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Silvia besaß noch nie Sportschuhe (außer Spikes)
(aus Forumbeiträgen im Sommer/Herbst 1998)
Zu Deiner Frage nach dem Schulsport bleibt mir nur zu
sagen, dass ich es eben immer als üblich empfunden habe, barfuß
zu turnen und zu laufen. Beim Sport (Halle, Sportplatz, Waldlauf) war ich immer eine unter
vielen. Wie schon geschrieben, waren da immer etwa die Hälfte von allen (auch Jungen -
aber doch etwas weniger) barfuß - es war eben einfach so. ... Seltsamerweise werde ich
seit zwei Jahren aber regelmäßig angesprochen, wenn ich beim Sport barfuß bin. Zuvor
ist mir das so gut wie nie passiert, obwohl ich nie Sportschuhe mit Ausnahme von Spikes
für den Kurzstreckenlauf besessen habe. ...
Auch wenn es sogar Euch wundert, ich habe wirklich nie Sportschuhe besessen und
auch nicht vermisst.
Wie Ihr ja sicherlich gelesen habt, bin ich seit der ersten Klasse barfuß beim Sport und
seit etwa der dritten Klasse auch darüber hinaus.
In diesen rund 20 Jahren haben sich meine Füße daran einfach sehr gewöhnt. Was die Idee
angeht, Jungs wären beim Sport seltener barfuß als Mädchen wegen des Leistungsgedankens, kann das schon angehen. Ich habe ja die 100m
bis 400m - Läufe mit Spikes an den Füßen gelaufen, weil man einfach schneller ist. Bei
Langlauf und vielen anderen Disziplinen ging das barfuß bislang sehr gut. ...
Im Sport war ich so im gemischten Leistungsmittel. Aber in Kurzstreckenläufen bis 400m,
Weitsprung und eigentlich auch im Langstreckenbereich habe ich echt meine Stärken gehabt.
Na und da vertritt sich dann auch die Anschaffung von Spikes - war auch bei allen
Mitschülerinnen so. Ich muss
Dir jedoch schreiben, dass mit der entsprechenden Gewohnheit
selbst Aschebahnen keine besondere Belastung für die Füße darstellen. Wenn Du das
willst, kommst Du aber keinesfalls um ein sehr ausgeprägtes Barfußlaufen herum. Und das
schließt dann natürlich grade auch die raueren Bodenarten wie Asphaltboden mit ein. Das
ist aber natürlich Dir überlassen, ob Du nun fast immer und überall barfuß sein magst
oder nicht. ...
Ich komme im Augenblick immer nur unregelmäßig zum Sport. Eigentlich bin ich in einer
Gruppe, die eine Art Ausdauertraining (Mischung aus Laufen, Aerobic, Stretching) macht.
...
Heut Nachmittag habe ich mich erstmalig mit meinem Betreuer von meiner Arbeit zum Squash verabredet. ...
Dass die Frage, ob es akzeptiert wird, wenn man barfuß ist, oder
nicht, jedem / jeder Barfüßigen sich stellt ist klar.
Es deckt sich aber meinen jüngeren Erfahrungen, dass
es nicht mehr völlig üblich ist,
beim Schulsport barfuß zu sein. Ich habe meine ganze Schulzeit
nie Sportschuhe getragen und war damit immer eine der Mehrheit. In der Tat waren es
verstärkt die Mädchen als die Jungs (warum bloß?), aber wieso hat es sich so geändert?
Ja, ich kenne auch die Argumente von Lehrern, Mitschülern und heutigen Sportfreunden.
Aber vielleicht kann ich Euch ja ein paar eigene Erfahrungen erzählen und damit Eure
Meinungsbildung stärken.
Also, Verletzungen habe ich mir eigentlich nie ernstlich geholt. Na klar holt man sich
hier und da mal einen Splitter oder ein spitzes Steinchen beim Sport, vor allem beim
Training draußen (Joggen und so). Aber meist geschieht das im Frühjahr, wenn die
Hornhaut mal wieder vom langen Winter her nicht richtig trainiert ist. Je mehr Ihr als
barfuß lauft, desto geringer wird das Risiko.
Punkt zwei: Der allseits so groß gefürchtete Fußpilz.
Vielleicht liegt es an meiner unempfindlichen Haut, vielleicht auch an etwas mir
unbekannten, aber ich habe noch nie welchen gehabt - gehe aber das Risiko gerne ein
(schließlich gibt's ja wohl genügend Mittel dagegen).
Punkt drei: Der Schmutz. Erstens handelt es sich meist in Sporthallen ohnehin nur um
Wachsreste von der Bodenreinigung, das sich mit dem Staub verbindet und die Füße färbt.
Zweitens verschwindet alles meist unter der Dusche. Und soweit es für mich gilt, die sich
ja nicht nur auf Sporthallenböden beschränkt, habe ich mich einfach an eine gewisse
Färbung der Sohlen gewöhnt - mein Freund auch. ...
Ich habe einen Teil von Freunden wiedergetroffen, mit denen ich bis vor etwa einem halben
Jahr zusammen Sport (Powerfitness) gemacht habe. Und wir haben uns nun wieder
zusammengetan und unsere alte Sporthalle für zwei Stunden die Woche organisiert. Und hier
fängt jetzt auch meine Nachricht für Tina und Julia an.
Wir haben da eine Sporthalle einer ehemaligen Schule. Die meisten Räume werden heute
anders verwandt (Fortbildungen, Sprachkurse, etc.). Unter anderem ist in diesem
Gebäudekomplex auch ein Jugendtreff, der die Halle mit gemietet hat und über den wir nun
auch wieder in diese Halle gekommen sind. Die Halle wird also weitgehend in Eigenregie
geführt. Es macht also folglich kaum mal jemand sauber. Da gehen einem diese Typen schon
ganz schön gegen den Strich, die ständig mit ihren Straßentretern
Basketball/Hallenfußball spielen, jede Menge Sand reinschleppen und damit der Boden nicht
so rutschig ist mit irgendwelchem Wachs arbeiten.
Als wir neulich das erste mal wieder Sport gemacht haben (wie gewohnt barfuß), sahen
unsere Füße echt so aus wie es meine taten, als ich letzten Sommer mit einer Freundin
den ganzen Tag durch Duisburg gelaufen war. Anfangs fand ich das ganz lustig, aber erstens
sahen unsere Klamotten nach den Bodenübungen entsprechend aus und zweitens ging dieses
Wachs nicht richtig unter der Dusche wieder ab. - Weiß von Euch vielleicht jemand was das
für ein Zeug sein kann, was die gegen das Rutschen auf dem Boden eingesetzt haben?
Jedenfalls organisieren wir grade einen Hallenputzplan, denn darauf zu verzichten, beim
Sport barfuß zu sein, wollen wir alle nicht.
Ich kann mir jedenfalls gut vorstellen, dass Du, Julia, nach
einer kurzen Gewöhnungszeit nur noch barfuß beim Schulsport mitmachen wirst - es ist
einfach viel impulsiver mit dem Boden direkt unter den Füßen. Ich finde man ist einfach
näher dran. Eure Silvia
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Silvia berichtet von ihrer Barfußherbstreise nach Rom
(Forumbeitrag im Herbst 1998)
Wie ich mein Vorhaben neulich beschrieben habe, meine Duisburger Freundin (Chris) mal wieder zu kontaktieren,
habe ich es auch umgesetzt. Früher waren wir ja fast unzertrennlich und im Sommer meist
barfuß. Heute (ich finde es immer noch irre, ihre Adresse rausbekommen zu haben) ist sie
Apothekerin, hat einen Mann und zwei Kinder (6 und 8).
Jedenfalls war nach den langen Jahren das Hallo entsprechend groß und wir sind alle
zusammen für 10 Tage nach Rom gefahren. Auch sie läuft immer noch gern barfuß, und so
waren wir fünf Barfüßige und ein Besohlter (ausgerechnet mein Freund). Also mit
Ausnahme von meinem Schatz, sind wir rund um die Uhr barfuß gewesen und haben so viel
gesehen. Unsere Unterkunft war gezielt einfach gewählt, weil wir ja barfuß nicht in
einem dollen Hotel anecken wollten.
Für alle von Euch, die jetzt denken "toll", sag ich nur fahrt da hin. Rom ist
so super und hat so viel zu sehen, bei meistens so gutem Wetter um diese Jahreszeit,
dass Ihr das echt erleben solltet. - Allerdings sage ich allen, die dort vielleicht auch
barfuß laufen wollen:
1. Rom ist eine extrem schmutzige Stadt und die Fußsohlen sehen da nach fünf Schritten
so aus wie in Hamburg nach einer Stunde. Lauft Euch unbedingt vorher eine gute Hornhaut
an!
2. Nehmt immer ein Paar leichte Sandalen mit im Rucksack, denn sonst kommt man wirklich in
viele interessante Orte nicht rein (könnt ja danach gleich wieder rausschlüpfen).
3. sucht Euch eine kleine Unterkunft am Stadtrand raus - das wird deutlich billiger und
anecken tut man auch nicht.
4. nehmt einen guten Sprachführer mit (Englisch hilft meist genauso wenig wie Deutsch).
Alles in allem war das echt super - zumal es hier ja nun wirklich kaum noch zum
Barfußlaufen einlädt. Ich beschränke mich jetzt jedenfalls nur noch auf
Sport.
Eure (vielleicht etwas rar gewordene ) Silvia
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