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Haralds
barfüßiger Frühjahrsausflug in den Bayerischen und Böhmerwald
(Forumbeitrag im Frühling 2000)
Gerade komme ich von einer tollen Reise an diesem verlängerten Wochenende
zurück. Ich bin mit Freunden über das Wald- und Mühlviertel zum Nationalpark
Bayerischer Wald gefahren und dann über Tschechien wieder zurück. Es war
ziemlich weite Autofahrerei (auf die ich nicht so stehe), aber doch ein
schönes Erlebnis. Und jede Menge Gelegenheit zum barfuß gehen.
Meine erste
Barfußwanderung habe ich beim Besucherzentrum und bei den Tiergehegen des
Nationalparks Bayerischer Wald unternommen. Dabei sind die Schuhe gleich im Auto
geblieben. Der Weg bestand grundsätzlich aus Schotter und ich war richtig
stolz, auch schon mit diesem Untergrund gut zurechtzukommen. Gegen Ende haben
mir dann die Füße aber doch wehgetan. Eigentlich ist es mir schon ein wenig
schleierhaft, warum ein Wanderweg in einem Nationalpark fein säuberlich
geschottert sein muss.
Am nächsten Tag haben wir eine größere Tour auf den
Rachel unternommen. Es war gleich in der Früh angenehm warm, sodass ich gleich
meine abgeschnittenen Jeans angezogen habe. Wegen meiner Erfahrungen am Vortag
habe ich doch meine Treckingsandalen angezogen, als wir mit dem Bus zum
Ausgangspunkt unseres Weges gefahren sind. Ich war aber fest entschlossen,
meinen Füssen ihre Freiheit zu gönnen, und gleich beim Aussteigen aus dem Bus
sollten sie sie bekommen. Die Sandalen sind in meinem Rucksack verstaut worden
und dort den Rest des Tages geblieben.
Der Weg war für mich zum Barfußgehen
total angenehm. Die Steine sind großteils abgerundet, lange Strecken geht man
auf Fichtennadeln oder Laub. Witzigerweise fordern einige der zahlreichen Tafeln
des Nationalparks die Wanderer auf, festes Schuhwerk zu tragen. Das konnte ich
natürlich nicht respektieren ...
Reaktionen von Wanderern gab es sehr wenige.
Wenn doch, dann häufig nach folgendem Muster: Kritische bis böse Blicke von
älteren Männern, die ausgerüstet mit schweren Bergschuhen und Teleskopstöcken
tapfer in die Wildnis vordringen. Freundliches Lächeln bis
Grinsen eher von jüngeren Frauen. Ein Kommentar dann von einer Frau im mittleren
Alter: "Das muss doch furchtbar weh tun" Ich: "Nein, das ist
total angenehm" "Wie oft haben Sie schon blutige Zehen gehabt"
"Seltener als Blasen in Schuhen".
Ganz nett waren dann zwei ältere
Damen auf Busausflug bei der Racheldiensthütte, die mich ganz freundlich auf
meine nackten Füße angesprochen haben. Eine konnte offenbar aus Erfahrung
berichten, wie angenehm das Laub mit bloßen Füssen ist.
Eine (ziemlich kühle)
Nacht haben wir dann am Campingplatz an der Vydra im Böhmerwald verbracht. Hier
gab es Gelegenheit, barfuß im Fluss herumzuwaten. Wenigstens dabei war ich
nicht der einzige ohne Schuhe an den Füssen.
Am Rückweg haben wir dann auch
noch eine Stadtbesichtigung in Cesky Krumlov unternommen. Auch das habe ich mir
natürlich barfuß gegeben. Das Pflaster in dieser Stadt ist zwar ein wenig
anspruchsvoll, aber ich finde, dass ich die Stadt so einfach intensiver erlebt
habe. Cesky Krumlov ist übrigens auf jeden Fall sehenswert, auch wenn schon ein
bisschen viel Touristen hinkommen.
Jetzt bin ich schon ziemlich müde, aber
glücklich über dieses hautnahe Naturerlebnis an diesem Wochenende. Nächste
Woche gibt's ja schon wieder ein langes Wochenende und ich plane schon wieder
...
Harald
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Harald
genießt barfuß den Wiener Frühling
(Forumberichte im Frühling 2001)
Heute war in Wien
ein total warmer verfrühter Frühlingstag! Echt angenehm, gerade auch für mich
nach meiner Reise in den Süden.
Um 2 Uhr nachmittags habe ich es dann nicht mehr vor dem Computer beim Schreiben
mehr oder weniger wissenschaftlicher Berichte ausgehalten. Ein paar Vorteile
soll die Arbeit als Freiberufler halt doch haben ...
Ich konnte es einfach nicht lassen, musste mich und v.a. meine Füße der Sonne
und der Wärme aussetzen. Ich bin dann zuerst mit dem Auto in die Lobau
gefahren. Die Schuhe blieben im Auto und ich brach zu einem Spaziergang in der
Umgebung der Dechantlacke auf. In einer Gegend, in der schon ein paar Leute
nackt in der Sonne liegen, fällt man auch barfuß nicht sonderlich auf.
Und ich mag die Lobau. Dichter Auwald, savannenartige Wiesenflächen und
wunderschöne alte Donauarme in einem Nationalpark, mit dem Auto in 10 Minuten
von meiner Wiener Wohnung zu erreichen. (Mit Öffis dauert es leider fast eine
Stunde.)
Witzig war ein ziemlich ausgeflippt ausschauendes junges Paar. Die beiden haben
es schon gewagt, kurz in der "Lacke" (wienerisch für Teich) baden zu
gehen. Ich hab's mir auch überlegt, es aber dann doch bleiben lassen. Das
Wasser ist natürlich noch eiskalt, trotz des milden Winters. Ich bin nur bis zu
den Knien hineingewatet. Nachher haben die beiden diskutiert, ob es schon warm
genug sei, um barfuß zu gehen. Das Mädchen hat gemeint, sie wolle eigentlich
keine Schuhe anziehen, aber es sei ihr noch zu kühl. Tja, mein
Temperaturempfinden scheint ein wenig anders zu funktionieren. Zumindest in der
Sonne hab ich den Boden unter meinen nackten Füssen voll angenehm gefunden. Und
die Lobau bietet den Füssen reiche Kontraste: runder Donauschotter, feines
trockenes sandiges Material, Waldboden, feuchte Stellen auf Wegen durch das
Schilf, ...
In der Stadt zurück musste ich noch einkaufen gehen. Natürlich hatte ich noch
immer keine Lust auf Schuhe. Am Weg zum Supermarkt war ich echt gespannt, wie
die Leute um diese Jahreszeit auf meine Füße starren. Doch ich sollte überrascht
werden: kaum irgendeine Reaktion! Ein älteres Paar begann sogar an der
Supermarktkassa mit mir zu plaudern, ohne meine Füße auch nur zu erwähnen.
Ich staune ...
Wenn das so weiter geht, wird das DIE Barfußsaison meines Lebens. Habe ich mir
jedenfalls fest vorgenommen. Es gehört für mich zu den schönsten Dingen im
Leben, meine Barfußaktivitäten von Jahr zu Jahr zu steigern. Wo das noch hinführen
wird?
Übrigens, weil hier in der letzten Zeit mehrere Leute aus Wien geschrieben
haben: ein Wiener Barfußtreffen im Frühjahr wäre echt nett. Leider bin ich
immer einer mit zu wenig Zeit, aber heuer sollten wir es schon schaffen.
Ciao und bis bald! Harald
Ich hab's gestern auch nicht so lange wie sonst
im Büro ausgehalten! Bin zwar im Bundesdienst im Staatsarchiv, aber ich hab'
mir ausnahmsweise mal am Montag eine Bankstunde genommen, also wie gesagt bin
ich um 2 abgedüst mit den Öffis von Erdberg nach Inzersdorf Lokalbahn, von
dort bin ich dann gleich barfuß mal entlang der Liesing spaziert, weil zum
Joggen war's fast schon zu warm, dann bin ich beim Interspar in Alterlaa
einkaufen gewesen, wo ich auf der Suche nach gewissen Angeboten war, zuerst mal
hat ein Angestellter verwundert auf meine Füße geschaut, nach einer Weile
hatte ich eine Frage an eine Angestellte, die auch in der Nähe war und sie hat
mir freundlich Auskunft gegeben und nicht wegen meinen Füßen gefragt, auch hat
fast niemand was darüber gesagt. Nur vorher beim Eingang 3 Mädels, die haben
nachher gekichert, aber das ist eh normal! *g*
Bin dann jedenfalls in noch ein Geschäft einkaufen gegangen, schon ziemlich
nahe bei mir daheim, um Mineralwasser zu kaufen. Und die letzten paar Schritte
vor meiner Wohnung waren dann relativ viel Leute, und da hat schon das eine oder
andere Kind gesagt, dass ich halt barfuß gehe.
Aber je öfter und konsequenter ich so gehen werde, desto weniger wird das ein
Thema sein, über das viel gelabert wird, weil sich die Leute dann daran gewöhnen
werden. Das Schönste wäre für mich, wenn ich in den nächsten Sommern immer
mehr Barfüßer treffen würde!
Schöne Füße Robert (Wien)
Nach langem Warten gibt es also tatsächlich
ein bisschen Frühling draußen. Ich könnte noch mehr davon gebrauchen, aber
ich will ja zufrieden sein mit dem, was es gibt.
Nach einem Barfußspaziergang vor etwa 1 1/2 Monaten war mir in der letzten Zeit
dann überhaupt nicht danach zumute, die Schuhe auch außerhalb geschlossener
Gebäude auszuziehen. Heute war es dann endlich wieder soweit. Am späten
Nachmittag war ich wieder in der Lobau, um endlich Sonne zu tanken. Die Schuhe
habe ich im Auto gelassen. An der Dechantlacke war es warm genug, um eine
Zeitlang ganz nackt in der Sonne zu liegen und die Wärme auf der Haut zu spüren.
Dann sind wieder ein paar Wolken vorbeigezogen, spazieren gehen mit Sweatshirts
und Jeans, aber barfuß war jedoch sehr angenehm.
Trotz der langen Kälte haben die Bäume schon Blätter und die Orchideen blühen
auf den Wiesen in der Au. Die Donauauen sind ja schließlich eines der ersten
Gebiete im Land, wo der Frühling Einzug hält.
Ich hab eh schon einmal geschrieben, dass ich die Lobau für barfüßige
Spaziergänge ganz besonders schätze. Wenn's richtig sommerlich wird, sogar zum
Spazieren gehen und Baden "barfuß bis zur Nasenspitze" ... ;-)
Aber abgesehen von meiner Leidenschaft für hautnahes Naturerlebnis ist es auch
einfach so eine tolle Gegend, Wildnis am Stadtrand sozusagen. Inmitten des
dichten Auwaldes gibt es trockene Wiesen auf kargen Schotterrücken, mit ein
paar dürren Bäumen sehen die so aus wie man sich Savanne vorstellt. Man würde
sich nicht wundern, wenn gleich eine Giraffe um die nächste Ecke käme. (Tatsächlich
wurden in früheren Zeiten Szenen afrikanischer Tierfilme hier gedreht...)
Im Gegensatz zu Sommerwochenenden waren heute echt wenig Leute unterwegs. Am
Abend ist es dann aber doch wieder kühl geworden (erst ein bisschen Frühling
eben), und ich hab mir zu einem Treffen mit Freunden in der Stadt dann doch
Turnschuhe und Lederjacke angezogen. Barfuß mit Jacke oder auch Flipflops zur
Jacke passt irgendwie für mich noch nicht so ganz zusammen, obwohl es vom Wärmeempfinden
und Körpergefühl her wahrscheinlich schon okay wäre.
Soll ich da mutiger werden? Oder wirkt es einfach zu lächerlich?
Jetzt wieder zuhause merke ich gerade, dass ich von meinem Spaziergang noch
ziemlich schmutzige Fußsohlen habe. Es geht wieder los! Der Sommer ist einfach
die Zeit der schmutzigen Füße, und irgendwie mag ich das.
Übrigens, nächstes Wochenende gibt es in der Wiener Stadthalle wieder ein
afrikanisches Kulturfestival. Wohl eine super Gelegenheit zum barfüßigen
Tanzen ... Bevor ich noch zusammenhangloser vor mich hinschwafle, gehe ich jetzt
lieber schlafen.
Liebe barfüßige Grüße und gute Nacht!
Harald [am 24. 04. 2001]
Barfuß gärtnern
Hallo Freunde! Der Start in die barfüßige Jahreszeit fällt mir oft gar nicht
so leicht. Am Samstag wollte ich schon zu einer Barfußwanderung aufbrechen, hab
aber vor der Türe noch einmal kehrt gemacht und doch Schuhe angezogen. Am
Stadtrand dann die Schuhe ausgezogen, eine Zeitlang barfuß gegangen, dann doch
wieder angezogen. Irgendwie hatte ich die "Ausrede", dass es noch
nicht warm genug war.
Okay, es war noch nicht sommerlich wie jetzt, ich konnte noch einen Pullover
gebrauchen, aber meinen Füssen war ja gar nicht kalt. Später doch wieder ein
Stück barfuß, zurück in der Straßenbahn wieder beschuht. Auch am Abend mit
Schuhen weggegangen. Auch am Sonntag und gestern nur ab und zu ein bisschen
barfuß unterwegs.
Irgendwie ist es jedes Jahr das gleiche: Ich brauche einige Zeit, bis mich der
Barfußenthusiasmus so richtig packt. Zuerst schwanke ich hin und her, denke
mir, vielleicht gehe ich ja heuer doch nicht so viel barfuß, nur ab und zu
halt. Doch bald kommt DER Barfußtag, und ich kann nicht mehr genug kriegen.
Dann bin ich wieder "verrückt" genug, gleich ohne Schuhe wegzugehen.
Dann träume ich von neuen "Barfußrekorden" : Meine 3 barfüßigen
Wochen in Neuseeland würde ich diesen Sommer schon ganz gerne übertreffen.
Heute war es soweit, der erste Tag ganz ohne Schuhe in diesem Frühling!!! Am
Vormittag war ich beim "Pflanzentausch" in Schiltern. Diese
Veranstaltung des Vereines "Arche Noah", der sich um die Erhaltung der
Sortenvielfalt traditioneller Kulturpflanzen bemüht, ist so etwas wie das
gesellschaftliche Ereignis der ostösterreichischen Hobbygärtner am 1. Mai. Ich
treffe dort immer ganz viele alte Bekannte von meinem Landwirtschaftsstudium.
Und bei so warmem Wetter macht es voll Spaß, in dem Schlosspark, wo das
stattfindet, barfuß und in Shorts zu sein.
Übrigens habe ich dort heute keinen einzigem Kommentar zu meinen nackten Füssen
bekommen. Und ich war auch nicht der einzige dort.
Am Nachmittag ging ich dann daran, die neu erstandenen Gemüsepflänzchen in
meinen Garten zu setzen. Barfüßig gärtnern ist einfach genial! Wie gut sich
Erde zwischen den Zehen anfühlt, Gras unter den Sohlen. Ein bisschen Wasser
nicht nur zu den Pflanzen, sondern auch auf die Füße ... Wer von Euch liebt
auch diese Freizeitbeschäftigung, die so gut zu nackten Füssen passt?
Wenn ich schon dabei bin, ein langes Posting zu schreiben: eine meine schönsten
Barfußerinnerungen verbinde ich mit Zeiten, wo ich
praktisch-landwirtschaftliches gearbeitet habe. D.h. ein Sommer
"Praxis" am Bauernhof, und in einem anderen Jahr ein paar Wochen auf
einer Alm in der Schweiz. Wiesen, Äcker, Gärten, Dachböden mit Heu, Stroh und
Getreide und auch Ställe (sorry, wenn's einer eklig findet, ich jedenfalls
nicht) sind ohne Schuhe einfach toll.
Meine Landwirtschaftspraxis war die erste Zeit in meinem Leben, wo ich tagelang
nur barfuß war. Ich habe mir damals nicht viel Gedanken über das ganze
gemacht, die Schuhe halt immer ausgezogen, wenn es gerade angenehm war, und dann
oft den ganzen Tag nicht mehr angezogen. Am Abend ging's dann barfuß zum Baden
im nahen Stausee. Es war ein ganz toller Sommer, 1992 im Waldviertel.
So, jetzt startet also wieder ein möglichst barfüßiger Sommer. Was ist
morgen? Na ja, ganz barfuß wird nicht gehen, dazu habe ich einen zu
"offiziellen" Termin. Aber mit Sandalen ohne Socken müsste es schon
gehen. Und auf der Straße und im Zug kann ich die ja ganz einfach in den
Rucksack packen. Kurze oder lange Hose, das muss ich mir noch überlegen.
Ich hab ja eh ziemliches Glück mit meinem Job, was Bekleidungserwartungen
angeht.
Liebe Grüße an einem tollen Abend!
Euer Harald [01. 05. 2001]
Hi Harald! ein Super-Beitrag, mit dem Du die
"Barfuß- Bewegung" unter den Aspekten von Körpergefühl, Mut,
Selbstdarstellung und Freude am eigenen Körper beleuchtest und an die
Ehrlichkeit zu sich selbst appellierst.
Grüße aus Hamburg: Alexander (HH)
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