Barfuß - Pressespiegel : Barfuß durch Feuer und über Scherben
Barfuß
über glühende Kohlen
Ibbenbüren: Karl Everding bietet Seminar für Feuerlauf an
Ibbenbüren - »Jeder ist ein Feuerläufer«. Das behauptet jedenfalls Karl Everding,
Psychologe und Psychotherapeut aus Frankfurt. Kein Gag. Kein Trick. Barfuß über
glühende Kohlen. Karl Everding ist schon über 200 Mal unbeschadet über die 700 Grad
heiße Glut gelaufen und mit ihm viele Teilnehmer seiner Seminare. Erklärungsversuche
gibt es einige - von Schweißtropfen auf der Haut, Gefäßverengung (der Blutbahnen),
geringe Wärmeleitfähigkeit der Haut beziehungsweise des Holzes, geringe Zeitdauer der
Berührung mit der Glut, die Hochstimmung der Ekstase, Trance und so weiter. Für Everding
ist der Feuerlauf »immer wieder ein Wunder, das Wunder, das wir barfuß und unverletzt
über 700 Grad heiße Glut laufen und darauf tanzen können, ohne uns zu verbrennen.«
Feuerlauf ist eine sehr alte Tradition in vielen Kulturen. Feuerläufer berichten von
tiefen, heilenden und spirituellen Erfahrungen. Wer die Probe aufs Exempel machen will,
der hat dazu [...] in Ibbenbüren die Gelegenheit. Unter der Leitung von Karl Everding,
der seit 1985 in Europa, Israel und Indien Feuerlaufseminare anbietet, kann man den Tanz
auf glühenden Kohlen ausprobieren. Doch der Feuerlauf ist kein Spektakel, hier wird nicht
der nächste »Kick« geboten. »Der Feuerlauf, den ich durchführe, ist nicht religiös
oder mystisch, jeder kann ihn machen. Es steckt keine Sekte dahinter und ich bin kein
Guru, sondern Psychologe und Therapeut«, versichert Karl Everding.
[Westfälische Nachrichten, 14. 9. 1999]
Schmerzfrei über Glut und Scherben
Kann man den Erfolg erlernen? Man kann: Das Abendblatt besuchte ein Motivations - Seminar für Manager
Von SASKIA TANTS Niemals! Ich werde nicht barfuß über einen glühenden Kohlenteppich
gehen und mir diese Schmerzen antun. Nein, so einen Irrsinn mache ich nicht mit. Gut, dass
ich hier [...] nur Zuschauer bin. Ich werde, das nehme ich mir vor, nur als Beobachter
über dieses Motivations - Seminar berichten, [...] zu dem sich 34 Hamburger Unternehmer
und Manager angemeldet haben.
"You can get it, if you really want it" - du kannst alles erreichen, wenn du es
wirklich willst - trällern fröhliche Stimmen aus den Lautsprechern. Das Seminar hat noch
nicht begonnen, da ertappe ich mich schon dabei, dass ich fröhlich mitsumme. "You
can get it . . ." Das muss der Beginn einer groß angelegten Gehirnwäsche sein,
denke ich - und höre augenblicklich mit dem Summen des albernen Ohrwurms auf. Dabei weiß
ich, dass all dies zu einem guten Zweck veranstaltet wird. Der Erlös der Aktion geht an
krebskranke Kinder.
Um unter Beweis zu stellen, dass sie am Ende tatsächlich voll motiviert sind, sollen die
Teilnehmer am Abend durchs Feuer laufen. Denn: Erfolge beginnen im Kopf. Das ist der
Leitspruch des Seminars [...] Los geht's. Trainer Mercury gratuliert zum ersten Schritt,
den wir getan hätten, weil wir heute hier seien [...] Durch das Fenster beobachte ich
einen Mann, der schubkarrenweise Holzkohle heranschafft. Ich bin entsetzt. Kann man diese
Menschen wirklich dazu bringen, diesen Irrsinn mitzumachen? Zwei Stunden sind vergangen.
Meine Augen sind geschlossen. Vögel zwitschern vom Tonband, ich höre einen Bach rauschen
- und die Stimme von Mercury. "Ihre rechte Hand wird jetzt ganz leicht . . .",
sagt er beschwörend. "Leicht, leicht, leichter . . ." Plötzlich merke ich, wie
sich meine Hand wie von selbst von der Armlehne hebt. Ich breche vor Erstaunen in
Gelächter aus. Ganz offensichtlich befand ich mich in einem Trance - Zustand. Nun breitet
Mercury ein Handtuch mit einem Haufen Scherben auf dem Boden aus. Mit einem Hammer
zerschlägt er noch ein paar Wasserflaschen und legt die Trümmer triumphierend dazu.
Nicht an Blut und Schmerzen denken, meint der Mann mit der Smiley - Krawatte, zieht sich
Schuhe und Socken aus, verkündet, dass Scherben seine Freunde seien und spaziert darauf
herum. "Das können Sie auch!" Der Mensch könne nämlich sein vegetatives
Nervensystem beeinflussen.
Nein, denke ich. Doch - tatsächlich: Es funktioniert. Nach und nach stellen sich die
Seminar - Teilnehmer auf die Glasscherben. So etwas wie eine Massen - Euphorie muss mich
dazu bewegt haben. Jedenfalls stehe ich nun auch mit nackten Füßen und verzücktem
Grinsen auf dem Scherbenhaufen - und will gar nicht mehr runter. Kein Blut, nicht mal eine
Schramme. Und nun glaube auch ich, dass Erfolge im Kopf beginnen. Ich bin fest davon
überzeugt: Der Glaube kann Berge versetzen. Zumindest an diesem Tag.
Der Feuerlauf war übrigens ein Klacks. War noch nicht einmal heiß an den Füßen. Und
niemand hat sich verletzt. [Hamburger Abendblatt, 11. 10. 1999]
Detlev Wiese ist Feuerläufer
Sildemower gibt Seminare, um Mutige über die Glut zu schicken
Rübergehen oder rübertanzen über die 800 Grad heiße Glut, das vermag der
Sildemower Detlev Wiese. Die Aktionen bringen dem 48-Jährigen Respekt, aber
auch oft Kopfschütteln ein [...]
Detlev Wiese wirkt etwas esoterisch. Das, was er sagt, hört sich fremd an,
zweifelhaft. Rationale Charaktere könnten bei seinen Worten lächeln oder das
Gesagte mit "leicht versponnen" umschreiben.
Detlev Wiese ist Feuerläufer. Dutzende Male ist der Pharmareferent und
zugelassene Heilpraktiker über glühendes Holz gelaufen – barfuß. "Den
Zweck kann man nicht erklären, das bringt die Erfahrung", sagt der
49-Jährige, um dann doch das Ziel des Feuerlaufens zu offerieren: Begrenzungen
wie Ängste und Befürchtungen sollen überwunden werden. Auch wenn der gesunde
Menschenverstand sagt "Tu das nicht".
Das machen, was eigentlich nicht geht. Man könne so lernen, besser mit den
Schwierigkeiten des Alltags umzugehen.
Inzwischen ist der Sildemower ein so genannter Feuerlauf-Seminarleiter, darf
Interessierte nach intensiver Einweisung über die Glut schicken. Zur
Vorbereitung gehört neben der Präparierung und Diskussionen über die Angst
auch eine Unterschrift unter einen Haftungsausschluss. Immerhin, es soll
schließlich über 800 Grad heiße Glut gehen. Aber passiert sei bisher nichts,
allenfalls eine kleine Brandblase, die Wiese als "Feuerküßchen"
bezeichnet.
Dass die Füße beim Laufen über glühendes Birken-, Fichten-, Eichen- oder
Buchenholz nicht verkohlen, erklärt der Feuerläufer mit seiner eigenen
Hypothese: Der Körper baue ein Energiefeld zum Schutz auf. "Was aber noch
zu beweisen wäre", schickt Wiese grüblerisch nach.
Nur eines dürfe man trotz des Energiefeldes nicht machen, auf der Glut stehen
bleiben. "Rübergehen oder rübertanzen."
Zum gesamten Prozedere des Feuerlaufens gehört auch das vorherige Notieren der
eigenen Ängste auf ein Blatt Papier. Das wird vor dem Lauf dem Feuer
überantwortet. Dabei setzt sich jeder Teilnehmer des hitzigen Unternehmens ein
individuelles Ziel. "Dadurch setzt sich die Festlegung im Unterbewußtsein
fest und hat dann die Tendenz, sich zu verwirklichen", sagt Detlev Wiese.
Das Feuerlaufen, das aus der Tradition tibetischer Mönche stammen soll, bietet
Wiese inzwischen auf Seminaren, Volksfesten oder Shows an. [...] Kinder haben,
so der Sildemower Feuerläufer, weniger Probleme über die Glut zu gehen, die
seien einfach gelassener.
Zwei Berufsgruppen, die nie über Feuer laufen würden, hat Detlev Wiese
ausgemacht: Hautärzte und Feuerwehrleute.
[Ostsee Zeitung, 15. 09. 2001]
Statt Motivation verkohlte Fusssohlen
oberriet. Teilweise schwere Verbrennungen haben sich acht Frauen eines
Unihockey-Teams zugezogen, die in Oberriet ein Feuerlaufen absolvierten.
Statt gestärkter Motivation und vertiefter Kameradschaft haben sich die
Hockeyanerinnen der Winterthurer Red Ants bei einem Feuerlauf schmerzhafte
Blasen, in den schlechtesten Fällen schwere Verbrennungen und einen
Kreislaufzusammenbruch eingehandelt.
Gemäss «NZZ am Sonntag» und «Sonntags-Zeitung» hatte der Verein via
Internet ein Feuerlauf-Seminar gebucht, das in Oberriet stattfand. Dabei werden
die Teilnehmenden darauf vorbereitet, am Ende des Seminars unbeschadet über
einen mehrere Meter langen Glutteppich gehen zu können - barfuss.
Bereits die erste Feuerläuferin erlitt gemäss den Sonntagsmedien schwere
Verbrennungen an den Fusssohlen. Dennoch habe die Seminarveranstalterin weitere
sieben Frauen über den Glutteppich gehen lassen, ehe die Übung dann
abgebrochen wurde. Eine davon bezahlte dafür mit einem Kreislaufkollaps [...]
[St. Galler Tagblatt, 15. 09. 2003]
Der Weg zum
Titel führt barfuß über Scherben
Spektakuläres Mental-Training bei Bayer 04 Leverkusen - "Das kann nicht alles Humbug
sein"
Scherben bringen Glück, heißt es. Aber mit dem Vertrauen auf den Wahrheitsgehalt eines
solchen Sprichworts läßt man es bei Bayer 04 Leverkusen nicht bewenden. Dort geht man
buchstäblich einen Schritt weiter. Man schreitet darüber. Barfuß. So geschehen am
Wochenende während des Trainingslagers im hessischen Grünberg.
Hier erschien der Psychologe Jürgen Höller, in der Branche als
"Motivationsguru" bekannt, der in der Vergangenheit bereits zahlreiche Seminare
mit Managern hochrangiger Firmen abgehalten hat. Vier Stunden "mentales
Training" standen auf dem Programm. Und das ging so: Im Gruppengespräch wurde
Spielern und Trainern - vereinfacht ausgedrückt - positives Denken und Teamgeist
vermittelt. Da war von "Autosuggestion" und "Ankerworten" die Rede, da
wurden krafteinflößende Formeln skandiert ("Ich schaffe es, du schaffst es, wir
schaffen es"), da wurde ein gemeinsamer Schlachtruf eingeübt ("Yahoo").
Und zu guter Letzt gab's eine Aktion, die man, laienhaft, unter den Oberbegriff
"Mutprobe" stellen würde: Vor den Augen der inzwischen längst nicht mehr so
skeptischen, aber immer noch ziemlich verblüfften Fußballprofis zerdepperte Höller drei
Weinflaschen und bereitete daraus einen Scherbenteppich, über den es nun mit nackten
Füßen zu laufen galt. Dies alles entsprach dem Werbeslogan eines Automobilherstellers -
Nichts ist unmöglich. Als erster traute sich Christoph Daum, und die Mehrzahl der Spieler
folgte dem Beispiel des Trainers. Lediglich vier Seminar-Teilnehmer, namentlich Oliver
Neuville, Paulo Rink, Robson Ponte und Daryoush Yazdani, verzichteten auf diese
freiwillige Übung, vermutlich, weil sich ihnen wegen ihrer Sprachprobleme der tiefere
Sinn des Experiments nicht völlig erschlossen hatte. Jedenfalls schnitt sich keiner der
Probanden ins eigene Fleisch. Vielmehr berichteten die meisten später von einem zwar
seltsamen ("wie auf Watte"), aber keineswegs unangenehmen Feeling.
Nun könnten Spötter auf die Idee kommen, das Ganze als psychologischen Firlefanz abzutun
oder Daum vorzuwerfen, er habe schon vor Saisonbeginn einen Scherbenhaufen hinterlassen.
Einwänden solcher Art trat Manager Reiner Calmund vorsorglich entgegen: "Wenn Firmen
von Weltruf viel Geld in derartiges Mentaltraining ihrer Mitarbeiter stecken, kann das
nicht alles Humbug sein." ... Christoph Pluschke
[Kölner Stadtanzeiger, 5.7.99]
Wenn Fakir Konrad über Scherben
läuft
Kinderakrobaten im Zirkus Nikoletti
Freienohl. (ami) Langsam zieht der zehnjährige Konrad Humpert seine Schuhe aus.
Vor ihm liegt eine langgestreckte Platte voller Scherben - echte Scherben mit
scharfen Kanten. Konrad holt einmal tief Luft, dann betritt er die Platte.
Die Fakirnummer war nur einer der vielen Höhepunkte des Zirkus "Nikoletti".
"Die Idee entstand in der Gruppenleiterrunde der St.-Nikolaus- Gemeinde Freienohl, vor sechs Wochen begannen die Vorbereitungen für den großen
Tag" [...] Die Gruppenleiterrunde wollte ein Projekt vorstellen, bei dem
die Kreativität der Kinder gefragt ist - und was eignet sich da besser als ein
Zirkus? [...]
Zurück zur Fakirnummer. Noch immer steht Konrad mit bloßen Füßen auf den
Scherben. Zuerst ganz vorsichtig dann immer sicherer setzt Konrad einen Fuß vor
den Nächsten auf die Platte. Den Zuschauer stockt der Atem. "Das muss doch
weh tun", raunt jemand.
Das Geheimnis Doch Konrad verzieht keine Miene. "Das hat er mit viel
Meditationtraining eingeübt", verrät Hubertus Feldmann mit einem
verschmitzten Lachen im Gesicht. "Stimmt gar nicht, die Scherben wurden
vorher im heißen Wasser gekocht, darum ist es ungefährlich", gibt Konrad,
inzwischen am Ende der Platte angelangt, das Geheimnis preis.
[Westfalenpost, 23. 06. 2002]
Fakire bei den Ferienspielen
Im Cafe´ Fox lernten Kinder gestern, barfuß über Scherben zu laufen und auf
einem Nagelbrett zu schweben.
Keine Kleinigkeit, mal eben zum Fakir zu werden: Alle Kinder haben sich auf den
Boden gesetzt, im Kreis. Und sie lauschen den beschwörenden Worten von
Meisterin Silvia: "Ihr müsst echt leise sein. Das könnt ihr schon mal
üben - beim Schuhe und Socken ausziehen." Klar, Sekunden später ist es
furchtbar laut. [...]
Dann wird es aber schnell wieder still. Die sechs- bis 13-Jährigen üben sich
im Schneidersitz, während die Betreuer in der Mitte des Raums ein Tuch mit
bunten Scherben darauf ausbreiten. Mit echten Glasscherben. Über die sollen die
Kinder gleich laufen. Barfuß. Zuvor müssen sie allerdings noch einen Geist
beschwören, der ihnen dabei hilft. Also wird "Aladin, Aladin" gerufen
[...]
Dann wagt sich das erste Kind über die Scherben, dann noch eins und noch eins.
Und niemand scheint Schmerzen zu spüren. Stattdessen gibt es hinterher lockere
Kommentare. "Es war cool, es hat gekitzelt", sagt der neunjährige
Philipp, der für sein Alter ziemlich abgeklärt ist: "Ich weiß ja, dass
mir nichts passieren kann." Fabian (8) meint nur, dass es "ein
bisschen kalt" war. Die Betreuer wiesen vorsichtshalber dennoch darauf hin,
dass die Kinder die Übung auf keinen Fall zu Hause probieren sollten.
Schließlich hatten die Leute vom Spielteam die Scherben zuvor in kochendes
Wasser gelegt und ihnen so ihre Schärfe genommen. [...]
[Neue Ruhr Zeitung, 23. 10. 2002]
Barfuss auf Glut: Kalte Füße für Versicherungen
London - Versicherungen trauen sich nicht drüber.
Die Organisatoren eines Wissenschafts-Festivals haben ihre Einladung an die
Öffentlichkeit, barfüßig über glühende Kohlen zu gehen, zurücknehmen
müssen, weil die Versicherungen kalte Füße bekamen.
"Ich bin sehr enttäuscht, dass die Versicherungen ihre Meinung wieder
geändert haben", sagte Dr. Simon Gage, Direktor des International Science
Festival in Edinburgh am Samstag. Selbst Unternehmen, die ansonsten
Bungee-Springen und Zirkusdarbietungen versicherten, hätten frühere Zusagen
zurückgenommen.
"Da ist nichts Geheimnisvolles dran", sagte Gage über das Laufen auf
der Glut. "Das ist eine wunderbare Sache, und wir wollen der
Öffentlichkeit erklären, wie es möglich ist, auf Kohlen zu laufen, ohne sich
zu verbrennen."
Er könne nicht verstehen, warum die Versicherungen plötzlich Bedenken hätten.
Der fehlende Versicherungsschutz habe jedoch die Organisatoren nun gezwungen,
auf die Mitwirkung der Zuschauer zu verzichten und sich auf eine
wissenschaftliche Demonstration zu beschränken.
[Kurier, 15. 04. 2001]
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