz wird sich wohl
auf die Umsteige - Stationen (Zug - S - Bahn; S - Bahn - Bus) beschränken, aber Schuhe
werde ich - trotz meiner "großspurigen" Planung - lieber doch mitnehmen.
Schließlich ist fast Herbst ...
FußGruß und eine schöne Woche noch! Martin
Hallo Martin, dein Vorsatz, nun doch Schuhe mitzunehmen,
ist vielleicht nicht so schlecht.
Gestern Abend habe ich die Erfahrung gemacht, dass es nach einem Tag fast ohne Sonne doch
schon recht kühl wird beim abendlichen Barfußspaziergang. Mit Sweatshirt ausgestattet,
habe ich mich dann zwar schon noch "warmgelaufen", aber das sommerliche feeling
hat sich nicht mehr so recht eingestellt. Und auf einmal provoziert man wieder Kommentare
der üblichen Form ("ist das nicht zu kalt", "hat man dir die Schuhe
gestohlen") und erregt die Aufmerksamkeit besorgter Mitbürger. Aber damit lässt es
sich ja gut leben. ... Ich hoffe ja, dass du die Schuhe in deinem Gepäck so gut
verstaust, dass du nicht schon unterwegs auf dumme Gedanken kommst!! Wäre echt unnötig,
der Bahnhof- und S- Bahnhof - Boden ist noch schön warm. Barfüßige Grüße Moritz
Das 1. Mai - Wochenende verbrachte ich in
Stuttgart, aus meiner rheinischen Perspektive (Bezirk Köln) also "im Süden".
Aus einem Treffen mit anderen Forumsteilnehmern wurde zwar leider nichts, aber
trotzdem waren es drei abwechslungsreiche Tage mit viel Barfuß - Fun!
Schuhe hatte ich keine eingepackt, und ich habe diese Entscheidung nicht bereut:
Das Wetter war recht angenehm – nachmittags wurde es sogar fast sommerlich
warm - und Stuttgart ist meiner Meinung nach sehr Barfuß - freundlich! Ob beim
Einchecken / Frühstück im Hotel, in der Fußgängerzone, in der Staatsgalerie,
im Alten Schloss oder beim U-Bahnfahren – nirgends gab es auch nur die
geringsten Probleme!
Natürlich gab es (wie immer) einige Kommentare, aber neugierigen Zeitgenossen
zu erklären, dass ich mit Glasscherben noch keine größeren Probleme hatte,
dass es mir nichts ausmacht, wenn meine Sohlen schmutzig werden und dass ich
eine lederartige Hornhaut habe die mich weitgehend unempfindlich macht, ist ja
schließlich auch spaßig!
Im Landesmuseum sprach mich eine Aufseherin auf mein Barfußgehen an, und nach
einigen Erläuterungen meinerseits sagte sie "Barfußgehen ist gut – ich bin
aus Indien, da geht man viel barfuß – aber in Deutschland nicht."
(konnte ich leider nur bestätigen!).
Ein sehr schönes Erlebnis hatte ich am Sonntag. Während ich die
Dali-Sonderausstellung besuchte (in der Expressguthalle des Hauptbahnhofes –
da holt man sich ziemlich schwarze Sohlen!) sah ich ein Mädel mit ihrem Freund:
Er mit Halbschuhen und sogar Strümpfen, sie barfuß mit einem Zehenring und
einem silbernen Kettchen mit vielen kleinen Glöckchen um den Knöchel. Ich
sprach sie an, und auf dem Rückweg in die Innenstadt unterhielten wir uns ausführlich
über unseren Barfuß - Lebensstil. Sie geht seit ihrer Kindheit regelmäßig
barfuß, seit letztem Jahr auch im Winter. Schnee war für sie zunächst ein großes
Problem, dann entdeckte sie aber das es nur auf die Einstellung ankommt –
toll! Inzwischen empfindet sie sogar körperliches Unbehagen, wenn sie mal
gezwungen ist, Schuhe zu tragen. Blöde Kommentare nerven sie schon lange nicht
mehr.
Ihre Philosophie: "Wenn sich jemand aufregt, das ich barfuß gehe hat er
ein Problem damit, nicht ich". Am Abend begegnete ich dann noch einem Barfüßer,
der aber in Eile war, weswegen nur ein kurzer Wortwechsel zustande kam (er geht
den ganzen Sommer – na ja, gemeint war wohl die warme Jahreszeit – barfuß).
Ciao, Jens
Hallo Jens, diese Frau habe ich in Stuttgart
auch getroffen.
Sie hat erzählt, dass sie zu ihrer Arbeit nur ca. 5 Min zu laufen hat. (Dann
wird's im Winter schon einfacher). In der Schule ist sie früher nur im Sommer
so gelaufen. (Ich glaube das würde Ärger geben, oder? Im Winter bin ich auch
noch nie Barfuß in die Schule gegangen).
Tschüss Dominik
Der Bericht "Barfuß auf dem Kirchentag" bezieht sich ebenfalls auf Stuttgart.
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