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Georg empfiehlt "Herbstlaub, Matsch und feuchte Wiesen"
(zusammengefasst aus verschiedenen
Forumbeiträgen seit Herbst 1998)
1998. Hallo Freunde, manchmal braucht man ja jemanden, der einem
einen kräftigen Anstoß gibt. So ging es mir jedenfalls mit dem Rat von Andreas in Sachen Herbstlaub.
Obwohl ich in letzter Zeit häufiger barfuß wandern bzw.
spazieren war, Waldböden hatte ich noch nicht ausprobiert. Das
liegt zum einen daran, dass ich keinen Wald in relativer Nähe habe, zum anderen aber auch
daran, dass bei uns der Wald "nicht aufgeräumt" wird - alles Abgestorbene
bleibt aus ökologischen Gründen einfach liegen. Da ich heute am Nachmittag etwas Zeit
abzweigen konnte, bin ich mit dem Auto in den Königsforst - ein Waldgebiet
- gefahren, das auch
Naherholungsgebiet ist. Und ?
Es war phantastisch ! Ich wüsste nicht zu sagen, ob mir das Gehen über die Laubflächen,
über Nadelwaldböden, über feuchte Wiesen oder durch den Matsch besser gefallen hat,
denn alles fühlte sich ganz toll an. Ein Problem bestand am ehesten darin, dass
ich mich
nicht gut auskannte und deshalb nach geeigneten Untergründen suchen musste; dank der
Größe des Terrains wurde ich aber immer wieder fündig. Weniger als befürchtet störten
mich die kleinen abgestorbenen Zweige, meinen Fußsohlen machten sie wenig aus. Etwas
schwieriger waren die zugewachsenen Flächen, denn da mochte ich nicht so gerne
hineintreten, ohne den Boden sehen zu können.
Nicht so wohl fühlte ich mich auf den Hauptwanderwegen - nicht so sehr wegen der anderen
Spaziergänger, sondern weil sie so schuhfreundlich befestigt waren. Da hatten die
Nebenwege bzw. Trampelpfade dem Barfußgeher viel mehr zu bieten : wechselnde Untergründe
- und vor allem Matsch ! Um den macht ja jeder Beschuhte einen großen Bogen - aber
barfuß freute ich mich schon auf jedes Schlammloch wegen des tollen Gefühls, das ich
beim Joggen sonst auch nicht genießen kann (wegen der Gefahr
des Wegrutschens). Außerdem trifft man um so weniger Leute, je schlechter die Strecke ist
- und der ignorant-arrogante Typus Deutscher bleibt auch lieber
auf dem Hauptweg ...
Der einzige negative Eindruck vom heutigen Ausflug bestand in einer Beobachtung, die auch
mit dem Barfußgehen in Verbindung stand : um zu kontrollieren, wo ich hintrat, schaute
ich relativ intensiv auf den Boden - und entdeckte auch abseits jedweder Pfade den
liegengelassenen Dreck anderer Leute (Flaschen, Plastiktüten ...).
Übrigens soll man in Naturschutzgebbieten etc. ja sinnvollerweise tunlichst auf den Wegen
bleiben; das verbot sich mir natürlich, schließlich wollte ich ja den natürlichen
Waldboden spüren. Schlechtes Gewissen ?
Auch da halte ich es mit Andreas : mit Schuhen fügt man "Mutter Erde" Wunden zu - barfuß nicht !
Fazit/Empfehlung : bei passablem Wetter in nächster Zeit uuuunbedingt ausprobieren! ...
Berichte über Herbstwanderungen in der Wahner Heide sind jetzt auf einer eigenen Site erreichbar.
1999. Hallo Forum, nicht nur die Weinfreunde unter uns wissen
sich einig mit den Winzern : eine derart schöne erste Septemberhälfte wie in diesem Jahr
(1999) ist vom feinsten ! Erlaubt sie den Barfußfreunden doch ungestörtes und von dem
berüchtigten "Blick" immer noch weitestgehend verschontes Barfüßern - und den
Winzern verspricht das barfußfreundliche Wetter einen prima Weinjahrgang - wie auch ein
Fachmann bestätigt :
Christian Müller vom Wetterdienst Maikammer nennt die seit gut drei Wochen stabile
Wetterlage "sehr ungewöhnlich". Dies gelte für die große Trockenheit wie auch
für die hohen Temperaturen. Müller erinnert daran, dass es vor einem Jahr fast 20 Grad
kühler war. Er spricht deshalb von einer ungewöhnlichen Wetterlage, weil es in der Regel
nach den hochsommerlichen Hundstagen oft zu frühherbstlichen Westwetterlagen komme und
unter Tiefdruckeinfluss feuchtkühle, wolkenreiche Meeresluft herangeführt werde. Erst
Mitte oder Ende Oktober gebe es häufig wieder eine stabile Wetterlage, im Volksmund als
"goldener Oktober" bekannt. [...] Dr. Fritz Schumann, Leiter des Fachbereichs
Weinbau an der Staatlichen Lehr- und Forschungsanstalt in Mußbach, denkt in
Weinjahrgängen: "Die Jahre, in denen wir barfuß die Trauben gelesen haben, sind mir
gut in Erinnerung; das waren meistens auch gute Weinjahrgänge." [...]
[RON -
RHEINPFALZ ONLINE, Dienstag, 14. Sep. 1999]
Genießen wir also jetzt das Barfußlaufen und später den 99er Weinjahrgang ! ...
Ein ganz erfreulicher Barfuß - Oktober. Hallo Freunde, als mit den letzten Septembertagen
der lang andauernde Spätsommer zu Ende ging, war klar, dass meine Füße sich auch
außerhalb des Jobs wieder an Schuhe würden gewöhnen müssen. Das recht milde, im
Rheinland fast immer bei oder über 15 °C liegende Herbstwetter machte allerdings
zahlreiche barfüßige Aktivitäten möglich, wobei ich allerdings Spaziergänge und Joggingaktivitäten und nicht das Einkaufen im Ort bevorzugt habe.
Am gerade vergangenen letzten Oktoberwochenende waren wir noch zweimal im Bergischen Land
unterwegs und an beiden Tagen bin ich barfuß unterwegs gewesen, was auf der jetzt
entstandenen frischen Laubschicht ein ganz eigener und schöner Sinneseindruck gewesen
ist.
Am Samstag wollte auch unser Jüngster barfuß laufen, so dass wir als "zwei
Fakire", wie eine ältere Dame zu bemerken sich genötigt sah, auftreten konnten.
Beim Barfußjoggen Anfang des Monats - an einem vergleichsweise kühlen Tag mit vielleicht
12 °C - prophezeite mir eine andere ältere Dame bereits : "Sie werden sich aber erkälten" - doch davon kann keineswegs die Rede sein,
ich fühle mich im Gegenteil gerade recht fit ... und deshalb hoffe ich, auch Ende
November von zahlreichen gehabten Gelegenheiten zum Barfußlaufen berichten zu können !
Und da man wirklich (jedenfalls bei Temperaturen im zweistelligen Bereich) kein Fakir sein
muss, um Barfußphasen im Freien zu erleben (und auszukosten), der Aufruf an Euch :
lasst Euch vom Kalender nicht einschüchtern und sucht und nutzt weiterhin die
Barfußgelegenheiten !
Allzeit warme Füße dabei wünscht Euch Georg
2000. Herbstwanderung barfuß im Regen. Hallo zusammen, da ich mich innerlich schon
auf eine gemeinsame Barfußwanderung durch die Wahner Heide eingestellt hatte, aus der dann doch nichts geworden ist, wollte ich nicht untätig bleiben. Also habe ich mich von meiner
Frau, die mit unserem Auto zu einem Termin in Leverkusen musste, bis in den
rechtsrheinischen Kölner Norden (Dünnwald, für diejenigen, die sich da
auskennen) mitnehmen lassen und mich dann barfuß auf den Weg durch den
rechtsrheinischen Kölner Grüngürtel gemacht : entlang des Mutzbachs zur
Diepeschrather Mühle, dann weiter Richtung Thielenbruch bis schließlich nach
Refrath.
Da ich mich leider nur auf dem ersten Teil des Wegs leidlich auskannte,
habe ich den zweiten Teil auf "gut Glück" absolviert, bin dabei auch
einmal in einem größeren Kreis gegangen, habe bei der Gelegenheit aber auch
eine Reihe recht barfußfreundlicher Wegstücke gefunden - diese Teilwege will
ich in nächster Zeit noch einige Male erforschen, um dann im nächsten
Frühjahr doch einige empfehlenswerte Barfußwege im rechtsrheinischen Köln im
Internet publizieren zu können - das hatte ich eigentlich schon für dieses
Jahr geplant, erweist sich aber als recht aufwendig - aber eben nicht als
hoffnungs- oder ergebnislos.
Das Gehen im Kreis hatte auch den Grund, dass ich
recht einsam und allein war - und dies lag wiederum daran, dass es bei rund 17
Grad Außentemperatur beständig regnete. Und das konnte ich - jedenfalls recht
lange - richtig genießen !
Den feuchten Boden unter den nackten Füßen mag ich
gern, ebenso das "frische" Gefühl bei diesen Außentemperaturen - und
die Ruhe im Wald, wenn man dort allein ist, erst recht.
Leider war aber
irgendwann meine Regenjacke durchnässt - und dieses Gefühl "obenrum"
wurde dann doch mit der Zeit unangenehm. Außerdem war ich mehrfach ins Rutschen
gekommen - und einmal so gründlich, dass ich mich nicht mehr abfangen konnte -
eine dreckige Hose hatte ich also auch.
Und am Ende des Weges, nach rund vier
Stunden und gegen 18.15 Uhr, war ich auch froh über die Schuhe im Rucksack -
denn beim Warten an der Straßenbahnhaltestelle bekam ich doch kalte Füße. Ach
ja : heute geht es mir prächtig, kein Husten, keine Halsschmerzen ... nur ein
bisschen müde Beine.
Also auf einen schönen Barfußherbst - unsere Schuhe
können noch warten (und ab und an wärmen) ! ...
Zum Museumsfest in Kommern.
Hallo zusammen, den schönen gestrigen
Spätsommersonntag wollte ich nicht gerne zuhause verbringen und habe deshalb
meine Familie zu einem Ausflug in die Voreifel zum Rheinischen Freilichtmuseum
in Kommern überredet, weil dort Museumsfest "nach der Ernte" war.
Es
war schon länger her, dass ich zuletzt dort war - jedenfalls noch in meiner
beschuhten Lebensphase - so dass ich Schotterstrecken befürchtete und Sandalen
im Rucksack mitnahm.
Die Fläche hinter dem Eingangsbereich, auf der eine
Präsentation historischer und moderner Landmaschinen stattfand, ließ mich dann
auch schon befürchten, dass die Vorsichtsmaßnahme auch zur Verwendung kommen
müsste. Aber erst einmal waren ja etliche Schritte über Schotter noch
möglich.
Glücklicherweise begann der Rundweg dann auf einer Art
Kopfsteinpflaster, ging dann in eine Strecke mit feinem Steinbelag über und
führte auf wechselndem Untergrund immer nur kurz über Schotter, den ich mit
dem Trainingserfolg des diesjährigen Sommers doch recht passabel überstand. Um
so schöner waren dafür die Naturböden, die es auch auf Wegen gab, und erst
recht Untergründe wie das Kartoffelfeld, auf dem die Kinder ihre eigene
Kartoffel für das Kartoffelfeuer ausmachen sollten.
In dem interessanten Museum
und auf seinem harmonischen Fest habe ich jedenfalls mehrere Stunden lang viele
schöne Eindrücke sammeln können - mit den Augen, aber auch z. B., wie kalt
oder warm sich Lehm- und Steinböden in den historischen Bauten anfühlen, in
denen unsere Vorfahren sicher auch sehr häufig barfuß gingen.
In meiner langen
Jeans interessierte sich kaum jemand für meine nackten Füße - und ein Vater,
von seinem Kind gefragt "Warum läuft der Mann mit nackte Füße ?",
antwortete sehr treffend "Bestimmt, weil er sich so wohl fühlt".
Insofern bestätigten sich einmal mehr Erfahrungen, die ich schon wiederholt
gemacht habe : zum einen, dass es in dem Sinne ganz stark darauf ankommt, zu
welcher Veranstaltung man barfuß hingeht, insofern als es solche mit einem
"vernünftigen", aufgeschlossenen Teilnehmerkreis gibt - wie z. B. die
Besucher des genannten Museumsfestes - und andere mit dem ziemlich genauen
Gegenteil davon (Weinfeste fallen z. B. darunter), und zum anderen, dass bei gut
besuchten Veranstaltungen Barfüße gar nicht so sehr auffallen, als der Blick
der übrigen Besucher weit mehr nach vorne als zum Boden gerichtet ist, um
Zusammenstößen zu entgehen.
Im übrigen hoffe ich, dass es zum Es - wird -
Winter - Trübsal - Blasen in Hinblick auf das Barfußlaufen noch entschieden zu
früh ist. Der "Goldene Herbst" wird sich hoffentlich als
barfußfreundlich erweisen - jedenfalls wenn Eure Füße auch Temperaturen mit
einer 1 vorne akzeptieren wollen / sollen. ...
Barfuß durch die Rureifel.
Hallo zusammen, als die Wettervorhersage am
Dienstag ankündigte, dass es Mittwoch und Donnerstag noch einmal schöner,
danach aber herbstlich kühl und nass werden solle, habe ich mir vorgenommen,
noch eine Barfußwanderung zu machen, ehe die Wetterchance vertan ist.
So bin
ich gestern um die Mittagszeit ins Rurtal (ohne h, ein Flüsschen in der Eifel /
Dürener Raum) gefahren, um den "Josef - Schmitt - Weg" zu erkunden,
einen Wanderweg, den ich 1999 schon einmal abschnittsweise begangen und in guter
Barfußerinnerung behalten hatte.
Es ist ein flussparalleler Weg, also für zwei
oder mehr Wandertage lang genug.. Zunächst habe ich mir eine Wanderkarte
besorgt und mich dann für Abenden, ein Örtchen ruroberhalb des vielleicht
bekannteren Nideggen, als Startpunkt entschieden. Das Auto ließ ich in der
Nähe der Station der Dürener Kreisbahn, einer kreiseigenen Bahngesellschaft,
die die Rurtalstrecke von der DB übernommen hat und sie mit modernen Triebwagen
- einer Stadtbahn vergleichbar - bedient.
Der Weg führte - zum Eingehen gar
nicht übel - erst über ein asphaltiertes Wegstück durch die Ortschaft und in
das Rurtal hinaus, ehe dann ein schmaler Pfad abzweigte, der sich in Serpentinen
zu einem der Buntsandsteinfelsen hochschlängelte, für den das Rurtal nicht nur
unter Kletterern bekannt ist.
Der Pfad verläuft über Waldboden, es gibt
Steinchen, aber keinen künstlich gebrochenen Schotter, sondern durch Abtragung
natürlich gerundete Formen, mit denen meine Füße bestens zurecht kamen.
Der
Weg führt dann nach Nideggen hinein, ein hübsches Eifelörtchen, das auch
manche Sommerfrischler anzieht. Folgerichtig gab es dort auch eine Hörerlebnis
: "Boah ! Der ist barfuuuß !" - "Wer ?" - "Na, deeeer
da !"
Nach Durchquerung des Ortes setzt sich der weg in der beschriebenen
Manier weiter fort, von Felsen zu Felsen und zu schönen Aussichtspunkten.
Natürlich gibt es Stellen, an denen weniger Steine herumliegen dürften, aber
auch wunderbar sanfte und gut gemischte Strecken.
Leider begann es nach gut drei
Stunden zu regnen, und da der Weg abschüssige Streckenabschnitte hat und ich
den vor mir liegenden Streckenteil schlecht abschätzen konnte, bin ich entlang
einer Straße lieber nach Nideggen zurückgegangen und von dort mit der Bahn zum
Auto zurückgefahren.
Der Weg war für mich barfuß problemlos zu gehen,
allerdings bin ich inzwischen auch etwas trainiert. Insofern würde ich den Weg
als "mittelschwer" bezeichnen, vermutlich nicht unbedingt etwas für
Barfußwander - Anfänger.
Zur Herausforderung wurde lediglich ein Stück, bei
dem ich mich verlaufen hatte (die Wegweisung ist nicht immer eindeutig) und
dieser an sich schöne Pfad im letzten Teil über eine etwas scharfkantigere
felsige Passage führte.
Der Wanderweg eignet sich jedenfalls sowohl für eine
gemeinsame Wanderung der Rheinischen Barfüßer in 2001 als auch für eine noch
zu erstellende Sammlung von barfußfähigen Wanderwegen. Ich werde daher meine
gestrige Wegführung mit einigen kleinen barfußfreundlicheren Abstechern vom
genannten Wanderweg verschriften und auch die fehlenden Wegstücke in absehbarer
Zeit zu erkunden versuchen.
Noch viele schöne Barfußstunden in 2000 wünscht
allen Georg
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Georg warnt : Schneelaufen kann süchtig machen !
(aus verschiedenen Forumbeiträgen im Winter
1998/99, 1999/2000 und 2000/01)
[1998/99] Hallo Freunde, gerade rechtzeitig, um Euch
allen an Sylvester einen "Guten Rutsch", anschließend aber festen Stand auf
bloßen Sohlen zu wünschen, bin ich vom Weihnachtsurlaub im verschneiten Schwarzwald
zurück.
Da unsere Kinder einige Tage lang vor- und nachmittags beim Skikurs waren, blieb mir
zwischendrin einige "Freizeit", die ich u. a. damit gefüllt habe, Barfußerfahrungen im Schnee zu machen - im Rheinland
kennt man solchen leider fast nur noch vom Hörensagen.
Der erste Barfuß - Versuch war ziemlich frustrierend : nach vielleicht drei Minuten
Rückflucht zu Schuhen und Strümpfen wegen dieses Ich - frier - mir - alle - Zehen - ab - Gefühls,
das normalerweise jeden weiteren Versuch im Keim erstickt hätte - wenn ich nicht Eure Beiträge gelesen hätte. So gelang mir schon am zweiten
Tag (drei Versuche) eine Ausdehnung auf knapp zehn Minuten, und am vierten Tag (und da bin
ich durchaus auch etwas stolz drauf) bin ich unterhalb des Belchen vierzig Minuten am
Stück gelaufen - dann war ich leider wieder am Ausgangspunkt zurück (meine Füße und
ich wollten durchaus noch weiter).
Dabei stellte ich fest, dass verfestigter weitaus unproblematischer zu begehen ist als
lockerer Schnee, in den die Füße einsinken - meine Fußsohlen sind eben unempfindlicher
als die Fußrücken und Knöchel.
Am fünften Tag war ich mit meiner Frau im Wintersportort Todtnauberg spazieren. Da ich
wieder barfuß durch den Schnee wollte, habe ich die Schuhe gleich über die Schulter
gehängt und bin barfuß durch den Ort. Leider dauerte es bis zum Schnee zu lange (kalter
Asphalt erwies sich als weitaus unangenehmer als der Schnee), sodass
ich die Schuhe erst
einmal anziehen musste.
Im Schnee habe ich sie dann wieder ausgezogen und bin barfuß über den etwas zertretenen
und nachts überfrorenen Promenadenweg zur Kirche, deren Krippe ich mir auch gleich
barfuß angeschaut habe (auch eine Premiere für mich). Der unebene Schnee des Weges
erinnerte mich noch daran, dass nicht nur die Fußrücken, sondern auch die Haut im
Bereich des Fußgewölbes empfindlicher sind als Ballen und Ferse ... Für den Rückweg
durch den Ort zum Auto habe ich dann - von wegen kalter Asphalt - doch lieber wieder die
Schuhe angezogen.
Insgesamt bedaure ich jedenfalls (vergleiche Überschrift), die positiven Erfahrungen
nicht weiter vertiefen zu können. Die zehn Kilometer durch den
Schnee von Roland könnten mich als Herausforderung durchaus reizen ...
Seither war leider nichts drin in Sachen Fortsetzung mangels Schnee im Rheinland,
aber heute morgen lag alles um uns herum unter einer Schneedecke. Ich konnte daraufhin
während der Mittagszeit bei Sonnenschein loslaufen und bin gleich wieder eine gute halbe
Stunde unterwegs gewesen. Am Ende wurde es dann auch Zeit, nicht so sehr wegen Frierens,
sondern weil ich deutlich merkte, dass meine Füße immer empfindlicher wurden und mich
die Spuren eines Fahrzeugprofils im Schnee zu schmerzen begannen. Jedenfalls war es mal
wieder sehr schön, und ich kann allen nur empfehlen, die umfangreichen Empfehlungen in
der "Winterrubrik" im Best of zu studieren
und es dann selbst zu probieren !
Übrigens kam mir ein Hundehalter entgegen, der zu schmunzeln begann, als er meine
nackten Füße sah. Ich habe freundlich gegrüßt, was er mit einem "Das tut gut
!" quittierte. Ich habe sachlich "Jedenfalls eine ganze Weile" geantwortet
und bin zügig weitergegangen - zum Stehen bleiben und Quatschen war es mir doch zu kalt.
Warme Füße Euch allen Georg
[1999/2000] Hallo Freunde, wie im Vorjahr bin
ich mit meiner Familie auch diesmal zwischen Weihnachten und Sylvester im
Schwarzwald gewesen. Im Unterschied zu 1998, wo wir eine recht stabile
Wetterlage und Schnee bis in die Täler hatten, ging es diesmal beträchtlich
wechselhafter zu : erst Eisregen, dann warmer Dauerregen, als nächstes Orkan
Lothar und schließlich jede Menge Neuschnee.
Leider waren in der Folge die Barfußbedingungen weit schlechter als im Vorjahr
, weil es erst am Schnee fehlte und dann jede Menge Neuschnee zwar vorhanden
war, die Wege in den Wäldern aber wegen Schneebruchgefahr nach dem Orkan
nirgendwo gewalzt wurden. Da auch unsere familiären Betriebsabläufe in der
Folge erheblich komplizierter waren, musste ich die erstbesten Gelegenheiten zum
Barfußlaufen im Schnee wahrnehmen, und die waren leider nicht immer ideal.
Deshalb beschränke ich mich hier auf die Schilderung der positivsten Erfahrung
: Wir wohnten auf einem Bauernhof in einem kleinen Weiler. Der asphaltierte Weg
zum nächsten Weiler war (noch) nicht geräumt und von Neuschnee bedeckt. Ich
ließ meine Schuhe am Beginn des verschneiten Wegstücks stehen, fettete meine
Füße und ging los, etwa zwanzig Minuten weit und immer in leichter Steigung
bergan. Dann war der nächste Weiler erreicht und ich machte mich mit gut
durchbluteten Füßen auf den Rückweg. Diesmal ging es natürlich kontinuierlich
bergab, und ich hatte den Eindruck, barfuß nur selten so angenehm abwärts
gegangen zu sein, da der Schnee die Schritte dämpfte und die Zehen auf dem
nicht zu mächtigen Neuschnee besten Halt hatten. Als ich nach vierzig Minuten
bei den Schuhen zurück war, meldeten die Füße ein Erkalten, so dass ich auf
einen zweiten Durchgang lieber verzichtete.
Leider hatte ich keinen Photoapparat mit, denn meine Fußabdrücke im Schnee
waren leicht angetaut, so dass meine Fußspur auf dunklem Grund sichtbar wurde -
und im Bereich der Wölbung war Schnee liegengeblieben - ein - wie ich fand -
recht hübsches Bild. Vielleicht kann dieses Motiv ja mal jemand anderes
aufnehmen ...
Barfuß im Schnee gehen würde ich zwar gerne bald wieder, aber im Rheinland ist
das sehr unsicher.
Serfuß Georg
[2000/01] Barfuß im
Feldbergschnee.
Hallo zusammen, wie in den vergangenen Jahren war ich mit meinen Lieben
"zwischen den Tagen" im Schwarzwald. Unsere Kinder wollten Snowboard
fahren lernen, doch die Tatsache, dass Schnee als echte Rarität anzusehen war,
vergraulte ihre Stimmung und beschnitt erheblich meine Möglichkeiten, barfuß
eigene Wege zu gehen.
Fündig wurden wir schließlich auf dem Feldberg, wo die Kinder ihren Kurs und
ich eine erste Barfuß - im - Schnee - Tour machen konnte. Nicht ortskundig
brauchte ich ein Weilchen, ehe ich einen passenden Weg fand, bin dann aber eine
knappe Stunde über den recht verharschten Altschnee gegangen - Neuschnee wäre
angenehmer gewesen, aber an den war erst einmal kein Gedanke.
Der auf gut Glück - und nach dem Kriterium des leidlichen Alleinseins - gewählte
Weg führte stetig bergab, was immer weniger Schnee mit sich brachte - also hieß
es umkehren und an der Abzweigung mal die andere Richtung probieren, wo es etwas
weiter in gleicher Höhenlage voran ging, bis auch hier Umkehren notwendig
wurde.
Auf dem Rückweg habe ich etwas mit mir gehadert, ob ich bei der Passage des
Feldberghotels und der Skilifte barfuß bleiben oder wie auf dem Hinweg Schuhe
tragen sollte.
Schließlich überwog eine Mischung aus gutem Vorsatz (nicht Verstecken) und
Neugier auf Reaktionen, so dass ich mich für das "Schaulaufen"
entschied. Wie nicht anders zu erwarten gab es die in der Jahreszeit übliche
Mischung aus Ver- ("Booaaah, der ist ja barfuuuuß !") und Bewunderung
("Voll die Abhärtung"), garniert mit bedeutungsvollem Blicken und
Tuscheln - also nichts Neues.
Ich war schon fast an meinem Auto angekommen, das an der Bundesstraße stand,
und ging das letzte Stück über einen schneebedeckten Pfad etwas unterhalb der
Leitplanke, als ich an einer frisch angekommenen Familie vorbeikam, deren Kinder
gerade aus dem Auto gestiegen waren, erwartungsfroh in die Gegend schauten - und
mindestens dreimal aufgeregt "Papa, guck mal, der geht mit barfuß !"
mitteilten.
Auch keine neue Variation, dachte ich schon bei mir, und war schon ein Stückchen
weiter, als unverhofft doch noch eine Steigerung hörbar wurde, nämlich :
"Ist das der Typ aus dem Fernsehen ?" Die Frage war denn doch ein
Schmunzeln wert ...
Zu einem zweiten Schneespaziergang von ähnlicher Länge hat es zwei Tage später
an anderer Stelle noch einmal gereicht. Auch hier war der Untergrund vereist,
der Schnee fast zu hart - aber besser als die für den Rheinländer so seltene
Gelegenheit verstreichen zu lassen.
In der Nacht zum 30. gab es dann mächtig Neuschnee, aber weil es unser Rückreisetag
war, leider keine Gelegenheit mehr für mich. Schade. Ob sich wohl diesen Winter
in heimischen oder heimatnahen Gefilden noch eine Möglichkeit zum Barfußlaufen
im Schnee finden lassen wird ? Die Aussichten sind (leider) eher schlecht.
Am Zweiten Weihnachtstag habe ich übrigens bei nahezu vorfrühlingshaft milden
Temperaturen eine schöne Barfußwanderung bei Todtnau im Wiesental machen können.
Die Aussichten solcherart sind wohl größer ...
Herzliche Füße an alle, ganz besonders an die Schwarzwald
- Schneefüßler in zehn Tagen. Ich wünsche Euch rechtzeitigen Schneefall
[Deine Touren im Schnee, gerade auch unter den Blicken so vieler Leute
("Schaulaufen") finde ich sehr beeindruckend!
Diesem Schaulaufen standzuhalten, dazu gehört wirklich etwas! Barfußlaufen im
Schnee hingegen kann nach meiner Einschätzung jeder, der dies ein wenig übt.
Die wirkliche Leistung ist das Standhalten angesichts der vielen Blicke,
Kommentare usw. MarkusII]
Das kann ich inzwischen ganz gut ab - jedenfalls wenn ich mich innerlich darauf
eingestellt habe. Es ist wirklich ganz amüsant, in gewisser Weise den Spieß
umzudrehen, und erwartungsfroh die Reaktionen „der Leute“ zu checken nach
dem Motto : wem gelingt ein guter, also intelligenter oder origineller Spruch -
und wer schafft nur eine primitiv - platte Sprachabsonderung ?
Ich gebe aber ungefragt sofort zu, dass ich das entspannter betreiben kann, wenn
ich davon ausgehe, anonym zu sein und zu bleiben. Herzliche Füße Georg
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