| [Kneipp als Barfuß - Apostel] | [aus "Meine Wasser - Kur" von Sebastian Kneipp] | Kneipp, Mein Testament, 1894 |
Barfuß - Literatur - Ecke :
Kneipp als Barfuß - Apostel
Kneipp als Barfuß - Apostel
(Forumbeiträge im Winter 2000 / 2001)
... Diese Abhärtung stählt die noch ganz kleinen Kinder gegen die so
häufigen Erkältungen und deren Folgen und erspart den Müttern, welche diesen
Übelständen vorbeugen wollen, die jeden denkenden Menschen wahrhaft
entsetzenden Einmummungen und Einhüllungen in Wolle und andere schwere, jeden
Luftzutritt hindernde Stoffe.
In diesem Stücke wird furchtbar gegen die
Gesundheit gesündigt. Die zarten Körperchen stecken in förmlich verbrennenden
Wollöfen: Der kleine Leib keucht unter der Last der Binden und Decken, das
Köpfchen ist eingepuppt, daß ihm Hören und Sehen vergehen müssen; der vor
allem abzuhärtende Hals trägt außer den allgemeinen noch besondere
Wärmemittel, die ihn gegen die äußere Luft vollends abschließen.
Schon wenn
der oder die Kleine auf dem Arme des Kindermädchens ruht, um ausgetragen zu
werden, sieht die verzärtelnde Mama nochmals nach, ob ja jedes Winkelchen und
jede Ecke sorglichst verschlossen sei. Wen darf es bei solchen Umständen, bei
diesem gänzlichen Mangel der leisesten Spur von rationellem Abhärtungssinne
wundern, wenn Katarrhe, Diphteritis, Halsbräune usw. jährlich eine unzählbare
Schar der kleinen, ich möchte sagen jedem Windhauch erliegenden Wesen
hinwegraffen? Wenn viele Familien von Schwächlingen gleichsam wimmeln?
Hochachtungsvoll Sebastian Kneipp
Also gut, ich geb's zu! Ich habe den Kneipp-Text vor wenigen Tagen zufällig
abgetippt, weil ich Auszüge auf meiner Homepage verwenden will.
Ich finde es
einfach herrlich, wie Kneipp sich auf das stilvolle Polemisieren versteht und
bin immer wieder von der Aktualität seiner Gesellschafts- und Gesundheitskritik
verblüfft. Vieles ist wohl noch schlimmer geworden.
(Barfuß auf dem Lande! In
meinem Dorf laufen mitlerweile auch die Kinder sehr selten barfuß, von
Erwachsenen ganz zu schweigen.)
Viele Füße Samuel
Und hier mein heißester Tipp für alle
Kneipp-Freunde: Wassertretanlagen können (Algenfilme?!) abenteuerlich rutschig
sein! Ich musste schon einmal den restlichen Kilometer zum Auto mit nasser Hose
zurücklegen...
Ratschläge von Monsignore Sebastian Kneipp.
Kinderpflege in gesunden und kranken Tagen. Donauwörth, 1890 (1) zitiert nach
der neunten Auflage o. J.
Zweiter Theil. Kinderpflege in gesunden Tagen. Erste
Periode. Von der Geburt bis zum Zahnen.
[34][...] Frisches Wasser, frische Luft
sind, wie für den ganzen Körper, so auch für die Füße die Mittel zur
Abhärtung. Ganz fehlerhaft ist es, daß heutzutage den Kindern im Kissen schon
Strümpfe, ja selbst Schuhe angezogen werden.
Wenn Mütter und Erzieherinnen
anstatt Abhärtung nur Verweichlichung pflegen, so ist dies nur ein Beweis ihrer
eigenen Unwissenheit. Das kind soll soviel als möglich barfuß sein, mag es
sich nun im Zimmer oder im Freien aufhalten. Luft kräftigt die Haut, reine Luft
zieht das Blut zur gleichmäßigen Verteilung auf die Oberfläche.
Gerade die
Füße sollen durch die Luft abgehärtet, ausdauernd und widerstandsfähig
gemacht werden.
[35] Mein Nachbar hat ein Mädchen, das, als es kaum noch recht
zu laufen vermochte, täglich drei- bis viermal, auch noch öfter, wenn es der
Wohnstube entwischen konnte, ins Freie ging und seine helle Freude daran hatte,
wenn es im Schnee herumstapfen konnte; holte es dann die Mutter herein, so
schrie es nach Leibeskräften, weil man ihm diese glücklichen Augenblicke nicht
gönnen wollte.
Als dieses Kind noch nicht drei Jahre zählte, wurde es einmal
von einer solchen Schneewanderung, die es ohne Kopfbedeckung und nur mit einem
recht einfachen Kinderkittelchen angethan, unternommen, durch die Mutter
zurückgerufen und bestraft. Ich sah dies zufällig und machte die Mutter
aufmerksam, daß das Schneelaufen nicht schade.
Die Mutter lies das Kind nun
wacker laufen, und siehe! das Kind gedieh und ist noch kräftig und gesund.
Deshalb, ihr Mütter, sorgt, daß ja keine Verweichlichung der Füße eintrete!
denn sobald diese Verweichlichung beginnt, nehmen die Füße an Kraft ab, das
Blut wird nicht so entschieden nach den unteren Teilen geleitet, weil die reine
Luft fehlt, die es anlockt. Es kann also dadurch schon in den ersten Jahren eine
Schwäche entstehen, an welcher das Kind sein ganzes Leben zu leiden hat. - Es
ist unglaublich, was Kinder durch die Abhärtung gewinnen und wieviel sie durch
das Gegenteil, durch Verweichlichung, einbüßen. [...]
Zweite Periode. Vom
Zahnen bis zur Schulpflicht. [...]
[67] So lange das Kind weder stehen noch gehen
kann, bedarf es keiner Fußbekleidung. Man gewöhne es möglichst früh ans
Barfußgehen.
Wenn es später aber doch Schuhe haben muß, so sehe man darauf,
daß dieselben nirgends drücken. Der Kinderfuß ist noch weich und wird durch
unpassendes Schuhwerk leicht verkrüppelt.
Selbst wenn auch der Kinderfuß
gerade nicht immer verdorben wird durch unpassendes Schuhzeug, werden durch
letzteres dennoch sicher Warzen, Hühneraugen und ähnliche Fußübel erzeugt.
Strümpfe soll man den Kindern erst ganz spät anlegen; sie sollen niemals von
Wolle, sondern aus Leinen sein.[...]
[76] Das wichtigste Abhärtungsmittel ist
für den Körper das Barfußgehen. Die Kinder sollen so viel als möglich ohne
Schuhe und Strümpfe sein und diese nur im Notfalle gebrauchen.
Es werden sich
freilich manche Herrschaften schwer entschließen können, ihre Kinder barfuß
gehen zu lassen; es muß ja nicht gleich den ganzen Tag sein, und wenn die
Kinder auch der vornehmsten Leute täglich längere Zeit barfüßig laufen, so
beeinträchtigt das ihren Adel keineswegs; kommen doch auch Kaiser und Könige
barfüßig zur Welt.
Ein Graf, der das Barfußgehen nach meiner Methode übte,
sagte zu mir: "Wie konnte mir doch meine Mutter ein so vortreffliches
Abhärtungsmittel entziehen!"
Es gibt freilich kein kräftigeres Mittel,
die Nerven zu stärken und widerstandsfähig zu machen, als das Barfußgehen,
und jene Eltern begehen einen großen Fehler, welche ihren Kindern dieses
Abhärtungsmittel entziehen.
Freilich, wo die Verweichlichung die Herrschaft
übt, da wird das Barfußgehen für unanständig und ungesund erklärt, als ob
die letztere Beschuldigung nicht durch das gute Aussehen und den
Gesundheitszustand der Landkinder, die den größten Teil des Jahres barfuß
gehen, widerlegt würde![...]
Dritte Periode. Das schulpflichtige Alter. [...]
[85] Ziehet eure Schulkinder nicht zu warm an! Haltet namentlich strenge
auf weite, bequeme Fußkleidung. Leidet keine Gummizüge an den Schuhen und
keine Gummi-Ueberschuhe! Lasset die Kinder fleißig barfuß laufen![...]
Im Grunde sollte das täglich um 20 Uhr auf allen Fernsehkanälen laufen (o.T.) Markus (malo)
Hallo Samuel, Danke für diese Zitate!!!
Der gute Kneipp hat schon heroisch gegen dieselbe
Unvernunft gekämpft wie wir, wenn wir unseren Barfuß - Lebensstil verteidigen.
Schneiden wir uns eine Scheibe ab und verbreiten wir diese Zitat weiter. Große
Männer zu zitieren (sauber unter Nennung der Quelle) ist nicht illegal!
Serfuß,
Lorenz
| zurück zur Übersichtsseite
des "Best of" im Hobby? Barfuß! Forum |
zum Kopf der vorliegenden Seite |
Barfuß - Literatur - Ecke : Abhärtungs
- Mittel
aus "Meine Wasser-Kur" von
Sebastian
Kneipp, Kempten 1892
Als Abhärtungsmittel nenne ich
1. das Barfußgehen;
2. das Gehen im nassen Grase;
3. das Gehen auf nassen Steinen;
4. das Gehen im neugefallenen Schnee;
5. das Gehen im kalten Wasser;
6. das Kaltbaden der Arme und Beine (Füße);
7. den Knieguss (mit und ohne Oberguss) .
Das natürlichste und einfachste Abhärtungs-Mittel besteht
im Barfußgehen.
Dieses kann, entsprechend den verschiedenen Ständen und Lebensaltern, auf mannigfaltigste
Weise geübt werden.
Ganz kleine Kinder, welche noch gänzlich auf die Hilfe anderer angewiesen und in die
Windeln, in's Tragekissen, an's Zimmer gebannt sind, sollen wo möglich nie eine
Fußbekleidung tragen.
Könnte ich dies doch allen Eltern, besonders den allzu besorgten Müttern als Kanon, als
feststehende. unumstößliche Regel tief einprägen!
Mit Vorurtheilen behaftete Eltern, die sich dazu nie verstehen wollen, mögen sich der
kleinen Unbeholfenen erbarmen und zum Mindesten für eine solche Fußbekeidung sorgen,
durch welche die frische Luft leicht auf die Haut dringen kann. Kinder, welche bereits
stehen und gehen können, wissen sich schon selbst zu helfen. Ohne alle
Menschenrücksichten werfen sie die lästigen, die Füße quälenden Schuhe und Strümpfe
von sich und sind ganz glückselig, besonders zur Frühjahreszeit, wenn man sie frei
herumpusseln lässt.
Manchmal blutet eine Zehe; doch das hält sie nicht ab, bald wieder barfuß zugehen. Die
Kinder tun dies ganz instinktiv, einem gewissen Naturtriebe folgend den wir alle auch
verspüren würden, wenn die überfeinerte, schablonierende, Schraubstockdienst thuende,
alles natürliche wegdrechselnde Bildung uns nicht vielfach den gesunden Sinn genommen
hätte.
Die Kinder der Armen werden in ihrem Vergnügen selten
gestört. Weniger in ihrem Glücke
begünstigt sind die Kinder der Vornehmen und Reichen, und sie fühlen wahrlich nicht
weniger das Bedürfnis als ihre Kameraden aus armen Stande. Ich sah einst die Knaben eines
hohen angesehenen Beamten. Kaum glaubten sie ich aus der Schussweite
der durchdringenden
Augen des gestrengen Herrn Papa da flogen auch schon die feinen Schühchen und die noch
feineren rothen, gelben und weißen Strümpfchen über alle Hecken , und fort ging es im
Galopp über die saftig grüne Wiese. Die Mama eine Frau von gesundem Sinne, sah dies
nicht ungern; erblickte aber zufällig der Papa seine Prinzen in solchem ungehörigen
Aufzuge, dann gab es lange Strafpredigten noch längere Standesunterweisungen über
Unbildung und Bildung und Standesgefühl und Standesehre. Das ging den Kleinen so tief zu
Herzen, dass sie andern Tags noch munterer im Grase hüpften.
Nochmals sage ich: lasse man wenigstens den noch nicht verbildeten Kindern ihre Freude!
Einsichtige Eltern, welche solches gerne gestatten wollten aber in der Stadt leben und
keinen einsamen Garten oder Rasenplatz besitzen, können den Kleinen das Barfußgehen zu
gewissen Zeiten in irgendeinem Zimmer, auf irgend einem Gange und so weiter gestatten,
wenn nur die Füße wie Gesicht und Hände zuweilen einmal frei aufatmen, nach Fußeslust
frische Luft einsaugen, sich in ihrem Elemente bewegen können. Erwachsene Leute der
ärmeren Klassen, insbesondere auf dem Lande, brauche ich nicht zu ermahnen; dieselben
gehen viel barfuß und beneiden nicht den reichsten Städter um seine vornehmen,
ausgeschnittenen oder nicht ausgeschnittenen, lackierten geschnürten Fußfoltern, die
pressenden und die Füße fesselnden Schuhe und Strümpfe. Törichte Landsleute und
städtische Manieren, die sich schämen, es den Ihrigen gleich zu tun, sind durch ihren
Eigendünkel gestraft genug; die altmodischen Konservativen sollen an der guten Tradition
treu festhalten.
In meiner Jugendzeit ging auf dem Lande alles barfuß: Kinder und Erwachsene, Vater und
Mutter, Bruder und Schwester. In die Schule, zur Kirche waren die Wege Stunden weit; die
Eltern gaben uns ein Stück Brot und einige Äpfel zur Reisezehrung, so auch Schuhe und
Strümpfe als Fußbekleidung. Doch diese hingen viele bis zum Eintritt in die Schule oder
in die Kirche über die Arme oder über die Achsel, nicht allein zur Sommers-, selbst in
der kälteren Jahreszeit. Kaum machte im beginnenden Frühling auf der Höhe meiner Heimat
der Schnee Miene, sich zurückzuziehen, das traten unsere bloßen Füße schon ihre Spuren
in denen mit Wasser getränkten Boden, und wir fühlten uns froh, heiter und gesund dabei.
Erwachsene in den Städten, gar solche, welche besseren, ja den vornehmen Ständen
angehören, können dieser Übung sich nicht unterziehen, das ist klar. Wenn sie in ihrem
Vorurteile bereits so weit gekommen sind, dass sie meinen, sie könnten, wenn ihre zarten
Füße beim Aus- oder Ankleiden nur einen Augenblick auf dem bloßen Boden des Salons,
nicht auf warmen, weichen Teppichen stehen, Rheumatismus, Katarrh, Halsleiden und
ähnliches sich zu ziehen, so lasse ich sie vollkommen ungestört. Wenn aber Manche noch
etwas tun und sich abhärten wollten, was hindert sie, abends unmittelbar vor dem
Schlafengehen oder in der Frühe beim Aufstehen 10 Minuten, 1/4 Stunde, 1/2 Stunde langen
eine derartige Promenade zu machen? Dieselbe könnte die ersten Male, damit der
plötzliche Beginn nicht zu stark empfunden wird, in den Strümpfen, später mit bloßen
Füßen und noch später barfüßig also geschehen, dass
vor dem Zimmer-Spaziergange die
Füße bis über die Knöchel einige Augenblicke in kaltes Wasser getaucht werden.
Bei guter Einteilung, bei gutem Willen, bei wahrem Streben nach Erhaltung seiner
Gesundheit wird ein jeder, selbst der Vornehmste, selbst der in seinem Berufe
Angestrengteste noch soviel Zeit gewinnen, um sich selbst diese Wohltat zu spenden.
Ein mir sehr gut bekannter Priester ging jedes Jahr auf mehrere Tage zum Besuche eines
guten Freundes, welcher einen größeren Garten besaß. Der Morgenspaziergang galt stets
diesem Garten, dessen durch Tau genässtes Gras so lange die bloßen Füße labte und den
Körper erquickte, als der Geist mit dem Breviergebet beschäftigt war. Gar oft hielt mir
dieser Herr Lobreden auf die vortrefflichen Wirkungen des Barfußgehens.
| zurück zur Übersichtsseite
des "Best of" im Hobby? Barfuß! Forum |
zum Kopf der vorliegenden Seite |
Barfuß - Literatur - Ecke :
Kneipp, Mein Testament, 1894
(Auszüge
zum Thema „Barfußgehen“)
Gewöhnlich
hat im menschlichen Leben das, was am allervorteilhaftesten ist am
allerwenigsten Wert und Bedeutung und wird oft gar nicht beachtet oder sogar
selbst geflohen. So ist es mit dem Barfußgehen. Das Barfußgehen hat für die
menschliche Natur eine so hohe Bedeutung, dass wen jeder seine Wichtigkeit
kennen würde, er das Barfußgehen nie vollständig einstellen würde.
Um
kräftige, gut gedeihende , widerstandsfähige Kinder heranzuziehen wird es kaum
ein Mittel geben, welches das Barfußgehen übertrifft.
Und
wer du auch seiest, lieber Leser, unterlasse nicht, von Zeit zu Zeit einige
Minuten barfuß zu gehen!
Glücklich
ist derjenige, welcher seine Füße für jede Temperatur abgehärtet hat, unglücklich
aber der, dessen Füße ganz oder teilweise verweichlicht sind.
...
und sollte jemand seine Füße zehnfach umwinden, so kommen sie doch wieder auf
den Boden.
Das
Barfußgehen gewöhnt unsere Natur am meisten an die Erde und härtet sie so ab,
dass sie sich auf der Erde am wohlsten fühlt...
Welche
Verheerungen richten oft Störungen in der Blutzirkulation besonders beim
weiblichen Volke an! Sie würden aber ausbleiben, wenn die Füße durch Barfußgehen
gehörige abgehärtet wären, weil durch die Abhärtung der Füße zugleich auch
der Unterleib in den besten Zustand käme.
Wie
sehnen sich doch die Kinder nach dem Frühling, weil dann sie wieder barfuß
gehen dürfen! Es ist ihnen dabei so behaglich, tut ihnen so wohl, daß gewiß
kein Kind Strümpe und Schuhe anzieht, wenn es nicht gezwungen wird.
Das
Barfußgehen ist aber nicht bloß für die Landleute gut, sonder ist noch viel
mehr den Städtern zu empfehlen.
Das
Barfußgehen muß also allen denen, die in einem geschlossenen Raume arbeiten müssen,
empfohlen werden
So
kann auch der Soldat am Morgen und Abend barfuß seine Arbeiten verrichten,
braucht also nicht barfuß einen Marsch zu machen
...
so möchte ich doch allen Vätern und Müttern zurufen:
Lasset
euere Kinder fleißig barfuß gehen!
Nicht
weniger aber möchte ich den Lehrern ans Herz legen: Sorget für die Gesundheit
eurer Schüler und unterrichtet sie, daß sie das Barfußgehen nie versäumen!
Den Gymnasien und Seminaren möchte ich es zweimal zur Pflicht machen: Schützet
die Schüler vor Verweichlichung und lasset euch in erster Linie das Barfußgehen
angelegen sein!
Die
Seminare haben gwöhnlich einen Steinboden. Da wird mancher vielleicht denken,
daß Steinplatten zum Barfußgehen nicht taugen. Ich rufe aber jedem zu, daß
das Steingehen dem gewöhnlichen Barfußgehen vorzuziehen ist.
In
den Waisenhäusern sind gewöhnlich nicht nur vater- und mutterlose Kinder,
sondern auch höchst gebrechliche. Hier sollte die erste Aufgabe sein, den Körper
abzuhärten, denn dann entwickelt sich auch der Geist entsprechend. Man sollte
deshalb in den Waisenhäusern kein Kind finden, das Schuhe trägt!
Auf
die Frage: "Warum hat man Sie als Kind nicht barfußgehen lassen?" gab
sie zur Antwort: "Meine Mutter hielt es für entwürdigend wenn ich barfußgehen
würde"
Was
liegt im Barfußgehen denn Entwürdigendes für ein Kind? Ist das Kind mehr
wert, wenn es schon im Kissen Schuhe und Strümpfe trägt und dabei verkümmert,
oder ist nicht vielmehr das ein gerechter Stolz der Eltern, wenn sie gesunde,
abgehärtete Kinder haben und ist es nicht viel ehrenvoller für Vater und
Mutter, wenn sie sagen können: Wir haben unsere Pflicht getan, unsere Kinder
sind gesund und kräftig!
Somit
soll das Barfußgehen allgemein sein: kein Alter, kein Stand und kein Geschlecht
ist ausgenommen.
Es
soll aber, wie schon erwähnt nicht bloß einige Minuten barfußgegangen werden,
sondern je länger, desto besser.
Das
Wassergehen, das auch im kältesten Wasser geschehen kann, soll zwei, höchstens
vier Minuten dauern.
Das
Barfußgehen im nassen Gras gehört zur Noblesse. Es gibt kaum etwas
behaglicheres als im frischen Tau barfuß zu gehen und zwar je länger desto
besser. Auf nassen Steinen gehen wirkt ebenfalls abhärtend. Vor allem aber wird
dadurch das Blut abwärts geleitet.
so
ziemlich dasselbe bezweckt auch das Gehen im Schnee.
Nur
muß hier gesagt werden, daß man nur im frisch gefallenen Schnee oder in einem
solchen Schnee gehen darf, der noch keine große Kälte durchgemacht hat. Wenn
der Schnee schon 10 bis 20 Grad Kälte durchgemacht hat, ist er für die
menschliche Natur zu kalt. Es gab auch in Wörishofen Wagehälse, die glaubten,
für sie könne der gefrorene Schnee nicht zu kalt sein. Sie haben ihre Füße
durch ihren Mutwillen ordentlich erfroren.
| zurück zur Übersichtsseite
des "Best of" im Hobby? Barfuß! Forum |
zum Kopf der vorliegenden Seite |