Hatte Barfußlaufen Einfluss
auf die Ausbildung menschlicher Intelligenz ?
(Forumbeiträge im Winter 1999 / 2000)
Hochinteressante These : Barfußlaufen
entwickelte das menschliche Gehirn
Hallo Forum, diese Auffassung vertritt
jedenfalls der Autor Urs Gerig !
"Von allen unseren Körperteilen werden
die Füße am meisten gebraucht, aber am schlechtesten behandelt."
Mit
dieser vielfach sicher recht zutreffenden Problembeschreibung beginnt der
Schweizer Walking - Instruktor in seinem Buch "Richtig Walking" ein
Kapitel über "Barfußlaufen - die natürlichste
Fußreflexzonenmassage". Aus diesem entnehme ich hier einige Auszüge :
"Der Fuß besteht aus 28 Knochen und 32 Gelenken und hat wie die
Wirbelsäule einen unmittelbaren Einfluss auf unsere gesamte Körperhaltung.
Vergleichbar mit einer kräftigen und .beweglichen Wirbelsäule hat auch eine
trainierte Fußmuskulatur positive Auswirkungen auf die Haltung und die
Bewegungen. [...] Die beste Möglichkeit, die Beweglichkeit und
Funktionsfähigkeit der Füße zu fördern, ist das Barfußlaufen auf einer
Wiese oder im Sand. Das Gehen auf weichem Untergrund hält den Fuß beweglich,
kräftigt die Fuß- und Unterschenkelmuskeln und hilft Fußschäden
vorzubeugen."
Diesen einleitenden Feststellungen folgt nunmehr ein Teil
über die Reflexzonen des Fußes und deren Stimulation :
"Barfußgehen im
Gras ist ein zwar ungewohntes, aber wunderbares Erlebnis und eine gute sowie
kostenlose Reflexzonenmassage. In der Fußreflexzonentherapie geht man davon
aus, dass sich der ganze Körper mit all seinen Funktionen auf den Fußsohlen
widerspiegelt. Die einzelnen Zonen stehen in direkter Verbindung mit den
entsprechenden Regionen des Körpers."
Der Autor - selbst Sportmasseur -
hebt die Wirksamkeit dieses Systems hervor :
"Als der Mensch noch ohne
feste Schuhsohlen unterwegs war, erfüllten die Reflexzonen der Füße die
Aufgabe eines Selbstheilungssystems. Durch den Druckreiz von Steinen und Wurzeln
wurde die Durchblutung in den korrespondierenden Regionen gefördert, und die
körpereigenen Heilungskräfte wurden angeregt. Mit der Entwicklung zum
Büromenschen und der Verbetonierung von Wiesen und Wäldern hat dieses
Heilsystem seine Wirkung immer mehr verloren."
Und dann kommt er an die
Stelle, auf die sich die Überschrift bezieht :
"Keine Tiergattung außer
dem Affen besitzt ähnliche Hände und Füße wie der Mensch. So mag gerade das
Sichaufrichten auf zwei Beine mit derart gestalteten Füßen der Ursprung für
die Entwicklung des Gehirns sein: Dadurch, dass das ganze Körpergewicht
plötzlich über die Fußsohlen auf den Boden drückte, wurden auch die
Reflexzonen stärker stimuliert und' mehr Reflexreize ins Gehirn transportiert.
Von diesem Zeitpunkt an bis zu unseren Tagen lernte das Unterbewusste im
Menschen, auf die verschiedenen Empfindungen der Füße beim Kontakt mit dem
Boden zu achten. Reparatursysteme wurden entwickelt und ausprobiert, auch die
mögliche Nutzung der Einwirkungen beim Barfußlaufen über das Gelände.
Reflexgebiete wurden aufgebaut, Reflexe erkannt und, sofern nutzbringend,
entsprechend codiert und in den unbewussten Ablauf des Lebens eingebaut. Nicht
brauchbare, wiederkehrende Reflexereignisse aber wurden als Schmerz ins Bewusstsein
gebracht. So können wir auf solche Einwirkungen reagieren."
Der Gedankengang hat für mein Empfinden mindestens die Logik für sich.
Tatsächlich ist es einleuchtend anzunehmen, dass die kontinuierlich wirksamen,
aber ständig wechselnden Informationen, die das Nervensystem des
Barfußläufers an das Gehirn liefert (für Schuhträger gilt allerdings : den
barfußlaufenden Vorfahren geliefert hatte), dort Weiter - Entwicklungsprozesse
auslöst(e) !
Der Autor führt seinen Gedankengang noch fort :
"Wir sind in
unserer Entwicklungsgeschichte noch relativ nah am täglich barfuß laufenden
Wesen. So hat unser Körper die mit dem Entwicklungsprozess erworbene Erwartung
in Bezug auf die Fußsohlen in Verbindung mit dem Gehen nicht »vergessen«. Das
bedeutet aber, dass das Unterbewusste erwartet, dass der eine oder andere spitze
oder harte Gegenstand am Boden sich in die Fußsohle drückt. Es erwartet auch, dass
solcher Druck reflektorisch in zugehörige Körpergebiete wandert.
Durch
die Entwicklung der Fußbekleidung bis hin zum heutigen Schuh wurde der Fuß
immer mehr dem Natürlichen entfremdet. Da in unserer westlichen Zivilisation
der Schuh zur täglichen Bekleidung gehört, wird der Fuß kaum noch bzw. zu
wenig barfuß benützt.
Wenn aber der Fuß im Schuh steckt, wird die im Unterbewussten verankerte Erwartung beim Gehen nicht erfüllt. Der heutige Schuh
ist zudem nicht förderlich, da er mit weitgehend glatter, ebener Innenfläche
dem Fuß den ganzen Tag über nur ein und dieselbe gerade Fläche anbietet. Von
Natur aus ist aber der Fuß so codiert, dass sich beim Gehen das Gelände
fortwährend ändert."
Was der Autor meint - sofern ich ihn nicht ganz missverstehe - ist also : der Entwicklungsprozess
wird durch das Schuhetragen
nicht nur abgebrochen, sondern es tritt sogar eine negative Reaktion auf, weil
die Codierung des Menschen auf Sinnesempfindungen, die ausbleiben, dies mit sich
bringt.
Falls das Barfußgehen tatsächlich diese herausragende Bedeutung hat,
verdummt eine Schuhträgergesellschaft mithin auf Dauer !
Der Beitrag empfiehlt
nunmehr die Reflexzonenmassage als Behelf für Schuhträger und endet mit der
Feststellung :
"Barfußlaufen ist die natürlichste Fußreflexzonenmassage.
Das sollten Sie sich einprägen und immer, wenn es nur möglich ist, barfuß
gehen! Und: Barfußlaufen ist sicherer, als Sie denken - die Haut der Füße ist
sechsmal widerstandsfähiger gegen Verletzungen als die Haut an anderen Teilen
des Körpers."
(Urs Gerig, Richtig Walking, München (BLV) 1996, S. 63 - 64)
Ich hoffe, es ergibt sich eine interessante Diskussion. Und ein paar eingängige
Knallerargumente pro barfuß lassen sich auch ableiten , z. B.
"Bewahrt
Eure Intelligenz - lauft barfuß !"
oder : "Schuhe tragen ? Ich werd'
doch nicht blöd !"
Füße an alle Georg
PS : Übrigens : nur eigenes
Barfußlaufen erhält die Intelligenz ...
[Tatsächlich einleuchtend anzunehmen,
dass Informationen, die Nervensystem des Barfußläufers an Gehirn liefert, dort Weiter -
Entwicklungsprozesse auslöst(e) !]
Sorry, aber hier wird wohl doch etwas arg
übertrieben... dass Barfußlaufen gesund ist und positive Effekte hat, glaube
ich gern. Aber ihm gleich die Entwicklung des menschlichen Gehirns
zuzuschreiben, das kann ja wohl nicht ernst gemeint sein.
Würde mich mal
interessieren, was namhafte Anthropologen und Medizinprofessoren dazu sagen -
wahrscheinlich würden sie herzlich lachen. Stimulation des Körpers über die
Fußsohlen, ja - aber dazu braucht man keine pseudowissenschaftlichen Theorien,
um das zu genießen. Marco N.
[Hochinteressante These : Barfußlaufen
entwickelte das menschliche Gehirn]
Jetzt weiß ich endlich "woher's
kommt"!. Ich glaubte immer, ich hätte es geerbt. Roland
Hallo Georg, der Beitrag liest sich ja ganz
spannend und unterhaltsam. Aber ich glaube, dass dem Autor bei seiner
Begeisterung fürs Barfußlaufen der Gaul etwas durchgegangen ist.
[ganze Körpergewicht plötzlich über die Fußsohlen auf den Boden
drückte, wurden auch Reflexzonen stärker stimuliert und' mehr Reflexreize
ins Gehirn transportiert ...bis zu unseren Tagen lernte
das Unterbewusste im Menschen, auf Empfindungen der Füße
beim Kontakt mit dem Boden zu achten.]
Diese These würde ja irgendwo bedeuten, dass es eine Frage des
Gewichtes sei, wie intelligent jemand wäre ... oder? Müssten dann die
schwersten Lebewesen mit dem kräftigsten Fußabdruck nicht auch die
intelligentesten sein?
[Tatsächlich einleuchtend anzunehmen,
dass Informationen, die Nervensystem des Barfußläufers an Gehirn liefert, dort Weiter -
Entwicklungsprozesse auslöst(e) !]
Auch hier: Die zu starke Fixierung auf nur
einen Aspekt des Körpers, hier das Barfußlaufen, führt zu einer
Unterbewertung der anderen Sinne. Der gesamte Körper ist äußeren Reizen
ausgesetzt, durch Wind, Wetter, Geräusche, Licht, Schmerz, etc. Nun
"alles" auf die Fußreflexzonen (zugegebenermaßen glaube ich nicht an
diese) zu schieben scheint mir mehr als gewagt.
[ Fuß im Schuh steckt,
wird im Unterbewussten verankerte Erwartung beim Gehen nicht erfüllt ... Von Natur aus ist Fuß so codiert, dass sich beim Gehen
Gelände fortwährend ändert ... Entwicklungsprozess wird durch Schuhetragen
nicht nur abgebrochen, sondern es tritt sogar negative Reaktion auf, weil Codierung Sinnesempfindungen, die ausbleiben, dies mit sich
bringt. Falls Barfußgehen tatsächlich herausragende Bedeutung hat,
verdummt Schuhträgergesellschaft mithin !]
Was heißt Verdummung
- was heißt Intelligenz?
Ist als Maßstab für Intelligenz nicht auch die
gesellschaftliche Entwicklung des Menschen in Wissenschaft, Technik und
Sozialverhalten denkbar. Unter diesen Prämissen glaube ich, dass die letzten
Jahrhunderte beschuhten Gehens nicht gerade negativ für die
Menschheitsentwicklung waren, verglichen mit anderen Kulturen und früheren
Zeiten.
Aber: Auch Schuhe haben, genauso wenig wie bare Füße, die
zivilisatorische Entwicklung befördert. Schuhgebrauch ist ein simpler Tribut an
klimatische Verhältnisse, der sich über gesellschaftliche Normen zu einem
Bekleidungsstandard entwickelt hat. Nicht mehr und nicht weniger.
[Barfußlaufen ist die natürlichste Fußreflexzonenmassage ... immer, wenn möglich, barfuß gehen!]
Na da kann man
ja wieder gut zustimmen. Barfußlaufen ist gesund, da es z.B. den Kreislauf
stimuliert und den Körper an Kältereize gewöhnt.
["Bewahrt Eure
Intelligenz - lauft barfuß !" oder : "Schuhe tragen ? Ich werd' doch
nicht blöd !"]
Ich glaube, es gibt wahrlich bessere Argumente Pro Barfuß
und Contra Schuhe, die allesamt im gesundheitlichen Bereich und im "Wellness
- "Bereich
liegen. Das einzige, was nach meiner Ansicht das Gehirn nachhaltig entwickelt,
ist eine vernünftige Förderung von Kindern, eine aktive Auseinandersetzung mit
anderen Menschen und Ideen, sowie der tägliche Gebrauch der kleinen grauen
Zellen.
Nix für ungut Kai
Skepsis ist durchaus angebracht, wenn es jemand
wohl gut meint, aber weit über das Ziel hinausschießt!
[Würde mich mal
interessieren, was namhafte Anthropologen und Medizinprofessoren dazu sagen -
wahrscheinlich würden sie herzlich lachen.]
Ich bin zwar nur Chemiker, habe
aber auch schon in Randbereichen der Evolutionsforschung gearbeitet -- und mich
immer sehr dafür interessiert.
Hier mein Senf zu dieses Theorie von den
gehirnförderlichen Fußreflexen: Die hier aufgestellte These widerspricht dem
Grundsatz, dass erworbene Eigenschaften nicht vererbt werden können. Falls eine
Stimulation des Großhirns durch Fußreflexe bei einem Menschen aufträte, wäre
dies natürlich schön für ihn, aber er kann das nicht an seine Nachkommen
weitergeben. Zur Evolution des Menschen kann das also nicht beigetragen haben.
Die unbestrittenen wissenschaftlichen Fakten sind aber auch recht faszinierend.
Danach gab es vor 3,5 Milliarden Jahren den aufrecht gehende Homo habilis, der
noch ein Affengehirn hatte, aber sehr ähnliche Fußabdrücke hinterlassen hat
wie wir. Affen haben dagegen "Hände an den Beinen", die gut zum
Klettern sind, aber zum zweibeinigen Laufen nicht taugen. Der aufrecht gehende
Mensch hatte nun die Hände frei! Erst dadurch wurde das Wachstum der
Großhirnrinde ein Selektionsvorteil, weil die wachsende Intelligenz mit den
Händen umgesetzt werden konnte: durch Waffen- und Werkzeuggebrauch, später
auch durch Malerei und Schrift. Ohne die Hände frei zu haben, wäre das ganze
Hirnschmalz ineffizient!
So meine ich schon, dass die Entwicklung des Fußes als
Organ für den aufrechten Gang eine Schlüsselrolle bei der
"Menschwerdung" spielte. Sicherlich spielt die Fußsohle eine Rolle
als Sinnesorgan. Der Naturmensch hat mit ihr immer unmittelbaren Tastkontakt mit
der Biosphäre, mit der er in enger Beziehung lebt. Beim Barfußwandern erleben
wir die Abwechslung von weich und hart, feucht und trocken, warm und kalt,
lebender Vegetation und totem Gestein. Für uns ist das ein Vergnügen, für den
Steinzeitmenschen war das wertvolle Information, die ihm sicherlich half,
Wasserstellen und Nahrungsquellen zu finden.
Was uns betrifft, so ist es ganz
sicher, dass wir aus Sinneseindrücken lernen, dass also unsere Intelligenz von bewusstem
Wahrnehmen profitiert. Und ich meine, auch Sinneseindrücke über die
Füße können dazu beitragen! Ich stelle mir vor (damit bin ich weniger
Wissenschaftler als Fühlpfad - Initiator), dass die Füße als Organ der
Umweltwahrnehmung die Intelligenz für ökologische Fragestellungen günstig
beeinflussen können - der beschuhten Menschheit fehlt es jedenfalls gerade an
dieser Stelle!
Meinetwegen können wir also ruhig dabei bleiben, Barfußgehen
als intelligenzfördernd und persönlichkeitsbildend einzustufen. Aber die
Geschichte von der Entwicklung der Menschheit müssen wir unter dem Aspekt der
Fußreflexe nicht neu schreiben! Gruß, Lorenz
Hallo zusammen, die von mir erhoffte lebhafte
Diskussion hat ja schon eingesetzt - hoffentlich geht sie noch etwas weiter !
Ich hoffe, dass beim Lesen meines Beitrags deutlich geworden ist, dass ich die
Überlegungen von Urs Gerig mit gewisser Distanz widergegeben hatte - ich will
aber überhaupt nicht verhehlen, dass ich die Überlegung - richtig eingeordnet
- recht reizvoll finde (und dann für die von uns immer wieder einmal benötigte
und theoretisch wiederholt angedachte Pro - Barfuß - Argumentation auch
hilfreich und verwendbar).
In diesem Sinne einige Anmerkungen zu Euren
bisherigen Erwiderungen :
[ zu starke Fixierung auf einen Aspekt, hier Barfußlaufen, führt zu Unterbewertung der anderen
Sinne ... gesamte Körper Reizen ausgesetzt ... "alles" auf Fußreflexzonen schieben scheint mehr als
gewagt. Kai]
Ich bin auch kein Freund monokausaler Betrachtungsweisen ! Dass die
Entwicklung des Gehirns ausschließlich auf das Barfußgehen zurückzuführen
wäre, ist sicher Unfug. Ich habe den Autor auch eher so verstanden, dass er im
Barfußlaufen einen wesentlichen Beitrag dazu erkennen wollte.
Die zentrale
Frage in diesem Zusammenhang ist ja die, was die Entwicklung des Säugetiers
"Mensch" zu einem intelligenten Wesen ermöglicht bzw. unterstützt
hat. Den o. g. äußeren Reizen sind ja auch alle anderen Spezies ausgesetzt,
sie können daher eigentlich nicht die ausschlaggebende Rolle spielen.
Die
Argumentation des Autors hebt ja auf die Reflexzonen ab und auf die Wirkung von
deren verstärkter Stimulation, die sich durch das Aufrichten des Menschen
ergeben hat, mit der geschilderten Wirkung auf Nervensystem und Gehirn. Nun bin
ich auch kein Biologe oder Naturwissenschaftler und muss (oder will) mich
deshalb auf die Richtigkeit der Angaben des Autors verlassen - wenn auch andere
Säugetiere ein solches Reflexzonensystem an den "hauptbelasteten
Pfoten" haben sollten (wiewohl es die bei den "Vierfüßlern" ja
nicht geben dürfte ...), wäre natürlich der mir hauptsächlich einleuchtende
Teil der Argumentation entwertet : nämlich dass dieses Reflexzonensystem und
seine Wirkungen eine Besonderheit des Menschen sind.
[ aufgestellte
These widerspricht Grundsatz, dass erworbene Eigenschaften nicht vererbt
werden. Falls Stimulation des Großhirns durch Fußreflexe bei Menschen aufträte, wäre dies schön für ihn, aber er kann
das nicht weitergeben. Lorenz]
Die Stimulation des
Großhirns wirkt sich - immer vorausgesetzt, unser Autor liegt richtig - nicht
bei einem, sondern allen Menschen aus ! Ich kann mir jedenfalls nicht gut
vorstellen, dass die Entwicklung des Gehirns ausschließlich auf Zufälle der
Evolution zurückzuführen wäre.
[ Fußsohle Rolle
als Sinnesorgan. Naturmensch hat mit ihr unmittelbaren Tastkontakt mit
Biosphäre. Beim Barfußwandern erleben
wir Abwechslung ... Für uns ist das Vergnügen, für
Steinzeitmenschen war das wertvolle Information, die half,
Wasserstellen und Nahrungsquellen zu finden. [...] sicher, dass wir aus Sinneseindrücken lernen, Intelligenz
von bewusstem Wahrnehmen profitiert. Lorenz]
Da das, was für uns gilt, auch
für unsere Vorfahren gelten dürfte, wären sie somit doch barfuß auf dem Weg
zur Intelligenz ! Im übrigen ist das, was Du, Lorenz, ausführst über den
Gebrauch der Hände etc. absolut einleuchtend - und auch, dass die Sensibilität
der nackten Füße dafür sehr hilfreich war.
Und wenn wir dies alles
zusammennehmen, komme ich im Ergebnis jedenfalls zu einer wesentlichen
Bedeutung des Barfußlaufens für die körperliche und die geistige Entwicklung
des Menschen. Georg
[ Stimulation des Großhirns wirkt sich nicht bei einem, sondern allen
Menschen aus !]
Aber es gibt keinen Unterschied in der Hirnmasse zwischen
beschuhten und barfüßigen Völkern. Schon bei der Geburt, lange vor dem ersten
Schritt sind die Gehirnzellen vollzählig!
Dass die Sinneserfahrungen der
Fußsohlen speziellen Hirnarealen einen wertvollen Lerneffekt ermöglichen,
glaube ich auf jeden Fall, aber das Gelernte kann eben nicht weitervererbt
werden und deshalb zur biologischen Evolution nicht beitragen.
[ kann mir nicht vorstellen, dass Entwicklung des Gehirns
ausschließlich auf Zufälle zurückzuführen wäre.]
Evolution
ist nie Zufall, das versuche ich im Symbiosekapitel meiner HP zu
begründen.
Große Entwicklungsschübe beruhen immer auf Selektionsvorteilen,
die sich durch die Entwicklung neuartiger Beziehungen zur Umwelt auftun. Und
seit der Mensch dank seiner wunderbaren Füße die Hände frei hatte, konnte er
neue Beziehungen eingehen: Techniken der gemeinsamen Jagd entwickeln, später
Tiere domestizieren, Pflanzen aussäen und später züchten.
Die Entwicklung von
mehr Hirnsubstanz war erst dann vorteilhaft, als für diese neuartigen Symbiosen
zusätzliche Intelligenz vonnöten war. Außerdem sorgte die gemeinsame Jagd
für eiweißreiche Ernährung, die die Bildung von mehr Hirnmasse erleichterte.
[ wenn wir alles zusammennehmen, komme ich im Ergebnis zu wesentlichen Bedeutung des Barfußlaufens für körperliche und
geistige Entwicklung des Menschen]
Das hoffe ich ja auch, aber wissenschaftlich
begründen kann man diese These nur ansatzweise. Und wenn man es gar nicht
begründen könnte, wäre es mir auch egal -- weil mit barfuß laufen einfach
Spaß macht! Herzliche Füße, Lorenz
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