[Barfuß beim Fitnesstraining?] [Kraftsport - warum ohne Füße?] [Vorturnerfüße beim Stretching]

Barfuß beim Fitnesstraining?
(Forumbeiträge im Winter 2002/2003)

Habe heute allen meinen Mut zusammengenommen und barfuß Fitnesstraining gemacht. War echt spannend, da es normalerweise eher verpönt ist. Die Trainer finden das nicht so toll (verstehe ich echt nicht).
Habe mir extra eine lange, enge Sporthose (schwarz mit drei weißen Streifen) und ein schwarzes Shirt angezogen weil ich auch wollte, dass es ein bisschen auffällt.
Die Blicke waren sehr interessant. Meistens begutachteten die Mädels meine Füße am längsten.
Ich fand's toll und mache es jetzt öfters! Hat noch jemand Erfahrungen im Fitness-Studio gesammelt?
Carina

Ich trainiere bei Kieser, da ist barfuß ausdrücklich verboten :-(
Durch dein Posting ist mir aber wieder in den Sinn gekommen, dass ich deshalb schon lange an die Zentrale in der Schweiz schreiben wollte mit der Bitte, die restriktive Haltung zu überdenken. Nun habe ich das heute endlich gemacht, mal sehen, was die antworten. ...
Antwort von Kieser: Turnschuhe seien nicht zwingend vorgeschrieben, man könne auch gerne in Socken trainieren. Barfuss könne man aber aus hygienischen Überlegungen und aus Rücksicht auf die anderen Trainierenden nicht gestatten. Man hofft, mir mit dieser Möglichkeit entgegenkommen zu können.
Na immerhin!
Da ich in meiner Anfrage auf die Möglichkeit zur Kräftigung der Fußmuskulatur durch Barfußlaufen und die gesundheitspräventiven Effekte Bezug genommen habe, durchaus eine stimmige Antwort.
Gruß, Ralf

Seit mehr als zehn Jahre trainiere ich in diversen Fitness-Studios und bin darüber hinaus diplomierter Trainer. Als Barfuß-Freak habe ich mich natürlich reichlich Gedanken über die zentrale Frage der Barfuß-Problematik in Studios gemacht.
Die Sache ist klar: Ein Fitness-Studio ist, genau wie ein Kaufhaus, keine öffentlich, sondern eine private Einrichtung, und es gibt "Hausregeln" bzw. Hausordnungen. Wenn Euch ein Trainer bittet, Schuhe zu tragen, tut er / sie dies nicht, um Euch zu schikanieren, sondern aus rein versicherungstechnischen Gründen. Mit Barfuß-Feindlichkeit hat dies also nichts zu tun, also seht die Sache nicht allzu eng.
Ich würde selbst gern barfuß mein Geräte-Training machen, aber was nun mal nicht geht, geht nicht. ...
Leider sehe ich keine Möglichkeit, einen Sportschuh zu tragen und dabei nicht zu schwitzen. Fast den ganzen Sommer lang war ich barfuss, und als ich dann Schuhe anzog, war es nicht nur so, dass meine Füße extrem schwitzten - ich wurde auch fast täglich von einem Mitarbeiter auf Fußgeruch angesprochen, mit der Bitte, etwas dagegen zu tun.
Eine Überlegung wären Teva-Sportsandalen, aber Du hast barfuß oder in Sportschuhen auf jeden Fall besseren Halt als mit Riemen um die bloßen Füße.
Wenn Du Dich jedoch in Sneakers derart gequält fühlst, dann bleibe einfach knallhart und gehe nackten Fußes trainieren. Entweder sie tolerieren es irgendwann, oder sie legen Dir nahe zu gehen. Dann kannst Du ja immer noch ein anderes Studio aufsuchen. Immerhin lieben wir in einer Dienstleistungspluralität, und Fitness-Studios gibt es ja an jeder Ecke... Denk' mal drüber nach.
Lieben Gruß aus Gießen
BERND (Giessen)

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Kraftsport - warum eigentlich ohne Füße?
(zusammengefasst aus verschiedenen Forumbeiträgen)

Hallo allseits, ich kenne mich mit Kraftsport nicht aus.
Es gibt inzwischen wohl sehr verschiedene Arten von Bodybuilding usw. Die trainieren die entlegendsten Muskeln, aber von Fußmuskeln habe ich nie was gehört. Es gibt wohl auch keine Geräte dafür.
Ein Kraftsportler sagte mir, die Wettkampf-Richtlinien sähen aber vor, dass die Prüfer auch die Füße beachten. Merkwürdig ist auch, dass der Sport weitgehend in der Badehose ausgeübt wird und beim Wettkampf Barfuß angesagt ist, aber beim Training tragen die meisten Turnschuhe (die sie gar nicht brauchen).
Und: viele Bodybuilder haben Plattfüße, weil der Körper immer schwerer wird, die Fußmuskeln aber unterentwickelt sind und der Belastung (auch mit Trainingsgewichten) nicht standhalten.
Das alles steht ja in krassem Widerspruch zu der Philosophie vom "klassischen Körper".
Hat jemand Erfahrung oder so? Tschöö, Jörg

[Die trainieren die entlegendsten Muskeln, aber von Fußmuskeln habe ich nie was gehört. ]
Die Muskeln, die die Zehen bewegen, befinden sich fast ausschließlich in der Wade
[...aber beim Training tragen die meisten Turnschuhe ]
Bitte erst lesen dann lachen: Das ist so vorgeschrieben, weil hier die Richtlinien für Maschinenbediener greifen.
[Und: viele Bodybuilder haben Plattfüße...]
Das liegt wohl eher daran, dass sie jeden Meter mit dem Auto fahren anstatt zu Fuß zum Training zu gehen.
Außerdem: Hast Du Dir mal die Beine dieser Leute angesehen? Beim normalen Gehen reiben die Adduktoren aneinander, die müssen immer im Seemannsgang unterwegs sein. Welche Auswirkungen das auf die Füße hat, weiß ich nicht.
Rainer (betreibt normalerweise keinen Kraftsport)

Hallo miteinander, Seid mir nicht böse, jetzt regt sich mein Widerspruchsgeist, und ich kann die Aussage
["Die Muskeln, die die Zehen bewegen, befinden sich fast ausschließlich in der Wade"]
so nicht stehen lassen.
Der Wadenmuskel greift über die Achillessehne an der Ferse an! Ich habe mich in den letzten Wochen bei meiner Bastelei an der barfüßigen Familienhomepage ein wenig über Fußanatomie belesen. Dabei habe ich gelernt, dass die Zehenbeuger in der Fußsohle angeordnet sind. Deshalb führen Greifübungen mit den Zehen zu einer unmittelbaren Kräftigung des Fußgewölbes und haben bei der Fußgymnastik einen ganz hohen Stellenwert. Und beim Barfußlaufen in der Natur ergibt sich dieses Training ganz von selbst, denn die Zehen greifen da von ganz alleine. Wer es nicht glaubt, kann mit den Fingern unter den Fuß fassen und fühlen, was da alles arbeitet, wenn man mit den Zehen fest gegen den Boden drückt! Serfuß, Lorenz

[Die Muskeln, die die Zehen bewegen, befinden sich fast ausschließlich in der Wade]
aber es gibt eben auch Fußmuskeln.
Wenn es um den perfekten Body geht, sollten die nicht fehlen, schon allein aus Gründen der Gesundheit.-
[Turnschuhe statt Barfuß... weil hier die Richtlinien für Maschinenbediener greifen. ]
Gottchen, der Vorteil der Maschinen ist doch, dass einem die Gewichte nicht auf die Füße mehr fallen können ...
[die müssen immer im Seemannsgang unterwegs sein.]
Na ja, ich find's halt inkonsequent, wenn die Tür aufgeht, und erst mal eine Minute lang nur Muskeln kommen, bevor der Kerl eintritt. Und so was dann auf dürren Plattfüßen, einfach lächerlich.
Gruß, Jörg (2)

Gestern war ich zum Kraftsport im Fitnessraum bei mir an der Uni. Barfuß natürlich. Erstaunlicherweise war ich, wie auch im Winter, der einzige, der barfuß war, trotz des guten Wetters. Einige haben zwar geguckt, kennen mich aber inzwischen.
Ich weiß nicht, wofür man Schuhe beim Krafttraining braucht - vollkommen überflüssig. Genauso wie ein T-Shirt, da war ich aber nicht der einzige ohne.
War ein geiles Gefühl so halbnackt Sport zu machen: Kann ich nur empfehlen! 
Mat

Hallo, klingt ja schön und gut. Ich bin auch sehr viel barfuß unterwegs (bei praktisch jedem Wetter), bin jedoch ziemlich sicher, dass Fitnessstudios Ärger machen - ohne T-Shirt läuft nicht wegen der Hygiene (das hat schon so mancher ausprobiert) und bei Leuten ohne Schuhe haben die Betreiber Angst wg. etwaiger Haftungsansprüche bei Verletzungen an den Maschinen. Wer hat Erfahrungen?
Bis dann - PatrickKL (mit eigener Homepage)

Hi Patrick, stimmt, klingt wirklich gut und mag auch geil sein, aber meine Erfahrung sieht komplett anders aus. Ich trainiere bei Kieser-Training (Fitness-Kette in der Schweiz und Deutschland). Erlaubt sind nur T-Shirts mit(!) Arm und nicht barfuß. Wegen der Hygiene, der Sicherheit (und vielleicht der Schweizer Ansichten ?).
Alexander (HH)

Sag ich ja - das geht so in der Regel nicht. Ich hätte es auch kaum geglaubt, wenn jemand was Anderes behauptet ... :-))
Vielleicht macht ja aber doch mal einer ne andere Erfahrung ... Bis dann - PatrickKL

Wer von euch hat Erfahrungen mit Barfuß trainieren im Fitnessstudio?
Als ich mal in verschiedenen Studios angefragt habe, gab es Antworten von "nicht vorgesehen" bis "Sicherheitsvorschrift" etc.
Wer hat bessere Erfahrungen gemacht?
In Fitnessräumen von Hotels z.B. habe ich noch nie Probleme damit gehabt. Allerdings ist dort auch kaum jemand da.
Jürgen

Vor einigen Wochen berichtete ich hier über meine Erfahrungen in Holland, wo zumindest die Mädchen ausnahmslos barfuß im Fitness erschienen.
Ich kenne zumindest ein Buch über Fitness, das dies mit einleuchtenden Argumenten ausdrücklich empfiehlt, von wegen genauerer Bewegungskontrolle und entspannterem Ambiente.
Meine Erfahrungen in Holland , im barfußtoleranten Klima des dortigen Gym's, waren positiv: selbst die Beinpresse stellt objektiv kein Problem dar.
Sicherheit scheint mir kein Thema: wenn Dir eine Hantel auf den Fuß fallen sollte ( sehr unwahrscheinlich), wird auch ein Turnschuh Deine Zehen kaum retten. Hygiene auch nicht.
Bedenken hätte ich persönlich nur auf dem Laufband: mit bloßen Füssen in die Ritze zwischen Band und Gehäuse zu kommen, stelle ich mir als äußerst unangenehm vor. Vielleicht hat jemand im Forum aber andere Erfahrungen/Meinungen.
In meinem Home-Gym lasse ich es allerdings bleiben, und zwar ausschließlich wegen dem sozialen Druck. Ich nehme barfuß an Aerobic -und Taebokursen im gleichen Gym teil, und werde deshalb von einem Anti- Barfuß- Neurotiker seit einiger Zeit derart gemobbt, dass ich es auf (höflich formulierten) Wunsch der Trainer außerhalb der Aerobic-Kurse unterlasse, damit der Konflikt nicht ausufert.
Kurzum: sachliche Argumente gegen Barfuß im Fitness gibt es keine, aber der soziale Druck ist an solchen, eigentlich primär dem Relaxen dienenden Orten, mit ihren Platzhirschen, Berufsnarzissen usw. sehr hoch.
Wenn der Platzhirsch pro-barfuß ist, wirst Du kein Problem haben, im anderen Falle leider schon, und auf engem Raum wirst Du Ihm nicht entgehen.
MfG Aquajeans

Habe zwar keine persönlichen Erfahrungen, aber im "großen Bodybuilding-Buch" von A. Schwarzenegger gibt es eine Menge Fotos von barfuß trainierenden Hantelstemmern.
Er geht auch explizit auf das Thema ein und vertritt den Standpunkt, dass es bei den meisten Übungen letztlich egal wäre ob man Schuhe trägt oder nicht. Nur bei sehr schweren Übungen für die Oberschenkel (bzw. aufrecht ausgeführten Übungen) seien gut sitzende Schuhe aus Sicherheitsgründen anzuraten (besserer Halt). (Es gibt aber auch ein Foto, wo jemand barfuß mit ca. 180 kg Hantelkniebeugen macht.)
Dafür empfiehlt er für das Wadentraining, auf Schuhe zu verzichten, da man barfuß die Wadenmuskulatur besser ansprechen kann.
K.

Ich habe so ein Studio erst zwei mal betreten. Was mir zuerst auffiel waren die zahlreichen Schilder "Aus hygienischen Gründen bitte Handtuch unterlegen; lange Sporthosen verwenden usw.; ich glaube nicht, das dort barfuß toleriert werden würde; habe auch keinen barfuß trainieren sehen und da ich keine lange Sporthose dabei hatte, bin ich gleich negativ aufgefallen.
Lothar

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Cyrano über das Beispiel der Vorturnerfüße beim Stretching
(Forumbeitrag im Frühling 1999)

Im Münchner Hochschulsport für Mitarbeiter und Studenten gibt es u.a. die Veranstaltung Stretching.
Die Stunde (60 min) beginnt mit 15-20 min. Aufwärmtraining (Laufen, hüpfen, springen,...); die restliche Zeit werden dann Dehnübungen gemacht.
Während im ersten Teil für Hallenbad - Barfüße Fußbett und Dämpfungssohle evtl. noch Sinn machen, sind Schuhe im zweiten Teil nur hinderlich. Zu beobachten ist aber folgendes: Behält der Übungsleiter seine Schuhe an, finden sich unter den Teilnehmern keine 5% Barfüße. Zieht der Vorturner dagegen seine Schuhe aus und gibt einen unverbindlichen Hinweis, kehrt sich das Verhältnis um.
Daraus lernen wir: 1. Übungsleiter in VHS und Sportverein sowie Lehrer haben eine gewisse Vorbildfunktion bzw. sogar Macht über die Masse, die sie im Sinne der Gesundheitsvorsorge nutzen sollten (z.B. beim Volleyball, Zirkeltraining, Skigymnastik,...)
2. Gruppenzwang gibt es auch andersrum; EIN Turnschuhträger hat es schwer.
In diesem Sinne cyrano

Hi, das klassische Leithammel-Phänomen. Alle wollen´s gern, aber einer muss den Anfang machen...
FußGruß Jörg (2)

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