| [Endlich auf freiem Fuß - Trendreport zum Barfußlaufen in der Süddeutschen Zeitung] | ["Auf freiem Fuß" in der Kronenzeitung] |
Endlich
auf freiem Fuß - Trendreport zum Barfußlaufen
in der Süddeutschen Zeitung vom 19. 05. 2000
(Forumbeiträge im Frühling 2000)
Hallo miteinander, gerade erst habe ich die Süddeutsche Zeitung in die Hand
bekommen, und schon bereitet mir das beigelegte Magazin eine freudige
Überraschung!
Mit dem Titel "Endlich auf freiem Fuß" wird auf sechs
Seiten ein Trendreport abgegeben -- eine ausgezeichnete Darstellung des Trends
zum Barefoot Lifestyle in Wort und Bild.
Auch dieses Forum ist mit Angabe der
Web - Adresse von Hobby - Barfuß erwähnt.
Ich hoffe, dass in den nächsten Tagen
viele Leserinnen und Leser der auflagestarken Süddeutschen Zeitung hier herfinden, sich von der Themenvielfalt angenehm überraschen lassen und
mitdiskutieren werden!!
Ganz offensichtlich ist, dass die Journalisten auf
unsere Behandlung des Themas zurückgreifen: Die Auseinandersetzung von Markus
mit der Mensakassiererin in Bonn ist ebenso beschrieben, wie die Grundregeln zum
Barfußlaufen, die (glaube ich) dem B-Treff entnommen sind.
Und auf Pfarrer
Kneipp sind die Autoren möglicherweise über meine HP gekommen. Mich freut es
riesig, dass das oft mühselige Vorantreiben des Barfußtrends im Internet in so
publizistisch perfekter Weise aufgegriffen wird!
Herzliche Füße, Lorenz
Hier nunmehr Auszüge aus dem Text :
Es gab da mal Ende der achtziger Jahre ein Mädchen, das vom Land in die Stadt New York zog und dort ganz groß herauskommen wollte. Sie machte es anders als die anderen Mädchen, die dasselbe im Sinn hatten. Sorglos hopste sie von Casting zu Casting, von Party zu Party und bald erkannten die Leute sie wieder; denn das Mädchen trug niemals Schuhe und die Menschen in der großen Stadt liebten sie für ihren unbekümmerten Landmädchencharme. Heute ist sie eine der berühmtesten Schauspielerinnen der Welt. Sie könnte jeden Tag in ein anderes Paar zarter Pumps von Manolo Blahnik schlüpfen, einem der teuersten Schuhdesigner überhaupt, und sie am Abend wieder fortwerfen - so reich ist sie. Aber nach wie vor geht dieses Mädchen am liebsten barfuß, ins Restaurant, zu Filmpremieren, zum Agententreffen.
Julia Roberts heißt die Schauspielerin, und wenn ihr jemand blöd kommt, so sagt sie unschuldig: »Barfußlaufen ist ein Relikt aus meiner Kindheit; als kleines Mädchen ging ich immer barfuß und ich fühle mich immer noch am wohlsten ohne Schuhe.» Allerdings kommen Julia Roberts heutzutage nicht mehr allzu viele Leute blöd.
Auch die Schauspielerin Drew Barrymore gibt zu, dass sie mehr Zeit in ihrem Auto verbracht hat als in ihren Schuhen. Helen Hunt und Cindy Crawford sind ebenfalls bekennende Barfüßlerinnen.
Generell lässt sich sagen: Glücklich ist, wer hübsche Füße hat. Denn jetzt kommt der Sommer und die Schuhe werden immer kleiner. Soll heißen: Heutzutage, geht schon eine Sohle mit ein paar kleinen Riemchen als Schuh durch, eine Sandalette oder ein Pantoffel. Und wer weiß, wenn das Straßenpflaster nicht so hart und die Sitten andere wären - vielleicht würde auch Manolo Blahnik bald ganz auf die Sohle verzichten. Und seinen Kundinnen lediglich, ein paar glitzernde Bändchen um die Füße schlingen.
Bevor jedoch Prominente und Moderedakteure nackte Füße wieder als fein ausriefen, genoss das Barfußlaufen einen eher zweifelhaften Ruf. Zu lange hatten verlotterte Hippie ' s oder verbohrte Studenten das Barfußlaufen zu einem ihrer letzten Tabubrüche gemacht.
Einer von ihnen, ein barfüßiger Student in der Mensa der Universität Bonn, wurde einst freundlich darüber aufgeklärt, »dass es die Gastronomie - Hygienevorschriften verbieten, einen Barfüßigen zu bedienen«. Eigenartig, denn schließlich wollte der Student ja nicht mit den Fügen, essen. Als er sich trotzig bei der Mensaleitung erkundigte, stellte sich, heraus, dass die, Gastronomie - Vorschriften zwar von Köchen verlangen, mit geschlossenen Schuhen zu arbeiten, zum Thema Gästefüße aber schweigen. [...]
Schuhe sind eine Erfindung der Antike, vordem liefen alle Menschen barfuß. Ebenso wie ihre Götter : Die Füße der Hindu - Gottheit Shiva etwa werden vielfach als Symbole der kosmischen Ordnung dargestellt und auch Hermes, der griechische Götterbote, brauchte keine Schuhe,. um seine Nachrichten zu verbreiten; er hatte kleine Flügel an den Füßen.
Die Vorstellung, dass nackte Füße eine Zumutung sind, stammt aus der Neuzeit. Im sittenstrengen Preußen galt es schon als unschicklich, wenn Kinder einen Bach barfuß durchwateten. Und bis zur Mitte des 20. Jahrhunderts stand jemand, der keine Schuhe trug, im Verdacht, entweder arm zu sein oder verrückt - wenn nicht beides.
In Bayern dagegen, traditionell erdverbunden, stand für den katholischen Pfarrer Sebastian Kneipp (1821 - 1897) das Barfußlaufen in der Natur keineswegs im Widerspruch zur Moral. In seinem Werk Wasser - Kur von 1892 nennt er als wichtigste Abhärtungsmittel:
1. das Barfußgehen;
2. das Gehen im nassen Grase;
3. das Gehen auf nassen Steinen;
4. das Gehen im neu gefallenen Schnee;
5. das Gehen im kalten Wasser;
6. das Kaltbaden der Arme und Beine (Füße);
7. den Knieguss (mit und ohne Oberguss).
Dass Barfußlaufen natürlich und gesund sei, zeige schon das Verhalten kleiner Kinder, argumentiert Kneipp: »Ohne alle Menschenrücksichten werfen sie die lästigen, die Füße quälenden Schuhe und Strümpfe von sich und sind ganz glückselig, besonders zur Frühjahreszeit, wenn man sie frei herumpusseln lässt. Die Kinder tun dies ganz instinktiv, einem gewissen Naturtriebe folgend, den wir alle auch verspüren würden, wenn die überfeinerte, schablongierende, Schraubstockdienst thuende, alles Natürliche wegdrechselnde Bildung uns nicht vielfach den gesunden Sinn genommen hätte.«
Das Barfußlaufen erfüllt Kneipp zufolge einen medizinischen Zweck. Ein dosierter Kältereiz rege die Wärmeproduktion des Körpers an und stabilisiere den Kreislauf. Barfußlaufen beuge der Bildung von Blasen vor, Druckstellen, Überbeinen, Hühneraugen, Krampfadern, Fußpilz und tauben Beinen.
Nach diesen Kneipp - Zitaten wenden sich die Autoren des Artikels Erklärungsversuchen für den erkannten Trend zur Barfüßigkeit zu :
Woher nun aber die erneute Konjunktur des Barfußlaufens? Ganz einfach: Seit den achtziger Jahren herrscht in den Industrienationen dieser Welt der Körperkult. Nach Fitnessstudios und Sonnenbänken eröffnen nun allerorten Nagelsalons. Die Vorzeichen haben sich geändert, zuallererst die Vorstellung von Mode und Ästhetik; so kann es kommen, dass Vogue - Models plötzlich nackte Füße zu Galliano - Roben tragen und dass ausgerechnet nackte Füße heutzutage sogar den Verdacht entkräften, ein verarmtes, verlottertes, verrücktes Leben zu führen. Wenn sie so gepflegt sind wie der Rest des Körpers, ist das ein Zeichen des modernsten aller luxuriösen Lebensstile, nämlich: Zeit zu haben. Natürlich nur, wenn nicht gerade an jedem zweiten Zeh drei bis fünf Ringe stecken; was möglicherweise wieder, rmit negativen Reminiszenzen an die Hippie - Hochburg Height Ashbury in San Francisco zusammenhängt.
Natürlich gibt es da auch noch das andere Lager: die überzeugten Barfußläufer. Ob aus Fetischismus, Langeweile, Religiosität oder Naturverbundenheit - in den Vereinigten Staaten gibt es mittlerweile mehr als vierzig Vereinigungen, die das Barfußlaufen fördern. Die bekannteste ist die Dirty Soles Society (DSS). Die Gesellschaft der schmutzigen Sohlen setzt sich für das Recht ein, barfuß Auto fahren zu dürfen, listet barfußfreundliche Geschäfte auf und kämpft für das Recht, öffentliche Gebäude auch ohne Schuhe betreten zu dürfen. »Mit der Evolution wandte sich der Blick des Menschen vom Boden weg«, heißt es in den Statuten der Dirty Soles Society, »nur der Kontakt der Füße zum Boden verbindet uns noch mit unserem Planeten.«
Barfuß Auto fahren, barfuß essen gehen und barfuß am Schulsport teilnehmen - all das ist völlig legal. Nach Auskunft der Barmer Ersatzkasse sind Barfußsportler in Turnhallen und »sportüblichen Räumen« versichert. Als »grob fahrlässig», gelten lediglich das Barfußturnen auf Dielenböden mit lockeren Nägeln oder das Fußballspielen ohne Schuhe.
Selbst Auto fahren mit baren Füßen ist nicht unbedingt verboten. Bei einem Unfall zahlen die Versicherungen nur dann nicht, wenn sich herausstellt, dass der Fahrer barfuß am Steuer saß ...
Einspruch ! Hier stellen die Autoren eine nachgewiesenermaßen unzutreffende Behauptung auf, die im übrigen auch im logischen Widerspruch zum nachfolgenden Satzteil steht :
... aber kein deutsches Gesetz sagt, dass man nur in Schuhen Auto fahren darf. Ähnlich ist es in den USA, wo das »Führen eines Fahrzeuges durch einen Fahrer mit nackten Füßen« in den meisten Bundesstaaten erlaubt ist. Besondere Vorschriften gibt es nur für Motorradfahrer.
In vielen amerikanischen Geschäften und öffentlichen Gebäuden wird Barfußläufern mit dem Schild »shirt and shoes required« der Zutritt verwehrt. Grund für diese Maßnahme ist angeblich eine Vorschrift der Gesundheitsbehörden. Das Gesundheitsamt des Staates New York teilt auf Anfrage mit, dass es keine Vorschrift zum Dresscode in Geschäften und Büros erlassen hat. Der Gesundheitsbehörde war allerdings auch nicht bekannt, dass ein derartiges Gesetz in anderen Staaten existiert.
In der »Barfussbar« in Zürich, die während der Sommermonate geöffnet hat, gehören schwarze Füße zum guten Ton. Die alten Holzdielen des Lokals dürfen nur barfuß oder mit Strandschuhen betreten werden. Mittwochs gibt es kulturelle Veranstaltungen, ebenfalls nur für Barfüßler.
Hier zu Lande jedenfalls treffen sich Überzeugte Barfuß - Gänger in Barfuß - Clubs und Barfuß - Bars, diskutieren im Internet in Barfuß - Foren [...]
Sie unternehmen gemeinsame Barfuß - Wanderungen und legen Barfuß - Erlebnisstätten an. In Dornstetten im Nordschwarzwald gibt es einen Barfußpark, im Hunsrück zwischen Bad Sobernheim und Staudenheim einen 3,5 Kilometer langen Barfußpfad.
Das Barfuß - Forum empfiehlt Einsteigern, vier Grundregeln zu befolgen:
1. Nicht schlurfen - den nackten Fuß senkrecht aufsetzen, abrollen und weit genug anheben.
2. Immer den Weg im Auge behalten - wenn es etwas zu sehen gibt, lieber stehen bleiben.
3. Richtig abrollen und das meiste Gewicht eher auf den Ballen halten, wo es beser abgefedert werden kann.
4. Wenn du fühlst, dass du auf etwas Unangenehmes trittst, solltest du schnell genug reagieren und woanders hintreten. Wichtig für Anfänger sei auch die geschickte Wahl des Untergrunds: Schotter ermüdet schnell, Gras, Sand und Erde sind genau richtig.
Nun wird noch der religiöse Aspekt des Barfußlaufens angesprochen :
Seit Jesus, dem Neuen Testament zufolge, barfuß über das Wasser wandelte, fühlen sich fromme Menschen ohne Schuhe näher bei Gott. Nackte Füße stehen im christlichen Glauben für Weisheit, Demut und Souveränität. Der christliche Kirchenvater Ambrosius schreibt in seinem Sechstagewerk über den »Dienst der Füße«: »Der Fuß bringt im Kniefall die demütige Gesinnung und in der Fortbewegung die emsige Dienstbeflissenheit zum Ausdruck.« Kniefall und Dienstgang, am besten barfuß, » machen die Schritte der Seele kräftiger«.
Auf der irischen Wallfahrtsinsel Station Island unterziehen sich die Pilger einem harten Ritual, dem »St. Patrick's Purgatory«. Sie laufen drei Tage lang barfuß und nehmen nichts außer Tee und trockenen Keksen zu sich. Laut Wallfahrtsdirektor Monsignore Richard Mohan hat das weniger mit Sünde und Buße zu tun als mit der dadurch gesteigerten Möglichkeit, das Wichtige vom Unwichtigen zu unterscheiden: » Barfuß und ohne die Annehrnlichkeiten des heutigen Lebens findet man den Weg zum eigenen Ich und den persönlichen Prioritäten leichter. « Auch Buddhisten und Asien - Touristen lassen ihre Schuhe vor dem Tempeleingang stehen (was ungläubige Einheimische gelegentlich dazu verführt, sich die flotten Nike - Turnschuhe westlicher Reisender anzueignen).
Und der südamerikanische Poet Jorge Luis Borges erkannte gegen Ende seiner irdischen Existenz, dass diese unbeschuht möglicherweise freier verlaufen wäre: »Wenn ich mein Leben noch einmal leben könnte«, schreibt er, »würde ich von Frühlingsbeginn an bis in den Spätherbst barfuß gehen. «
Dem Fazit, zu dem die Autoren gelangen, muss man sich ja nicht zwingend anschließen :
Bleibt die Frage: Wo ist Barfußgehen heute wirklich angebracht? Sagen wir so: nicht inmitten von Aktenordnern und Anzugträgern. Nicht aus Sentimentalität oder Provokation. Nicht als Akt der Befreiung - die Zeiten sind vorbei. Achten Sie lieber auf einen Moment, der so romantisch ist wie Pretty Woman, so unbekümmert wie das Lachen von Julia Roberts.
Und: Achten Sie auf einwandfreie Pediküre !
Hallo, ich kann Lorenz nur zustimmen, ein ganz hervorragender Artikel.
Also,
alle Forumsteilnehmer ab zum Kiosk und Süddeutsche kaufen! Gruß, Jens02
Hallo Lorenz, vielen Dank für Deinen heißen Tipp.
Ich habe mich gleich ins
Auto gesetzt und bin (natürlich barfuß) zum Bahnhofskiosk gefahren. Es stellte
sich aber heraus, dass es sehr schwer ist, in der norddeutschen Tiefebene die SZ
zu bekommen.
Von den Obdachlosen am Bahnhof bekam ich nur Kommentare zu meinem
Auto (Smart) zu hören. Kein Wort bezüglich meiner bloßen Füße. Weiter ging
die Suche dann zum nächsten Einkaufszentrum. Dort bekam ich nur zu hören, dass
ich eventuell am Samstag die SZ bekommen könnte. Also ging's weiter zur
nächstgrößeren Tankstelle. Zum Glück konnte ich dort das letzte Exemplar
ergattern.
Ich muss sagen, dass sich die Odyssee auf jeden Fall gelohnt hat.
Wahrscheinlich tritt dieser Artikel jetzt eine größere Barfußwelle los. Das
zeigt uns ja auch das Interesse des Frühstücksfernsehen an diesem Thema.
Hoffen wir auf weiteres Medieninteresse.
Gruß und Fuß Andreas S.
Auch ich habe mich riesig gefreut, als mein Blick heute morgen auf meine
morgendliche S- Bahn- Lektüre, die SZ, fiel und ich dort überraschenderweise
schon auf der Titelseite als Ankündigung lesen durfte:
"Sommer ohne
Schuhe: Lustwandel auf leisen Sohlen - warum sieht die Welt barfuß gleich ganz
anders aus?"
Interessiert las ich den zugehörigen Artikel im SZ-Magazin.
Aber eine wirkliche Antwort auf die oben gestellte Frage gab's da m. E. nicht.
Überhaupt war der Artikel ziemlich "Lifestyle" - orientiert (im
negativen Sinne bzw. Beigeschmacks des Wortes) und enthält neben vielen
positiven Elementen eben leider eine starke Tendenz zu Verherrlichung von
Pediküre (als Voraussetzung fürs Barfußlaufen) und zur Verabscheuung von sog.
Hippie - Barfüßern.
Nun würde ich mich sicherlich keineswegs zur letzten Gruppe
zählen und den Autoren auch beipflichten, dass heutige Barfüßer anders sind,
aber ich glaube ein wirklicher Barfüßer macht auch nicht ständig an seinen
Füßen 'rum (tun wir ja mit unseren Händen auch nicht).
Fotos gab's nur von
weiblichen "Modellen".
Schade, das bestätigt den Eindruck, dass das
nur etwas für Frauen sei (in den letzten zwei Jahren sind mir fast nur
männliche Barfüßer begegnet). Die gesundheitlichen Aspekte (außerhalb
Kneipp'scher Kuren) kommen etwas zu kurz und auch kein Wort über praktiziertes
Barfüßertum in anderen Kulturen (z.B. die nach wie vor sehr überzeugende
Sitte der Afrikaans - sprechenden weißen Land- u. Kleinstadtbevölkerung
Südafrikas, der "Boeren", die ihre Kinder bis 12/13 Jahre ständig
barfuß laufen lassen; oder zu den positiven Einstellungen vieler Neuseeländer
und Australier). Statt dessen natürlich ein ausgedehnter Blick in die USA.
Letzteres ein deutliches Indiz für einen Trend - Bericht, der aber m. E. keinen
Trend beschreibt (schön wär's ja, aber der wahre Trend zur Zeit sind nackte
Füße in offenen Schuhen jedweder Art).
Aber einen Vorteil hat's natürlich:
das Interesse wird wachsen (auch von anderen Medien) und vielleicht wird aus dem
nicht existierenden Trend dann ein realer ...
Schön wär's! Fuß frei! Lupu (aus
der barfußfaulen Hauptstadt)
Hallo Lupu, Schön, mal wieder etwas von Dir zu lesen!
In manchen Punkten
teile ich durchaus Deine Vorbehalte: es gibt andere Informationsquellen, die an
wesentlichen Punkten mehr in die Tiefe gehen als der Artikel im SZ - Magazin.
Ich
möchte da z.B. an den Artikel in der Zeitschrift der Deutschen Wanderjugend
erinnern -- Auflage leider nur 5.000.
Die Kernaussage des SZ - Artikels verstehe ich wie folgt: Mit gepflegten Füßen
barfuß gehen ist genauso gut, wie Schuhe tragen. Und wenn das mit einer Auflage
von über 600.000 verbreitet wird, wirkt es durchaus bestehenden Vorurteilen
entgegen! Und es lenkt die Aufmerksamkeit auf unsere Web - Seiten -- und da gibt
es Information, die in die Tiefe geht.
Fußpflege schätze ich übrigens als
wichtiger ein als Du es zum Ausdruck bringst. Ich treibe einen gewissen Aufwand,
um mir die unangenehmen Hornhautrisse an Ferse und großer Zehe zu ersparen:
regelmäßig glattfeilen und eincremen.
Und mit glatter, sonnengebräunter Haut
brauchen auch Männerfüße das Licht des Tages wahrhaftig nicht zu scheuen!
Serfuß, Lorenz
[Fußpflege
schätze ich wichtiger ein]
Natürlich habe auch ich nichts gegen gepflegte
Füße, aber was du beschreibst, ist ja mehr die "Barfüßer - Pflege"
und weniger das, was man(n) oder die Autoren des Artikels gemeinhin unter
Pediküre verstehen. Da geht's schon um eine Spielart des momentanen Körper-
und Beautykults, der nicht unbedingt etwas mit "Natürlichkeit" zu tun
hat.
Ich bin kein "Schwarz- Sohlen- Fetischist" und "Hippie",
sondern habe es auch lieber etwas sauberer - aber nun möchte ich letzt genannte
"Gruppen" auch nicht ausschließen, wenn's ums Barfußlaufen geht.
Und eine gewisse Tendenz dazu verbreitet m.E. der Artikel. Liebe Grüße, Lupu
Endlich werden die Freunde der Barfüßigkeit angemessen in der Presse
gewürdigt!
In der Süddeutschen Zeitung (Magazin) vom Freitag ist ein längerer
Bericht über das Leben ohne Schuhe. Titel "Endlich auf freiem Fuß".
Barfuß leben wird langsam gesellschaftsfähig.
Also: Keine Hemmungen mehr!
Christian
[Letzteres deutliches Indiz für Trendy -
Bericht ... wahre Trend nackte Füße in offenen Schuhen ]
Da hast du zunächst vollkommen recht. Was massiv zunimmt, sind nackte Füße in
Sandalen, Pantoffeln, Flip-Flops und ähnlichem "Schuhwerk".
Obwohl
dieser Trend nach meiner Einschätzung manche sogar vom original - barfuß laufen
abhält, besteht andererseits doch die Hoffnung, dass manche diese Mode nur als
Zwischenstufe zum echten Barfußgenuss sehen.
Jedenfalls hat mich neulich bei
einem meiner barfüßigen abendlichen Spaziergängen in der City ein junger Mann
angesprochen, der selbst In-Badelatschen, und auch sonst sehr modische Kleidung
trug. "Hi Kollege" - ich glaubte meinen Ohren nicht zu trauen -
"ziehst du gar keine Schuhe mehr an?" Ich erzählte ihm dann, dass ich
in der Freizeit so oft es geht barfuß laufe usw..., worauf er meinte, na ja, so
weit bin ich noch nicht ganz, ich bleib mal vorläufig noch bei Badelatschen.
Aber vielleicht probier ich's auch bald mal.. - Na also: So undenkbar wie es
noch vor 10 Jahren war, zu edlen Klamotten Badelatschen zu tragen, ist es
vielleicht für manche heute noch, barfuß zu laufen.
Aber wer weiß, vielleicht
kommen doch manche noch drauf, dass die superleichtesten Badelatschen nicht im
entferntesten mithalten können mit dem Erlebnis, den Boden unter den nackten
Füssen zu spüren. Und davon sind ja die Träger solcher Latschen nur ein paar
Millimeter Plastik entfernt.
[Vorteil: Interesse
wird wachsen und vielleicht aus nicht
existierenden Trend dann ein realer] Das hoff ich auch schwer.
Leider kam ich gestern nicht mehr dazu und heute war die SZ von gestern nirgends
mehr zu kriegen, aber aus all den Beiträgen entnehme ich, dass der Artikel echt
was in Bewegung bringen könnte. Hoffen wir's.
Fuß zum Gruß Moritz
Ich empfehle, einen Leserbrief an die Süddeutsche Zeitung zu schreiben und den Artikel grundsätzlich zu loben, aber auf die dort vernachlässigten Aspekte zusätzlich hinzuweisen. "Leserbrief schreiben" muss ja nicht grundsätzlich bedeuten, den Artikel der Zeitung in Grund und Boden zu verdammen. Unci
Hallo Unci, leider gibt es im SZ-Magazin keine Leserbriefe (nur in der Zeitung). Das hatte ich auch schon überlegt, habe aber auch momentan keine Zeit. Ciao, Lupu
Hallo, liebe Barfüßer, als Nicht-SZ-Leser habe ich mir vom Verlag ein
Einzelexemplar des besagten SZ-Magazins vom Mai schicken lassen. Der Beitrag war
tatsächlich lesenswert, geistvoll und in der Tendenz positiv.
Etwas enttauscht
haben mich allerdings die Photos. Schwarze Sohlen waren keine dabei - und die
kriegt man nun mal, oder zumindest braun - grüne, wenn man barfuß im Wald oder
auf Rasen unterwegs ist.
Stattdessen gab es als "Aufmacher - Photo"
eines, dass gut und gerne auch für irgend ein Fußpflegeprodukt hätte dienen können. Und drei ausgelassen auf dem Bett tanzende oder
hüpfende Teenager sind
nun auch nicht gerade prickelnd; wer einigermaßen gute Manieren hat, zieht die
Schuhe (nicht zwangsläufig auch die Socken) aus, wenn er sich aufs Bett
setzt, legt oder stellt (letzteres macht man aber wohl eher selten). Das dritte
Bild zeigte eine Frau und ein Kind auf einer Terrasse oder in der Nähe eines
Pools (?) liegend, also auch absolut nichts ungewöhnliches.
Insgesamt ergibt
sich ein irgendwie gespaltener Eindruck zwischen dem Text, der um das Barfußlaufen auch an ungewohnten Orten, in ungewohnten Situationen etc. keinen
Bogen macht und den reichlich harmlosen Photos.
Keine Ahnung, warum die Autoren
von den zahlreichen, im Netz verfügbaren "wirklichen" Barfüßer -
Bildern keinen Gebrauch gemacht haben. Oder hatten Sie letztlich doch
Scheu vor Sohlen, die keinen Hehl daraus machen, dass sie ungewaschen - und
vielleicht deshalb - "unattraktiv" sind?
Übrigens las ich gestern,
dass die beiden Chefredakteure des SZ-Magazins gefeuert worden sind. Aber das
hatte wohl nichts mit dem Barfuß - Beitrag zu tun, sondern drehte sich um den
Abdruck von gefälschten Interviews mit Promis, denen die Chefredaktion auf den
Leim gegangen war. Vielleicht gibt´s ja bald einen ähnlich guten Beitrag an
prominenter Stelle, der nicht nut gut geschrieben, sondern auch gut bebildert
ist.
Herzliche Füße Schorsch
[Keine Ahnung, warum Autoren von im Netz verfügbaren
Barfüßer - Bildern keinen Gebrauch gemacht haben]
Der Praxis einiger Webmaster, heimlich fotografierte Fotos zu
veröffentlichen, können sich Profijournalisten nicht anschließen, da das
Recht der Personen am eigenen Bild vom Gesetz geschützt ist!!!
Ich halte mich
mit den Bildern meiner Web-Seiten auch an diese Regel und publiziere Bilder nur
mit Zustimmung der gezeigten Personen. Ich hoffe auch, dass meine Seiten nur von
Interessenten am Barfußgehen und nicht von Schwarze- Sohlen- Fans besucht werden
(die da auch rein gar nichts dergleichen finden).
Serfuß, Lorenz
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Als ich heute ins Auto einstieg, sah ich in einem Zeitungsständer 3
barfüßige Mädchen auf einer Wiese. Da bin ich doch gleich wieder ausgestiegen
und hab' mir die "Tiroler Kronen Zeitung" gekauft. Und als ganz fette
Überschrift, sodass sie keiner übersehen konnte: "Barfußlaufen - Bericht
im Inneren".
Also da fing mein Tag ja schon ausgezeichnet an! Endlich mal ein
öffentlicher Aufruf!
Und im Inneren dann: "Auf freiem Fuß - Falls Sie irgendwo der Schuh
drückt, probieren Sie es doch einmal ohne. - Barfuß fühlt sich die Welt ganz
anders an." Und dann folgt ein zwei Seiten starker Bericht über das
Barfußlaufen.
Auch über Stars, wie Julia Roberts oder Cindy Crawford, die ja bekanntlich gerne barfuß in der Öffentlichkeit gehen. Natürlich auch von
Sebastian Kneipp
und dass es nichts gesünderes gibt, als Bahrfußlaufen.
Wirklich perfekt!
Vielleicht sieht man diesen Sommer ein paar Leute mehr, die sich das trauen
(mich natürlich eingeschlossen).
Einen wunderschönen Tag noch!
AlexTK
Das Titelbild war in ganz Österreich zu sehen. Der Artikel war im
Allgemeinen der Bericht aus der SZ vom letzten Jahr.
Bis bald
Max
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