Lorenz' Motto lautet : Heimlich barfuß laufen ist Käse!
(zusammengefasst aus verschiedenen
Forumbeiträgen seit Herbst 1998)
Meine Erfahrung: die Leute reagieren auf meine
bloßen Füße entweder gar nicht oder positiv. Es haben sich schon viele nette
Gespräche daraus ergeben. Das Highlight: beim barfüßigen Bergwandern stand
mir plötzlich der Bürgermeister unserer 15000-Einwohner-Stadt gegenüber.
"Barfuß, ich sag's ja" rief er. Meine Frau sagte ehrfürchtig:
"Grüß Gott Herr Bürgermeister", während er gleich hinzufügte:
"Ich habe Sie schon öfters in Penzberg barfuß gesehen -- ich finde das
ganz in Ordnung. Ich laufe auch sehr gerne barfuß -- zu Hause im Garten."
Auf solche Situationen vorbereitet, hatte ich ein Faltblatt zum
Barfußlaufen dabei (die Kurzfassung meiner Seite ). Auf die Frage, ob er meine Seite im
Bürgernetz Pfaffenwinkel mal besuchen wollte, streckte mir sein Sohn die
Hand entgegen. Ob ich demnächst mal einer barfüßigen Bürgermeisterfamilie
begegnen werde?
Auf jeden Fall berichtet meine Frau, dass sie seitdem im Tennisverein freudigst
von unserem Stadtoberhaupt gegrüßt wird. Nicht nur diese Begegnung, sondern
auch sonstige Erfahrungen zeigen mir, dass die Vorurteile zum Barfußlaufen
überwiegend positiv sind! ...
Barfußlaufen macht eigentlich jedem Spaß, die meisten trauen sich nur nicht.
Also mit gutem Beispiel vorangehen, Füße zeigen und hoffen, dass es viele
nachmachen.
Ich habe mal in einem Posaunenchor Horn gespielt.
Neben mir saß ein sehr hübsches Mädchen, weil sie dasselbe Instrument
spielte. Ich bin ab Mai nur barfuß zur Probe gegangen -- und nach ein Paar
Wochen ließ sie ihre Schuhe auch zuhause. Kurz danach war der halbe Bläserchor
barfuß! Es ist doch toll, etwas gemeinsam zu haben und zu fühlen mit den
Mädchen, die einem gefallen. -- Und ein persönlicher Kontakt ergibt sich viel
leichter!
Da meine Bekannten wissen, dass ich normalerweise barfuß bin, geniere ich mich
eher, wenn ich mal Schuhe anhabe (im Sommer äußerst selten!). Die ganze Stadt
weiß, dass meine Füße volle Freiheit genießen und findet das voll o.k.! ...
Abgesehen von einer gewissen angeborenen Vorliebe für Mädels sind für mich
als "Fuß - Naturisten" Alter und Geschlecht der Barfüße Jacke wie
Hose! Nur durch untaugliches Schuhwerk verbogene Füße finde ich unansehnlich
-- das gibt es leider auch schon bei Teenagern. Gelegentlich, wenn auch
seltener, habe ich auch schon bei alten Menschen attraktive Füße gesehen. Also
lasst Luft und Licht an die Füße, damit sie jung bleiben! ...
Für oberbayerische Verhältnisse war das heute schon fast ein Sommertag (ich
schätze mit so 12°C), und da ich die nächsten drei Tage auf Sitzungen
verhocken muss, habe ich die Mittagspause verlängert und bin zu einem nahe beim
Werksgelände liegenden "Barfüßerbiotop" geradelt, sofort aus den
Schuhen gesprungen und über die sonnenbeschienenen Wiesen gelaufen. Dabei habe
ich das schönste Bergpanorama genossen.
Es war angenehm feuchtkühl, an einigen
Stellen am Waldrand war der Boden zur Abwechslung noch bereift, trockenere
Grasbüschel kamen mir danach richtig warm vor. Nach einer halben Stunde war die
Rückkehr zum Arbeitsplatz leider unumgänglich. Anschließend saß ich mit
wunderbar warmen Barfüßen im Büro, ohne dass mein
Chef, der ein paar Mal etwas von mir wollte, irgendwie davon Notiz nahm. Gut
für mich, dass er auch ein natürlicher Mensch ist! ...
Zwei Frauen kamen mir mit Kinderwagen entgegen, ich grüßte freundlich und die
eine rief mir zu: "dös is gsund!" Schönes, barfußfreundliches
Oberbayern! ... Dass Bayern barfußfreundlich ist, liegt auch daran, dass
Barfußlaufen zumindest der Kinder im ländlichen Bereich bis in die 50-er Jahre
sehr weit verbreitet war. Eine vielleicht 65 Jahre alte Dame, die ob meiner
baren Füße mit mir in's Gespräch kam. erzählte mit von ihrer Jugend in
Garmisch, dass an Werktagen der Monate ohne "R" die Schuhe von den
Eltern grundsätzlich weggesperrt wurden. ...
In unserer oberbayerischen Kleinstadt finden Barfüße eher wenig Beachtung --
und wenn, höre ich überwiegend positives. Ich bin einfach ab 15°C im
sommerlichen Urlaubslook unterwegs (barfuß, Shorts oder Bermudas, T-Shirt) und
das sieht eben völlig normal aus. Ende Oktober sagte mal ein vorbeiradelnder
Nachbar: "Ich sage: alle Achtung!" -- oder ich werde mal gefragt:
"ist das nicht zu kalt?" was leicht zu verneinen ist.
Jetzt im Schnee reicht mein Aktionsradius nur
bis zum Kinderspielplatz neben dem Haus, da gibt es dzt. wenig Publicity. Und
wenn mal jemand etwas Kritisches sagen sollte, habe ich immer ein paar Exemplare
meines Barfuß - Faltblatts dabei. Da kann ich meinem Gegenüber dann eines
in die Hand drücken und ziemlich sicher sein, dass er keinen Werbeprospekt für
Schuhe als Retourkutsche bringt. ...
Aber nicht vergessen: DAS BESTE
PROPAGANDAMATERIAL SIND UNSERE FÜSSE!
Mit diesem Zehen-Wink grüßt euch
Lorenz
Hallo alle miteinander, da mich
über die Feiertage meine neue Barfußfamilien - Homepage
intensiv beschäftigt hat, ist davon auch einiges in das Forum
hinübergeschwappt. Natürlich will ich damit Überzeugungsarbeit leisten -- und
das ergibt einen missionarischen Anschein. Aber ursprünglich bin auch ich durch
nichts anderes als Spaß zum Barfußlaufen gekommen.
Unterstützt (und vielleicht auch etwas geprägt) hat mich sicherlich, dass ich
sowohl von meiner Mutter als auch von einigen Ärzten (die mich gegen Senkfuß
bzw. Fußpilz behandelten) mit guten Argumenten für
das Barfußlaufen versorgt wurde. Aber ausschlaggebend war und ist auch heute
noch das gute Gefühl, das ich dabei habe!
Mit gut vierzig ging es dann mit Bandscheibenbeschwerden los.
Einige Wochen lang konnte ich mich nicht vernünftig bücken, um meine Schuhe
anzuziehen -- da es Sommer war, gab es ja einen ganz einfachen Ausweg! Und dabei
entdeckte ich, dass vom Barfußlaufen auf Feld-, Wald- und Wiesenwegen
die Schmerzen weggingen.
Erst dadurch wurde es für mich zum Gesundheitsthema. Auf dem unebenen,
manchmal steinigen Boden habe ich mir schließlich den Gehfehler abgewöhnt, bei
jedem Schritt hochzuwippen und dann hart und plattfüßig mit dem anderen Fuß
zu landen. Ohne Schuhe tut das nämlich weh!
Und als vor einem Jahr auch für mich das Internetzeitalter anbrach, entdeckte
ich einen neuen Spaß im Publizieren meiner Gedanken in Form einer Homepage.
Ich habe mich zunächst an verschiedene Ökothemen herangemacht -- und
festgestellt, dass
das gesundheitsbewusste
Barfußlaufen auf dem deutschsprachigen Internet nicht den Raum
einnimmt, den es verdienen würde. -- Und schon hat mich der Ruf des
(Missionars-) Schicksals ereilt.
Jetzt bin ich endlich darauf gekommen: als Missionar muss man
das Paradies versprechen!
"Die ihr wandelt droben im Licht auf weichem Boden, selige Genien" hat
Hölderlin gedichtet.
Nun gibt es leider kein öffentliches Interesse, irgendwo einen
barfußfreundlichen Lebensraum zu schaffen. Den von mir vermuteten langfristigen
Einspareffekt im Gesundheitswesen wird kaum jemand ernst nehmen. Beim Straßen-
und Wegebau wird in erster Linie vom Autoverkehr und nebenbei vielleicht noch
von beschuhten Fußgängern ausgegangen. Können wir das gelobte Barfußland nur
in unseren Gärten anlegen?
Da mir nun aber Barfußwandern riesig
Spaß macht, bleiben mir noch einige bewährte Schleichwege
rund um meinen Heimatort -- und als Hoffnungsschimmer die Barfußwanderwege.
Von der noch kühneren Spekulation über einen fußfreundlichen Städtebau lasse
ich die Zehen lieber ganz und gar! Und doch kann ich das Träumen nicht ganz
lassen. Wie wäre es wenigstens mit barfuß begehbaren Kinderspielplätzen,
Sportstätten, Parks, ungeschotterten Wanderrouten? Ich denke, solche
Gelegenheiten würden wir alle gerne nutzen!
Und deshalb "missioniere" ich: ich hoffe, dass ich gelegentlich per
Zufall künftige Entscheidungsträger bei derartigen Planungen anspreche. Ich
weiß, das ist eine Utopie -- aber sie macht mir angenehm warme Füße. ...
Für die Zukunft verspreche ich auch etliche spaßbetonte Forumsbeiträge!
Mit den Zehen winkt Euch Lorenz
Samstag hatte ich eine Verabredung
mit unserem Personalchef -- klar,
dass ich
barfuß kam, denn wir hatten uns zum Rudern verabredet. Den Anstoß gab das
Vorhaben, eine Firmenmannschaft zu gründen, und so raffte ich mich wieder auf,
ins Boot zu steigen. Hat riesig Spaß gemacht -- nur hab ich jetzt Blasen an den
Händen!
Heute radelte ich zunächst mit der Familie, dann ging ich noch an den
Osterseen spazieren -- bei strahlend blauem Himmel und gigantischem Bergblick!
Ich wollte schon traurig werden, dass bei diesem Wetter alle Leute Schuhe
anhatten, als mir eine Bekannte begegnete, die ebenfalls fast immer barfuß
geht. Beiderseits ein kurzer Blick nach unten, ein Lachen -- und schon war ich
nicht der einzige, der unbeschuht unterwegs war :-)) Es folgte ein kleiner
Ratsch, dann ging jeder seines Wegs. Später kam mir auf einem Waldweg eine
Familie entgegen -- die ca. 6-jährige Tochter war barfuß. "Da lebt ja
noch jemand auf freiem Fuß" rief ich, und es ergab sich ein Gespräch, in
dessen Verlauf die Eltern zunächst gerne meine Internetadresse notierten und
dann ebenfalls die Schuhe auszogen! Ich lief dann etwa eine Viertelstunde mit
den Leuten, sie waren ganz aus dem Häuschen, wie angenehm und abwechslungsreich
sich der Boden anfühlte. Dass der Boden an schattigen Stellen manchmal noch
kühl war, machte ihnen gar nichts aus. Und die Stelle, wo wir neben der Brücke
durch den knöcheltiefen Bach wateten, machte besonders viel Spaß. Ich denke,
ich habe ein paar neue Barfußfans gewonnen!
Bleibt noch zu erwähnen, dass ich
am Samstag mit dem Regionalzug und der S-Bahn unterwegs war und zweimal sehr
freundlich von jungen Damen auf das Barfußgehen angesprochen wurde. Diese
Chancen auf nette Gespräche habe ich mir natürlich nicht entgehen lassen. Mit
Schuhen wäre ich dagegen völlig unbeachtet geblieben.
Für jeden, der Freude
an solchen Spontankontakten hat, kann öffentliches Barfußlaufen nur empfohlen
werden ;-)
Herzliche Füße, Lorenz
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