Barfuß - Pressespiegel : von Barfußsportarten und -sportlern
EXTRA: Beach
Soccer
30 Minuten Action pur auf 500 Tonnen Sand
Des Deutschen liebste Sportart, der Fußball, hat jetzt auch auf Sand eine Plattform
gefunden. Beach - Soccer heißt der Freiluftspaß, der ursprünglich aus Brasilien stammt.
In den frühen 20er Jahren trafen sich Kinder an den Stränden zu gelegentlichen Kicks.
Seit den 60er Jahren erfreut sich der Sport auch in den USA, besonders in Kalifornien und
Miami, größter Beliebtheit. Doch Beach - Soccer ist mehr als ein von Taktik bestimmtes
Bundesliga - Spiel. Da geht richtig die Post ab. Pro Match fallen im Schnitt 10 Tore, alle
30 Sekunden kommt es zu einem Torschuss. Wegen der kleinen Fläche ist Beach - Soccer
actionreicher und schneller als ein herkömmliches Fußballspiel. Entscheidend sind vor
allem eine gute Technik, Kondition und gut durchdachte Spielvarianten. Für das 35 mal 25
Meter große Spielfeld wurden 500 Tonnen Sand herangeschafft. Die Regeln sind ganz
einfach. Jedes Team besteht aus acht Spielern (ein Torwart, vier Feldspieler, drei
Auswechselspieler). Turnschuhe sind nicht erlaubt. Gespielt wird barfuß oder mit Socken.
Gelbe und Rote Karten gibt es auch. Gelb bedeutet zwei Minuten Strafzeit, Rot heißt
Spielausschluss. Der Spieler ist im nächsten Spiel aber wieder spielberechtigt. Der
Torwart darf im Feld mitspielen. Die Spielzeit beträgt 2 mal 15 Minuten. Bei Gleichstand
nach Ablauf der Spielzeit folgt ein Neun - Meter - Schießen. Das Spielfeld ist
ausschließlich den Soccern vorbehalten. Wer denkt, er müsse Sandhaufen bauen, kann das
gleich wieder vergessen. Auch wenn diese zur besseren Lagerung des Balls dienen. Das ist
verboten.
[Berliner Kurier, 25.8.1999]
Barfuß in die Bundesliga
Sommer, Sonne, Beachvolleyball: das Ferienprogramm der Stuttgarter Zeitung beim
TSV Schmiden machte allen Spaß - egal ob Anfängern oder Fortgeschrittenen.
[...]
Niklas hat keine Ahnung, was ihn erwartet. Es ist kurz vor 10 Uhr, der
zwölfjährige Rotschopf sitzt ein wenig schüchtern auf einer der Bänke neben
der Beachvolleyball-Anlage des TSV Schmiden. "Ich habe noch nie in meinem
Leben Volleyball gespielt'', sagt Niklas. Er weiß aber, was zunächst angesagt
ist: mit Sonnenmilch eincremen und die Schuhe ausziehen.
Inzwischen sind auch die anderen 19 Kinder und Jugendlichen im Alter zwischen
elf und 15 Jahren startklar - der Ferienspaß kann beginnen. [...]
Der Jugendtrainer des TSV Schmiden stellt seine Crew vor, die den Tag über
mitpritscht, baggert, blockt und hechtet [...] Sommerliche Musik schallt über
den Beach. Als Erstes werden Grundkenntnisse vermittelt: hin und her über das
Netz pritschen.
Anfänger wie Niklas dürfen den Ball fangen und ihn dann zurückpritschen. Pit
dagegen beherrscht das Spiel schon ziemlich gut. [...] Die Jungs und Mädchen
tauschen regelmäßig ihr Gegenüber, später spielen sie in Zweier-, dann auch
in Dreierteams. Bei Wechseln sagen sie sich gegenseitig ihre Namen und klatschen
ab - keine Spur mehr von Zurückhaltung.
Auch Niklas ist voll dabei. Gerhard Hanke wundert das nicht: "In kaum einer
anderen Sportart wird Kindern soziales Verhalten so gut vermittelt wie im
Volleyball.'' Nicht nur, weil es ein Mannschaftssport ist. "Es ist ein
Rückschlagspiel. Das heißt, dass man die Wut nicht am Gegner auslassen kann'',
sagt Hanke. Einzelkämpfer haben keine Chance, "die Kinder lernen schnell,
dass sie die anderen in ihrer Mannschaft vor allem im mentalen Bereich
unterstützen müssen'', sagt der Trainer [...]
Nach einem ausgiebigen Mittagessen spritzen die jungen Beacher den Sand mit
Wasser ab. "Das ist so heiß, dass man gar nicht mehr stehen kann'', sagt
Claudia. [...]
Am Ende ist Niklas total begeistert und erkundigt sich auch sofort bei Gerhard
Hanke, wie oft in Schmiden trainiert wird. "Ich will jetzt öfters
Volleyball spielen'', sagt Niklas, "vor allem am Beach.''
Für alle, denen es wie Niklas geht, sagt Gerhard Hanke, worauf es ankommt:
"Volleyball ist für Kinder von zehn Jahren an geeignet. Die Körpergröße
spielt in diesem Alter noch keine Rolle, viel wichtiger ist das Ballgefühl. Als
Ausrüstung benötigt ihr nur normale Sportklamotten.'' [Stuttgarter Zeitung,
03. 08. 2001]
Becker-Hecht im Buddelkasten
Strandgefühl ohne Meer: Beachsport boomt in Berlin und Brandenburg
Beachvolleyball in der Großstadt: in «BeachMitte» an der Chausseestraße
wirbeln an Wochenenden mehr als 320 Menschen durch den Stadtsand [...]
Es duftet nach Sonnencreme, der Himmel leuchtet azurblau, weißer Sand rieselt
durch die Fußzehen, und wer die Augen schließt, kann gar ein Rauschen wie am
Meer vernehmen.
Was da rhythmisch klatscht, sind allerdings nicht salzige Wellen, sondern die
Intervalle des Feierabendverkehrs auf der Chausseestraße. Der Strand, «BeachMitte»,
liegt mitten in der Großstadt, zehn Minuten vom Brandenburger Tor entfernt.
Weit und breit weder Meer noch anderes Geplätscher. Das mindert allerdings
nicht den Spaß am Sandgefühl.
In «BeachMitte» wird auf der wohl größten deutschen Beachanlage mit 5000
Quadratmetern märkischem Quarzsand seit fast fünf Jahren Beach-Sport
betrieben. Und das mit allergrößtem Vergnügen. Jedes Jahr wächst die Anlage
mit den 19 Volleyballfeldern um ein paar Meter. Im Sommer wühlen sich an
Wochenenden bis zu 160 Teams aus Berlin und Brandenburg durch den Sand.
Beachvolleyball ist Sandsport Nummer eins, ein Sport, der es vom trendigen
Sandspaß bis zur olympischen Disziplin geschafft hat. Auf 8 mal 8 Metern jagen
Teams mit je zwei Spielern im knöcheltiefen Sand dem leichten
Mikrofaser-Beachvolleyball hinterher. [...] Beachvolleyball hat nicht nur die
Regeln, sondern auch die Sprache aus Kalifornien importiert. 1930 wurde das
erste Spiel zwei gegen zwei am Strand von Santa Monica gespielt. Von
Spaziergängern, die abends am Strand entlangschlenderten und offenbar eine
ganze Mannschaft nicht organisieren konnten. 1989 fanden die ersten
Beach-Volleyballturniere auf deutschem Boden statt. Der Sport boomt seither.
[...]
Vorteil am Spaßsport: Ein Team lässt sich schnell zusammenstellen, werden doch
nur zwei Spieler benötigt. Doch auch andere Barfuß-Sportarten haben
Konjunktur. So wird auch Handball, Fußball, Badminton, Tennis und sogar Sumo im
Sommer lieber unter freiem Himmel und im Sand gespielt. Bei Wind und Wetter, von
Mai bis September. Für Hartgesottene hängt am Berliner «BeachMitte» selbst
im Winter ein Netz.
Beim Beachsoccer, der Sommer-Fußballvariante, gilt: Ball so oft wie möglich in
der Luft behalten - das Kurzpassspiel im Sand ist oft fruchtlos, besser sind bei
dem temporeichen Spiel der Nacktfüßer Volley-Schüsse und Kopfbälle.
Beim Beachhandball gilt eine eigene Zählweise. Das Team besteht aus vier
Spielern, der Torwart darf aus dem Kasten laufen und selbst punkten. Es wird
nicht gedribbelt, dafür schneller gepasst. Nach jedem Angriff wird das Team
durch Auswechseln aufgefrischt, wenn der Sprint durch den Sand ermüdet hat.
Für spektakuläre Szenen gibt es extra Punkte.
Sportler lieben es, den Sommer im Sand zu verbringen. Der weiche Untergrund
erlaubt akrobatische Sprünge, Flugeinlagen und halsbrecherische Übungen wie
den «Becker-Hechtsprung» beim Beachtennis. Zudem fördert der stete Lauf durch
tiefen Sand die Kondition und schont die Gelenke.
So mancher Fußballtrainer schickt seine Spieler in der Sommerpause an den
Strand. «Beachsport ist gesund», sagt auch Dirk Bormann von Playa de Cologne,
einem Kölner Verein, der auch Nationalspieler betreut. «Verstauchungen,
Knochenbrüche und Bänderdehnungen, die in der Halle immer wieder auftreten,
gibt es im Sand kaum. Das Körpergewicht wird nicht nur von Muskeln und
Bändern, sondern von tausenden kleiner Sandkörnchen abgefangen.»
Während Beachvolleyball inzwischen über eigene Ligen und wohlorganisierte
Strukturen verfügt, bewegt sich der Tambeacher noch im Schatten des
Unbekannten. Tambeach - das ist eine Art Tennisspiel mit einem
Tambourin. Es
stammt aus Italien und wird rund ums Mittelmeer gern gespielt. In Berlin gibt es
einen ambitionierten Tambeachverein, der den Sport als feste Größe im
Sommerkalender und als Unterhaltungsprogramm von Reiseveranstaltern ebtablieren
will. Zum Tambeachen braucht man zwei oder vier Spieler, ein Tamborello, einen
alten Tennisball, ein Netz (2,10 Meter Höhe) und natürlich ein paar
Quadratmeter Sand.
Funsport wäre nicht wirklich spaßig, gäbe es nicht nach einem anstrengenden
Wettkampf auch Möglichkeiten zum Feiern. Im städtischen Sandhaufen in «BeachMitte»
wird der Strand für Geburtstagsfeiern zur Tanzfläche umfunktioniert.
[Berliner Morgenpost, 01. 08. 2001 ]
Körperbeherrschung in blauem Tuch [...]
Minden (nin). Ein großes Banner mit der Aufschrift "Vovinam Viet Vo Dao -
Die starke Hand und das gütige Herz" prangt vor dem TV-Jahn- Sportplatz.
Campingzelte stehen auf dem vom Gewitter durchnässten Rasen. Und viele Menschen
in blauen Anzügen marschieren die Straße hoch zur Turnhalle.
Wie jedes Jahr haben sich zahlreiche Sportbegeisterte der Kampfsportart
Vovinam Viet Vo Dao aus ganz Deutschland zum Pfingstcamping
zusammengefunden. [...]
Nach einigen Aufwärmübungen setzten sich alle in ihrem blauen Outfit mit
nackten Füßen auf den Boden. Einige tragen weiße Gürtel, andere rote.
"Weiße bekommen Kinder, blaue Jugendliche und Erwachsene, gelb die
Trainer, rot für die Meister, und der weiß-gestreifte mit allen Farben ist der
Präsidentengürtel" [...]
Jede Altersgruppe präsentiert in den nächsten Minuten ihre bereits erlernten
Kampfarten. Die Kinder starten mit den Grundübungen und machen alles ohne
jegliche Matten vor. Angst zu fallen und sich auf dem Boden zu rollen scheinen
sie nicht zu haben. [...] "Da wir hier alle gleich sind und uns alle gleich
respektieren, tragen wir auch alle die gleichen blauen Anzüge." Weiter zu
dem Hintergrund weiß er zu berichten: "Es ist eine sehr alte Sportart, die
ihre Wurzeln in allen anderen Selbstverteidigungsarten hat. Die Ursprünge gibt
es jedoch schon seit 4000 Jahren. Die offizielle Form wurde 1938 von
Großmeister Nguyen Loc eingeführt." [...]
Auf einmal wird es totenstill in der Sporthalle, Atem ist zu hören. Stephan,
ebenfalls aus Hannover, demonstriert verschiedene Atemübungen. Auch dies ist
ein Teil, der mit dazugehört. Weiter geht es mit der Trainerstufe. Hier wird
der Umgang mit traditionellen Waffen wie Bambusstock und Schwert geübt. Die
Waffen dienen dabei als Trainingsgeräte zur Erlangung einer optimalen
Körperbeherrschung. [...]
[Mindener Tageblatt, 10. 06. 2003]
Kämpfen mit Stöcken
22 Jugendliche probierten Kobudo, eine
japanische Kampfkunst aus [...]
Gespannt warteten die 22 Jugendlichen, von denendie Mädchen deutlich in der
Überzahl waren, was sie im Ferienprogramm unter dem Titel "Kobudo:
Selbstverteidigung und Kampfkunst mit alten japanischen Waffen" so alles
erwarten würde. Barfuß, wie es in den asiatischen Kampfsportarten üblich ist,
machten sich die neun- bis 17-Jährigen daran, mit einem einfachen, etwa 90
Zentimeter langen Stock, den Hambo, die ersten Schläge zu erlernen. Gar nicht
so einfach, einen Stock zu drehen, wenn man nicht die richtigen Kniffe kennt.
[...]
Katharina Anneser zeigt zusammen mit vier jungen Co-Trainern, die in der
Mannschaft des ETSV trainieren, die Feinheiten der Technik, die sich schnell
erlernt lässt. "Selbst unser Bundestrainer sagte immer: Kinder finden es
geil, mit Stöcken zu schlagen" [...]
Einen Stock kann man nicht nur zum Schlagen oder Abwehren gebrauchen, er kann
auch sehr gut als Hebel eingesetzt werden. Ein kleiner Hieb mit dem Stab
zwischen Knie und Kniehöhle des Gegners und schon ist es möglich, auch große
Angreifer auf die Matte zu schicken. Zuvor müssen die Kids natürlich das
richtige Abrollen nach vorne oder nach hinten erlernen. Seitwärts über die
Schultern rollt sich ein guter Kobudo-Schüler ab, und nicht, wie im frühen
Kinderalter, vorwärts mit eingezogenem Kopf. [...]
Das Wort Kobudo bedeutet alte Kampfkünste. Es stammt von Bauern aus Okinawa,
die zu Zeiten japanischer Besatzung keine Waffen tragen durften. So verwendeten
sie Alltagsgegenstände, um sich damit verteidigen zu können. Waffen, die für
Kobudo verwendet werden, sind: "Hambo" und "Bo", der kurze
und lange Stock, der ursprünglich als Wanderstab diente. "Tonfa" war
ursprünglich der Griff einer Getreidemühle und findet heute bei der Polizei
Verwendung. "Kama", eine Reissichel, die einzige Waffe, die eine
scharfe Klinge hatt und "Sai", ein kleiner Dreizack aus Eisen.
Traditionell ist Kobudo eine Selbstverteidigungstechnik. Die erste Aktion ist
stets eine Abwehr des Gegners, auf die ein Angriff folgt, um diesen unschädlich
zu machen. [...]
[Straubinger Tagblatt, 18. 08. 2003]
Vorbereitung beginnt mit dem Auslaufen
Fulda (iri) Um optimale Leistungen auf dem Sportplatz zu bringen, ist nicht nur die
Grundfitness und eine ausgewogene Ernährung wichtig. "Erst die Regeneration schafft
die Basis für die nächste Trainingseinheit", meint Physiotherapeut Lutz Meissner.
Die Regeneration, so der Fuldaer, gehöre ebenso zum Training wie die Aufwärmphase.
"Die Vorbereitung für das nächste Training muss mit dem Auslaufen und Ausdehnen
beginnen." Egal, ob Fußballer oder Leichtathlet zehn bis zwölf Minuten
sollte der Athlet auslaufen. "Ideal wäre es barfuß oder mit Socken damit die
Füße entlastet werden."
Das Tempo sollte dabei ein ganz ruhiges sein. Ausgedehnt wird am besten liegend. Meissner:
"Im Liegen wird der Druck von den Gelenken genommen. Das ist nach einem Wettkampf am
schonendsten." [...]
[Fuldaer Zeitung 20.8.1999]
Joggen langsam angehen
Joggen und
Walken im Sand ist besonders gesund.
Barfuß ist es eine gute Fußmassage, im
Wasser fördert es die Durchblutung. "Das Joggen auf Sand ist aber
anstrengender als ein Lauf auf hartem Untergrund", sagt Sportmediziner
Carsten Becker. Also langsam laufen und sich an den ungewohnten Untergrund
gewöhnen.
Richtig für Anfänger ist Walken, das zügige Spazieren gehen mit
aktiven Armbewegungen. Abwechselnd walken und joggen macht gute Laune und
trainiert Ungeübte.
[Berliner Kurier, 02. 08. 2000]
Jeder muss selbst herausfinden, was gut für ihn
ist
Wim Luijpers beantwortete im Internet - Chat der Kleinen Zeitung fleißig Fragen
von Läufern und solchen, die es noch werden wollen. Wim, was hältst du vom
Barfußlaufen?
Wim: Barfuß ist genial, ist sehr befreiend.
Glaubst du, dass alle Menschen laufen mögen, oder dass es doch unterschiedliche
Sporttypen gibt?
Wim: Jeder Mensch ist anders, jeder soll das suchen, was ihm gut tut - es geht
ums Wohlfühlen.
Wie hast du zu laufen angefangen?
Wim: Wie alle als Kind, nur habe ich nicht
aufgehört. [...]
Hast du eine eigene Homepage?
Wim: www.wim-running.com [...]
Wie soll ich richtig laufen?
Wim: Das Wichtigste ist: Sich groß machen, und langsam nach vor fallen lassen!
[...] Wim, welchen Fehler soll man beim Laufen absolut nicht begehen?
Wim: Länger zu laufen als angenehm ist. [...]
Wie lange sollte man mindestens in der Woche laufen?
Wim: Es gibt kein mindestens. Du musst herausfinden, was dir gut tut. Es ist
ganz verschieden, manchmal geht es ganz leicht und beschwingt, und manchmal
fühle ich mich, wie wenn ich Klötze an den Beinen hätte.
Warum ist das so?
Wim: Jeder Tag ist anders. Oft ist es so, dass man einfach nicht will.
[Kleine Zeitung, 04. 04. 2001]
Sehr vernünftige Einstellungen, wie ich finde. Auf der Homepage
erfährt man, dass er in Neuseeland aufgewachsen ist und heute Wellness -
Laufseminare durchführt, auch ein Buch geschrieben hat, dessen Umschlag eine
Barfußläuferin ziert
Kobold auf der Ultra - Strecke
Kerschdorf (syl) - Vom Baggersee über die
Kiesel zurück zum Handtuch eiern, auf heißem Sand die Flucht antreten, beim
kleinsten Stein unter der Schuhsohle aufjaulen - das kann Dietmar Mücke nicht
passieren. 122 Kilometer rannte er beim Wörschacher Benefizlauf barfuß, eine
Leistung, die ihn ins Guinnessbuch der Rekorde bringen könnte.
Auch wenn das
gar nicht sein Ziel war, er wollte einfach nur gute Laune verbreiten. Laufen
allein ist für den 38- jährigen Eiselfinger längst keine Herausforderung
mehr, gleich bei seinem ersten 24- Stunden- Lauf rannte er über 200 Kilometer.
Mittlerweile geht es Mücke vielmehr darum, den Spaß am Laufen zu vermitteln
und nebenbei nach Möglichkeit noch Gutes damit zu tun. Deswegen der Start beim
Benefizlauf.
Aus den ehrgeizig verbissenen Gesichtern vieler Läufer könne man
nicht mehr ablesen, dass Laufen Spaß macht, findet Mücke. Angestiftet von
seinen Kindern und einem Freund, der als verrücktester Marathonläufer der Welt
gilt, startet Mücke gern verkleidet bei Rennen. In Wörschach war der
Eiselfinger als respektlos - unbekümmerter Pumuckl unterwegs, zur Begeisterung
der Zuschauer.
Um 14 Uhr trat der Pumuckl mit den nackten Füßen zum 24-
Stunden- Lauf auf dem Rundkurs durch Wörschach an - in der Gewissheit, dass er
jederzeit Schuhe anziehen könnte. Schnell war klar, dass das überhaupt nicht
in Frage käme: Zu groß war die Begeisterung der etwa 18000 Gäste an der
Strecke, die den Eiselfinger förmlich über den weich werdenden Asphalt trug.
Der heiße und teilweise sehr rauhe Teer zwang Mücke im Laufe der Zeit zu
Pausen. Und prompt prasselten Fragen auf ihn ein: «Tut das nicht weh? Hast Du
noch keine Blasen? Dazu brauchst Du bestimmt dicke Hornhaut? Darf ich mal Deine
Füße sehen?»
Wunden oder Blasen hatte Mücke bis zum Schluss nicht zu
beklagen. Wozu die Zuschauer einen Beitrag leisteten: Einer bewaffnete sich mit
einem Besen, lief eine Runde Arm in Arm mit Pumuckl und fegte vor ihm die
Straße. Vier Jugendliche legten auf dem Teil der Strecke, auf dem der Teer
besonders brüchig und damit schmerzhaft war, Alu- Folie für den Kobold aus.
Als Schmerzen im Mittelfuß Mücke zum Gehen statt Laufen zwangen, wurde er
dennoch von dem Jubel des Publikums getragen, bekam von einem Zuschauer einen
Stoff- Pumuckl in die Hand gedrückt und ähnelte bald dem Rattenfänger von
Hameln - nicht nur die eigenen beiden Kinder im Schlepp, sondern gleich eine
ganze Horde, die den erschöpften Kobold auf den letzten Metern begleiteten.
Von
allen Fragen, die Mücke im Laufe der 24 Stunden gestellt worden waren,
bereitete ihm zum Schluss angesichts seiner Fußsohlen nur eine Kopfschmerzen:
«Kriegst Du die wieder sauber?» [Oberbayerisches Volksblatt, 23. 08. 2000]
Grenzgänger mit leidenschaftlicher Lust am Laufen
Meisterschaft im Ultramarathon
Ultraläufer sind hart im Nehmen. Bei den deutschen Meisterschaften im
24-Stundenlauf in Schmiden trotzen die Individualisten widrigsten Bedingungen.
Am härtesten sind sie gegen sich selbst. Unter ihnen gibt es keine Verlierer,
dafür umso mehr Typen. [...]
Die halb volle Flasche mit dem Malzbier steht auf der Brauereigarnitur. Daneben
die weißen Trauben. [...] Daneben sieben Paar Turnschuhe aufgehäuft zu einem
Hügel, unten die nassen Treter, oben die trockenen. In einem älteren Schuh,
einem rechten, hängt noch eine Spinnwebe. Zeltatmosphäre.
Das geordnete Chaos hat seine ganz eigene Gemütlichkeit. Die registriert Gert
Heinrich, der Mann für den sie all das hier liebevoll hergerichtet haben,
nicht. [...] Gert Heinrich kam vor rund fünf Jahren zum Langstreckenlaufen.
Sein altes Hobby, Bumerangwerfen, war ihm zu zeitaufwendig geworden. Seit
Stunden aber hat der Diplom-Mathematiker nurmehr eines im Kopf. Seinen Titel bei
den deutschen Meisterschaften im Ultramarathon zu verteidigen. Bei den
24-Stunden-Läufern [...]
Nach 200,8005 Kilometern und Rang acht in der Gesamtwertung, nachdem er sein
Ziel - den Titel - erreicht hat. Nach einer kalten Nacht [...] Tiefe Falten,
fast Furchen, und Augenringe, dazu die Erschöpfung, die ihn noch blasser und
älter wirken lässt.
Das Härteste war der Regen. "Ständig hatte ich nasse Schuhe, dann habe
ich eine Plastiktüte zwischen Schuhe und Strümpfe gestopft. Das war gar nicht
schlecht, das hielt fast eine Dreiviertelstunde'', sagt Heinrich. [...]
"Es sind schon glatte Typen darunter'', sagt Susanne Heinrich und wirft
einen Blick aus dem Zelt. Dort läuft Ingrid Kupke vorbei. Die hat keine Sorgen
mit dem Schuhwerk, sie rennt barfuß. Die Dreckspritzer zwischen den Zehen
stören die 62-Jährige nicht, einzig die rosa lackierten Nägel passen nicht zu
dem geschwollenen Spann. Am Ende wird sie Achte bei den Frauen.
"Aber nur, weil ich nach 15 Stunden Schuhe anziehen musste. Schuhe sind
eine Qual für mich'', sagt sie.
[Stuttgarter Zeitung, 10. 09. 2001 ]
Ein Stück Afrika belebt das deutsche Symbol
Stürmer Gerald Asamoah gibt gegen die Slowakei sein Debüt für Rudi Völlers
Nationalteam [...]
Für die Reise, die den Deutschen die Tabellenführung bewahren und Punkte zur
Teilnahme an der WM 2002 sichern soll, hat Völler, nur halbwegs notgedrungen,
einen stattlichen Umbau der Mannschaft vorgesehen. Mit den Schalkern Asamoah,
22, und [...] hat er vier Neulinge nominiert [...] aber längst nicht so
erstaunlich wie der Weg seines Mitspielers Gerald Asamoah in die DFB-Elf.
Wenn Völler seine Andeutungen in die Tat umsetzt, wird er in Asamoah heute
erstmals einen deutschen Nationalspieler aufstellen, der in Afrika geboren wurde
(in Mampong, Ghana, um genau zu sein). Hätte dessen Mutter vor acht Jahren
davon geahnt, hätte sie ihm bestimmt nicht das Fußballspielen zu verbieten
versucht, weil er daheim in der Hauptstadt Accra – in der Obhut der
Großmutter – vom barfüßigen Kicken ständig neue Narben davontrug. Die
Eltern lebten damals in Hannover, Vater William kaufte dem Sohn Fußballschuhe,
aber Gerald mochte sie nicht tragen. "Alle spielten barfuß", hat er
dem Fanzine Schalke Unser erzählt, "und du kannst doch nicht als Einziger
mit Fußballschuhen spielen."
Die Schuhe hat er dann zwar mitgenommen zum Platz, aber vorher ausgezogen und
schließlich dort vergessen. Zur Strafe ließ ihn die Oma barfuß in die Schule
gehen, und seine Mutter entschied, ihn nach Hannover zu holen, damit er nicht
mehr Fußball spielt. Das ging schief: "Hier wurd's dann noch schlimmer.
Zwar mit Schuhen, aber ich habe noch viel mehr gespielt." [...]
[Süddeutsche Zeitung, 28. 05. 2001]
Senegal siegt - Afrika ist glücklich
Afrika Die Fußball-WM steigert das Wir-Gefühl auf dem ganzen Kontinent
Was Politiker nicht geschafft haben, gelingt dem Fußball. Den Afrikanern wird
ein Gefühl von Einheit vermittelt [...]
Fußball sei der ideale Hoffnungsträger für
Afrika, meint der Direktor des
Instituts für Afrikakunde in Hamburg, Andreas Mehler. Er könne barfuß
gespielt werden und sei ein Spiel für die Massen [...]
drei afrikanische Staatspräsidenten stellten ein Programm der «Neuen
Partnerschaft zur Entwicklung Afrikas» vor - ohne das Volk zu fragen. Keiner
dieser «von oben» verordneten Anstöße hat auch nur einen einzigen Menschen
auf die Strasse gelockt. Bei Fußball ist das anders, er löst in Afrika
Begeisterung für Afrika aus.
[Aargauer Zeitung, 19. 06. 2002]
Den Kick durch Kicks bekommen
Thai Boxing gilt als neuester Schrei bei Trendsportarten. Verwandt mit Tae Bo
fördert es Ausdauer, Kraft und Gelenkigkeit. [...]
Es hängt an der Wand, zeigt Speck mir und Schand: das Spieglein. Im
Thai-Boxing-Anfängerkurs des Greifswalder Gesundheitssportzentrums Sinus ist
das Spieglein allerdings ein wandbreiter Reflektor. Mein Körper ist viel zu gut
zu sehen – fet(t)zig ohne Ende. Dabei hab ich meiner Freundin morgens nicht
einmal die Butter vom Brot geklaut, sondern nur ab und an die Lätta. Ich
Schuft.
Jetzt muss ich schuften. Mich der Schönheit, pardon, der Schlankheit wegen
quälen. Mit Thai Boxing geht das gut, hab ich gehört. Soll die Muskeln
straffen dieser Sport, jung erhalten und die Gelenke dabei schonen. Ein Wunder
gegen Fett sagen Trainer – besser als Fairy ultra.
Aber: Schon das Warmmachen – eine Qual. Schläge. In die Luft. Links, rechts
und dabei die Deckung nicht vergessen. Mit den Beinen hüpfe ich vor und
zurück. Warum? Hat der Basti gesagt. [...] Er hat's in die Nationalmannschaft
geschafft. [...]
Allerdings: Thai Boxing ist klassenlos. Ein Trendsport fürs Gemeinwohl. Eine
Mischung aus Thaiboxen und Boxen und eng verwandt mit Tae Bo. Es geht nicht
darum, jemanden zu verprügeln, sondern um "Gruppendynamik".
Basti steht frontal vor den Männern und Frauen, als er das sagt. Er mimt den
Vorturner. Alle anderen turnen nach. Nicht irgendwie. Nach Rhythmus. Coole Musik
hat Basti da aufgelegt. Bissel basslastig, aber gut zum Bewegen. Eins, zwo, vor
und zurück. "Joooaah, das ist Ganzkörpersport", ruft Basti. Der hat
gut rufen. [...]
Die Schaummatten unter meinen nackten Füßen fangen mich sanft auf. Immer
wieder. Ist ja doch ganz lustig hier.
Aber aah! Was ist das? Basti reißt sein Bein vor. Er nennt das Front-Kick. Aha,
denke ich: Wo eine Front ist, muss auch eine Flanke sein. Und richtig. Der
nächste Tritt: ein Side-Kick. Heißt: Hüfte raus und zack. Oberkörper und
Bein müssen eine Linie bilden. Die Frauen neben mir schaffen's locker.
"Sehr schön sieht das aus", lobt Basti. Mich lobt er nicht. Kein
Wunder: Ich hab die Gelenkigkeit eines Küchenstuhls [...]
Basti erzählt mir später, das müsse so sein. Weil Thai Boxing neben Spaß
auch Muckis bringen soll. Und Gleichgewicht, Rhythmusgefühl, vor allem aber
Gelenkigkeit. Für mich also genau das Richtige. Damit aus dem Küchen-
wenigstens ein Klappstuhl wird.
[Ostsee Zeitung, 28. 03. 2003]
Balsam für Körper und Seele
Nia, der neue Fitnesstrend, macht schön von außen und stark von innen
[...] Aus der Stereoanlage rauscht sphärische Musik. «Spürt euer Blut
pulsieren! Lauscht eurem Herzschlag! Lasst die negativen Energien aus euch
herausströmen», sagt Fitness - Lehrerin Miriam Wessels mit sonorer Stimme und
schwingt ihre Arme in weichen, großen Bewegungen hin und her. Ihre Augen sind
geschlossen, der Kopf hängt locker. Hinter ihr atmet eine Gruppe
Teilnehmerinnen laut ein und aus, Hände werden herumgewirbelt, überall
entspannte Gesichter.
Was wie eine Meditationsübung anmutet, entpuppt sich als fröhlicher Yoga- und
Power- Mix: Nia steht für «Non Impact Aerobic», für Aerobic ohne
Gelenkbelastung, und umfasst eine bunte Ost - West - Mischung aus Aerobic,
Jazztanz, Yoga, Tai Chi und Kampfsportelementen. Wie fast alle neuen Fitnesstrends
kommt auch Nia aus den USA. Vor 15 Jahren entwickelten Ex - Tennis - Profi
Carlos Rosas und seine Frau Debbie ein sanftes Aerobic-Programm, indem sie
scheinbar gegensätzliche Elemente aus den verschiedenen Fitnessbereichen mischten. Das daraus entstandene ganzheitliche Programm ist nicht nur Training für
den Körper, sondern auch Medizin für Geist und Seele.
Nia beginnt ganz sanft: Durch zeitlupenartige Tai - Chi - Bewegungen sollen der Alltagsstress
abgeschüttelt, die Muskeln gelockert und die Energiezentren des Körpers
geöffnet werden. Barfuß, tief ein- und ausatmend, schreitet die Gruppe durch
den Raum und lässt dabei langsam Arme und Schultern durch imaginäres Wasser
gleiten.
Turnschuhe sind tabu, denn «nur so könnt ihr den Boden unter euren Füßen spüren,
damit die Energien ungehindert fließen», erklärt Miriam Wessels. Und schon
beginnt die diplomierte Sportwissenschaftlerin und Gestalttherapeutin
loszutanzen. Die Musik bewegt sich jetzt zwischen Afro - Rhythmen, Cha- Cha-
Cha- Klängen und Pop - Hits. Die Nia - Begeisterten wechseln zwischen schnellen
Tanzschritten und heftigen Taek- Won- Do- Kicks, begleitet von aggressionslösenden
Schreien. In der Improvisationsphase werden Herz und Kreislauf trainiert und
Fett abgebaut. [...]
Jeder darf den Rhythmus und die Intensität der Übungen selbst bestimmen»,
sagt Miriam Wessels die Philosophie des Body- and- Mind- Programms. Sich nicht
mit anderen vergleichen, seinen Körper so akzeptieren wie er ist - bei Nia muss
man sich nicht dogmatisch auspowern, sondern führt nur Bewegungen aus, die dem
eigenen Körper auch wirklich gut tun. Jeder kann mitmachen: Alter und Grad der
Sportlichkeit spielen keine Rolle. «Nia fühlt sich einfach gut an, und ich fühle
mich in meinem Körperbewusstsein bestätigt», schwärmt eine Teilnehmerin.
[...] Nia ist wunderbar entspannend, erfrischend und macht stark.
[Berliner Morgenpost, 06. 12. 1998]
Mit "Nia" leicht wie eine Feder
Neues Fitnesskonzept verbindet Körper, Geist, Seele / "Schnuppern" in
Fitness-Factory
[...] Den rechten Fuß vor. Wieder zurück. Nun einen Schritt zur Seite. Jetzt
die Arme kreisen lassen. Wie bitte?
Inmitten einer Gruppe von zehn Frauen – altersmäßig bunt gemischt –
versuche ich die Schritte so nachzumachen, wie Trainerin Milissa sie gerade
gezeigt hat. Doch immer wieder komme ich aus dem Takt, fühle mich wie bei
meiner ersten Aerobic-Stunde – steif und unbeholfen.
"Denk nicht über die Schritte nach, beweg dich einfach wie es dir Spaß
macht. Dann kommt alles von selbst." Milissa macht mir Mut. Eins, zwei,
drei – und siehe da, es klappt. Ich übernehme die Tanzschritte so gut es
geht, bewege mich plötzlich wie eine Feder zur Musik und beginne mich richtig
wohl zu fühlen.
Genau das soll "Nia" bewirken: Das Fitnesskonzept, in Deutschland
brandneu, kommt aus den USA und steht für "Neuromuscular integrative
action".
"Nia will Körper, Geist und Seele in Einklang bringen", erklärt
Milissa Kern [...] "Immer wieder bin ich auf angespannte und verspannte
Menschen getroffen und dachte, denen und auch mir muss ich etwas Sanfteres
bieten." So kam die 32-Jährige auf "Nia", absolvierte eine
zehntägige Ausbildung und bietet nun den Wohlfühlsport seit September zweimal
in der Woche in der Fitness-Factory an.
"Lasst euren Körper eins mit eurer Seele und eurem Geist werden,
konzentriert euch nur auf euch", Milissas warme Stimme wirkt beruhigend.
Mit geschlossenen Augen sitzen wir im Kreis, entspannt, aber aufrecht im
Schneidersitz, lauschen der leisen Musik und verbannen die Alltagsgedanken aus
unseren Köpfen. Drei Minuten lang. Dann beginnt Milissa mit dem
Aufwärmtraining. Unsere nackten Füße wippen auf und ab, wir lassen die
Hüften kreisen. Zwischendurch recken wir die Arme in die Höhe, atmen tief ein
und lautstark wieder aus. "Das Atmen ist wichtig", erklärt die
Trainerin, "unser einziges Bauchmuskeltraining."
In "Nia" vermischen sich östliche und westliche Tanzformen,
Kampfkünste und ganzheitliche Körpertherapien wie Modern Dance, Jazz-Dance,
Tai Chi, Aikido, Taek Won Do und Yoga zu einem Bewegungskonzept. Das
amerikanische Paar Debbie und Carlos Rosas, sie Aerobic-Trainerin, er
Tennisprofi, haben "Nia" im Jahr 1983 entwickelt.
Die Trainierenden lernen ihren Körper kennen. "Jeder entscheidet
letztendlich selber, wie er sich bewegen möchte", sagt Milissa Kern.
Alle tanzen barfuß: "Das ist für die Fußreflexzonen und um sein
Gleichgewicht zu spüren." Rücken-, Gelenkproblemen oder Verspannungen
soll "Nia" auf die sanfte Tour und durch das Lernen, sich auch im
Alltag körperbewusst zu bewegen, den Garaus machen. [...]
Evelyn (34), Ulrike (40), Tina (43) und Beate (37) sind seit dem ersten "Nia"-Training
dabei. "Ich bewege mich seitdem viel bewusster", sagt Evelyn. Ulrike
nutzt "Nia" mittlerweile im Alltag, um Stress abzubauen. Außerdem hat
sie mit dem Training Hemmungen vermindert: "Ich habe vorher keinen Spaß
daran gehabt so zu tanzen, wie es mir in den Sinn kam." Sandra (25) ist zum
ersten Mal dort. Sie hat wegen Gelenkproblemen eine Alternative zum Tae Bo
gesucht und ist begeistert: "Da kann man sich richtig fallen lassen."
[...]
Mehr Infos über das neue Fitnesskonzept gibt es auch im Internet unter
www.nia-online.de.
[Harke (Nienburg), 24. 01. 2002 ]
In Zeitlupe auf dem Weg zur Harmonie
Kurs Tai Chi an der Volkshochschule sehr gut besucht [...]
Barfuß stehen sie im Gras vor dem Merseburger Schlossgartensalon. Wie in
Zeitlupe heben sie anmutig die Arme, schieben etwas Unsichtbares von sich.
Entrückt bewegen sie die Körper. Was ist bloß los mit denen, denkt so mancher
Passant. Die sind doch nicht von dieser Welt.
Die Männer und Frauen sind Bürger wie du und ich [...] Die ersten Zipperlein
im Genick, auch der Rücken meldet Verschleiß an. Jetzt sind sie auf dem Weg,
zu vollkommener Harmonie zu gelangen [...] Die Kreisvolkshochschule hilft dabei,
ruhiger zu werden. Nun bereits zum zweiten Mal bietet sie einen Kurs in Tai Chi
an, einer Methode der traditionellen chinesischen Medizin zur Gesunderhaltung,
Kräftigung, Stabilität und eben Harmonie.
Die Ausbildungseinrichtung kann sich kaum retten. Offenbar ist der Bedarf,
Entspannung, Gelassenheit und Ruhe ohne große Anstrengung zu finden, enorm. Die
Leute aus dem ersten Semester machen weiter und mehr als 30 Neuankömmlinge
üben sich in sanften, fließenden, wirklich schönen Bewegungen.
An denen auch Männer Freude haben [...] "Das Schöne dabei ist, dass die
Frauen und Männer nach einiger Zeit bewusster auf ihren Körper achten und in
sich ruhiger werden", ist die Erfahrung der 42-Jährigen. Die alten
Chinesen wussten bereits: "Durch Tai Chi wird man geschmeidig wie ein Kind,
gesund wie ein Holzfäller und gelassen wie ein Weiser."
[Mitteldeutsche Zeitung, 05. 09. 2002]
Mit Dampfstrahler und Bratpfanne
Steffi Kirsch und Christian Kurz bei den Deutschen Barfuß-
Wasserski
Meisterschaften erfolgreich [...]
SCHLEICH. Die beiden heimischen Starter Christian Kurz und Steffi Kirsch vom SC
Mosel Römer belegten bei den Deutschen Meisterschaften im Barfuß-Wasserski
insgesamt fünf erste Plätze.
Tumble down, Back to the front oder Toehold auf der Startrampe gehen die
Barfuß-Wasserski- Läufer in Gedanken noch einmal ihren Lauf durch. Dann der
Sprung ins Wasser, kurz die letzten Vorbereitungen, und los geht's.
Innerhalb von wenigen Sekunden beschleunigt das Zugboot auf Geschwindigkeiten
zwischen 60 und 70 Stundenkilometern, das Wasser spritzt neben den Läufern, die
an einer zirka 20 Meter langen Leine gezogen werden, mehrere Meter hoch.
Zwei Wertungsläufe werden bei den Deutschen Meisterschaften im Trick-Lauf
hintereinander absolviert. In 15 Sekunden müssen die Wasser-Akrobaten so viele
Kombinationen wie möglich zeigen. Für diese 15 Sekunden müssen die Läufer
jedoch ein vielfaches Mehr an Zeit auf nackten Füßen auf dem Wasser stehen.
"Bei jedem Lauf bist du ungefähr zwei Minuten unterwegs", erzählt
Stefan Wösting. "In dieser Zeit benötig man unheimlich viel Kraft. Es ist
schon vorgekommen, dass sich Läufer nach den Wertungen ins Boot ziehen wollten,
keine Kraft mehr in den Händen hatten und wieder abrutschten."
Nervenkitzel statt Kribbeln unter den Füßen
"Du brauchst ungefähr so viel Kraft, als würdest du eine Minute lang mit
voller Belastung an der Zugmaschine stehen", fügt Christian Kurz vom
Ausrichter SC Mosel Römer hinzu.
Beim Barfuß- Wasserski ist die Körperhaltung wichtig: "Es kommt bei uns
unheimlich auf die Haltung an. Die Knie dürfen nicht vor den Fußgelenken sein,
die Schultern nicht vor der Hüfte", erklärt Wösting. Bei der
Demonstration der Idealhaltung sieht es aus, als würde der Treiser auf einem
bequemen Stuhl sitzen nur die Unterlage fehlt.
Im Gegensatz zum herkömmlichen Wasserski spürt man beim Laufen auf den blanken
Fußsohlen einen größeren Druck unter den Füßen aber nicht, wie oft
vermutet, ein Kitzeln und Kribbeln.
"Es kitzelt eher an den Nerven, als an den Füßen", beschreibt
Christian Kurz. "Wer einmal das Gefühl von Barfuß-Wasserski erleben
möchte, hält sich am besten einen Dampfstrahler von vorne unter die Füße und
haut hinten mit der Bratpfanne auf die Schultern", vergleicht der
Hermeskeiler, der zurzeit in Berlin studiert. "Gerade beim Springen, für
das man erst einige Prüfungen absolvieren muss, um die Lizenz zu erhalten, ist
der Druck enorm hoch" [...]
[Trierischer Volksfreund, 16. 07. 2002]
Auf dem Wasser ist alles anders
Frank Renelt aus Lockhausen vor einer spannenden Saison [...]
Mit beiden Händen greift er nach einer Hantel. Die befindet sich an einer
Leine, 24 Meter hinter einem Boot. Der gesamte Körper ist in der Waagerechten
und liegt flach auf dem Wasser. Nur kurz danach richtet er seinen Oberkörper
auf und setzt dann seine Füße ein bis zum Stand. Das Boot fährt rund 70
Kilometer pro Stunde. Die Füße sind nackt.
Frank Renelt (17) bei einer Trainingseinheit auf der Weser. Seit seinem elften
Lebensjahr ist ein Sport seine Leidenschaft: Barfußwasserski. [...] Inzwischen
ist er Europameister der Junioren im "Trick" (2002). [...]
Heiße Füße oder eine Hornhaut habe er nicht unter seinen Füßen, so Renelt.
"Um diesen Sport zu betreiben, braucht man nur eine gewisse Sportlichkeit.
Der Rest ist learning by doing", sagt Renelt und ergänzt: "Es macht
kaum Sinn, auf dem Land zu trainieren, denn auf dem Wasser ist eh alles
anders." [...]
In Deutschland laufen nur rund 35 Athleten bei Wettkämpfen Barfußwasserski.
Und wie ist der junge Lipper zu diesem Sport gekommen? Renelt: "Mit vier
Jahren habe ich während eines Urlaubs mit Wasserski laufen begonnen. Bis zum
elften Lebensjahr habe ich dies gemacht. Dann sah ich Senioren-Europameister
Dirk Niemeyer beim Barfuß laufen. Er hat mich inspiriert und mir den Sport
beigebracht." [...]
[Lippische Landes-Zeitung, 29. 03. 2003]
Gelenkigkeit von Jüngsten lernen
Neues
Bewegungskonzept wird im Kindergarten erprobt - Beweglichkeit fördern
Aldein (dp)
- Mit einem neuen Konzept will der Aldeiner Kindergarten bessere
Entwicklungshilfen für die jüngsten Kinder des Dorfes bieten. "Bewegung
fördert den Kreislauf und die grauen Zellen", ist sich der Klausner
Gymnastikpädagoge Reinhard Tutzer sicher. Er vermittelt den Verantwortlichen
des Kindergartens, den Eltern und Kindern, wie Gymnastik richtig und sinnvoll
gemacht wird. Das Schwerpunktthema der Kindergartendirektion Neumarkt ist heuer
"Kreative Bewegung im Kindergarten" [...] Kindergartenpersonal, Eltern
und Kinder werden mittels praktischer Übungen und theoretischer Einführungen
mit den Materien Gymnastik und Bewegung vertraut gemacht, "damit das die
Eltern zu Hause fortführen können, was wir im Kindergarten beginnen",
sagt Tutzer.
"Kinder sind viel gelenkiger als wir Erwachsene, obwohl wir es
auch noch sein könnten", sagt er. "Wir sollten uns von den Kindern
sogar noch Bewegungen abschauen und nachmachen, denn das sind die natürlichsten
Abläufe." Unbeweglichkeit schafft oft Schmerzen, die durch gezielte und
konsequente Bewegungsgymnastik wieder gelindert oder gar geheilt werden können.
Bewegungsabläufe bewusst gemacht, fördern auch die geistige Entwicklung,
weshalb bereits früh damit begonnen werden sollte, sagt Tutzer.
Den 38 Kindern
im Aldeiner Kindergarten scheint die Methode Spaß zu machen. Auch von den
Kindergärtnerinnen erfordert es ein Umdenken, "doch sehen wir die Erfolge
bereits jetzt", sagt Edeltraud Kalser. Konkret geht es dabei laut Tutzer um
folgende Punkte: die Kinder sooft als möglich barfuß laufen lassen, sie alle
Aktivitäten, wenn möglich, am Boden erledigen lassen sowie die Kinder in ihren
Bewegungsabläufen nicht einschränken. Platz dafür wurde im Aldeiner
Kindergarten bereits geschaffen [...]
[Dolomiten, 25. 01. 2000]
Neue Ideen beim Tageslehrgang der Sportjugend
Barfüßig und blind [...]
Gut besucht war der Tageslehrgang der Bayerischen Sportjugend zum Thema
Kinderturnen [...]
Vor dem Mittagessen in der Schulküche, das vom FSV Schnabelwaid organisiert
wurde, wurden verschiedene Großgeräte aufgebaut, die von der Referentin
geschickt zu einem "Fühlparcours" durch die gesamte Turnhalle
gestaltet wurden. Barfüßig und mit verbundenen Augen tasteten sich die
Teilnehmer einzeln an einem Seil entlang über die Hindernisse, krochen durch
enge Tunnels und schnupperten verschiedene Duftstoffe. In einer Gesprächsrunde
konnte jeder seine eigenen Gefühle und Empfindungen beim Durchlaufen des
Parcours schildern. Außerdem zeigte die Referentin Möglichkeiten, die
einzelnen Bausteine entsprechend den Gegebenheiten in der eigenen Turnhalle oder
auch im Freien zu verändern. Einstimmige Meinung der Teilnehmer: "Das war
toll, so was müssen wir bei uns auch mal machen!" [...]
[Nordbayrische Nachrichten, 12. 07. 2002]
Heiße Füße für die Schnellsten
Neu organisiert ist «Dä schnellscht St. Galler»
noch attraktiver
Für die Kinder der Stadt St. Gallen ist der Wettkampf um die
schnellsten Schülerinnen und Schüler ein Sportfest. Für die Sportartikel -
Hersteller muss er ein Graus sein. Da investieren sie Millionen ins Schuh -
Design, und dann das: Der Grossteil der Kinder verzichtet darauf, teure
Markenschuhe zu schnüren und läuft barfuß.
Im Gegensatz zu den Sportartikel -
Herstellern bleibt die Begeisterung nicht auf der Strecke. Die Zehen werden
millimetergenau an die Startlinie gestellt, um beim Startschuss nicht
frühzeitig in Rückstand zu geraten. Ein Knall, und los geht es unter den
Anfeuerungsrufen der Mitschüler, Lehrer und Eltern. Wer als Erster ins Ziel
kommt, dem wird die Ehre zuteil, sich auf einem Podest feiern zu lassen.
Dabei
tanzen die Kinder dann ganz nervös umher, weniger wegen des Sieges, als
vielmehr, weil die Sonne das lackierte Holz auf Bratpfannen - Temperatur
aufgeheizt hat. Schuhe wären jetzt nicht schlecht [...]
Insgesamt starteten 130
Staffeln, im vergangenen Jahr waren es noch 62. Unter dem Strich starteten in
diesem Jahr demnach 148 Kinder mehr in den Staffeln
[St. Galler Tagblatt, 15.
06. 2000]
Schweissperlen und läuferische Rohdiamanten
«De schnällscht Zürihegel» bei sommerlichen Temperaturen
urs. Schweisstreibend ist dieser Samstagnachmittag auch für Zeitgenossen ohne
sportliche Ambitionen. Manchem glänzt die Stirn, ohne dass er einen Fuss vor
den anderen gesetzt hätte. Im Zürcher Freibad Letzigraben drehen und wenden
sich faul herumliegende Sonnenanbeter [...] Um jeden Zentimeter wird auch in den
Finalläufen auf dem angrenzenden Sportplatz Utogrund gekämpft. Auf dessen
Wiese sind über ein Dutzend Bahnen abgesteckt. Es gehört zur Tradition des
seit 1951 bestehenden Wettkampfs «De schnällscht Zürihegel», dass nicht auf
der Tartanbahn, sondern auf dem Rasen gesprintet wird.
3500 Stadtzürcher Primarschulkinder haben zuvor in Quartierausscheidungen und
Zwischenläufen um die 144 Finalplätze im Einzellauf gewetteifert. Nach Alter
sowie Geschlecht unterteilt, machen die Schnellsten nun in zwölf Endläufen die
Allerschnellsten unter sich aus. Eltern mit Videokameras und stolz geschwellter
Brust spornen Söhne und Töchter an, während kleine Schwestern sich die
Münder mit rosaroter Zuckerwatte verkleistern [...]
Während die Finalisten von der blechernen Megaphonstimme namentlich vorgestellt
werden, spiegelt sich eine Mischung aus Stolz und Verlegenheit in ihren Augen.
Manche winken wie Teletubbies - die pummeligen Helden aus der gleichnamigen
Fernsehserie - von der grünen Wiese, andere üben sich bereits in Siegerposen.
Als sie kurz darauf in mehr oder weniger ausgereiftem Laufstil und fast
ausnahmslos barfuss vorbeiflitzen, treten die unterschiedlichen körperlichen
Entwicklungsstände innerhalb der Jahrgänge eindrücklich zutage. Winzige
Gazellen messen sich auf der 80-Meter-Strecke mit bulligeren, um mehrere Köpfe
grösseren Gleichaltrigen, wobei Erstere keineswegs immer die letzten Plätze
belegen [...]
Ramona Mannino kontert als Sprintstärkste des Jahrgangs 1994 im bis zu den
Knien reichenden Siegerinnen-T-Shirt die selten doofe Frage des
Berichterstatters, weshalb sie gewonnen habe, mit einer konzisen Analyse: «Weil
ich die Schnellste war.» [...]
[Neue Zürcher Zeitung, 26. 05. 2003]
«Feuerstock» am Uluru entzündet - Fackel auf
dem Weg nach Sydney
Ayers Rock (dpa) - Der olympische «Feuerstock» ist auf dem
Weg nach Sydney. Nach einer schlichten Zeremonie vor der traumhaft schönen
Kulisse des Ayers Rock im Roten Herz Australiens ist die olympische Fackel am
Donnerstag von den ersten der 11 000 Läufer getragen worden. In Sydney wird sie
am 15. September vor 110 000 Zuschauern die Flamme für die Sommerspiele
entzünden.
In bitterer Kälte bei Temperaturen knapp über dem Gefrierpunkt
warteten die Stammesältesten der Anangu seit kurz nach Sonnenaufgang auf die
olympische Flamme. [...] Nova Peris - Kneebone durfte als erste mit der Fackel
laufen. Die 29 - jährige Aborigine hatte 1996 als erste Ureinwohnerin Gold für
Australien gewonnen. Sie siegte mit der Hockey - Mannschaft und wird in Sydney
wahrscheinlich im Sprint an den Start gehen.
In strahlendes Weiß gekleidet,
strahlte die dunkelhäutige Sportlerin in die über zwei Dutzend Fernsehkameras
und sagte nach ihrem Lauf, den sie trotz Kälte aus Respekt für ihre Herkunft
barfuß absolvierte: «Das war etwas ganz Besonderes. Wir konnten der ganzen
Welt unsere Kultur zeigen.» Eine der nächsten Läuferinnen war Evonne
Goolagong - Cawley, die zweimalige Wimbledon-Siegerin. Auch sie ist Aborigine und
wurde auf ihrem Lauf von zahlreichen Ureinwohnerkindern begleitet, von denen
einige Hunderte von Kilometern angereist waren. «Dies war wie eine Segnung der
Olympischen Spiele», sagte die ehemalige Tennisspielerin. [...]
[Schwäbische
Zeitung und viele andere, 08. 06. 2000]
Mit dem Laubrechen bewaffnet
Auf dem Fitnessparcours Norenberg ob Bazenheid
hat Josef Knill wieder das Zepter
Der Fitness - Parcours Norenberg wurde im
vergangenen Herbst total erneuert. Dann schlug Sturm «Lothar» zu. Die Anlage
mit Finnenbahn ist wieder offen; dass sie im Schuss bleibt, dafür sorgt vor
allem ein Mann. [...]
Nächstes Jahr wird der Fitness-Parcours Norenberg
zwischen Kirchberg und Bazenheid ein Vierteljahrhundert alt. In die Jahre
gekommen, wurde er im vergangenen Herbst einer Gesamtrenovation unterzogen. In
Fronarbeit - wie schon bei der Erstellung des Parcours - sorgten alle
Sportvereine der Gemeinde dafür [...] Und auch die Finnenbahn wurde
vollständig saniert. [...] Der Mann, der seit Bestehen der Anlage nach dem
Rechten schaut, ist Josef Knill. [...] So ist er vorderhand jeweils nur mit dem
Laubrechen unterwegs, wischt da und dort ein Ästchen oder einen Föhrenzapfen
aus der 400-Meter-Finnenbahn. Gefüllt ist sie mit Sägemehl, darunter liegt
eine Schicht Holzschnitzel. [...]
«Viele Läuferinnen und Läufer drehen ihre
Runden barfuß, und da ist solches Material nicht gerade angenehm», meint er
und hebt die Fremdkörper über die seitlich angebrachten Eichenbalken. [...]
[St. Galler Tagblatt, 10. 06. 2000]
"Schalke 04, Seele vom Revier" [...]
"Schalke 04 ist die Seele vom Revier", sang Ährwin Weiss, als "Mäusken
- Sänger"
in den 70-er Jahren bekannt gewordene Ruhrpott - Barde und traf damit voll in die
Herzen seines Publikums: Der erste Seniorenstammtisch des Arbeiter Samariter
Bundes (ASB) war ein toller Erfolg und für (ältere) Schalke - Fans unbedingt ein
Muss. [...]
Die 70-er Jahre sind Klaus Fischer, dem erfolgreichsten Spieler und Stürmer aus
dieser Zeit bestens in Erinnerung [...] Als einen Höhepunkt nennt er die
Vizemeisterschaft 1972 gegen die Münchner Bayern. [...]
Gemeinsam mit Mannschaftsarzt Dr. Thorsten Rarreck durchleuchtete er das Thema
"Verletzungen". "Wir haben früher barfuß gespielt, hatten
kräftige Bänder und Sehnen", weiß er. Und der Arzt bestätigt:
"Heute stecken die Spieler von Kindesbeinen an in Fußballschuhen, haben
deshalb erhöhtes Verletzungsrisiko!"
[Ruhr Nachrichten, 07. 11. 2000]
Mit Ball am Fuß die Venen stärken
Katholisches Bildungswerk organisiert Kurs in Turnhalle an der Schützenstraße
Lünen
"Auch da unten muss man elastisch bleiben", sagt Theo Dewenter und
zeigt auf seine blanken Füße. Seit zwei Jahren macht der 63-Jährige mit beim
Kurs "Venentraining und Fußgymnastik" des Katholischen
Bildungswerkes.
An diesem Freitagvormittag sind außer ihm noch acht Frauen in die Turnhalle an
der Schützenstraße gekommen. Jetzt liegen alle zusammen wie hilflose Insekten,
die Arme und Beine nach links und rechts gestreckt, auf dem Rücken und
versuchen einen großen grünen Gymnastikball mit den Füßen von einem zum
nächsten zu geben. "Diese und andere Übungen dienen der Koordination und
der Konzentration. Wir machen aber auch Ausdauertraining und
Entspannungsübungen", erklärt Kursleiterin Ute Gössing.
Eben, als die Gruppe noch das sogenannte Thera - Band kunstvoll um die Füße
gewickelt hatten, hat sie noch Kommandos gegeben: "Bein beugen, Bein
strecken, Fuß beugen, Fuß strecken". Übungsleiterin Ute Gössing:
"Das stärkt die Fußmuskulatur und den venösen Rückfluss zum
Herzen." Und das ist, so Gössing, ganz besonders wichtig:
"Bewegungsmangel führt zur Passivität der Fußmuskulatur. Schlecht
trainierte und erschlaffte Fußmuskulaturen, Verformungen im Fußskelett wirken
nicht selten auch auf Kniegelenke, Hüftgelenke und Wirbelsäule."
Edith Nitsche (64) hat, bevor sie zur Fußgymnastik gestoßen ist, in einer
Gruppe geturnt. Sie ist überzeugt davon, dass die freitägliche Übungsstunde
schon Wirkung zeigt: "Meine Gelenke werden nicht mehr so schnell
müde." Die wöchentlichen Übungen machen der agilen Frau immer Spaß,
reichen tun sie ihr aber nicht: "Ich mache jeden Abend zu Hause mit der
Fußgymnastik weiter. Denn ich will auch noch im Alter noch lange laufen
können". [...]
[Ruhr Nachrichten, 09. 02. 2001]
Tanzabende - nicht nur zum Tanzen
Vor sechs Jahren haben Matthias Gerber und Karin Beck aus Winterthur das
"Dance Free" ins Leben gerufen - mit dem Ziel, Freundschaften zu
knüpfen. [...]
Nicht ein einziges Visitenkärtchen, sondern gleich vier verschiedene geben
Karin Beck und Matthias Gerber denen, die sich für ihre Arbeit interessieren.
Auf einem einzigen Kärtchen hätten ihre vielen Berufe und Aktivitäten auch
keinen Platz: Sie spielen Volksmusik an Festen aller Art, leiten Männer- und
Stimmgruppen, führen Selbsterfahrungswillige in die Natur hinaus und leiten sie
zu Ritualen an. Weiter arbeiten sie in der Elternbildung, organisieren
Musikfestivals, begleiten Einzelne durch Krisen, gestalten Seminare und geben
Musikstunden. [...]
Als das Paar vor sechs Jahren mit der zehnjährigen Tochter einen gemeinsamen
Wohnort suchte, geriet es zufällig ins Zelt der Musikfestwochen Winterthur auf
dem Kirchplatz. Die Gespräche, die sich mit den Leuten da ergaben, führten zum
Entscheid, nach Winterthur zu ziehen. "Wahrscheinlich wäre es normal
gewesen, Treffpunkte und Kurse zu besuchen, um hier neue Beziehungen zu
knüpfen, doch wir wählten den umgekehrten Weg und stellten selber einen Anlass
auf die Beine", erzählt Gerber.
Als er erstmals mit der "Dance Free" - Idee im städtischen
Kulturzentrum Alte Kaserne vorsprach, habe man ihn zwar freundlich empfangen,
jedoch bezweifelt, dass es funktionieren würde. Mittlerweile steht jedoch etwa
zum achtzigsten Mal unter den Veranstaltungshinweisen: "Tanzen, bewegen,
Visionen teilen."
Immer mehr Menschen folgen der Einladung. Zu Beginn konnte die Raummiete nur
dank viel Rabatt beglichen werden, heute kommen oft fünfzig, sechzig Tanzende,
deren Beitrag von je fünfzehn Franken ausreicht, um die Unkosten zu decken.
Mehr wachsen soll die Veranstaltung laut Gerber jedoch nicht: "Sie war von
Beginn an darauf angelegt, klein und persönlich zu bleiben."
Ohne Schuhe, Rauch und Alkohol
Die Straßenschuhe bleiben im Obergeschoss der Alten Kaserne draußen vor der
Tür. Alkohol und Nikotin sind drinnen tabu, doch im Vorraum stehen kostenlose
Softdrinks bereit. [...] Der Tanzraum selbst ist liebevoll-festlich dekoriert
mit bunten Lämpchen, Tüchern und Kerzen. Es schweißelt leicht, und aus den
Boxen klingen in angenehmer Lautstärke Folk und Oldies, dazwischen mal was
Experimentelles.
[...] Fast alle bewegen sich, die meisten allein, ein Paar auffällig
aufeinander bezogen, die einen introvertiert-verzückt, die anderen wild und
expressiv.
Barfuß ist alles besser
Wer was vom Abend haben will, muss auch gleich loslegen, denn der Anlass endet
um halb zwölf. Mehr Frauen als Männer sind gekommen, die meisten im Alter von
25 bis 50.
Schon in Bern hatte Gerber, der sich vor zehn Jahren als Männerarbeiter einen
Namen gemacht hat, ähnliche Anlässe organisiert. Während es in Winterthur
nichts Vergleichbares gegeben habe, existiere dort eine richtige Barfuß- Disco- Szene. Die Bewegung jener, die glauben, dass "barfuß alles
besser ist", stamme aus den USA, sagt Gerber und lacht.
Er positioniert sich zwar in der Selbsterfahrungsecke mit seiner Ausdrucksweise,
bricht sie jedoch immer wieder mit leiser Selbstironie. Nur der Mittelteil des
Winterthurer "Dance Free" ist einzigartig, da von Beck und Gerber
selbst erfunden: Sie rufen die Tanzenden zusammen und lassen einen Gegenstand im
Kreis herumgehen. Wer möchte, kann etwas sagen: Ein Wunsch, ein Anliegen, ein
Tipp, eine Mitteilung. Von "ich möchte ein Gedicht mit euch teilen"
bis "wer kennt eine gute Kinderärztin in Winterthur?" hat alles
Platz.
Danach geht die Musik weiter, und ganz nebenbei wird koordiniert, vermittelt,
geplant. Gerber und Beck kriegen nur am Rand mit, was dabei alles entsteht.
"Das soll auch so sein", sagt Beck, "wir geben nur den Raum, die
Leute müssen selbst die Initiative ergreifen." [...] Längst haben Karin
Beck und Matthias Gerber den Gedanken weitergesponnen, auf diese Weise Ideen und
Gemeinschaften entstehen zu lassen. [...] Beide träumen davon, eine
Gemeinschaft zu bilden, die von Tauschhandel und gemeinsamen Vorhaben lebt.
Letztes Jahr luden sie Interessierte zum Brainstorming bei
"Sippensuppen" ein. Mittlerweile ist eine ganze Gruppe daran, ein
Leitbild zu erarbeiten, um eine Art Dorf in der Stadt zu gründen. Dieses soll
nicht wie ein konventioneller Verein von einzelnen, sondern von mehreren Hundert
Mitgliedern getragen werden. "Dance Free" könnte darin Teil eines großen
Ganzen werden. [...]
[Tages Anzeiger, 14. 03. 2001]
Ein Mädchen, das austeilt
Derya Torun aus Hamburg ist Weltmeisterin im Kickboxen, ein Kampfsport, in dem
fast alles erlaubt ist. Die Deutsche türkischer Herkunft hält die
schwarz-rot-goldene Fahne hoch. Integration ist für sie kein Thema. [...]
Derya, seit ein paar Minuten Weltmeisterin im Kickboxen, steht auf dem
Siegerpodest zwischen der Irländerin und der Kanadierin und schwenkt ein
schwarz-rot-goldenes Papierfähnlein, wie beim Kindergeburtstag. Die richtige
Flagge haben die Leute vom Verband zu Hause vergessen. [...]
Einssechzig, 49 Kilo, immer ein Lachen auf den Lippen. Am liebsten, sagt Derya,
hat sie es, wenn ihre Gegnerinnen sich fragen: Was ist das denn für eine? Sie
betritt die Kampffläche, der schwarze Pferdeschwanz, der aus ihrem Kopfschutz
ragt, fängt an zu hüpfen, und die Herausforderin denkt: dieses zierliche
türkische Mädchen.
Aber das ist schon der erste Fehler, denn Derya ist Deutsche, und von diesem
Moment an kann die Gegnerin ausgiebig die Hornhaut an Deryas Sohlen betrachten,
die von den Kicks aus vorherigen Kämpfen stammt. Die Oberseite der Füße ist
verdeckt von einem schützenden Polster; die Unterseite hat die Gegnerin für
den Rest des Kampfes vor dem Gesicht, wenn sie nicht gerade einen Tritt auf den
Kopf bekommt, auf den Arm, die Brust, in den Bauch.
Derya aus Hamburg-Winterhude, 20 Jahre alt, in Deutschland geborenes und
aufgewachsenes Kind türkischer Eltern, angehende Bürokauffrau, trägt
Kleidergröße 34, Levi's 25, und wer sich mit ihr anlegt, kriegt ein paar aufs
Maul.
Kickboxen hat in Deutschland kein besonders gutes Image, die meisten halten es
schlicht für Prügelei, mehr noch als Boxen. Wer sich die Ranglisten der
Kickboxer anguckt, stellt fest, dass eine Menge türkischer Namen darunter sind,
auch einige türkische Frauennamen. [...]
Das Repertoire der Füße: Frontkicks in die Magengrube, Axe- Kicks, die wie
eine Axt auf den Kopf niedergehen, Backkicks, die Pferdetritten ähneln; das
Repertoire der Fäuste: Seitwärtshaken, Aufwärtshaken, Milzhaken, Leberhaken,
die sind sehr gut, sagt sie, "weil da geht der Gegner sofort zu Boden"
[...]
Woher die Aggression, woher das Selbstbewusstsein? Kickboxen ist ein Sport der
Underdogs, es gibt Sportschulen, da trainieren fast ausschließlich Ausländer
und immer mehr Frauen. Derya kennt eine Türkin, die kämpft immer mit Kopftuch
unter dem Kopfschutz.
Verteidigen diese Kämpferinnen sich mit Fäusten gegen eine Gesellschaft, in
der sie sich mit Worten nicht zur Wehr setzen können? Oder gegen ein
kulturelles Erbe, das ihnen lästig geworden ist? Ist es die innere
Zerrissenheit, deutsch zu sein und auch wieder nicht, die sie kämpfen lässt,
auch gegen sich selbst?
"Viele ausländische Frauen wollen beim Kickboxen einen auf hart
machen", sagt Derya, "die können hier den Mann rauslassen." Wie
das mit der Gleichberechtigung bei denen zu Hause aussehe, sei eine ganz andere
Sache. [...]
[Tagesspiegel, 02. 07. 2001]
Lieber barfuß auf der Insel, als mit Schuhen in gesellschaftlichen Zwängen
[...]
Über sich mag Robert Hamm eigentlich gar nicht reden. Wie wär's mit dem Besuch
der jungen Iren in Langen, denen er auf der Insel Handball beibringt? "Das
ist okay", sagt Hamm. "Wir schauen mal, wie weit wir in einem Jahr mit
dem Handball gekommen sind."
Hamm sitzt in T-Shirt, Jeans und barfuß auf einer Holzbank hinter der
Georg-Sehring-Halle und schaut seinen 14 Schützlingen beim Ballsport zu. Die
Jungs kommen aus der kleinen Stadt Sligo, wohnen bei Familien in Langen und
spielen gegen Mannschaften aus der Region. Zu Trainingszwecken, denn in Irland
ist Handball ein exotisches Vergnügen.
Noch verlieren die jungen Iren ständig gegen ihre Gegner. In einem Jahr aber
– da will Hamm in Irland zu einem Turnier laden, mit Jugendmannschaften aus
Island, Schweden und Deutschland. Bis dahin werden die Jungs bestimmt besser
sein. In einem Jahr kann sich viel ändern.
Robert Hamm, den man rund um die Sporthalle als "Robbie" kennt, wohnte
bis vor einem Jahr noch in Langen, war Erzieher. Nun lebt er in Irland [...]
Auch die Geschichte Irlands interessiert ihn offensichtlich: Fragt man den
Langener, warum auf der Insel kein Handball gespielt wird, gibt's eine kleine
kulturhistorische Abhandlung, denn schließlich ist der "Sport ein Teil der
Kultur". Irland, so Hamm, hat eine 800 Jahre alte Kolonialgeschichte.
"Das Land ist besiegt und erobert, besiegt und erobert worden – und wurde
kulturell immer wieder neu besiedelt." Von mehreren Einwanderungswellen
schwappten die Briten als letzte auf die Insel – und brachten ihre
"nationalen Zwangssportarten" Golf, Rugby und Fußball mit. [...] Und
die irischste aller Sportarten sei Gaelic Football, eine Mischung aus Fußball
und Rugby. Außerdem beliebt: "Eine Art Squash ohne Schläger",
erzählt Hamm und schmunzelt. [...]
Hamm ist kein Fan von gesellschaftlichen Zwängen [...]
Er schaut sinnierend seine Füße an. "Warum ich keine Schuhe anhabe? Das
ist die falsche Frage", sagt er und erzählt die Geschichte von dem kleinen
Jungen, der mit seinem Vater durch Langen lief und in einer Straße Robert Hamm
begegnete. "Der Bub fragte seinen Vater: "Papa, warum haben wir Schuhe
an'?"
[Offenbach Post, 15. 08. 2001]
Auf den Spuren von Federer [...]
Mini-Tennis entspricht nicht der Tradition.
Gespielt wird unkonventionell - barfuss und auf Rasen. 90 Teilnehmer erlebten
die attraktive Spielform in der Reider Badi - aktiv in Badehosen und fernab von
Sandplätzen und Hallen [...]
Alles ist bereit. Der Schiedsrichter hat es sich auf seinem Sitz, der
komfortabel mit einem Sonnenschirm ausgestattet ist, in luftiger Höhe
gemütlich gemacht. Die Partie verfolgt er aus einer Position, welche es ihm
ermöglicht, intensive Ballwechsel mit wachsamen Augen zu verfolgen und
knifflige Entscheidungen - landet der Ball im Feld oder knapp ausserhalb - aus
der Vogelperspektive zu treffen. Auf dem Spielfeld stehen sich die beiden
Kontrahenten barfuss und in Badehosen gegenüber - Kleidervorschriften gibt es
nur in Wimbledon. Dafür wird wie in Wimbledon auf Rasen gespielt. Dass dieser
nicht ganz so kurz geschnitten ist, fördert die Attraktivität des Spiels -
Unebenheiten des Terrains verleiten den Ball zu unvorhersehbaren Sprüngen,
welche die Akteure zu artistischen Einlagen zwingt.
Darum bevorzugen einige gewiefte Spieler die Taktik, den Ball - vor dem Aufprall
auf dem Grün - direkt aus der Luft ins gegnerische Feld zurückzuspedieren
[...]
Zum dritten Mal bietet der Schweizerische Tennisverband (Swiss Tennis) in
Zusammenarbeit mit den Tennisclubs aus Reiden und Zofingen interessierten
Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen die Gelegenheit, in der Badi an einem
Mini-Tennis-Turnier teilzunehmen - fernab von Sandplätzen und Hallen. Das
Spielobjekt ist keine harte Filzkugel, sondern ein weicher Softball, das Racket
kürzer und leichter als ein üblicher Tennisschläger und das Spielfeld (10 mal
5 Meter) sehr klein. Gefragt sind also nicht in erster Linie Schlagkraft und
Ausdauervermögen, sondern Präzision und Reaktionsvermögen [...]
[Zofinger Tagblatt, 05. 08. 2003]
| zurück zur Übersichtsseite
des "Best of" im Hobby? Barfuß! Forum |
zum Kopf der vorliegenden Seite |