[Nicole (WO) läuft fast ausschließlich barfuß] [Paris ist barfußfreundlich]

Nicole (WO) läuft fast ausschließlich barfuß
(Forumberichte seit Frühling 2005)

Hallo, ich heiße Nicole und bin Exil-Ruhrpottlerin (lebe in der Pfalz). Vor ein paar Tagen habe ich diese Seite hier entdeckt und bin vor Begeisterung schier an die Decke gesprungen - ich bin nicht alleine und ich bin nicht verrückt!!! *lach*
Ich laufe schon seit einigen Jahren im Sommer ab und zu barfuß. Seit dem vorletzten Sommer (der so fantastisch heiß war), fast ausschließlich. Vor ein paar Monaten habe ich ein Buch gelesen, in dem die Autorin erzählt, dass sie nur im Winter Schuhe trägt, und ohne Socken. Sie hat den Himalaya, Afrika und Afghanistan barfuß bewandert - und ich wusste, dass ich so weit es geht auch barfuß leben will. Das war wie eine Erleuchtung *lach* (Im Comic wäre jetzt eine Gühbirne über meinem Kopf angegangen :-))
Deshalb war ich so happy, als ich diese Seite hier entdeckt habe und vor allem auch die Tipps zum
Wandern, Urlaub und barfuß im Winter.
Ich freue mich schon sehr auf den Austausch mit euch! ...
War mit dem GBH unterwegs (Großer Böser Hund) *grins*
Der "Große Böse Hund " ist mein Adoptiv-Wauwau Sunny, eine Seele von einem bildhübschen Hund. Ich gehe mittags mit ihr raus, weil ihr Besitzer den ganzen Tag arbeitet und ich als Fast-Freiberuflerin flexibler bin.
Heute hab ich mir mal wieder mehr Zeit genommen und bin mit ihr am "Monte" gewesen. Das ist der "Monte Scherbelino", eine bepflanzte ehemalige Müllkippe. Ein Weg führt spiralförmig nach oben, von dort aus hat man einen weiten Blick über die Stadt und die Felder. (Die Hochhäuser sind potthässlich, wenn ich Königin wäre, würd ich die wegsprengen lassen!).
Am Monte lässt sich prima barfuß laufen, auch joggen, wenn man auf den Wegen bleibt. Die Stadt, muss man sagen, hält das prima sauber, auch wenn im Sommer der Hügel für "Summer Night Parties" missbraucht wird. So richtig mit riesigen Boxen, ohrenbetäubendem Lärm ("Musik" genannt) und Massenbesäufnis ("cool sein" genannt. Ey, Alder).
Daher liegen auf dem Boden außerhalb des Spazierweges leider auch immer wieder Glasscherben. Da muss der Barpfoter vorsichtig sein. Ansonsten ist das Laufen dort aber eine wahre Lust, vor allem jetzt, nachdem es mehrere Tage geregnet hat.
Das nasse Gras ist samtweich, die Erde federt unter den Füßen. Der Weg ist nur auf den ersten ca. 100 Metern asphaltiert, dann ist er Natur pur. Der Monte hat keine Stpitze, sondern eine platte Fläche, auch erstaunlich sauber. Ich schätze, das wird sich zum Sommer hin wieder ändern.
Die ersten kleinen Brennnesseln kommen raus, sie können aber schon beißen wie die Großen :-)) Hatte gleich eine höllisch juckende Stelle auf dem Fuß, aber wofür hat Mama Natur Regenpfützen wachsen lassen? *lach* Ein bisschen den Fuß drin gespült, und ein paar Minuten später war das Brennen vergessen.
Unten am Fuß des Monte fließt ein Bach, die Isenach. Hier ist sie nicht, wie weiter oben, in ein Betonbett gesperrt, sondern fließt langsam und gemütlich an Feldern vorbei, in denen man sogar Hasen rumhüpfen sehen kann. Doch doch, richtige Feldhasen, keine Karnickel.
Der Weg an der Isenach entlang ist für Barfüßer fantastisch. Die Zweige, die herumliegen, könnten evtl. beim Joggen mal etwas wehtun, aber beim Spazierengehen ist der Weg herrlich - weich, samtig, und die Abwechslung von Gras, Erde und Rinde/Zweigen ist einfach toll unter den Fußsohlen.
Wir trafen ein nettes älteres Ehepaar mit einem sehr knuffigen Hund. Die beiden Vierpfoter verstanden sich sofort und machten wild herumhüpfend die Clowns. Daher dauerte es bis fast zum Abschied, bis die Frau meine nackten Füße (heute geschmückt mit einer Kaurimuschel-Kette! *stolz sei*) bemerkte. Die Frage war ja unvermeidlich: "Ist Ihnen das nicht zu kalt?" *seufz*
Immerhin haben sie mich nicht angeguckt, als hätte ich sie nicht alle... am letzten Sonntag waren wir mit einem australischen Gast im Trierer Dom, da haben mich einige Besucher angeschaut, als wäre ich nackt und sie wollten mich gleich ans Kreuz schlagen. Hallo...? Ist Jesus vielleicht mit Deichmann-Schuhen durch Jerusalem gelaufen???
Zu Trier schreib ich noch extra was hier, ich wollte mal kleinere Barfuß-Reiseberichte einstellen, damit andere Barfüßer Infos haben, wenn sie mal an die gleichen Orte fahren wollen.
Sunny hüpfte noch in den Bach, bis zum Bauch, und sah aus wie ein Schlammschwein, als sie rauskam.
Auf dem Rückweg hab ich mich wieder, wie schon so oft, gefragt, was für die Leute so besonders daran ist, dass man barfuß geht. Wir ziehen doch von Frühling bis Herbst auch keine Handschuhe an, sind also "barhändig"?
Und dann dachte ich an die Redensart von "mit beiden Füßen auf dem Boden stehen". Das tut jemand, den man als realistisch, nüchtern und klar denkend sieht. Der "geerdet" ist, "zentriert". Aber kann das wirklich jemand sein, der sich durch dicke Sohlen ständig von der Energiequelle Erde abschneidet? Dazu muss ich mir noch ein paar Gedanken machen - das heißt ja schließlich nicht, dass jeder, der Schuhe trägt, ungeerdet ist.
Gestern abend waren wir noch joggen, mein Prinz und ich, zwischen Weinbergen und Feldern in Worms. Tolle Wege, naturbelassen und grasbewachsen, und jetzt nach dem Regen auch schön weich. Im Sommer, wenn sie richtig ausgetrocknet sind, wird der Boden ganz schön hart, das kann ins Kreuz gehen. Mein Prinz läuft nicht barfuß, aber er weiß schon, dass es ihm guttäte... Er findet es aber gut, dass ich barfuß laufe, es imponiert ihm.
Nicole (WO)

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Paris ist barfußfreundlich
(Forumbericht im Frühling 2005)

So, hier kommt nun mein Paris-Bericht:
Durch die Hobby-Barfuß-Reisetipps wusste ich ja schon, dass Paris eine barfußfreundliche Stadt ist und ich kann das voll bestätigen. Es war großartig!
Wir kamen Samstag spätabends mit unserem Australier in Paris an. Unser Hotel war ein "Formule 1" in St. Denis, einem Vorort nördlich der Péripherique. (Eine Stunde vor unserer Ankunft war der Papst gestorben.)  
Am Sonntag fuhren wir auf Wunsch unseres Freundes Jason erst mal raus zum alten Flughafen Le Bourget. Dort ist heute ein riesiges Luft- und Raumfahrtmuseum. Als wir uns auf den Weg machten und Jason meine nackten Füße sah (er kennt das ja schon von unserem Trier-Ausflug), sagte er "Hello, Shoeless One!" Damit hatte ich meinen Spitznamen "Shoeless" weg und kann mich damit zu dem Baseballspieler Joe Jackson gesellen, der den gleichen Spitznamen hatte.
Wir fuhren mit dem Bus raus. Er war voll mit Afrikanern im feinsten Sonntagsstaat, die auf dem Weg zur Kirche waren. Interessant, mal selbst derjenige zu sein, der die Minderheit darstellt – wir drei waren bis auf den Fahrer die einzigen hellhäutigen Leute im Bus. Einige bemerkten meine nackten Füße. Die Männer guckten wieder weg, aber die Frauen lächelten mir verständnisvoll zu, ein bisschen verschwörerisch, als wollten sie sagen "Ja, ich weiß, wie gut das tut".
Es war schon angenehm warm und toll sonnig, die Straßen ganz sauber, so dass ich auf dem Weg ins Museum keine Probleme hatte. Das Museum selbst war dann ganz große Klasse. Überall glatte, saubere Böden. Das Airfield, auf dem auch zwei Arianes stehen, ist eh eine glatte Betonpiste. Die Halle mit den zwei Concordes ist asphaltiert, und da dort nur gegangen und nicht gefahren wird, ist der Asphalt glatt wie ein Kinderpopo ;-) Concorde und Jumbo kenne ich zwar schon vom Technikmuseum Sinsheim/Speyer, aber es war interessant, mal barfuß drin gewesen zu sein.
Was ich beim Herumlaufen sehr schnell merkte, war, dass ich mich sehr zentriert fühlte. Wir geben über die Fuß-Chakren ja Stress an die Erde ab und nehmen Kraft auf. Durch die Schuhe versperren wir uns mit der Erde eine sehr wertvolle Kraftquelle. Aber ich will euch nicht mit Esoterik nerven *lach*  
Nach drei Stunden Luftfahrt machten wir uns auf den Weg in die Stadt. Ich bin nie dazu gekommen, Montmartre und Sacre Coeur zu sehen, also machten wir das zuerst. Wir liefen auf's Geratewohl durch die Stadt, ließen uns durch das orientalische Viertel treiben und orientierten uns grob am Stadtplan. Ich fand es nach meinen Erlebnissen in Deutschland als sehr wohltuend, dass kaum jemand Notiz von meinen nackten Füßen nahm. Am ehesten fiel es noch Kindern auf.
Im unmittelbaren Umfeld der Kirche Sacre Coeur liegt viel Glas herum, darunter auch diese kleinen, gemeinen, sehr spitzen Splitter. Offenbar wird dort doch ziemlich viel Alkohol verputzt. Für diesen Fall hatte ich ein paar Flip-Flops in der Tasche. Wir gingen über die Terrassen wieder runter (ich fühlte mich wie in dem "Amélie"-Film), ab dort konnte ich wieder barfuß gehen. Es gab einige erstaunte Blicke von Touristen, sonst nichts.  
Jason wollte gern Notre Dame sehen, aber als wir dort ankamen, war großes Tohuwabohu: es sollte eine Sonder-Messe für den Papst geben. Vor der Kirche drängte sich eine riesige Menschenmenge, Radio- und Fernsehteams bauten ihre Anlagen auf, die Polizei begann schon, den Vorhof abzusperren. Es war bereits 17 Uhr, ich war seit neun Uhr morgens barfuß und die Wege mit den winzigen spitzen Kieselsteinchen vor der Kirche begannen mir zuzusetzen. Für diesen Bereich zog ich wieder meine Flips an.
Wir fuhren zum Eiffelturm, den ich übrigens auch vorher nie bestiegen habe, immer nur angeguckt. Daher kam mir Jasons Wunsch sehr recht. Da mein Lebensgefährte Fotograf ist, liefen wir nicht direkt von der Metrostation zum Tower, sondern ein einem großen Bogen außen herum bis zum Eingang der Tuilerien, damit Norbert entsprechende Fotomotive bekam.  
Auf dem Weg kamen wir an einem libanesischen Imbiss vorbei, der kleine, köstlich gefüllte Pastetchen zum Mitnehmen hatte. (Ich liebe libanesisches Essen!!!!) Der Verkäufer sah verblüfft auf meine nackten Füße und fragte, ob ich das aus einem bestimmten Grund mache. Ich erklärte ihm, dass es gesund sei, die Wirbelsäule entspanne und mir einfach Spaß mache. Er fand es faszinierend und verabschiedete mich sehr höflich und herzlich.
In den Tuilerien hatte ich das gleiche Problem wie vor Notre Dame: ein Kieselweg mit sehr kleinen, spitzen Steinchen. Inzwischen spürte ich meine Fußsohlen schon ganz schön und zog bis zum Eiffelturm hinüber die Flips an.  
Dann kam das aller-allerbeste Erlebnis: barfuß auf den Eiffelturm! Wir wählten die Treppe, erstens wegen des Preises und, wie Jason sagte, "the lift is for wussies". Ich hatte befürchtet, die Treppenstufen könnten aus Gittern bestehen, aber es sind geschlossene Metallstufen mit einer Reliefprägung, damit sie nicht rutschig werden. Zu Fuß kann man nur bis zur zweiten Plattform, aber das ist hoch genug und die Aussicht auf Paris war bombastisch, vor allem, als langsam die Dämmerung kam und die Stadt zu leuchten begann. Es war sehr romantisch ;-)
Der Boden ist zwar glatt auf den Plattformen, aber die Oberfläche ist etwas rau gehalten, damit es bei Regen nicht rutschig wird. Meine Fußsohlen waren zu diesem Zeitpunkt schon sehr empfindlich, sie brannten und prickelten bei jedem Schritt. Aber das musste ich jetzt durchziehen, es war einfach zu schön!
Interessanterweise nahm überhaupt niemand Notiz von meinen Füßen, auch nicht die Leute, die uns beim Herabsteigen entgegenkamen. Das empfand ich als eine Wohltat, ich wünschte, das wäre hier auch so.
Im Hotel wusch ich mir die rabenschwarzen Füße gründlich und cremte sie mit Melkfett ein. Sie brannten aber immer noch und waren sehr heiß - ich wünschte mir, ich hätte vorher eine von diesen kühlenden Fußcremes gekauft.
Am Montagmorgen war das Wetter total umgeschlagen: kalt und ein scharfer Wind, der einem den Regen ins Gesicht peitschte. Der Boden war mir schlicht zu kalt, ich hatte innerhalb weniger Minuten Eisfüße. Also zog ich mir die Turnschuhe an, aber die Fußsohlen wurden schnell heiß. Als wir in Notre Dame ankamen, wo jetzt Ruhe herrschte, zog ich sie wieder aus.
Der Boden in der Kirche war herrlich kühl und tat meinen geplagten Fußsohlen sehr gut J Als Frau und Naturreligiöse habe ich mit dem Christentum zwar meine Probleme, aber die Kirche war schon ein Erlebnis, vor allem die prächtigen Glasfenster, von denen konnte ich mich kaum trennen.  
Den Rest des Tages verbrachte ich aber doch in Schuhen, weil ich merkte, dass der vorige Tag erst mal genug für meine Füße war. Außerdem habe ich ja leider das frauentypische Problem, dass ich schnell kalte Füße habe, und der Montag war wettermäßig einfach nicht das Wahre.
Zusammenfassend kann ich sagen: Paris ist eine absolut barfußfreundliche Stadt, die Straßen sind sauber und ganz problemlos. Nur einmal habe ich mich etwas geekelt, als ich versehentlich in Spucke getreten bin. (Ich verstehe diese Angewohnheit nicht, dass man immer auf die Straße rotzen muss, was soll das?)  
Ich wollte keine Fremdenergie mit mir rumtragen (Blut und Spucke sind mit das stärkste an magischer Energie, was man unterwegs von sich hinterlassen kann). Deshalb habe ich zugesehen, dass ich den Fuß schnell auf Gras gründlich abgewischte. Davon abgesehen, hatte ich auch Glück und erwischte keinen Hundehaufen - obwohl Hundekacke von einer glatten Fußsohle ja schneller abgeht als von einer gerillten Schuhsohle, aber trotzdem... *grins*  
Einen schönen Tag für alle und füßige Grüße!  
Nicole (WO)

Hallo Nicole, vielen Dank für den Bericht!
[Was ich beim Herumlaufen merkte, war, dass ich mich sehr zentriert fühlte ... ich will euch nicht mit Esoterik nerven]
Ich stehe als Naturwissenschaftler nicht so sehr auf Esoterik. Allerdings kommt meine Betrachtungsweise im Endeffekt zu demselben Ergebnis:
Durch die Sinne der Fußsohle und der Gelenke, Muskeln und Sehnen nehmen wir im Erdkontakt und freien Bewegungsablauf reichlich Information auf, die es Körper, Geist und Seele möglich macht, sich bestmöglich zu organisieren. Eingeengt in Schuhen erzeugen die vielen Sinne der Füße Desinformation, die nicht vernünftig zu verarbeiten ist und Anspannung und Stress erzeugt.
[fand es nach Erlebnissen in Deutschland sehr wohltuend, dass kaum jemand Notiz von nackten Füßen nahm]
Meiner Erfahrung, z.B. von einem barfüßigen Bummel durch Bordeaux im letzten Sommer ist, dass die Franzosen zwar nicht barfuß laufen und es auch ihren Kindern verbieten, aber den nackten Füßen anderer keinerlei Beachtung schenken. Deutsche sind mehr im Zwiespalt, viele würden gerne barfuß laufen, fast alle wissen, dass es geund ist, aber kaum einer traut sich aufgrund eines neurotischen Respekts vor anderen Leuten. Diese Zwiespalt bingt es mit sich, dass man sich mit dem Anblick eines barfüßigen Menschen irgendwie auseinandersetzen muss. Bei uns in Südbayern ist das allerdings nicht so krass, da hat Barfußgehen eine gewisse Tradtion und gilt -- in den Monaten ohne "R" -- durchaus als normal.
[frauentypische Problem, dass ich schnell kalte Füße habe]
Wenn man regelmäßig barfuß geht und auch zwischenzeitliche Kältereize in Kauf nimmt (wie du festgestellt hast, sind die manchaml auch sehr angenehm), trainiert die Haut ihre Fähigkeit, Wärme zu erzeugen. So wird sich bei dir das Problem mit kalten Füßen im Laufe der Zeit auf ein Minimum reduzieren -- wenn du dem "Leben auf freiem Fuß" treu bleibst.  
Mach's gut und unbeschuht, Lorenz

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