Infektionsgefahren über die Fußsohlen ?
(Forumbeiträge seit Sommer 1999)

Kotze "gefährlich"? Heute ist es passiert - was ich schon lange befürchtet habe: Ich bin in obiges getreten. ;-(
Zum Glück aber nur links und mitte bis hinten also ohne Zehen. Meine Frage: Ist das "gefährlich"?
Ich hab es mir zwar sofort am Boden weggewischt, aber zu Wasser bin ich erst 1/2 Stunde später gekommen. Vielleicht hab ich mir das nur eingebildet, aber ich glaube, die Säure leicht gespürt zu haben.
Gegen Hepatitis A + B bin ich geimpft, von daher glaube ich nicht, dass was ist. Außerdem passiert es in Vergnügungsparks ja vermutlich auch hin und wieder, dass einen einer ankotzt (bei mir zum Glück noch nicht). Ciao and bye, (:Clemens:)

Üble Sache... Da war das Barfußlaufen wohl so selbstverständlich geworden, dass Du nicht mehr hingesehen hast, wo's langgeht.
[Zum Glück nur links und mitte bis hinten also ohne Zehen ... Ist das "gefährlich"?]
Je nachdem, wie man reintritt, könnte man wegrutschen und sich "hinsetzen"...
[Säure leicht gespürt] Das dürfte nicht weiter tragisch sein, da die Haut selbst auch einen Säureschutzmantel hat. Der kann zwar mit der Magensäure nicht mithalten, ist aber nützlich, da er die erste Barriere gegen biologische Einwirkungen von außen bildet.
[passiert in Vergnügungsparks vermutlich auch, dass einen einer ankotzt]
Je nachdem halt, in was man sich reinwagt ... Trotzdem noch viel Spaß beim Barfuß - Laufen!
FußGruß Martin (KS)

Meiner Meinung nach ist menschliche Kotze weniger bedenklich als z.B. Hundekot.
In der Tat können Hunde, aber auch Wildtiere mit bestimmten Wurmarten befallen sein, die auch für Menschen gefährlich sind. Ich weiß nicht ob die an der Fußsohle oder an den Zehennägeln in den Organismus eindringen können ?? Weiß jemand ob eine solche Gefahr besteht ? steveh

Es heißt, dass die Hunde- und Fuchsbandwurmeier durch Verzehr von Waldbeeren oder unter Umständen durch Einatmen von Staub aufgenommen werden, d.h. also über die Schleimhäute. Ich meine also, auf die Hornhaut als Schutz vor dem Eindringen dieser Parasiten sollte man sich schon verlassen können. Ansonsten wäre ja die ganze Körperoberfläche gefährdet!
Erbrochenes scheint mir zwar sehr unappetitlich, aber zumindest an den Füßen ungefährlich. Die Magensäure (verdünnte Salzsäure) hat ja zusammen mit dem eiweißspaltenden Enzym Pepsin eine starke keimtötenden Wirkung, ist aber nicht so stark, dass sie die Haut verätzen könnte.
Eine wirkliche Gefahr geht zweifellos von Blut aus, welches mit Hepatitis oder HIV infiziert sein kann. Dann genügt ungünstigstenfalls eine kleine Bagatelleverletzung an der Sohle, um dem Virus Einlass zu gewähren. Daraus ergeben sich vielleicht auch gewisse Bedenken gegen zahlreiches Barfußlaufen im dichten Menschengetümmel (à la Love Parade).
Im Normalfall ist dieses Risiko aber auch nicht der Rede wert. Serfuß, Lorenz

[Blut, welches mit Hepatitis oder HIV infiziert sein kann ... genügt ungünstigstenfalls kleine Bagatelleverletzung, um Virus Einlass zu gewähren]
Was verstehst du unter Bagatelleverletzung? Eine erkennbare oder auch eine nicht erkennbare Minimalverletzung?
Abgesehen davon war "es" völlig ohne Blut und Teilchen, und gegen Hepatitis A + B bin ich, wie gesagt geimpft. Und eine Tetanusimpfung sollte sowieso für jeden Barfuß- Läufer Pflicht sein.
Btw., zu den wenigen Orten, die ich meide, gehören Buschwerk und Rasen in kritischen Gegenden (bei Bahnhöfen, ...). Ciao and bye, (:Clemens:)

Hallo Clemens, irgendwie muss es das Virus schaffen, in die Blutbahn zu kommen. Eine wunde Stelle, Schnitt- oder Stichverletzung könnte das ermöglichen, z. B. wenn sich mehrere Personen an derselben Glasscherbe schneiden.
Das ist im Normalfall völlig unwahrscheinlich -- wenn plötzlich alle auf dem Oktoberfest barfuß laufen würden, hätte ich schon ein wenig Sorge. Aber das ist noch viel unwahrscheinlicher!
Im Normalfall glaube ich, dass eine Hepatitis- oder HIV-Infektion beim Barfußlaufen weniger wahrscheinlich ist, als ein allergischer Schock durch eine Fußpilz - Salbe oder ein Narkosezwischenfall bei einer Hammerzehen - Operation!
[zu wenigen Orten, die ich meide, gehören Buschwerk und Rasen in kritischen Gegenden (bei Bahnhöfen, ...)]
Da hast Du auf jeden Fall recht, es sind dies ja auch nicht die Orte, die den höchsten Barfußgenuss vermitteln.
Herzliche Füße, Lorenz

Als ich mit Rüdiger in Regensburg unterwegs war, sprachen uns zwei junge Mädels an, warum wir barfuss seien. Die beiden wollten uns warnen; die eine meinte dass sie vom Barfusslaufen eine Blutvergiftung bekommen hätte.
Was meint ihr? Ist das eine reale Gefahr?
Lothar

Wie soll man denn beim normalen Barfußgehen eine Blutvergiftung bekommen, wenn man keine offene Wunde hat? Ich würde mir da keine Gedanken machen, das war Unsinn, finde ich!
Gruß von Andi35!

[Was meint ihr? Ist das eine reale Gefahr]
Als Arzt muss ich auf diese Frage mit einem klaren "Ja" antworten - aber gleich hinzufügen, dass sich keiner dadurch vom Barfusslaufen abhalten lassen sollte. Trotzdem ist es gut von möglichen Gefahren zu wissen:
Mit dem Begriff "Blutvergiftung" meint man meistens eine von einer infizierten Wunde ausgehende, über die Lymphgefässe ausbreitende Infektion, die auf der Haut als fortschreitende Rötung sichtbar wird. (=der berühmte "rote Strich").
Also es braucht IMMER eine VERLETZUNG der Haut dazu, und IMMER eine wirksame INFEKTION der Wunde.
Tatsächlich ist der Fuß, im Gegensatz zu anderen Körperteilen, bei infizierten Wunden stärker gefährdet, dass sich die Wundinfektion ausbreitet. Das liegt zum einen am anatomischen Aufbau dieses Kunstwerks, zum anderen vor allem daran, dass wir einen Fuss trotz Wundinfektion kaum wirklich stillhalten können und durch das notwendige Bewegen beim Laufen eine Ausbreitung begünstigt wird.
Daher die Ratschläge eines Mediziners (die wie Eure postings zeigen sowieso von Euch befolgt werden):
- Sooft wie möglich Barfuss Laufen ;-)
- Immer aufpassen, wo man hin(ein)tritt
- Fremdkörper so schnell wie möglich entfernen (lassen)
- kleine Wunden ruhig etwas bluten lassen
- offenen Wunden mit Pflaster abdecken
- Vorbeugend möglichst rasch ODER spätestens bei ersten Anzeichen einer Infektion (Schmerzen, Schwellung und Rötung um die Wunde herum) Desinfektionsmittel benutzen
Viel Spaß auf freien Füssen ohne Angst
wünscht Martin (Giessen)

Lieber Mediziner,
vielleicht kannst du mir noch eine andere Frage beantworten?
Meine Mutter ist einen Nagel getreten der in einem Brett steckte und der sich durch die Schuhsohle in die Fusssohle bohrte (auch Schuhträger sind also nicht gefeit vor solchen Dingen).
Obwohl dies schon einige Wochen her ist und die Wunde gut verheilt ist, hat sie immer noch heftige Schmerzen beim Auftreten. Woran liegt das und kann man was dagegen tun?
Da so etwas barfuss auch passieren kann, könnte die Antwort hier auch durchaus nützlich sein.
Vielen Dank. Lothar

 Uups, eine Nagelstichverletzung am Fuss ist immer äußerst unangenehm und leider sehr oft problematisch.
Während Scherben, Steinchen, Dornen u.a. Fremdkörper meistens "nur" die Haut und das Unterhautgewebe verletzen, dringen Nägel beim Darauftreten je nach ihrer Länge auch in tiefere Strukturen des Fußes vor. (z.B. zwischen oder an die Sehnen). Auch wenn sich der Stichkanal in der äußeren Haut schnell wieder schließt kann in der Tiefe immer noch eine Reizung bestehen bleiben.
Im harmlosen (aber nicht weniger schmerzhaften) Fall z.B. durch einen Bluterguss, im schlechteren Fall durch eine Entzündung, und im schlechtesten Fall durch eine Infektion (siehe vorheriger Beitrag).
Du hast völlig Recht, ALLE diskutierten Verletzungsprobleme treffen beschuhte Zeitgenossen mindestens genauso wahrscheinlich. In meiner Laufbahn als Arzt habe ich z.B. einige Infektionen im Fußbereich gesehen, die nur dadurch entstanden sind, dass die Betroffenen ein kleines Steinchen oder ä. IM SCHUH über Stunden in die Haut regelrecht "eingearbeitet" hatten. DAS wäre barfuss nicht passiert!
viele Grüße
Martin

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