Winter, Nacht, barfuß und Polizei - ein eher ungutes Zusammentreffen ?
(Forumbeiträge seit Winter 1999 / 2000)

Ich verfolge diese Homepage seit einiger Zeit und lese mit Interesse eure Beiträge.
Gestern hatte ich ein Erlebnis, das ich euch nicht vorenthalten möchte. Als ich gegen 2:00 Uhr nach hause ging ( Freundin ) und es nicht besonders kalt war, zog ich meine Schuhe und Socken aus und ging barfuß. Der Boden ist glücklicherweise nicht mehr so kalt und gefroren wie im Dezember.
Das Gefühl, barfuß auf den Beton zu gehen war einfach super. Als ich etwa 5 Minuten unterwegs war, hielt plötzlich ein Wagen vor mir an und zwei Männer stiegen aus dem Auto. Es war eine Zivilstreife, die meinen Ausweis verlangten. Als sie sahen, dass ich barfuß unterwegs war, fragte mich der eine, ob das ein religiöser Trip, eine Art Bekennung oder ob ich in Behandlung sei (?). Dann fragte mich der andere, ob ich was am Kopf habe oder mir sonst irgend etwas fehlt. Ich sagte: "nein" und meinte, dass es entspannend sei, und das Gefühl dabei super. Doch er verneinte und antwortete mir, wenn jemand am 14 Febr. barfuß durch die Nacht läuft, dann kann er eigentlich gar nicht normal sein. Der eine meinte dann noch, ob ich vielleicht ein Balkonkletterer (Spanner) sei. (Ich war vielleicht verdutzt) Der andere sagte dann, dass ich nun Registriert sei und ich meine Schuhe sofort anziehen sollte. Ich zog (irgendwie) eingeschüchtert meine Schuhe an und unsere Wege trennten sich. Bevor sie einstiegen sagte einer der beiden, ich solle keinen Blödsinn anstellen, weil ich ja jetzt "registriert sei". Dann fuhren sie weg und ich ging den Rest des Weges mit Schuhen an den Füßen nach hause.
Ich finde es einfach unfair und eingrenzend. Soll das etwa heißen, dass Barfußgeher automatisch pervers oder sexuell anders veranlagt sind als andere. Mfg euer neuer Forumfan MICK

Hallo Mick, also ich kann nur folgendes raten: falls Du den Namen der Polizisten oder deren Revier kennst, unbedingt beim Vorgesetzten beschweren!
Einen solchen Blödsinn habe ich noch nie gehört, dass man aufgefordert wird, seine Schuhe anzuziehen. Was hätten denn die Herren in Grün getan, wenn Du keine Schuhe dabei gehabt hättest? Inhaftiert? Strafzettel? Schuhe ausgeliehen?
Mich würde echt interessieren, auf welcher rechtlichen Grundlage diese beiden Polizisten agierten!
Gruß Bernd (KA)

Dienstaufsichtsbeschwerde. Mein Tipp, probier es damit. Geh auf das entsprechende Revier und suche die zwei Polizistengesichter. Sogleich gehst Du zum Chef und richtest augenblicklich diese Beschwerde.
Weißt Du was mit den beiden Wachtmeistern passiert? Die haben garantiert nichts mehr zu lachen.
MFG Markus (malo)

1) was geht das die überhaupt an ? Ausweiskontrolle können sie wann und wo sie wollen, aber in das Barfußlaufen haben die sich nicht einzumischen, genauso wenig wie man jemand vorschreiben kann ob er/sie einen Hut zu tragen hat...
2) es würde mich interessieren, wo diese erzkonservativen Polizisten herumlaufen ? Welches Bundesland ? Land oder Stadt ? steveh

Hallo Mick, was Du erlebt ist unglaublich. Lege bei der Dienststelle dieser "Ordnungshüter" Beschwerde ein. Und bestehe darauf, dass Du in keiner Form registriert bleibst. In Deinem Interesse und im Interesse aller Barfußläufer sollten solche Beamten einen Denkzettel bekommen. Machs gut Dominik

Hat man Dir gesagt, gegen welches Gesetz aus unserem umfangreichen Paragraphendschungel Du verstoßen hast und Dir mitgeteilt ob Du jetzt eine Straftat oder eine Ordnungswidrigkeit begangen hast ?
In Amerika beispielsweise ist das Stillen eines Kindes in der Öffentlichkeit eine gesetzeswidrige Entblößung und stellt einen Straftatbestand dar. Vielleicht gibt es ja bei uns auch solche Gesetze zum Thema "Barfußlaufen im Winter" ...
Das Erlebnis bestätigt wiederum meine persönliche Hemmschwelle, barfuß bei diesen Temperaturen gesehen zu werden. Lothar

Mir ist in Wien vor 3 Jahren im April untertags was Ähnliches passiert.
Es hatte 5 Grad und hie und da gab's ein paar Schneeflocken. Eine Polizeistreife hielt an, kontrollierte meinen Ausweis, und checkte, ob ich wegen irgendwas registriert bin (was meinetwegen noch ok ist).
Sie fragten, warum ich das tue. Ich hab auch mit angenehm, etc. argumentiert, worauf sie letztlich zueinander meinten: "Wenn's ihm Spaß macht...", und ich schließlich gehen konnte. Ansonsten bin ich seither nur einmal letzen Herbst von Polizisten angesprochen worden (ob mir denn nicht zu kalt sei). Ich will nichts verschreien, aber alle anderen haben auch bei 0 Grad teilweise zwar intensiv gestarrt (sowohl aus fahrenden Streifen als auch zu Fuß), mich aber sonst ignoriert, wie sich's gehört.
Wo wohnst du denn? Gab's nicht in Bayern sogar mal einen Fall, wo ein Bloßfüßiger im Winter eingeliefert wurde? Ich wette, du hast dir vor lauter Stutzigkeit keine Dienstnummern geben lassen, oder die Autonummer aufgeschrieben?
Das Dumme ist, dass Polizisten halt fast immer behaupten können, was sie wollen. Und wenn man sich dann beschwert, dann streiten sie's schlimmstenfalls ab, bevor ihnen was passiert. Es gibt halt wie überall schwarze Schafe, nur diese sind in dem Fall besonders mächtig, besonders wenn sie von ihren Vorgesetzen auch noch gedeckt werden... . Ciao and bye, (:Clemens:)

Ich bin zwar kein Strafrechtler, sonder derzeit heftig überlasteter Wirtschaftsanwalt (deshalb habe ich auch in den letzten Monaten das Forum eher selten besucht und auch diverse E-Mails nicht beantwortet, zumal es wegen Umzug u.a. technische Problem gab, sorry), aber etwas über Standard - Vorgehensweise der Polizei weiß ich auch:
1. Die Beamten haben jemanden gesehen, der im Februar nachts barfuß geht und aus ihrer beschränkten Weltsicht heraus das für verdächtig gehalten.
2. Sie haben daraufhin eine Kontrolle durchgeführt.
3. Da sie nichts konkretes feststellen konnten, aber immer noch dachten, dass etwas nicht stimmen könnte, haben sie dich eingeschüchtert mit diesem "registriert sein" und so, damit du dich, falls du denn etwas verbotenes vorgehabt hättest, dich möglichst nicht mehr traust.
4. Wenn in dieser Nacht in der Gegend irgendetwas passiert wäre, etwa tatsächlich ein Spanner aufgetaucht oder so was, hätte ein Polizist seine Beobachtung mit dem Notizzettel mit Namen und Adresse wahrscheinlich zur Überprüfung an die ermittelnden Kollegen weitergeleitet.
5. Da aber nichts passiert ist (denke ich doch) ist es äußerst unwahrscheinlich, dass einer der Beamten sich tatsächlich die Mühe gemacht hat, hier irgendeinen Aktenvermerk anzulegen. Polizisten haben viel zu tun und hassen es in ihrer großen Mehrheit Berichte zu schreiben. Üblicherweise werden nicht einmal zu Kleinunfällen mit geringem Blechschaden ohne Verletzte Akten angelegt, selbst wenn die Polizei gerufen wurde.
6. Dass du also tatsächlich registriert bist, ist gelinde gesagt äußerst unwahrscheinlich. Dass du es wirst, wenn du jetzt, wie einige hier empfehlen, einen Aufstand wegen der Sache veranstaltest, dich beschwerst, Dienstaufsichtsbeschwerde einreichst und was nicht alles, ist dagegen sehr wahrscheinlich. Und wenn du einmal als Sonderling und Querulant giltst und du brauchst dann mal wirklich die Polizei, hast du ein echtes Problem. Deshalb mein guter Rat: Lass es!
7. Zum Abschluss: Die Aufforderung, die Schuhe wieder anzuziehen, basiert auf der in den Polizeigesetzen aller Länder verankerten sogenannten Generalklausel zur Gefahrenabwehr. Danach ist die Polizei berechtigt, jede Maßnahme anzuordnen, die zur Abwehr einer Störung der öffentlichen Sicherheit erforderlich ist. Störung der öffentlichen Sicherheit ist dabei alles, was irgendwie zu einem Schaden führen könnte, auch zu einem Gesundheitsschaden des von der Maßnahme Betroffenen selbst.
Wenn also die Polizisten - die sicher Lorenz' Fußgesundheitsseite und andere einschlägige Veröffentlichungen nicht kannten - wie der Großteil der Bevölkerung davon ausgegangen sind, dass barfußgehen bei niedrigen Temperaturen zu schwersten Erkrankungen führen kann, sahen sie aus Ihrer Sicht die öffentliche Sicherheit gefährdet und mussten eben einschreiten.
Der Vorfall ist also bei weitem nicht so ungewöhnlich oder empörend, wie er hier hochstilisiert wird, sondern liegt absolut im Rahmen dessen, womit man in Deutschland, wenn man in der Öffentlichkeit barfuß geht und es nicht gerade Hochsommer ist, einfach rechnen muss.
Ich befürchte auch, dass sich daran in nächster Zeit nicht allzu viel ändern wird, weshalb ich ja auch, wie ich hier bereits geschrieben habe, es tunlichst vermeide, mich in der Öffentlichkeit barfuß blicken zu lassen, da das für mich geradezu beruflicher Selbstmord wäre. Grüße Oliver S.

Hallo Oliver, Danke für die Beratung! In den wirklich seltenen Fällen, in denen man (bei uns in Mitteleuropa) wegen Barfußgehens kritisiert wird, ist es gut, wenigstens grob über die Rechtsgrundlagen Bescheid zu wissen -- und realistisch zu bleiben.
Und man muss sich auch klar sein, dass Polizisten keinen einfachen Dienst haben und unverhältnismäßig oft mit gestörten bis gemeingefährlichen Menschen zu tun haben. Wenn man also davon ausgehen kann, dass Polizisten Anordnungen zur Abwendung von Gefahren treffen dürfen, ist dies dieselbe Situation wie mit dem Werksschutz meiner Firma, der verantwortlich gemacht werden könnte, wenn er mich barfuß ins Werk ließe und mir etwas passieren würde. Man muss also die Situation der "Ordnungskräfte" auch im Auge haben. Und gelegentlich für ein paar Minuten nachzugeben ist kein großes Opfer (z.B. vom Werkstor bis zum Arbeitsplatz mit Birkenstocks radeln, auch wenn das eigentlich gefährlicher ist).
Ordnungshütern kann man sicherlich in aller Ruhe sagen, dass man systematisch Barfußgehen praktiziert und die Erfahrung macht, dass das auch im Februar ohne weiteres geht -- und dass man ansonsten ja warm genug angezogen ist. Das wird sie beruhigen, und wenn man keine Kraftproben heraufbeschwört, werden sie noch viel gelassener sein!!
Und jetzt noch etwas ganz Persönliches: Es freut mich, dass Du wieder schreibst, das tut gut, nach dem Vandalismus, dem dieses Forum in den letzten Tagen ausgesetzt war. Dass Dein Job wichtiger ist als meiner, musst Du eben in Deinen Schuhen büßen *grins*.
Aber vielleicht treffen wir uns mal in den Barfußparks von Dornstetten oder Bad Sobernheim? Da würden auch Deine Klienten dringend von Dir erwarten, dass Du barfuß gehst.... Herzliche Füße, Lorenz

Wenn ich den Punkt 7 richtig interpretiere, könnte also jemand der zu dieser Jahreszeit ein kleines Kind barfuß auf dem Arm trägt polizeilich angewiesen werden, dem Kind Schuhe und Strümpfe anzuziehen. Es schließt sich für mich schon seit längerem die Frage an, inwieweit man Eltern das Sorgerecht entziehen könnte oder sie wegen Kindesmisshandlung anzeigen könnte, wenn diese es wagen würden, Kinder zur Winterzeit barfuß auf dem Arm zu tragen.
Da es amerikanische Polizisten offensichtlich nicht stört, wenn dort Kinder zu dieser Jahreszeit in kurzen Hosen oder T-Shirt unterwegs sind, oder von Ihren Eltern ohne Schuhe nur mit Socken auf dem Arm getragen werden scheint dort die Gesetzgebung eine andere zu sein. (Beobachtungen im amerikanischen Wohngebiet, als dieses noch frei zugänglich und keine Festung war bzw. in der Stadt Bamberg bei diversen englischsprachigen Staatsangehörigen)
Leider wurde mir diese Frage auch von unserem Justizministerium nicht zu meiner Zufriedenheit beantwortet. Ich weiß nicht, ob ein überlasteter Jurist noch dazu ohne Honorar hier nochmals bereit ist, eine Antwort zu geben. Ich wäre dafür sehr dankbar. Vielleicht interessiert diese Frage ja auch noch andere Forumsteilnehmer, insbesondere die mit Kindern.
Auf Grund der derzeitigen großen Aktivitäten von Anlagebetrügern und Politikern wundert es mich nicht, dass ein Wirtschaftsanwalt derzeit sehr gut ausgelastet ist. Dies veranlasst mich aber zu einer anderweitigen Denkweise. Leider bin ich im Angestelltenverhältnis in der Finanzdienstleistungsbranche tätig. Wäre ich mutiger und würde mich selbständig machen, könnte ich mir sehr gut vorstellen, hier genau das gegenteilige Outfit zu wählen, wie dies in der Branche üblich ist und dies dann Werbewirksam auszuschlachten nach dem Motto Wollen Sie eine ordentliche Beratung oder ein perfektes Outfit. Da könnte man vielleicht auch mit barfuß Werbung machen wie das Roland Schorno auch schon festgestellt hat, dass er sein Barfußtum für seinen Laden nicht werbewirksam genug ausgeschlachtet hat. Lothar

Hi! Zuerst mal folgendes: Ich besitze einen Radio - Scanner könnte damit den Polizeifunk abhören, wenn es nicht verboten wäre :-)
Da es aber verboten ist, halte ich mich mal im Konjunktiv :-)
Also, wenn ich eben den Polizeifunk gehört hätte, hätte ich folgendes Gespräch mithören können: Leitstelle an Streifenwagen: "XX/XX, fahren sie mal YYYYYY-Str., ein Bürger meldet ein junger Mann läuft dort barfuß."
KFZ: "Was hat der denn gemacht?"
Leitstelle: "Nichts, der läuft barfuß"
KFZ "Ist das jetzt verboten?"
Leitstelle: "Nein, aber wenn der Bürger sich bedroht fühlt, müssen wir da eben hinfahren"
...nach einiger zeit:
KFZ: "Wir haben den Mann überprüft, da ist alles negativ, der läuft nur gerne barfuß, er hat uns versprochen, nächstes mal Schuhe anzuziehen."
... ist doch einfach Wahnsinn, für was für einen Scheiß die Leute die Polizei rufen ... ich kann's einfach nicht glauben ... Wahnsinn ... barfuß ist so ungewöhnlich, dass da tatsächlich jemand die Cops ruft ... und woanders wird in der zeit eingebrochen ...
Na ja, ich dachte, ich sag's euch mal ... Ciao! Timu

Ist mir auch schon mal passiert. Ich laufe im Dunkeln von einem Haus zum nächsten, weil ich die Hausnummer vergessen hatte, und anschließend ca. 600 m zu meinem Auto zurück.
Die ganze Zeit die Polizei im Schritttempo hinter mir her.
Ich bleibe stehen, sie bleiben auch stehen. Irgendwann frage ich, "ist was?"
Polizei: "Sie haben Ihre Schuhe vergessen";
ich: "nein, habe ich nicht".
Ich gehe weiter, die Polizei wieder hinter mir her. Am Ende steige ich ins Auto, fahre los - die Polizei hinterher.
Hat eine Weile gedauert, bis sie sich von mir trennen konnten. Gruß, Kai (VS)

Ich ging heute Nacht zum Briefkasten, einen Brief einwerfen. Der nächstgelegene Briefkasten ist weit, ein idealer Spaziergang. Auf halben Wege zum Briefkasten begrüßten mich zwei Polizeibeamte im Streifenwagen. Ich blieb stehen und grüßte ebenfalls. :)
Einer der Beamten fragte mich, ob sie mir helfen könnten. Ich antwortete nein, ich sei auf dem Weg zum Briefkasten und zeigte meinen Brief den ich in der Hand hielt.
"Ja weil sie haben keine..." entgegnete der Beamte im Streifenwagen und schaute hinab zu meinen Füßen."
"Das ist gesund :)" antwortete ich, bedankte mich, und durfte weiter meines Weges gehen.
Der Streifenwagen ist mir auf dem Weg zum Postkasten noch zwei Mal begegnet, ich wurde aber nicht weiter behelligt.
Nun war ich schon einige Male bei Nacht barfuß unterwegs, aber noch nie hat mich eine Polizeistreife angesprochen. Es ist natürlich ein gutes Gefühl, auch nachts nicht allein gelassen zu sein. Dennoch machte ich mich nach Briefeinwurf wieder auf den Rückweg, da ich für den Moment nun keine Lust mehr hatte, weiter zu laufen. :( 
Markus (ME)

Hallo Markus,
die Tatsache, dass der Streifenwagen Dir mehrmals begegnete (ich gehe davon aus, dass es sich immer um denselben handelte), ist ein Zeichen dafür, dass die Polizisten Dir nicht glaubten und dass sie die Sache mit dem Brief nur als Vorwand sahen. Vermutlich suchten sie einen Grund, Dir eine Strafe aufzubrummen. Dieser Grund war allerdings nicht gegeben, da weder das Barfußlaufen, noch das Einwerfen von Briefen eine strafbare Handlung ist.
Mitfreundlichen Grüßen
Michael aus Zofingen

Die Grundlage des Polizeirechts, das übrigens Landesrecht ist, ist die Gefahrenabwehr. Die Polizisten suchten gewiss nicht nach einem Vorwand, um Markus (ME) eine Strafe aufzubrummen, sondern wollten nur sichergehen, dass alles in Ordnung sei. In diese Richtung geht auch die Frage, ob sie helfen könnten. Es kam den Polizisten vermutlich ungewöhnlich vor, dass jemand nachts unterwegs ist, und deshalb wollten sie sich vergewissern, dass diese Person nicht geistig verwirrt oder sonst wie hilflos durch die Nacht irrt, weil das für betroffene Personen fatale Folgen haben kann.
Natürlich ist es äußerst unangenehm, dass nächtliches Barfußlaufen für manche Polizisten anscheinend ausreichend ist, um einen Verdacht der Hilflosigkeit oder geistigen Verwirrtheit zu erregen, aber den kann man ja erfolgreich ausräumen, wie das im vorliegenden Falle auch geschehen ist. Denkbar ist auch, dass bei den Polizisten eine gewisse heimliche Faszination im Spiele war, aber der Gedanke der Gefahrenabwehr wird sicherlich im Vordergrund gestanden haben!
Ich selbst bin gottlob nachts noch nicht der Polizei begegnet, auch nicht im Winter, und tagsüber bin ich auch dann nicht von der Polizei angesprochen worden, wenn ich mitten unter ihren Augen vorbeilief, und ich hoffe, dass das auch so bleibt. 
Den Zivilfahndern vom Bundesgrenzschutz zu begegnen, ist übrigens weitaus unangenehmer, wie ich aus Erfahrung weiß, denn die überprüfen barfüßige Personen garantiert (was mich aber nicht davon abhält, weiterhin barfuß unterwegs zu sein).
Also, lasst Euch nicht beirren, und Bangemachen gilt nicht.
Barfüßige Sommergrüße,
Markus U.

Ist schon eigenartig: Räuber, Mörder, Betrüger, Unfallflüchtige etc. haben eine ganz bestimmte Eigenart: Sie sind barfuss! Deswegen werden Barfüßige auch von Polizeistreifen angehalten, da sich Menschen durch ihre Barfüßigkeit verdächtig machen.
Interessant!
Also wichtiger Tipp an alle Kriminellen, oder die, die es werden wollen: Lasst um Himmels willen Eure Schuhe an!
nikolaus

Hallo,

dem Best of! habe ich es zu verdanken, zu wissen, dass auch die Polizei sich für das Thema interessiert. Die Hinweise waren nützlich und haben mich darin bestärkt, etwaige Kontrollen positiv und gelassen zu sehen.
Neulich auf dem Weg nach Hause hielt mich eine Streife 50 Meter vor meiner Haustür an. (Das konnten sie natürlich nicht wissen und dass ich nicht zu ihrer Zielgruppe gehöre, schon erst recht nicht.) Überprüfung der Personalien (War wohl 'ne Aktion an dem Abend ...) und eine kurze Frage, ob ich mit Absicht barfuß sei. Das war's. 
Heute wurde ich wieder angehalten. Freundliche Frage, ob ich absichtlich bei diesem Wetter barfuß sei. Ich nahm mir die Zeit, ihnen Hintergründe und Zusammenhänge zu erklären. Sie waren genauso erstaunt, wie ich es vor einem Jahr gewesen wäre, und gingen - um eine Erfahrung reicher-- weiter ihrer Arbeit nach. 
Um zu verhindern, dass dieser Beitrag Reaktion der Art "Wie kann die Polizei ...?" auslöst, noch ein paar Kommentare von mir: 
- Die Infos im Best of! waren hilfreich (s.o.!). Außerdem entspricht dieser Kommunikationsstil ohnehin meinen Usancen. 
- Ich hatte nicht das Gefühl, ungebührlich behandelt zu werden. Im Gegenteil habe ich mich über das Interesse gefreut. 
- Im letzten Winter hat jemand in Dortmund nach zuviel Alkoholgenuss auf einer Party sein Nachtquartier --bei Frost-- auf einem Acker genommen. Gerettet wurde er nur, weil er (a) vermisst wurde und (b) ihn die Polizei mit IR-Kameras aus Hubschraubern suchte und fand. Daher finde ich es gar nicht schlecht, wenn man Leute, von denen man aufgrund seiner bisherigen Erfahrung annimmt, dass sie sich ggf. selbst Schaden zufügen könnten, fragt, ob sie wissen, was sie tun. Ich werde jedenfalls solche Kontakte nutzen, um für meine Sicht der Dinge zu werben. 
Mit barfüßigen Grüßen, 
Rainer aus Dortmund

Es ist meist das gleiche: Wie man in den Wald ruft, so schallt es auch heraus (alter blöder Spruch, aber mit viel Wahrheit). Die ständige Angst, die manche vor Polizeikontrollen beim abendlichen Barfußlaufen haben, war mir auch schon immer suspekt. Was kann schon passieren: Ausweiskontrolle, etwas plaudern, fertig. Mehr ist es ja im Alltag nicht. Und wie Du schreibst: Oft gibt es nämlich konkrete Anlässe für so eine Kontrolle. Zum Beispiel demente Menschen, die im Nachtgewand aus dem Altenheim "ausbrechen", vielleicht noch barfuß. Dann ist man auch froh, wenn die Herren in grün mal etwas genauer hinschauen... 
Grüße, Kai (WN)
(PS: Wer mich jetzt für hoffnungslos "grünäugig" hält: Ich kenne natürlich auch andere Polizeieinsätze aus eigener Demo-Erfahrung - aber der Streifenalltag hat mit einer Einsatzhundertschaft wenig gemeinsam.)

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