[Samuel weitet seine Barfußerfahrungen aus] [Barfußerfahrungen an Tübingens Universität]

Samuel weitet seine Barfußerfahrungen aus
(Forumbeiträge seit Herbst 2000)

Hallo zusammen! Schon im Oktober bin ich auf euer Forum gestoßen und schaue seitdem öfter herein. So auch heute Abend, wobei ich mich entschloss, meine Barfußerfahrungen auf kälteres Wetter auszuweiten. 
Als semi - professioneller Sänger habe ich allerdings wahnsinnig Angst vor Erkältungen, und habe mich kurz bevor ich das Forum fand auch tatsächlich angesteckt. Jetzt ist die langwierige Erkältung und das letzte Konzert vorbei und ich machte mich auf einen 15-minütigen Spaziergang über die feuchten Wiesen (~8° Lufttemperatur). Aber nur 1/3 barfuß, den Rest mit Sandalen. Nach dem ersten Schock ein wirklich tolles Gefühl !!! Nach einem heißen Fußbad (zur Sicherheit und wegen dem Mist :-[ der leider auf einer Wiese war) denke ich, dass ich mich hier mal vorstellen sollte.
Meine Heimat ist der nördliche Schwarzwald auf über 700m Höhe, und ich bin eigentlich bisher kein richtiger Barfüßler, denn mein Markenzeichen sind die Sandalen (mit dünnen Baumwollsocken). Schon in der Schule war ich berüchtigt dafür, bei Schneehöhen unter 5cm (auf den Wegen) meine Birkenstocks zu tragen. Jetzt im Studium trage ich, da abriebfester, Teva. Erst in diesem Sommer fand ich den Mut, öfters die Socken wegzulassen. An wärmeren Tagen bin ich auch ganz barfuß wandern gewesen, bei "Gegenverkehr" aber meist schnell in einen Seitenweg abgebogen. (irgendwie schon ein seltsames Gefühl! wenngleich sich eigentlich eher diejenigen komisch vorkommen sollten, die selbst im Sommer noch feste Schuhe tragen!)
Da der Server gestern Abend Probleme hatte kann ich heute morgen noch berichten, dass keine Anzeichen von Erkältung spürbar sind. Vielleicht hätte ich noch erwähnen sollen, dass ich auch mit "korrekt" beschuhten Füßen anderen Wanderern lieber aus dem Weg gehe. Ich bin also nicht der richtige Typ um einen neuen Trend zu festigen, aber ich verspreche hiermit feierlich, das ich spätestens wenn es wieder warm ist auch mal demonstrativ auf vielfrequentierten Strecken unterwegs sein werde. ;-)
Immerhin wohne ich hier in einem Luftkurort, den viele Menschen besuchen, um etwas für ihre Gesundheit zu tun. Wenn man einen davon auf den Gedanken bringt, auch einmal die Füße zu "befreien" ist sicher schon viel getan. ...
Samuel

Der Trend festigt sich auf jeden Fall -- und niemand braucht etwas dafür zu tun, was seiner Wesensart widerspricht. Da Du in einem Luftkurort lebst, kennst Du aber vielleicht Leute, die mit Kommunalpolitik oder Fremdenverkehr zu tun haben. Und vielleicht hast Du einmal Gelegenheit, einige davon auf die großen Erfolge der Barfußparks in Dornstetten und Bad Sobernheim hinzuweisen?
Wer sowieso barfuß läuft, braucht solche Anlagen natürlich nicht, aber sie bewirken, dass sehr viele Leute ihre (sonst meist nicht praktizierte) positiven Einschätzung des Barfußgehens festigen. Und das bringt auf jeden Fall die Toleranz gegenüber öffentlichem Barfußgehen ein gutes Stück voran!
Viele barfüßige Grüße, Lorenz

Hallo Lorenz! Der Barfußpark Dornstetten ist nicht einmal 20km weg von hier, und durch regelmäßige Berichterstattung in der Tageszeitung sowie den Wochenblättern meiner Meinung nach in der Region gut bekannt. Ich werde aber mal in meinem Bekanntenkreis herumfragen, ob das tatsächlich stimmt, vielleicht fallen mir die Berichte auch bloß deshalb auf, weil ich barfußgehen gern habe.
Ein zweiter Park in solch kurzem Abstand ist natürlich nicht sinnvoll, es sei denn Dornstetten ist völlig überlaufen und benötigt Entlastung. Dazu eignet sich für ein derart großes Projekt eher ein Ort in geschützter Tallage, hier auf der Schwarzwaldhochfläche weht selbst im Sommer noch oft ein kühler Wind, der viele sicher gleich an Erkältung denken lässt. (wenn die wüssten...)
Wir haben aber eine sehr schöne Wassertretanlage in geschützter Lage an einem Waldrand, die sich gut durch Barfußerfahrungen bereichern lässt. (Kleinere Flächen mit speziellen Schüttungen oder verschieden strukturierte Bodenplatten, oder...???) Kennt jemand ein derartiges Projekt?
Über Pfarrer Kneipps Barfußleidenschaft ist ja schon oft geschrieben worden, und an der Wassertretanlage ziehen die Leute natürlicherweise ihre Schuhe aus.
Vor meinem geistigen Auge erscheint eine Tafel mit Auszügen aus Kneipps "Wasserkur" zum Thema barfuß ...
Ein bisschen peinlich ist mir natürlich, dass ich selbst noch nicht im Barfußpark war, aber wie ich schon sagte meide ich generell Ansammlungen von Menschen, zumal in meiner Freizeit. Ich hatte mir aber schon für diesen Sommer vorgenommen, mit meinem Bruder zusammen bei richtigen Schmuddelwetter hinzufahren, was aber nicht klappte, denn entweder hatten wir es vergessen, oder eine andere Wanderung war uns wichtiger. Nächste Saison dann wohl ... Jetzt hat der Park ja geschlossen! Warum eigentlich ? ;-)
Viele Füße Sam

[Barfußpark Dornstetten nicht einmal 20 km von hier, und in Region gut bekannt ... zweiter Park in kurzem Abstand natürlich nicht sinnvoll]
Ich denke, dass solche Parks vielleicht in einem Abstand von 150 km sinnvoll wären. Den Nutzen sehe ich darin, dass sehr viele Leute wieder daran erinnert werden, wie schön Barfußlaufen ist -- und dass sie nicht mehr so "von den Socken" sind, wenn sie anderswo einen Barfußläufer sehen. Ansonsten kann jeder mit etwas Phantasie und Entdeckerfreude seine eigenen Barfußpfade finden!
[Wassertretanlage in geschützter Lage an Waldrand, die sich gut durch Barfußerfahrungen bereichern lässt. Kennt jemand derartiges Projekt?]
In Farchant, einem Nachbarort von Garmisch - Partenkirchen, habe ich so etwas entdeckt. Die haben die Kneipp - Becken im Bett eines Wildbachs installiert -- ein Wassertretbecken und ein Armbadebecken. Und daneben ist ein Fühlparcours von gut 20 m Länge mit verschiedenen Bodenbelägen, z.B. Sand, Kies, Fichten- und Kiefernzapfen, Gras, Moos, Holz etc.
Wer auf der Fahrt in den Süden dort vorbeikommt (und vielleicht im Stau steht), sollte mal anhalten und den Spaziergang zu den malerischen Kuhflucht - Wasserfällen machen, der an dieser Anlage vorbeiführt.
Serfuß, Lorenz

Hallo zusammen! Vor einigen Tagen habe ich berichtet, dass ich mich in einer kalten Kirche erkältet hätte (also nicht beim barfußlaufen), drei Tage später kann ich jedoch stolz mitteilen, dass außer einem Kratzen im Hals nichts gewesen ist. Die durch das barfußlaufen gewonnene Abhärtung hat offensichtlich das Immunsystem soweit trainiert, dass die Grippe im Ansatz niedergekämpft werden konnte. (Die einzigen Medikamente, die ich jetzt unterstützend eingenommen habe waren übrigens gelegentliche Vitamin-C Tabletten.)
Noch vor zwei Jahren war ich regelmäßig den halben Winter erkältet und jedem Kratzen im Hals folgte am nächsten Tag unweigerlich das große Husten. Also beendet im Dienste der Gesundheit das "in Watte packen"!
Um meine Umwelt nicht gleich komplett vor den Kopf zu stoßen, trage ich im Alltag allerdings meist immer noch ganz dünne Socken in den Sandalen, erlebe es aber auch so schon, wie Passanten hinter meinem Rücken zu tuscheln anfangen oder gar in verhaltenes Lachen ausbrechen. Das finde ich selbst immer ganz witzig.
Wenn mich jemand darauf anspricht, stelle ich zur Zeit immer zwei Fragen:
- Was ist der Unterschied zwischen Händen und Füßen?
- Warum trägst Du / tragen Sie keine Handschuhe?
Ich habe auch schon vorgeschlagen, versuchsweise einen ganzen Tag lang dicke Skihandschuhe zu tragen, was aber auch denen in gefütterten Winterschuhen unmöglich schien. Wenn es richtig zu regnen anfängt, bin ich bisher immer auf feste Schuhe ausgewichen und musste dann für 10min Weg durch die Stadt den ganzen Uni-Tag in den Schuhen schwitzen. Hinterher waren die Socken folglich auch nicht trockener als in Sandalen.
Diesen Winter bin ich wild entschlossen, wie auch schon im Sommer, lieber die Socken auszuziehen und nur mit meinen treuen Tevas dem Regen zu trotzen. Was ich bei Schneefall machen werde, weiß ich noch nicht, bis jetzt hat dieser Winter mir aber noch kein Sandalen - untaugliches Wetter beschert.
Viele Füße, Samuel

Tolle Wanderung mit Barfußanteil [25. Dezember 2000]
Ich komme gerade von einer Wanderung mit meinem Bruder entlang des Tobelbaches in Huzenbach (nahe Baiersbronn im Schwarzwald). Der Bach hat mich schon die ganze Zeit verlockt hineinzuwaten, mit vielen sandigen tiefen Stellen und dazwischen richtige Wildwasserabschnitte. Im Sommer ist es garantiert erste klasse barfuß entlang zu gehen und bei jeder interessanten Stelle ins Wasser zu steigen. Auf dem Rückweg haben wir kurz vor dem Ort eine Hütte mit Grillwiese entdeckt, in der wir die Schuhe trocken unterstellen konnten und barfuß über die Wiese zum Bach gingen. Das Wasser war allerdings arschkalt, da an dieser Stelle recht schnell fließend. Wir haben es nur zweimal für jeweils rund eine Minute im Bach ausgehalten.
Als wir nach zehn Minuten barfußlaufen auf der nassen Wiese die Schuhe wieder anzogen, war jedes Müdigkeitsgefühl von der Wanderung verschwunden und die Füße nach wenigen Minuten richtig wohlig warm. Ein tolles Gefühl!
Mir kam angesichts dieses idyllischen Platzes sofort der Gedanke an eine sommerliche Barfußgrillparty ...
Wenn jemand von euch zwischen Freudenstadt und Pforzheim unterwegs ist lohnt es sich, bei Huzenbach zu rasten!
Viele Füße Samuel

Ich gehe zur Zeit [Januar 2001] täglich barfuß in den Wald (Training!) und genieße es auf kleinen Trampelpfaden unterwegs zu sein. Zwischen kurzen Matschstellen bestehen die meisten Wege aber aus Moos, abgefallenen Nadeln / Blättern oder auch Steinen und sind einfach angenehm zu gehen. Ich denke das wird im Südschwarzwald nicht viel anders sein. Sehr schön zum gehen sind auch Wiesen, sofern nicht frisch gedüngt ...
Am angenehmsten fand ich es in den letzten zwei Tagen bei der Schneeschmelze, wo die Wege nur noch teilweise von Schnee bedeckt waren und die Füße dann nicht die ganze Zeit der extremen Schnee - Kälte ausgesetzt waren. ...
Hallo ihr Yetis (Haha!) Es ärgert mich echt, dass ich bei der Schnee - Gaudi nicht dabei sein kann, aber so geht's im Leben halt. Auf jeden Fall hat mir die Vorbereitung auf das Schneeabenteuer viel gebracht. Der innere Schweinehund siegt oft gerade bei unwirtlichem Nieselwetter über den Wandertrieb, und so konnte ich mich doch zu einigen tollen Barfußwanderungen überreden.
Das Gefühl nach 10min barfuß einen Bach zu durchqueren ist zum Beispiel einfach aufregend warm! Auch in Tübingen bin ich in letzter Zeit nur mit Teva an den bloßen Füßen anzutreffen, was immer wieder Anlass zu erstaunten Reaktionen gibt. Samuel

Studierst du dort? Kann ich mir vorstellen, dass du da auffällst, in der Jahreszeit barfuß in Tevas... Hast du eigentlich schon mal 'nen barfüßigen Kommilitonen getroffen? Ich kenne einen, der jetzt auch in TÜ studiert und vorhatte, sein Dauer- Barfuß- Laufen weit in den Herbst respektive Winter hineinzuverschieben. Also, mach's gut und weiterhin erfolgreiches Barfuß - Training. Moritz

Hallo Moritz! Ich studiere tatsächlich in Tübingen (kann man da sonst noch was machen?!) und habe im späten Herbst wirklich einen Barfußläufer gesehen und zwar im Institutsgebäude für Kunstgeschichte und Philosophie. Ich selbst war damals noch nicht so mutig (also Sandalen/Socken) und spreche obendrein nicht gern jemand fremdes an. Ich habe denjenigen also nur still bewundert und bin in meinem Seminarraum verschwunden.
Da es im Gebäude war kann ich nicht sagen, ob jener auch ohne Schuhe hergekommen ist, aber auch so: Respekt!
Viele Füße Samuel

Hallo Samuel, wohnst du unter der Woche auch in TÜ oder pendelst du jeden Tag? Falls ersteres, bestünde ja die Chance, dass wir uns eines Abends mal über den Weg laufen. Ich bin zwar nicht oft, aber gelegentlich mal in TÜ, hab auch Freunde dort. Erkennen würden wir uns allerdings wohl nur, wenn du bis dahin auch die Tevas noch abgelegt hast ... - aber du hast ja noch Zeit, bevor es nicht wieder deutlich wärmer wird, bin ich auch beschuht unterwegs - also eh hoffnungslos.
Ansonsten ist TÜ, finde ich, weit und breit die beste Chance, auf Gleichgesinnte zu stoßen. An halbwegs warmen Abenden war ich eigentlich fast immer nicht alleine barfuß unterwegs und konnte schon manche interessante Barfußerfahrungen austauschen.
Fuß zum Gruß Moritz

Nach einer verhältnismäßig "barfüßigen" Kindheit (das heißt, bis zur Pubertät war es für mich ganz normal an warmen Sommertagen barfuß im Garten zu sein) begann ich, wahrscheinlich aus Gründen der Konvention, immer Schuhe zu tragen. Die Rechnung kam postwendend in Form eines hartnäckigen Fußpilzes. Meine starke Arzneihmittelunverträglichkeit ließ es dann mit den verschiedenen Salben nur noch schlimmer werden. Letztlich war es so weit, dass ich kaum mehr gehen konnte, und die Haut sich am Fuß vollflächig abzulösen begann. Die Salbenverbände waren unerträglich heiß und erst der heranrückende Winter brachte Besserung.
So habe ich die Kälte als Therapeut schätzen gelernt und lief ab da häufig in Sandalen herum. Ein simpler Desinfektionsspray ließ mich dann bis zum Frühjahr vollständig genesen.
Seit der Mittelstufe im Gymnasium war ich dann bekannt/ berüchtigt als "der mit den Sandalen". Selbst im Winter, wenn nicht gerade zehn Zentimeter Schneematsch auf den Wegen lagen, trug ich Birkenstocks mit dünnen Socken. Daran hat sich dann auch im Studium nicht viel geändert.
Was mir nie in den Sinn kam, war die Socken mal wegzulassen oder sogar ganz barfuß zu gehen. (Wer im Winter Sandalen trägt, dem ist es im Sommer darin natürlich recht warm.)
Selbst zu Hause und im Garten hatten meine Füße nach der Kindheit also kaum je den Boden berührt. So war es wieder eine ganz neue Erfahrung für mich, als ich mich 1999 engagieren ließ, im "Simmersfelder Sommertheater" einen Bettelgeiger zu spielen.
Das Stück handelte von der letzten Hinrichtung in Calw im frühen 19. Jhdt. und bei der Kostümprobe stellte sich heraus, dass die Regisseurin detailversessen originalgetreu war. Neben zerlumpten Klamotten und schwarzer Theaterschminke im Gesicht war dann der größte Teil der Truppe barfuß. Ich erinnere mich noch gut an das komische Gefühl, bei der ersten Probe barfuß durch den Wald zur Spielstätte (Freilufttheater auf einer Waldwiese!) zu gehen.
Nach etlichen Wochen Proben und Aufführungen war ich aber zum eindeutigen Barfußfan geworden. Zusammen mit einem elfjährigen Jungen war ich dann der einzige, der bei den Proben auch an den Tagen keine Schuhe trug, wo es abends empfindlich kühl wurde und der Tau in den Wiesen lag, worauf ich schon ein bisschen stolz bin.
Seit der Zeit verstehe ich Kneipps Spruch: "Erwachsene Leute der ärmeren Klassen, insbesondere auf dem Lande, brauche ich nicht zu ermahnen; dieselben gehen viel barfuß und beneiden nicht den reichsten Städter um seine vornehmen, ausgeschnittenen oder nicht ausgeschnittenen, lackierten oder geschnürten Fußfoltern, die pressenden und die Füße fesselnden Schuhe und Strümpfe."
Eine kleine Umfrage unter den Mitspielern ergab, dass viele, die barfuß gespielt hatten, erstaunt waren, den folgenden Winter mit wesentlich weniger Erkältungen überstanden zu haben als sonst. Wenn das mal kein Argument für das Barfußlaufen ist!
Seit der Zeit war das Barfußlaufen meine heimliche Liebe, und im Sommer 2000 ließ ich öfter die Socken fort (aber kaum in der Öffentlichkeit) und ging im Wald gelegentlich wieder barfuß.
Dann fand ich im frühen Herbst das Barfußforum, von eurem Pioniergeist ließ ich mich sofort anstecken und begann mit intensives Barfußwandern. Im Winter habe ich mich dann auch nur mit Sandalen an den bloßen Füßen in die Stadt getraut und genieße mittlerweile die Blicke meiner Mitmenschen von ver- bis bewundernd bis hin zu entsetzt.
Meine Standardfrage, wenn mich jemand anspricht, ist zur Zeit : "Tragen sie Handschuhe? Und was ist der Unterschied zwischen Händen und Füßen?" Dazu verweise ich auf die gesundheitlichen Vorteile der Abhärtung, aber bei den meisten habe ich nicht den Eindruck, dass sie es demnächst ernsthaft ausprobieren werden. Die Angst vor der Kälte sitzt wohl zu tief im verweichlichten Körper ... 
Dank meiner Grippe hatte ich Zeit, Zitate aus meinen Kneipp - Büchern abzutippen und als HTML zu gestalten. Dazu habe ich das Fotoalbum meiner Großeltern nach nackten Füßen durchstöbert (leider recht magere Ausbeute, wenn man sich vor die Kamera stellte gehörten wohl Schuhe dazu).
Seit heute findet ihr auf meiner HP ("Barfuß" in der Sitemap und dann unten an der Seite) die wahrscheinlich vollständigste Zitatsammlung des großen Barfuß - Vorkämpfers.
Aus seinen drei Hauptwerken habe ich teils ganze Kapitel abgeschrieben, die ich in nächster Zeit noch mit ein paar Bildchen von mir selbst (leider alle auf Dia und deshalb ist erst ein Besuch beim Foto - Shop nötig) ergänzen werde. 
Heute war ich auch zum Ersten mal wieder eine Viertelstunde barfuß im Garten, mit der Grippe war es immer nur ca. eine Minute. Wie haltet ihr es bei akuter Grippe mit dem Barfußgehen?
Viele Füße Samuel

Hallo Samuel, wirklich eine schöne Homepage - und vor allem echt interessante Themen!!
Dein "Mut" ist aber auch zu beglückwünschen: nach so kurzer Zeit bist du nun schon in aller Öffentlichkeit "bekennender Barfüßer"! Nur weiter so - dann läufst du bestimmt diesen Sommer ganz locker barfuß durch TÜ und wirst für den Rest des Studiums als "der ohne Schuhe" bekannt ...
Nein, aber ganz im Ernst, mich beeindruckt es immer wieder, wenn Leute, die vor relativ kurzer Zeit mit Barfußlaufen nichts am Hut hatten, so schnell die "Kurve kriegen", nicht lange überlegen, was andere denken/ sagen usw., sondern das tun, was ihnen wohl tut und Spaß macht.
Weiterhin viel Spaß mit der Homepage und natürlich beim winterlichen Barfußtraining im Garten!! - und vielleicht treffen sich ja mal unsere unbeschuhten Füße in TÜ ...
Gruß Moritz

Da fällt mir das Abschlussfest meines Sommertheaterstücks (ich habe schon darüber berichtet) ein. Nach der letzten Vorführung ist es üblich noch etwas zu feiern, und da ein wunderschöner Mond über der Wiese stand und aus den noch nicht abgebauten Lautsprechern ziemlich alternative Ethno - Musik (ich stehe ja sonst mehr auf Barock...) kam, begannen einige Schauspieler, meistens vom Spielen her noch barfuß, in die Wiese hineinzutanzen.
Das Gefühl war einfach unbeschreiblich angenehm!!! Außenstehende hätten wahrscheinlich an irgendeine schamanische Performance gedacht oder an einen Elfentanz (ich wäre dann eher ein Kobold gewesen) ;-)
Meine regelmäßigen Barfußspaziergänge im letzten Herbst waren aus Zeitgründen, und um nicht so vielen Leuten zu begegnen, meist auch am späten Abend und da ist es natürlich etwas ganz anderes im Licht des Mondes unterwegs zu sein, als mit einer trüben Taschenlampe. (Zur Zeit laufe ich am Tag, aber viel zu selten)
Leider fehlt mir noch die weibliche Begleitung für solche romantischen Ausflüge, und hier im Forum hat Mann ja auch kaum Chancen, auf eine solche zu treffen :-(
Also vielleicht lade ich euch ja mal im nächsten Sommer zu einem Barfuß-Tanzfest auf eine vollmondbeschienene Schwarzwald-Waldwiese ein?!
Sonst müsst ihr es halt alleine mit dem Walkman ausprobieren.
Viele Füße Samuel

Extremismus ...
werden mir jetzt einige vorwerfen, wenn ich erzähle, dass ich gerade bei 9 Grad eine gute halbe Stunde meinen barfüßigen Abendspaziergang durch den Wald gemacht habe, und nach der Hälfte hat es auch noch ordentlich angefangen zu regnen.
Kalt war es aber (dank Wintertraining!) überhaupt nicht und Spaß gemacht hat es wirklich auch.
Das Gefühl von regengetränktem Boden ist einfach schwer zu übertreffen (höchstens von nassem Moos) und man bleibt bei solchem Wetter ja glücklicherweise allein im Wald, sonst müsste man wohl noch ein Riechfläschchen mitnehmen, um die ohnmächtigen Spaziergänger wieder auf die Beine zu bringen. Oder es kippt noch einer unfreiwillig aus den Latschen... ;-)
Viele Füße
Samuel
PS: Dass ich keine Regenjacke dabei hatte, war wirklich nicht extremistisch sondern einfach dumm ...

Hallo zusammen, ich habe mich auf den Seiten der Kneipp-Werke umgesehen und war verwundert, dass das Barfußlaufen dort fast nicht erwähnt wird. Darauf habe ich eine Mail geschickt, worin ich meine Verwunderung über diesen Umstand ausgedrückt habe und auf die Bedeutung des Barfußlaufens als einfachste Abhärtung ganz nebenher hingewiesen habe.
Leider habe ich den Wortlaut der Mail nicht mehr, ich weiß aber noch, dass "ich nicht hoffe, sie würden das Barfußlaufen nicht deshalb unterschlagen, weil es dabei nichts zu verkaufen gibt."
Dann habe ich kurz von meinen guten Erfahrungen mit dem Barfußlaufen berichtet und erwähnt, dass es neben der Gesundheit einfach Spaß macht, und bekam jetzt diesen Brief (inklusive Badesalz-Probe):
"Sie haben vollkommen Recht, Barfußlaufen als Kneippsche Anwendung ist etwas in Vergessenheit geraten. Ich werde daran denken, wenn wir demnächst kneipp.de umgestalten um noch anwendungsfreundlicher zu sein. Dann sollten auch Erfahrungen wie die Ihre zu Wort kommen!"
Na, wenn das mal kein Erfolg ist! Viele Füße Samuel

Toll, dass Du denen geschrieben hast, hab mich auch schon genervt.
Aber selbst unser lokaler Kneippverein hier in Bern hat das Barfußgehen als Vorbeugungsmittel und seine präventiv medizinische Wirkung leider vergessen. Ich selbst kam eigentlich wegen Kneipp zum regelmäßigen und ganzjährigen barfuß gehen. (Im Winter allerdings nur im Minutenbereich auf dem nahegelegenen Sportplatz.)
Hoffen wir, dass Dein Brief Wirkung zeigt! füßlichst Marc

Hab mal wieder an meiner HP gebastelt und eine bilderlose und gezippte Fassung (Buch zwei wurde auch ergänzt) der Kneipp-Texte zum Download bereitgestellt. Mit nur 25 kB seid ihr dann im Besitz der vollständigen Barfußauszüge aus allen wichtigen Schriften dieses frühen Barfuß - Freaks.
Ihr könnt dann sowohl bequem offline lesen, als auch jederzeit Zitate rauskopieren (frei verwendbar, da ungeschützte Originaltexte von ~1890).
Viele Füße
Samuel

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Samuels Barfußerfahrungen an Tübingens Universität
(Forumberichte seit Frühling 2001)

Jetzt muss ich doch mal wieder einen längeren Beitrag schreiben, denn es hat sich einiges getan.
Was meine eigene Barfüßigkeit angeht habe ich meine Hemmungen überwunden und gehe im Tübinger MuWi- Institutsgebäude barfuß (an heißen Tagen ziehen in der Bibliothek die meisten (v.a. weiblich) ihre Schuhe aus und gehen dann auch mal so zum Regal oder zum Kopierer).
Es hat mich noch keiner blöd angesehen, aber ich bin schon gespannt, wann ich meinem Professor zum ersten Mal so über den Weg laufe... ?
Und dann hat die Universität Anfang Mai zwei Brunnen vor der neuen Aula gebaut, die mit einem 30cm breiten Rand (abgeschrägte Kanten) und ebenfalls 30cm tiefer das kristallklare Wasser (dank starkem Umsatz) geradezu danach verlangen, die Füße reinzuhängen.
An den kühleren Tagen war ich fast der einzige, aber wenn die Sonne scheint sieht man jetzt regelmäßig Studenten beim Fußbad. Die meisten ziehen dann aber wieder Schuhe an, wie ich im Normalfall auch (Es ist mir einfach noch zu dreckig).
Neulich saß ich Abends gegen halb 9 am Brunnen, als ein Pärchen kam und der Lover (wahrscheinlich Türke ca. 25) seine Schuhe auszog und die Füße ins Wasser hängte. Er war aber wohl von der Sorte, die ihre Schuhe normalerweise nur fürs Bett ausziehen, denn er hielt es nicht einmal wenige Sekunden im Wasser aus, und ich saß schon eine gute viertel Stunde da. Seine Freundin schien sich in ihren modischen Plastiksandalen nicht richtig wohl zu fühlen, denn sie sagte "Das ist genau das, was ich brauche" und stieg mitsamt(!) den Sandalen in den Brunnen. Es schien ihr angenehm zu sein, denn erst nachdem der Hausmeister sie wegen ihrem ausgelassenen rumspritzen auf die Gefahr hinwies, dass Kinder sich ein Vorbild daran nehmen könnten und verunglücken, war ich wieder alleine (gegen das einfache Beine reinhängen bestehen von dieser Seite offensichtlich keine Bedenken!!).
Vor drei Tagen dann saß ich wieder am Brunnen und ein älterer (! schätzungsweise zwischen 40 und 50) Barfüßer kam und setzte sich auch an den Brunnen. Er rieb und schwenkte seine Füße, um sie sauber zu machen und ging dann barfuß weiter.
Im übrigen bin ich auch an den kühleren Tagen demonstrativ dort gesessen, denn ich dachte mir, wenn man es zur Mode machen kann, dann traut sich keiner, Müll reinzuwerfen. Und das Vorbild hat Schule gemacht!
Also wenn ihr nach Tübingen kommt, lasst die Brunnen bei eurer Barfußtour nicht aus!
Viele Füße
Samuel

Heute habe ich mich aufgerafft und bin zum ersten mal in Tübingen ganz ohne Sandalen losgezogen. Es war ziemlich trübes Wetter mit Nieselregen als ich zur Cafeteria ging, um mir mein Frühstück einzuverleiben. Auf dem Weg haben nur sehr wenige meine Füße überhaupt bemerkt, Kommentare gab es gar nicht. (Eigentlich war ich schon etwas enttäuscht!)
In der Cafeteria musste ich dann grinsen, weil ein Herr (schätze 40-50) mit völlig durchnässtem Socken ratlos seinen Schuh in der Hand hielt, von dem sich teilweise die Sohle gelöst hatte. Ich war dann leider nicht schlagfertig genug ihm einfach das Barfußlaufen zu empfehlen.
Nachdem ich noch zur Bibliothek gegangen bin machte ich mich wieder auf den Heimweg, wo es dann passierte: Ich trat in ein Glasstückchen (ca.2 auf 2mm groß). Wahrscheinlich hat es sich durch meine Angewohnheit, wenn ein Steinchen an der Sohle "klebt" mit dem Fuß über den Asphalt zu streichen, flach in die Haut hineingeschoben. Ich ging dann auf dem Vorderfuß weiter (das habe ich glücklicherweise bei Waldspaziergängen schon öfter geübt, sonst hätte ich wohl Muskelkrämpfe bekommen) und zog die Scherbe daheim raus. Der Riss ist jetzt aber schon wieder verschlossen.
Also es hat einfach Spaß gemacht, so herrlich nass und kühl.
Viele Füße, Samuel
PS: Als ich gestern nacht barfuß vom Auto zum Haus lief, sah mich ein studentisches Pärchen und ich hörte, wie sie sagte "Barfuß, das wär's jetzt". Gemacht hat sie es dann aber doch nicht.

Glückwunsch zu deinem "Mut"!
In Tübingen ist es ja tatsächlich nicht soooo total ungewöhnlich, barfuß rumzulaufen. Aber was mich jetzt ein bisschen erstaunt - du hast dir ausgerechnet einen der kühlsten Tage ausgesucht... wo man ja barfuß schon noch etwas mehr auffällt als bei 30 grad und Saunawetter.
Aber das spricht ja für dein ausgereiftes Barfuß- Selbstbewusstsein.
Wünsch dir viel Spaß bei den sicherlich anstehenden Wiederholungen deiner Barfußtouren und stabile Fußsohlen- damit du die nächsten Scherben locker "wegsteckst".
Barfüßige Grüße ins nahe Tübingen
Moritz

[ In Tübingen ist nicht soooo total ungewöhnlich, barfuß rumzulaufen]
Stimmt, ich sehe eigentlich regelmäßig (verschiedene) Barfüßer, und einen Einzelnen regelmäßig.
[ was mich jetzt erstaunt - hast dir ausgerechnet einen der kühlsten Tage ausgesucht]
Das liegt wohl daran, dass ich das Forum im letzten Herbst gefunden habe und einfach kein Halbes Jahr bis zum Ausprobieren warten wollte. Ich bin jetzt ein eindeutiger Kälte-Barfüßer und bei unter 10° wird's erst richtig witzig. (unter null hatte ich allerdings noch deutliche Probleme)
[ viel Spaß bei anstehenden Wiederholungen deiner Barfußtouren und stabile Fußsohlen]
Danke für die Ermutigung! Ich werde wohl einfach ein bisschen Vorsichtiger sein wenn mal etwas piekst (meine Faustregel ist: wenn ein Steinchen zum dritten Mal an der gleichen Stelle piekt ist Gefahr im Verzug)
Viele Füße, Samuel

[ sehe regelmäßig (verschiedene) Barfüßer, und einen Einzelnen regelmäßig]
Ist das zufällig ein sehr schlanker, ca. 1,80 m großer, nicht mehr ganz junger Student mit Glatze?
Würd mich nur interessieren, weil ich in Stuttgart letztes Jahr ein paar Mal mit einem gesprochen hab, der jetzt in TÜ studieren müsste und schon damals fast immer (bis November oder so) barfuß ging.
Leider hab ich ihn seither nicht mehr getroffen.
Gruß, Moritz

Das könnte passen! Ich sehe ihn übrigens regelmäßig in der "alten Burse", das heißt er studiert Philosophie oder Kunstgeschichte. Im Haus habe ich ihn auch im Januar barfuß gesehen. Dieser Mut (den Profs gegenüber) hat mich sehr beeindruckt!
Viele Füße, Samuel

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