Rainer (DO) findet: "Dem Inginör ist nichts zu schwör!"
(Forumbeiträge seit Winter 2003)

Hallo,
als ich anfing, barfuß zu gehen, habe ich mir -- weil ich zu früh zu lange Strecken bewältigen wollte, manchmal Blasen gelaufen. Anschließend habe ich sie dann geöffnet, um den Druck loszuwerden.
Später war die Hornhaut an den Fußsohlen so dick, dass ich mit den mir zur Verfügung stehenden Mitteln Blasen, soweit sie überhaupt noch entstanden, gar nicht mehr öffnen konnte.
Heute kenne ich Blasen gar nicht mehr, wandere über Stock und Steine durch die Berge und über wilde Pisten, Sommer wie Winter und habe meinen Spaß dabei.
Sensibel sind die Fußsohlen weiterhin. Aber robust. Das heißt nicht. unverletzlich!
Manchmal entgehe ich drohenden Verletzungen aufgrund der dank regelmäßiger Barfüßigkeit entwickelten Sensibilität wie neulich im Keller, als ich auf einem Pickser hin den Fuß zurückzog und eine kleine Glasscherbe, die sich ins Fleisch bohren wollte, rechtzeitig entfernen konnte.
In anderen Fällen trete ich mir hin und wieder trotz aller Umsicht etwas in die Hornhaut, ohne es gleich zu bemerken. Entweder fällt es aufgrund der größeren Kräfte nur beim Joggen auf, ist aber beim Gehen oder durch grobes Abtasten nicht zu bemerken. Oder ich sehe es, wie heute, eher zufällig, wenn ich mir die Fußsohlen 'mal kritisch betrachte.
Diese Plagegeister stecken dann bündig in dem Hornhautpolster unter meinem Fuß. Also brauche ich eine Technik, um sie wieder zu entfernen.
Als hilfreich hat sich eine Nadel erwiesen, mit der ich flach parallel zur Fußsohle nach Ecken und Kanten suche, um den Störenfried zu packen und wieder herauszuhebeln. Neulich hat auch eine Nagelfeile geholfen, mit der ich flach über die Fußsohle gehobelt habe. Nach ein paar Bewegungen hakelte sich der Fremdkörper an den Riefen der Feile fest und rollte ganz natürlich mit heraus.
Vor Glasscherben habe ich immer noch Respekt. Andererseits habe ich heute als Fremdkörper eine Glasscherbe, ca. 3 mm lang und 1 mm im Durchmesser, aus der Hornhaut gezogen. Manches ist einfach so unauffällig in Größe und Verhalten, dass Respekt gar nicht erst aufkommt ...
Heute Nachmittag dann noch so ein Störenfried. Ich bin allerdings inzwischen auch so unängstlich -- Hat da jemand "unvorsichtig" gesagt? Egal! --, dass ich mir ab und zu derart nerviges "Strandgut" trotzdem mitbringe. Die Nadel half, allerdings nicht ganz. Nachdem der Störenfried sicher entsorgt war, stach immer noch etwas. Die Nadel war eher Belastung, als weitere Hilfe. Als, was tun? Da muss noch etwas winziges drin sein. Idee: Heraussaugen. Umsetzung: Staubsauger? No way! Zum Glück habe ich eine elektrotechnischen Werdegang und löte noch ab und zu die eine oder andere Platine. Zum Standard-Werkzeug gehört eine Entlötpumpe, von Praktikern auch liebevoll "Fluppe" genannt. Das ist ein Zylinder, in dem ein Kolben, von einer Feder gespannt, auf Knopfdruck nach oben saust und durch einen kleine Spitze kurzzeitig Luft ansaugt. Beim Entlöten wird so das heiße, flüssige Lötzinn weggesaugt.
Mit zwei, drei Versuchen hatte ich auch in meinem Anwendungsfall Erfolg. Da beim nächsten Spannen alles zuvor Eingesaugte wieder ausgepresst wird, hatte ich auch gleich noch die Erfolgskontrolle dazu ...
Mit barfüßigen Grüßen, Rainer aus Dortmund

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