Klaus - Dieter hat Hemmungen, öffentlich barfuß zu laufen
(Forumbeiträge im Sommer 1999)

Hallo Ihr! Nach langem Suchen bin ich nun endlich auf ein Forum gestoßen, in dem ich mich wirklich wiederfinden kann. Ich bin schon seit meiner Kindheit ein begeisterter Barfußläufer, aber ich habe immer noch wahnsinnige Hemmungen, mich in der Öffentlichkeit zu zeigen. Vor allem, seit sich beruflich etwas bewegt bei mir, traue ich mich kaum noch, denn es könnten ja Kunden, Kollegen, Chefs etc. auftauchen - "der spinnt doch", das bedeutet das totale Karriere - Ende.
Man kann in dieser Gesellschaft als Barfüßer nicht existieren, jedenfalls nicht auf "dieser Seite". Es sei denn, man steigt aus und verabschiedet sich von allen Ambitionen - das ist mir das Barfußlaufen dann auch nicht wert.
Hat jemand von Euch Erfahrungen damit? Ich bin für jeden Tipp dankbar.
Bitte habt auch Verständnis, dass ich (aus den obengenannten Gründen) zunächst einmal anonym bleiben möchte. Euer Klaus-Dieter

Hallo Klaus-Dieter, erst einmal herzlich willkommen im Forum!!!
Du sprichst mir irgendwie aus der Seele und ich glaube, genau das gleiche Problem haben die meisten bei uns. Auch wenn sich der eine oder andere jetzt öfter traut, sich "in der Öffentlichkeit" öfter mal "ganz unten ohne" zu zeigen (mich eingeschlossen), haben wir doch fast alle auch mit den Vorurteilen unserer Umwelt zu kämpfen und können uns da auch aus den verschiedensten Gründen nicht drüber hinwegsetzen.
Für mich kann ich zwar sagen, dass ich schon 'ne Menge mehr Mut entwickelt habe (auch und gerade durch dieses Forum), aber die von dir beschriebene Angst, in unangenehmere Situationen zu geraten (also von Auftraggebern oder sog. "wichtigen Leuten" gesehen zu werden), sehr hemmend wirken. Also beschränkt man sich doch möglichst auf Orte und Zeiten, an denen man solche Begegnungen nicht erwartet (und trotzdem bleibt bei mir immer ein wenig Aufregung und Nervenkitzel).
Ich für meinen Teil würde mir jedenfalls wünschen, in einer Umgebung zu wohnen, wo barfuß einfach kein Problem mehr ist. Aber das wäre schon fast ein Paradies. Dem kann man sich leider nur schrittweise nähern. Und deshalb wollen wir uns ja híer auch alle selber ein bisschen Mut machen, mal aus den blöden Konventionen auszubrechen, und vor allem Argumente sammeln und hinaustragen, die die so vermisste Akzeptanz gegenüber dieser natürlichen Sache "Barfußlaufen" erhöhen.
Sicher werden hier noch andere zu deinem Beitrag was sagen können und ihre Erfahrungen schildern... Bin auf jeden Fall froh, dass du uns gefunden hast und jetzt mitliest und mitschreibst ...
Liebe Grüße aus Berlin, Lupu

Hallo Klaus-Dieter! Schön, Dich hier begrüßen zu können! Ich kann Dir diesen Rat geben: Studier' erst mal gründlichst das "Best Of" (z.B. den Teil "Ist Barfußlaufen megapeinlich?", aber auch die Gesundheitsaspekte, etc. etc.). Damit wirst Du erst einmal einige (bis viele, wenn es Dir ernst ist) Stunden beschäftigt sein.
Ich habe alles ähnlich "schüchtern" gesehen wie Du, und habe mittlerweile die Grenzen des Barfußlaufens weit in den Alltag hinein vorschieben können. Gott sei Dank, denn ebenso wie bei Dir ist bei mir das Barfußlaufen seit meiner Kindheit "fest eingebaut", und für mich ist es eine Qual, etwas an den Füßen haben zu müssen.
Ich kann Dir nur sagen: es lohnt sich, es anzugehen! Wenn ich allerdings lese, wie gut es das Schicksal z.B. mit einer Miguela gemeint hat, "kommen mir die Tränen"! Auch wenn wir (meine ich sagen zu können) es ungleich schwerer hatten bzw. - in Deinem Fall - noch haben, drücke ich Dir die Daumen, dass Du es "schaffst"! Übrigens dann SEHR gut fürs Selbstbewusstsein, wenn man es durchgestanden hat! Mit dem anonym bleiben ist das hier übrigens kein Problem (ich bleibe es auch). Viele Grüße, MarkusII

Ich zeige auch in der Arbeitswelt schon öfter mal Fuß, ohne damit anzuecken -- natürlich gibt es auch Anlässe, wo ich das vernünftigerweise blieben lasse. Meine Chefs kennen auch meine Fußgesundheits - Homepage und wissen, dass ich gute und ernsthafte Argumente habe. Das Karriere - Ende habe ich mir dagegen mit Schuhen an den Füßen eingebrockt, durch zu viel Widerspruch gegen meine früheren Chefs. Aber mir selbst treu zu bleiben war mir wichtiger als den Hintern in Chefsesseln plattzudrücken. Trotzdem ist mein Job interessant und vor allem sicher und ernährt die Familie ohne Probleme -- und im Gegenzug mache ich's jetzt auch im Business ganz leger: Urlaubsmäßig gekleidet und so oft wie möglich ohne Schuhe.
Irgendwie sind die meisten Leute doch beeindruckt von meinem Eintreten für gesundheitsbewusstes Barfußlaufen (auch meine Chefs). Und ich denke, außerhalb des Business kannst Du das genauso unbedenklich tun -- zumindest in Parks, in der Natur, im Sport etc. Da kannst Du, falls Du tatsächlich jemanden treffen solltest, leicht in die Offensive gehen und kundtun, dass Du etwas gesundheitlich äußerst Vernünftiges tust.
Ein Informationsblatt, das ich mal auf das Internet gestellt habe kannst Du vielleicht dazu in der Hinterhand halten. Und Du wirst erstaunt sein, dass im Freizeitbereich die meisten Leute, auch Chefs, Kollegen, Kunden mit Dir sympathisieren werden.
Freizeit und Geschäft unterliegen nicht denselben modischen Maßstäben!
Herzliche Füße, Lorenz
P.S.: Dein begeistertes Barfußlaufen seit Kindheit macht neugierig, mehr davon zu erfahren!

Ich hatte die selben Probleme. beruflich Unformträger und privat ein begeisterter Barfüßer. Ich habe aus diesem Grunde öfters Waldspaziergänge unternommen. Barfuß und geschützt von neugierigen Blicken. Nach und nach habe ich mich dann geoutet. Dabei war mir dieses Forum schon oft dienlich. Ich verweise wenn ich auf meine baren Füße angesprochen werde immer auf den gesundheitlichen Aspekt und den doch auch vorhandenen Spaßfaktor. Ansonsten empfehle ich Dir im Best of nachzulesen wie die andern dieses "Problem" gelöst haben. Bully

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