Medical
- Tribune : Wer barfuß läuft, verletzt sich seltener
(Forumbericht im Sommer 2002)
So stand es im Mai - Pressespiegel 2002:
Barfuß schont Knöchel
Verletzungsgefahr vermindert
Medical Tribune Bericht
LONDON - Wer barfuß läuft, verletzt sich seltener.
Viele Querfeldeinläufer gehen bei Wettrennen barfuß an den Start. Ein
Physiotherapeut kam nach Auswertung zahlreicher Studien zu dem Schluss, dass
sich Schuhtragende Läufer ihrer Füße und deren Kontakt zum Boden weniger
bewusst sind und sich deshalb leichter die Knöchel verstauchen.
MTD, Ausgabe 17 / 2002 S. 1 - New Scientist 2002; 173: 22
Diesen Beitrag hat Otto für uns ins Deutsche übersetzt. Noch einmal vielen Dank für die Mühe, Otto!
Akute Verletzungen der Knöchel und chronische Verletzungen der unteren Beine kommen unter Barfußläufern in Entwicklungsländern verhältnismäßig selten vor. Allerdings gibt es keine gut geplanten (systematischen) Studien über den Zusammenhang zwischen barfüßigem oder beschuhtem Laufen und Verletzungen.
Untersuchungen im Laboratorium zeigten, dass der Energieaufwand 4% niedriger ist wenn barfuß gelaufen wird. Trotz dieser offensichtlichen Vorteile sind barfüßige Läufer in Wettbewerben selten und man findet in der Literatur keine systematischen Untersuchungen über den Effekt des Barfußlaufens in simulierten oder wirklichen Wettbewerben.
Einleitung
Prominente internationale Athleten haben mit Erfolg barfuß an Wettbewerben teilgenommen. Am besten bekannt sind Zola Budd-Pieterse von Südafrika und der verstorbene Abebe Bikila von Äthiopien. Barfüßiges Laufen in Langstreckenläufen ist offenbar keine Schranke gegen Höchstleistungen. Ich werde, an Hand dieser Literaturübersicht zeigen, dass in der Tat Laufen in Schuhen die Leistung vermindert und die Verletzungsgefahr erhöht.
Mein Interesse an Forschung, die sich mit barfüßigem Laufen beschäftigt,
wurde erweckt als mir auffiel, dass in Queensland, Australien relativ viele
Läufer barfuß an Waldlauf (cross country) Wettbewerben teilnehmen. Als
Grundlage für die Review habe ich Artikel verwendet, die ich fand, als ich die
Stichworte "barefoot" und "running" zum Suchen in Medline,
SportDiscus und in Webpublikationen benutzte.
Ich fand mehrere originale
Forschungsberichte, die sich mit dem Vorkommen und den Mechanismen von akuten und
chronischen Verletzungen in beschuhten und unbeschuhten Bevölkerungen befassen
und einige Berichte über die beim Laufen mit Schuhen und beim Laufen ohne
Schuhe verbrauchte Energie (einschließlich einer nicht veröffentlichten
These).
Zwei Autoren machten Vorschläge, wie man die Füße für das barfüßige
Laufen trainieren und abhärten kann. Ich fand außerdem zwei informative
Webseiten, die sich dem barfüßigen Laufen and einem barfüßigen Lebensstil
widmen. Offenbar gibt es keine Publikationen, in denen über den Effekt des
barfüßigen Laufens in simulierten oder wirklichen Wettbewerben auf der
Grundlage von systematischen Untersuchungen berichtet wird. Ebenso gibt es keine
Umfragen, in denen die Sportler die Gründe angeben warum sie nicht
barfüßig an Wettbewerben teilnehmen.
Verletzungen
Wo barfüßige und beschuhte Bevölkerungen co-existieren, wie in Haiti, ist
für die beschuhte Bevölkerung die Verletzungsrate für die unteren
Extremitäten höher (Ribinson and Hanna 1987). Ferner sind in
Entwicklungsländern, wo die meisten Leute gewohnheitsmaßig barfuß gehen, vom
Laufen verursachte chronische Verletzungen der Knochen und des Bindegewebes
selten (Robinson and Hanna,1987). Dieser Zusammenhang zwischen Verletzungen und
dem Tragen von Schuhen ist in Einklang mit der Möglichkeit dass das Tragen von
Schuhen das Verletzungsrisiko erhöht.
Aber andere Erklärungen wären auch
möglich. Zum Beispiel könnten barfüßige Läufer wegen ihrer Armut davon
abgehalten werden, ärztliche Hilfe zu suchen. Andere ziehen vielleicht zum
Laufen (in Wettbewerben) Schuhe an, weil sie barfüßig Schwierigkeiten haben.
Andere Gründe könnten schlechte Schuhe oder schlecht passende Schuhe sein,
oder beschuhte Läufer könnten ein größeres Laufpensum haben. Zukünftige
Studien und randomisierte (Stichproben artig) kontrollierte Versuche von
Läufen mit Schuhen oder
ohne Schuhe könnten das aufklären helfen.
In entwickelten Ländern gibt es keine Untersuchungen, die die Verletzungsrate
von barfüßigen und beschuhten Läufern vergleichen, wohl weil barfüßige
Läufer selten sind. Es gibt jedoch mehrere etiologische Untersuchungen, in denen
die Fußbekleidung für die Verletzungen der Läufer verantwortlich gemacht wird. ( Etiology : Wissenschaft
oder Theorie die sich mit den Ursachen oder Ursprüngen von
Krankheiten befasst).
Ich habe diese Untersuchungen in zwei Gruppen geteilt:
Aktuelle Verletzungen, die auf einen Unfall während des Laufens zurückgehen
und chronische Verletzungen, die auf Laufen über einen längeren Zeitraum
zurückgehen.
Akute Verletzungen
Knöchelverstauchungen sind die am häufigsten berichteten Sportverletzungen
und davon sind 90 bis 95% "inversions" Verletzungen (der Knöchel
wird nach innen eingeknickt), die eine teilweise oder vollständige
Zerreißung des Ligaments tabifulare anterius und manchmal auch des Ligaments
calceanofibulare verursachen. (Robbins et al. 1995 Stacoff et al,1996). ( Dies
sind Außenbänder am oberen Sprunggelenk. Die Bänder sind bei Supination und
Plantarflexion oder Dorsalextension angespannt und verhindern ein Instabilität
des Fußes nach vorne und seitlich sowie eine Rotation.)
Es wird der Standpunkt vertreten, dass Fußbekleidung die Rate für derartige
Verstauchungen erhöht. Zum einen weil das Bewusstsein für die Position der
Füße verringert wird. Dieses Bewusstsein beruht auf Feedback von den
Mechanorezeptoren in den Fußsohlenhaut, die direkten Kontakt mit dem Grund
haben. (Die Fußsohle ist ein Druckaufnahmeorgan und besitzt rezeptorische
Aufgaben. Rezeptoren für verschiedene Arten der Oberflachensensibilität (
Berührung, Druck Vibration, Schmerz, Temperatur) haben in der Sohlenhaut eine
hohe Verteilungsdichte. "Rezeptor": Reizempfänger, Einzelzelle oder
mehrere Zellen die für einen bestimmten Sinnesreiz empfänglich sind)) Zum
andern, weil der Hebelarm verlängert wird, was im Falle eines Fehltritts ein
höheres Drehmoment am subtalaren Gelenk (Teil des unteren Sprunggelenks)
zur Folge hat. (Stakoff et al. 1996). Siff und Verkhoshansky (1999, p.452) berichten,
dass Laufschuhe in jedem Fall die propriozeptive und die Tastempfindlichkeit
verringern, und dass die propriozeptive Empfindlichkeit erhalten bleibt, wenn man
in Turnhallen auf hoch-dichten Schaummatten barfuß turnt. ( Propriozeptiv:
die Propriozeption betreffend. Propriozeption: Eigenwahrnehmung, Empfindungen
die von den Sinnesorganen in der Haut, den Muskeln und Gelenken dem Gehirn
zugeleitet werden. Ermöglicht dem Gehirn in jedem Augenblick zu erkennen wo
jeder Körperteil sich befindet und wie er sich bewegt.)
Robbins et
al.(1998) zogen in Betracht dass das Verhalten, das von Tastempfindungen in den
Sohlen gesteuert wird, sich positiv auf das Gleichgewicht auswirkt, was erklären
könnte, warum Turner und Tänzer bevorzugt barfuß sind.
Die Haut der Fußsohlen
ist im Vergleich zu der Haut an anderen Körperteilen widerstandsfähiger
gegenüber Entzündungen, die als Folge von Abschürfungen auftreten können,
(Robinson et al., 1993), aber Steine, Glass Nägel und Nadeln können doch noch
Quetschungen und Stichwunden verursachen, selbst wenn die Sohlenhaut durch
Anpassung an barfüßiges Laufen verdickt ist. Außerdem können extreme
Temperaturen Schmerzen, Blasen und Frostbeulen verursachen. Deshalb können
Laufschuhe auf gewissen Kursen oder unter gewissen Wetterbedingen als Schutz der
Füße eine wichtige Rolle annehmen.
Chronische Verletzungen
Eine der häufigsten chronischen Verletzungen ist Plantarfasciitis, eine
Entzündung der Sehnen die der Fußsohle entlang ausgestreckt sind. ( Die
Plantarfascia ist ein straffes Band das entlang der Unterseite des Fußes zum
Ballen ausgespannt ist) Es gibt einige Beobachtungen die darauf hinweisen, dass
die normalerweise unbiegsame Plantarfascia als Stütze für das mittlere
longitunale Fußgewölbe dient und dass die während eines Fußschritts
auftretende Belastung (Überbelastung) des proximalen Fascia Ansatzes (am
Fersenbein) zu Plantarfasciitis führt.( Plantarfasciitis entwickelt
sich wenn diese Sehnen sich entzünden und kleine Faserfragmente vom
Fersenbein abgerissen werden.) Barfüßiges Laufen könnte eine Anpassung
zur Folge haben, welche die Aufprallkräfte auf nachgiebige Muskulatur ableitet
und so die Fascia unbehelligt lässt. Dies könnte der Grund dafür sein, dass
Plantarfasciitis in barfüßigen Bevölkerungen selten vorkommt (Robbins and
Hammer 1987).
Chronische Verletzungen, wie zum Beispiel Schienbein Splints, Ibiotibial
Band Syndrom (Knieschmerzen) und das Femoropatellare Schmerzsyndrom (runners
knee, entzündliche Reaktion am Ursprung der Patellarsehne ) werden
verschiedentlich übermäßiger Pronation oder Supination and Schockbelastung
der Gliedmaßen zugeschrieben (Siff and Verkhoshansky, 1999 p. 451). Ein Läufer,
der barfuß auf harten Oberflachen läuft, kompensiert ungenügende
Polsterung unter den Füßen mit schmiegsamem Aufsetzen der Sohlen und hat
so eine weiche Landung. Barfüßige Läufer landen auf der Mitte des Fußes,
wodurch die Strukturen, die das weiche Gewebe des Fußes stützen, mehr
beansprucht werden. Dies stärkt diese Strukturen, wodurch das Verletzungsrisiko
wahrscheinlich verringert wird.
Träger von teuren Laufschuhen, die mit dem
Anspruch angeboten wurden, dass sie Pronation korrigieren könnten oder besser gepolstert
wären, hatten mehr vom Laufen verursachte Verletzungen als Träger
von billigeren Schuhen. (Robbins and Gouw(1991).
In einer anderen Untersuchung
wurde gefunden, dass teure Sport Schuhe für mehr als doppelt so viele
Verletzungen verantwortlich waren als billigere Schuhe. Dies hatte zur Folge, dass
Robbins and Waked (1977) den Vorschlag machten, dass irreführende Reklame
für Fußbekleidung (z.B. dass sie den Aufprall dämpft) als eine öffentliche
Gesundheitsgefährdung bezeichnet werden sollte. Anthony (1987) vertrat die
Ansicht, dass Laufschuhe als Schutzkleidung (die vor gefährlichen und Schmerz
verursachenden Objekten schützt) angesehen werden sollten und nicht als
Korrekturmittel, da ihre Fähigkeit Schock zu absorbieren und übermäßige
Pronation zu verhindern, begrenzt sind.
Moderne Laufschuhe und Fußbekleidung
verringern im allgemeinen den sensorischen Feedback. Offenbar verringern sie
aber nicht den Verletzungen verursachenden Aufprallschock. Dies wurde von
Robbins und Gow (1991) als die mit der athletischen Fußbekleidung verknüpfte
"perceptual illusion" bezeichnet. Daraus könnte sich ein falsches
Gefühl der Sicherheit ergeben, das zu einem erhöhten Risiko für Verletzungen
beitragen könnte. ( Robbins und Gow, 1991). Yessis (2000, p122) bemerkte, dass sobald die natürlichen Fußstrukturen durch langzeitliches Tragen von Schuhen
geschwächt sind, man auf außenseitige Stützung durch Fußbekleidung angewiesen
ist, dass diese außenseitige Stützung aber ein mangelhafter Ersatz für einen
gut funktionierenden Fuß ist.
Messungen der vertikalen Komponente der beim Laufen auftretendem
Aufprallkräfte unterstützen nicht die Annahme, dass Laufschuhe den
Aufprallschock reduzieren. Robbins und Gouw (1990) berichteten, dass beim Laufen
auf einer Tretmühle (Geschwindigkeit 14 km/Stunde) Laufschuhe den Schock nicht verminderten.
Bergman et al. (1995) fanden, dass die Kräfte, die auf das Hüftgelenk einwirken,
niedriger waren, wenn barfuß gejoggt wurde, verglichen mit Joggen in einer Reihe
von Laufschuhen. Clarke et al. (1983) fanden keine nennenswerte Änderung der
Aufprallkräfte, wenn sie die Polsterung in den Schuhen gut trainierter Läufer
um 50% erhöhten. Robbins und Gouw (1990) argumentierten, dass ein sensorischer Input
von den Sohlen eine Reaktion verursacht, die zur Folge hat, dass die Läufer
ihr Bewegungsverhalten ändern und so den Schock verringern. In weniger
gepolsterten Schuhen konnten Unannehmlichkeiten (z.B. Unebenheiten) von den
Sohlen wahrgenommen werden und demzufolge das Bewegungsverhalten angepasst werden, ein Phänomen, das sie "shock setting"
(Schockanpassungsverhalten) nannten.
Fußbekleidung mit übermäßiger Polsterung hat offenbar eine beträchtliche
Verringerung des Schockanpassungsverhalten zur Folge, wodurch die
Aufprallkräfte vergrößert werden. (Robbins und Hanna 1987, Robbins et al
1989, Robbins and Gow 1990). In diesen Versuchen liefen die Subjekte jedoch auf
Tretmühlen oder Messplatten. Zusätzliche Untersuchungen sind deshalb benötigt
um herauszufinden, welchen Einfluss Schuhe auf die Aufprallkräfte und das
Schockanpassungsverhalten haben, wenn auf natürlichen Oberflachen wie Straßen
oder Gras gelaufen wird.
Andere Fußbekleidungsartikel ,wie z.B. Gewölbestützen und Orthotics
können mit dem Schockanpassungsverhalten interferieren und sie können
wahrscheinlich die bei der Landung auftretende schockabsorbierende Durchbiegung
des mittleren Gewölbes nach unten verhindern. (Robbins and Hanna, 1987). ( Ein
Orthotic ist eine nach Maß angefertigte Vorrichtung, die übermäßige
Pronation und Supination, die beim Laufen und Gehen auftreten können,
kontrolliert. Pronation und Supination sind normale natürliche Vorgange, aber
im Übermaß können sie Probleme verursachen). Es wird berichtet, dass diese
Artikel Pronation und Supination verringern und dass sie dem Träger laterale
und Gewölbestützung geben. Sie helfen möglicherweise Personen mit
Fußabnormalitäten, aber es ist ungewiss, wie viel sie für Läufer mit gesunden
Füßen wert sind.
Läufer, die ein verringertes oder kein Gefühl in den Fußsohlen haben, sind
besonders anfällig für Verletzungen oder Infektionen, wenn sie barfuß laufen.
Peripherale Neuropathy ist eine häufige Komplikation der Zuckerkrankheit und
kann den Verlust des protektiven Gefühls in den Füssen zur Folge haben.
Barfüßige Fortbewegung ist deshalb für diese Personen nicht empfohlen. (Hafner
und Burg 1999). In der Tat, geeignete Fußbekleidung ist notwendig und sollte
für Personen mit peripheraler Neuropathy nachdrücklich empfohlen werden.
Ökonomie (Energieverbrauch)
Das Tragen von Schuhen erhöht die beim Laufen verbrauchte Energie. Burkett
und (1981) fanden, dass der Sauerstoffverbrauch zunahm, wenn den Füßen
zusätzliches Gewicht zugefügt wurde. Wenn das Gewicht von Schuhen und
Orthotics 1% des Körpergewichts ausmachte, nahm der Sauerstoffverbrauch 3.1% zu.
Flaherty (1944) fand, dass beim Laufen mit 700 g schweren Schuhen bei einer
Geschwindigkeit von 12km/Stunde der Sauerstoffverbrauch 4.7% höher war als beim
barfüßigen Laufen. Eine Zunahme des Sauerstoffverbrauchs um etwa 4 % hat für
einen Hobby-Läufer (Jogger) wenig Belang, für einen Wettbewerbsathleten würde
sie aber die Laufgeschwindigkeit merkbar beeinflussen.
Die Zunahme des Sauerstoffverbrauchs beim Laufen mit Schuhen könnte eine
Reihe von Gründen haben. Ein offensichtlicher Grund ist die Energie, die für
die mit jedem Schritt verbundene Beschleunigung und Verlangsamung der Schuhmasse
verbraucht wird. Ein anderer Grund ist die Arbeit, die für die Kompression und
Biegung der Sohlen beim Abrollen auf dem Boden aufgewendet wird, die bis zu 13%
der beim Laufen aufgewandten Arbeit betragen kann, nach Webb et al. (1988 ).
Frederick (1986) berichtete, dass beim Laufen auf Tretmühlen der Sauerstoffbedarf
beträchtlich zunahm, wenn dickere Einlagen verwendet wurden. Es ist nicht
unerwartet, dass Material, das zum Polstern von Schuhen verwendet wird, Energie
absorbiert. Steife Einlagen sollten im Vergleich mit normalem Einlagen 2%
weniger Energie verbrauchen. Schließlich ist es wahrscheinlich, dass Schuhe die
Fähigkeit der unteren Gliedmassen, wie eine Feder zu wirken, kompromieren. Wenn
man barfuß ist werden etwa 70% der gespeicherten Energie zurückgegeben,
beträchtlich weniger wenn man Laufschuhe anhat. (Yessis 2000, p.123)
Schlussfolgerungen
Laufen in Schuhen scheint das Risiko für Knöchelverstauchungen zu vergrößern, entweder weil das Bewusstsein für die Fußposition verringert wird oder weil das Drehmoment an den Knöcheln beim Stolpern vergrößert wird.
Laufen in Schuhen erhöht das Risiko für Planarfasciitis und andere chronische Verletzungen der unteren Gliedmaßen, weil durch die Schuhe die Schockübertragung auf Muskeln und tragende Strukturelemente verändert wird.
Barfüßiges Laufen verringert den Sauerstoffverbrauch um einige Prozente. Man müsste daher erwarten, dass die Leistung in Laufwettbewerben entsprechend verbessert wird. Jedoch sind bis jetzt noch keine Forschungsresultate veröffentlicht worden, in denen der Einfluss von barfüßigem oder beschuhtem Laufen auf die Leistung in wirklichen oder simulierten Wettbewerben untersucht wurde.
Untersuchungen sind nötig, die aufklãren, warum von Wettbewerbsläufern das barfüßige Laufen nicht vorgezogen wird. Angst vor Stichwunden, Quetschungen, hitzebedingten oder durch Übertraining verursachten Verletzungen während der Anpassungsperiode sind mögliche Gründe.
Laufschuhe haben eine wichtige schützende Rolle auf gewissen Kursen, unter extremen Wetterbedingungen und für gewisse Pathologien der unteren Gliedmaßen.
Italics in Klammern sind vom Übersetzer zugefügte Erläuterungen die dem Verständnis helfen sollen. Es sind meistens Zitate von anderen Publikationen.
Publikationen zum Thema:
Barfuß: Anatomie/Lauftechnik http://www.thoreau.de/barfuss/laufstil.html
Heel Spurs and Plantar Fasciitis http://www.steenwyk.com/pfasc.htm
Werner Götz: Übersicht über die Anatomie des Fusses http://www.gwdg.de/~wgoetz/FussAnatomie.htm
Inversion Ankle Sprain http://loki.stockton.edu/~ospreys/ATInversionAnkle.htm
Frank Mayer et al, Verletzungen und Beschwerden im Laufsport http://www.muenster.org/sqcm77/marathon/beschwerden.pdf
(Barfußlaufen wird in diesem Artikel zwar nicht erwähnt, aber propriozeptives Training wird mehrmals empfohlen. Barfußlaufen ist aber doch wohl das beste natürliche propriozeptive Training.)
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