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Georg schreibt über Konventionen und das
Mut - machen
(zusammengefasst aus verschiedenen
Forumbeiträgen im Sommer/ Herbst 1998)
Das Problem mit der scheinbaren
Norm kennt wohl jeder, der sich hier beteiligt, und recht viele (ich auch) ziehen es
vor, sich dieser Norm am Arbeitsplatz oder im Supermarkt um die Ecke zu beugen und
zumindest Sandalen zu tragen (vor denen, die sich der Norm nicht beugen, habe ich umso
mehr Respekt).
Ich halte dies auch nicht für feige oder bedenklich; wenn ich in einem Umfeld, wo man
mich kennt, bin, nehme ich ja auch in anderer Hinsicht Rücksichten auf - vielleicht
ebenso unsinnige - Konventionen. Nun ist man aber ja glücklicherweise recht oft in einem
Umfeld, wo dies nicht zutrifft - und dann sind die allermeisten dieser Konventionen
entbehrlich. Ob ein Fremder mich für verrückt hält, weil ich barfuß gehe, ist mir so
egal wie ihm egal ist, dass ich seine Springerstiefel oder ihre Plateausohlen für
bescheuert halte. Ich würde es ihm/ihr auch nie sagen, und wenn der andere meint, den
Mund im Sinne einer abfälligen Bemerkung auftun zu müssen, dann stelle ich meine Ohren
auf Durchzug ...
Was, wie ich glaube, uns allen hier äußerst gut tut und mich auch in den letzten Wochen
wirklich sehr motiviert hat, hat Andy einmal sehr schön
ausgedruckt :
"JA WIRKLICH - ICH BIN NICHT DER EINZIGE !!!!! *jubel* *freu* Ich hatte echt schon
den Eindruck mit der Zeit, dass ich mit dieser Leidenschaft, barfuß zu gehen, ganz
alleine bin. Aber was gibt´s tolleres als seine Schuhe zuhause (oder im Auto oder so) zu
lassen ?? Allerdings ist es bei mir nicht anders als bei den meisten von Euch: Mir fehlt
auch ein wenig der Mut zur Öffentlichkeit ...."
Tatsächlich kehrt hier ein bestimmtes Problem immer wieder auf - nämlich die Frage, wie
überwinde meine Scheu vor "den Leuten";
wer ins Forum gelangt ist, kommt ja aus eigenem Interesse, so dass
es daran und am
"guten Willen" nicht fehlt. Ansonsten sollten wir alle (ich schließe mich da
sehr bewusst mit ein) uns mal fragen, ob uns "die Leute" nicht erstens
sch...egal sein sollten und wir zweitens uns nicht etwas weniger wichtig nehmen und
schlicht barfuß gehen sollten - einfach so, wie wir im Normalfall auch barhändig,
barnäsig und ganz selbstverständlich unseres Weges kommen ...
Macht Euren Füßen Mut von mir und nutzt das bevorstehende halbwegs wetterbegünstigte
(wenn man den Meteorologen glauben darf) Wochenende für den Anfang eines möglichst
langen Barfüßerlebens !
Georg
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Vom Reiz dieses Forums
(zusammengefasst aus verschiedenen
Forumbeiträgen seit Herbst 1998)
Den Reiz macht für mich übrigens die Vielseitigkeit der angeschnittenen Themen aus - und
deshalb wünsche ich mir, dass
Lorenz weiter etwas über
Naturverbundenheit, Jörg über Musikerziehung, Fritz über Oper, Kris, Michaela und andere über ihren Sportunterricht, Andreas über die Lebensphilosophie eines Happy Hippies, Markus und andere über den schwierigen Weg zum selbstbewussten
Barfüßern und viele viele andere über diese und weitere - gerade auch neue - Aspekte
hier schreiben.
Davon haben nach meiner Meinung wir alle am meisten - und die beständig wachsende
Beteiligung am Forum würde ich auch durchaus so bewerten wollen, dass
dies der richtige
Weg ist ! ...
Vielleicht liegt der Streit ja einfach darin
begründet, dass unser Thema "barfuß" - wie man im "Best of" ja auch
ausgiebig nachlesen kann - nicht eng eingegrenzt ist, sondern sich im Gegenteil als sehr
weit gesteckt erweist !
Allerdings ist auch richtig, dass "barfuß" nicht gleichzusetzen ist mit
"ohne Strümpfe", sondern eher mit "nackt ab mindestens Knöchel
abwärts".
Insofern verfehlen Beiträge über strumpflose Ausflüge in Tevas
oder Birkenstocks tatsächlich etwas das Thema ... und dafür
gibt es ja auch dafür eigene Foren, in denen Beiträge dieser Art willkommen sind und das
Eingehen auf Barfußlaufen seinerseits relativ fehlplatziert wäre.
Die Interessen lassen sich insofern sinnvoll sortieren, und wer mag, kann sich ja mit
seiner Freude am Barfußlaufen hier ebenso einbringen wie mit seinem Spaß an z. B.
Zehenstegsandalen dort !
Ansonsten wäre es für mich - um noch einen Einwand von
Thomas aufzugreifen (mit den Zehen, versteht sich) - ziemlich weltfern zu erwarten,
dass jeglicher hier geschriebener Beitrag jeden Forumleser anspricht bzw. interessiert.
Unser "Erfolgsrezept", wenn man das so nennen kann, liegt vielmehr darin,
dass unterschiedliche Themen und Akzentuierungen aufgegriffen und ggflls. diskutiert werden.
Hoffen wir also, dass dies noch lange so bleibt, und tun wir etwas dafür, indem wir uns
hier engagieren ! Wenn wir so weiterhin interessante Beiträge hier vorfinden (auch
zwischen anderen, deren Inhalt uns dann nicht so anspricht), werden unser Spaß am Forum,
die von ihm ausgehenden vielfältigen Anregungen für eine eigene barfüßige (!)
Lebensgestaltung und seine das Barfußlaufen in der Öffentlichkeit fördernde Wirkung
(vgl. das über das Forum zum Ausdruck gebrachte Medieninteresse in letzter Zeit) weiter
gedeihen. ...
Im Augenblick brummt dieses Forum derartig,
dass ich
beim Lesen und ggflls. schreiben kaum mehr mitkomme.
Das Bedauern über die etwas arg ungleichgewichtige Verteilung der
Beiträge nach Geschlechtern haben wir schon ausführlich diskutiert. Damit ich nicht
missverstanden werde : ich freue mich über sinnvolle und zur Forumthematik passende
Beiträge jedweder Barfüßer, aber einige weibliche mehr würden auch mich sehr freuen.
Allerdings wird man das meines Erachtens mit stetem Bejammern des Ist - Zustands ebenso
wenig erreichen wie mit Reformvorschlägen im ersten Forumbeitrag, die auf mehr Ablehnung
als Anklang treffen ! Und ziemlich sicher auch nicht damit, dass jedes Mädchen oder
(junge) Frau mit reichlich Postings männlicher Wesen bedacht wird, in denen mehr oder
weniger unverhohlen ausgedrückt wird, wie gern man sie mal kennenlernen würde ...
Ich denke also, die erfolgversprechendste Methode, um weibliche Barfüßerinnen hier
begrüßen zu können, wäre, nicht (auch nicht indirekt) ihrem Geschlecht, sondern - wie
bei den männlichen - ihrer Freude am Barfußlaufen das Interesse zuzuwenden !
...
Ich hatte mich schon davon gemacht, weil mich die Ernsthaftigkeit und der Sendungseifer einiger von Euch begann, ein wenig anzuöden (ich meine Euch nicht alle: liebe Grüße an Lothar, Georg, Jörg usw.). Julia Fiona
Ich bin mir nicht ganz sicher, wie ich diesen
Satz zu verstehen habe : bin ich nun als einer der ernsthaft - sendungseifrigen
Teilnehmer erwähnt oder als einer, der es eben nicht ist ?
Wie dem auch sei : ich bekenne mich zu beidem - zur Ernsthaftigkeit wie zum
Sendungseifer !
Zunächst zur Ernsthaftigkeit: Ich will mich nicht unbedingt wiederholen - den
Sinn, den ich im Austausch über das Forum sehe, habe ich schon mehrfach
dargelegt .
Das zusätzliche Selbstvertrauen, das wir alle durch den Meinungsaustausch
gewinnen, die Chance zur Ermutigung anderer, die sich - noch - weniger Barfüßigkeit
im öffentlichen Raum zutrauen und schließlich der gesammelte Sachverstand
vieler hier schreibender Barfußpraktiker, der ja auch in die vermehrte Presseberichterstattung
des Jahres 2000 deutlich erkennbar eingeflossen ist - das alles bestärkt
mich in dieser Ernsthaftigkeit !
Dabei hoffe ich für mich persönlich, dass es mir wenigstens meistens -
bekanntlich ist niemand perfekt - gelingt, diese Ernsthaftigkeit nicht zu einer
tatsächlich nicht wünschenswerten Verbohrtheit werden zu lassen. Ich bin
sicher, dass diese Standpunkte von zahlreichen anderen regelmäßigen
Forumbesuchern geteilt werden - und wenn man einmal auf das quantitative
Ergebnis schaut, so zeigt es m. E. recht deutlich, dass wir gemeinsam diesbezüglich
auf einem guten Weg sind : im Jahr 2000 sind bisher rund 3500 Postings im Forum
zu lesen gewesen - und wenn man mal vorsichtig geschätzt 50% davon als
"nicht so relevant" einstuft, so bleiben immer noch 1750 ernsthafte
und lesenswerte Beiträge über ! Mal abgesehen von der ohnehin stattlichen Zahl
ist mir übrigens kein deutschsprachiges Barfußforum bekannt, das zahlenmäßig
auch nur annähernd mithalten könnte.
Georg
Hi Georg, ich habe Dich als jemanden gegrüßt, der bei allem Sendungseifer einigermaßen heiter zu bleiben versteht. Dies, eine gewisse Lockerheit, ist nicht wirklich ein Widerspruch zur Ernsthaftigkeit. Gruß Julia Fiona
Kleiner Nachtrag zum Thema "Sendungsbewusstsein".
Ich finde es sehr angenehm, wenn es im Internet nicht nur Fun - Seiten gibt,
sondern auch Menschen Engagement für eine Sache zeigen.
Wenn dies wie hier (in aller Regel) auf derart unaufdringliche, gleichwohl aber
überzeugende Weise geschieht, steht es allen Kritiker/innen frei, sich in den Tausenden
anderer Internetforen (davon immerhin einige zum Barfußlaufen) zu tummeln. Wo
hat man im "richtigen Leben" schon diese Freiheit ... Kai
Nun will ich auch mal meine Meinung dazu
kundtun: Ich persönlich finde es gut, wenn hier Müll, der ja von irgendwelche Idioten
immer wieder kommt, gelöscht wird, aber man kann es
mit der Ernsthaftigkeit auch übertreiben, für mich ist barfußlaufen kein
"Hobby" oder keine "Weltanschauung", ich laufe nur einfach
lieber ohne Schuhe - und genauso, wie es mich nervt, wenn Leute mich ständig
drauf ansprechen, weil sie es nicht gut finden, finde ich es auch nicht gut,
wenn man es zu wichtig nimmt ... ich hab einfach nur keine Schuhe an, das ist
genauso wenig etwas ekliges oder perverses, wie etwas supertolles, zu dem ich
nun andere Leute bekehren möchte, mir gefällt es eben.
Nun finde ich dieses Forum auch toll, und es wird hier ja wirklich eine ganze
menge interessantes geschrieben, aber man kann es m.E. nach auch übertreiben
und in des barfußlaufen etwas hineininterpretieren bzw. das barfußlaufen zu
etwas hochstilisieren, was es einfach nicht ist.
Ciao! Timu
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