[Georgs sommerliche Ausflugsberichte] [Georgs Barfußkurzlaube an Mosel und in Pfalz]

Georgs sommerliche Ausflugsberichte
(Forumbeiträge im Sommer 1999)

Hallo Freunde, am vorigen Sonntag bin ich mit meiner Restfamilie (die beiden jüngeren Kinder sind im Zeltlager) zu einem Spontanausflug nach Oberhausen und Duisburg ausgerückt - barfuß versteht sich. Ein Schönes - Wochenende - Ticket der Bahn zu 35 DM (bei uns einschließlich der übrigen Nahverkehrsmittel) sorgte für reibungslose und kostengünstige Fahrt - und zahlreiche interessante Bodenerfahrungen in Bahnöfen (Köln Hbf., Köln - Deutz, Oberhausen, Duisburg), Nahverkehrszügen, Bussen und Straßenbahnen.
Zunächst haben wir die Landesgartenschau in Oberhausen besucht, wie Parkanlagen eigentlich immer mit guten Barfußbedingungen. Die meisten Wege waren fein gekieselt, was ich als durchaus angenehm barfuß zu gehen einschätzen würde. Künstliche Wasserläufe luden bei den hohen Außentemperaturen zum Durchwaten ein (nur dort allerdings habe ich auch andere Menschen barfuß gesehen).
In Roncallis historischem Jahrmarkt auf dem Veranstaltungsgelände zeigte eine Kindergruppe die Ergebnisse ihres Zirkus - Workshops, und diejenigen der kleinen Artisten, die barfuß auftraten, zeigten gleichzeitig, wie sinnvoll man seine Füße bei Artistik (Pyramidenbau), Balancieraufgaben auf Rollen etc., aber auch bei den obligatorischen Fakirübungen auf Glasscherben (der Trick ist übrigens, dass man die stundenlang kochen muss) einsetzen kann - Schade, dass trotzdem sich immer einige von ihren Socken oder Gymnastikschlappen nicht trennen wollen.
Der Eintrittspreis von 30 DM für die Familienkarte erschien mir persönlich allerdings etwas teuer, da die übrigen Sehenswürdigkeiten im Umfeld (Gasometer mit Ausstellung, CentrO - Park) gesondert zu bezahlen waren.
Der Weg von OLGA, der Landesgartenschau, zu CentrO, dem überregional bekannten Konsumtempel, verlief über asphaltierte, gepflasterte, geplättete Wege und ermöglichte mir (den anderen Leuten eben nicht) Studien in praktischer Physik : je nach Färbung des Belags war der Boden sehr unterschiedlich temperiert, auf anthrazitfarbigem Asphalt nahezu unerträglich heiß (die Sandalen im Rucksack wurden zur Versuchung).
Wir waren zum ersten Mal im CentrO, so dass ich die angenehm kühlen Marmorböden nicht erwartet, aber während des Rundgangs sehr begrüßt habe (während aller Jahreszeiten also ideal zum Barfußlaufen). Bei einer Pause in der "Oase", einem Rundbau mit zahlreichen Gastronomiebetrieben, meinte übrigens einer der Mövenpick - Mitarbeiter zu mir : "Au ja, barfuß, das wäre jetzt genau richtig !"
Zurück am Bahnhof Oberhausen kam die erste blöde Bemerkung des Tages, interessanterweise gar nicht von mir, sondern nur von meiner Frau aufgeschnappt. Eine ältere Frau meinte mitteilen zu müssen, ich würde mir sicherlich Fußpilz holen (auf dem Bahnhofvorplatz - da achte ich auf Scherben und Tierkot - aber Fußpilz ?????). Meine Frau berichtete aber zufrieden, sie habe den Einwurf mit einem energischen "Den holen Sie sich in Ihren Schuhen !" zurückgewiesen ...
Wir haben dann noch einen Ortswechsel per Bahn nach Duisburg gemacht und sind durch die Fußgängerzone zum Hafen geschlendert - leider weder barfußtechnisch noch sonst eine besonders positive Erfahrung (nicht böse sein wegen der schlechten Kritik, Silvia !). In einer Unterführung ein kleines nettes Wortgeplänkel mit einem etwa sechsjährigen Jungen, der mich fragte, warum ich keine Schuhe anhätte. Meine Antwort : "Die sind in Ferien" konnte er kaum glauben, weshalb ich vorschlug : "Zieh Deine doch auch aus !" Seine Antwort "Du bist dumm !" erschütterte die bis dahin belustigt dem Geschehen folgende Mutter. Er nahm dann die Rolltreppe, ich spurtete die Treppe hoch und war als erster oben ! Barfüße sind eben schneller !
Auf dem Nachhauseweg merkte ich dann doch sehr deutlich, dass der Tag auf heißen Belägen meine Hornhaut gehörig mitgenommen hatte. Insofern fand der Barfuß - Ausflugstag seinen Abschluss in Fußpflege : Einweichen und säubern (meine Fußsohlen waren rabenschwarz, was nicht zuletzt an dem trockenheißen, Staubbildung fördernden Wetter gelegen haben dürfte), Abkühlen und gründliches Fetten - wobei ich schon unterwegs hätte cremen sollen, aber ich hatte diesmal leider nichts mit. ...

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Georgs Barfußkurzlaube an der Mosel und in der Pfalz
(Forumberichte seit Sommer 1999)

1999. Hallo Freunde, am Anfang der laufenden Woche konnte ich allein mit meiner Frau (also ohne Kinder - nur Eltern wissen, wie schön das sein kann) für einige Tage aus Köln verschwinden - leider nicht lange genug, um endlich mit Lorenz in Bayern zu barfüßern (aber das schaffen wir irgendwann mal doch).
Ich hatte zwar Sandalen mit und auch meist bei mir, aber so gut wie nie an (nur mal auf einem Fahrrad mit scharfkantigen Pedalen). Wir wohnten bei einem Winzerehepaar, das wir / uns schon kannte. Meine nackten Füße waren zwar mal eine Nachfrage wert ("Gehst Du die ganze Zeit barfuß ?"), die meine Frau für mich mit den Worten "Wenn es nicht gerade friert" recht bündig beantwortete.
Dank des herrlichen Wetters waren meine Barfüße in der Regel dermaßen uninteressant, dass sich auch bei mir (eigentlich erstmalig) der Effekt einstellte, dass ich mir meiner Schuhlosigkeit gar nicht mehr bewusst war - und deshalb irgendwelche Reaktionen meiner Mitwelt auch nicht registrierte (die Voraussetzung für die Feststellung, dass niemand reagiert hat, ist eben, dass man darauf achtet - und das wiederum macht man nur, wenn man sich besonderer Umstände bewusst ist ... - wahrscheinlich hat u. a. deswegen der Neuseeländer, von dem Moritz erzählte, die Reaktionen der Mitwelt gar nicht registriert).
So hatte ich auch am Dienstag nicht vor, Schuhe anzuziehen, obwohl wir uns für eine Fahrt nach Luxemburg entschieden hatten und auf Anraten unserer Gastgeber nicht mit dem eigenen PKW, sondern mit einem regionalen Busunternehmen in einem Reisebus dorthin fuhren. Ich wartete also barfuß an der Bushaltestelle und stieg als einer der ersten Fahrgäste zu (der Bus sammelte die Reisegruppe in verschiedenen Ortschaften erst einmal ein). Meine Frau saß am Fenster, ich am Gang, und da die Sitze mir etwas zu eng standen, baumelte mein linker Fuß meist im Gang, so dass die übrigen Fahrgäste bei Interesse Gelegenheit hatten, die nach jedem Zwischenhalt dreckiger gewordenen Füße und Fußsohlen zu betrachten. Das fand dann doch ein Maß an leiser Aufmerksamkeit (Blicke, Nachbar anschubsen, Zeigen ...), das mir nicht entging, mich aber auch nicht störte, sondern mehr erheiterte.
In Luxemburg Stadt selbst habe ich ebenso wenig Reaktionen registriert wie anderswo (Geld zum Beiseiteschaffen haben wir aber auch keines, so dass ich keine der 250 Banken betreten habe). Barfüßer habe ich dort und auch anderswo nicht gesehen, wohl aber in Trier fünf Mädchen und junge Frauen bei einem sehr ausgiebigen Stadtbummel - und einige Kinder an bzw. in der Nähe der Mosel.
Fuß zum Gruß Georg

2000. Hallo Forum, in der vergangenen Woche habe ich mit meiner Frau noch einige Urlaubstage im Raum Landau / Pfalz verbracht. Da wir ausreichend Platz im Auto hatten, habe ich zwar (man weiß ja nie) verschiedene Paare Schuhe mitgenommen, aber die verbrachten den gesamten Urlaub im Kofferraum.
Für die erste Nacht hatten wir, um nicht sonntags vor Ort noch suchen zu müssen, im Karlsruher Etap - Hotel eine Übernachtung gebucht. Auf der Fahrt dorthin sind wir durch den Odenwald gefahren und im Fremdenverkehrsort Lindenfels in das Burgfest "geraten". Wegen des Trachtenumzuges musste man außerhalb parken und in den Ort hineinlaufen, vorbei an den schon wartenden Zuschauern.
Dass ich barfuß ging, fanden offenbar einige irgendwie bemerkenswert, aber wenn man warten muss, ist ja auch jedwede Abwechslung willkommen ... Im Zug ging (leider) niemand barfuß mit, ebenso wenig später auf der Burg. Dafür hatte allerdings das Mädchen neben uns in der Bank eine hässliche Blase von ihren (wohl selten getragenen) Lackschuhen ...
Im Etap hat sich übrigens wirklich niemand für meine nackten Füße interessiert (das haben einige von Euch aus anderen Häusern der Kette auch schon berichtet), auch nicht bei dem sogenannten Frühstücksbüffet am nächsten Morgen. Da aber Barfußtoleranz auch nicht das einzige Kriterium ist und uns die Atmosphäre des Etap ansonsten nicht so gefiel, haben wir uns in der Südpfalz eine Privatunterkunft gesucht und auf einem Bauernhof auch gefunden. Da hat es dann drei Tage gedauert, bis die Vermieterin in sehr freundlicher Art sagte, dass ihr auffiele, dass ich immer barfuß wäre ... und sie als Kind immer barfuß gelaufen wäre, es jetzt aber irgendwie nicht mehr könnte (das habe ich in letzter Zeit übrigens mehrfach gehört). Es ergab sich jedenfalls ein kurzes und nettes Gespräch dazu.
Da meine Frau schon länger am Fußgelenk herumlaboriert, war an gemeinsame Wanderungen leider nicht zu denken, und so haben wir mit dem Auto die Umgebung erkundet, waren z. B. auch im Elsass (auf Burg Fleckenstein) und im Nordschwarzwald (in Bad Herrenhalb und Bad Wildbad auf den Urlaubsspuren unserer Eltern) sowie in Baden - Baden. Nirgendwo habe ich irgendwie den Eindruck gehabt, mit meinen bloßen Füßen schlecht anzukommen; ganz im Gegenteil : in Bad Herrenalbs Kurpark ergab sich am Kneippbecken ein nettes Gespräch mit einem etwas älteren Herrn, der vergnügt barfuß über den Rasen lief und am Wassertreten großen Spaß hatte; und an der Burgruine Fleckenstein - wo wir übrigens auch an einer Führung teilgenommen haben - kam uns beim Rückweg mit etwas verbissener Miene eine etwa 16jährige barfuß entgegen, die ihre Birkis in der Hand hielt (ich nehme an, sie hatte sich eine Blase gelaufen) - auf sie habe ich hoffentlich motivierend gewirkt (ein Gespräch ergab sich nicht).
Zweimal habe ich meine Frau überreden können, mich alleine für eine Zeit wandern zu lassen - einmal oberhalb von Wildbad im Schwarzwald und einmal am Johanniskreuz im Pfälzer Wald (bei Kaiserslautern). Letzteres erwies sich unvorhergesehen allerdings als Barfußwanderung für Fortgeschrittene, weil ich mir auf der Rundwanderwegekarte einen Rückweg über einen als Pfad (also gestrichelt) eingetragenen Weg (kein Wanderweg) ausgesucht hatte. Die Pfade sind ja naturbelassen (keine im Zweifelsfall mit Schotter präparierten Strecken); dieser beschrieb recht barfußfreundlich einen stetigen Anstieg an einem Hang, aber etwa auf halber Höhe lagen auf über einen Kilometer Länge die Astreste eines Sturmbruchs oder Kettensägenmassakers darauf, was ein recht anspruchsvolles Durchklettern mit sich brachte. Schließlich aber ging es überhaupt nicht mehr weiter - da war aber der Forstweg, auf den der Pfad einmünden sollte, nur noch knapp fünf Meter über mir. Über einen recht steil liegenden Holzstamm ohne Rinde und Äste und eine Sandsteinplatte gelang mir barfuß wie ich war der Aufstieg (dass ich mit Schuhen hochgekommen wäre, kann ich mir nicht vorstellen) - allerdings mit schlechtem Gewissen, denn wenn ich da abgerutscht wäre und mich verletzt hätte, hätte mich so bald niemand gefunden (Handy hatte ich natürlich auch nicht mitgenommen ...).
Auf der Heimfahrt habe ich meinen Füßen noch abends die Mainzer Altstadt gezeigt, wo man übrigens an einer Stelle, wo der Straßenbelag erneuert wurde und alles geschottert war, netterweise eine Art Mattenbahn ausgelegt hatte (vermutlich aber eher für Kinderwagen und Fahrräder als für Barfüßer).
Übrigens : weil vor einiger Zeit ja barfußfreundliche Urlaubsregionen gesucht wurden : die Südpfalz gehört dazu - jedenfalls wenn man als "Stand-alone-Lösung" zurecht kommt, denn andere Barfußläufer habe ich - außer einigen Kindern und dem erwähnten älteren Mädchen - nicht gesehen. Aber die Waldwege waren sehr selten geschottert und die Menschen ohne Vorurteile.
Dazu noch ein Beispiel : Bei einem der vielen Kirchweih-/ Weinfeste (Kerwe geheißen) hatten wir Station gemacht und ich mich für einen Flammkuchen an der entsprechenden Ausgabe angestellt. Ein Stück des frischen heißen Fladens kam ins Rutschen und flog direkt vor meine Füße, was die Dame an der Ausgabe zu der freundlichen Frage bewegte : "Was hätten Sie denn gemacht, wenn der auf ihre Barfüße geflogen wäre ?". Meine Antwort : "Ich wäre zur Seite gesprungen" (übrigens leichter gesagt als getan, der Platz war geschottert) stellte sie gleich zufrieden ...
Herzliche Füße an alle Barfüßer(innen) von Georg

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