| [Lothar arbeitet an seinem Barfüßerdasein] | [Lothars Wanderberichte aus Thüringen] |
Lothar
arbeitet an seinem Barfüßerdasein
(Forumberichte seit (Vor-) Frühling 2000)
Herzlichen Dank für die
Positivliste. Die ist
denke ich dringend nötig.
Ich habe mich heute auch wieder mehrfach durch andere
Menschen vom Barfußlaufen abhalten lassen. Als ich nach längerer Zeit wieder
einmal die Wohnung der Mutter meiner Freundin barfuß betrat, bekam ich gleich zu
hören "Gehst Du etwa immer noch barfuß?"
Und dann die Aussage: "Mit
Dir gehe ich nicht auf die Straße, wenn Du da auch barfuß läufst."
Auf dem
Heimweg wollte ich einen Abstecher zu den "Drei Gleichen" machen. Ich
hatte vorher bereits eine Wanderhose angezogen und wollte eigentlich barfuß da
rauf laufen, wenn der Weg einigermaßen dazu geeignet gewesen wäre. Leider
hat mich die Masse der Autos davon abgehalten. Ich fuhr also wieder zurück und
fand am Wegesrand eine Hinweistafel. Dort stand noch kein Auto, weil die Zufahrt
sehr matschig war. Ich zögerte auch, mein Auto dort zu parkieren, weil ich befürchtete
nicht mehr wegzukommen.
Beim ersten Versuch kehrte ich dann gleich wieder um,
als eine Familie auf mich zulief; aber diesmal nicht wegen barfuß sondern wegen
der beiden freilaufenden Schäferhunde, die hier mitliefen. Sie bogen dann ab.
Dann lief ich ungefähr eine halbe Stunde barfuß durch die Natur. Eine Brücke
mit ein paar Steinen machte mir dabei Probleme. Als ich zurückkam standen ein
weiteres Auto da, was mich veranlasste meinen Barfußspaziergang noch etwas
auszudehnen, indem ich nach rechts abbog, anstatt auf mein Auto zuzugehen. Als
ich
von dort zurückkam, stand noch ein drittes Auto in der Gegend und hier war auch
ein Rentnerehepaar unterwegs. Anstatt ohne wenn und aber dieses Paar zu
passieren, beeilte ich mich, quer über die Wiese zu meinem Auto zu gelangen und
hatte gehofft, nicht gesehen worden zu sein. Auch bei einem Autohändler später
stieg ich nicht aus, weil ein anderer Mensch umherlief und einen Feldweg zu
einem interessant aussehenden Gebäude lief ich dann auch nicht entlang.
Und das
alles passierte in Gegenden wo die Gefahr, Kunden zu begegnen zwar gegeben aber
relativ gering war. Also die Positivliste ist dringend notwendig. Lothar
Eine gewisse "Paranoia" gegenüber
anderen Spaziergängern hatte ich am Anfang auch. Wenn man öfter schuhlos
unterwegs ist, lässt das aber nach, wenn man merkt, dass man meist gar keine
Reaktionen (statt der befürchteten verbalen Steinigung) bekommt.
Das wilde
Hakenschlagen um anderen aus dem Weg zu gehen bringt aber im Endeffekt nicht
viel, weil man im Zweifelsfalle einfach dem anderen Wanderern, die man vorher
nicht gesehen hat, in die Arme rennt. Vor allem macht man sich eigentlich für
andere Wanderer nur noch interessanter, wenn man mehr oder weniger
offensichtlich versucht wegzukommen.
Du darfst Dich nicht selbst in die
Schublade "verrückt" stecken! Bleib einfach Deinem Weg treu und geh
normal weiter. Häufig bemerken die anderen die fehlenden Schuhe nicht mal, wenn
sie Dich fast umrennen. mfG Rol
[mich mehrfach durch andere Menschen vom Barfußlaufen abhalten
lassen]
Die
Mutter Deiner Freundin hat natürlich ein Motiv, bei Dir gegen Barfußlaufen zu
sein: die Leute könnten ja darüber reden, was ihre Tochter für einen Freund
hat (und damit über sie). Ihr Vorurteil richtet sich jedoch ziemlich sicher nur
gegen das weitgehend verpönte Barfußlaufen in der Stadt.
Natürlich
verunsichern einen die Vorbehalte aus dem eigenen sozialen Umfeld erheblich. Man
darf sie aber nicht auf völlig andersartige Situationen übertragen. Wenn man
in der Natur, in Parks etc. barfuß geht, sehen das fast alle als akzeptabel und
gesund an! Und wenn es etwas kühl ist, dann deklariert man es eben als eine Kneipp
- Anwendung! Als solche verkaufe ich es jedenfalls ganz selbstbewusst, wenn
die Frage kommt, ob es nicht zu kalt sei.
Viel häufiger als skeptische Fragen
ernte ich allerdings Anerkennung, dass ich überhaupt fähig bin, im Gelände
barfuß zu gehen! Abseits der Straßen wird Barfußlaufen von der Mehrzahl der
Leute als völlig legitim eingeschätzt, sogar von Kunden, Kollegen und Chefs.
Es ist wirklich nichts dabei -- also braucht man keinerlei Tarnungs- und
Ausweichmanöver ...
Serfuß, Lorenz
Bein meinem einzigen meiner Gesundheit dienlichen
Termin jeweils am Freitag
habe ich heute zumindest bei der Gymnastik barfuß mitgemacht. Beim
Volleyballspiel wage ich es nicht auf Grund der Verletzungsgefahr, insbesondere
da ich rechts derzeit ohne Schuhe Probleme mit meinem rechten Fuß habe und der
verantwortlich Sportlehrer schon darauf hingewiesen hat, dass es Gründen der
Verletzungsgefahr sinnvoll wäre, nur mit hohen Schuhen Volleyball zu spielen;
insbesondere da wir nur die Sponsorensporttruppe sind und ich ohnehin der
schlechteste aller Spieler bin und somit es hier häufig zu Berührungen mit
Gegen- und Mitspielern kommt, die bei geübten Spielern eben nicht vorkommen.
Nach Volleyball machte ich dann barfuß bei der Gymnastik mit; übrigens als
einziger. Zwei andere entledigten sich zwar der Schuhe, aber ohne Socken machte
keiner mit.
Nach dem Duschen zog ich dann auch keine Schuhe an. Als ich Anstalten machte zu gehen ohne Schuhe angezogen zu haben wurde ich vom
Sportlehrer darauf hingewiesen. Mit den Worten "Das weiß ich" habe
ich mich dann verabschiedet und bin barfuß zu meinem Auto gelaufen und dann vom
Parkplatz in meine Wohnung.
Es waren zwar nur wenige Meter, aber das Wetter war
hier heute grausam. Regen Regen Regen. ...
Mich hat heute eine Erkältung heimgesucht, da meine Stammsauna wegen
Inhaberinsolvenz seit vier Wochen geschlossen hat. Trotzdem war ich heute mehr
als zwei Stunden barfuß unterwegs. Bei Temperaturen um die 10 Grad war dies mit
Sicherheit nicht richtig, aber da ich erst nächstes Wochenende mich wieder von
Schuhe befreien kann war die Versuchung zu groß. ...
Ich führe die Erkältung
hauptsächlich darauf zurück, dass meine Stammsauna wiegen Inhaberpleite seit
fünf Wochen geschlossen hat und ich aus arbeitstechnischen Gründen neben
meinem Sportfreitagabend einfach keinen zweiten Abend schaffe in eine Sauna zu
gehen, da ich meist bis 20,00 h oder noch länger arbeite. Aber mir einer akuten
Erkältung habe ich eine größere Barfußtour bisher nicht riskiert. Sie war
noch nicht akut sondern erst im Anflug. Mittlerweile ist sie ausgebrochen. Jetzt
gibt es zwei Möglichkeiten. Ausbruch wurde beschleunigt oder auch verschlimmert
oder auch ohne Barfußtour wäre es genauso gekommen. Beides ist weder
nachzuweisen noch zu dementieren. Und damit kommt das in einem neueren Beitrag
beschriebene Problem zum tragen, dass ich nur hoffen kann, dass dies keiner
meiner Vorgesetzten und Kollegen liest und mich auch keiner dieser Leute
gesichtet hat. ...
Gestern hat mich ein Kollege in der Bank erwischt, als ich im Glauben, ich wäre
der einzige, der um 21,00 h noch arbeitet, als ich mich Schuhen und Strümpfen
entledigt hatte.
Leider war ich nicht cool genug dazu zu stehen und schlüpfte schnell in die
Schuhe als er in meine Sichtweite kam (er hatte seinen Arbeitsplatz in der
unteren Etage und kam dann noch mal das Treppenhaus herein.) Aber genau diese
Aktion muss er bemerkt haben, enthielt sich aber eines Kommentars.
Andererseits habe ich eine Mitarbeiterinformation erhalten. In diesem kleinen Büchlein
wurden immerhin siebenmal bare Füße abgebildet. Ich wage es aber nicht unter
der angegebenen E- Mail- Adresse die Frage zu stellen, ob dies eine Aufforderung
sein soll, dass ich meinen Dienst künftig auf barfuß ausüben darf.
Wahrscheinlich gilt die Aufforderung nur für die Kunden. ...
Zu dem diskutierten Thema, dass die Leute einem nicht auf die Füße schauen,
habe ich diverse Bestätigungen erhalten.
Ich war in meiner Geburtsstadt Bamberg unterwegs. Dort spielte ich eine Runde
Minigolf. Als ich das Gelände verlassen wollte, reparierte der Platzwart gerade
das Tor. Meine nackten Füße bemerkte er erst, nachdem ich den ganzen Platz
bespielt und mich mit ihm ca. fünf Minuten unterhalten hatte mit dem Satz
"Hatten Sie gar keine Schuhe an?"
Mit einer ehemaligen Arbeitskollegin unternahm ich eine kleine Wanderung rund um
die Altenburg. Ging für mich überraschend gut, da ich sonst immer nur zur Burg
gefahren bin und diesen Weg nicht kannte. Leider konnte ich meine Begleitung
nicht überreden ebenfalls barfuß zu laufen.
Und dann begegnete ich noch einer ehemaligen Mitschülerin. Da merkte ich, dass
ich mich bei dieser Begegnung barfuß nicht so wohl fühlte und es blieb dann
bei einem kurzen Hallo, statt eines längeren Gesprächs, was ich hinterher dann
bereute.
Beim Radfahren hatte ich barfuß allerdings etwas Probleme beim Starten bzw.
beim Bergauffahren mit den Achillessehnen. ...
Gestern hatte ich ein Erlebnis, das zeigt, dass die Leute nicht auf die Füße
achten. Ich traf mich mit einem Freund, den ich schon über ein Jahr nicht
gesehen hatte. Er hatte mich noch nie barfuß gesehen und wusste somit auch
nichts davon, dass ich desöfteren mal ohne Schuhe durch die Gegend laufe.
Wir verabredeten uns an einem Bierkeller und parkten hintereinander. Er stand
vor meiner Autotür und ich zog im Auto erst mal umständlich meine Jacke an.
Ich war barfuß unterwegs und hatte die Schuhe im Kofferraum verstaut. So musste
ich also barfuß aussteigen, ob ich wollte oder nicht.
Ich stieg aus, begrüßte ihn und wir liefen zusammen zum Bierkeller ca. 200 m.
Da er wegen schlechten Wetters geschlossen war, liefen wir wieder zurück und
verabredeten uns in einer Gaststätte. Dort parkten wir die Autos Schnauze an
Schnauze und stiegen beide aus.
Als wir dann am Tisch saßen, hat sich einer der beiden großen schwarzen Hunde,
die sich in der Gaststätte befanden, unbemerkt von mir seitlich neben meinem
Stuhl niedergelassen. Und auf einmal spürte ich eine feuchte kalte
Hundeschnauze an meinem nackten Fuß und erschrak.
Mein Freund fragte mich, was los sei, und ich antworte, dass mich gerade der
Hund abgeschleckt hätte. Mein Freund fragte mich daraufhin, ob ich denn so
kurze Socken anhätte, dass der Hund da 'rangekommen wäre.
Einen besseren Beweis dafür, dass er es nicht bemerkt hatte, dass ich barfuß
unterwegs war, konnte es nicht geben. Ich habe die Frage übrigens nicht
beantwortet.
Ich weiß nicht, ob er dann meine nackten Füße bei der Verabschiedung bemerkt
hatte. Da er aber nichts sagte, glaube ich es nicht. Lothar
| zurück zur Übersichtsseite
des "Best of" im Hobby? Barfuß! Forum |
zum Kopf der vorliegenden Seite |
Lothars
Wanderberichte aus Thüringen
(Forumbeiträge seit Frühjahr 2000)
Drachenschlucht Am Samstag habe ich einen
wunderschönen Spaziergang von der Hohen Sonne in Eisenach (Beginn des
Rennsteiges) durch die Drachenschlucht und zurück unternommen.
Zunächst hatte ich vorsichtshalber meine Sandalen in eine Leinentasche gepackt;
aber nach ein paar Metern entschloss ich mich, diese ins Auto zu bringen. Das
war auch gut so. Die Drachenschlucht war teilweise sehr feucht und matschig, da
ein Bachlauf hier entlang läuft und eben teilweise auch mal den Weg kreuzt oder
ähnliches.
Meine Begleiterin konnte ich nicht überreden ihre Schuhe auszuziehen trotz des
Matsches. Aber sie hat sich über diverse Reaktionen von diversen Leuten sehr amüsiert.
Nachdem ich dem Matsch nicht ausgewichen bin sahen meine Füße entsprechend
aus. Vor allem der Rückweg war dann sehr amüsant. Zunächst kam eine bestens
ausgerüstete Wandergruppe entgegen. Die Kommentare lauteten von: "Das ist
aber mutig" über "da oben wird's dann aber ganz schön kalt" bis
zu: "Oh Gott, der läuft ja barfuß" und die Frage, ob man denn auf
den zwischendurch angebrachten Holzplanken barfuß laufen könne.
Was dann für mich sehr amüsant war, war die nächste Gruppe; eine Busladung
von zumeist älteren Touristen, von denen die wenigstens über ordnungsgemäßes
Schuhwerk für dieses Terrain verfügten. Viele waren in Sandalen unterwegs,
etliche Männer mit weißen Socken: Es hat mich sehr amüsiert, als ich
vorstellte, wie diese dann am Ende des Weges aussehen würde. Hier kamen die
Kommentare: "Da steht uns noch einiges bevor". Die meisten der älteren
Leute haben mich aber bestätigt wie "So ist es richtig" und ähnliches.
Ich konnte aber keinen überzeugen, es mir nachzumachen. Und ein Elternpaar
wollte ihre beiden Töchter dazu animieren, ebenfalls barfuß zu laufen, als sie
mich sahen. Die beiden Kinder weigerten sich aber heftig; fand ich auch etwas
seltsam; meistens ist ja umgekehrt. ...
Drachenschlucht saniert
Am Samstag wollte ich mal wieder in Eisenach einen schönen
Barfußspaziergang durch die Drachenschlucht in Eisenach machen und freute mich
nach den Regenfällen der letzten Tage auf einen schönen matschigen und
pfützigen Weg.
Schon am Beginn dachte ich, dass ich den gar nicht mit so viel Schotter in
Erinnerung hatte. Als ich dann in die Schlucht kam, sah ich den Grund. Der Weg
wurde wahrscheinlich von ABM-Kräften saniert, entschärft und für
Schuhwanderer angenehmer gemacht.
Die Planken zwischen den Felsen über den Bach wurden erneuert; die steilen
Stellen durch Treppen ersetzt und auch über die matschigen Stellen wurden
Holzbrücken gelegt; die Bachufer wurden erhöht, so dass kein Wasser mehr über
die Wege laufen kann und viele Matschstellen wurden mit kleinen Steinchen
überdeckt.
Schade; wieder ein schöner Barfußweg weg ...
Wachsenburg: nicht zu empfehlen. Heute wollte ich auf die Wachsenburg (eine der
Drei - Gleichen), an der Autobahn Eisenach - Dresden, Ausfahrt Wandersleben.
Nachdem ich mein Auto am untersten Großparkplatz abgestellt hatte, wollte ich
den Weg barfuß in Anspruch nehmen. Hier muss ich sagen, absolut nicht zu
empfehlen. Zunächst ging es auf der Teerstraße nach oben bis zu
Aussichtspunkt. Der Aussichtspunkt war mit äußerst unangenehmem scharfkantigem
rotweißem Befestigungssplit befestigt. Hier ging es aber noch, da er sich schon
verteilt hatte.
Der Ritteraufstieg war diesbezüglich noch schlimmer; hier hatte man auf
gesamter Wegbreite diese Beschichtung extrem dick aufgetragen, was mich dazu veranlasste
weiter auf der Teerstraße zu laufen. Oben lag dann wieder Split und noch dazu
Scherben.
Erstens hätte man per Auto rauffahren können, zweitens wären hier Schuhe für
einen weniger trainierten Barfüßer wie mich angebracht gewesen. ...
Heute habe ich mich entschlossen, einen kleinen
Barfußausflug auf die Burg Gleichen der Drei Gleichen bei Wechmar zu machen.
Vorsichtshalber fragte ich meine Freundin, ob es sie sehr stören würde und ich
bekam zur Antwort: Solange Du nicht von mir verlangst, da barfuß hochzulaufen,
ist mir das egal. Fand ich erst mal gut. Da sie eine relativ unansehnliche
Behinderung am Fuß hat, kann ich das auch gut verstehen, dass sie sich nicht
entblößen will.
Ich hatte bedenken, da ich den Weg nicht kannte und auch so
einen Aufstieg unter den Augen der Öffentlichkeit noch nicht gewagt hatte. Ich
bevorzugte zunächst einen Trampelpfad neben dem offiziellen Weg. Das war sehr
schön. Leider bog der dann auf den offiziellen Weg ein und da lagen jede Menge
Steine und Schotter, aber es ging besser, als ich dachte. Trotzdem würde ich den
von Lorenz beschriebenen Drei - Stunden - Aufstieg in Benediktbeuren noch nicht wagen.
Erste Begegnung mit einem älteren Ehepaar. Beide fallen beim Anblick meiner
nackten Füße in schallendes Lachen. Ich grinse die Frau freundlich an und sie
grinst freundlich zurück.
Dann kaufte ich die Eintrittskarten. Als die
Verkäuferin meine nackten Füße erblickte, machte sie mich sehr freundliche
darauf aufmerksam, dass ich sehr vorsichtig laufen solle, da auf dem Gelände viele
kleine Scherben liegen würden, womit sie leider recht hatte und was auch
verhinderte, dass ich ein dunkles Kellerloch betrat weil ich den Boden nicht
sehen konnte; gewarnt wurde hier zwar nur vor Wasser, aber da könnten dann auch
Scherben liegen.
Ein weiterer Kommentar kam von einem Jungen, der mit ein paar anderen
Kindern mir entgegenkam, als ich den Turm herabstieg. Der erste grüßte mich
übertrieben freundlich; der zweite fragte mich, ob man hier denn barfuß gehen
müsse. Leider hatte ich mit dieser Frage überhaupt nicht gerechnet, so dass
ich im Begegnungsverkehr nicht ordnungsgemäß reagieren konnte. Alle anderen
Leute inklusive deren Kinder zeigten keine Reaktionen.
Danach wanderten wir noch
über eine Stunde über ein paar Wiesenwege und durch den Wald. Bis auf einen
Abstieg, der normalerweise von Pferden genutzt wird und schon extrem hart war,
war es sehr angenehm.
Ich war aber selbst überrascht, dass ich über zwei
Stunden durchgehalten hatte, insbesondere bei den relativ kühlen Temperaturen.
Kurz vor Schluss touchierte ich mit einem Fuß dann noch eine Brennnessel; aber
das soll ja gesund sein. ...
Nach einem heftigen Regenguss zog es mich nach draußen. Ich bin auf den Dolmar
gefahren (über 700 Meter hoch; Außentemperatur 11 Grad und Sonnenschein); da
oben gibt es herrliche begraste, zumindest aber nicht geschotterte Wege.
Eigentlich ist es Naturschutzgebiet und eigentlich darf man nicht per Auto
hochfahren, aber nachdem man das "Charlottenhaus" für 2,3 Millionen
saniert hat und dort auch Übernachtungsgäste beherbergt, wurde die "Straße"
zur Anfahrt freigegeben. Also bin ich auch hochgefahren und dann auf der anderen
Seite den Weg bis zum unteren Parkplatz runter und wieder hoch gelaufen.
Leider hat man die ersten 100 Meter des Weges vom Parkplatz bis zum nach oben führenden
Wiesenweg wieder mal perfekt geschottert; ekelhaft.
Ich war also zwei Stunden barfuß unterwegs. War toll. Herrliche Aussicht auf
den "Kleinen Thüringer Wald". Auf der anderen Seite gab es dann einen
Weg Richtung Inselsberg. Sind 25 KM. Bin vielleicht 500 Meter entlanggelaufen.
Dann ging's in den Wald. Dort war dann der Boden ganz schön kalt aber auch
nicht geschottert und deshalb angenehm.
Leider weiß ich nicht, ob der Weg so weitergeht oder ob dann doch wieder
Schotter kommt. Wer sich mal in den Südthüringischen Raum verirrt, dem kann
ich den barfüßigen Anstieg zum Dolmar nur empfehlen. ... Keiner der Menschen,
denen ich begegnet bin hat in irgendeiner form auf meine nackten Füße
reagiert. Ein paar habe ich gegrüßt, ein paar nicht.
Zwei Kleinkinder mussten mit Gummistiefeln herumlaufen; keines kam auch die Idee
bei meinem Anblick die Schuhe ausziehen zu wollen. Eigentlich schade.
Lothar
| zurück zur Übersichtsseite
des "Best of" im Hobby? Barfuß! Forum |
zum Kopf der vorliegenden Seite |