[Andreas gibt Tipps für das Barfüßern im Herbst / Winter ] [... und auch Andy] [... und Unci]

Andreas gibt Tipps für das Barfüßern im Herbst / Winter ...
(Forumbeitrag im Herbst 1998)

Tja, es ist nicht mehr zu leugnen, der Herbst ist da... und zwar leider in der recht schmuddelig - grauen Variante. Bevor der Oktober sich von seiner goldenen Seite zeigt, ist wohl erst mal Schmuddelwetter angesagt, mit Temperaturen nur noch um 10 Grad am Tag. Klingt eigentlich nach absolutem Schuhwetter, allerdings habe ich inzwischen meine persönliche Untergrenze was Barfüßern angeht auf knapp über Null herunterschrauben können.
Wie geht so was...? Nun, ein oder zwei Tipps dazu:
1.) Melkfett! Klingt zwar etwas bäuerlich, ist aber im Grunde eine der besten und günstigsten Hautcremes, die man sich vorstellen kann. Eigentlich nichts anderes als eine Fettcreme, zuweilen mit Kräuterextrakten versetzt (z.B. Ringelblume), dient diese Creme sehr gut zur Erhaltung der Hautfeuchtigkeit (gerade bei nassem Wetter, und kaltem Wind, ist die Haut stark gefährdet, was Austrocknung angeht!!). Auf einigen Dosen steht auch ausdrücklich drauf, dass Melkfett hervorragend geeignet ist als Massagecreme, zur Fußpflege und als Kälteschutz... also: wieso nicht alles kombinieren...? Bevor es barfuß 'raus in den Herbst geht, die Füße waschen, und dann 'ran mit der Creme... sorgfältig die Füße eincremen, und auch die Creme einmassieren... schon nach kurzer Zeit merke ich dabei immer ein leichtes warm-wohliges Kribbeln... ...und der Barfußtag kann beginnen. :)
2.) Warme Kleidung! Hmm, also statt Schuhen einen Extra-Pullover...?! Ja, wirklich, das hilft. Sofern die Gesamtkörpertemperatur nämlich hoch gehalten wird, ist der Temperaturverlust an den nackten Füßen in etwa vergleichbar mit dem an den Händen (ohne Handschuhe). Somit ergibt sich hier auch eine Antwort auf die 'ewige Frage': "Ist das nicht zu kalt???", die gerade in dieser Jahreszeit sehr oft an Barfüßer gestellt wird. :)
3.) Raue Oberflächen! Also, nicht gerade Gleisbettschotter (grins!), aber doch etwas rauere Oberflächen sind hervorragend geeignet, die Durchblutung der Füße richtig anzukurbeln. Und das pflanzt sich dann schell bis in die Waden fort. Ein angenehmes Kribbeln stellt sich dabei auch recht schnell ein. Alles kombiniert, dürfte für die kühlen Zeiten erst mal reichen.
Ach ja... natürlich müsst Ihr gerade bei kühlem Wetter noch verschärfter als bisher mit 'dem Blick' (TM) rechnen, also mit der Anstarrerei, mit der Barfüßer auch fast überall konfrontiert werden (wenn man mal von den klassischen Barfußländern absieht...).
In diesem Sinne, einen frohen Barfußherbst wünscht
Andreas :)

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... und auch Andy ...
(Forumbeitrag im Herbst 1998)

Als Antwort auf: Tipps für kaltes Wetter 1.) Melkfett! 2.) Warme Kleidung! 3.) Raue Oberflächen!

zu 1.) Hirschtalg geht auch sehr gut. Eignet sich besonders gut für Trips durch Wald und Wiese. Es ist zwar am Anfang etwas gewöhnungsbedürftig, aber auf Dauer sehr praktisch. Ich habe die Erfahrung gemacht, dass man eigentlich auf jedem Untergrund keine Probleme hat (Wiese, Kieswege, usw.)
zu 2.) Besonders wichtig für den Winter!!! Es kann ein echt tolles Erlebnis sein, barfuß im Schnee zu gehen ... allerdings ist die richtige, warme Bekleidung (wie von Andreas angeführt) wichtig - wenn der Körper oben herum warm gehalten wird und auch die Beine (z. b. mit Thermohosen u.dgl.) machen die niedrigen Temperaturen überhaupt nichts - da bin ich schon eine knappe halbe Stunde unterwegs gewesen ... war toll!!! (ich frage mich nur manchmal, was andere "konservative" Wanderer sagen, wenn sie die barfüßigen Spuren im Schnee sehen :-)
zu 3.) Raue Oberflächen: Von der Wiese auf den Waldweg war am Anfang für mich ein wenig Quälerei. Allerdings "trainieren" sich die Füße derart schnell, dass ich schon bald ohne Probleme und total relaxed gehen konnte - und das auf fast jedem Untergrund. Besonders interessant finde ich es irgendwie, dass es einem mehr und mehr egal wird, was die Passanten sagen, je länger man unterwegs ist. Im Gegenteil: Einige - z. b. Reiter - haben sogar besonders freundlich gegrüßt !! Von anderen wiederum bekommt man Blicke ab, die fast ein wenig neidisch sind ... Marke "der traut sich" :-)
Leider haben wir hier in Österreich offenbar viel zu wenige - oder keine (???)- Barfüßer ...
Andy

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... und Unci
(Forumbeitrag im Herbst 1998) :

1.) Melkfett!
auch wichtig, um risse zu vermeiden, ist eine glatte oberfläche (ganz abgesehen davon, dass sich diese besser anfühlt ....)
die haut an den kanten der fersen neigt bei mir dazu, trocken, rau und rissig zu werden. um eine glatte und dennoch widerstandsfähige haut zu erreichen, gibt es taugliche und untaugliche methoden. die hornhaut mit einem messer abzutrennen oder mit einer rauen feile abzurubbeln, ist nicht anzuraten. besser ist feines sandpapier (oder grobes sandpapier, um ueberschuessige hornhaut abzutragen, und feines zur nacharbeit).
in der handhabung einfacher als sandpapier (und abwaschbar, also so gut wie endlos verwendbar) ist eine hornhautfeile (etwa von der firma scholl) - nicht mit "hornhautraspel" verwechseln! auf beiden seiten hat sie eine oberflaeche wie verschieden feines sandpapier. erhaeltlich in drogeriemaerkten.
2.) Warme Kleidung!
richtig!
3.) Raue Oberflächen!
aber am besten nicht gleichzeitig - eine sehr schotterige oberflaeche ist noch-nicht-aufgewärmten füßen am anfang einer winterwanderung besser nicht zuzumuten.
ich liebe die blicke der leute, die am wintermorgen die spuren nackter füße auf einem verschneiten weg entdecken! dafür lohnt es sich, um halb sechs aufzustehen, wenn das wetter entsprechend ist ....
fluffles unci

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Das Stichwort zum aktuellen Wetter ist Abhärtung
(aus verschiedenen Forumbeiträgen im Herbst 1998)

Um sich an niedrige Temperaturen zu gewöhnen, nimm einfach eine größere Schüssel oder Wanne, wo Du mit Deinen nackten Füssen reinpasst. In diese Wanne lässt Du erst warmes Wasser einlaufen. Jetzt gehst Du barfuß in diese Wanne und lässt die Füße ca.10 Minuten darin. Anschließend nimmst Du kaltes, oder wenn Du Dich traust eiskaltes Wasser und lässt Deine Füße ca.15-20 Minuten darin. Danach mit einem Frotteetuch gut abtrocknen und barfuß aufs oder ins Bett legen. Du wirst staunen, was mit deinen nackten Füssen passiert. Wunder Dich nicht, wenn sie nach der zweiten Behandlung etwas rot aussehen, dann hast Du alles richtig gemacht, das ist das, was ich mit durchblutungsfördernd meinte. Deine Haut hat jetzt soviel Sauerstoff aufgenommen, dass sie schön rosig ist. Vielleicht probierst Du es in den nächsten Tagen allein oder mit Deiner Freundin.
Noch ein Tipp: Am besten kannst Du diese Sache machen, wenn Du dir das nächste Mal Deine Schwarzen Fußsohlen schrubbst, dann ist das Baden ja normal.
Tommy

wenn alles gut klappt, kann schnee den gleichen effekt haben :) nur so sind ausgedehnte schneewanderungen möglich, wenn erst mal die blutgefäße daran gewöhnt werden, genug wärme zu liefern!
unci

Das Stichwort zum aktuellen Wetter ist Abhärtung.
Wie es schon Pfarrer Sebastian Kneipp vor mehr als 100 Jahren beschrieben hat.
Tipp zur Abhärtung, beim Duschen am Schluss 2 - 3 Minuten die Füße kalt gießen und danach warme Socken anziehen.
Draußen erst nur kurz barfußgehen , 3-5 Minuten, dann warme und wichtig weite Schuhe anziehen. Langsam
aber stetig die Zeitdauer steigern.
So trainiert kann man oder frau auch im Winter um 0°C noch bequem auf dem Kriegspfad der Blackfeet wandern.
Marc

[ Könnt Ihr mir vielleicht ein paar Tipps geben? An diesem Wochenende soll es bei uns (ich wohne in Ulmen in der Eifel) schneien und ich würde die Gelegenheit gerne mal nutzen, mal keine Stiefel Abdrücke im Schnee zu hinterlassen Tipps geben? An diesem Wochenende soll es bei uns (ich wohne in Ulmen in der Eifel) schneien und ich würde die Gelegenheit gerne mal nutzen, mal keine Stiefel Abdrücke im Schnee zu hinterlassen.]
Mein Tipp wäre: ziehe die Schuhe an, sobald es unangenehm wird. Ich habe erst letzten Winter mit dem barfüßigen Schneelaufen angefangen und gerade eine Minute ausgehalten. Inzwischen gehen vier Minuten, dann sind bei mir die Zehen steifgefroren und tun weh. Ich denke, man soll aufhören, sobald man sich dabei nicht mehr wohlfühlt.
Offenbar tritt die Gewöhnung an Kälte im Lauf von Monaten und Jahren ein -- eine Dreiviertelstunde hätte ich auch an einem warmen Januartage früher nicht barfuß laufen können. Einige Forumsteilnehmer sind da schon weiter -- aber die härten sich auch schon seit längerer Zeit ab. Warme Füße, Lorenz

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