Barfuß beim Taekwondo und anderen Kampfsportarten
(Forumbeiträge seit Winter 1998/99)

Hallo, durch Zufall bin ich auf dieses Forum gestoßen und dachte ich könnte auch mal was schreiben, da ich auch gerne barfuß laufe. Vor zwei Jahren fing das an, als mich ein Schulkamerad zum Taekwondo - Training mitschleppte. Bis dahin war ich eigentlich noch nie so richtig barfuß gelaufen.
Wir waren dort ungefähr 15 Leute, alles Anfänger, und so betraten die meisten von uns die Sporthalle mit Sportschuhen. Als ich sah, das einige schon barfuß waren, hatte ich schon die Befürchtung, auch gleich meine Schuhe ausziehen zu müssen. Als dann der Trainer kam, wurden wir alle aufgefordert, die Schuhe und Socken auszuziehen, was ich damals recht widerwillig tat. Nach den zwei Stunden Training dachte ich mir würden die Füße abfallen, so dermaßen schmerzten sie. Noch am nächsten Tag taten mir die Füße weh, der Boden in der Halle war dermaßen hart.
Erst nach und nach gewöhnte ich mich dann ans Barfußlaufen, ich wollte schon mehrfach deswegen aufhören.
Mittlerweile könnte ich mir allerdings gar nicht mehr vorstellen mit Schuhen zu trainieren.
Gerne würde ich dies auch mal im Sportunterricht ausprobieren, z. B. beim Turnen oder vielleicht auch im Sommer draußen beim Laufen. Ehrlich gesagt, traue ich mir dazu noch nicht, denn bei uns ist es eigentlich eher die Ausnahme, dass jemand barfuß mitmacht, höchstens, wenn jemand die Schuhe vergessen, oder die Sportlehrerin die dreckigen Schuhe moniert.
Na ja und dann kommen auch gleich die dummen Sprüche von den andren. So wird ich wohl vorerst das Barfußlaufen beim Taekwondo - Training genießen.
Also bis denn Florian
PS : bin 17 und komme aus Hamburg

[Erst nach und nach gewöhnte ich mich ans Barfußlaufen, wollte schon deswegen aufhören]
So wie Du Deine anfangs gemachten Erfahrungen beschrieben hast, verwundert das natürlich nicht - aber ist es nicht im Grunde eine Katastrophe, wenn Du als junger Mensch schon mit der naturgewollten Art der Fortbewegung dermaßen Probleme hast ?
[Mittlerweile könnte ich mir nicht mehr vorstellen mit Schuhen zu trainieren.]
Das ist dann die gute Nachricht zu diesem Thema.
[Gerne auch im Sportunterricht ausprobieren, z. B. beim Turnen oder im Sommer draußen beim Laufen]
Das würde sich sicher lohnen, und möglicherweise könntest Du neben Deinem Wohlbefinden so sogar Deine Leistungen verbessern - beim Turnen auf jeden Fall, und beim Laufen möglicherweise auch !
[dann kommen die dummen Sprüche von den andren]
Tank Dich doch beim Lesen des Forums und des "Best of" auf mit guten Argumenten !
Je nach Sportart ist das alles andere als schwierig - beim Turnen z. B. ein Kinderspiel, beim Laufen sportartbezogen etwas schwieriger, aber da wäre ein entwaffnendes : "Zieh doch auch die Schuhe aus und lauf schneller / weiter / ausdauernder als ich !" sicher ganz hilfreich, um Dummschwätzer mundtot zu machen !? Georg
PS : [da ich auch gerne barfuß laufe] Machen !! So oft als möglich !! Auch (gerade) als Junge !!!

Dass Euer Taekwondo - Trainer so rigoros aufs Barfußtrainieren besteht, wundert mich dann doch.
Beim Taekwondo kommt es normalerweise recht häufig vor, dass mit Schuhen (allerdings speziellen) trainiert wird, weshalb Taekwondoka ja von uns Karateka des öfteren als Schuhträger, Warmduscher u.ä. verspottet werden.
Unsere Karate-Anfänger reagieren teilweise auch recht verstört darauf, barfuß trainieren zu müssen, manche versuchen es zwar mal in Gymnastikschläppchen, werfen diese aber sehr bald entnervt in die Ecke. Viele Anfänger erscheinen allerdings nach dem ersten Trainingstermin nie wieder, wie viele von denen durchs Barfußtrainieren abgeschreckt wurden, ist mir nicht bekannt, aber ich kann mir schon vorstellen, dass dies ein nennenswerter Anteil ist, einfach, weil es viele nicht gewohnt sind barfuß zu gehen und daher auch ziemlich fimschig an den Füßen sind... Schnaxel

Hat jemand von Euch Erfahrungen mit dem Barfußlaufen beim Taekwondo.
Ich trainiere seit vier Wochen zweimal wöchentlich und empfinde es ehrlich gesagt als ziemlich unangenehm. Der Boden (aus Holz oder ähnlichem) ist relativ hart, die Leute die schon länger dabei sind haben sich fast alle Schuhe gekauft. Johannes

Ich trainiere schon seit über 10 Jahren TKD und habe mit Schuhen und auch barfuß trainiert.
Gerade beim Wettkampftraining ist es empfehlenswert Schuhe zu tragen. Denn mit Hornhaut und Verletzungen am Fußbereich kannst du dich nicht frei bewegen.
Die Schuhe müssen natürlich für TKD geeignet sein. Probiere es einfach mal aus.
Wenn du ohne Schuhe besser klarkommst trainiere ohne Schuhe. Hauptsache du hast Spaß dabei.
Alles gute und viel Spaß beim Training E.S.

Hallo Johannes, ich kenne mich zwar mit den asiatischen Kampfsportarten nicht allzu gut aus, aber ich meine, dass die Trainings doch auf Turnmatten stattfinden, oder ist das beim Taekwondo anders?
Und das Trainieren barfuß soll das Verletzungsrisiko minimieren.
Sprecht mal mit Eurem Trainer darüber, evtl. lässt sich was machen (Matten). Gruß Martin (KS)

Ich mache seit April 3 mal die Woche Taekwondo. Bei uns sind alle barfuß, bis auf ein paar Kinder, die es schick finden mit Sportschuhen rumzulaufen.
Unser Holzboden ist auch hart. Aber es kommt keiner auf die Idee Schuhe anzuziehen. Ist übrigens ein dicker Fauxpas. Gerade beim Taekwondo wird hauptsächlich mit den Füßen geschlagen und nur barfuß kann man die richtigen Techniken erlernen. Also: Hornhaut antrainieren und NIEMALS Schuhe anziehen! Klaus K.C.

Hallo Leute, [empfinde es ziemlich unangenehm ... Boden (aus Holz) ist relativ hart]
Echt, ich hätte Holz als angenehmen Boden eingestuft. Übrigens Martin (KS), da Taekwondo fast nur aus Kicks besteht, braucht man keine Matten.
Gibt es denn eine bessere Gelegenheit ganz ungestört und selbstverständlich barfuß zu sein?
Na ja, hier wird Dir keiner raten, auf Schuhe umzusteigen. Heiko

Hallo Heiko, Nun, wieder was gelernt ;-)
Trotzdem - wenn so ein Kick richtig (oder falsch?) trifft, könnte man / frau sich doch relativ unsanft "hinsetzen" oder "hinlegen", also halte ich Trainingsmatten / weiche bzw. federnde Böden für eine sinnvolle Sache.
Wie dem auch sei - ich kenne asiatische Kampfsportarten überwiegend barfuß, mit Ausnahme vielleicht des Stockkampfes (man verzeihe mir die Übersetzung - ich kenne die Originalbezeichnung (noch) nicht); dort trägt man eine Art Mokassins (dito). Gruß Martin (KS)

Hi, vielleicht kann einer von Euch mir meine Frage beantworten.
Wird beim Taekwondo normalerweise barfuß trainiert? Würde gerne barfuß Sport betreiben, habe bloß keine Lust dies in der Schule zu machen.
Ein Klassenkamerad sagte, die meisten in seinem Taekwondo - Verein würden mit Schuhen trainieren aufgrund des harten Bodens. Soll ich meine Schuhe einfach zu Hause lassen oder ist dies beim Taekwondo nicht zu empfehlen. Danke Nils

Ich mache auch TaeKwonDo. In unserem Club sind alle barfuß. Außer ein oder 2 Weicheier.
Wir zerschlagen auch alle die Bretter bei den Prüfungen barfuß. Ich hab das sogar mal mit der Oberseite des Fußes bei einem Brett auf Kopfhöhe geschafft. Man übt auch beim Laufen und Springen mit dem Vorderfuß aufzutreten.
Ich rate Dir bei der Auswahl des Clubs vorsichtig zu sein. Nicht alle Trainer legen Wert auf Qualität und wollen schnell Kohle machen!
Grüße, Klaus (k.c.)

Ich betreibe seit Jahren Taekwondo. Und wir trainieren immer barfuß.
Wenn wir zum Aufwärmen unsere Runden machen, gehen wir im Sommer öfter mal nach draußen auf die Wiesen oder auf die Tartanbahn, natürlich barfuß. Wie schon geschrieben, werden die auch Bruchtests für die Gürtel barfuß durchgeführt.
Ich weiß nicht was bei eurem Verein für ein Bodenbelag ist aber du solltest trotzdem versuchen dein Training barfuß zu machen. Also steht deinem alten und hoffentlich auch neuen Hobby nichts im Wege. In diesem Sinne viel Spaß beim Training. ...
Ich mache seit mehreren Jahren Judo und Taekwondo. Beide Sportarten werden auf der Matte barfuß ausgeübt. Das ist auch sehr wichtig, da diese Kampfsportarten mit viel präziser Technik ausgeübt werden.
Vor allem auf die Fußstellungen und Fußhaltungen wird viel Wert gelegt. In Schuhen kann man das nicht kontrollieren. Außerdem hat man barfuß einen besseren Halt.
Und schließlich tut es nicht ganz so weh, wenn dann doch mal was schiefgeht.
Gruß, Mike

Ich kann Dir an dieser Stelle ganz einfach weiterhelfen: Beim Traditionellen Taekwondo wird definitiv barfuß trainiert, beim wettkampforientierten Taekwondo sind teilweise Schuhe üblich, allerdings spezielle weiche, leichte Budo - Schuhe; wenn Du als Anfänger barfuß beim Training auftauchst, wird das als ganz normal angesehen.
Deine normalen Turnschuhe kannst Du definitiv zuhause lassen. XL

Tut mir leid, aber Schuhe bei Martial Arts sind in meinen Augen ein Stilbruch. Bei Taekwondo kann ich über die Usancen nicht mitreden, aber Karate habe ich einige Jahre betrieben.
Die Techniken des Karate, und verwandter Sportarten sind erfunden worden, um den armen (=barfüßigen) Bauern ein Wehrmittel gegen die (beschuhten) Soldaten zu geben. In den asiatischen Kampfsportarten soll die Tradition aufrecht erhalten bleiben, das ist ein wesentlicher Teil dieses Sports. Mit Schuhen kann ich mir i.ü. die technischen Feinheiten bei den Fußschlägen nicht recht vorstellen (Unterschiede zwischen Schlag mit Fußballen, mit flachem Fuß usw.) Auch nicht die Erlernung des wesentlichen Reflexes, die Zehen beim Fußschlag hochzuziehen.
Fußbekleidung ist üblich bei Fullkontakt (um das Gesicht des Gegners zu schonen), nicht im klassischen Stil. Meine Meinung: barfuß weitertrainieren, die Gewöhnung und die erforderliche Hornhaut kommt bald.
Ciao Aquajeans

Ich mache modernes Sportkarate, das im Gegensatz zu Judo, Jujutsu etc. nicht auf Matten ausgeübt wird, sondern einfach auf dem Boden der Turnhalle. Deshalb sind wir auch nicht pingelig und legen den Weg von der Umkleide in die Turnhalle (bis auf wenige Ausnahmen) ebenfalls barfuß zurück.
Auch werden die Fußsohlen schon nach wenigen Minuten pechschwarz, da der Hallenboden eben doch nie ganz sauber ist. Bei Kicks führt das dann regelmäßig zu Fußabdrücken auf den Karateanzügen des Gegners, sieht ganz witzig aus.
Im Sommer wird auch öfters draußen trainiert, auf einer Wiese ein paar hundert Meter von der Halle entfernt. Den Weg dorthin legen wir auch barfuß zurück. Ein Tabu gibt es allerdings: Die Toiletten werden grundsätzlich nur mit Schuhen betreten.
Gruß Torsten

Bei uns wird ausschließlich barfuß trainiert und die meisten gehen auch grundsätzlich zwischen Turnhalle und Umkleide barfuß. Einige wenige tragen da Badelatschen, aber das sind nicht viele.
Es kann natürlich sein, dass einige Dojos Badelatschen verlangen, weil vermutlich ihre Turnhallen so dreckig sind, dass sie möchten, dass die Leute nur mit sauberen Füßen trainieren.
Einen Karateka, der während des Trainings seine Badelatschen wieder anzieht, würde ich als Trainer auch rauswerfen, da er damit eindeutig Desinteresse am Training zeigt.
Soweit zu diesem Thema, SchnaXeL

Ich verstehe zwar nix davon, aber sind die Zehen nicht Stichwaffen bei diesen Fernost - Kampfmethoden? Ich stelle es mir schwierig vor, mit Schuhen jemanden gezielt z.B. ins Auge zu treten. Rainer

[asiatische Kampfsportarten barfuß, Ausnahme vielleicht Stockkampf; dort trägt man Art Mokassins]
kenne ich auch nicht, aber Kendo ist bemerkenswert: dieser japanische Schwertkampf wird in urig aussehenden Rüstungen, aber stets barfuß, vollzogen. Soll eine recht starke Beanspruchung für die Füße sein.
Aber fragt mich nicht nach Details, selber habe ich das nie ausprobiert (ich kenne nur jemanden in Finnland, der das macht) - sucht einfach im Internet nach Kendo oder fragt bei einem lokalen Club. :) Unci

Normalerweise wird bei jedem Kampfsport (fernöstlich) barfuß trainiert. ich würde mich HÜTEN davor in 'nen Club zu gehen, der mit Schuhen trainiert. die Gefahr ist einfach hoch, mit Schuhen verletzt zu werden. außerdem ist man kein Straßenklopper.
und ich find auch, zum Prinzip Taekwondo, Judo, Ju Jutsu und Co gehört, dass man barfuß mitmacht. wenn ich mir die Leute bei uns ansehe, die auf Socken mitmachen, bekomm ich zuviel. alex - der natürlich barfuß Ju Jutsu macht.
und wenn's geht: such dir 'nen club, der barfuß trainiert. sowas wuerd ich mir nicht antun. alex b

Kampfsport sollte ja eigentlich barfuß sein, dachte ich. Und interessiert hat mich Kung Fu schon immer, also hab ich mich in der Sportschule vor Ort angemeldet.
Anfänger machten barfuß oder auf Socken mit, aber es wurde jedem gleich zu Anfang nahegelegt, sich die komplette Montur mit Kampfanzug und Schuhen zuzulegen.
Die Schuhe, die alle trugen (leichte Schuhe aus Leinen mit Gummisohle), waren für Leichtgewichte vielleicht in Ordnung, bei meinen 80 Kilo allerdings zu stark belastet und haben gerade mal 8 Wochen gehalten.
Das wichtigste im Training war die Disziplin: Kampfanzug, weiße Socken, weißes T-Shirt drunter. Fingernägel kurz, kein Schmuck.
Bei Verstößen gegen diese Ordnung gab's Strafen: Meist 20, 50 oder 100 Liegestütze. Ansonsten war das Training ziemlich anstrengend mit sehr viel Konditionstraining, Situps usw., aber ich hatte nie wirklich das Gefühl, etwas zu lernen. Eher war es so, dass der Meister sich als Macho profilierte und eine Show abzog.
Ich wollte nicht aufgeben, habe auch 2 Jahre mit 3 mal Training pro Woche durchgehalten, bis mein Vertrag abgelaufen war, aber dann ziemlich enttäuscht aufgehört.
Welche Erfahrungen habt ihr mit Kampfsport gemacht? Meine waren bisher nur negativ, nicht nur was Barfuß-Toleranz angeht. Ich würde es gern noch mal versuchen, aber nach diesen schlechten Erfahrungen bin ich da etwas vorsichtig geworden.
Markus (31)

[wichtigste im Training war Disziplin: Kampfanzug, weiße Socken, weißes T-Shirt  ... Fingernägel kurz, kein Schmuck. Bei Verstößen gegen diese Ordnung gab's Strafen]
Manche dieser Vorschriften sind vielleicht sinnvoll, aber Socken? und warum weiß??
Wenn mündige Menschen (also jenseits des Kleinkinderalters) so etwas (Bestrafungen wegen falscher Kleidung) mit sich machen lassen und auch noch dafür bezahlen, dann haben sie entweder einen saublöden Vertrag unterschrieben oder sie haben nicht genug Zivilcourage, dem Ausbilder "ins Gesicht zu spucken" und ihn darauf hinzuweisen, wer hier wen bezahlt.
Wir sind doch nicht beim Militär!
Viele Füße
Samuel

Hallo Markus,
Dein Text erinnert mich daran, dass ich hier über meine Erfahrungen aus dem Kindertraining (ich bin Ju-Jutsuka) berichten wollte.
Ich weiß nun nicht, was Dich dazu bewogen hat, ausgerechnet Kung Fu zu wählen, um barfuß zu trainieren. Schon das Betrachten einiger Genrefilme oder Berichte über das Shaolin-Training zeigen sehr schnell auf, dass dort Schuhe zur üblichen Trainingskleidung gehören.
Mir fällt dazu ein, vor einiger Zeit im Forum einen Bericht über das barfußunfreundliche China gelesen zu haben. Ich gehe nun davon aus, dass in diesem Sinne Kung Fu für Kampfstile steht, die man ohne Vorwarnung, also in Alltagskleidung, anwenden kann. Dies ist, wie gesagt, eine Vermutung, für die ich Indizien sehe.
Am betontesten barfuß wird meines Erachtens in Karate Sport getrieben. XL hat hier dazu schon einiges gepostet.
Meine eigenen Erfahrungen in der Kampfsportschule, in der ich ausgebildet wurde, war, dass früher (80er Jahre) bei Kälte weiße Sportsocken akzeptiert wurden. Als ich Jahre später als Gast wieder einmal bei den zu meinem Freundeskreis zählenden Inhabern der Sportschule war, stelle ich doch fest, dass viele, insbesondere im Kindes- und frühen Jugendalter, trotz Wärme Socken trugen. Ju-Jutsu wird jedenfalls grundsätzlich barfuß trainiert, für Judo gilt nichts anderes.
Was Deine Kritik am Training betrifft: Ich habe Leute kennen gelernt, die sich selbst gerne in der Rolle des Star sahen, und andere, die bei aller Bescheidenheit die großen Autoritäten waren.
Bevor Du irgendwo anfängst, solltest Du Dir das Training ansehen. Kurze Nägel und kein Schmuck sollen Verletzungen vermeiden. Ein weißer Gi ist in Karate etc. vorgeschrieben. In Ju-Jutsu ist er, wie in Judo, schon deshalb nötig, weil andere Kleidung zerrissen werden könnte. Hier gibt es also sachliche Gründe.
Ich handhabe es bei mir so, dass grundsätzlich ein Gi zu tragen ist. Wer das nicht befolgt, hat das Risiko beschädigter Kleidung. Ansonsten, ein wenig im Unterschied zu Judo und Ju-Jutsu, lasse ich die Trainingsgruppen aber auch barfuß auf dem Parkett der Halle laufen oder Techniken der Bewegungslehre ausführen.
Und da das alle machen, haben wir einen umgekehrten Gruppenzwang. Keiner fragt nach Schuhen, man schließt sich dem Stil der Umgebung an. Vielleicht ist der soziale Schuhzwang, der es manchmal schwierig macht, auf Schuhe zu verzichten, Ausdruck des menschlichen Herdentriebs.
Schöne Füße wünscht
Hans-Martin

Auf der Suche nach einer barfuß-kompatiblen Sportart bin ich auf Judo bzw. Karate gekommen und überlege mir, mit einer davon anzufangen.
Leider tappe ich aber noch etwas im Dunkeln bezüglich der Unterschiede zwischen den beiden Sportarten.
Was ich mit dem Training hauptsächlich erreichen will, ist zum einen den Bewegungsmangel, den mein Bürojob halt so mit sich bringt, zu kompensieren, d. h. ich will vor allem meine allgemeine Kondition und Koordination verbessern.
Nebenbei sollte der Sport außerdem einen Ausgleich zum von mir relativ massiv betriebenen Wintersport (15-20 Snowboardtage im Jahr) darstellen. Da ich im Sommer bisher gar keinen Sport gemacht habe, gehe ich so momentan ziemlich untrainiert in die Wintersaison, was mir auch schon mal Probleme mit meinen Knien beschert hat.
Über Aufklärung bezüglich der Unterschiede und eine Aussage, ob sich eine der beiden Sportarten besser oder schlechter in meinem Fall eignet, wäre ich sehr dankbar.
Christian M.

Es ist zwar etwas unhöflich von mir in ein Forum zu schreiben ohne ein Regular zu sein, aber da ich gerade diese Seite entdeckt habe und zu der Frage was sagen kann, wollte ich das auch loswerden.
[Suche nach barfuß-kompatiblen Sportart auf Judo bzw. Karate gekommen, tappe im Dunkeln bezüglich Unterschiede zwischen beiden Sportarten]
Karate ist eine Kampfsportart, bei der hauptsächlich sogenannte Atemitechniken angewendet und geschult werden. Plump und einfach gesagt sind das Techniken, bei denen man aktiv mit Kraft arbeitet. Ein Fausthieb ist zum Beispiel so etwas, oder auch das Wegschlagen des Arms des Gegners. Du erinnerst Dich sicherlich an irgendwelche beeindruckenden Bilder von einem Mann, der mehrere Holzplatten durchhaut. Das ist eine Atemitechnik.
Judo kann man fast als das genaue Gegenteil ansehen. Hier verwendest Du die Kraft des Gegners um ihn außer Gefecht zu setzen, indem Du ihn durch Hebel oder Würfe zu Boden oder in eine andere unangenehme Lage bringst. Die Idee ist, dass Du als Verteidigender möglichst wenig Kraft dabei selbst einsetzen musst.
Dieses Prinzip wird beim Aikido sogar noch höher gehalten, da gibt es den weisen Spruch: wer angreift, verliert. Denn der Sinn des Aikido besteht darin dem Gegner die Unsinnigkeit von Gewalttätigkeit zu zeigen, indem man ihn mit seinen eigenen Aktionen kampfunfähig macht.
Beide Ansätze haben Vor- und Nachteile, wie man sich wahrscheinlich schnell denken kann. Ich persönlich habe (nachdem ich verschiedene Kampfsportarten, auch Karate, ausprobiert hatte) mich für Jujutsu entschieden. Jujutsu ist eine Art "Mischsportart". Sie vereinigt Techniken vom Karate, Judo und Aikido, so dass Du von allem etwas machst.
Was für Dich auch wichtig sein sollte: Beim Judo, Aikido und Jujutsu macht man Fallschule, das heißt, man lernt wie man im Fall sich so bewegen kann, dass man sich möglichst wenig dabei tut - was ich persönlich als eine der nützlichsten Dinge ansehe, die man dort beigebracht bekommt. Nach ein paar Wochen geht es in Fleisch und Blut über und man macht es dann automatisch ohne darüber nachdenken zu müssen. Ausgesprochen praktisch.
[mit Training hauptsächlich erreichen, ist Bewegungsmangel kompensieren, d. h. allgemeine Kondition und Koordination verbessern]
Das kriegst Du mit jeder Kampfsportart hin.
[Ausgleich zum Wintersport. Da ich im Sommer bisher keinen Sport gemacht habe, gehe ich ziemlich untrainiert in Wintersaison, was mir Probleme mit Knien beschert hat]
Ich würde, wenn Du Probleme mit den Knien hast, gerade in der Anfangszeit von dem Sport vorsichtig sein, da man am Anfang Stände, Schrittfolgen und Bewegungsmuster lernt, die für die Gelenke reichlich ungewohnt sind. Im Zweifelsfall mit dem Trainer reden ob er das Anlegen einer Kniebandage für angebracht hält.
Lieben Gruß,
Jens G. aus Hamburg

[Karate ist Kampfsportart, bei der Atemitechniken angewendet werden. Plump gesagt sind das Techniken, bei denen man aktiv mit Kraft arbeitet]
Das stimmt so nicht ganz, habe es jedenfalls so nicht empfunden!
Um Kraft geht es nicht. Es geht um den kurzzeitigen Einsatz der körperlichen Energien. Ein Schlag wird nur im entscheidenden letzten Moment mit Kraft verübt, der Rest ist Technik.
Ich hatte mich für Karate entschieden, weil ich es nicht so mochte, geworfen zu werden. Beim Judo hat man m. E. mehr Körperkontakt, ist "mehr los". Karate ist eher Techniken einstudieren, bis man sie ohne Nachzudenken ausführen kann. Denn im Ernstfall darf man nicht denken, sonst hat man verloren. Karate ist reine Verteidigung. Es geht nur darum, den Gegner kampfunfähig zu machen. Bei Judo kann ich das nicht genau sagen ...
Gutes Beispiel für die Karate-Philosophie sind die "Karate Kid"- Filme. Weniger die Kampftechnik darin - Ralph Macchio ist viel zu verkrampft dabei, es ist lockerer.
Es gibt noch Unterarten beim Karate. Bei den einen steht man tiefer, bei den anderen eher locker.
Kung Fu ist vielleicht auch nicht schlecht, aber dazu können andere sicher mehr sagen!
Vielleicht noch das neue "Kia" oder "Capoeira"?
Gruß, Thomas Winkler

[Unterarten beim Karate]
Ich war bei den Harten, ich hab Shotokan gemacht ;-)
[Kung Fu vielleicht auch nicht schlecht]
Ich hab Seven Mantis Kungfu gemacht. Im Prinzip eine sehr schöne Kampfkunst, aber extrem anstrengend. Die Übungen sind eindeutig für die chinesische Anatomie ausgelegt, für Westler kann das ausgesprochen fies werden, besonders am Anfang.
[Vielleicht noch neue "Kia" oder "Capoeira"?]
Oha. Ich hab Capoeira mal versucht, es ist wirklich ein schöner Sport. Einziges Problem war, dass er zu diesem Zeitpunkt (und wahrscheinlich auch jetzt noch) zu akrobatisch für mich ist.
Die meisten Techniken beim Capoeira kommen aus dem Radschlag. Außerdem - im Gegensatz zu den Kampfkünsten und Kampfsportarten lernt man beim Capoeira eigentlich nur eine ungewöhnliche Tanzform und wie man sich formschön bewegt. Das ist auch ganz klasse, aber es kommt halt drauf an, was man will.
Lieben Gruß, Jens aus HH

Ich bin mittlerweile über 9 Jahre Ju-Jutsu Trainer, in meiner Studienzeit habe ich eine Weile Karate getrieben, und mich später aus Interesse nebenher um Martial Arts im Allgemeinen gekümmert.
Training in einer Kampfsportart bedeutet nicht nur Kampftechniken zu erlernen. Vielmehr - und da sehe ich den primären Vorteil - gehört reichlich Gymnastik und, je nach Gusto des Trainers, mehr oder weniger viel Krafttraining dazu.
Am konsequentesten barfuß dürfte wohl Karate getrieben werden. Dort wird teilweise auch draußen barfuß trainiert. In Ju-Jutsu z.B. habe ich festgestellt, dass einige in Sportsocken trainieren. Nicht bei mir, aber in Sportschulen.
Du solltest Dir in jedem Fall den Trainingsablauf in den genannten Sportarten ansehen, bevor Du Dich einem Verein anschließt oder Kunde einer professionellen Sportschule wirst.
Kung Fu wird meistens - siehe Filme und Pseudo-Shaolin - mit Schuhen betrieben.
Kendo (Stockfechten) könnte noch als Barfußsportart hinzugefügt werden, auch Taek Won Do.
Wer Judo betreibt, soll meistens auch Wettkämpfer sein. Hierbei gibt es starke Belastungen für die Gelenke, wenn Hebel angesetzt werden, die zum Aufgeben des sportlichen Gegners führen sollen.
Bei Karate gibt es unterschiedliche Stilrichtungen, dies wurde bereits in einer Antwort angedeutet. Es gibt Wettkämpfe, Leicht- und Vollkontakt.
Ju-Jutsu enthält Elemente aus verschiedenen Kampfsportarten und ist zur Selbstverteidigung, wenn man es etwas modifiziert trainiert, geeignet.
Ich habe bei mir selbst festgestellt, dass im Lauf der Jahre meine Koordinationsfähigkeit sehr stark zugenommen hat, dies gilt auch für das Halten des Gleichgewichts. Für Ju-Jutsu gibt es unterschiedliche Verbände. Der, dem ich angehöre, ist der BDJJ. Hier gibt es einen Formenwettkampf, aber keine Meisterschaften mit Wettkampfcharakter. Das wäre ideal für jemanden, der ohne sportliche Ambitionen etwas für seine Fitness tun will und eine Sportart erlernen möchte, bei der er noch nach Jahren Neues erfahren kann.
Damit will ich aber nichts gegen Karate oder Judo sagen - mir fehlt dort aber die Komplexität und Harmonie der Bewegung, wie sie insbesondere durch die Aikido-Elemente im Ju-Jutsu erzeugt wird.
Es grüßt Hans-Martin

Ich wollte Dir bezüglich Kung-fu recht geben. Es wird grundsätzlich mit leichten Schuhen betrieben. Ich mache es seit 3 Jahren und ich habe nirgendwo gesehen, dass es barfuß betrieben wird. Eigentlich schade.
Gruß, Frank X

Mmmh. Dann hättest Du zu uns nach Hamburg kommen sollen, Wanfu (Gottesanbeterinnenkungfu), grundsätzlich barfuß, Schuhe nur für die Leute, die es wollen (wenige).
Und da haben wir auch Training hinterm Haus auf dem Rasen gemacht, war alles kein Thema.
Lieben Gruß, Jens

Hallo, erst mal ein dickes DANKE für die überaus konstruktiven und wertvollen Antworten.
[Hans-Martin schrieb: Training in Kampfsportart bedeutet nicht nur Kampftechniken zu erlernen. Vielmehr gehört reichlich Gymnastik und, je nach Gusto des Trainers, mehr oder weniger viel Krafttraining dazu]
Wie ich auch schrieb, geht es mir auch in erster Linie um eine Verbesserung der Allgemeinfitness und weniger um spezielle Kampftechniken.
[solltest Dir Trainingsablauf in den genannten Sportarten ansehen, bevor Du Dich Verein anschließt oder Kunde einer professionellen Sportschule wirst]
Ich denke, ich werde nun in Karate (Shotokan und Kyokushinkai) sowie in Judo jeweils mal 1-2 Probetrainings absolvieren und mich dann entscheiden.
Sportschulen wollte ich allerdings eigentlich von vornherein außen vor lassen, da ich, abgesehen vom Kostenaspekt, bei einem Verein auch noch ein Stück Vereinsleben mitkriege, und wenn man die Leute nicht nur im Training sieht, sondern vielleicht auch noch mal bei anderen Vereinsveranstaltungen, taugt mir das in der Regel mehr.
Jujutsu ist ja hier auch ein paar Mal angeklungen. Leider gibt es da im Gegensatz zu Judo und Karate keine Vereine, die für mich wirklich verkehrsgünstig liegen, so dass Ju-Jutsu, auch wenn es vielleicht grundsätzlich interessant wäre, erst mal ausscheidet. Eine regelmäßige Trainingsteilnahme wird nämlich schon einfacher, wenn man seinen Verein auch gut erreichen kann.
Bis demnächst und danke noch mal!
Christian

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