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Rückblicke auf das
Barfüßern im Winter
(Forumbeiträge im Frühjahr 1999)
Hallo miteinander, weitgehend
unbemerkt hat sich gestern der Frühling eingeschlichen,
jedenfalls auf dem Kalender. Bei 10°C kam bei uns wenigstens zeitweise die Sonne heraus.
Eine Stunde Spaziergang habe ich mir baren Fußes am Ufer des Starnberger Sees gegönnt --
immerhin waren sowohl der Boden als auch das Wasser deutlich wärmer als im Januar.
Bemerkenswert ist, dass ich im kalendermäßigen Herbst und Winter zahlreiche bare
Fußabdrücke im Schnee um unser Haus herum hinterlassen habe, aber kein einziges Mal
erkältet war! So ist es jetzt auch leichter, die Furcht vor barfußbedingten Erkältungen
zu entkräften -- und vor acht Tagen hat sich meine Familie beim Biergartenbesuch auch
meinem unbeschuhten Outfit angepasst! Da waren die Temperaturen allerdings im gehobenen
zweistelligen Bereich.
Wenn ich selbst meine Füße auch widrigeren Wetterbedingungen aussetze, sollen Frau und
Kinder jedoch getrost warme Schuhe anbehalten dürfen! Lorenz
Da jetzt (trotz der
Schreckensmeldungen für die nächsten Tage) der Winter wohl vorbei ist, will ich mal
einen persönlichen Endbericht versuchen ...
Mit Ausnahme der Zeit zwischen Weihnachten und Silvester war ich Zuhause und im Rheinland
der Winter insgesamt nicht sehr streng, die Temperaturen selten unter dem Gefrierpunkt.
Beim Joggen bin ich immer ein Stück(chen) barfuß gelaufen,
anfangs zwischen fünf und zehn, zuletzt zwanzig und mehr Minuten - und keinerlei
"Problemen" mit Ausnahme der Tatsache, dass mir Laufen auf gefrorenem Boden
unangenehm war - nicht in erster Linie wegen der Temperatur, sondern wegen der dann harten
Unebenheiten des Bodens.
In einigen etwas milderen Phasen (um 10° oder etwas höher) habe ich mir auch längere
Barfußspaziergänge im Gelände gegönnt. Während der Weihnachtsferien habe ich in
wenigen Tagen von drei Minuten Schneelaufen auf
eine Dreiviertelstunde kommen können.
Das liest sich jetzt etwas nach Angeberei (Entschuldigung), soll es aber keineswegs sein.
Denn :
ich habe schon mehrfach geschrieben und bleibe dabei, dass ich eigentlich ein ziemlich
zimperlicher Typ bin, ohne jeden Hang zu Extremem. Insofern hätte ich letztes Jahr um
diese Zeit entrüstet jedem einen Vogel gezeigt, der mir prophezeit hätte, ich würde im
nächsten Winterhalbjahr ... s. o.
Ich weiß jetzt aber (und nur deswegen schreibe ich es hier), dass zumindest gemäßigtes
Barfußlaufen in der kalten Jahreszeit und unter den oben genannten Bedingungen leicht
trainierbar ist, wenn zum einen die Motivation vorhanden ist (und z. B. durch dieses Forum
gestützt wird) und man zum anderen kontinuierlich in die kälteren Phasen hineinläuft.
Dabei war es für mich auch hilfreich, dass einige Forumteilnehmer - besonders Andreas /
Andy / Unci - außerordentlich nützliche Hinweise und Tipps
gegeben haben.
Nun bleibt natürlich noch die berechtigte Frage : "Und was hat man davon ?"
Die kann ich nur vor meiner persönlichen Erfahrung beantworten - und eine Person ist als
statistische Basis wirklich arg dünn. Aber für mich gilt jedenfalls :
1) Ich habe eine Erfahrung gemacht, die ich nicht für möglich gehalten hätte. Das hat
auch ein wenig von persönlichem Erfolg an sich - und man gönnt sich ja sonst nichts.
2) Ich bewege mich wirklich gerne barfuß auf Naturboden. Darauf muss ich nun nicht mehr
ein halbes Jahr verzichten.
3) Ich war in diesem Winter nicht ein einziges Mal erkältet oder sonst wie krank. Das
kann Zufall sein, aber es kann auch am gestärkten und gut barfußtrainierten Immunsystem
des Körpers liegen !
4) Meine Barfußsaison ist - ich habe ja davon berichtet -
wieder in vollem Gange - kein Problem, denn Barfußlaufen bei den jetzigen
Bodentemperaturen ist im Vergleich zu denen des Winters ja schon äußerst angenehm.
5) Genau daran mag es auch liegen, dass mich die Frühjahrsmüdigkeit, mit der ich sonst
auch gerne zu kämpfen hatte, bislang jedenfalls gänzlich verschont hat.
6) Wenn ich im Winter barfuß unterwegs war, habe ich zwar stark belaufene Wege gemieden,
aber in unserem Raum kann man praktisch nicht für sich allein sein. Ich habe dabei
festgestellt, dass selbst bei niedrigen Temperaturen kaum jemand auf mein Barfußsein
reagiert hat - warum sollte es dann jetzt der Fall sein ? Insofern hat die Wintererfahrung
nicht zuletzt auch mein Selbstbewusstsein weiter gestärkt.
Ich werde im nächsten Winterhalbjahr bestimmt wieder "durchmachen".
Und es würde mich freuen, wenn ich auch durch diesen Beitrag den ein oder anderen von
Euch dazu anregen könnte. Georg
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Im Winter barfuß gehen -
Aquajeans zieht Bilanz
(Forumbeiträge seit Herbst 1999)
Hallo BarfüßlerInnen, ich habe beschlossen, diesen
Winter jedes Wochenende eine halbstündige barfüßige Wanderung zu machen.
Bisher musste
ich mir jedes Frühjahr mühsam eine neue Hornhaut zulegen; beim reinen Barfußlaufen
im
Hause verschwindet die bekanntlich. Da dies nicht so angenehm ist, habe ich mir
vorgenommen, für den Erhalt der bestehenden zu sorgen.
Letztes Jahr habe ich im Januar,
durch Forum ermuntert, einen Barfußversuch gemacht, und vermutlich mangels Abhärtung
eine solide Erkältung geholt, und dies daher bleiben gelassen. Deshalb der Vorsatz, es
dieses Jahr ab Herbst regelmäßig zu tun, mit gradueller Abhärtung und Angewöhnung
an
fallende Temperaturen. Letzten Samstag war ich unterwegs bei ca. 8°, ich kann nur sagen
noch sehr angenehm ! Bin gespannt auf wirklich kalte Tage.
Ich lege allerdings wert darauf, wegen dem "public image" nicht von Bekannten
gesehen zu werden, und habe eine Strecke über kaum begangene Waldwege ausgesucht, in der
Hoffnung, nicht "erwischt" zu werden.
In meiner Gegend (kleiner Ort, wo jeder
jeden kennt) und bei meinem Alter (40) brauche ich mit Verständnis nicht zu rechnen. Bis
bald Aquajeans
[Vorsatz, ab Herbst regelmäßig
tun
mit gradueller Abhärtung und Angewöhnung an fallende Temperaturen ... bei ca. 8° noch
sehr angenehm]
Die Regelmäßigkeit ist sicher entscheidend, um die Abwehrkräfte auf hohem Niveau zu
stabilisieren. Je kälter, desto kürzer kann man ja die Expedition machen. Bei
regelmäßiger Abhärtung entwickelt man auch das Gefühl für die eigenen Grenzen.
[wegen "public image" nicht von Bekannten gesehen werden und habe Strecke
über kaum begangene Waldwege ausgesucht ... brauche mit Verständnis nicht zu rechnen]
Nicht ganz so pessimistisch! Anfängliche Zweifel der Leute können nach meiner Erfahrung
schnell in Bewunderung umschlagen. Also keine Panik, falls Dich doch mal jemand sieht!
Dann sagst Du eben, dass Dir diese Art Kneipp - Anwendung Spaß macht und gut bekommt.
Oder Du forderst ganz frech zum Mitdiskutieren bei Hobby - Barfuß auf!!! Serfuß, Lorenz
[Und nach sehr langer Zeit habe ich mal wieder
versucht bei kalter Witterung draußen (das Aqualand hat einen großen Außenbereich) barfuß
zu laufen - HHIIIILfEEEE!!! - irgendwie kann ich für mich nicht
nachvollziehen, wie das Spaß machen kann. Thomas]
1. Frage: ist es kalt ?
Seit Anfang Oktober gehe ich jedes Wochenende hartnäckig und egal bei welchem Wetter 20 -
30 Minuten barfuß spazieren, einfach weil ich die Barfußzeit nicht mehr länger
auf den
Sommer beschränken will, und weil ich Lust drauf habe, und mir hingegen die Brandblasen
im Frühling bei den ersten Ausgängen bis zur Wiederherstellung der Hornhaut ersparen
möchte. Und die Konsequenz ? Bei progressiver Gewöhnung ist einem gar nicht mehr kalt.
Vorletztes Wochenende war ich bei 1° im Schneegestöber unterwegs. Kalt war mir ehrlich
nicht eine Sekunde an den Füßen, die aber eine gesunde, gut durchblutete Farbe hatten.
Man soll's natürlich nicht übertreiben, aber 20 Minuten sind bei progressiver
Angewöhnung für jeden gesunden Menschen drin. Ich warte allerdings mit Spannung auf den
ersten Marsch bei Minustemperaturen. Sollte dies unangenehm sein, lasse ich es bleiben,
denn Masochist bin ich bestimmt nicht.
2. Frage Was ist daran so toll ?
Vorausgesetzt, es ist einem nicht kalt, ist das Gefühl genauso toll wie im Sommer, nur
mit dem zusätzlichen Reiz des Besonderen. Ich glaube aber, dass man das Winterbarfußlaufen
im Freien auf jeden Fall schon im Herbst beginnen sollte. Wenn man im
November bei 5 ° anfängt, und die Hornhaut sich seit dem Sommer zurückgebildet hat, ist
das Experiment 1) kalt und in der freien Natur 2) schmerzhaft.
Aquajeans
Im Herbst hatte ich mir vorgenommen, über den Winter jedes
Wochenende barfuß zu laufen. Da der Frühling naht, möchte ich Bilanz
ziehen, und einige Fragen aufwerfen, die des öfteren im Forum diskutiert
werden.
Vorsatz eingehalten ?
Ja, außer an den Wochenenden, an denen ich zum
Snowboarden war.
Kalt ?
Nein, nie. Ich lief in diesem allerdings sehr milden
Winter bei Temperaturen zwischen 4° und 8°, und auch bei Schmuddelregen und
Hochwasser
Verletzungen ?
Ein paar geringfügige Kratzer an der Fußoberfläche (niedergedrückter Stacheldraht, Beerendornen beim Laufen
durchs Gelände abseits der Wege), an den Sohlen kein Problem
Dauer :
Anfangs
20 Minuten, dann 40, jetzt über eine Stunde
Peinliche Begegnungen ?
Jein !
Ich habe mich bewusst für stille Waldwege entschieden, da ich nicht
provozieren will und kann (Freiberufler in einer kleinen Stadt, schon etwas
älter) und bin von den blanken Füssen abgesehen immer korrekt gekleidet
(Jeans+ Snowbaordpulli oder Schneehemd).
Wenn ich an die Erlebnisse eines
Forumsteilnehmers diesen Winter mit der Polizei denke, war dies wohl die
klügere Entscheidung.
Anfangs trug ich immer Joggingschuhe in der Hand, um
beim Nahen eines Fußgängers diese schleunigst anzuziehen, bis meine Frau
eines Abends im Dezember beim Abendessen mehreren Freuden von meinem regelmäßigen
Wochenendexkurs erzählte, die mich nur ungläubig ansahen
(lauter Warmduscher). Ich war nicht besonders glücklich darüber, aber meine
Frau meinte nur, ich sollte zu dem stehen was ich tue. Recht hatte sie.
Von
nun an beschloss ich bei Begegnungen barfuß zu bleiben. Auf diese Art und
Weise begegnete ich einem dick vermummelten Kunden mit triefender
Schnupfennase mit Gattin und Nachwuchs (erstaunte Reaktion seinerseits, ich
erkläre ihm die Vorteile des Unterfangens in punkto Abhärtung, er ist Kunde
geblieben), sowie einem joggenden Berufskollegen (Kommentar keiner), und jeder
Menge mir unbekannter Wanderer.
Ich grüße jeden Passanten freundlich, wie
wenn nichts wäre, und glaube mittlerweile, die meisten Leute bemerken nicht
mal, ob man barfuß ist oder nicht.
Besondere Erlebnisse ?
Am Weihnachtstag
war mein Weg am Anfang der Strecke durch Hochwasser stellenweise überflutet.
Statt abzubrechen, watete ich minutenlang bis zu den Hüften durchs
Hochwasser, und erledigte den Rest des Parcours in klatschnassen Jeans. War
echt toll (!)
Resultat :
* Diesen Winter keine einzige Erkältung oder Grippe.
* Hornhaut intakt, wenn auch nicht ganz so gut wie im Sommer, wo ich nicht nur
am Wochenende außer Haus barfuß bin. Lange Strecken auf grobem Asphalt oder
durch Buchenwald (Bucheckernteppich !) sind jetzt doch etwas unangenehmer als
im Sommer, aber durchaus zu ertragen
* Kein Frust bis zum Frühling
*
Eigentlich nur Vorteile
Ratschläge für eventuelle Nachahmer :
Spätestens Ende
September beginnen, damit die Sommerhornhaut bleibt, und der Organismus sich
progressiv abhärtet. Diskrete Waldwege sind für dieses Hobby weit weg vom
"Mainstream" doch wohl besser. Aquajeans
Tolle Leistung! Chapeau bas! Gruß aus Bern Marc
Barfüßiger Snowboardlehrer. Das gibt es ! Und dies ist kein Barfuß- Winterloch- hoax! In dem kleinen Schweizer Ort, wo die Voguliese herkommt, in dem ich meine Ski- und Snowboardferien verbringe, gibt es einen Snowboardlehrer, der zwar nicht barfuß Snowboard fährt (eine geeignete Bindung ist wohl noch nicht erfunden), wohl aber außerdienstlich auch und gerade im Winter regelmäßig barfuß läuft, und unter anderem in die Präsentation seiner Schule mit der größten Selbstverständlichkeit in den Hotels barfuß macht, oder im Schnee barfuß auf der Hauptterrasse sitzt. Ich kenne den Mann nicht weiter (lerne bei der Konkurrenzschule ) und hatte daher keine Gelegenheit, mich mit ihm über seine Beweggründe zu unterhalten. Trotzdem: Hut ab vor soviel Willenskraft. Bis bald aquajeans
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