Georg joggt seit 25 Jahren barfuß
(zusammengefasst aus verschiedenen Forumbeiträgen ab Sommer 1998)

Seit rund 25 Jahren jogge ich barfuß - ich habe mit knapp 18 mit dem Joggen angefangen und bin von Anfang an, wann immer es geht, barfuß gelaufen. Inzwischen reicht "wann immer es geht" von Ende März bis Anfang November, allerdings suche ich mir meine Laufzeiten in den Winterrandmonaten dann auch etwas nach dem Wetter aus.
Wir wohnen in der Nähe einer größeren Grünanlage und - jedenfalls noch - von Feldern bzw. einer Trinkwassergewinnungsfläche. Beide laden mich zum Barfußlaufen geradezu ein, und ich habe bei der Wahl des Wohnortes unter anderem auch darauf geachtet.
Heute bin ich knapp eine Stunde über die Grünflächen des Feldes gelaufen, direkt nachdem der Regen aufgehört hatte. Die nasse Wiese unter den nackten Sohlen zu spüren ist für mich eines der schönsten Laufgefühle; so gut mir die wenigen warmen Sonnentage gefallen hatten, nicht zuletzt weil sich endlich auch andere zum Leben ohne Strümpfe animiert fühlten, hatte ich mich doch gerade darauf sehr gefreut.
Nach gut zwanzig Minuten lief ich über einen bewachsenen Feldweg, als ich auf dem Grasboden ausrutschte und im benachbarten Acker landete. Das wäre mit Laufschuhen über den Teerweg nicht passiert, und gerade deshalb habe ich mich entschieden, mich nicht zu ärgern, sondern auch diese Szene zu genießen. Als es dann weitere 15 min später an zu schütten anfing, kam es darauf eh' nicht mehr an, dafür wurde es mir aber doch - trotz der durchblutungsfördernden Laufbewegung - kalt an den Füßen. Und jetzt kam auch der Teerweg wie gerufen : den mögen zwar meine Gelenke nicht, aber dafür war er schön warm. Allen, die Spaß am Barfußjoggen haben oder diesen gerade entdecken, also der Tipp : barfuß nach Regen joggen - das ist es ! ...
Also barfuß los, erst über Wiese und dann in ein Waldgebiet, in dem ich sehr lange nicht mehr war. Aber ich wollte es wissen und meinen Füßen auch etwas "zumuten".
Erst ging es über Asphalt, war schön warm, aber bekanntlich nichts für meine Gelenke. Also rechts ab auf einen Wanderweg, doch der war mit diesen kleinen spitzen Steinchen verseucht, die meine Füße trotz Übung gar nicht mögen. Auch das Wiesenbankett reichte nicht mehr weit, doch jetzt tauchte eine Extraspur für Reiter auf. Schon nach einem kurzen Stück rochen meine Füße arg nach Pferd, doch das störte mich nicht; wieder ein Stück weiter und ich war bis zu den Knöcheln eingematscht und zwischen meinen Zehen klebte Schlamm. Dann ein Stück über den abgemähten Getreideacker, den der Bauer gepflügt und gehäckseltes Stroh darauf verteilt hatte (was sich übrigens sehr schön anfühlt). Dann kam ich wieder zu der Wiese zurück und konnte mir kurz vor meinem Ziel noch im Rhein den Rest Pferdeschlamm von den Füßen waschen. ...
Den "Kriegspfad" in der Grünanlage fand ich übrigens überraschend angenehm; eigentlich war ich bei dem Sauwetter nur gelaufen, weil ich morgen und übermorgen nicht dazu komme und es auch in Sachen barfuß wissen wollte. Am Anfang hatte ich auch kalte Füße, das gab sich aber recht schnell; einen deutlichen Unterschied habe ich aber gemerkt, als ich ein Stück über eine Wiese gelaufen bin, die schon länger nicht gemäht und deren Halme recht hoch waren, so dass sie meinen Fußrücken striffen - der ist wohl doch kälteempfindlicher als die Fußsohlen. Die an anderer Stelle angestellte Vermutung, dass Barfußlaufen abhärtet und insofern erkältungsfest macht, kann ich übrigens nur bestätigen. Mich fliegt ziemlich regelmäßig eine ordentliche Erkältung an, wenn ich - wegen des Wetters - endgültig aufgehört habe, mich barfuß zu bewegen ...
In meinem Park gibt es einen Bereich, in dem die Wiesen weniger häufig gemäht werden als im Rest. Neulich hat man da den Winterschnitt besorgt, und der Traktor hat seine Reifenprofile in den feuchten Untergrund eingegraben, so dass ich dort auf einem quasimatschigen, aber trotzdem nicht glitschigen Grund laufen kann - fühlt sich toll an ! Übrigens hat bislang noch niemand so blöd nach mir geguckt, dass ich es mitbekommen hätte - aber beim derzeitigen Wetter traut sich ja auch kaum einer vor die Tür. ...
Das Joggen heute bei etwa 7-8 Grad belehrte mich allerdings, dass mit diesen vier Grad weniger die Annehmlichkeitsgrenze doch erreicht und z.T. schon unterschritten war.
Während des Laufens fiel mir dazu das Lied von den zehn kleinen Ihr- wisst- schon- was ein, die auch immer weniger wurden. Mal angenommen, ab jetzt wären nur noch unsere drei Schneeexperten (Andreas, Andy, Unci) auf bloßen Sohlen unterwegs, könnte die passende Strophe vielleicht lauten :
Vier kleine Barfüßer
finden Schuhe schwer wie Blei
Doch einem wurd' das Gras zu kalt
da waren's nur noch drei.
Wenn sich außer den drei Genannten weitere Unerschrockene hier melden, dichte ich noch 'ne Strophe (schreckliche Drohung ?!). ... [Es meldete sich Alex]
Fünf kleine Barfüßer
dunkle Sohl’n war’n ihre Zier
doch einer war zu zimperlich
da waren’s nur noch vier. ...
Neulich hatte ich ja in tiefem Bedauern den Abgesang vom diesjährigen Barfußjoggen verkündet. Heute konnte ich mir in der Mittagszeit Zeit zum Joggen nehmen und entschied mich für den Weg aufs "Feld". Das "Feld" besteht aus (wen wundert's) Ackerflächen, auf die dann ein Wassergewinnungsgebiet folgt, das nicht mehr landwirtschaftlich genutzt wird; dort wachsen Wildgräser. Während ich zuletzt immer mit dem Fahrrad hingefahren bin, um mir den für nackte Füße unkomfortablen Anmarschweg zu schenken und gleich vor Ort barfuß loszujoggen, bin ich diesmal mit den Laufschuhen von Zuhause losgelaufen (ca. 10 Laufminuten über einen asphaltierten Weg). Bei rund 5° gut eingepackt in lange Laufhose, Sweatshirt und Schuhe war mir recht schnell warm, und so gingen mir die neueren Postings von Unci (Dresden, 3°), Alex (bei jedem Wetter) und die selbstkritische Passage in meiner neuen Strophe ("einer war zu zimperlich") durch den Kopf. Ob ich nicht doch mal probieren sollte, ob wenigstens einige Laufschritte drin wären ? Die Versuchung war groß, zu verlieren gab es offensichtlich auch nichts, also habe ich am Wasserwerkchen die Schuhe ausgezogen, um mal eben so zwei/drei Minuten ... Obwohl der Boden dann doch eher frisch als erfrischend war, wurden aus den zwei/drei am Ende zwanzig Minuten. Danach war ich aber auch ganz froh, die Füße wieder in die wärmenden Laufschuhe packen zu können. Mal sehen, wie kalt der Boden und wie groß die Versuchung beim nächsten Mal ist ...
Gestern habe ich es zwar, als ich gut warmgelaufen war, mal barfuß versucht, aber es hat mir gar nicht gefallen - nicht etwa wegen der Temperatur von 1° (das ging erstaunlich gut), aber meine kältebedingt doch recht empfindlichen Fußsohlen mochten das Auftreffen auf den gefrorenen Boden und seine Unebenheiten eindeutig nicht. Einige Minuten Gehen waren aber recht schön ! ...
Aufgrund Eures gut-schlechten (??) Einflusses habe ich einen neuen Wesenszug an mir entdecken müssen : nämlich den berüchtigten sogenannten "Barfüßerehrgeiz". Nachdem ich neulich beim Joggen auf dem gefrorenen Boden ein Misserfolgserlebnis zu verzeichnen hatte, wäre für 1998 eigentlich ein "Meine Füße haben fertig" angesagt gewesen. Aber irgendwie haben die Postings der letzten Tage den o. g. Wesenszug an mir freigelegt; jedenfalls konnte ich heute bei Temperaturen um 2° und wiederaufgetautem Untergrund der Versuchung nicht wiederstehen und habe eine Barfußrunde von einer knappen Viertelstunde gedreht. Kalt war's zweifelsfrei schon, und ein "gutes Gefühl" (hallo Unci) hat sich, ehrlich gesagt, auch nicht so recht eingestellt. Es war wohl eher ein psychisches Zufriedenheitserlebnis damit verbunden. Nach der knappen Viertelstunde war ich denn auch froh, meine Laufschuhe wieder anziehen zu können - nicht weil die Russen kamen (hallo Lorenz), wohl aber wegen deren bestem Verbündeten bei der Landesverteidigung, dem "Väterchen Frost" ... Gut warmlaufen gehört also auf jeden Fall dazu, und ich finde es auch hilfreich und angenehm, im Anschluss an die Barfußrunde in der Kälte noch mal mit den Laufschuhen weiterzulaufen - da werden die Füße um so schneller wieder warm ! Aber nach der oben geschilderten Erfahrung werde ich es wohl beim nächsten Joggen wieder lassen - schließlich fallen die Temperaturen wieder in den Frostbereich. ...
Die Schneedecke im Rheinland löst sich langsam, aber sicher zwar auf, doch noch liegt welcher. Nach einer etwas stressigen Woche fand ich jetzt auch mal wieder zum Joggen, zog also die Schuhe an und lief los und mich warm. Als ich in den Bereich kam, in dem ich in den letzten Wochen immer wieder meine Schuhe ausgezogen und stehen gelassen hatte, entschloss ich mich auch diesmal dazu und setzte meinen Weg für eine Viertelstunde barfuß durch den Schnee laufend fort (bisher hatte ich das nur gehend probiert). Die Erfahrung war recht interessant und das Gefühl unter den Fußsohlen eigentlich sehr schön, wobei allerdings zwei Einschränkungen zu erwähnen sind : erstens hatte ich die Schuhe an der falschen Stelle ausgezogen, denn es kam zuerst ein ziemlich unebenes Stück, das unter der dünnen Schneedecke gefroren war, und diese Unebenheiten waren recht unangenehm. Auf "glattem" Untergrund ging es dann viel besser;
und zweitens hatte ich ziemlich kalte Zehen, weil mein Laufstil die Zehen durch den Schnee "pflügen" lässt; nach dem Anziehen der Schuhe war mir aber fast sofort wieder ganz warm. Übrigens war es knapp über dem Gefrierpunkt, so wie auch die anderen Male, bei denen ich barfuß im Schnee war; Unci hat sicher neulich zu Recht auf Unterschiede hingewiesen, die man da noch machen muss. ...
Ich habe heute (Ende November 1999) bei etwa 8° einen schönen Lauf gemacht, dessen mittleren Teil von etwa 30 min ich barfuß gelaufen bin, was sehr erfrischend und keinesfalls unangenehm war. Meine derzeit bevorzugte Strecke führt in die Gegend eines kleinen Modellflugplatzes, der - da eben und von gepflegter Grasdecke bestanden - zum barfüßigen Belaufen einlädt. Heute war niemand da, aber vergangene Woche waren bei ähnlichen Temperaturen zwei Mitglieder mit ihren Flugmodellen vor Ort. Als ich an ihnen vorbeikam, fragte ich freundlich, ob ich am Rand des Flugplatzes entlang laufen dürfte, was bejaht wurde. Nach einer Runde um den Platz kam ich wieder an die beiden heran und sah, dass sie mich ansprechen wollten. Ich beschloss, mich bei der Antwort auf die zu erwartende Frage auf Pfarrer Kneipp zu berufen, und verlangsamte meinen Schritt. "Zweihundertsechzig mal Neunzig" sagte der Modellflieger und - als ich jetzt völlig verständnislos dreinschaute, "ja, die Maße des Platzes sind Zweihundertsechzig mal Neunzig - wenn Sie Ihre Zeit messen wollen ...". Ich bedankte mich, antwortete dass es mir um die Zeit gar nicht ginge und lief weiter - dieses Gespräch war also doch kein Fall für Sebastian K. ! ...
Hallo zusammen, gestern war ich wieder - wie häufiger in letzter Zeit - barfuß joggen, allerdings zum ersten Mal im Herbst 2000 bei Temperaturen um 5 °C.
Ich habe das Laufen wie gewohnt genossen, nachdem meine Füße ihre Betriebstemperatur erreicht hatten. Und weil ich ja wusste, was kommen würde, habe ich auf die Uhr geschaut und festgestellt, dass etwa zwei Minuten nach dem Start (ich lief auf Wiese) die Füße recht unangenehm kalt wurden, ehe nach etwa fünf weiteren Minuten dieser Zustand dank verbesserter Durchblutung der Füße einer angenehmen Wärme wich, die mich fortan vorantrug.
Unangenehm war nur noch ein kurzes sehr schattiges Stück, auf dem sich der Bodenfrost gehalten hatte - und das war nicht etwa wegen der Temperatur unangenehm, sondern weil die gefrorenen Unebenheiten hart und dadurch schmerzhaft beim Auftreten waren.
Im Zusammenhang möchte ich gerne noch einmal erwähnen, dass ich die fünf unangenehmen Minuten deshalb so gelassen überlaufen konnte, weil ich wusste, dass es ein kurzes vorübergehendes Problem sein wird.
Sportliche Füße Euch allen
Georg

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