[Roland erzählt aus seinen Barfuß - Büchern] [Steve bespricht Novelle "Barfuß" von Kleeberg]

Roland erzählt aus seinen Barfuß - Büchern
(zusammengefasst aus verschiedenen Forumbeiträgen im Winter 1998/ 99)

Jetzt könnte ich stundenlang weitererzählen, zum Beispiel von meinen Barfuß - Büchern.
Eines ist ganz schrecklich. Da macht ein Mann einen andern hörig, zwingt ihn zum Barfußlaufen, fesselt ihn und schlägt seine Fußsohlen blutig, immer wieder. Am Schluss bringt er ihn um. Das Buch heißt "Barfuß", deshalb hatte ich es gekauft. Der Schriftsteller ist kein Unbekannter. ... Der Autor heißt Michael Kleeberg, und er sieht sehr normal aus, aufgrund einer im Buch abgedruckten Foto des Autors. Schiller hat auch diverse Morde beschrieben, gell! ...
In einem andern Buch "Barfuß als Prinz" beschreibt ein Theater - Schauspieler sein Leben. Er ist homo, gibt sich eine Zeitlang jedem hin und läuft barfuß, auch im Schnee. Er kannte viele Berühmtheiten, unter anderem Inge Meysel, Heinz Ruehmann, Boy Gobert etc. ... der schreibt über sein Leben, wie es wirklich war, und das war nun eben nicht das Leben eines Sonntagsschullehrers. Und es hat einiges mit Barfußlaufen zu tun, dieses Buch! ...
In einem dritten Buch sind die Leute im Osten Europas so arm. dass sie sich wirklich keine Schuhe leisten können, auch im tiefsten Winter nicht.
In einem anderen Buch ist es noch schlimmer. Da reicht es nur zu total zerrissenen Lumpen, die nicht einmal die Blöße bedecken. Als einer im Bergwerk einen Sack Kohlen trägt, greift ihm eine Frau zwischen die Beine, fasst zu und mimt die Glöcknerin, unter dem Gelaechter der ganzen Belegschaft Dieses Buch ist authentisch, eine Lebensgeschichte. Da wussten die Leute kaum, was überhaupt Schuhe sind, nicht etwa in Afrika, sondern im Osten Europas, vor etwa 150 Jahren....
[Vor der Not sollte niemand die Augen verschließen -- aber da noch nach sexistischen Details zu suchen?]
Das war nun wirklich nicht sexistisch, das hast Du falsch verstanden! Das Leben war hart, primitiv, derb. Es wurde von einem der Söhne dieser Bergwerksarbeiter geschrieben. Und genau diese Szene beschreibt die fürchterliche Armut dieser Leute am besten. Als ich das las, lief mir ein Schauer über den Rücken. Aber um alles zu begreifen, müsste man eben das ganze Buch gelesen haben. ...
Ein anderes Buch beschreibt ein Zigeunerleben. Ein Bub reißt zuhause aus und schließt sich den Zigeunern an, die gerade in der Nähe seines Dorfes campieren. Er wird aufgenommen. Glücklich wirft er seine Schuhe fort, um endlich, endlich barfuß laufen zu dürfen. Zu seiner Verblüffung stürzen sich alle Zigeunerbuben auf seine Latschen, streiten sich darum und ziehen sie an. ...
[Das sind jetzt eher die netten Geschichten, die das Leben schreibt.]
"Glücklich ist das Zigeunerleben!" Oder vielleicht eben auch nicht. ...
Viele Bücher, die im Titel das Wort "Barfuß" enthielten, waren eine Enttäuschung, da das Wort drinnen nicht mehr auftauchte. "Barfuß" war einfach als Synonym für "Anfänger" genommen worden.
Ein Buch habe ich nicht gekauft. Es kostete zuviel. Es handelt von Kostümen. Unter vielen anderen sind da Schottische Krieger resp. Soldaten abgebildet, welche angeblich bis Ende letzten Jahrhunderts barfuß gewesen seien, vermutlich Sommer und Winter. Es scheint, als ob es da oben hoch im Norden keinen Schnee gibt, vermutlich wegen des Golfstroms.
So, jetzt muss ich abbrechen, sonst wird doch noch ein Buch daraus. Es kommt mir eines um das andere in den Sinn, folglich habe ich noch Stoff für unendlich viele Beiträge. Ich hoffe, dass ich niemanden langweile oder schockiere! ...
Ich habe ja hier im Forum bereits über Barfuß - Literatur geschrieben, bin aber auf wenig Verständnis gestoßen, weil ich auch etwas zum Inhalt dieser Bücher geschrieben habe.
Ich bin im Besitz Tausender von Büchern, und jedes Mal, wenn ich eines aufschlage - auch in Buchhandlungen! - stoße ich beim Öffnen innert Sekunden auf das Wort "barfuß", wenn es darin überhaupt vorkommt. Es ist wie Hexerei, ich kann's auch nicht erklären.
Nur eins finde ich nicht mehr. Da diskutiert ein sehr bekannter Schriftsteller - ich glaube, es war ein Pfarrer - begeistert über die hübschen nackten Füße einer Hausangestellten Ich glaubte, ich seh' nicht recht. Und jetzt fällt mir nicht mehr ein, wer das war.
Ein Carl Biedermann schrieb schweizerdeutsche Bücher. Auch er ist begeisterter Frauenfuß - Fan und kommt immer wieder auf dieses Thema zum Sprechen. Wenn bei ihm eine junge Frau besonders lieblich sein soll, dann läuft sie garantiert barfuß. Selbst eine Gräfin wird in seinen Büchern zur begeisterten Barfüßerin.
Und ich muss schon sagen. Auch bei mir hat jedes barfuß laufende Mädchen sofort meine vollste Sympathie. Deren Anblick finde ich dann einfach süß. Und das hatte ich schon als ganz kleiner Bub. Auch Männer ohne Schuhe finde ich herrlich! Allerdings nicht unbedingt "süß". Hihi! : )
Ich füße Euch alle! Roli

Hallo Roli,
[Sei mir nicht böse, aber manches aus Deiner Hausbibliothek ist nicht ganz nach meinem Geschmack]
nach meinem auch nicht. Aber ich habe die Bücher aufgrund des Titels bestellt, ohne den Inhalt zu kennen.
[ Jetzt bin ich aber fast sicher, dass Du noch mehr entsetzt bist! Jaja, das Leben ist grausam!]
Das ist für mich keine Frage des Entsetzens. Ich lese auch Zeitung und weiß, dass die Welt voller Gewalt, Misshandlung und Ausbeutung ist. Und Schuhe sind ein soldatisches Attribut und stehen auf der Täterseite -- während bare Füße offensichtlich gerne auf der Opferseite angesiedelt werden. Gottlob stellt sich das wenigstens bei Judo und Karate anders dar. Meine Aktivitäten auf dem Internet sind ganz klar gegen Ausbeutung und Gewalt gerichtet. Wenn Du dem unten stehenden Link in mein Web über die Fortschrittskräfte der Natur folgst, wirst Du das bestätigt sehen. Und auch hier im Forum möchte ich mir treu bleiben.
Also, ehrlich gesagt, geht es wider meinen Natursinn, wenn sogar die Füße in den Strudel von Sex and Crime gezogen werden. Ich wünsche mir, dass die Menschen wieder lernen, die Natur direkt mit Haut und Augen wahrzunehmen und nicht über Plateausohlen und den Fernseher. Ich stelle gerade eine Web-Seite "Familienleben auf gesunden Füßen" in Anlehnung an Mike Berrows schöne Seite "Parents for Barefoot Children" zusammen, damit wieder mehr Kinder barfußlaufen dürfen. Fuß - Sex - Diskussionen im Internet dürfen nicht dazu führen, dass die Pädophilieangst vieler Eltern sich auch noch auf das Barfußlaufen überträgt! Ich hoffe, Du hast nicht das Gefühl, dass ich Dir auf die Füße trete -- da ich barfuß bin, kann es jedenfalls nicht wehtun!
Viel Schönes, das Du mit den Füßen spürst, wünscht Dir Lorenz

[Fuß- Sex- Diskussionen im Internet dürfen nicht dazu führen, dass die Pädophilieangst vieler Eltern sich auch noch auf das Barfußlaufen überträgt!]
Hoffentlich nicht. Die Eltern haben wahrscheinlich mehr Angst vor Glasscherben.
Jetzt bin ich aber fast sicher, dass Du noch mehr entsetzt bist! Jaja, das Leben ist grausam!
Roli

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 Steve bespricht "Barfuß", eine Novelle von Michael Kleeberg
(Forumbeiträge im Frühjahr 1999)

Hi allerseits, da ja schon lange nichts mehr in Sachen "Barfuß - Literatur" (ich glaube, "Wolf" hatte eine kleine Literatur - Ecke eingeführt) mehr im Forum verbreitet wurde, wollte ich mich mal mit ein paar kleinen Buchkritiken einbringen. Hier nun "Folge 1", mit dem Titel "Barfuß":

"Barfuß", eine Novelle von Michael Kleeberg, erschienen bei dtv, lässt vom Titel her ja einiges zum Thema erhoffen. Nackte Füße kommen auch drin vor, jedoch in einer ziemlich extremen Form ... Zum Inhalt des Buches sei hier kurz der Klappentext wiedergegeben:
"Liegt das Liebesglück in der Auslöschung des eigenen Ich? Kleeberg erzählt vom Einbruch des Chaos, der Sinne, des Todes in das scheinbar perfekte Leben von Arthur K., dem Mitinhaber einer Pariser Werbeagentur. Ein Text voller Radikalität und Schönheit."
Die Barfüßigkeit der Hauptfigur K. kommt in einer Art Masochismus daher, ist aber nur ein Teil eines, man muss es so sagen, perversen Triebes, zu S/M Praktiken zu gelangen. Da wären wir automatisch beim Thema Lust, das die Novelle vollkommen beherrscht. Das Internet spielt übrigens eine sehr große Rolle, in Gestalt des französischen Vorläufers "Minitel", das Anfang der 90`er das Zeitalter der Vernetzung mit einläutete. Ein kurzes Zitat aus dem Minitel - Dialog, den K. mit einem unbekannten gegenüber führt, zeigt, was "Barfuß" in der Geschichte bedeutet: "Was heißt barfuß? Gehst Du barfuß? Hier in Paris? " (Er hatte BARFUSS als Passwort eingegeben.)
"Ja, ich gehe immer barfuß, auch in der Stadt. Ich liebe die Freiheit und Unterwerfung, die darin liegen." Dabei log er. Es geht weiter mit einer Verabredung, zu der K. barfuß erscheinen soll, bei der es dann um das Ausleben von sexuellen Praktiken geht, bei denen körperliche Gewalt die wichtigste Rolle spielen; so das Auspeitschen der Fußsohlen etwa.
Die "Vorbereitung" auf dieses Treffen formuliert etwas, das in gewisser Weise auch in unserem Forum ein diskutiertes Thema ist, bei dem Scham und Angst eine große Rolle spielen: "...er begann, zunächst spielerisch, die Schnürsenkel zu lösen. Er zog die Schuhe aus, drehte sie um, als habe er einen Stein im Schuh gehabt, schlüpfte wieder halb hinein, dann wieder hinaus, und in einer Explosion schamvoller Erregung riss er sich die Strümpfe von den Füßen, stopfte Schuhe und Strümpfe in die Plastiktüte und berührte mit seinen Sohlen den kalten Asphalt. Was vor einer Minute noch hatte rückgängig gemacht werden können, sich kontrollieren lassen, ging nun seinen Gang. Er fühlte sich wie ein ausblutendes Tier, schwach, leer, ein Stoß hätte genügt, ihn umzuwerfen. Er erhob sich auf zitternden Beinen und setzte seinen Weg fort, schamrot, wie er glaubte, im Angesicht der wenigen Passanten, die wer weiß was, aber nichts, was der Realität nahe kommen konnte, denken mochten..."
Es gibt noch weitere Stellen, die sich mit "dem" Gefühl auseinandersetzen, die Lust an der Barfüßigkeit deutlich darstellen. Ich muss sagen, ich hatte natürlich eine völlig andere Vorstellung, ob des Titels. Das Buch verstört auf eine Weise, die einen weiterlesen lässt, trotz der extremen Entwicklung der Geschichte (das Ende stieß bei mir schon fast an die Erträglichkeitsgrenze), doch es besitzt nicht etwa platte pornografische Züge.
Warum ich nun doch in dieser Ausführlichkeit geschrieben habe, liegt daran, dass ich glaube, das Buch gibt viel von dem wieder, was gerade im Forum diskutiert wird, unter sagen wir mal, dem Oberbegriff "Lustempfindungen" (und zwar die versteckten, verdrängten).
Hätte ich den Inhalt zuvor gekannt, ich persönlich hätte es wahrscheinlich nicht gelesen... Wer jetzt nicht völlig abgenervt ist, ob so vielem Literatur-Blabla, der möge vielleicht mal schreiben, ob solche "Abhandlungen" überhaupt hierher gehören. Es gibt übrigens weitere unterhaltende Literatur, in der "Barfuß" nicht nur im Titel steht, sondern auch inhaltsbestimmend ist. Vielleicht schreibe ich mal von "erträglicheren" Büchern?
Ciao Steve
PS.: Ein Kumpel von mir arbeitet in einer Buchhandlung – was liegt also näher, als an fast jedes Buch kosten- günstig heranzukommen (ohne es auch gleich kaufen zu müssen...).

Du solltest die gute Gelegenheit, die Dein Bekannter Dir ermöglicht, ganz bestimmt weiterhin gewinnbringend für uns alle nutzen - dann können wir anderen nämlich ohne Fehlkaufgefahr entscheiden, ob wir uns ein solches Buch kaufen sollten (das Vorgestellte kaufe ich mir z. B. allerdings nicht). Von dem Buch Kleebergs war übrigens schon wiederholt die Rede , wie man in der Kultur - Rubrik im "Best of" nachlesen kann ! (Und die kann Zuwachs gewiss gut brauchen !)
Herzliche Füße nach Braunschweig, wo Du hoffentlich nicht nur Barfußbücher liest, sondern ebenso herumläufst ! Georg

In der durchaus lesenswerten Novelle "Barfuß" von Michael Kleeberg wird eine brauchbare Erklärung für die erotische Faszination nackter Füße gegeben. In Kürze: nackte Füße - Schutzlosigkeit, Wehrlosigkeit, in gewisser Hinsicht Ausgeliefertsein. Das Buch wurde in diesem Forum schon mehrfach besprochen, und nicht eben positiv. Mir selbst gefiel es auch nicht besonders. Abgesehen davon, dass ich eine weibliche Hauptfigur vorgezogen hätte, ist eine echte Beziehung zwischen dem barfuß Leidenden und seinem "Sado - Meister" nicht erkennbar. Der Meister ist schwul, der Sklave nicht. Dadurch geht eine Menge Spannung verloren. bernd

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