[Markus musste als Kind heimlich barfuß laufen] [Markus hasst Stinkefüße] [Markus empfindet sich barfuß im Wald als Teil der Natur]

Markus musste als Kind heimlich barfuß laufen
(zusammengefasst aus verschiedenen Forumbeiträgen im Herbst 1998)

Also was meine Vergangenheit betrifft, muss ich hier wohl leider enttäuschen, denn ich bin mit dem absoluten Modediktat aufgewachsen. In der Grundschule, so 1.-2. Klasse sind wir schon mal barfuß im Sport gelaufen, wenn die Schuhe vergessen wurden (Lehrerin bestand auf unserer Teilnahme, und sei es in Unterwäsche....aber da waren wir ja auch wirklich noch kleine Bübchen / Mädels...) Ansonsten war barfuß absolut verpönt. "In" war immer das, was gerade am teuersten war, also hatte barfuß nicht die geringste Chance, und dieses ungeschriebene Gesetz hat niemand gebrochen.
Einmal haben wir von der Schule aus (ca. 8. Klasse) eine Kanutour gemacht, und dabei ist mein Kanu samt Schulfreund und mir gekentert und wir waren klatschnass (logisch eigentlich). Die durchgesifften Schuhe haben wir uns dann nicht mehr angetan, was - man soll es nicht glauben - uns tatsächlich die blödesten Kommentare einbrachte, obwohl man in der Situation wohl nicht anders handeln konnte, als die nassen Schuhe wegzulassen. Originalton: "hehe, barfuß ,wie die Penner!" (obwohl ich nie einen barfüßigen Penner gesehen habe)
Ich wollte als Kind immer gerne barfuß laufen, musste es aber in der Regel heimlich tun, weil ich immer etwas sehr bemuttert wurde "...um Gottes Willen Du holst Dir den Tod, zieh sofort die Schuhe an oder willste ne Lungenentzündung trallalla...", also reichlich uncool.
Jetzt laufe ich etwa seit 2 Jahren mehrmals wöchentlich barfuß im Wald oder an anderen geeigneten Plätzen, nicht unabhängig vom Wetter, aber eigentlich unabhängig von der Jahreszeit. Richtig Schnee gab's hier ja lange nicht, aber mit dem Schneefall ist die Saison erst mal vorbei und beginnt erst wieder, wenn der Schnee im Frühjahr schmilzt....
Zwar war ich mit meiner Haltung diesbezüglich als Kind ziemlich allein auf weiter Flur (jedenfalls in meinem persönlichen Umfeld), und daran hat sich bis heute eigentlich nichts geändert, aber deshalb habe ich mich nie davon abhalten lassen und bei sich bietenden Gelegenheiten halt immer die Schuhe in die Ecke gepfeffert - aber eben nur, wenn ich allein war, um mich vor dummen Kommentaren zu schützen.
Leider (oder auch zum Glück) war ich selten allein, denn eigentlich waren immer meine Eltern da oder ich hab mich mit Freunden rumgetrieben, wie das nun mal so war. Wobei mich eigentlich gerade die ablehnende Haltung meines Vaters zum Barfußlaufen doch etwas wundert, schließlich ist er als Junge während und nach dem Krieg fast ausschließlich barfuß gelaufen, aber da war sicher nicht zuletzt auch das Elend dran schuld (Vater im Krieg, hungrige Mutter mit 5 hungrigen Kindern auf der Flucht vor den Russen etc...) Wie er mir erzählt hat, hat eine Russin sogar meiner Oma die letzten Stiefel abgemopst, als sie von der Roten Armee eingeholt wurden. Vielleicht stellt er da ja eine unglückliche, traumatische Verbindung her, wenn er heute jemanden ohne Schuhe laufen sieht.
Aber m.E. ist es auch ein erheblicher Unterschied, ob man barfuß läuft, weil man es will, oder weil man dazu gezwungen ist.
Markus

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Markus hasst Stinkefüße
(zusammengefasst aus verschiedenen Forumbeiträgen im Herbst 1998)

Was ich persönlich beim Barfußlaufen empfinde ? Hmm, also ich will es mal so schildern:
Zunächst einmal hasse ich Stinkefüße, die man von den damals per Modediktat aufgezwungenen Sportschuhen zwangsweise bekam. Sandalen waren fast so verpönt wie das Barfußlaufen selbst, also hatte ich keine Wahl.
Später im Betriebspraktikum und kurz darauf in der Banklehre machte ich eine ganz neue Erfahrung, nämlich wie unbequem "normale" Straßenschuhe sein können, wenn man zuvor nur Turnschuhe gewohnt war. Mittlerweile habe ich ein sehr bequemes Paar Schuhe von einem für Bequemlichkeit sehr bekannten skandinavischen Hersteller, aber stressbedingt und dadurch, das ich während der Arbeit viel im Haus herumrenne (EDV-Onkel - immer auf Achse :o) bleibt eine gewisse Schweißentwicklung nicht aus, und ich hasse Schweißfüße wie nix gutes, es ist mir unangenehm wie es riecht, und ich empfinde es als sehr unhygienisch
Vielleicht noch ein paar Worte zu meiner Person, ich bin jetzt 23 und wohne in unmittelbarer Nähe von Hamburg, wo ich als gelernter Bankkaufmann heute als Netzwerk- und Mitarbeiterbetreuer arbeite....
Nach der Ausbildung kam dann noch die zweite ätzende Erfahrung bei der Bundeswehr. Wirklich, ich habe die Zeit dort überwiegend genossen, es war einfach toll, vor dem Beginn eines Lebens im Büroalltag noch mal im Dreck herumtollen zu können und Krieg zu spielen, dann die einfach geniale Kameradschaft - super. Das einzige Problem: die Stiefel. Im Herbst und Winter waren sie einfach supergut, stabil, warm, und selbst bei langen Märschen keine besonders problematischen Blasen. Im Winter ziehe ich sie heute noch gerne an. Aber für den heißen Sommer (und wir HATTEN einen heißen Sommer) waren diese Treter einfach völlig ungeeignet. Ich musste mir die Füße eincremen und in Bandagen wickeln, weil sich durch die permanente feuchte Hitze in den Stiefeln die Haut abzulösen begann und schon Blasen warf, obwohl kaum Belastung da war. Zeitweilig wurde mir daher vom Arzt Stiefelfreiheit verordnet - also Turnschuhe. Nach Dienstschluss war ich dann heil froh, wenn ich endlich die Schuhe ausziehen konnte !
Dann war die Welt wieder in Ordnung. ...
Markus

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Markus empfindet sich barfuß im Wald als Teil der Natur
(Forumbeitrag im Herbst 1998)

Ich fühle mich ohne Schuhe einfach am wohlsten. Tja, aber richtig draußen barfuß zu laufen habe ich erst vor zwei Jahren entdeckt. Dort nämlich hatte ich ein Problem, welches mit der Arbeit im Büro und einer bekannten amerikanischen Burgerbraterei um die Ecke zu tun hatte. Zeitweilig konnte ich 2 Groß- und 3 Kleinburger am Stück vertilgen, und so habe ich in kurzer Zeit 10 Kilo zugelegt. Also fiel der Entschluss : ich muss wieder Sport machen. Auf Vereinssport hatte ich ja gar keinen Bock (btw, früher habe ich ein paar Jahre Judo gemacht ....hehe), aber wir haben hier gleich 2 hübsche Forste um die Ecke, also habe ich mir vorgenommen, zu joggen. Aber Joggen finde ich wenig motivierend, weil man hoppelt da so allein über die Waldwege, und irgendwie hat man kein echtes Ziel vor Augen, und ich hatte keine Lust mehr. Irgendwann bin ich dann nur noch durch den Wald spaziert und habe den Vögeln gelauscht. Das war goil, nach dem Berufsstress ganz alleine durch den friedlichen, ruhigen Wald zu wandern :o)
Eines warmen Tages habe ich dann einfach mal die Schuhe ausgezogen, und das war natürlich richtig genial, der warme, angenehme Waldboden, es war echt, als würde man plötzlich Teil der Natur sein, man nimmt Details wahr, auf die man vorher nie bemerkt hätte. Schließlich habe ich das Joggen an den Haken gehängt (vielleicht mal hier und da ein kurzer Sprint), mir das Hündchen geschnappt, und so sind wir dann fast täglich barfuß im Wald herumspaziert ! Erst hatte ich immer die Schuhe mitgenommen (für den Fall, das jemand entgegenkam ... jaja, ich hatte damals tatsächlich noch mehr Komplexe damit als heute), aber mittlerweile lasse ich sie einfach im Auto liegen.
Es ist einfach nur schön, egal ob gestampfter Erdboden, auf Tannennadeln, Teer, Matsch, Laub, Sand ... Jeder Boden hat so seine ganz persönliche Note. Es ist wie eine neue Dimension, als wenn man nur Stummfilme kennt und sie okay findet, und plötzlich kommt noch Stereoton dazu - eine neue Welt. Man rennt nicht nur passiv durch die Gegend, sondern muss sich damit auseinandersetzen, wo man hintreten kann und wo nicht, man muss sich für die Umgebung ein wenig sensibilisieren, wenn man schmerzfrei von A nach B kommen will, und dieses aktivere Bewusstsein ist einfach ein tolles Gefühl. Außerdem macht es Spaß zu beobachten, wie die Füße nach und nach unempfindlicher werden.
Mittlerweile laufe ich barfuß im Wald vom Frühjahr an, wenn der Schnee schmilzt und der Boden eine Temperatur angenommen hat, die die Handprobe besteht, bis November, wenn noch kein Schnee gefallen ist, der Boden aber bereits hart geworden ist. Ich glaube, die Chancen stehen gut, das dies mein erster erkältungsfreier Winter wird :o)
Markus

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