[Ideen für Kinder- Barfußpfad gesucht und gefunden] [Ein Fühlpfad, schnell und unaufwendig aufgebaut]

Ideen für Kinder - Barfußpfad gesucht und gefunden
(Forumbeiträge seit Winter 1999 / 2000)

Hallo zusammen, zur Zeit plane ich mit meiner BUND - Ortsgruppe Aktivitäten für einen Umwelt - Kindertag in Waiblingen im Mai 2000. Dabei dachte ich u.a. an diese "Standard - Barfußkisten" mit verschiedenen Untergründen, in denen die Kinder mit verbundenen Augen die Untergründe erraten sollen. Allerdings ist das nicht sehr spannend und zeigt Barfußlaufen nicht als echte Alternative auf.
Mittlerweile überlege ich daher, ob es nicht auch möglich wäre, einen eintägigen extra abgesperrten Barfußpfad in Original - "Natur" einzurichten. Allerdings ist da dann halt die Auswahl an Untergründen nicht so einfach, im wesentlichen gibt es dort Wiese und Asphaltweg und man muss nehmen, was da ist.
Ich würde mich sehr über Idee, Tipps und Anregungen freuen, wie bei diesen Voraussetzungen eine Art von Barfußpfad möglich wäre und diesen Weg für Kinder aufzupeppen. Außerdem sollte er natürlich in der Betreuung nicht zu aufwendig sein ... Gespanntes Warten Kai

Wie wäre es mit einer Art Seilbrücke? Drei Seile (links, rechts & unten) und einer "Unterschied" - Demonstration? Ist es einfacher, in Schuhen oder barfuß über das Teil zu gehen? Gruß Martin (KS)

Hallo Kai, [ ...."Standard - Barfußkisten" mit verschiedenen Untergründen ... Allerdings ist das nicht sehr spannend und zeigt Barfußlaufen nicht als echte Alternative]
Sehe ich auch so, so etwas sollte man vielleicht für schlechtes Wetter in der Hinterhand haben.
[ überlege daher, ob nicht möglich, eintägigen extra abgesperrten Barfußpfad in Original "natur" einzurichten. Allerdings ist dann Auswahl an Untergründen nicht einfach, Wiese und Asphaltweg ]
Genau so etwas werde ich auch in Angriff nehmen. Meine Initiative für einen Barfußpfad als Naherholungsattraktion unseres Städtchens hat dazu geführt, dass diese Sache bei einem Kleinkunstfestival Anfang Juni präsentiert werden soll. Vorgestern war eine Vorbesprechung, und die Bürgermeistergattin, die das ganze koordiniert, steht voll dahinter!
Die Presse war auch dabei! Ich bin also geradezu zum Erfolg verdammt.
Jetzt heißt es, ein paar Leute zu finden, die mich unterstützen, vielleicht eine Schülergruppe, die mit hilft, ein wenig Tannenzapfen etc. auf den Parcours zu sammeln und herumliegendes Kleinholz zu entfernen.
Ich will einerseits einen Informationsstand mit Fußgymnastikspielen bringen, andererseits regelmäßig über einen Rundweg führen, den ich in diesem Areal vor den großen Schneefällen schon ausgekundschaftet habe -- mit verschiedenen Arten von Wald- und Wiesenböden.
Leider beschränkt sich meine Erfahrung in Barfußpädagogik im Wesentlichen auf das, was ich mit den eigenen Kindern gemacht habe.
Für den Fußgymnastik - Stand werde ich mich auch an das sehr gute Buch "Kinder machen Fußgymnastik" halten. Ich denke, wenn ein paar Vorschläge und Angebote gemacht werden, ergeben sich dann auch spontane Aktivitäten -- zumindest würde ich das auf einem Kleinkunstfestival erwarten.
Ideal würde hierzu noch passen, wenn ich jemanden hätte, der den Leuten die Fußrücken kunstvoll bemalt. Damit entfiele jeder Anreiz, die Schuhe wieder anzuziehen ...
Ich denke, wir sollten uns darüber austauschen, welche nützliche Information wir sonst noch an Land ziehen können. Herzliche Füße, Lorenz

Hallo Kai, was Kinder besonders gerne machen - die Eltern sind vielleicht nicht so begeistert ? - ist das Laufen durch Wasser und Matsch. Andere reizvolle Untergründe kann man vielleicht herbeiorganisieren (Nadel- bzw. Laub- Waldboden, Stroh oder Heu, Futtermaiskörner ...).
Wo es über etwas zu balancieren oder zu erklettern gilt, dürfte der Vorteil bloßer Sohlen besonders "sinnfällig" werden. Und für bodentechnische "Durststrecken" kommen vielleicht ein paar kleine Aufgaben (Tannenzapfentransport mit den Zehen, das Treiben eines Luftballons, das Zerreißen von Zeitung ...) in Frage ?
[ Außerdem sollte Betreuung nicht zu aufwendig sein...]
Ich befürchte, dass die Regel lautet : Je schlechter die "natürlichen Voraussetzungen", desto höher auch der personelle Aufwand zum Ausgleich ... Viel Erfolg und halte uns auf dem Barfußlaufenden ... Georg

Hallo, zu Deiner Idee fällt mir spontan ein:
1) Barfuß als Kunst, Füße Malen, Malen mit den Füßen
2) Barfuß an ungewöhnlichen Stellen - und Leute mit dem Tonband interviewen oder ein Video machen mit Reaktionen der Leute. Das kann später an Beteiligte verkauft werden, so dass Unkosten wieder reinkommen.
3) "Ein Tag ohne Hände" - einen Tag (oder eine bestimmte Zeit) alles mit den Füßen zu tun versuchen.
4) Reflexzonenmassage für Kids
5) Noch mal Video: Ein Barfuß - Stadtgang, wobei die Kamera (an einem Roller) ganz in Bodennähe mitläuft und Umgebungen aus anderer Perspektive zeigt (am besten mit Weitwinkel).
6) Ein Schauspielstück barfuß einüben, evt. mit entsprechender Thematik - Kind sein, anders sein, auf sich selbst achten usw.
7) Fußballspiel o. ä. brasilianisch (ohne Schuhe)
8) Handtuchspiele (ziehen, greifen u.a.) um die Wette mit den Füßen
9) Bestimmte Geschicklichkeitsspiele mit Barfuß - Sportgeräten (siehe BTreff - Seiten)
Na, was gefunden? Rainer (Btreff)

Hallo Rainer, Georg und Lorenz, vielen Dank für die vielen guten Tipps.
Ich denke, dass ich nun durchaus eine schöne Auswahl habe und werde mal sehen, was mit welchem Aufwand leistbar ist. Gerade Deine Ideen Rainer, sind auch gut im Fall von schlechtem Wetter einsetzbar. Jetzt muss ich mal sehen, was die anderen BUND - Mitglieder dazu meinen.
Schön, dass über das Forum immer konstruktive Ideen kommen! Herzliche Grüße Kai

Aus der Erlebnispädagogik - Ecke kommt das Spiel "Blind Karawane". Es geht darum, mit einem Seil einen Kurs zu markieren, der über möglichst verschiedene Untergründe (Holz, Asphalt, Kies, Matsch, Wasser, ...) läuft. Wo es etwas besonderes wahrzunehmen gibt, sind Knoten im Seil.
Den Teilnehmern werden die Augen verbunden, dann werden sie am Seil entlang auf die Reise geschickt. Natürlich steht der Boden dabei im Vordergrund, es können aber auch Gerüche sein, die man so völlig neu wahrnimmt. Logischerweise ist das Spiel barfuß am interessantesten.
Das Spiel ist DER Klassiker unter den Naturerfahrungsspielen, da sollte in jeder Bibliothek was rumstehen Gruß Norbert

Guten Abend zusammen, vor einigen Wochen hatte ich ja mal nach Tipps für einen einfachen Barfußpfad gefragt für den Kinderaktionstag Umwelt in Waiblingen. Leider wollte die BUND-Ortsgruppe aus Kapazitätsgründen doch keinen Pfad bauen, dafür hatte aber die Umwelt-AG des örtlichen Gymnasiums einen sehr schönen Pfad aufgebaut mit ca. 8 verschiedenen Untergründen, eingerahmt von Birkenstämmchen.
Die meisten Kinder waren von dem Pfad so begeistert (und natürlich vom Sommerwetter), dass sie gleich in großer Zahl weiterhin barfuß auf dem weitläufigen Parkgelände herumgelaufen sind. Erwachsene Barfüßer sah ich außer einer Frau keine, nur massenweise barfüßige Sandalenträger. Es war mal schön zu sehen, dass über positive Animation, doch zumindest Kinder zum Barfußlaufen gebracht werden können, bzw. von ihren Eltern dazu die Erlaubnis bekommen. Grüße Kai

Das macht mir Mut, dass meine Initiative mit Fühlpfaden in Penzberg und Umgebung auch Anklang finden wird. Jedenfalls ist die Sache in unserem Penzberger Kleinkunstfestival "Tullhub" fest eingeplant und ich habe Material für ca. 30 m Parcours. Dies ist zum Teil auch einer Gruppe von 13-14-jährigen Schülern zu verdanken, die mir am letzten Samstag bei schönem Wetter beim Materialsammeln geholfen haben. Die haben mit Begeisterung eine 10-Meter-Strecke mit Moos, Fichten- und Lärchenzapfen, Rinde, Laub und Nadeln bestückt und sind begeistert probegelaufen. Die Hälfte hat sich schon gleich zu Beginn der Sammelaktion der Schuhe entledigt..... Es ist toll, gemeinsam mit interessierten jungen Leuten so etwas auf die Beine zu bringen!
Herzliche Füße, Lorenz

Hallo zusammen, obwohl ja in fast jedem Pressespiegel Fühlpfadberichte enthalten sind, habe ich eine ganze Reihe aussortiert und lediglich eine kurze Information über den eigentlichen Pfad kopiert. Vielleicht hilft die eine oder andere Idee ja weiter !

  Herzliche Füße Georg

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Ein Fühlpfad, schnell und unaufwendig aufgebaut
(Forumbeiträge seit Winter 1999 / 2000)

Ich habe inzwischen schon einiges ausprobiert und vorbereitet, um demnächst bei Spiel-, Kleinkunst- und Sommerfesten einen Fühlpfad anbieten zu können und hoffentlich Jung und Alt zum Ausstieg aus den Schuhen zu bewegen. Dies ist, wie ich gesehen habe, mit wenig Aufwand verbunden und zur Nachahmung zu empfehlen.
Als Unterlage ist ein Gartenvlies geeignet, das ich im Baumarkt in der Abmessung 1,5 x 10 m für 14,95 DM erstanden habe. Dieses wird auf einer Rasenfläche ausgelegt und dabei auf halber Länge einmal im spitzen Winkel umgeschlagen, so daß ein V entsteht. An den Ecken beschwert man es am besten mit Steinen, damit es nicht so leicht vom Winde verweht wird.
Dann legt man (nicht in der vollen Breite) verschiedene Materialien aus.
Geeignet sind z.B.:
- Fichtenzapfen - die Menge für 3 m Strecke kann man im Wald in weniger als einer halben Stunde sammeln;
- Die Zapfen der Lärche sind klein und deshalb aufwendiger zu sammeln. Ein paar Handvoll davon sind aber für Greifspiele mit den Zehen sehr nützlich;
- Baumrinde - wenn gefällte Bäume geschält werden, bleibt jede Mange davon liegen;
- Moos - ein Sack ist damit schnell gefüllt, es sollte nur nicht zu viel Erde daran hängen;
- Reisig - die dünnen Enden der Zweige mancher Bäume (z.B. Birke, Lärche, nicht jedoch Fichte) sind angenehm zu begehen. Diese von heruntergefallenen Ästen im Wald abzuschneiden, ist allerdings ein wenig aufwendig;
- Rindenmulch, Sand und nicht zu grober Kies sind ebenfalls geeignete Materialien.
Das Auslegen des Vlieses und der Materialien habe ich am letzten Samstag geprobt in ca. 20 min alleine geschafft. Obwohl es ziemlich windig war, ist mir nichts davongeflogen.
Die offene Seite des Dreiecks habe ich mit einer Reihe von Steinen ausgefüllt, die auf der Unterseite flach waren. Die habe ich in ca. 50 cm Abstand ausgelegt, damit man von einem zum anderen balancieren kann. Dann sind meine Kinder und die Nachbarin (die auch gerne barfuß läuft) probegelaufen und waren voll des Lobes.
Der Abbau des Fühlpfads hat ebenfalls eine gute Viertelstunde gedauert. Die Materialien ließen sich gut in größeren Kartons verstauen. Plastiksäcke sind wahrscheinlich nur geeignet, wenn alles ganz trocken ist.
Dank dem Gartenvlies blieb nichts auf dem Rasen zurück, man kann das Ganze also guten Gewissens auch auf fremdem Grund und Boden aufbauen.
Ich hoffe, dieser Beitrag ist nützlich für alle, die bei geeigneten Anlässen oder mit Schulklassen, Jugendgruppen etc. eine sinnvolle Aktivität an frischer Luft durchführen wollen.
Herzliche Füße, Lorenz

Ich habe bei einer meiner Ausstellungen sogar schon einen Laufpacours mit Nagelbrett und Glasscherben angeboten, was erstaunlich gut angenommen wurde. Also nur Mut mit solche Projekten, die Leute sind gar nicht so prüde Barfüßern gegenüber, wie Ihr im Allgemeinen immer tut.
Meine Fotoausstellungen mit nackten Füßen sind immer heiß begehrt. Einige Bilder von mir findest Du übrigens hier. Stefan

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