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[Jörg und Bruder wirkten als Vorbilder] |
[Kurztripp nach Dänemark] |
Jörg (Hanna) und sein
Bruder wirkten als willkommene Vorbilder
(zusammengefasst aus verschiedenen Forumbeiträgen im Winter 1998/99)
Hallo miteinander, nach der vielen Theorie kommt nun endlich mal eine
Barfuß - Anekdote von mir.
Sie liegt schon ein paar Jahre zurück und handelt von "unfreiwilligen"
barfüßigen Vorbildern, die mein Bruder und ich mal waren.
Das war am ersten sehr warmen Aprilwochenende 1996, als mein Bruder bei mir zu Besuch war
und wir auf den Herzogstand gewandert sind. Das ist ein Berg vor den Toren Münchens, der
neben einem herrlichen Blick aufs Alpenvorland auch einen einfachen und auch mit
Turnschuhen noch gut zu begehenden Aufstieg bietet. Mangels Bergwanderschuhen haben wir
ihn auch in T-Shirt, langer Jeans und mit Turnschuhen bestiegen. Oben war's immer noch
sehr warm, allerdings lag noch von Skifahrern festgewalzter Schnee, den wir als Rutschbahn
benutzten.
Die Folge war neben einem schnellen Abstieg klatschnasse Schuhe, so dass
wir barfuß nach
Hause fuhren (im Auto). Auf dem Heimweg hielten wir dann in der Nähe einer Eisdiele, die
ziemlich gut besucht war. Mein Bruder läuft zwar normal nie barfuß, nichtmal zuhause,
aufgrund der nassen Schuhe hatte er aber keine große Wahl, außerdem kratzt ihn in
solchen Fällen anderer Leute Meinung noch weniger als mich. Vielleicht liegt es auch
daran, dass er eben kein typischer Barfußläufer ist und sich daher gar nicht erst
Gedanken darüber macht, was denn andere Leute denken könnten.
An einem Tisch zur Straße hin saß ein sehr junges Pärchen (ca. 15 - 17 Jahre), beide
barfüßig, der Junge mit sichtlichem Unbehagen. Als wir an den
beiden vorbeiliefen, sagte seine Freundin zu ihm: "Siehst Du, die laufen auch
barfuß, ist doch gar nichts dabei!"
Offensichtlich hatten sie bereits vorher über das Barfußlaufen diskutiert und dem Jungen schien es peinlich zu sein. Ob wir daran was
ändern konnten, weiß ich natürlich nicht, zumal es auch ein extrem seltener Zufall ist,
wenn gleich drei barfüßige Jungs an der Eisdiele aufkreuzen. Und das auch noch an einem
Tag, an dem es zwar warm, aber nicht gerade heiß war.
Immerhin waren wir für das Mädel willkommene Rückendeckung. ...
Barfuß auf der Benediktenwand. Allen mitlesenden Nichtoberbayern sei gesagt, dass
die
Benediktenwand einer der Berge ist, die man auf den kitschigen Föhn-Postkarten von
München sieht. Ich war letztes Jahr an einem warmen Herbsttag (allerdings mit Schuhen)
das letzte Mal da oben und beim Abstieg ist mir auf Höhe der Tutzinger Hütte eine Gruppe Wanderer entgegengekommen, zwei davon barfuß.
Ich habe damals wirklich geglaubt, die beiden hätten sich Blasen gelaufen oder sonstige
Schuh-Probleme und eine entsprechende Bemerkung gemacht, die mit Gebrummel quittiert
wurde. Zu dem Zeitpunkt sind die meisten schon bergab gegangen und den Barfüßern
entgegengelaufen, wahrscheinlich mit ähnlichen Kommentaren.
Barfuß in den Bergen fällt auch in Bayern auf, zumal man auf den engen, steilen Wegen
schon genauer auf den Weg achten muss und daher sowieso zuerst die Füße des
Gegenverkehrs sieht. Lustig hat sich allerdings keiner gemacht, Kopfschütteln war die
typische Reaktion. Wochen später habe ich dann in der Zeitung von dem Mann
gelesen, der ständig barfuß auf die Zugspitze wandert und bin da erst auf die Idee
gekommen, dass die beiden damals mit voller Absicht barfuß unterwegs waren.
Hätte ich damals dieses Forum schon gekannt (bzw. hätte es es überhaupt schon gegeben),
wäre ich wohl gleich schlauer gewesen.
Die Strafe für die "Lästerei" folgte übrigens im wahrsten Sinne auf dem
Fuße. Im Tal hatte *ich* dann nämlich Blasen (irgendwie war die Socken- Schuhe- Kombination
nicht so glücklich) und bin daher noch so rund 2 bis 3 km
barfuß bis zum Parkplatz weitergelaufen - ohne aufzufallen. Seitdem nenne ich ein Paar
vernünftige Bergwanderschuhe mein eigen (Hilfe, ich mutiere zum Bayern!), denn einen
8-Stunden-Marsch über die Berge würde ich barfuß vermutlich nicht überleben.
Auf der anderen Seite wäre ein kleiner barfüßiger "Spaziergang" auf einen
kleineren Berg mal einen Versuch wert, zumal meine Freundin dann wohl (beschuht) Schritt
halten könnte und wir so beide was vom Bergwandern hätten.
Gibt's Vorschläge aus Penzberg? Ich bevorzuge
allerdings die warme Jahreszeit...
In Erwartung der ersten warmen Apriltage, Euer Jörg
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Kurztripp nach Dänemark
(Forumbeiträge im Sommer 2000)
Hallo zusammen, ich habe zwei Wochen Urlaub hinter
mir, von denen ich mit meiner Freundin eine Woche in Dänemark in der Region
Arhus (zweitgrößte dän. Stadt, Ostsee) bei einer alten Studienkollegin
verbracht habe.
Um es vorweg zu nehmen: Außerhalb der Strände habe ich mit
einer Ausnahme leider nicht einen einzigen Barfüßer gesehen (das Wetter war
eher wechselhaft). Im Gegenteil: Selbst am Strand waren viele beschuht und sogar
mit Socken in Sandalen (hauptsächlich Ossis) unterwegs!
In Arhus bin ich zwar
auch nur beschuht rumgelaufen (In Großstädten laufe ich in der Regel nie
barfuß), aber in der sehr schönen Kleinstadt Ebeltoft mit dem gut erhaltenen
mittelalterlichen Stadtbild bin ich tagsüber barfuß gelaufen. Aufgrund der
großen und groben Pflastersteine ist das nicht ganz so einfach (man muss jeden
Schritt bewusst setzen), aber dennoch sehr angenehm.
Die Leute haben allerdings
schon kritischer geschaut, als ich das von Bayern gewohnt bin, wobei die meisten
Touristen aus Nord- und Ostdeutschland waren (den KFZ - Kennzeichen auf den
Parkplätzen nach zu urteilen). Ein Indiz für das hier schon oft diskutierte
Süd- Nord- Gefälle der Barfußakzeptanz?
Kommentare gab's keine - ich hätte ja
auch ein Däne sein können (wobei die da oben alle Deutsch verstehen). In den
Geschäften gibt's übrigens barfuß keinerlei Probleme.
In Randers haben wir
das Regenwaldcenter besucht. Dabei handelt es sich um einen Miniaturregenwald
mit entsprechenden Tieren wie Schlangen, Krokodilen etc. (hat wohl auch eine
Homepage) unter zwei großen Glaskuppeln mit Temperaturen von 25 - 30 °C bei
entsprechender Luftfeuchtigkeit. Also ideale Barfußbedingungen.
Da ich aber die
Beschaffenheit der Wege nicht kannte, bin ich mit Schuhen rein. Schade
eigentlich, denn der ganze Weg ist geteert und prompt haben wir auch einen
Barfüßer (ca. 40 Jahre, männlich, Deutscher) gesehen. Allerdings war es mir
zu blöd, die ganze Zeit meine Schuhe zu tragen, bin daher beschuht
weitergelaufen.
Anschließend wollten wir uns noch Randers ansehen - und prompt
fing es noch am Parkplatz tierisch an zu schütten. Temperatur um die 18°C,
für Regen in Dänemark also erstaunlich warm. Also haben wir Regenjacken
angezogen und ich vorsichtig den Vorschlag gemacht, barfuß zu laufen, um die
nicht wasserfesten Schuhe zu schonen und für später trockenes Schuhwerk zu
haben (vor allem für sie, nicht für mich).
Das sieht zugegeben etwas doof aus,
wäre aber nicht nur spaßig sondern auch noch höchstpraktisch gewesen.
Allerdings hat sich meine Freundin energisch zur Wehr gesetzt. Bei schönem
Wetter akzeptiert sie meinen "Barfußtick" zwar mittlerweile
kommentarlos, aber nun wurde es ihr doch zu peinlich ("Du wirst doch
nicht... !!?"). Also habe ich mit Hintergedanken auf das zu Erwartende
klein beigegeben.
Das Ergebnis nach rund 2 Stunden im strömenden Regen: Die
Hosenbeine ab Mitte Oberschenkel abwärts (wo die Regenjacken aufhören) waren
triefend nass, die Schuhe vollkommen durchnässt, und die Füße ebenso. Es hat
ca. 2 Tage gedauert, bis die Schuhe wieder tragbar waren und ich habe oft genug
mit Schadenfreude auf meinen Vorschlag hingewiesen.
Positiver Nebeneffekt: Es
hat seither keine Diskussion um meine Barfüßigkeit mehr gegeben!
Zu einer
Barfußläuferin werde ich meine Freundin zwar sicher nicht so schnell
"bekehren" können, aber solche Geschichten sind eine prima
Argumentationshilfe und Ersticken zukünftige Diskussionen im Keim.
Die Dänen
lösen das Problem übrigens indem sie barfuß in Sandalen laufen, die trocknen
schneller. Ich ziehe allerdings prinzipiell keine Sandalen
an.
Auf dem Rückweg
haben wir in Husum Halt gemacht und am alten (?) Hafen in einem der vielen
Fischrestaurants draußen etwas gegessen. Das Wetter war mit gut 20°C und
Sonnenschein eigentlich barfußfreundlich, trotzdem war es außer mir leider
niemand. Dafür haben die Leute ziemlich doof geglotzt; Barfußlaufen ist in
Südbayern wohl wirklich weniger auffällig. Zudem liegen da doch eine Menge
Glassplitter rum und ich habe mich prompt geschnitten - in den Finger! Ein Mini
- Splitter hatte sich in meine Ferse gebohrt und ich hatte instinktiv danach
gegriffen. Die Folge war ein blutender Finger. Die Ferse ist übrigens
unversehrt geblieben.
Jetzt freue ich mich allerdings erst mal über das schöne
warme Wetter in Bayern, denn auch hier gilt nach wie vor: Die Barfußakzeptanz
wächst mit Temperatur und Sonnenscheindauer.
Serfuß, Jörg (Hanna)
Argumentationshilfe zu Schuhe im Unwetter: Als ich noch nicht barfuß lief kam ich mal mit schönen Sommerschuhen in ein Unwetter. Dauer etwa 10 Minuten ohne Möglichkeit in einem Hauseingang Zuflucht zu suchen. Die Treter waren nach dem Trocknen hart wie Knochen und ich konnte sie wegwerfen ... heiko
Ich habe das einmal so gemacht beim Regen, dass ich nicht etwa eine
Regenjacke und vielleicht auch noch eine Regenhose ANGEZOGEN hätte sondern ich
habe mir vielmehr mein Leiberl AUSGEZOGEN (es war zugegeben über 20°), das war
ein echt gutes Gefühl den Regen so direkt zu spüren und nachher war ich in
weniger als 20 Minuten wieder trocken, sogar meine Haare!
Ich würde also sagen,
bei Temperaturen um die 20° braucht man eigentlich gar keinen Regenschutz! Na,
und Schuhe sowieso nicht! ;o) Schöne Füße Robert (13. 7. 1973, Wien)
Hi Robert, die Temperaturen gingen im Regen schnell auf 15°C runter,
außerdem weht an der Küste ein frischer Wind. Das ist dann doch nicht so ganz
mit einem österreichischen oder süddeutschen Sommerregen vergleichbar.
Und
oben ohne durch eine mittelgroße Stadt zu laufen, ist nicht ganz so mein Ding
(und das meiner Freundin schon gar nicht ;-)
Ansonsten laufen wir hier schon mal
ganz gern wie von Dir beschrieben durch den Sommerregen, zumal wir beide stark
heuschnupfengeplagt sind und der Regen so eine besondere Bedeutung hat. Ich habe
auch festgestellt, dass es offensichtlich doch eine Menge Menschen gibt, die
gerne durch warmen Regen laufen (ohne Schirm), aber offensichtlich gilt das als
genauso "kindlich und unerwachsen" wie das Barfußlaufen. Wäre
vielleicht ein Thema für ein neues Forum :-)
Serfuß, Jörg (Hanna)
Wundert mich fast ein wenig, da gerade bei den von Dir so nett Ossis
genannten Leuten aus den ´neuen´ Bundesländern bin ich im großen und Ganzen
einiges an Toleranz gewohnt. Schließlich hat Freizügigkeit ob FKK oder barfuß
dort Tradition, anders wie im christlich verklemmten Westen.
Auch die Dänen
kenne ich - hab Verwandte im Norden Dänemarks - als sehr tolerant, wenn auch
nicht unbedingt deutschliebend. Gruß Joe
Das stimmt, die Skandinavier sind in der
Regel alle sehr tolerant.
Ich bin ja auch nicht auf Intoleranz gestoßen, mir
ist nur aufgefallen, dass Touris und (zumeist dänische) Jugendliche einem
Barfußläufer mehr Aufmerksamkeit widmen (d.h. stärker glotzen), als ich das
aus Bayern gewohnt bin. Die gleiche Erfahrung habe ich dann in Husum gemacht.
Ob
die glotzenden Touris alle aus Nord- oder Ostdeutschland kamen, weiß ich nicht,
den Autos nach spricht allerdings vieles dafür.
Dass Barfuß im Osten Tradition
haben soll, widerspricht allerdings diversen Postings von dort, zumindest
scheint von dieser Tradition wenig übriggeblieben zu sein. Serfuß, Jörg
(Hanna)
Nachdem ich in den Osten ausgewandert bin und auch vorher schon meine
Beobachtungen gemacht habe, obwohl ich da selber mit barfuß nichts am Hut hatte
und mich aufs beobachten beschränkt hatte.
FKK ist hier kein Problem; auch
Sauna etc. nackt ist kein Problem. Hier ist es in Bayern schwieriger. Da habe
ich schon viele Leute mit Badeanzug und Badehose in der Sauna getroffen.
Mit
Barfuß ist es umgekehrt. Normalerweise sind hier im Osten männliche Wesen in
Socken und Sandalen unterwegs (spezielle Sorte alter DDR - Sandalen). Auch bei
meinen Besuchen damals hatte ich beobachtet, dass Kinder zwar barfuß spielen,
aber beim Weg in die Stadt waren grundsätzlich Schuhe anzuziehen.
Verständlich
ist das aber auch. Wer schon mal barfuß über ein noch nicht saniertes altes
DDR-Pflaster gelaufen ist, weiß, dass dies alles andere als angenehm ist, und
vor allem in kleinen Orten oder in den Stadtteilen, wo keine Touris hinkommen, ist
so was durchaus noch zu finden. Lothar
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