[Lotsi erinnert sich an Schülerinnenzeit] [Für Lotsi ist Barfußsport selbstverständlich]

Lotsi erinnert sich an ihre Schülerinnenzeit
(Forumbeiträge im Frühjahr 2001)

Z.B. habe ich erst kürzlich erfahren, dass während unseres Abiturs Wetten abgeschlossen worden sind, ob ich barfuß ins Colloquium kommen würde! Also so was! Man sagte mir, die Mehrheit habe mir das zugetraut. Nun ja: Ich bin ja echt keine Anpasserin, aber so anecken wollte ich auch nicht, also kam ich mit Schuhen. Prompt war ich fast (aber nett gemeint) als Opportunistin verschrien. Motto: Den ganzen Sommer barfuß in die Schule kommen, aber beim Abitur plötzlich keinen Mut haben und sich anpassen. Aber es war wohl besser so. Was ist schon ein Nachmittag in einem ganzen Sommer?! ...
Da war zum Beispiel dieser Wandertag mit der Schule nach Bamberg anno 1994. Es war ein Jahrhundertsommer, ich war 16 und noch ziemlich pubertär. Das Ziel Bamberg war - vor allem von Nürnberg aus! - nur wenig originell. Weil da ja noch nie jemand war! Egal.
Ich wusste, wir schauen den Dom an, in dem ich auch schon 1000mal war. Also konnte ich ja draußen bleiben, also musste ich folglich keine Schuhe mitnehmen auf diesen Wandertag: dachte ich... Unser Lehrer sah das anders: der sagte im schönsten Fränkisch "Schalllodää!" (= also Charlotte, so heiße ich ja leider) "mir sind da fei ned bei de Hibbbies!" (= ein anständiger Mensch trägt zum Kirchgang Schuhe! Und Gammler gehen nicht in die Kirche, die lungern nur davor rum). Ich wollte ja gar nicht rein in den Dom, aber er interpretierte das als Affront.
Fast wollte er mich in ein Schuhgeschäft schleifen, aber dann lieh mir eine Freundin ihre Schuhe. Sie war gerade aus dem Dom gekommen und wartete dann draußen - und barfuß - auf mich und ein paar andere, die sich erst drücken wollten. Na ja, beim Restprogramm dieses "Wandertages" (wenn wir wirklich wanderten, also in der Natur, trug ich schon immer Schuhe) konnte ich getrost barfuß bleiben.
Prinzipiell stieß ich in der Schule immer auf Verständnis - längst waren ich und meine sommers nackten Füße akzeptiert (und bekannt), aber manchmal fühlte sich eben einer berufen, das zu problematisieren.
Lotsi

Hallo Schalllodää, ich will Dich gewiss nicht kränken, indem ich diese Anrede verwende - nur damit darauf hinweisen, dass Deine Beschreibung dieses Schulausflugs so plastisch ist, dass man fast meinen möchte, ihn vor Augen zu sehen ... (und Deinen leicht gestörten Zugang zu der fraglichen Lehrkraft).
[wenn wir wirklich wanderten, also in der Natur, trug ich immer Schuhe]
Warum ? Hast Du Dir Barfußwandern nicht vorstellen können resp. zugetraut - oder um nicht verdächtigt zu werden, im Wald "fei ned bei de Hibbbies" zu sein ?
Interessiert jedenfalls Georg, der immer gerne so anschauliche Berichte liest wie Deine !

Zum Wandern: Nunja, so die Wanderfreudige war ich ja noch nie. Dass ich bei Schulwandertagen mit Schuhen kam, lag weniger an einem prinzipiellen Vorbehalt, sondern eher an einem leichten Unbehagen.
Ich dachte: wenn doch irgendwas passiert, eine Verletzung oder aber es steht ein wirklich beschwerlicher Weg bevor - dann würde ich ja alle aufhalten! Das war der Grund. Eben: Mangelnde Erfahrung. Und - vielleicht übertriebene Vorsicht.
Auf Asphalt habe (und hatte) ich nie Bedenken, da kenne ich mich aus, viele viele ungezählte Kilometer weit. Asphalt, Kopfsteinpflaster etc. ist einfach mein ureigenstes Terrain zum Barfußlaufen. Das offene Feld nicht so.
Natürlich habe ich während der Wandertage auf Wiesen und leichten Wanderwegen meine Schuhe in den Rucksack gesteckt (und das Barfußlaufen darauf sehr genossen!) - aber ich hatte eben Schuhe dabei, was untypisch ist für mich, aber ich in diesen Fällen für besser hielt. War das zu vorsichtig?
Nach manchen Wandertagen durch Frankens Flora habe ich mir nachher schon gedacht: Hättste wirklich keine "Notschuhe" gebraucht. Aber sicher war sicher, oder?
Ich habe ja schon angekündigt: Diesen Sommer (wenn er je kommt...) möchte ich mehr barfuß wandern - dezent in der Ebene, nicht im Gebirge. Ach! Ich habe sooo viele Pläne für diesen Sommer! Sommer!! Soooooomer!!!! Ihr wisst schon ...
Liebe Grüße Lotsi 

 
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Für Lotsi war und ist Barfußsport ganz selbstverständlich
(Forumbeiträge im Frühling 2001)

Wie hieltest Du (und hältst Du es heute) eigentlich beim (Schul-) Sport ? Georg

Jetzt möchte ich noch mal auf Georgs Frage Bezug nehmen, wie ich das mit dem barfuß Sporteln halte. Zunächst: Nicht ohne Grund bildet(e) das Thema barfuß beim Schulsport hier im Forum einen Schwerpunkt. In der Tat ist das für viele ein idealer Einstieg, die eben hier beschriebene "Initialzündung".
Der Übergang, im Sommer vom Sportplatz barfuß in die Klasse zurückzukehren, also gleich barfuß zu bleiben, aber auch in der Halle - mit guter Begründung - auf Schuhe zu verzichten, bringt viele auf den Geschmack und bereitet die Umwelt sukzessive auf diese persönliche Leidenschaft vor.
Bei mir persönlich war es - wie mal beschrieben - etwas anders, ich kenne aber auch Fälle, wo Leute über den Schulsport zum Barfußlaufen gefunden haben. In gewisser Weise ist der (Schul)Sport also ein idealer "Vorwand", zumindest eine dezente Möglichkeit, diese Passion auszuleben.
Im Schulsport war ich früher schon immer barfuß. Am Anfang - mit 14 - hatte ich nur draußen bei den Ausdauerläufen etwas Probleme, aber einen Barfußsommer später besaß ich auch da die nötige "Härte". In der Halle war ich ebenfalls stets barfuß; nichts kann normaler sein, als barfuß zu turnen.
Heute spiele ich noch ab und zu barfuß Volleyball, das geht gut. Bei laufintensiveren Sportarten empfehlen sich aber - glaube ich - eher Schuhe: schnell und viel rennen bei abrupten Richtungswechseln möchte ich lieber mit Schuhen (z.B. beim Badminton).
Barfuß habe ich Badminton noch gar nicht ausprobiert. Was sind Eure Erfahrungen? Sollte ich es mal testen?
Lotsi

[In Halle war ich stets barfuß; nichts kann normaler sein, als barfuß zu turnen]
Das sehen zwar viele - ich auch - genauso, aber wir haben ja schon öfter beklagt, dass die Wirklichkeit von (Schul-)Sport heutzutage sehr beschuht des Weges kommt (was nicht nur, aber auch, dem massiven Einsatz von Werbeetats der einschlägigen Produzenten zu "verdanken" ist - an barfuß lässt sich - leider ? - nichts verdienen ...).
War denn für eine nennenswerte Zahl Deiner Mitschüler(-innen) Barfußsport ebenso normal wie für Dich ? Und wann begann "schon immer barfuß" beim Sport ? Mit 14 oder bereits in der Grundschule?
Georg 

"Schon immer barfuß im Sport" war unpräzise gesagt. Vereinzelt turnte ich schon in der Grundschule barfuß. Als kleines Kind ist man ja gerne unbekümmert und Barfußlaufen ist fast selbstverständlich.
Es war in der Tat so, dass ich meinen Wunsch, barfuß zu laufen, im Schulsport sozusagen auslebte, aber lange nicht die Kurve in die Klasse (oder auf die Straße) bekam. Das heißt: Mit 12, 13 Jahren war ich sehr oft barfuß im Sport und genoss es stark. Nach meinem fulminanten Start ins Barfußlaufen - mit 14 - wurde das natürlich auch ein Dauerzustand. Damals, als ich - pubertär entrückt - alles nachholen wollte, was ich auf baren Füßen bisher versäumt zu haben glaubte, übertrieb ich es sogar ein wenig. Will heißen ich trat auch zu Sportarten barfuß an, die in Schuhen vielleicht besser gingen, z.B. Basketball, Handball, sogar geritten bin ich ein paar Mal barfuß (aber ich war nieee so ein ponyverrücktes Reitergirl!! à la Klischee!)
Jedenfalls war barfuß Sporteln dann ganz selbstverständlich. Lotsi

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