Diskussionen zum Nutzen von Fühl- und Barfußpfaden
(aus verschiedenen Forumberichten seit Frühling 2000)

Hallo, ich heiße Gaby und bin 19 Jahre alt. Ich betreue oft Ferienfahrten mit Jugendlichen, bei der letzten Fahrt habe ich mich erstmals zum barfuß laufen überreden lassen. Inzwischen freue ich mich schon auf die nächste Fahrt mit den Jugendlichen.
Es sind bei uns hauptsächlich die Mädchen, die barfuß laufen wollen. Jetzt wollen wir auch unsere Jungs vom barfuß laufen überzeugen und werden während der Fahrt in einen Barfußpark fahren, wo wir alle barfuß laufen wollen (wenn es funktioniert).
Habt ihr auch Erfahrungen mit Barfußparks gemacht ? Sind diese gut oder ist der normale Feldweg doch besser ? Also ich freu mich auf Antworten ! :-) Gaby

Ich informiere mich in letzter Zeit gründlich über Barfußpfade, da ich in meiner Heimatstadt auch so etwas auf die Beine bringen will. Die im Internet beschriebenen Anlagen kenne ich noch nicht, will sie aber dieses Jahr besuchen.
Vor allem hat ein offizieller Barfußpfad den Vorteil, dass er psychologischen Druck auf die Unentschlossenen ausübt -- da läuft jeder barfuß, und es gibt keinen Grund, sich zu entziehen!! Aber ersatzweise tun es Feld-, Wald- und Wiesenwege auch -- nur springen die ungeübten Barfüßer gleich wieder in ihre Schuhe, wenn ein paar Steinchen auf dem Weg liegen.
Ich wünsche Dir vie Spaß für die gemeinsamen Barfußabenteuer dieses Sommers! Serfuß, Lorenz
P. S.: Macht euch notfalls den Barfußpfad selber; wie es geht ist hier beschrieben

Ich finde sogenannte "Barfußpfade" lächerlich. Die Leute laufen dort (und nur dort!) barfuß. Kaum haben sie diesen erfolgreich hinter sich gebracht, werden die Schuhe sofort wieder angeschnallt. Also meiner Meinung nach ist das völlig überflüssig. Wenn jemand wirklich was in dieser Richtung für seine Gesundheit tun will, der geht WIRKLICH barfuß, in der realen Welt.
Berni (N)

Hallo Berni, Nicht so eilig mit der Aburteilung! -- Jeder fängt mal klein an -- dann kann es durchaus aufwärts gehen!
Man muss die Leute heutzutage oft erst auf die Idee bringen, dass Barfußlaufen überhaupt möglich ist. Ich will übrigens niemanden zum Barfußgehen nötigen -- jeder soll doch frei entscheiden, was er mit seinen Füßen tut (bzw. seinen Füßen antut). Mich reizt es, der Allgemeinheit Beziehung zur Natur zu vermitteln -- und zwar auch der schuhtragenden Mehrheit der Bevölkerung. Z.B. durch die Einrichtung eines Fühl- und Bodenlehrpfades.
Lächerlich finde ich das eigentlich nicht..... Ich bin kein Barfußguru, ich will vermitteln, dass die Symbiose das Fortschrittsprinzip der Natur ist! Lorenz

Wie ich beschrieben hatte, hat ein größerer Teil der Kinder die Schuhe nach dem Barfußpfad nicht mehr angezogen und lief auf dem Gelände barfuß herum. Klar - das ist noch nichts weltbewegendes, aber vielleicht für die Kids doch ein kleiner Anstoß, ihre Eltern mit dem Wunsch zum Barfußlaufen "zu nerven".
Und so ist ein Barfußpfad dann doch ein kleiner Baustein ... meint zumindest Kai

Hallo zusammen, Lorenz und Kai haben sich ja, auf die etwas provokante Aburteilung von Berni hin, recht vorsichtig bezüglich der Erfolgsaussichten von Barfußpfaden geäußert.
Ich persönlich neige durchaus in Maßen Bernis Urteil zu. Der Knackpunkt bei der Sache ist m. E. die Frage, ob der berühmt - berüchtigte Transfer stattfindet, konkret :
Angenommen, der Barfußpfadkonsument kommt überhaupt auf die Idee, sie / er könnte ruhig mal öfter barfuß gehen, weil sie / er gerade feststellt, welch eine angenehme und erfreuliche Fortbewegungsart das ist. Kommt man dann zu dem Entschluss, sich regelmäßig barfuß auf den Weg zu machen, oder kommt es "nur" zu dem Vorsatz, bei Gelegenheit wieder einmal einen Barfußpfad zu begehen - egal ob im Kleinformat beim Fest oder in XXL in Dornstetten, Bad Sobernheim ... ?
Hier könnten / sollten / müssten gerade die Anbieter der Pfade eins drauflegen und ausdrücklich zum Barfußlaufen im Park - in der Natur - im Alltag animieren.
Bei den Kurorten könnte dies allerdings schon wieder am Geschäftsinteresse (wer begriffen hat, dass er überall Barfußlaufen kann, muss ja nicht mehr wiederkommen), bei den übrigen Veranstaltern an der nicht existenten Einbindung in eine wirklich barfußfreundliche Gesamtkonzeption scheitern.
Ich werde nämlich den Eindruck nicht los, dass die Fühlpfade (die großen wie die kleinen) nicht zuletzt auch eine Modeerscheinung sind (sein können) - übrigens eine bezeichnende solche : dass man mit dem Angebot, mal barfuß über Nadelwaldboden, Sand oder Laub zu gehen, eine Attraktion schaffen kann, ist ja im Grunde nicht mehr und nicht weniger als ein Armutszeugnis für diese Gesellschaft !
Serfuß Georg PS : Damit ich nicht missverstanden werde : bei Euch, Lorenz und Kai, und ggflls. auch anderen aus dem Kreis der Forumteilnehmer, habe ich keinerlei Zweifel, dass der Anstoß des Transfers erfolgen wird (würde).

Hallo Georg, ich bleibe da auf dem Teppich: der Transfer wird nicht immer und meist unvollständig stattfinden. Aber die krassesten Vorurteile gegen das Barfußgehen werden von den Fühlpfad - Benutzern sicher abgebaut -- die Motivation sinkt, den Kindern das Barfußgehen zu verbieten oder die seltenen Alltagsbarfüßer blöd anzuschauen.
Und einige meiner Bekannten tun es auf meine Anregung hin nicht immer, aber immer öfter.
[Entschluss, sich regelmäßig barfuß auf Weg zu machen, oder "nur" Vorsatz, bei Gelegenheit wieder Barfußpfad zu begehen]
Wer sich nicht ohne spezielle Einladung zum Barfußgehen entschließt, soll es eben bleiben lassen!
Die Schuhe anderer Leute drücken doch nicht an meinen Füßen!
Lediglich, wenn hübsche und gesunde Füße in unsinniger Schuhmode kaputtgemacht werden, schmerzt es mich insgeheim ein wenig ... Nur für das Barfußlaufen als Selbstzweck würde ich mich auch nicht einsetzen, wir haben in Mitteleuropa ja schon den Idealzustand, dass man es mit etwas Mut fast immer und überall praktizieren kann.
Ich habe, wie gesagt, vor allem die Förderung des Umweltsinns der Bevölkerung als Zielsetzung. Herzliche Füße, Lorenz

Als ich das erste mal von so einem Fühlpfad hier im Forum las, hielt ich das, zugegeben, für eine ziemlich blöde Idee. Damit wird, so dachte ich, das Barfußlaufen als etwas besonderes betrachtet, das man eben mal für eine besondere Erfahrung des mit- den- Füßen- Fühlens macht. Eine typische Barfuß - Zone eben, die auch von vielen respektiert wird. Wie z.B. am Strand.
Lorenz' Bericht zeigt aber, dass Leute durchaus nicht direkt danach wieder in ihre 'sicheren' Schuhe steigen. Hätte ich nicht gedacht, dass es manche weiter ausprobieren wollen.
Ich frage mich aber, ob das insgesamt zu mehr Toleranz denjenigen gegenüber führt, die auch (mal) barfuß einen Stadtbummel unternehmen. Gerade beim Betreten von Geschäften, Cafes etc. gibt's doch immer wieder Probleme. [asc]

Falls Du an dieser Idee [Fühlpfade] mitdiskutieren willst: hier interessiert es wahrscheinlich nicht viele, aber ich habe ein Forum für Spezialthemen in meiner eigenen HP eingerichtet. Dieses erscheint in keiner Forenliste und wird normalerweise nicht besucht. Ich habe es vor ein paar Tagen gegründet, um mit interessanten Menschen Themen außerhalb des allgemeinen Interesses diskutieren zu können, ohne ihre Mail- oder sonstige Adresse herausfinden zu müssen. Ich bitte aber darum, weiterhin die allgemein interessierenden Dinge in Hobby? Barfuß! einzubringen!!! Lorenz

Die Frage ist halt, wie viele Leute dadurch die Idee mit dem Barfußlaufen auch in den Alltag mitnehmen. Viele sehen wahrscheinlich, dass sie damit etwas für ihre Gesundheit tun. Barfußlaufen ist dabei halt ein Therapiemittel für speziell dafür ausgewiesene Bereiche. Im Alltag gilt dann wieder die Sache mit "da liegen doch überall Glasscherben und so..." (was im übrigen meistens ungerecht gegenüber der Stadtreinigung ist!).
Nichtsdestowenigertrotz sind die Barfußparks sicherlich eine feine Sache um die Leute zum Nachdenken übers Barfußlaufen (und natürlich Ausprobieren) anzuregen.
Außerdem macht es auch Spaß diese Wege mal auszuprobieren! mfG Rol

Hallo Rol, und so wie ich die Leute kenne, halten sich 99,9 % auch strikt an die ausgewiesenen Reservate und müssen erst per Werbung angelockt werden. Nur so lässt sich mit Breitenwirkung Fußgesundheit fördern (für mein Barfußtreffen in Würzburg haben dagegen gerade drei Hardcore - Barfüßer zugesagt).
Ich wäre allerdings schon froh, wenn sich durch Angebote wie in Dornstetten und die dort erlebte Fußfreiheit die Vorurteile gegenüber dem Barfußlaufen im Alltag etwas abgeschwächt werden.
[Barfußparks feine Sache ... macht Spaß diese Wege mal auszuprobieren]
Auch mich lockt es mal bei Gelegenheit nach Dornstetten oder Bad Sobernheim, obwohl die Natur für mich überall Barfußpark ist. Und ich würde mir sehr wünschen, dass diese Beispiele Schule machen. Serfuß, Lorenz

Nach dem was über Dornstetten geschrieben wurde scheint so was ja durchaus anzukommen. Am Ende entwickelt sich das irgendwann noch zu einem neuen Zweig der Freizeitindustrie? ;-)
Der Barfußpfad in Bad Sobernheim ist auf jeden Fall eine kleine Wanderung wert, wenn man mal in die Gegend kommt (ich habe ihn letztes Jahr in eine Motorradtour integriert). Allerdings sind kurze Hosen empfehlenswert: die Bachdurchquerung mit der Mopedlederhose war sub - optimal, da sich das Ding nicht so weit hochkrempeln lässt (und Leder auch bei bester Sonne sauschlecht trocknet!). Außerdem hatte eine Kinderherde (sah fast nach Schulklassenausflug aus) die zu durchquerende Bachstelle mit dem Halteseil als Badeplatz genutzt, so dass ich sozusagen "freihändig" durch musste (was mir auch fast ein Vollbad beschert hätte... :-). mfG Rol

Hallo, [ Als ich letztes Jahr in Bad Sobernheim war, waren außerhalb des Barfußpfads exakt keine Barfüßler sichtbar...] vielleicht spiegelt sich in dieser Beobachtung auch die Vollkasko - Mentalität in Deutschland nieder.
Eventuell denken die meisten Leute, dass außerhalb so speziell herberichteter Barfuß - Reservate nur Unheil auf ihre Füße wartet und innerhalb der Barfußparks jedes Kieselsteinchen von Hand abgerundet wird und die Wege appetitlich gewienert werden ... So könnte man dann auch die mentale Brücke zur Frage von Barfuß - Ausschlüssen in Geschäften / der Mensa schlagen.
Barfußlaufen ist anscheinend nur in speziell gesicherten Arealen für die meisten Menschen denkbar. Sofern Barfußgehen nicht versichert ist oder nicht wenigstens öffentlich als gesundheitsfördernd akzeptiert wird (außerhalb der Barfußparks ist Barfußgehen anscheinend nicht mehr unter den Fittichen von Kneipp und AOK), zieht man anscheinend doch lieber die Sicherheitsschuhe an und dünstet seine Füße im feuchtwarmem Schuhwerk bei Sommertemperaturen, trotz besseren Wissens.
Irgendwann wird auch die erste Lebensversicherung in ihrer Police in der Rubrik "Gefährliche Sportarten" das Barfußlaufen mit aufführen ;-) Es grüßt barfüßigst Kai

Moin moin! [erste Lebensversicherung in Police in Rubrik "Gefährliche Sportarten" Barfußlaufen mit aufführen] SOWEIT kommt's noch!! Bei den meisten Sportarten, die als "Risiko - Sportarten" gelten, ist das Verletzungsrisiko wesentlich geringer als beim "normalen" Autofahren oder Arbeiten. Und das schlägt ja wohl auch nicht auf den Beitrag, oder? FußGruß Martin (KS)

Hallo zusammen, offensichtlich ist der Barfußpark Dornstetten ein voller Erfolg.
Und - was bisher meist verneint wurde - mit dem Barfußgehen lässt sich auch noch Geld verdienen. Da letzteres ja oft für diejenigen, die das Sagen haben, mehr zählt als das Wohlbefinden der Menschen, könnte es vielleicht auch von dieser Seite Rückenwind geben. Ein prima Bericht, wie ich denke, nur: wenn ich nach dem Barfußlaufen in Schuhe steigen muss, denke ich immer "wie schrecklich". Viele Grüße, MarkusII

Hallo Markus, das ist ja alles wirklich toll in Dornstetten, aber warum in aller Welt braucht man, um sich mal "anders" wegzubewegen und sich wohl zu fühlen, einen "Park" dazu? Das kann man doch überall haben. Also ich begreife diese unsere Gesellschaft manchmal nicht mehr .... Grüße Berni(N)

Hallo Berni, mir geht es genau wie Dir. Ich glaube, Schuhen ist bei uns eine soziale Funktion zugewiesen, die durch die Werbung noch verstärkt wird. So entsteht für mich ganz eindeutig ein starker sozialer Druck, und dadurch bekommt der Park überhaupt erst seine Funktion (er wäre sonst vollkommen überflüssig): man kann dort dem sonst überstarken Druck ausweichen und sich endlich einmal nach Herzenslust austoben (was mit trainierten Füßen ja noch viel schöner wäre). Bestandteil dieses Drucks ist außerdem ein riesiger Haufen von Vorurteilen in Bezug auf Gefahren, Schmutz etc. etc. (Beiträge, die diese Vorurteile entkräften, finden sich hierzu bereits "flächendeckend" im "Best Of"). MarkusII

Da zeigt sich eine weitverbreitete Unfähigkeit der Leute, selbst zu entscheiden. Wenn man einen solchen Park anbietet, dann muss eben jeder die Schuhe ausziehen -- und findet dann das Barfußgehen toll (was uns gar nicht überrascht).
Und am Ende geht er durch die Fußwaschanlage und zieht die Schuhe wieder an -- weil man es eben so macht. Aber die Phantasie, von alleine die unzähligen Möglichkeiten für genüssliches Barfußgehen zu entdecken, ist leider fast allen abhanden gekommen.
Trotzdem halte ich Barfußparks und Fühlpfade für sinnvoll, weil dann einigen Leuten klar wird, dass die Füße nicht gleich abfallen, wenn man ein paar Schritte barfuß geht.
Dann lässt hoffentlich auch der Eifer nach, mit dem das Barfußgehen bei Kindern, Schülern, Kollegen etc. oft bekämpft wird. Serfuß, Lorenz

[Unfähigkeit, selbst zu entscheiden ... Park muss jeder Schuhe ausziehen -- und findet Barfußgehen toll ... am Ende durch Fußwaschanlage und Schuhe an -- weil man es so macht ... Phantasie, von alleine Möglichkeiten für genüssliches Barfußgehen zu entdecken, abhanden gekommen]
Dem kann ich einmal wieder nur zustimmen! Zumal man vor einer guten Entscheidung ein wenig nachgedacht haben muss, und dies auch noch möglichst frei von irgendwelchen Vorurteilen...
[halte Barfußparks und Fühlpfade für sinnvoll, weil klar wird, dass Füße nicht abfallen, wenn man barfuß geht]
Traurig, dass es dieser "Krücke" bedarf, aber sie scheint Deinen Berichten zufolge ein sehr wirksamer und notwendiger Zwischenschritt zu sein. Außerdem macht er offensichtlich vielen Spaß!
[lässt hoffentlich Eifer nach, mit dem Barfußgehen oft bekämpft wird]
Hoffentlich hast Du recht! Ich kann mir dies sogar recht gut vorstellen ... MarkusII

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